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Rr. 265 Erstes Blatt

187. Zahrgang

Zrettag, 12. November 1037

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Rumänien vor der Wahl.

Von unserem (K Gch.)-Berlchterstatter.

(Nachdruck verboten.)

Bukarest, November 1937.

Langsam lichten sich die Nebel, die über dem Bukarester politischen Leben liegen. Mit mathema- ischer Sicherheit rückt der Tag der lang erwarteten l Di e g i e r u n g s k r i s e näher. Am 6. November ibends kehrt der König von seinem Jagdausflug n die Tschechoslowakei zurück Nach einer Galgen- rist wird er den Ministerpräsidenten Tatarescu mpfangen und den Rücktritt der Regie- u n g entgegennehmen, dieser Regierung der Libe- alen Partei, die am 14. November genau vier i Jahre am Ruder wäre. Bis zum 15 November d i e neue Regierung gebildet sein, deren rste Ausgabe die A u f l ö s u n g des Parla­ments und die Durchführung der Neuwahlen ift, denn die Verfassung schreibt vor, daß die Wah- len einen Monat später durchgeführt werden.

Also hierüber gibt es keine Zweifel mehr. We- ^ntlich schwieriger ist das zweite Problem: Wer bll die Wahlen durchführen eine Uebergangs- egierung, die nach den Wahlen wieder verfchw'in- >et, oder das Kabinett, das die nächsten vier Jahre der regiert? Wie stets, so wird auch diesmal von !er Opposition das neutrale Wahlkabi­ne tt gefordert, das dem Ausgang der Wahlen :l)ne Sorge gegenübersteht, daher die beste Gewähr i-ir Verhütung von Mißbräuchen und Fälschungen üetet. Viel Aussicht hat diese Zwischenlösung nicht.

Grunde drängt alles nach der endgültigen ösung, und von den bekannteren Parteiführern rüröe niemand für ein paar Minuten Ministerprä­sident spielen wollen mit der Gewißheit, Platzhalter i nes anderen zu sein. Dann soll dieser andere gleich ^stimmt werden!

Hinzu kommt die Erwägung, daß die Bestellung h s künftigen Ministerpräsidenten aus den Reihen b r Führer einer großen Partei den Ausgang der ^.EUwahlen weitgehend im voraus bestimmt. Das rumänische Wahlgesetz schlägt der Partei, die 41 v. $). aller Stimmen erhält, zwei Drittel der ^aarlamentssitze zu. Niemand zweifelt daran, daß d e Liberalen oder die National zara- ni st e n 41 v. S). der Wähler für sich buchen kön- n n, je nachdem, ob die einen oder die anderen die tinmenbe Regierung stellen. Beide Parteien halten i£) die Waage, und man braucht noch nicht an ^zulässige Wahlbeeinflussung zu denken, es genügt es natürliche Schwergewicht, das bei der Regie- mng liegt und ihr den Zulauf sichert.

Das Gesetz des rumänischen Parteilebens ver- langte, daß sich die Liberalen in die Opposition zu- ürkziehen und ihren stärksten Gegnern, den Natio- m lzaranisten, das Feld der kommenden vier Jahre ! iil erlassen. Aber es scheint, daß dieses eherne Gesetz bis steten Wechsels diesmal keine absolute Gültig- h t hat. Nach außen wird das Gesicht gewahrt: Imtarescu hat vor der Liberalen Partei er- j flürt, die Mission der Regierung nähere sich ihrem Erde. M i h a l a ch e, der Parteiführer der Natio- mllzaranisten, hat die Leistungsschau des jetzigen Nnisterpräsidenten, der vor allem (und mit Recht) ms die wirtschaftlichen Erfolge seiner Regierungs- tciigkeit Hinweisen konnte, mit den Worten bean- limdet, daß Tatarescu eben eine gute Zeit erwischt >°be, und hat seinerseits seinen Anspruch ange- m ldet. Und nun wartet alles auf die Entscheidung. Die? Entscheidung aber liegt beim König.

fitönig Earol, der sich streng an die Verfassung (ü, hat keine leichte Aufgabe. Er, der über den i li r t e i e n steht und das Beste des Landes will, irfte gegen die Betrauung Mihalaches starke Be- euken haben. Es ist unverkennbar, daß die Na- lilmalzaranisten einen starken Linksflügel haben ins dem Gedanken der Volksfront huldigen, j lern steht die starke Rechts st römung des Lan- 2?; entgegen, die heute doch so kräftig ist, daß sie !l licjt mehr übersehen werden darf. Bekannt sind 3i$ engen Beziehungen Titulescus zu den Na- tosalzaranisten. Die Außenpolitik Titulescus aber ist für Rumänien erledigt, und wenn Mihalache iiitut dafür Garantien bietet, daß die Außenpolitik fein er Regierung auf der seit Titulescus Ausbootung leschlagenen Linie bleibt, so sinken seine Aus- ; Wen.

Es besteht die weitere Möglichkeit, der natio­nalen Strömung durch eine Regierung der Hetzten Folge zu geben. Ernster Anwärter wäre Ti ida-Voeood mit seiner Rumänischen Ziont. Die Front allein ist nicht tragfähig, es irii^te etwas dazu kommen, und daran scheitert die Üezierungskähigkeit der Rechten, daß sie sich nicht züsummensindet, sondern lieber einander befehdet. 2i- National - Christliche Partei (Cuza Gaga), die bei den Wahlen wahrscheinlich den drit­tln Platz einnehmen wird, hat noch weniger Aus- sih en als Vaida-Voevod, und die ParteiAlles fii- das Land" die frühere Eiserne Garde (Co- Ibleinu) ist zu extrem, als daß sie in Frage käme, obwohl die Partei jetzt zum ersten Male seit ihrem ! Hetzen an den Wahlen teilnimmt.

Bas bleibt anderes^ übrig als eine neue Re - gi, r u n g der Liberalen? Die Partei hat hoch diesen vier Jahren nicht schlecht abgeschnitten, fii hat keinesfalls abgewirtschaftet. Wenn nichts toteres übrigbleibt, wird sie zweifellos bereit sein, wj er zu regieren. Ob mit denselben Ministern, das if ine andere Frage: sicher wird mancher Perso- vnwechsel erfolgen. Aber wenn die Liberalen wie- diriommen, dann mit Tatarescu, der ein ü.o-m der jüngeren liberalen Generation ist und bcs Vertrauen des Königs genießt. Anfangs sprach mir auch von einer Erweiterung der Regierungs- t)cii5 durch Hinzunehmen einer anderen Partei.

Deutsches Flugzeug

fliegt Schnelligkeit«!

-ÄV

eltrekord.

EhefpilotOr.WurstererreichtmitMefferschmitt-FlugzeugStundengeschwindigkeit von 610,21 Kilometer gegen bisher 567,115 Kilometer.

Berlin. 11. Roo. (DNB.) Die deutsche Luft­fahrt hat am 11. November 1937 einen stolzen Er­folg errungen. Es ist Deutschland zum erstenmal möglich gewesen, den internationalen Geschwin­digkeitsrekord für Landflugzeuge in seine Hand zu bringen. Der Rekord ist nach den internationalen Abmachungen über eine ge­rade Strecke bei Augsburg von dem Ehef- piloten der Bayerischen Flugzeugwerke Dr.-Ing. Wurster mit einem Messerschmitt-Flug- zeug vor der Aeronautiqe Internationale (F.A.I.) geflogen worden, und zwar mit einer Durch- s ch n i 11 s g ef ch w i n d i g k e i t von 6 10,21 km/st Den bisherigen internationalen Rekord für Landslugzeuge hatte der Amerikaner Hughes aufHughes Special" inne, und zwar mit 567,115 km/st. Die Leistung des Ehefpiloten Wurster ist um so höher zu bewerten, als der Flug nach den internationalen Bestimmungen in einer höhe von nicht über 50 Meter geflogen werden muhte. Der Erfolg kann die deutsche Luftfahrt­industrie mit um so größerem Stolz erfüllen, als Deutschland hinsichtlich der Höchstgeschwindigkeit noch ziemlich weit hinter Frankreich) Italien und den Vereinigten Staaten zurückstand. Es war nur möglich durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen den Bayerischen Flugzeugwer­ken, der Firma D a i m l e r - B e n ;, die den Mo­tor DB600 lieferte, und den heddernheimer Kupferwerken in Frankfurt a.M.» die die

Erfolge des Vierjahresplans.

Der Voranschlag des ersten Jahres überschritten.

Halle, 11. Nov. (DNB.) Im Rahmen einer arbeitspolitischen Tagung der Deutschen Arbeits­front hielt Oberst Loeb, der Leiter des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe, einen Vortrag über die industrielle Wirtschaft im Vierjahresplan. Oberst Loeb kennzeichnete den Vierjahresplan im Zusammenhang mit der Gesamtheit der Aufgaben, die der Führer bei der Machtergreifung gestellt hat. Im Rahmen dieser Aufgaben ist die deutsche Wirt­schaft in eine Bewegung gekommen, die beispiellos ist. Als einen Maßstab dafür nannte Oberst Loeb die in den letzten vier Jahren zu ver­zeichnende Steigerung der Steinkohlen­förderung an der Ruhr um 60 v. H. Wir kön­nen, so fuhr er fort, der Zukunft mit so großer Zuversicht entgegensehen, weil wir eine große An­zahl von positiven Punkten in die Waagschale zu werfen haben: Eine arbeitsame Bevölkerung, die sich nicht im Klassenkampf verplempert, Chemiker und Techniker, die gezeigt haben, was aus dem Wenigen, das wir haben, alles noch herauszuholen ist, und weil wir die Regierungsform haben, die imstande ist, Schwierigkeiten zu überwinden, wie sie sich uns heute noch entgegenstellen. Der Staat hat sich nicht mit der Feststellung der begrenzten Rohstoffbestände begnügt, sondern ist mit Erfolg an die Ausweitung der eigenen Erzeugung herange­gangen. Die Grenze einer solchen Ausweitung liegt nicht im Materiellen, sondern allein in dem Maß der vernünftig ausgewerteten männlichen Schaf­fenskraft. Hinsichtlich der Eisenmetalle lasse sich der Nachweis führen, daß eine weitgehende Ablösung durch Leichtmetalle, Holz und Kunststoffe möglich ist unter Gewinnung wesentlicher prakti-

Doch weder Vaida-Voevod noch Georg Bratianu mit seiner Gruppe der liberalen Dissidenten dürf­ten dazu Lust haben, und die Liberalen auch nicht. So sieht das Schlachtfeld der rumänischen Innen­politik im Augenblick aus. Endgültig läßt sich nichts voraussagen, denn der König hat nach dem Rück­tritt der alten Regierung fünf Tage Zeit, den Par­teien Gelegenheit zu geben, ihre Verantwortung für das Land zu beweisen.

Wiederaufnahme der englisch- iialienischen Fühlungnahme.

London, 12. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter berichten über den Besuch, den der britische Botschafter in Rom Außen­minister Ciano abgestattet hat. Die Blätter sind sich darüber einig, daß das Gespräch, sich um Die Einleitung von Verhandlungen über eine englisch-italienische Annäherung gedreht Haven dürste.Times" schreibt, daß nach Ansicht italieni­scher Beobachter die Atmosphäre für eine Wiederaufnahme der englisch-italienischen Gespräche sich gebessert habe. Die Londoner Korrespon­denten der italienischen Zeitungen messen der Aus­sprache zwischen dem italienischen Bot­schafter in London und Unterstaatssekretär Vansittart große Bedeutung bei. Ihre Be­richte sprechen von einem bedeutsamen Stim­mungsumschwung eines großen Teiles der

verstell-Luflschraube geliefert haben. Die ftommif- fion hat den Rekord bereits der F. A. I. gemeldet. Wurster ist einer der erfolgreichsten deutschen Ein­flieger. Er hat auch längere Zeil an der Erpro- bungsslelle der Luftwaffe in Travemünde gearbei­tet. Der absolute Weltrekord wird von dem Italiener A g e l l o mit einem Wasserflugzeug ge­halten. und zwar mit einer durchschnittlichen Stun­dengeschwindigkeit von 708 Kilometer.

Der stolze Erfolg der deutschen Luftfahrt hat den Reichsminister der Luftfahrt, Generaloberst G ö - ring, veranlaßt, an die Bayerischen Flugzeug­werke in Augsburg und an die Firma Daimler- Benz in Untertürkheim folgendes Telegramm zu richten:

Zu dem hervorragenden Erfolg, den Sie Ihrer zielbewußten gemeinsamen Entwicklungsarbeit ver­danken, beglückwünsche ich Sie herzlichst und bitte Sie, meine besondere Anerkennung Ihrer Gefolg­schaft zu übermitteln. Es erfüllt mich mit stolzer Freude, daß die deutsche Luftfahrt in den wenigen Jahren des Wiederaufbaues eine s o hervor­ragend eS pitzen lei st ung erringen konnte. Ich bin überzeugt, daß Ihnen dieser Erfolg ein weiterer Ansporn für die Zukunft sein wirh." Wei­ter hat der Reichsluftfahrtminister dem Chefpiloten Dr. W u r st e r in einem Telegramm Anerkennung und Glückwunsch zu der hervorragenden fliegerischen Bestleistung, die uneingeschränkten Einsatz und hohes Können verlangt, ausgesprochen.

scher Vorteile. Der geringste Grund für eine Ein­fuhr in früherem Umfang sei hinsichtlich der Steine und Erde zuzugestehen. Auf dem Ge­biete des Holzes werden wir auch autark wer­den, zumal wenn wir uns der Tatsache erinnern, daß die Verwendung von Holz zum Brennen un­sinnig ist. Mit Genugtuung konnte der Redner auf beträchtliche Fortschritte Hinweisen, die noch ständig in Qualität und Verarbeitung der Zellwolle zu verzeichnen sind. Aehnlich wie hier sei auch beim Kautschuk nicht einzusehen, warum es nicht möglich sein sollte, einen Stoff künstlich herzu- stellen, der in seinen verschiedenen Ausführungen für unsere wirtschaftlichen Zwecke besser geeignet ist, als das zufällige Erzeugnis der Natur, das ur­sprünglich auch andere Aufgaben hatte.

Endlich hat der Vierjahresplan uns einen uner­meßlichen Vorsprung auch in der Treibstoff- frage verschafft, mit dem die heute noch glück­lichen Erdölländer sich ebenfalls eines Tages wer­den auseinandersetzen müssen. Oberst Loeb schil­derte, wie die Herstellung mancher Austauschstoffe in Abfall- und Nebenerzeugnissen bereits wieder die Grundlage für andere Kunststoffe gebe. Er stellte fest, daß der unerhörte Jmportzwang, der in der Vergangenheit auf uns lastete, zu beseitigen ist. Die erste Jahresbilanz des Vierjahresplanes hat ergeben, daß der Voranschlag um ein Weniges so­gar überschritten wurde. Das gibt uns die Gewiß­heit, daß wir das Wort des Führers einlösen kön­nen: Kein Einfluß von innen oder außen werde uns an der Durchführung der Grundgedanken unseres Aufbauprogramms hindern.

britischen Oeffentlichkeit gegenüber Deutschland und Italien und glauben an die Möglichkeit einer Neu­orientierung der britischen Politik.Daily Mail" hält es für möglich, daß Chamberlain auf Grund der Unterredung mit Gras Ciano und dem englischen^ Botschafter in Rom ein persön­liches Schreiben an Mussolini über die augenblicklichen Probleme und die englisch-italieni­schen Beziehungen richten konnte.

Italien ergreift die Initiative zu Verhandlungen mit England", so kennzeichnet das PariserPe­tit Journal" die Besprechung des Grafen Ciano mit dem englischen Botschafter in Rom. London suche die Liquidierung der spanischen Angelegenheit, die Verringerung der italienischen Marine in Li­byen und die Aufrechterhaltung des Status quo im Mittelmeer zu erreichen. Rom dagegen wünsche die Anerkennung seines Imperiums und die Beendi­gung jeglicher Unterstützung der Politik Moskaus durch England. Der römische Berichterstatter des Matin" meint, Graf Ciano habe dem englischen Botschafter gesagt, daß Italien das Recht habe, vor Eröffnung dieser Besprechungen gewisse Bedingun­gen zu stellen. Italien wolle als ein Teil eines granitenen Blockes betrachtet wer­den. Jeder Versuch, der mittelbar oder unmittelbar auf eine Schwächung der Achse Berlin-Rom oder des antikommunistischen Dreier-Abkommens abziele, würde nur das Gegenteil bewirken.

Wie sieht es in derWittschaftaus?

So erfreulich es klingen mag, daß d i e G e f a m te r n t e des Jahres 1937 uns den Re­kordertrag der Nachkriegszeit an Stärkewerten und den zweithöchsten Ertrag an Eiweiß bringen wird, so ist doch kein Grund, befriedigt die Hände in den Schoß zu legen. Es ist nicht nur zu bedenken, daß noch immer eine gewisse Einfuhr an Nahrungs- und Futtermitteln notwendig bleibt, um den vollen Be­darf zu decken. Da der Rekordertrag der inländischen Ernte nicht im Getreidebau, sondern im Hackfrucht­bau erzielt worden ist, sind Anpassungen in der Ernteverwertung und Umstellungen der menschlichen und tierischen Ernährung nötig, die dieser Tatsache Rechnung tragen. Die Haltbarkeit von Kartoffeln und Rüben ist am größten nach der Verarbeitung auf Trockenprodukte. Wirtschaftlich liegt hier die größte Schwierigkeit darin, daß es sich wegen der geringen Haltbarkeit von Rüben und Kartoffeln um ein Saisongewerbe handelt, das nur wenige Monate mit Rohstoffen versorgt werden kann, und feine Kapazität nach den Höchstansprüchen des ersten Angebotsstoßes richten muß. Während nun Zuckerrüben ganz vorwiegend auf Zucker ver­arbeitet werden, ist die Gefahr des Verderbs bei Kartoffeln sehr viel großer; um so wichtiger ist die Frage, wie der große Segen der Kartoffelernte für die menschliche Ernährung so genutzt werden kann, daß auch hier Kartoffeln an Stelle von Getreide, also von Brot- und Teigwaren treten. An erster Stelle steht da wohl die warme Mittagsmahlzeit an Stelle der Stullen in der Betriebskantine. Wichtig ist ferner das warme Abendbrot mit Kartoffeln an Stelle des kalten Aufschnitts in Norddeutschland, und Kartoffelspätzle statt Mehlspätzle in Süddeutschland.

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Die neueTarifordnung zur Regelung der Ar- beitsverhältnisse bei ungünstiger Witterung auf den Baustellen der Gesellschaft Reichsautobahnen und der Wehrmacht im Winter 1937/38" bringt für die darin erfaßten Arbeiter eine Sicherung gegen Wetterausfälle, die die schon bestehende noch übertrifft. Die Schlechtwettersicherung wurde im Jahre 1934 zum erstenmal durch Tarifordnung ein­geführt. Der Bauarbeiter im Dienst der Reichsauto­bahnen und der Wehrmacht erhielt durch die da­malige Regelung eine Lohngarantie für 32 Stunden je Woche. Die Regelung galt für die Zeit vom 1. No­vember bis zum 30. April: Der durch Schlechtwetter- aussälle notwendig gewordene Lohnausgleich konnte durch Vor- oder Nacharbeit, die sich aus"diesen Zeit­raum verteilte, vollzogen werden. Erst wenn das nicht gelang, trat der Unternehmer mit der Bezah­lung der wegen Schlechtwetter nicht geleisteten Ar­beit in Vorlage und erhielt vom Bauherrn Ersatz. Aus den Reichsautobahnen ist es gelungen, in den vergangenen Jahren den Schlechtwetterausgleich zu vollziehen, ohne daß dadurch die Kostenberechnung umgestürzt worden wäre.

Die Deutsche Reichsbahn berichtet soeben von einer außerordentlichen Anspannung des Güter­verkehrs im September. Auch diese Erscheinung ist durch die anhaltend günstige allgemeine Wirt­schaftslage bedingt. Der Güterwagenpark der Reichsbahn wurde namentlich für den Versand von Brennstoffen und industriellen Erzeugnissen und in­folge des beginnenden Herbstverkehrs auch für Obst, Gemüse, Kartoffeln, Brotgetreide, Mehl usw. in erhöhtem Maße in Anspruch genommen. Wenn den hohen Anforderungen an den Wagenpark nicht in vollem Umfange entsprochen werden konnte und ein Ausfall in der Wagengestellung von im ganzen etwa 2,8 v H. hingenommen werden mußte, so ist das zum Teil mit darauf zurückzuführen, daß die Reichsbahn zur Durchführung der Wehrmachts- Übungen außergewöhnliche Leistungen übernehmen mußte, und daß da und dort der Verkehr so plötzlich anstieg, daß die Sendungen von den Empfängern nicht fristgemäß abgenommen werden konnten. Dar­aus ergaben sich Stauungen und unnütze Wagen­aufenthalte, die in verschiedenen Fällen nur durch Zulaufsperren beseitigt werden konnten. Auch sonst mußten Maßnahmen ergriffen werden, die einen schnelleren Umlauf der Wagen gewährleisten. Diese Auswirkungen des Wirtschaftsaufsschwunges sollte alle Unternehmer und diejenigen, die Güterwagen in Anspruch nehmen, dazu veranlassen, durch eigene Vorkehrungen die entleerten Güterwagen möglichst umgehend wieder in Verkehr zu bringen. Auch im Personenverkehr wird noch über einen außerge­wöhnlich starken Fernverkehr berichtet, und zwar übertraf er wiederum den vorjährigen. Auf die Einstellung von Aushilfsarbeitern in der Bahn- unterhaltung und auf die Verkehrssteigerung ist es auch zurückzuführen, daß der Personalbestand der Reichsbahn von 724 237 auf 730115 Kopfe stieg.

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Die Lage auf dem Eis en markt blieb auch im letzten Monat, wie bereits seit einiger Zeit, un­vermindert lebhaft. Die inländische Nachfrage nach Eisen- und Stahlerzeugnissen aller Art ist nach wie vor groß. Wenn auch zwar die Lieferschwierigkeiten noch nicht ganz beseitigt werden konnten, so hat man aber jetzt die Kinderkrankheiten des neuen Kon­tingentsoerfahrens überwunden. Die Belieferung der SlonfroIInummeraufträge war nach einem Bericht inStahl und Eisen" durchweg gut. Die Bedarfs­anforderungen der Kontingentsträger gingen bei den Werken in dem bisherigen Umfange weiter ein. Trotz der noch etwas unübersichtlichen Verfassung und der gesunkenen Nachfrage auf den Eisen- a u s f u f) r mär 11 e n beschloß die Internationale Rohstahlgemeinschaft auf ihrer Warschauer Tagung, den Preisstand zu halten und der Marktab­schwächung durch mengenmäßige Beschränkung der Ausfuhr entgegenzutreten. Sie setzte darum die Ausfuhrmengen von 526 000 Tonnen auf 450 000