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Rr. 186 Erstes Blatt

187. Zahrgang

Donnerstag, 12. August 1Q57

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Symbol der Heimat.

Deutschland, Deutschland, über alles!", so schallte es zehntausendfach über den Schloßplatz der schle­sischen Hauptstadt, als zum Abschluß des großen Sängertref fens die 30 000 Ausländs­deutschen in jubelnder Begeisterung den Führer «umringten. Von allen Teilnehmern dieses Sänger- ffestes wird übereinstimmend versichert, daß dieses in seiner Eindringlichkeit geradezu erschütternd wir­kende Bekenntnis der Ausländsdeutschen zu ihrer Heimat und zum Führer den Höhepunkt der Ver- sanstaltung gebildet habe. Es waren Stunden, da man sich so recht bewußt wurde, daß das Deutsch­tum in der Welt um die Bande weiß, die es mit (feinem Mutterlande verbinden, es waren Stunden, 5a unsere auslandsdeutschen Brüder deutlich spür­ten, daß sie jetzt nicht mehr allein stehen, daß Deutschland an sie denkt und für sie eintritt.

Kurze Zeit nur noch trennt uns von dem großen Treffen der Ausländsdeutschen, das Ende dieses Monats in der Hauptstadt Württem­bergs feinen Anfang nimmt. Diese Reichstagung Ber Ausländsdeutschen, welche gewissermaßen den Auftakt zum Reichsparteitag bildet, stellt mehr als nur eine Tagung dar, denn hier wird erneut aller Welt kundgetan werden, daß unsere Brüder in der gganzen Welt sich ihrer Verantwortung, auf Vor­posten für bas Deutschtum zu stehen, vollauf be­wußt sind, und daß sie keine schönere Aufgabe ken­nen, als für dieses Ziel ihre ganzen Kräfte einzu- »etzen. Ueber 1OOOO Ausländsdeutsche □us allen Ländern, in denen Deutsche wohnen, wer­den nach Stuttgart kommen: Aus dem Fernen Osten, aus Niederländisch-Jndien, aus Australien, Ost-, Süd- und Westafrika, aus Aegypten, Süd-, Mittel- und Nordamerika, sowie aus allen euro­päischen Staaten. Führende Männer aus Staat innb Partei haben bereits ihr Erscheinen zugesagt .unb werben in mehreren großen Kunbgebungen zu Öen Auslandsbeutschen sprechen.

Von ber Stabt Stuttgart selbst sinb bereits alle Vorbereitungen getroffen, um ben auslanbsbeutschen Säften alles so behaglich unb so angenehm wie mög­lich zu machen. Ob wir nun an bas Deutsche Volksheim Ober bas Auslanbbeutsche Mäbchenheim. bas Aus- >andbeutsche Frauenheim ober bas Heim für beutsche RRiicfroanberer benfen, alle biefe Einrichtungen ver­folgen bie Aufgabe, bie Auslandsbeziehungen Stutt- Darts zu förbern unb ben Gästen bie in Stuttgart corbanbenen Einrichtungen kultureller unb wirt­schaftlicher Art zu aünftigen Bedingungen zugänalich ;,u machen.Den Millionen beutfcher Volksgenossen in aller Welt soll Stuttgart in alle Zukunft Sym- vol ihres Elternhauses, Symbol ber deut- chen Heimat sein" Diese Worte, bie Stuttgarts Oberbürgermeister an bem Tage sprach, ba ber Füh­rer ber schwäbischen Hauptstabt den Ehrennamen ,,Stadt der Auslanddeutschen" verlieh, sollen sich bei diesem Treffen der Auslanddeutschen erneut bewahr- Kjeiten.

Wenn nun Ende August diese Tagung der Aus- sanddeutschen ihren Anfang nimmt, wenn nicht nur Stuttgart, sondern das ganze Reich ihnen im Gefühl einer tiefen Verbundenheit einen herzlichen Empfang bereitet, bann wirb nicht jeder daran den­ken, daß dies noch vor einem halben Jahrzehnt nicht möglich gewesen wäre. Denn wie stand es noch »ar fünf Jahren um unser Auslanddeutschtum? Es war zersplittert und zerklüftet in unendlich viele Ver­bände und Vereine es stand den Dingen in der Heimat ohne Interesse und Anteilnahme gegenüber, wobei dieser Vorwurf nicht so sehr den Au«land- iseutschen selbst, als vielmehr die damaligen Macht- | ioaber in Deutschland trifft, bie es nicht verstauben, Brücken von ben Deutschen aller Welt zur Heimat I ;u schlagen, ja, bie es meist auch sogar gar nicht wollten, baß zu enge Beziehungen zwischen bem Auslanbbeutschtum unb ber Heimat bestauben, weil iie, in pazifistischen Gedaukeugäugeu befangen, fürch­teten, baß man ihnen ben Vorwurf einernationa- iftifcfeen Politik" machen würbe. Unb treibt nun bie Regierung Adolf Hitler einenationalistische Poli­tik", wenn sie sich der Auslanddeutschen so beson- >ers annimmt? Jeder weiß, daß wir nur das eine Ziel im Auge haben: unseren Brüdern im Ausland jtets zum Bewußtsein zu bringen, daß sie Ange­hörige ber großen beutschen Volksgemeinschaft sind, i sie bie Aufgabe haben, in ihrer neuen Heimat «ets ihr Deutschtum hochzuhalten, aber auch streng unb genau bie Sitten unb Gesetze ihres Gastlaubes ' m achten.

Schon lange vor bem 30. Januar 1933 unternahm :iine kleine Anzahl entschlossener Nationalsozialisten m allen ßänbern, in benen Deutsche wohnen, ben Versuch, ber unheilvollen Zersplitterung bes Deutsch­tums Einhalt zu gebieten und die beutschen Menschen m ber Bewegung Abolf Hitlers zu sammeln, um so »ie nationalsozialistische Volksgemeinschaft aufzurich- sen. Am 1. Mai 1931 würbe in Hamburg bie A u s» andsorganisationderNSDAP. gegrün­det, bie unter Führung ihres Leiters, ber selbst Aus­taubbeutscher ist, im Laufe weniger Jahre runb WO Gruppen ber NSDAP, im Ausland schuf. Selbstverständlich können in die Reihen der Aus- Fmdsorganisation nur Reichsdeutsche ausgenommen werden.

Die nationalsozialistische Arbeit für bas Aus- xmbsbeutschtum wirb im Sinne unb im Geiste bes Friedens geleitet. Zehn Gesetze hat bie Auslands- rganifation für Auslaubsbeutfche aufgestellt, bereu irftes lautet:Befolge bie Gesetze bes Lanbes, des- $n Gast zu bist", unb bereu zweites heißt:Die Politik beines Gastlanbes lasse besten Bewohner machen. Dich geht bie innere Politik eines frem­den Laubes nichts an. Mische dich nicht in biefe, a:ud) nicht gesprächsweise!" In biefen Punkten heißt es bann weiter:Bekenne bich stets unb überall als Darteigeuoste, mache dem neuen Deutschland Ehre, iiieh in jedem Deutschen draußen deinen Dolksge-

WWM

Gurova-Rundflllg mit derLliMmvusine".

(Scherl-Bilderdienst-M.)

Dienstag früh stieg auf dem Tempelhofer Feld bei Berlin bas Messerschmitt-Flugzeug 108, ein Fabrikat ber Bayerischen Motorenwerke, zu seinem Europaflug auf. Es heißtTaifun", ist azurblau unb ein Resteflugzeug mit vier Sitzen. Ueber das Ziel des Fluges wurde zunächst Still­schweigen bewahrt. Als aber im Laufe bes Diens­tag bie Meldungen von der Landung desTaifun" eintrafen, erst aus Riga, dann aus Helsinki und weiter aus Hamburg, da bestätigte sich bas Ge­rücht, baß dieses Flugzeug nichts mehr unb nichts weniger zum Ziele habe, als einen Rundflug um Europa. Erst war das Unternehmen vom Wetter begünstigt, allerdings wurde die Fahrt schwieriger über Finnland und Schweden, über Schleswig- Holstein muhte man zeitweise sogar bis auf 50 Meter heruntergehen. Trotzdem ist alles am ersten Tage programmgemäß verlaufen: abends kurz nach 19.30 Uhr, war man auf dem Flugplatz Le Bour- get und hatte 3350 Kilometer hinter sich Die vier Insassen desTaifun" waren guter Dinge und besichtigten noch die Weltausstellung, vor allen Dingen das Deutsche Haus. Mittwoch, morgens um 5 Uhr, stieg die Messerschmitt-Maschine schon wie­der auf mit der Richtung nach Mailand, Rom, Bel­grad, Budapest und Berlin. 24 Stunden vorher war das Flugzeug in 250-Kilometer-Geschwindigkeit pro Stunde über die Ostsee und das Nordland ge­braust, nun ging es im stolzen Fluge schon über bie Alpen unb ben Apeninn. Um 20.30 Uhr am Mitt­wochabend konnteTaifun", von Budapest kom­mend, nach Zurücklegung einer Gesamtstrecke von etwa 6500 Kilometer wieder auf bem Flug­hafen Tempelhof landen Sicherlich eine prächtige Leistung, die ohne viel Geräusch organi­siert wurde, ein glänzendes Zeugnis für die deutsche Technik. In Bescheidenheit aber hat der Flug­kapitän Brindlinger dieses Flugzeug eine

Serienmaschine" genannt, mit der man allerdings alles machen könne. Der Rundflug hat gezeigt, daß der Traum von derfliegenden Limousine , von demAuto der L u f t", von dem Reiseflugzeug in Erfüllung gegangen ist. Ausgerüstet mit einem reihenmäßig yeraestellten Motor, dem achtzylin­drigen Argus-^d-lO-OMotor, hat dieTaifun" trotz überwiegend schlechten Wetters ihr gestelltes Flugprogramm eingehalten und was für den Erfolg eines Reiseflugzeuges mit ausschlaggebend ist eine große Wirtschaftlichkeit in den Betriebskosten gezeigt. Würden doch die reinen Betriebskosten für die rund 3500 Kilo­meter lange Strecke des ersten Tages bei vier Flugteilnehmern nur 75 Mark je Person be­tragen. Flugkapitän Brindlinger betonte besonders, daß die weite Strecke trotz insgesamt nur zwei dis drei Stunden Aufenthalt keineswegs ermüdend ge­wesen sei. Man habe gemütlich im Flug­zeug schlafen können, habe seine Mahlzeiten dorr eingenommen, sich in 4000 Meter Hohe mit Mundharmonikaspielen unterhalten und sich sogar während der Fahrt rasiert, da der kurze Aufenthalt auf den Flugplätzen keine Zeit dazu übriggelassen habe. Ueberall, wohin dieTaifun" gekommen sei, habe man ihr eine glänzende Auf­nahme bereitet. Nach dem Abflug von Paris hät­ten die Flugteilnehmer aus 180 Kilometer Entfer­nung und aus großer Höhe den Anblick der Schwei­zer Alpen genießen können Großes Lob spendete der Flugkapitän auch dem Argus-Motor. Die Maschine entwickelte eine Höchstgeschwindigkeit von 305 Kilometer und eine Reisegeschwindigkeit von 260 Kilometer. Die von ihr in zwei Tagen zurück­gelegte Strecke würde bei anderen fahrplanmäßigen Verkehrsmitteln einen Zeitaufwand von 8 bis 11 Tagen beanspruchen.

nassen und hilf ihm, sei nicht nur Mitglied, sondern auch Mitkämpfer, schließe dich deinen Parteigenos­sen an!"

Der Auslandsorganisation verdanken wir es, wenn nunmehr das Deutschtum in der gesamten Welt wieder in engster Verbindung zur Heimat steht, der Auslandsorganisatton verdanken wir es, wenn rund 30 Millionen Deutsche in allen Lan­dern ber Erbe jetzt roieber mit heißem Herzen ben Aufstieg ihres Vaterlanbes unter feiner neuen Führung verfolgen. Was früher niemals für mög­lich gehalten war, ist jetzt Tatsache geworben: bas Auslanbsbeutschtum bilbet einen feften Block, bas Auslanbsbeutschtum lebt jetzt im Geist national­sozialistischer Volksgemeinschaft, es kommt an den großen Feiertagen der Nation zusammen, uni von seiner Treue zur Heimat Zeugnis abzulegen. Wenn am 1. Mai in ben Hauptstädten Brasiliens und Ar­gentiniens je rund 20 000 Deutsche zusammenkom­men und wenn bei großen politischen Ereignissen, wie z.B. bei Wahlen, sich das Auslandsdeutsch­tum in überwältigendem Maße beteiligt unb für ben Führer stimmt, bann sprechen diese einzelnen Beispiele für bie Kraft, welche ein geeignetes Volks­tum ausströmt.

Es ftnb in ben letzten Jahren von den Deutschen in aller Welt Leistungen vollbracht worden, die eben nur aus der Volksgemeinschaft und der Zu­sammenarbeit aller heraus geschaffen werden konn­ten Ob wir an die zahlreichen Heime denken, die in gemeinsamer Arbeit errichtet wurden ober an die Schulen und Sportplätze ob mir auf die Lei- stungen bes Winterhilfswerkes bmweifen überall tritt uns di- Partei entgegen, welche die Deutschen ,u einer Einheitsfront zufammengefchloffen und Standesdünkel unb Klafsenhaß beseitigt hat.

Die Zabrestaouna des Deutschen Auslandinsiitutes.

Stuttgart, 11. Aug. (DNB.) Als erste öffent­liche Veranstaltung ber Jahrestagung unb 2l>Jahr- feier bes DAI. fanb Mittwoch abenb im Beisein her Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht, der Organisationen, der Reichs- und Länderbehor- den sowie zahlreicher auslandsdeutscher Volksgenos­

sen im Haus des Deutschtums ein Begrüßung s- abenb statt. Nach einem von ben Sängern des bekannten beutschen Sängervereins Arion aus Brooklyn mit großem Beifall wiederge­gebenen MännerchorMein Vaterland" hielt ber Leiter bes DAI. Prof. Dr. Cfaki, eine Be­grüßungsansprache. Er wies auf bie schwierige Lage eines Teiles bes Auslandsbeutschtums hin. Dabei schilberte er hauptsächlich bas furchtbare Schicksal unserer beutschen Volksgenossen in Sow- jetrußlanb unb Sowjetspani en. Die außerorbentlich große Anteilnahme ber führenden Männer von Partei unb Staat an ben Fragen bes beutschen Volkstums betätige, daß auch das DAI. mit seiner Arbeit auf dem richtigen Wege sei. Stür­misch begrüßt überbrachte bann ber Vertreter ber beutschen Volksgrupven Europas Kunbt (Prag) beren Grüße unb Glückwünsche. Er bankte dem Deutschen Auslandsinstitut, der Stadt der Aus­ländsdeutschen Stuttgart, dem Land Württemberg unb bem Reich für bie feinen auslanbsbeutschen Ka- meraben zuteil roerbenbe Gastfreunbschatt unb be­tonte, baß bie lebenbige Seele bes beutschen Men­schen bas einzige Bindeglied mit dem deutschen Mutterlande darstelle. Der übrige Teil bes Abenbs würbe in bem mit Lampions besonders stimmungs­voll beleuchteten Hof des Deutschtums­hauses verbracht.

Die He'chew-itkawpfe der GA.

Wie die NSK. meldet, ergeht am Donnerstag gegen 20 Uhr durch den Stabschef über alle deut­schen Sender ein Aufruf zu den Reichswe11 - kämpfen der SA. in Berlin vom 13.15. August. Der Stabschef wird dann mit allen Gruppenführern und Amtschefs der Obersten SA.-Führung am Grabe des Sturmführers Horst Wes­sel auf dem Nikolai-Friedhof einen Kranz nieder- legen. Danach begibt sich der Stabschef mit ben Gruppenführern zum Ehrenmal Unter ben Linben, um bort einen Kranz für bie toten Hel- ben bes Weltkrieges niederzulegen. Die Stanbarte Felbherrnhalle" 'wirb mit 1200 Mann bie Ehren­parabe stellen. Am Pariser Platz nimmt ber Stabs­chef ben Vorbeimarsch ber StandarteFelb­herrnhalle" ab.

Gemeinschaftsarbeit.

Ausländische Gäste, die ihren Aufenthalt in Deutschland benutzen, um charakteristische Leistun­gen und Arbeiten des neuen Reiches kennenzulernen, sind besonders angetan von gewissen Gemeinschafts­arbeiten, die außerhalb der herkömmlichen privat­wirtschaftlichen Rentabilität zu stehen scheinen. In den letzten Tagen hat es wieder zwei Beispiele für olche Leistungen gegeben, nämlich die Errichtung eines Siedlerdorfes im Sprottebruch und bie Fertigstellung eines Teiles einer Alpen­traße süblich vom Tegernsee. Im ersten Fall war es ber Arbeitsbien st, ber bereits einen beträchtlichen Teil ber Sumpflanbschast an ber Sprotte trockenlegte unb bamit beutsches Acker­land schuf. Der Bau ber Alpenstraße in Oberbayern ist eine Gemeinschaftsarbeit ber S A

Es gab eine Zeit, in ber man sich wirtschaftliche Tätigkeit nicht vorstellen konnte, ohne bas inner­halb weniger Jahre eine zahlenmäßig nachweis­bare Rentabilität gesichert war Zu benjenigen Wirtschastsvorhaben, bie erst nach einer langen Reihe von Jahren Erträge unb einer angemessenen Verzinsung abwerfen, gehören Deblanbreguüerung unb Verkehrswege. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer wirtschaftlicher Erschließungen, die erst nach vielen Jahren rentabel werden, unb bei benen es überhaupt zweifelhaft ist, ob sie je bas hinein­gesteckte Kapital unb bie aufgeroanbte Arbeit lohnen werben. Solche Erschließungsarbeiten sinb u. a. ber Bau von Bergwerken in solchen Gebieten, bie geo­logisch noch wenig erforscht sinb, unb bei benen baher ber Reichtum unb bie Mächtigkeit ber Mine­ralvorkommen noch nicht erwiesen sinb.

Das neue Deutschland) hat bereits vor einiger Zeit, als bie Wieberherstellung ber Wehrhaftigkeit noch nicht möglich war, burch Einführung bes Ar- beitsbienftes bas befonbere Verhältnis hervorge­hoben, in bem ber einzelne zur Gesamtheit, also zu Staat unb Volk steht. Fast anderthalb Jahrzehnte lang war bas beutsche Volk bes Dienstes an ber Gesamtheit entwöhnt. Die Folge konnte nur sein, baß sich Eigennutz unb Reib breit machten, und daß selbst geringfügige Opfer für bie Gesamtheit als brückend empfunden unb bekämpft würben. Die Einglieberung einer wachsenden Zahl junger Leute in den Arbeitsdienst und später die Verallgemeine­rung dieses Dienstes für die gesamte männliche Ju­gend hat wesentlich dazu beigetragen, das natio­nalsozialistische Empfinden in den Herzen der Her­anwachsenden Generation lebendig zu machen. Wenn jetzt mehr als 200 000 junger Männer in den Arbeitsdienst eingegliedert werden, so schafft das eine Tradition, die bei jedem neuen Jahrgang stärker werden wird. Daneben wird auf solche Weise eine nationale Arbeitsmannschaft geschaffen, die von ber Staatsführung eingesetzt werben kann, ohne baß der strenge Maßstab privatwirtschaftlicher Rentabi- lität angelegt zu werden braucht. Alle großen Völ­ker der Geschichte haben Gemeinschaftsarbeiten ge­leistet, die wahrscheinlich auch von Kritikern als unwirtschaftlich" bezeichnet worden sind, die aber für spätere Generationen in der verschiedensten Weise vom Segen gewesen sind.

Im Sprottebruch ist das Dorf von 40 Gehöften, das auf Sumpfboden entstanden ist, nach dem Reichs­führer des Arbeitsdienstes, dem Staatssekretär Hierl, mit dem Namen Hierlshagen belegt worden. Aus Schlesien, £)Äenbur$, den Westprovinzen, Süd­deutschland und Thüringen hat man sich bie 40 Bauernfamilien ausgesucht, bie mit 114 Kinbern Einzug in bie neue Heimat gehalten haben. Weitere große Teile bes Sprottebruchs harren ber Trocken­legung unb bamit ber Umrycmbkung in bäuerliches Kulturlanb. Eines ber größten beutschen Oedland- gebiete wirb bamit ber landwirtschaftlichen Erzeu­gung bes Reiches bienftbar gemacht. Bis zur groß­zügigen Regulierung bes gesamten Flußsystems ber Ober wirb ein Teil bes Sprottebruchs zum Schutze bes Kulturlanbes als Überschwemmungsgebiet un- oeränbert im gegenwärtigen Zustanb bleiben müssen. In vielen anberen Gegenden Deutschlanbs sinb bem nationalsozialistischen Reich ähnliche Aufgaben ge­stellt. Nicht überall ist ber Boben völlig unergiebig; in vielen Fällen hanbelt es sich nur barum, ben Boben zu höherer Ergiebigkeit zu bringen. Die Ur­barmachung von Oedland schafft Ersatz für ben Bobenaufwanb, ber für anbere Zwecke, nämlich für Flugplätze, Truppenübungsplätze unb Reichsauto­bahnen, getrieben werben muß. Wie stets, wenn man ein Problem ernstlich in Angriff nimmt, wer­ben neue Möglichkeiten auftauchen, wenn man ben einzelnen Fragen zu Leibe geht. Es ist baher töricht, wenn eine unfreunbliche Auslandskritik behauptet, bie öffentliche Arbeitsbeschaffung sei amEnde ihres Lateins".

Aehnlich wie bei ber Urbarmachung von Oeblanb liegen bie Dinge im Strafe en= unb Wegebau. Nach ber strengen privatwirtschaftlichen Regel heißt es: Ein Straßenbau lohne sich nicht, weil bie zu erschließenbe Gegenb zu arm sei, unb bie Gegend sei eben so arm, weil sie durch keine leistungsfähigen Wege mit Mittelpunkten des Verbrauchs verbunden sei. Wenn man nicht resignieren will, muß man an einer Stelle den Faden aufgreifen. Es gibt wenige Gebiete in Deutschland, die keine wirtschaftlichen Möglichkeiten bieten würden, wenn man sie ver­kehrspolitisch mit anderen Reichsteilen verbindet. Es ist also lediglich eine Frage der Tatkraft und volks­wirtschaftlichen Empfindens, wenn die in reicher Fülle vorhandenen Möglichkeiten benutzt werden sollen. Cr.