Nr. 85 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Dienstag, lZ.April 193 7
Verkehrssünder werden ermahnt und belehrt.
durch das Mikrophon den Volksgenossen in den Straßen und an den Wohnungsfenstern zurief, her- oorgehoben:
Oie Verkehrspolizei mit Lautsprecher in den Straßen. — Beherzigenswerte Hinweise auf frischer Tat. — Ein fruchtbares Stück praktischer Verkehrserziehung.
Beim Ueberqueren der Straßen erst rechts, dann links sehen! — Radfahrer Zeichen geben, nach welcher Richtung an einer Straßenkreuzung gefahren werden soll! — Fußgänger benutzen immer nur den Bürgersteig, der Fahrdamm ist für den Fährverkehr da! — Auf dem
jggj
. zeugen sauber halten!
Fahrzeuge scharf
Das Dankopfer der Ration in Gießen
rechts heranfahren! — Radfahrer dürfen nicht vor der Straßenbahn als Wettrenner herfahren. — Besonders auf kleine Kinder achten.
Man kann nur hoffen und wünschen, daß der gestrige polizeiliche Aufklärungsdienst, der allenthalben in den Straßen mit Recht große Beachtung
Die Einzeichnungslisten für das von der SA. getragene Dankopfer der Ration, das dem Führer als Geburtstagsgabe des deutschen Volkes zur weiteren Durchführung der Siedlungsbauten aus der Dankopferspende auch in diesem Jahre wieder überreicht werden soll, sind nach wie vor Gegenstand des Interesses 'aller Volksgenossen in Stadt und Land. Unsere heutigen Bilder zeigen an Hand eines Bildausschnittes aus der Gesamt- organisation der Spendenwerbung durch unsere Gießener SA., wie würdig die Einzeichnungsstellen hergerichtet sind und wie sich auch hier wieder die Männer der SA. mit den Volksgenossen zusammen
Lautsprecher-Ausrüstung des Mannschaftswagens der Polizei. Heber dem Wagen der große Lautsprecher. Der Beamte (ganz rechts) spricht in ein kleines Mikrophon. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)
finden in der Bereitwilligkeit zum Opfern für diese segensreiche Spende. Die Einzeichnungsstellen in Gießen seien unseren Volksgenossen hier noch einmal in Erinnerung gebracht; sie befinden sich an folgenden Plätzen:
SA.-Drigade 147, 2Noltkestraße ?7..
SA.-Slandarle 116, Landgraf-Philipp-Plah 2.
11/116 Laden am kreuzplah (neben Winlerhoff), oder Konto Sturm 11/116 Dezirkssparkasse.
14/116, Studentenhaus, „Stuttgarter Hof (Settersweg), oder Dresdener Bank.
Pi. H/116, „Zum Löwen", Neuenweg.
Bürgersteig immer nur die rechte Seite in der Wegrichtung benutzen! — Der Fahrdamm muß auf dem kürzesten Wege in rechtwinklichem Marsch überquert werden! — An den Ecken nicht stehenbleiben, wir brauchen keine Eckensteher! — Wer an den Ecken stehenbleibt, gefährdet sich und andere! — Nicht an unübersichtlichen Straßenkreuzungen halten bleiben! — Die Uebergänge zu den Verkehrsinseln sind keine Versammlungsstellen, sondern sie sind freizuhalten! — Kinder haben auf dem Fahrdamm nichts zu suchen, der Fahrdamm ist kein Kinderspielplatz! — Der Fahrdamm ist nur für den Fahrzeugverkehr da! — Fußballspielen ist besser auf dem Sportplatz, als auf dem Fahrdamm, wo es auch verboten ist! — Kinderwagen können auf den Bürgersteigen gefahren werden, sie dürfen aber nicht den Fahrdamm als ständige Wegbahn benutzen! — Wenn der Bürgersteig zu eng ist, dann hintereinander gehen, aber nicht nebeneinander! — Radfahrer dürfen nicht nebeneinander fahren, sondern nur hintereinander! Nebeneinanderfahren gefährdet den Radfahrer selbst und auch andere Verkehrsinteressenten! — Beim Radfahren nicht in der Welt herumgucken, sondern immer geradeaus in der Fahrtrichtung sehen! — Vorfahrtsrecht genau beachten, Richtungszeiger rechtzeitig und richtig benutzen, Nummerschilder an den Fahr-
Die Gießener Verkehrspolizei erteilte praktische Verkehrserziehung und gab den vielfachen Verkehrssündern an Ort und Stelle beherzigenswerte Winke auf den Weg.
Der Polizeidirektion Gießen ist nämlich von der Landesregierung ein großes Lautsprechergerät zur Verfügung gestellt worden, das bei Aufmärschen auf großen Plätzen, bei größeren Veranstaltungen, für Aufgaben des Luftschutzes und auch für die Zwecke der Verkehrserziehung in den Straßen gute Dienste leisten wird.
Die gestrige Vormittagsstunde dieser Lautsprecherarbeit diente vor allem technischen Versuchszwecken. Die ausgedehnte Rundfahrt am gestrigen Nachmittag war der erste praktische Verkehrsunterricht, bei dem Polizeioberinspektor Hoffmann von unserer Gießener Schutzpolizei als Sprecher am Mikrophon'den Straßenpassanten wertvolle Aufklärungen über richtigen Verkehr in den Straßen und, wo es nottat, auch nachdrückliche Ermahnungen für allzu krasse Verkehrssünder erteilte.
Dieser neue Zweig der Polizeitätigkeil, der sich gestern als eine sehr fruchtbare und begrüßenswerte Neuerung in Gießen erwies, wird noch öfter in den Straßen in Erscheinung treten, da die gestrige Rundfahrt leider ergeben hat, daß die Zahl der Verkehrssünder — meist aus Gedankenlosigkeit oder Leichtfertigkeit, manche aber auch aus krassem Unverstand oder unglaublicher Begriffsstutzigkeit — noch reichlich groß ist.
In die Arbeit vertieft sitzt der Büromensch an seinem Schreibtisch. Eifrig an der Werkbank schaffend geht der Handwerksmeister seinem Beruf nach. Zuvorkommend die Kundschaft bedienend, steht der Kaufmann hinter dem Ladentisch. In ihrem Haushalt wirkend sorgt die Hausmutter für ihren Haushalt. Kurzum: jedermann geht feiner gewohnten Beschäftigung nach. Plötzlich von der Straße her eine überlaute, weithin dröhnende Stimme. Man hört sofort, daß es keine der üblichen Reklameerscheinungen im Straßenverkehr ist. Das sind ganz andere Worte, die hier ans Ohr Hingen-! Man lauscht zunächst von seinem Arbeitsplatz aus. Und plötzlich erkennt man,
R 41/116, „Frankfurter Hof" Warktlaubenslraße.
42/116, „Aquarium", Walltorstraße.
43/116, „Zum Burghof", Am Burggraben.
San./116, „Bayerischer Hof", Bahnhofstraße.
Nachr./116, „Zum Löwen", Neuenweg.
2Narine-SA.: Sturmbüro, Ludwigstraße 56 p/Ecke Alicenstrahe, ferner Sturmbannbüro, Frankfurter Straße 4, Hinterhaus.
Reiter-Standarte 147: Universitäts-Reitinstitut Schömbs, Brandplah 5.
(Aufnahmen: Neuner, Gießener Anzeiger.)
fand, auch eine nachhaltige Wirkung bei den Hörern und Hörerinnen im Straßenverkehr gezeitigt hat.
Man konnte als Beobachter auf dem Polizeiauto allerlei interessante Wahrnehmungen machen. Geschärften Blickes durch die sachverständigen Aufklärungen von Polizeiinspektor Hoffmann und an Hand des „Karnickels", nämlich des Verkehrssünders, häufiger aber noch der Verkehrssünderinnen, konnte man sehen, wie oft und wie unfaßbar selbst die elementarsten Grundregeln der Verkehrsdisziplin und der Verkehrsordnung im Straßenbetrieb verletzt werden. Und man konnte weiter den Eindruck gewinnen, daß bei manchem Unfall in den Straßen die leichtfertige Versündigung gegen die selbstverständlichsten Verkehrspflichten' in" erster Linie die Ursache ist. Dabei befinden sich groß und klein, jung und alt in voller Gemeinschaft beieinander als „Sünder allzumal". Vielen von ihnen wurde von dem Polizeisprecher am Mikrophon an Ort und Stelle des „Sündenfalls" ein kräftig Lichtlein aufgefteckt — hoffentlich zur bleibenden Beherzigung, manchmal zum schadenfrohen Gaudium der nächsten Augenzeugen, die manches junge Mädel ober manchen jungen Mann mit puterrotem Gesicht schleunigst aus der „Gefahrenzone" verschwinden sahen, überall aber unter gespanntester Aufmerksamkeit der Straßenpassanten 'und der in den Fenstern liegenden Hausbewohner.
Zu Nutz und Frommen derer, die es angeht, seien hier
einige der wichtigsten Grundregeln des Verkehrs, die Polizeioberinspektor Hoffmann immer wieder
daß hier etwas ganz be
sonderes los ift Ein Blick auf die Straße läßt ein großes Polizeiauto mit einem umfangreichen technischen Gerät vor dem Auge erscheinen. In dem Auto sitzen einige Polizeibeamte, einer von ihnen an einem Mikrophon. Und von diesem Wagen kommt die ungewohnte, laute Stimme im Straßenbetrieb. So ging das am gestrigen Montagoormit- tag einige Zeit durch mehrere Straßen der Innenstadt. In gleicher Weise vollzog sich dieser Sprechbesuch gestern nachmittag während längerer Zeit in einer ganzen Reihe von Straßen.
,/Oer Herrscher."
Gloria-Palast.
Wir haben vor etwas mehr als vier Jahren Gerhart Hauptmanns Schauspiel „Vor Sonnenuntergang" hier »uf dem Theater gesehen, eines der späten Werke, mit dessen symbolhaft anklingender Namengebung der damals bald siebzigjährige Dichter, einen Ring von erstaunlichem Ausmaß — vorläufig — schließend, zu seinen dramatischen Anfängen, zu dem heiß umstrittenen ersten Siege des denkwürdigen Jahres 1889 zurückkehrte. Dieses Schauspiel „Vor Sonnenuntergang" bot die Vorlage für den Film, zu dem Thea von Harbou und Curt I. Braun das Drehbuch schrieben. Es handelt sich, wie das Programm sich ausdrückt, um eine freie Bearbeitung; das ist wohl die treffendste Benennung für den künstlerischen Umwandlungsprozeß, der sich auf dem Wege vom Theater zur Kamera und zur Leinwand vollzogen hat: wenn sich auch die Grundlinien des Dramas deutlich erkennbar in den Bildern des Films abzeichnen, so scheint es doch nicht statthaft, hier von einer „Verfilmung" im üblichen Sinne zu sprechen. Der Film hat hier etwas grundsätzlich Neues und Eigenes geschaffen — ganz abgesehen von den veränderten künstlerischen und technischen Voraussetzungen.
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Hauptmanns Schauspiel schildert Glück und Ende der großen Liebe eines alten Mannes zu einem ganz jungen Mädchen. Ein menschliches Schicksal, nichts weiter, wenig und viel zugleich: es reichte aus für ein wirkliches, echtes Drama, in welchem unter den Händen des alten Dichters und Menschenbildners eine seiner zartesten Liebesszenen sich aufbaut. Auch der Film gestaltet dieses menschliche Schicksal, aber er entrückt es zugleich feiner Zeitlosigkeit, seiner privaten, wenn man will: familiären Sphäre und stellt es unmittelbar in unsere Gegenwart hinein. Die Liebe des alten Mannes zu dem jungen Mädchen ist nicht mehr das Einzige und Letzte, sondern eigentlich nur das Erste, der Anstoß, der Ausgangspunkt oder auch Vorspiel und Prüfstein gleichsam für die menschliche Bewährung in einer andern Schicksalsfrage, die sich dem Manne stellt, und vor welcher er freilich sich nicht mehr nur 'für sich allein zu bewähren und zu entscheiden hat, nicht mehr nur für das junge, blühende Geschöpf, das ihr ganzes Sein und Leben für ihn einsetzt; — auch nicht allein gegen feine Familie, gegen Kinder und Schwiegerkinoer, die kleinlich, gemein, habgierig, hinterhältig und machtsüchtig sein Erbe unter sich verteilen wollen —: sondern für sein
Lebenswerk, für sein Volk und die Volksgemeinschaft, für den Staat und die Zukunft. Das gibt dem verwandelten Stoff des Schauspiels die entscheidende Wendung, die unmittelbare Beziehung zu unserer Zeit, ein neues Gesicht und neues Ethos.
Der Mann, der mächtige Großindustrielle Matthias Clausen, verteidigt, hier wie dort, seine große Liebe zu seiner Sekretärin Inken Peters, die ihn verjüngt und wie neugeboren macht, aber er kämpft damit im letzten Grunde den entscheidenden Kampf seines Lebens um sein Werk. Er überwindet den furchtbaren Schlag, den die entfesselte Sippschaft mit einem Gntmünbungsantrag gegen ihn führt; er gewinnt einen Prozeß, welcher ihn dem Wahnsinn nahebringt, den jene ihm andichten wollen. Dann setzt er sein Testament auf, das die unfähige und unwürdige Familie für immer von der Verwaltung feines Erbes (die gleichbedeutend wäre mit der Vernichtung feines Werkes) ausschließt: das Werk wird dem Staate gehören, und aus dem Volke ..., aus der Gefolgschaft der Zwanzigtausend wird — vom Schraubstock oder vom Zeichentisch, aus dem Laboratorium oder vom Schmelzofen — einmal der Mann kommen, der Clausens Lebensarbeit weiterführt. Dieses Testament diktiert er der Sekretärin Inken Peters, die in der Entscheidungsstunde an ihren alten Platz und an die Seite des einsamen Mannes zurückkehrt.
Die Zeitnähe der ursprünglich zeitlosen Fabel ist vielleicht in dieser Schlußszene am stärksten zu empfinden; schon vorher streift eine andere, sehr eindringlich, eines unserer gegenwärtigsten Probleme, wenn Clausen den Kern seiner Lebensaufgabe, den eigentlichen Sinn seiner Arbeit etwa mit den Worten umschreibt: Maschinen bauen, das können andere auch, aber den Stoff zwingen, den Roh-Stoff, aus dem Nichts, aus der Retorte: das ist es ...
Der Regisseur Veit Harlan hat, wie man bald spürt, begriffen, welche Aktualität, welche allgemeinere und tiefere Bedeutung, wieviel nahe Gegenwart mit der Erweiterung und Präzisierung des ursprünglichen Problems in den vom Drehbuch verwandelten Stoff einströmte: Harlan zeigt das Werk, die Industrielandschaft dieser Zeit, ganz nah und groß und weiträumig, die wuchtigen Maschinen, die glühenden Schmelzöfen, die riesige Gefolgschaft Kopf an Kopf, man hört und sieht den gewaltigen, lebendigen Rhythmus der Arbeit. Und erst vor den so er- jneiteren Perspektiven entwickeln sich die inneren Energien der dramatischen Auseinandersetzung mit I ihrer ganzen unbarmherzigen und mörderischen
Stoßkraft, entladen sich die haßerfüllten Ausbrüche einer Familienkatastrophe in erschreckender Unversöhnlichkeit, ... blüht, wunderbar genug, die zarte, reine und innige Neigung zweier durch Alter und Herkunft weit getrennter Menschen in sparsamen Andeutungen, verhaltenen Worten und Gebärden, ... ist endlich auch die Symbolkraft im Bilde dieser sachlichen Welt von Maschinen und Schmelzfeuern überraschend zu empfinden.
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Clausen sagt einmal von sich, er fühle sich durch Inken und die Liebe zu ihr wie neugeboren; ein andermal: er komme geradenwegs aus dem Schmelzofen, aus einem Läuterungsfeuer, das alle Schlacken ausgefchmolzen hat. Das' ist keine billige Phrase; wenn Hannings als Clausen einsam durch das stählerne, dröhnende, brausende und glühende Kraftfeld seines Werkes schreitet, dann geht von diesem Gang eine ähnliche Wirkung aus wie von der einsamen Wanderung des alternden Schauspielers (Werner Krauß) über die nächtlich leere Bühne des Wiener Burgtheaters. Hannings schöpft hier seine Gestaltung (die außer dem genannten kaum einen Vergleich neben sich duldet) aus den seelischen Elementargründen, in denen eine große innere Reife und menschliche Kraft mit der Verwundbarkeit des unter einem dichten Mantel von Erziehung und Kultur schlafenden, wehrlosen Naturwesens sich begegnet; das Erwachen ist furchtbar, Ausbruch und Aufschrei um so erschütternder, je eindringlicher zuvor das andere, eigentliche, tägliche Bild des Mannes sich formte aus vielen Einzelzügen: Bild eines bedeutenden Menschen, eines geborenen Herrschers, eines wirklichen Führers, dem man feine Vergangenheit, seinen Aufstieg, sein Werk und seine Macht sofort glaubt. Weltmännische Haltung, Überlegenheit, Sicherheit, Willensstärke, Klarheit — das verbindet sich in diesem Bilde zu einer selbstverständlichen, gewachsenen Einheit; und auch die stilleren, persönlicheren, geheimeren Wesenszüge spiegeln sich darin, die des patriarchalischen Familienoberhauptes, des vertrauten Freundes, des schmerzlich enttäuschten Vaters, des altgewordenen, wieder junggewordenen Liebenden. Man kann sich schwer ein anderes Gegenbild dazu vorstellen, als es sich in der von Marianne Hoppe gegebenen Inken versammelt: sie vereinigt die Eigenschaften, welche die Gestalt schon in der Vorform des Schauspiels aufweist: die wache und warme Jugendlichkeit, die helle Klarheit, die Unbedingtheit des Gefühls, die selbstlose und opferbereite Tapferkeit...
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Es wirkt hier überhaupt ein hervorragendes Ensemble von Charakterschauspielern zusammen, und
wenn jenen großen Auseinandersetzungen in Clausens Hause in der Tat viel weniger von der tragikomischen Peinlichkeit unerquicklicher Familienszenen anhaftet als vom unheimlich gespenstigen Spuk hüllenlos demaskierter menschlicher Unzulänglichkeit, einer vor keinem Mittel zurückschrecken- den Ehrfurcht- und Würdelosigkeit, so ist das diesem Ensemble zuzuschreiben: Herbert Hübner (der schon im „Traumulus" mit oder gegen Jannings spielte) und der Koppenhöf er vor allem, die Clausens Schwiegersohn und Schwiegertochter mit einer zersetzenden Schärfe der Beobachtung formen und mit einer erschreckenden Kälte des Gefühls umgeben. Mit sicherem Instinkt spürte die Körber in der Tochter Bettina die nervösen, leidenden, hysterisch verkrampften und verstörten Züge auf. Ausgezeichnet in der abgewogenen Charakterisierung wirken Paulsen (Anwalt), Gülstorff (Hausarzt), Paul Wagner (Wolfgang), Loos (Pfarrer), Bildt (Diener) und Werner (Privatsekretär); auch Helene Feh dm er als Inkens Mutter fei nicht vergessen. An der Kamera standen Werner Brandes und Günther Anders, der die Aufnahmen in der Gutehoffnungshütte in Oberhaufen drehte. Der Film wurde, wie bereits berichtet, mit dem höchsten Prädikat „ftaatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll" ausgezeichnet. — (Syndikatfilm GmbH.-Tobis.)
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Im Vorprogramm läuft u. a. der mehrfach preisgekrönte Kurzfilm „Eine kleine Königstragödie", der vornehmlich die Freunde des Schachspiels fesseln wird. Hans Thyriot.
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Professor Dr. August F a u ft von der Universität Tübingen ist mit Wirkung vom 1. April d. I. zum ordentlichen Professor der Philosophie an der Universität Breslau ernannt worden. Professor F a u st ist gemeinsam mit Professor Glöckner (Gießen) Herausgeber der „Heidelberger Abhandlungen zur Philosophie und ihrer Geschichte".
Der Reichserziehungsminister hat den nichtbeamteten außerordentlichen Professor Dr. phil. Hermann Gumbel von der Universität Frankfurt beauftragt, im laufenden Semester an der Universität Jena die Deutsche Philologie und Volkskunde zu vertreten.
Der ordentliche Professor für allgemein klinische Röntgenkunde, Dr. med. Hans Holfelder an der Universität Frankfurt, ift zum Ehrenmitglied der Royal Society of Medicine, Radiological See- tion, London, ernannt worden.


