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Itr.37 Erster Blatt

187. Jahrgang

Samstag, 13.Zebruar 1937

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Deutschland will nur in Ehren und Frieden seiner Arbeit nachgehen.

Reichspropagandaminister Dr. Goebbels spricht in der Berliner Deutschlandhatte.

Berlin, 12. Febr. (DNB.) Auf einer Kund­gebung des Gaues Berlin der NSDAP., in der mit mehr als 20 000 Menschen besetzten Deutschlandhalle nahm der Berliner Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels in einer über zweistündigen Rede zu allen wichtigen innen- und außenpolitischen Tages- fnigen Stellung.Es ist keine Phrase", erklärte Dr. Goebbels unter stürmischem Beifall u. a.,wenn wir heute sagen: Deutschland ist schöner geworden! Wir haben unserem Volk, das da­mals in hoffnungslosem Pessimismus zu versinken drohte, den Glauben an seine nationale Sendung zurückgegeben. Wenn Deutsch­land heute wieder eine Großmacht ist, so darum, weil die Sache der Führung auch Sache des Volkes war, weil mutige Männer die Fahne vorantrugen und nie aus der Hand ließen, und weil sie die Macht, die ihnen das Volk gegeben hatte, auch z u gebrauchen wußten. Unsere Poli­tik ist nicht deshalb populär gewesen, weil wir sie mit Versprechungen populär machen wollten, son­dern weil sie vom deutschen Volk verstau- den und für gut befunden wurde." Dr. Goebbels erklärte weiter, daß sich in Moskau ein provokatorisches U n r u h e z e n t r u m befinde, das sich in die inneren Angelegenheiten all der Staaten einmische, von denen die Sowjetjuden glauben, daß sie noch einmal für den Bolschewis­mus reif gemacht werden könnten. Moskau ver­sucht, diese Staaten gegen diejenigen Volker zu mo­bilisieren, die den Bolschewismus überwunden haben. Es ist selbstverständlich, daß sich diese Na­tionen gegen jene Staaten zur Wehr setzen, die sich als Prellbock gegen den Nationalsozialismus ober gegen den Faschismus mißbrauchen lassen.

Die Zweiteilung Europas in eine bolschewi­stische und eine radikale antibolschewistische Gruppe braucht nicht mehr zu kommen, sie isl bereits da. Die dynamischen Kräfte, die Ihre Weltanschauung formen, sind unaufhalt­sam. Es zeugt nur von der lleberheblichkeit der Menschen, wenn sie versuchen, einem rollen­den Schwungrad in die Speichen zu fallen. Man muß da heute Farbe bekennen. Wir lassen nicht zu, daß der Bolschewismus sich in Westeuropa ein neues Operationsfeld schafft, daß er sich Spanien zum Sprungbrett macht, um den Westen Europas von dort auf­zurollen. Dagegen wehren wir uns mit aller Kraft.

Die Achse zwischen Rom und Berlin, erklärte er, hat sich bewährt. Wir haben mit Wien einen erträglichen modus vivendi gefunden. Es ist uns gelungen, mit Polen zu einem guten nach­barlichen Verhältnis zu kommen. Wir hoffen, daß jetzt auch die Danziger Frage ein für allemal liqui­diert wird. (Anhaltender stürmischer Beifall.) Das ist eine konstruktive Außenpolitik. Wenn wir stattdessen nur Kollektivitätsverträge hätten ab­schließen wollen, wären wir damit niemals zu Rande gekommen.

Mit schlagkräftigen Argumenten widerlegte der Minister das Gerede von einem kommenden Krieg.Man spricht überhaupt viel zu viel davon" Man sollte besser nicht von einem kom­menden, sondern vom vergangenen Krieg reden: denn noch bis heute ist es der Welt nicht gelungen, die Schäden des Weltkrieges zu beseitigen. Da spricht die interessierte Weltpresse schon wieder von neuem Krieg? Gewiß, es gibt gewisse kleine Cli­quen, die einen Krieg nicht ungern sähen. Das sind vor allem die Moskauer Komintern­juden, die sehr genau wissen, daß nur durch Krieg Europa für die Weltrevolution mürbe ge­macht werden kann. Darüber hinaus aber ist nie­mand ernsthaft am Kriege interessiert.

heule wird es keinen Krieg geben, da Deutschland wieder stark und mäch­tig ist! Wir greifen niemanden an, und ich glaube, erklärte der Minister unter stürmischer Zustimmung, eshat auch nimand mehr tu st, uns anzugreifen. Die Well muß sich wohl oder übel allmählich mil Deutschland als einer Großmacht abfinden. Aber einen Krieg wollen wir nicht! Der Führer will ihn nicht, das Volk will ihn nicht. Wir wol­len nur in Ehre und Frieden unserer Ar­beit nachgehen!"

Wenn Moskau Europa in ein blutiges Chaos hineinstürzen will, so wird Deutschland sich dagegen zur Wehr setzen."Wir werden es nicht zulassen, daß die Moskauer Internationale die europäische Kultur unterhöhlt und das Abendland für die Welt- reoolution mürbe macht. Das ist ja auch der Grund, warum wir in der internationalen Politik nicht vorwärtskommen. Aber nach und nach werden die Hetzer zum Chaos durchschaut. Das spanische Opera­tionsfeld hat nicht etwa den Bolschewismus weiter noch Europa hineingebracht, sondern nur Europa die Augen über den wahren Charakter des Bolschewismus -geöffnet."

Mit beißender Ironie wies der Minister darauf hin, daß das nationalsozialistische Deutschland wohl­wollend sich gebende journalistische Aufklärungen und Belehrungen über den Bolschewismus nicht

nötig habe.Jeder SA.-Mann aus dem Wedding oder aus Neukölln kennt den Bolschewismus besser als nichtsahnende liberale Politikaster. Sie kennen ihn! Sie wissen, wie er vorgeht, um die Völker ins Unglück zu stürzen, und sie wissen auch, daß der Bolschewismus dann schon ein großes Teil seiner Gefahr verliert, wenn man i h m mutig ent - gegentritt so wie wir es in der Kampfzeit ge­macht haben. Es ist unser großer Stolz, daß wir in dieser Weltauseinandersetzung d i e Rufer i m Streit gewesen sind und daß, wenn Europa ein­mal erwacht, wir es waren, die es zum Er­wachen gebracht haben!"

Am Schluß seiner Rede wandte sich der Mini­ster innerpolitischen Aufgaben zu. Er erklärte, das wichtigste Problem ist das Er­ziehungsproblem. Wir haben uns niemals als Kirche gefühlt. Wir wollen den Kirchen ihr Recht geben, aber wir verlangen, daß die Kirchen uns unser Recht geben. Es soll bei uns die Frei­heit d e s religiösen Denkens garantiert sein. Man kann auch als Deutschgläubiger von tie­fer Gläubigkeit durchdrungen sein. Die Gemein­schaft unseres Volkes ist unser großes Ziel, und dieser Gemeinschaft sollen alle Bildung s-

Frankreich

Herve fordert Rückgabe

Paris, 13. Febr. (DNB. Funkspruch.) In der Liberte" setzt sich Gustave Hervä für die Rück­gabe der früheren deutschen Kolo­nien ein. Er fragt zunächst, welches Interesse man französischerseits eigentlich daran habe, sich zu wei­gern, die Kolonien wieder zu geben, die Deutsch­land er ft erworben und ausgebaut habe, nachdem sich England und Frank­reich bereits die besten Stücke genom­men gehabt hätte. Es sei menschlich zwar verständ­lich, daß Frankreich und England in einem Augen­blick des Zornes die deutschen Kolonien mit Be­schlag belegt hätten. Jetzt aber, wo dieser Zorn verraucht sei, und eine deutsch-französische Annähe­rung herbeigeführt werden müsse, um einen Kon­flikt in Europa zu vermeiden, könne man nur fra­gen: welch dumme Gier und welch dum­mer Stolz hindern Frankreich daran.

Kürzung des Staatshaushalts. -

Tokio, 12. Febr. (DNB.) Das neue japanische Kabinett hat auf Vorschlag des Finanzministers Yuki einer Kürzung des Staatshaushalts um rund 9 d. 5). zugestimmt, so daß der neue Haushalt 2,765 Milliarden gegenüber 3,038 Mil­liarden des letzten Kabinetts Hirota betragt. Am Wehrhaushalt sind nur geringfügige Kürzungen vorgenommen worden, so daß er wie bisher etwa 50 v. H. d e s gesamten Haushalts betrages ausmacht. Zugleich mit den Abstrichen hat das Kabinett eine wesentliche Verminderung der von der Hirota-Regierung auf Gegenstände des täglichen Bedarfs gelegten Steuern vorgenommen und Maßnahmen be­schlossen, die ein Anziehen der Preise ver­hindern sollen. Die Einberufung des Reichstags ist auf den 15. Februar festgesetzt worden. Politische Kreise erwarten, daß nach der Haushaltskürzung eine Verständigung zwi­schen Regierung und Parteien möglich sei, betonen jedoch, daß das Kabinett zur Auf­lösung des Reichstages entschlossen sei, falls die Parteien neue Schwierigkeiten machen sollten. *

Das japanische Militärbudget mit rund 50 v. H des Gesamtstaatshaushalts ist ohne Zweifel die ge­waltigste Belastung, die je eine Nation für ihr Heer trug. Die anderen Staaten geben geringere Summen,' gemessen an ihrem Gesamthaushalt, für die Aufrüstung aus, wenn auch Frankreich mit 35 d. H. des Gesamtstaatshaushaltes, Polen mit 35,01 und die Tschechoslowakei mit rund 35 v. H. sich be­denklich den japanischen Verhältnissen nähern Im­merhin erfordert die Besetzung der Mandschurei, Nordchinas, die Wacht gegen die Aggressivität des Bolschewismus im Fernen Osten Ausgaben für Heereszwicke, die fast zwangsläufig für Japan ge­worden sind. Fast alle Streitigkei en der letzten Jahre drehen sich nur um das Maß der Militar- ausqaben. Der Haushaltsplan begann nach dem Jahre des mandschurischen Zwischenfalls im Jahre 1931/32 immer gewaltigere Summen für Militär­zwecke zu enthalten. Er stand damals nut 1477 Milliarden Yen noch einigermaßen im Gleichgewicht, im folgenden Jahre stieg er schon auf 1950 Millio­nen der Etat des vorigen Jahres brachte zum er­sten' Male einen Rekord mit 3241 Milliarden Yen, und der ursprüngliche Haushaltsvoranschlag für 1937 mit 3041 Milliarden Yen hätte abermals eine weitere Steigerung bedeutet Auch die nach dem revidierten Haushaltsplan erforderlichen 2,765 Mil-

stätten dienen. Wenn man als Nationalsozia­list für die Gemeinschaftsschule eintritt, so ist es eine freche Lüge, wenn demgegenüber be­hauptet wird, wir wollten den Religions­unterricht aus der Schule beseitigen. Im Reli­gionsunterricht soll man die Kinder trennen nach Konfessionen, wenn aber Deutsch und Geschichte gelehrt wird, dann sind die Kinder nicht zuerst Katholiken und Protestanten, sondern deutsche Schüler. Es gibt keine katholische Chemie und keine protestantische Physik. (Stürmischer, lang an­haltender Beifall und Händeklatschen.)

Dr. Goebbels stellte abschließend fest, daß Staat, Armee und Partei der gleichen Aufgabe, der Er­haltung unseres Volkes, dienen, und gab dabei der großen Freude Ausdruck, daß Staat, Par­tei und Armee sich führungsmäßig in einer Hand befinden. Die Menschen erhoben sich von den Plätzen und dankten dem Redner mit minuten­langem Händeklatschen und Heil!-Rufen, als er seine große Rede mit dem Lied der Jugend schloß:Un­sere Fahne flattert uns voran, unsere Fahne ist die neue Zeit! Und die Fahne führt uns in die Ewig­keit. Ja, die Fahne ist mehr als der Tod."

eine kleine Geste zu machen. Man wolle doch nicht sagen, daß eine solche Geste nichts nütze, weil Deutschland ja etwas ganz anderes wolle". Schließlich", fährt Herve fort,w a s verliert Frankreich denn, wenn es einen Teil von Kongo und Kamerun wieder hergibt. Fehlt es dann den Franzosen an Boden? Können die Fran­zosen ohne Kamerun nicht leben?" Das französische Volk sei vernünftig genug, um zu verstehen, daß Frankreich diese Kolonie entbehren könne und das Volk verstehe auch, daß alles versucht wer­den müsse, um jede Kriegsgefahr, die Europa be­drohe, zu beseitigen. Leider seien aber Politiker an der Macht, denen zwar überhaupt nichts an den Deutschland abgenommenen Kolonien liege, aber sie nicht hergeben wollten, weil Adolf Hitler in Deutschland den Klassenkampf beseitigt habe.

Balkandämmerung.

Als sich am 14. August 1920 die in den Pariser Vor. ortoerträgen neugeschaffene T s ch e ch o s l o w a k i - s ch e Republik mit dem weit über rumänischen Volksboden hinausgreifenden Großrumänien und dem aus dem Zusammenschluß von Serben, Kroaten und Slowenen entstandenen Südsla- wien zurKleinen Entente" zusammenschloß, da geschah dies zu dem unzweideutigen und ausschließ­lichen Zweck der Sicherung dieser staatlichen Neu­bildung gegen die selbstverständlichen Revisionsbe- ftrebungen derjenigen Volker, auf deren Kosten dieseNeuordnung" im südosteuropäischen Raum erfolgt war. Es lag in der Natur der Sache, daß sich schon damals die Interessen der drei Vertrags­parteien nicht völlig deckten. Die Tschechoslo- w a k e i suchte in der Kleinen Entente vor allem Sicherung gegen den Anschluß Oesterreichs an das Deutsche Reich, das Militärbündnis mit Frank­reich aus dem Jahre 1921 sollte diese Sicherung noch verstärken. Erst in zweiter Linie stand für die Prager Politik die Rücksicht auf Ungarn, von dem man die Slowakei und Karpathorußland los­gelöst hatte, um es dem neuen Staat einzuverlei­ben. Ungarns Revisionsforderung stand indessen für Rumänien sowohl wie für Südslawien im Mittelpunkt ihres Interesses an der kleinen Entente. An der Beschneidung des ungarischen Staates um mehr als zwei Drittel seines ehema­ligen Besitzstandes haben Rumänien (mit Sieben­bürgen und dem östlichen Banat) und Südslawien (mit Kroatien, Slowenien und dem westlichen Ba­nat) den größten Anteil. Beide einte damals aber auch das schlechte Gewissen gegenüber Bulga­rien, das im Friedensdiktat von Neuilly zugunsten Rumäniens auf die Dobrudfcha, zugunsten Süd- flawiens und Griechenlands auf den größten Teil Mazedoniens verzichten mußte.

Die Kleine Entente bedeutete also im Wesentlichen der Versuch einer Sicherung gegen die Revisions-

1 beftrebungen Oesterreichs, Ungarns und Bulgariens, also der drei Länder, die im'Donauraum selbst die Leidtragenden der Neuordnung durch die Friedens­diktate gewesen waren. Das Verhältnis der drei Vertragspartner des 14. August 1920 zu den An­rainern des südosteurvpäischen Raums trat zwar damals gegenüber dieser Hauptsorge zurück, war aber auch schon 1920 kaum unter einen Hut zu bringen. Die Tschechoslowakei sah in dem Deut­schen Reich den Hauptgegner seiner staatlichen Selbstständigkeit, während weder Rumänien noch Südslawien mit dem Reich irgendwelche wesent- lichen Differenzpunkte hatten. In Prag hat man auch bei aller Rücksicht auf den Wunsch, dem west­lichen Kulturkreis zugezählt zu werden, doch stets auf eine panslawistische Note Wert gelegt und schon früh auch nach dem völligen Wandel der Dinge in Rußland selbst den bolschewistischen Machthabern in Moskau gegenüber die Gemein­samkeit der slawischen Volker herausgestrichen, wo­bei man auf die Hilfe Hinweisen konnte, die. die äußerst fragwürdige Haltung der tschechischen - Le­gion beim Rückzug des Admirals Koltfchäk und feiner weißen Armee durch Sibirien wiederum im ereignisreichen Jahre 1920 den Roten bei ihrer Behauptung gegen die gegenrevolutionären Kräfte gewesen ist. Ganz anders ist von jeher die Haltung der anderen beiden Vertragspartner der Kleinen Entente gegenüber Sowjetrußland gewesen. Bei Rumänien wurde sie länger als ein Jahrzehnt bestimmt von der Sorge um die Sicherung Bessara­biens, das man sich aus den Trümmern des Zaren­reichs angegliedert hatte, ohne' dafür die Aner­kennung der neuen Machthaber gefunden zu ha­ben, sie ist erst vor wenigen Jahren durch die Auf­nahme diplomatischer Beziehungen zwischen Buka­rest und Moskau wenigstens indirekt erfolgt, aber der Dnjestr war lange Zeit hindurch dieblutige Grenze", an der die aus dem Sowietparadies flüch­tenden Russen, von roten Grenzwachen verfolgt, häu­fig der Anlaß zu Zwischenfällen und diplomatischen Reibereien waren.

Rumänien hat diesem schlechten Verhältnis zu seinem sowjetrussischen Nachbarn Rechnung getra­gen durch fein Bündnis mit Polen vom 25. Juli 1921, das nach dem soeben beendeten Kriege mit Sowjetrußland um seine Ostgrenze ein starkes Bedürfnis nach Anlehnung verspürte, zu­mal die Tschechoslowakei sich grade während dieses Feldzuges durch Verweigerung des Durch­gangs von Waffen- und Munitionstransporten aus Frankreich und Italien den Polen gegenüber von der unfreundlichsten Seite gezeiat hatte. Die alte polnisch-tschechische Rivalität in Mähren ist auch heute noch nicht ausgeräumt. Die Tschechen haben es nicht verschmerzt, daß die Pariser Botschaster- konferenz im Juli 1920 das Land östlich der Olsa mit dem Bielitzer Jndustriebezirk den Polen zuge­sprochen hat, womit rund 30 000 Tschechen zu Po­len kamen, während die Polen in wachsendem Maße Klage zu führen haben über die schlechte Be- Handlung der rund 80 000 Köpfe zählenden polni­schen Minderheit in der Tschechoslowakei. Haupt­sächlich in der Stadt T e s ch e n, die durch den Pariser Schiedsspruch in eine polnische und eine tschechische Hälfte geteilt worden ist, haben sich in« folae der Schikanen der tschechischen Krenzbehörden Zustände entwickelt, die in letzter Zeit zum Anael- mmft des Gegensatzes zwischen Polen und der Tschechoslowakei geworden sind. So ist also auch die Einstellung zu Polen aus den angeführten Grün­den in Bukarest und Prag stets schon durchaus ver­schieden gewesen.

Werfen wir noch einen Blick auf die Außen- volitik Süds! a wie ns, die in dieser Zeit des Entstehens der Kleinen Entente wesentlich bestimmt wurde durch den Gegensatz zu Italien, als den großen Rivalen an der Adria, mit dem die Tschecho­slowakei aber ebenso wenig wie Rumänien Rei-

Der neue Kurs in Japan.

Der Wehretat bleibt unangetastet.

liarben Yen bedeuten eine zusätzliche Belastung des japanischen Volkes von 453 Millionen Yen seit dem Vorjahre.

Dabei sind die Staatsschulden gewaltig gewachsen Seit 1931 wurden mindestens ein Drit­tel der Ausgaben durch die Aufnahme neuer Schul­dengedeckt", die japanische Staatsschuld stieg von 6V< auf 103/< Milliarden Yen und auch der neue Haushalt weist einen Fehlbetrag auf. Es kommt darauf an, ob der japanische Kapitalmarkt in der Lage ist, die zunehmende Flut der inneren A n - leihen aufzufangen. Das ist nicht der Fall, der Kurs der neuausgegebenen Staatsanleihen sank unter dem Ausgabekurs. Japan steht vor der Frage, entweder seine privaten Kapitalinvestitionen abzu­drosseln oder seine Militärausgaben wenigstens für die nächsten Jahre einigermaßen stabil zu halten. Das Dilemma ist um so verzweifelter, als gerade der Mittelstand und die Arbeiterschaft zur Deckung der Reichsausgaben in immer erhöhtem Maße herangezogen worden sind, durch die Herab­setzung der Freigrenze für die Einkommensteuer werden in diesem Jahre große Teile der japanischen Bevölkerung zum ersten Mal steuerpflichtig. Dazu kommt eine Heraufsetzung der Einfuhrzölle, der Pvsttarife usw., während die Ausfuhr zurückgeht. Gerade der Schuldendienst für die angeschwollene Staatsschuld verschlingt einen großen Teil der ja­panischen Einnahmen neben den Militärausgaben. Die gleichzeitige militärische und wirtschaftliche Ex­pansion hat das japanische Volk schwer belastet, eine Lösung dieser Belastung aber gleicht verzwei­felt einer Quadratur des Zirkels.

Berliner Tagung der internationalen Srontfdmpferfommiffion.

Berlin, 12. Febr. (DNB.) Dom 15. bis 18. Fe­bruar findet in Berlin eine Tagung der permanenten internationalen Frontkämpfer-Kom- Mission statt, bei der 50 Delegierte aus 14 ver­schiedenen Ländern anwesend sein werden. Die Kom­mission wurde im vorigen Jahre auf Vorschlag des Herzogs von Coburg in Rom ins Leben gerufen, der kriegsblinde Präsident der italienischen Kriegsopfer, D e l c r o i x, wurde zum vorläufigen Präsidenten ernannt. Er hat den ersten Kongreß nach Berlin einberufen. Die Delegierten werden empfangen vom Stellvertreter des Führers, vom Mini­sterpräsidenten Generaloberst (Boring und vom Reichskriegsminister Generalfeldmarschall v. Blom - berg.

und die Kolonialsrage.

Kameruns an Deutschland.