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bekleidet, gilt. Durch das Aufleben dieser Tradition werde der gute Geist der Zusammengehörigkeit, der schon vor der Reichsreform beim Gleibergverein be­steht, sich wie bisher über alle Grenzen Hinweg­setzen: denn der Gleiberg gehört weder den Hessen, noch den Preußen, sondern beiden zugleich. Er ge­hört zum Stadtbild Gießens, wie er dem Kreis Wetzlar gehört, und beide sagen: er ist unser! So soll es auch in Zukunft bleiben. Der Vorsitzende widmete den beiden verdienten Förderern des Glei­bergs, Geheimrat Prof. Dr. Sommer und Louis Frech, einen herzlichen Nachruf und gedachte der bei dem großen nationalen Unglück für das Vater­land ums Leben gekommenen deutschen Offiziere, Mannschaften und der Passagiere des Luftschiffes Hindenburg", denen zu Ehren sich die Versammlung von ihren Plätzen erhob. Dr. Lotz dankte nochmals Direktor M e n k e n für die bisherige Führung und selbstlose Förderung des Vereins und der Burg und gab dem Wunsche Ausdruck, daß er mit der­selben Liebe und Freudigkeit auch weiterhin dem Verein seine Mitarbeit widmen möge. Der Vor­sitzende appellierte an die Heimatliebe und an die Opferfreudigkeit aller Volksgenossen in Gießen und in Wetzlar, durch ihren Beitritt zum Verein mit­zuhelfen, daß dieses alte Wahrzeichen großer deut­scher Vergangenheit, das seit altersher zum Wahr­zeichen seit Jahrhunderten und Jahrtausenden für diese schöne Landschaft wurde, erhalten werden kann.

In seinem Tätigkeitsbericht über das verflossene Vereinsjahr warb Direktor M e n k e n in beredter Weise für die Aufgaben des Gleibergvereins, der auch im letzten Jahre wieder ganz erhebliche Geld­mittel für Erneuerungsarbeiten ausgegeben hat. Er dankte darin für jede dem Verein gewährte Unter­stützung, ganz besonders für die Mithilfe von Ober­bürgermeister Ritter, Gießen, durch die es mög­lich wurde, die jetzt in Arbeit befindlichen Erneue­rungen zu beginnen. Ganz besonders hob er die wertvolle Unterstützung des Vertreters der Auf­sichtsbehörde, des Landrats G r i l l o, Wetzlar, her­vor, der dem Verein mit Rat und Tat stets opfer­bereit zur Seite stand. Da seit 1879 keine Renovie­rungen vorgenommen waren, ließen sich die jetzi­gen Erneuerungsarbeiten nicht aufschieben. Durch

Dank und Anerkennung aus. In gleicher Weise wurde die verdienstvolle Mitarbeit von Bauinspek­tor Mohr, der schon seit 36 Jahren die Erneue- runasarbeiten an der Burg leitet und vor seiner Versetzung in den Ruhestand noch eine durchgrei­fende Renovierung durchführen möchte, gewürdigt.

Direktor Menken berichtete über die Hun­dertjahrfeier und das Gleibergfest 1937. Er wies aus die von dem Heimatforscher Lehrer Praß verfaßte Festschrift hin, die das Interesse am Gleiberg wecken soll und gab bekannt, daß am 4. Juni in Gießen die erste Aufführung des Volks­stückesZur Spießpforte" erfolgen wird. Die zweite Ausführung findet am 5. Juni in Krofdorf und in Wißmar statt. Am Sonntag, 6. Juni, wird auf der Burg das Gleibergfest abgehalten. Auf Wunsch von Landrat G r i 11 o ist die Wiederholung der Fest­spielaufführung anläßlich des WetzlarerOchsen­festes" am 19. Juli vorgesehen. Das von Ober­studiendirektor Philipp (Friedberg) nach ge­schichtlichen Forschungen von Lehrer Praß verfaßte

Volksstück bietet einen Einblick in die Geschichte des Gleibergs.

Lehrer Praß hob hervor, daß dem Führer des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat, Ministe­rialrat Ringshausen (Darmstadt), die Schirm­herrschaft für das Gleibergfest angetragen wurde, der bei der Aufführung in Gießen sprechen wird. Das Fest auf dem Gleiberg wird als großes Dolks- und Heimatfest ausgebaut werden, so daß es ge­eignet erscheint, zahlreiche Besucher anzuziehen. Rek­tor a. D. Müller (Gießen) überbrachte die Grüße des Schwesteroereins vom Schiffenberg und betonte die Verbundenheit beider Bestrebungen. Direktor Menken regte an, wie am Schiffenberg in Zu­kunft eine Maifeier auf dem Gleiberg und bie näch­sten Generalversammlungen als Familienfeste an Sonntagen abzuhalten, um auch den Mitgliedern der ländlichen Ortsgruppen Gelegenheit zur Teil­nahme zu bieten.

Mit dem Dank und Gruß an den Führer wurde die arbeitsreiche Tagung geschlossen.

Aus der engeren Heimat.

Iahresfest der evangelischen Kirchen- undFrauenchöre des Dekanats Giehen.

§ Watzenborn-Steinberg, 11. Mai. Am Sonntag wurde das Jahresfestder Kirchen- und Frauenchöre des Dekanats Gießen in unserer Gemeinde gefeiert. Das Fest nahm in unserer großen Volkshalle einen mustergültigen Ver­lauf.

Kurz vor 13 Uhr begann die Hauptprobe, in der Volkshalle für die gemischten Chöre, geleitet von Musiklehrer Nebe 1 ing (Gießen), in der Wirt­schaft von Sommer für die Frauenchöre, von Fi­nanzsekretär Sommer von hier geleitet.

Schon um 13 Uhr strömten die Besucher in die mit den Fahnen und Hoheitszeichen des Dritten Reiches geschmückte Volkshalle, wo um 13.30 Uhr der Festgottesdienst seinen Anfang nahm. Der hiesige Posaunenchor unter Führung von Karl

Philipp leitete die Feier ein. Den Altardienst versah unser Ortsgeistlicher, Pfarrer G o n t r u m. In der Festpredigt sprach Propst Knodt (Gießen) über die Aufgaben der Kirchenchöre als singende Gemeinde. Der Gottesdienst erfuhr eine besondere Bereicherung durch die Mitwirkung der vereinigten Frauenchöre mit mehr als 300 Sängerinnen unter Leitung von Chormeister Sommer von hier. Die vereinigten gemischten Chöre mit mehr als 600 Sängern und Sängerinnen sangen unter Leitung von Musiklehrer Nebelinh (Gießen). Die mehr als 2000 Personen zählende Festgemeinde beteiligte sich mit Choralgesang, den der Posaunenchor be­gleitete.

Um 16 Uhr wurde mit Posaunenchorvortrag die Nachversammlung eröffnet. Sie war noch stärker besucht, als der Festgottesdienst: wohl 2500 Besucher wohnten der Feier bei. Die vereinigten Frauenchöre sangen zu Beginn. Pfarrer Weisel

die Zusammenarbeit mit der Tagespresse konnte für diese Dinge Verständnis in weitesten Kreisen ge­weckt werden. Nachdem im Sommer, wie überall, auch auf dieser Burg der Lager- und Schulungs­betrieb ruhte, sind seit dem Herbst 1936 wieder eine ganze Reihe von Lager- und Schulungs- Wochenendkursen durchgeführt worden. Nachdem kürzlich die politischen Leiter des Kreises Wetzlar hier geschult wurden, kommen in den nächsten Ta­gen die Bürgermeister des Kreises Wetterau hier­her. Somit ist es eine der schönsten Aufgaben der Burg geworden, die weltanschaulichen Gedanken im Volke zu verankern und dadurch dem Werke des Führers zu dienen. Nachdem die Erneuerungs­arbeiten besprochen wurden, wies der Bericht auf das nächste Hochziel, die Erneuerung der Räume des Albertusbaues hin. Dazu gehört der Ausbau der Räume für das Schulungslager zur Aufnahme von 50 bis 60 Personen. Das Schulungslager war eines der ersten im neuen Deutschland.

Lehrer Praß ergänzte diese Angaben über die Schulungslager und führte u. a. aus, daß 1238 Uebernachtungen getätigt wurden. Der von Lehrer Praß vorgebrachte Kassenbericht gab Aufschluß über geordnete Verhältnisse. Durch Sparsamkeit konnten einige Mittel zur Abtragung der restlichen Schul­den erübrigt werden. Im Laufe des Jahres hofft der Verein in der Lage zu fein, feine letzten Ver­bindlichkeiten völlig abzulösen. Der Voranschlag für das kommende Jahr sieht wieder erhebliche Mittel für Erneuerungsarbeiten vor. An dem Beispiel von Krofdorf und Gleiberg zeigte Lehrer Praß, daß es möglich fein muß, auch in den Orten um den Gleiberg herum neue Mitglieder für das Erhal­tungswerk zu gewinnen.

Bauinspektor Mohr berichtete über die Reno­vierung des Kaisersaales, des Luxemburg- und des DorstaNdszimmers und gab eine Üeberficht über die im kommenden Jahr notwendigen Ausbesserungs­arbeiten.

Nachdem noch auf die Abänderung der Statuten und die Vorstandsneuwahl hingewiesen worden war, sprach der Vorsitzende Dr. Lotz dem Maler P r e s- b er, der schon die Renovierung der Burg Breiten­stein geleitet hatte, für seine bereitwillige Mitarbeit

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Primgeiger

Proszeniumloge

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rend der Blüte. Chinesische Pri­mel nach der Blüte wegwerfen, da nur einmaliges Blühen wir­kungsvoll.

Primgeiger, von lat. Primus, der erste Geiger einer Kapelle, falls er gleichzeitig die Kapelle dirigiert, auch Stehgeiger ge­nannt.

Primitiv, entbehr!, lat. Fremd­wort für einfach, unbeholfen.

Primiz, lat., die erste Mesie eines neugeweihten katholischen Priesters.

Primus, der beste, erste Schüler der Klaffe.

Printen, Brenten, hartes Peffer- kuchengebäck, das mit mancherlei Gewürz wie Anis, Nelken, Zimt und Sirup statt Honig zubereitet ist.

Prinzipal, lat., entbehr!. Fremd­wort für Lehrherr, Betriebsfüh* rer, Geschäftsinhaber.

Privatlehrer, Lehrer, die in Familien oder Privatanstalten Unterricht erteilen und staatlich dazu berechtigt sind.

Privat, lat., was den einzelnen Menschen persönlich angeht, pri­vatim geheim.

Privatschulen, unter staatlicher Aufsicht stehende Schulen, die keine eigene Prüsungsberechti- gung haben. Privatschulen sind für oie Kinder zu empfehlen, die durch Krankheit in ihrer Klaffe nicht mehr mitkommen würden.

Pro, lat. für.

Probe, kleine Menge einer Ware, die geprüft werden soll.

Probieren, entbehr!. lat. Fremd­wort für versuchen, prüfen.

Produkt, lat., Erzeugnis, auch in der ZusammenstellungLandes­produkte", entbehr!. Fremdwort, dafür Landeserzeugnisse, ebenso kann man jederzeit für Produk­tion Erzeugung, für produktiv Werte erzeugend, für produzie­ren erzeugen, berstellen, hervor­bringen, vorführen und für Pro­duzent Erzeuger, Hersteller sagen. Profil, Seitenansicht des Gesich­tes, aber auch der senkrechte Querschnitt eines Körpers, bei­spielsweise eines Bilderrahmens. Profit, franz, entbehr!. Fremd­wort für Vorteil, Gewinn.

Programm, griech., Anzeige, An­kündigung, Darlegung, Vortrags­oder Veranstaltungsfolge.

Projekt, lat., Bedeutung = Plan, Entwurf.

Prolog, griech., Vorspruch, Vor­spiel, Eroffnungsgedicht.

Pro mitte, lat., Bedeutung = vom Tausend, l%o oder p. m. be­deutet 1 vom Tausend.

Proportion, lat., Bedeutung = Ebenmaß, Gleichmaß, gut pro­portioniert, ebenmäßig gestaltet. Prosa, lat., die ungebundene Rede im Gegensatz zur Poesie, die llch bestimmter Versmaße be­dient, davon prosaisch, alltäglich. Prospekt, lat., Bedeutung = aus­führliche Anzeige eines Bade­ortes oder eines geschäftlichen Unternehmens.

Proszeniumloge, lat., die Loge, die der Bühne am nächsten gele­gen ist.

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3- D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146.

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