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die

VDA.-Ägend bilst den AvslandsdeuWen

Die Üntergausportwartin.

an.

am Sonntag, 14. Nov., um 9.15 Uhr am Heim in Lollar an. Alle evtl. Beurlaubungen den hiermit aufgehoben. Führer vom Dienst: Biehl.

an, die Mitglieder des Soldatenbundes Standort Gießen sind zum Antreten um 10.30 Uhr am Schutzenhaus befohlen.

leutnant O ß w a l d , beginnen. Sodann wird der Standortälteste die Front abschreiten. Hieraus wer­den die Fahnen und die Standarte zu ihren Trup-

ßen die Vereidigung.

Hieraus folgt, nachdem die Fahnen und die Stan-

Lindenplatz, Brandgasse, Landgraf-Philipp-Platz.

Nach dem Abbringen der Fahnen marschiert die Fahnenkompanie von der Zeughauskaserne durch die Senckenbergstraße, Hitlerwall, Ludwigsplatz, Kaiserallee, Sicher Straße zur Bergkaserne zurück.

Die Truppenteile rücken vom Trieb aus direkt nach den Kasernen ab

Alle Volksgenossen haben die Möglichkeit, der festlichen / militärischen Feier als Zuschauer beizu­wohnen. Als Platz für die Zuschauer ist der Ab­schnitt des Triebs längs der Grünberger Straße, also gegenüber dem Schützenhaus bis zur Höhe des Endpunktes der Straßenbahngleise, vorgesehen. Den Anordnungen der Absperrkommandos ist unbedingt Folge zu leisten. Es wird erwartet, daß der feier­liche Akt der Vereidigung nicht durch lautes Spre­chen und Rufen gestört wird.

Schließlich sei noch daran erinnert, daß die Or­ganisationen der alten Soldaten ihre Mitglieder zur vollzähligen Beteiligung an der Feier aufgerusen haben. Die Angehörigen^ der Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften treten um 10 Uhr am Liebig-Denkmal zum Abmarsch nach dem Trieb

** Zeugen gesucht. Gießen teilt uns mit: Einige tödlichen Verkehrsunfall am

ein von Lollar kommender Personenkraftwagen, vermutlich hellen Anstrichs, an der Unfallstelle an. Die Insassen dieses Autos werden gebeten, bei der Kriminalpolizei Gießen vorzusprechen oder ihre Anschrift umgehend mitzuteilen.

** R i ch t i g st e l l u n g. In der gestrigen Vor­notiz Über den Vorlesungsabend des Staatsrats Hanns I o h st ist durch einen Setzfehler in der drittletzten Zeile der 13. November genannt wor­den. Richtig muß es heißen 1 5. November.

** Arbeitsoergebung. Das Hoch- und Tiefbauamt schreibt die Vergebung zahlreicher Hand­werkerarbeiten für den Neubau der Volkswohnun­gen am Leimenkauter- und Läufert«röderweg aus.

aebaude des Dwlponskommanoeurs Ujeuggt

lu.iuuiic uCiCluiyL > kaserne) zurück. Der Marsch der Fahnenkompanie

Der bedeut ame Tag wird mit dem Abholen der geht jetzt durch folgende Straßen: Kalserallee, Lud-

tumskammer, aus eigenen Werken lesen. Den HI.- Kameraden stehen ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 0,30 RM. zur Verfügung. Die benö­tigten Karten müssen als Sammelbestellung von dem Kassenleiter des Goethebundes, Pg. Lohr, Gießen, Kaiserallee 23, Anruf 3261, bezogen wer­den.

Unterbann 1/116 (Gießen).

Am kommenden Samstag und Sonntag findet

des Divisions-Kommandeurs (Zeughauskaserne) eingeleitet. Die Fahnenkompanie mit der Regi­mentsmusik marschiert so frühzeitig aus der Berg­kaserne ab, daß sie mit den Feldzeichen um 10.15 Uhr von der Zeughauskaserne aus zum Trieb ab- rücken kann. Marschweg: von der Zeughauskaserne durch die Landgrafenstraße, Hitlerwall, Moltke- straße, Kaiserallee zum Trieb bei der Volkshalle. Dort wird die Fahnenkompanie mit den entrollten Fahnen und der Standarte um 10.50 Uhr einmar­schieren, nachdem um 10.40 Uhr die Aufstellung der Truppen beendet ist und bis dahin alle Gäste ihre Plätze eingenommen haben müssen.

Die Feierstunde wird mit der Meldung der ge­samten Truppenaufstellung durch den Kommandeur des JR. 116 an den Standortältesten, General-

und der Jugendgruppe des NS.-Frauenwerkes, so­wie die Gäste. Studienrat Dr. S e y b o l d erläu­terte den Begriff der Grenze und führte den Be­weis dafür, daß nur ein Fünftel unserer Reichs­grenzen wirkliche Abgrenzung des deutschen Volkes von fremden Völkern bedeutet, während vier Fünf­tel mitten durch deutschen Boden und deutschen Lebensraum gehen. Hinter ihnen leben in Europa etwa 20 Millionen Deutsche, die durch die fremde Staatsangehörigkeit für uns zu Ausländsdeutschen wurden. In vielen Einzelschilderungen berichtete er von dem Kampf dieser deutschen Volksgenossen um ihr Deutschtum. In eingehender Weise legte er die Begriffe Auslandsdeutscher und deutscher Staatsbürger im Auslande dar und hob die Bedeu­tung desVolksbundes für das Deutschtum im Auslands" (VDA.) hervor. Er appellierte an das Pflichtgefühl des Innerdeutschen gegenüber den Brüdern, die jenseits der Grenzen täglich im Volks­tumskampf stehen, und forderte zu tätiger Mithilfe für diese auf, damit sie durch ihr Aushalten den deutschen Lebensraum, auf dem schon ihre Vor­fahren gelebt haben, erhalten.

Daß diese Pflichterfüllung in erster Linie in der Erhaltung ihrer Lebensexistenz durch Arbeitsbeschaf­fung und schließlich auch in dem Opfer und in dem Besuch dieser Volksgruppen bestehen müsse, war die eindringliche Forderung dieses Abends, der mit einem Aufruf von Frl. E m m e l i u s zur Mithilfe an der Aufklärungsarbeit der Jungortsgruppe und zu regem Absatz der auslandsdeutschen Handfertig­keiten beschlossen wurde.

NSDAP. - Ami fnr Äolkswohlfahrt.

Ortsgruppe Giehen-Ost.

Betr. Kleidersammlung.

Am 16. November wird in unserer Ortsgruppe durch die NS.-Frauenschaft eine Kleidersammlung durchgeführt Es können brauchbare und unbrauch­bare Kleidungsstücke gespendet werden. Die Block­walterinnen der NS.-Frauenschaft werden zunächst feststellen, was gestiftet werden soll. Diese Sachen sind dann am 15 November zum Abholen bereit­zuhalten, so daß am 16 November die Spenden von Wagen der Wehrmacht an den Wohnungen der Blockwalterinnen abgeholt und zur Sammelstelle gebracht werden können. Die Hausfrauen werden gebeten, alle entbehrlichen und unbrauchbaren Klei­dungsstücke dem WHW. zur Verfügung zu stellen.

freier Eintritt

im O erbessi ^en Mus-um

während der Gaukulturwoche.

Aus Anlaß der Gaukulturwoche Hessen-Nassau (13. bis 21. November) sind die Museen im Gau bei freiem Eintritt jedermann zugänglich. Auch das Oberhessische Museum und die Gailschen Sammlun­gen im Alten Schloß werden während der Gau­kulturwoche jedem Besucher bei freiem Eintritt die Besichtigung der Museumsschätze gestatten. Das Museum ist an Sonntagen in der Zeit von 11 bis

Dolkshalle, Ostseite.

Jeder Schar- und Gefolgschaftsführer bringt für beide Tage Karte, Skizzenblock und Kompaß mit.

Der Sonntagnachmittag bleibt für die Einheiten zur Abnahme des Leistu'ngsabzeichens frei.

Hnterbann IV/116.

Zur zweiten Führerschulung des Unterbannes 4/116 treten alle Gefolgschaftssührer, Scharführer, Kameradschaftsführer und Gefolgschaftsmitarbeiter

HZ., O3., NOM., IM.

Sozlalstelle.

Betr.: Uniform - u. Wäschebeschaffung.

HI- wer- Gefs.

Rekrutenvereidlgung in Gießen

Die Anordnungen für den ^erl u der Feier.

haben getrennt für jeden Einzelfall zu erfolgen und sind möglichst vom Einheitsführer(in) gegenzuzeich­nen. Vollzugsmeldung an die Sozialstelle bis zum 25.11.37.

BDM - u. ^M.-ttnternou 116, Gießen.

Betr.; Einführnngsabend in denWildschütz". Oper v. Lorhing.

Am Donnerstag, 18. 11., 20 Uhr, findet in der Turnhalle der Schillerschule der Einführungsabend in denWildschütz" statt, unter Mitwirkung von Kapellmeister Walter. Dramaturg Winkel, Fornal- loz, Bley, Greif. Nur Mitglieder des HI.-Theater­rings nehmen daran teil. Eintritt gegen Ausweis.

Betr.: Dichterabend Hanns Iahst.

Am 15. November lieft Hanns Iohst in der Aula der Universität. Wir treffen uns um 19.15 Uhr am Hauvteingang der Universität. Die Karten zu .30 RM. sind bis zum 13. 11 auf dem Untergau zu bestellen.

Betr.: BDM.-Bolkslanzgruppe.

Alle, die bei der Volkstanzgruppe sind, treten Freitag, 12.11., mit Turnzeug an der Goetheschule

Die Kriminalpolizei Augenblicke nach dem Samstag, 6. Novem­ber, gegen 17.45 Uhr^ auf der Landstraße Gießen Lollar, kurz vor Lollar, hielt nach Zeugenaussagen

13 Uhr geöffnet, an Wochentagen ist der Besuch nach vorheriger Anmeldung ohne weiteres möglich. In diesem Zusammenhang sei auch auf unser Gie­ßener Völkerkundemuseum im Neuen Schlosse hingewiesen, das in Anbetracht dessen, daß die Frage des deutschen Anspruchs auf Kolonien in ein neues Stadium getreten ist, besonderes Interesse für sich in Anspruch nehmen darf.

*

Zu einem sinnvollen Ausdruck der Opfer- und Einsatzbereitschaft für die Ausländsdeutschen wurde der von der VDA.-Iungortsgruppe Gießen am gestrigen Donnerstag im Studentenheim veranstal­tete Gemeinschaftsabend. Die Gießener VDA.« Mädels bewiesen durch die von ihnen selbstgefertig- ten und für die auslandsdeutschen Kinder bestimm­ten Kleidungsstücke und durch den Verkauf aus- landsdeutscher Handarbeiten die richtige Erkenntnis für die wirksame Hilfe, die wir den Volksgenossen in den fremden Staaten gewähren müssen, wenn sie die Scholle, auf der schon ihre Vorfahren lebten, behaupten sollen.

Die Ausstellung der Strick- und Näharbeiten für die Kleinsten der Ausländsdeutschen bewies viel Liebe und Sorgfalt, die die Gießener Mädel im letzten Halbjahr für diese Weihnachtsgrüße aus dem Reiche aufgebracht haben. Eine von Frau Emme- lius und ihren Töchtern betreute Ausstellung aus- landsdeuftcher Handarbeiten aus Estland, Sieben­bürgen, Südtirol und Ungarn, die schöne Holz­schnitzereien, Leder-, Häkel-, Glas- und andere Gegenstände umfaßte, fand reg?s Interesfe. Unter diesen Arbeiten befand sich auch der sud eiend euftche Freundschaftsbecher mit der bekannten Aufschrift: Ihr gabt uns Brot in größter Not".

Im Mittelpunkt des von Chorgesängen und Ge­dichtvorträgen stimmungsvoll umrahmten Abends stand ein Vortrag von Studienrat S e y b o l d über das ThemaWarum VDA.?" Zuvor begrüßte die Leiterin der Iungortsgruppe, Frl. Erna Emme- lius, die Vertreterinnen der NS.-Frauenschaft

- ----- ....._ - o CIlCl t uppc,ii luiit. XJ1 *'!* ------I - ---V , - - . *' r,

Scharführer, Gefolgschaftssührer, Schießwarte, Ge- nach dem Kriege werden bei dieser Feier Soldaten. kompame die Feldzeichen wieder zum Dien|t= ländesportwarte, Geldverwalter und die Führer der unseres Standortes wieder auf die Fahnen bzw. die' gebäube des Divisionskommandeurs (Zeughaus- Sondereinheiten des Standortes Gießen mit Unter- Standarte vereidigt. | kaserne) zurück. Der Marsch der Fahnenkompanie

führer. I Der bedeutsame Tag wird mit dem Abholen der [ geht jetzt durch folgende Straßen: Kaiserallee, Lud-

Zeitplan: Samstag: Antreten 20 Uhr, Heim der Fahnen und der Standarte aus dem Dienstgebäude, wigsplatz, Neuen Bäue, Schulstraße, Kirchenplatz, Marine-Gefolgschaft. Sonntag: Antreten 8.15 Uhr: ~ -----> .....'w

Am morgigen Samstag, 13. N o v e m b e r ,'darte wieder an den rechten Flügel der Fahnen- 11 Uhr, findet auf dem Trieb, unmittelbar bei tompanie gebracht sind, der Vorbeimarsch der Fah- ber Dolkshalle, also auf bem vorderen Teile des, nenkompanie vor dem Standortältesten. Wahrend . großen Aufmarschplatzes, vor bei Liebiashöhe, bie dieses Vorbeimarsches verbleiben die übrigen Trup- zweite Wochenendschuluna des Unterbannes Vereidigung der Rekruten Oer Gie - pen, die Gäste und die Zuschauer auf ihren Plätzen. Es nehmen daran teil: Kameradschaftsführer, & e n e r Truppenteile statt. Zum ersten Male Nach dem Vorbeimarsch bringt die Fahnen- rfiihror fflpfnlrrfrhnttemihrpr (^Hvpfemnrtp fflp* «aavSav. Kai hiofa»- fönrhntan fnmnnnip hip ^pfhipirhpn wieder XUm Dienlt-

Die Sozialwarte(innen) stellen bis spätestens , penteilen gebracht.

20. November bei ihren zuständigen NSV.-Orts-> . Nach kurzen Ansprachen ber beiden Militargelst- gruppen Anträge auf Beschaffung von Uniform- lschen und des Standortaltesten erfolgt die feier- unb Wäschestücken (keine Ausrüstung!). Die Anträge W 23ereibtgung. D°s Sieg-Heil auf ben Führer, 1 - * - ~ ' ' Reich und Volk, und die Nationalhymnen beschlie-

Vlandme setzt sich durch

Vornan von

Hans-Joachim Freiherr« von Reitzenstein

Copyright by Carl Ouncker

23 Fortsetzung «Nachdruck verboten.)

Aber Blondine bezog das auf die Tatsache, daß sie eben gebeten hatte, ausgehen zu dürfen. Sie war überreizt, denn es lag ihr viel auf dem Nerven; und sie hatte nach durchwachter Nacht ben ganzen Tag geschuftet, so baß sie besonders empfindlich war. Natürlich, wenn sie einmal an sich selbst dachte, so nahm man bas übel!

Sie legte Wert barauf, alles, was man etwa heute abenb noch von ihr erwarten könnte, zu er« lebigen.

So kam sie spät bei ihrer Mutter an. Frau Hertel war nicht zu Hause. Da Blandine sie heute abenb unbedingt noch sprechen mußte, fragte sie bei Herrn Schmittke an, wohin sie wohl gegangen sein und wann man sie zurückerwarten könne.

Und nun kam das Dümmste: bie Mutter war hier eingelaben worden. Denn Herr Schmittke hatte Geburtstag. Es war als Duenja eine ganz schwer­hörige alte Dame zugegen.

Die gehörte zu ben Menschen, bie zu gebrauchen waren. Schon vor dreißig Jahren war sie Trocken- wohnerin im, Hause gewesen. Und sie kannte Herrn Schmittke seitdem. Deshalb begriff sie, daß Gänse­braten und Bowle, Festschmuck und Grammophon und sie selber nur Frau Hertel zu ehren da waren.

Sie setzte sich am Radioapparat fest und ließ ihn derart brüllen, daß Herr Schmittke guten Grund hatte, Frau Hertel ins Nebenzimmer zu führen.

Er nötigte sie in einen Sessel und schenkte ihr immer mehr Bowle ein. Er machte sich in be­scheidener Weise angenehm.

Und Frau Hertel, die gern gut trank und, und deren Leibgericht Gänsebraten war, taute auf in bem angenehmen Gefühl, umsorgt zu sein uyb ihre einzige Tochter gut versorgt zu wissen.

Und nun kam diese unglückselige Blondine.

Mehr hätte sie gar nicht stören können. Herrn Schmittke blieb sein Heirotsontrog m der Kehle stecken.

Und Frau Hertel sah sofort, daß etwas los war und sicher etwas Unangenehmes.

So, nu mal raus mit der Sprache, mein Kind. Was is dir?"

Es ist du kommst doch morgen früh zu Frau Molny, Mutter. Da wollte ich dir vorher sagen, daß ich heut dort gekündigt habe."

Frau Hertel erschrak. Es war jahrelang ihr Traum gewesen, Blondine in dos elegante Sjaus von Frau Molny zu bringen, und nun zerstörte das Mädchen mutwillig diesen schönen Traum.

Und wie kommst du dazu?"

Blondine hatte sich natürlich ihre Worte vorher zurechtgelegt:Ich möchte mir wieder einen größe­ren Wirkungskreis suchen."

Hast du noch nid) genug von der Rackserei in der Klinik? Ihr immer mit eure großen Wirkungs­kreise! Was is denn da schon, wenn du 'n paar Tischtücher mehr rausgibst?"

Mutter!" rief Blandine vorwurfsvoll.

Ich bin müde, Kind, und finde heut nicht mehr die richtjen Worte. Aber was ich meine ist: was nützt euch jungen Dingern der schönste große Wir­kungskreis, wenn ihr euch doch bloß auspumpt und kaputt arbeitet. Frisch und hübsch sollst du bleiben! Denn früher ober später wirst bu doch heiraten."

Ich kenne aber keinen, weder für früher noch für später." Es sollte scherzhaft klingen, aber es klang gereizt.

Wart's man ab, mein Kind. Einen brauchst bu schließlich nur. Das mag bich trösten. Aber ben sollste in einem feinen Haus kennenlernen. Denn in einem jroßen Teich fängt man jroße Fische."

Jetzt hatte Frau Hertel sich zum erstenmal Der« schnappt, unb sie ärgerte sich darüber. Einen Augen­blick später hatte auch ihre Tochter Grund, sich über sich selbst zu ärgern. Denn auch Blondine entwischte ein vorschneller Ausruf:

Bei Engemanns etwa? Solchen Lassen will ich gar nicht haben." Sie biß sich auf bie Lippen.

Was haste gegen Engemanns?" fragte Frau Hertel sofort mißtrauisch. Aber ihr Mutterstolz auf ihr wohlgeratenes Küken war immer wach:Ober behandeln sie dich etwa, wie wenn du nicht dazu gehörst?"

Nun hätte Blondine ja sagen können: bei ben einzigen Gesellschaften, bie sie geben, darf ich nicht babei fein. Aber sie war ehrlich genug, bas nicht

zu tun. Denn darum ging sie ja nicht von ihnen fort.

,Hch will mich so jung noch nicht in einem Privathaushalt gewissermaßen zur Ruhe setzen, Mutter. Ich will noch zulernen. Deshalb muß ich in einen großen Betrieb."

Frau Hertel seufzte.Entweder bin ich heut abend zu müde, um dich zu begreifen, ober ich verstehe euch junge Menschen überhaupt nicht mehr." Sie sah so bekümmert und plötzlich so alt aus, daß sie Blandine leid tat. Am liebsten wäre sie der Mutter, die sich so sehr um sie sorgte, um den Hals ge­fallen, und hätte sie getröstet: Ich habe schon für mich selbst gesorgt, und deshalb muß ich handeln wie ich es tue. Aber sie wollte auf keinen Fall das gute Verhältnis der Mutter zu Frau Molny trüben. Deshalb war sie ja gerade hier. Sie wollte eine plausible Erklärung geben, damit ihre Mutter ßucienne auch weiter unbefangen gegenübertreten konnte.

Da Mutter und Tochter sich nicht miteinander aussprechen konnten, so sprachen sie aneinander vorbei. An diesem Abend gab es die erste große Verstimmung zwischen ihnen. Frau Hertel war zum erstenmal, seitdem ihre Tochter erwachsen war, ernsthaft und nachhaltig böse auf sie. Und nun konnte Blandine ihr schon gar nicht mehr von Harry Engemann sprechen.

Für Harry Engemann war es auch kein Glücks­tag. Den ganzen Tag konnte er Blandines nicht habhaft werden.

Dagegen erhielt er um Mittag einen Brief von dem Mann, an den er an einem Abend zehntausend Mark verloren hatte.

Der Brief enthielt eine so deutliche Mahnung, daß er leider gar nicht mißzuverstehen war.

Wenn Harry nicht bezahlte, würde er sich bas Gelb von Frau Molny holen. Nötigenfalls bie Gage direkt aus dem Filmbüro.

Unsinn", sagte Lange, als Harry ihn in feiner Angst um zwölf Uhr mittags aus bem Schlaf klingelte.Don ben Filmfritzen kann er gar nichts wollen. Aber komm lieber mal her, bamit wir bie Sachs schaukeln."

Kommen. Aber wie, wenn man kein Fahrgeld hat? Harry ging in die Garage unb sah auf die Benzinuhr. Unsinn, er war gestern feit hinter Pots-

Mit Zeppelin und Kondor über Südamerika."

Zweiter Vortragsabend der Gesellschaft für Lrd- und Völkerkunde.

Dor einem stattlichen Kreis von Mitgliedern unb Gästen der Gesellschaft für Erd- unb Dölkerkunbe sprach gestern Prof. Dr. Scheu (Königsberg) über eine Reise nach Südamerika und seine Eindrücke, wie sie sich aus den Perspektiven des Zeppelins und des Flugzeuges, aber auch aus den Perspektiven des Kraftfahrzeuges ergaben. In feiner Weise wußte der Redner zunächst feine Reise mit bem LuftschiffHindenburg" zu schildern, bie in un­unterbrochener Fahrt bis nach Rio be Janeiro führte. An Hand von Bildern (Luftaufnahmen) zeigte er einige hervorragende Punkte, die das Luftschiff ansteuerte (Gibraltar, Pernambuco, Rio be Janeiro) unb beschäftigte sich bann eingehend mit ben Formen brasilianischer Wirtschaft, insbe­sondere aber auch mit der Form der Kolonisation des riesigen Landes. Er führte seine Zuhörer im Geiste nach Bahia, jener Stadt, bie noch charakte­ristisch die Kennzeichen der südamerikanischen Kolo­nisation nicht nur in ihrer städtebaulichen Anlage, sondern auch im Stile der Häuser erkennen läßt.

Man folgte dem Redner die Küste entlang nach Rio Santos unb schließlich auf der Fahrt im Auto durch die Landschaften Sao Paulo, Parana unb Rio Grande do Sui. Der Redner erläuterte die Formen des Anbaues der Baumwolle des Zucker­rohrs, des Tabaks, des Kaffees und des Kakaos sowie bie weltwirtschaftliche Bedeutung dieser Kul­turen. Mit großem Interesse hörte man, wie ge­rade der Tabakbau auf streng wissenschaftlicher Grundlage gepflegt wirb und wie es gerade deutsche Wissenschaftler sind, bie sich hier besten Ruf er­warben. Der Redner sprach ferner von der immen­sen Fruchtbarkeit der unter tropischem Klima liegen­den Landstriche, von dem System der Aufteilung des Landes in riesige Areale und schließlich über die Kulturarbeit, die insbesondere von deutschen Farmern in südamerikanischen Staaten geleistet wurde.

Sehr anschaulich wußte bann der Vortragende von seiner Luftreise zu erzählen, die ihn in einem der dort planmäßig verkehrenden deutschen Iunkers- flugzeuge von Rio Grande do Sui aus über die Pampas an bie Hochflächen der Anden führte, er schilderte ferner einen phantastischen Flug von Mendoza aus nördlich entlang bie Kordilleren und schließlich bie Ueberguerung der Kordilleren in 7000 Meter Hohe zwischen Mendoza und Santiago de Chile. Mit einem herrlichen Bilde, das die Stabt Santiago im Vordergrund unb bie steil sich auf« bauenden Kordilleren im Hintergrund zeigte, und mit der Würdigung der überragenden Leistungen deutscher Piloten und deutscher Flugzeuge schloß der Redner seinen anregenden Vortrag.

Kreis-Gcfliiqel'ckau in Aroßen-Bnseck.

wg. Großen-Buseck, 12. Nov. Vom 12. bis 14. November findet in der hiesigen Turnhalle, durchgeführt vom hiesigen Geflügelzucht­verein, die 5. Kreisgeflügelschau des Kreises Gießen statt. An der Ausstellung beteiligen sich 78 Aussteller mit insgesamt 311 Tieren der ver­schiedensten Rassen (Hübner, Tauben, Enten ufro.). Als Preisrichter sind M o g k (Echzell), Seipp (Rüsselsheim) bnb Peil (Heskem) verpflichtet wor­den. Mit der Ausstellung ist eine Verlosung ver­bunden. Landesfachgruppenvorsitzender Gg. Äcker­mann wird einen Vortrag über die Bedeutung der Geflügelzucht halten.' Auch ein Film über Ge­flügelzucht wird gezeigt.

Landkreis Gießen

5 Steinbach, 12. Nov. Die älteste Frau unseres Dorfes, Frau Maria Sophia Schneider, geb. Reufchling, Witwe des am 28. 10. 1923 ver­storbenen Ackermannes Karl Schneider, kann am morgigen Samstag ihren 89 Geburtstag feiern (geb. 13.11.1848). Frau Schneider erfreut sich trotz ihres hohen Alters noch einer guten Gesundheit, gepaart mit körperlicher unb geistiger Rüstigkeit, unb ist noch von früh bis spät im Haushalte ihres Sohnes Georg Jakob Schneider tätig. Aus ihrer Ehe, die sie am 14.5.1868 schloß, gingen 9 Kinder, 6 Söhne unb 3 Töchter hervor. Der jüngste Sohn starb im jugenblichen Alter, alle anderen Kinder sind noch am Leben. Hier in Steinbach lebt noch eine Tochter, bie Ehefrau des Flurschützen Atzbach, alle anderen Kinder sind außerhalb verheiratet.

bam im Reservetank gefahren. Vier Eßlöffel sind höchstens noch drin.

Er sah in die Reservekanister. Natürlich, Herr Lüdtke hatte wieder mal nicht vorgesorgt. Alles leer. Dann sah er auf bie Benzinuhr von Luciennes Wagen. Aha, heute getankt.

Beiläufig schlenderte er ins Haus zurück. Bei­läufig stellte er fest, daß Franz Lüdtke beschäftigt war.

Dann suchte er einen Schlauch und begab sich wieder in bie Garage. Rasch schraubte er an Luciennes Wagen ben Deckel vom Tank, steckte den Schlauch hinein und sog das Benzin an. Es war eine mühsame Arbeit. Und eine Gemeinheit war es von seiner Frau, daß er sich nicht einmal Benzin kaufen konnte.

Aber mit allerlei Kniffen füllte er wenigstens so viel in seinen eigenen Tank, daß er abfahren konnte.

Bei Lange bekam er zwar einen Rat. Aber als er die Sache am Abend richtig besah, hatte er sich für acht Wochen Lust geschaffen und dafür einen Wechsel über vierzehntaufend Mark ausgestellt. Von diesem Wechsel wußte er ebensowenig, wie er ihn jemals bezahlen sollte, wie er es von der Spiel­schuld wußte. Ida unterbrach seine traurigen Ge­danken.

Es ist ein Blumenstrauß und ein Brief für gnä Frau abgegeben worden. Wolley Herr Doktor quittieren?"

Und das war Stones Absage an ßucienne Molny. Obwohl Harry nicht viel von ihrem Beruf verstand, mußte er das doch eine ganz große Niete nennen.

Das Schlimmste aber stand ihm noch bevor, als feine Frau im ßaufe des Abends erklärte, daß ihre (starlaufbahn beendet fei. Und das sagte sie ihm so, ohne jede Rücksicht, ohne jede Vorankündigung.

Chargenspielerin, bas bedeutete für Harry eine Einschränkung, von ber er sich noch gar keine Vor­stellung machen konnte. Kein Wagen mehr f?7 ihn soviel wurde ihm bald klar. Kaum Taschen­geld. Weniger Bedienung.

Du weißt ja, baß wir schon lange über unsere Verhältnisse leben."

Unsinn, bachte Harry. Woher soll ich bas wissen? Er hatte nie barüber nachgedacht. Er hatte es als ßaune von ßucienne genommen, wenn sie ihn immer kürzer hielt. (Fortsetzung folgt)