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griff

Dr.Ley

Klima und Gesundheit

Mr noch 649000 Arbeitslose

Oie überhaupt mögliche unterste Grenze nahezu erreicht.

Gesundheit ist keine Privatsache.

Oie Kraft und die Leistung jedes einzelnen wird gebraucht.

Man habe den Versuch gemacht, in vier Gauen zu einer Gesundheitsbilanz zu kommen, die zuverlässiger sei, als die Statistik und dabei fest­gestellt, daß 51 v. S). der Gefolgschaften krank gewesen seien. Man müsse von jedem Deutschen for­dern, daß er sich jährlich m i n d e st e n s ein­mal untersuchen läßt, denn es sei wichtiger, Krankheiten vorzubeugen und sie zu verhüten, als später Krankheiten zu heilen.

Dann kam Dr. Ley auf die konfessionelle Auffas­sung zu sprechen, daß die Arbeit eine Last und die Erde ein Jammertal seien.Das ist nicht wahr", so rief Dr. Ley unter Beifall aus,dann wäre die ganze Erde ein Narrenhaus. Wir glauben, daß man die Erde schöner und edler machen kann." Es sei nötig, nicht durch Verordnungen, sondern durch Be- russerziehung den deutschen Menschen dahin zu brin­gen, daß er sich gesund erhalte. Die Werkscharen hät­ten als weltanschauliche Vortrupps die Aufgabe, auch hier beispielgebend zu wirken. Das Ziel sei im­mer die höchste Leistung. Es sei auch wesentlich, dar­auf zu achten, daß kein frühes Altern durch Arbeits­entzug eintrete.

Deutschland brauche jede Lebenskraft, auch die der 60- und 70jährigen, die man mit bestem Erfolg in die deutsche Wirtschaft einsehen könne.

Die Erfüllung all dieser Dinge erfordere Jahr­zehnte. Man müsse erst den Unverstand, die Träg­heit und den bösen Willen überwinden, dann würde man die gesteckten Ziele erreichen.

Reicher Beifall dankte Dr. Ley für seine Aus­führungen. Mit dem Gesang des Deutschlandliedes und des chorst-Wessel-Liedes fand die Einweihungs­feier ihren Abschluß.

antwortliche und arbeitsreiche Aufgaben zu.

Von den Ende Juni noch vorhandenen 117 000 arbeitslosen A n g e st e l l t e n waren etwa 82000 im Beruf voll einsatzfähig, aber mehr als die Hälfte davon war durch Familienverhältnisse ortsgebunden. Trotzdem konnten in Auswirkung der Anordnung zur Unterbringung der älteren Angestellten die Ar­beitsämter bei der Vermittlung von über 40jähri« gen Angestellten bereits beachtliche Erfolge verzeich­nen.

Etwa ein Drittel (208 000) der noch vorhandenen Arbeitslosen entfielen auf Ungelernte. Von chnen waren 117 000 voll einsatzfähig und nur 27 000 für den zwischenbezirklichen Ausgleich geeignet.

Die Zahl der von der Reichsanstalt Unterstützten sank im Juni um 83 000 auf 352 000, die der an­erkannten Wohlfahrtserwerbslosen um 16 000 auf 75 000.

Das reiche Amerika aber 8 Millionen

Washington, 10. Juli. (DNB.) Der amerika- Nische Gewerkschaftsverband berichtet, daß zwischen dem 1. Januar d. I. und Ende Mai etwa 1 479 000 Arbeitslose von der Privatindustrie und von der Landwirtschaft eingestellt wurden. Im gleichen Zeit­raum des Vorjahres belief sich die Zahl der Ein­stellungen auf 1588 000. Die Arbeitslosen- zahl betrug im Mai d.J. noch immer über acht Millionen.

LuftschiffGraf Zeppelin" zur Znnenbesichticrung freigegeben.

Lpd. Frankfurt a. M., 9. Juli. Das Lust- schiffGraf Zeppelin", das am 18. Juni von Fried- richshafen nach Frankfurt a. M. überführt wurde und seitdem in der Luftschiffhalle des Flug- und Luftschiffhafens Rhein-Main liegt, ist jetzt auch zur Jnnenbesichtigung für die Öffentlichkeit freigegeben worden.

Bei einem Rundgang am Freitagoormittag er­innerte Direktor Wronsky von der Zeppelin- Reederei noch einmal an die Leistungen -des altbe- währten Luftriesen, der in seinen neun Betriebs- jähren auf fast 600 Fahrten über 1600 000 Kilo­meter, d. h. den Machen Erdumfang, mit beispiel­loser Sicherheit und Zuverlässigkeit zurückgelegt hat. Abgesehen von den 13 000 Fahrgästen, die das Luftschiff seit dem Jahre 1928 beförderte, haben jedoch nur wenige bisher Gelegenheit zu einer ein­gehenden Besichtigung des Innern des Luftschiffes gehabt. Nunmehr kann sich jeder Besucher von der Bauart und der Einrichtung eines Zeppelm-Lutt- schiffes unterrichten.

Der Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau, Stöhr, übermittelte der Zeppelin-Reederei die Grüße des Gauleiters Sprenger und gab ber Hoffnung Ausdruck daß recht bald wieder Luft­schiffe über unferm Gau kreuzen werden. An dieser ersten Besichtigung nahmen Vertreter der Partei und der Behörden, sowie Arbeiter aus ver­schiedenen Betrieben teil.

Oer ll.Juli eine Etappe im deutschen und europäischen Ginnet

Botschafter von Papen über das deutsch-österreichische Abkommen.

regimenter vom Bahnhof einholte. Bei einem Emp- fana konnte der Staatskommissar der Stadt Düssel­dorf, L i e d e r l e y , viele Generale des alten Hee­res und Kommandeure der ehemaligen Garderegi­menter begrüßen. Auf dem Begrüßungsabend hielt der Bundesführer des Reichskriegerbundes (Kyff- Häuser), SS.-Gruppenführer Oberst a. D. Rein­hard, die Festansprache, in der er auf die ruhm­reichen Taten der Garde im Weltkriege und in der Nachkriegszeit gegen die Bolschewisten im Baltikum und im Ruhrgebiet hinwies. Den Höhepunkt bildete die große Paradeaufstellung auf dem Maifeld am Rhein und der anschließende Festzug zur Ausstel­lung, wo Bundesführer Reinhard, umgeben von der Generalität des alten Heeres und den Ver­tretern der jungen Wehrmacht den Vorbeimarsch abnahm. Der Festzug, an dem über 20 000 ehe­malige Gardisten von insgesamt 80 Formationen des Gardekorps, des Gardereservekorps und der Kriegsformationen zum großen Teil in ihren alten Friedensuniformen teilnahmen, und der von einer Fahnenabordnung der jungen Wehrmacht eröffnet wurde, die die glorreichen Feldzeichen ehemaliger Garderegimenter vorantrug, gestaltete sich zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Auf ein Gruß- und Treuetelegramm dankte der Führer und erwiderte die Grüße in kameradschaftlicher Verbundenheit.

Wer die Geschichte kennt, weiß, daß durch Jahr­hunderte das deutsche Oe st erreich seine Sendung als Kulturträger erfüllt, aber daß es seiner nationalen Aufgabe erst zurückge­geben wurde, seit es durch den Weltkrieg der Wacht ledig geworden ist, die ihm das Habsburger Erbe auferlegt hatte. Der Kampf Oesterreichs ist ein deutscher Kampf geworden. Daran wird auch der Artikel 80 des Versailler Vertrages niemals etwas ändern.

Wer daher die Beseitigung der hieraus sich na­turgemäß ergebenden Spannungen im Interesse der deutschen Gesamtnation wünscht und er fühlt nicht den Herzschlag der jungen Generation in die­ser Zeit der Kämpfe um höchste Güter und Kultur- werte, der muß sich klar werden, daß ein Ku­rieren an Symptomen zwecklos ist und daß man den Problemen an die Wurzel gehen muß. Don dem Geist sind auch die Besprechungen ge­tragen, die im Rahmen des Juliabkommens tn die­sen Tagen zur Ueberprüfung und Verbesserung der Lage hier abgehalten wurden. Das Abkommen bil­det eine ausgezeichnete Grundlage.

Don Papen kommt dann auf die A n s ch l u ß - frage zu sprechen. Es sei klar, so sagt er u. a., daß man in Zukunft der österreichischen Aufgabe nur gerecht werde, wenn Eigenart und Selbständig­keit die Erfüllung dieses gesamtdeutschen Mandats ermöglichten. Voraussetzung sei selbstverständlich em Verhältnis zum Reich, das so eng und brüderlich wie möglich sei. Dann könne man die Findung staatspolitischer Formen zwischen Oesterreich und dem Reich, die seiner Lage und seinen Aufgaben entsprechen, getrost einer spateren Zeit überlassen.

Das deutsche Problem ist", so sagt von Papen weiter,zugleich das europäische Problem. Wenn man letzterem zu Leibe gehen will, um Europas Aufbau entsprechend den Gesehen der geistigen Entwicklung und des Raumes zu organisieren, muh man begriffen haben, daß das durch feinen Führer von den Fesseln befreite deutsche Volk dabei ist, seine nationale Erneuerung auf einer klaren Ebene zu suchen. Mit dieser Lo­sung steht oder fällt Europa. Es gibt keinen besseren Weg, um Deutschland mit Europa zu vermählen, und deshalb trifft die d e u t s ch - 8 st e r r e i ch i s ch e Frage auch den Kernpunkt des europäischen Problems. Der 11. Juli ist daher eine Etappe im deutschen und im europäischen Sinne. Sein Jahrestag soll also beide Seiten bereitfinden, unter den vergangenen Spannun­gen einen Strich zu machen, den inneren Frieden herzu st ellen, Augen und Sinne zu weiten für die großen wirtschaftlichen Aufgaben der Gegenwart. Die staatspolitifche Tat des österreichischen Bundeskanzlers und

Lpd. Hanau, 11. Juli. Am Sonntagmittag weilte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in Hanau, um das dortige Landeskrankenhaus, das künftig den NamenD r. Rodert Ley - Krankenhaus" führen wird, einzuweihen.

Nachdem der Kreisleiter Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Gauleiter Sprenger, Landesobmann Becker und die übrigen Gäste begrüßt hatte, er*

gesehene Ausschuß von Vertretern der beiderseitigen Außenminister hat heute seine am 6. dieses Monats in Wien aufgenommenen Arbeiten beendet.

Die Beratungen werden in freimütiger Aus­sprache und in dem gemeinsamen Bestreben ge­führt, die auf Grundlage des Abkommens ange- vahnte Entwicklung des freundschaftlichen Verhältnisses zwischen den beiden Staaten entsprechend dem Willen der beiderseitigen Regie- rungen weiterhin zu fördern.

Als Tagungsort für den nächsten Zusammentritt des Ausschusses, der vereinbarungsgemäß von Zeit zu Zeit einberufen werden soll, ist Berlin vor­gesehen.

Vor kurzem hat der Reichsfremdenverkehrsver- ! band eine Neuordnung bekanntgegeben, nach der durch entsprechendes Zusammenarbeiten der in Frage i kommenden wirtschaftlichen, medizinischen und kli- ! matologischen Aemter das gesamte deutscheKur- ' wesen eine Vereinheitlichung erfährt. Es wird in s drei Gruppen aufgeteilt: 1. Heilklimatische Kurorte, 1 2. Luftkurorte, 3. Sommerfrischen, Winterfrischen, Erholungsorte, Touristenorte und Wintersportplätze,

Diese Bezeichnungen Haden für die Zukunft ganz bestimmte Voraussetzungen, unter denen neben den medizinisch-sanitären Bedingungen die klimatischen Verhältnisse eine bevorzugte Rolle spielen. Der Zweck der Neuordnung ist, auf der einen Seite im Kurgewerbe das Herausstellen rein geschäftlicher Interessen unter Hintansetzung der allgemeinen ge­sundheitlichen Voraussetzungen zu verhindern, an- dernteils will man durch eine systematische Erforschung des deutschen Heilklimas vorhandene begünstigte Plätze noch mehr in den Vordergrund stellen und bis jetzt unbekannte Land­schaften in dieser Beziehung entdecken und dem Kur­verkehr eröffnen. Schließlich ist es aber auch der Zweck der Neuordnung, eine klare Uebersicht über die verschiedenen Kurorte und ihre Einwirkungen auf die Gesundheit zu vermitteln, denn bei aller ärztlichen Beratung spielen für Erholungsuchende oft marktschreierische Reklamen eine zu große Rolle. Mit den landschaftlichen Vorzügen, die. viele Kur­orte auf sich vereinigen, ist noch nicht gesagt, daß auch in klimatischer und heilkräftiger Bezie­hung all die Voraussetzungen vorhanden sind, die die jeweilige Konstitution des Erholungsuchenden verlangt.

In dieser Hinsicht sind charakteristische Beeinflus­sungen bekannt, die sich mit einem Klimawechsel für empfindliche Personen verbinden. Heute ist man sich darüber vollständig im klaren, daß die Vor­gänge in der Atmosphäre im allgemeinen nicht nur sehr unterschiedlich auf den Menschen ein­wirken, sondern auch verschieden auf ein und den­selben Körper innerhalb eines kleinen Raumes. Ja, es kann unter Umständen schon der Wegzug von einem gewohnten Klimagebiet in ein benachbartes, das vielleicht nur eine halbe Tagesreise vom Aus­gangspunkt entfernt ist, bei empfindlichen Perso­nen gesundheitliche Beschwerden mit unter Um­ständen langwierigen Folgen verursachen. Oft ge­nug muß man feststellen, oaß Personen, die Jahre hindurch etwa in Mecklenburg oder Nordwestdeutsch­land gelebt haben, einen Aufenthalt in Thüringen oder Bayern nicht ertragen konnten. Gesunde Men­schenakklimatisieren" sich verhältnismäßig rasch, während zartbesaitete Naturen entweder tagelang im Bett liegen oder sich in der Gegend müde und lustlos herumschleppen, ohne sich darüber recht im klaren zu sein, was die Ursache ihres körperlichen Unbehaaens sein könnte. Hiernach ist es verständlich, daß unter Umständen auch die zu sehr nach äußeren Eindrücken erfolgte Wahl eines Ferien­aufenthalts oder einer Erholung von nach­teiligen Folgen für solche Erholungsuchende sein kann, deren körperliche Konstitution nicht allen Kli- maten gewachsen ist. Aus diesem Grunde ist für die Zukunft die pflichtmäßige Unterscheidung und Auf­teilung der verschiedenen Kurorte und Sommer­frischen auch in der öffentlichen Werbung erfolgt, so daß ein Kurort nur die besonderen Eigenschaften angeben darf, die von der Wissenschaft einwandfrei festgestellt worden sind.

Natürlich lassen sich diese Gruppierungen der ver- schiedenen Kurorte nicht von heute auf morgen er­ledigen. Soweit die Kurplätze schon Sitz einer kli­matischen Forschungsstelle waren es gibt deren natürlich eine große Anzahl und zum mindesten sind die verschiedenen deutschen Weltbäder dazu zu rechnen, braucht man für die Beibehal­tung der BezeichnungHeilklimatischer Kurort bzw.Luftkurort" keine Bedenken zu haben. Atz- dernteils werden manche, namentlich kleinere Kur­orte den angeblich besonderen Charakter ihrer kli­matischen Veranlagung nachweisen müssen, wofür das Reichsamt für Wetterdienst eine das ganze Reich umfassende Organisation der Kur - klimaforschung geschaffen hat die ihre Er­gebnisse zur Festlegung und Auswertung der Heil- klimalagen als Gutachterin zur Verfügung stellt.

das Wort. Die Grundlage des Volkes, so führte er aus, sei die körperliche und die seelische Gesundheit. Man brauche die Gesundheit, um das Leben, das nicht aus Faulheit und Nichtstun bestehe, sondern aus einem ewigen harten Kampf, meistern zu kön­nen. Deutschland müsse die Kraft erhalten, um noch Jahrtausende bestehen zu können. Voraussetzung die­ser Kraft sei Gesundheit des Körpers, der Seele und des Geistes, eine Einheit, die man nicht trennen könne.

Dr. Ley betonte, daß er nicht als Vertreter einer Klasse spreche, sondern im Auftrag des Führers und der Partei. Der Kampf um die Gesunderhal­tung gehe um keinen einzelnen Beruf, ober um eine Klasse, sondern um das ganze deutsche Volk.

Wir sind alle Soldaten des Führers und kön­nen nicht dulden, daß jemand glaubt, die Ge­sundheit sei Privaksache. Wir hasten keine Pri­vatmänner mehr und brauchen die Kraft und die Leistung eines jeden einzelnen, um unser Ziel zu erreichen. Wir haben darüber zu wa­chen, daß jeder Deutsche die höchste Leistung vollbringen kann."

Insbesondere kommt es auch darauf an, mancherlei örtliche Eigenarten von Klimaformen, die zum Teil unter das Wissensgebiet der Mikrometeorologie fal­len, zu untersuchen und bei solchen Kurorten in Rechnung zu stellen, die bisher diese mitunter sehr schädigenden Klimaeigenarten nicht berücksichtigten. Es gibt da mancherlei Folgen, die z. B. die Nähe eines größeren Industriezentrums für die gesamte Umgebung auslöst, die gewisse Erholungsuchende entsprechend ihrer Konstttution in Betracht ziehen müssen.

Mele in den Gebirgstälern und an Flußniederun­gen liegenden Luftkurorte leiden im Sommer unter örtlich stark begrenzten Dunst- und Nebelansamm­lungen in den Abendstunden, die als feucht-kalte Wiesennebel in ihrem regelmäßigen Auftreten mit­unter sehr gefährliche Folgen für rheumatisch oer- anlagte Personen mit sich bringen. Es ist selbstver­ständlich, daß man bei all diesen Untersuchungen keine kleinlichen bürokratischen Methoden walten läßt. Der reine Fremdenverkehr irgendwie klimatisch benachteiligter Plätze wird in keiner Weise behindert werden, nur wird man in Zukunft dar­auf achten, daß sich nicht solche Orte als Heilkur- orte ausgeben, die die gegebenen Voraussetzungen nicht erfüllen und somit bei kränklichen Personen Hoffnungen entstehen lassen, die in keiner Weise berechtigt sind.

Selbstverständlich darf in Zusammenhang mit den eben gemachten Ausführungen über Klimawechsel auch nicht bestritten werden, daß sich in vielen Fäl­len ein Klimawechsel und damit ein selbstge­wählter Erholungsaufenthalt sehr vorteilhaft auswirkt, denn nicht umsonst fahren die Nordländer an ihren Urlaubstagen fo gern in die Alpen, wäh­rend umgekehrt die Süddeutschen die See aufsuchen. Es ist auch bekannt, daß die leichte und dünnere Luft der Gebirgsgegenden die Elastizität körperlich gesunder Menschen ganz allgemein erhöht. Anders wird die Frage lediglich, wenn ein irgendwie kränk­lich veranlagter Mensch zur Wahl eines Erholungs­ortes schreitet. Er muß immer berücksichtigen kön­nen, inwieweit der Platz die für ihn in Frage kom­menden Voraussetzungen erfüllt. Hier soll die Kur­klimaforschung Fingerzeige geben.

Mit der Neuordnung des klimattschen Kurwesens verbinden sich auf weite Sicht nicht nur wertvolle Richtlinien für die gesundheitliche Betreu­ung des deutschen Menschen, sondern auch für die Erschließung mancher Landschaf­ten als Heilklima, die bis jetzt den wichtigen Auf­gaben der Volksgesundheit noch nicht geöffnet waren.

Ihm schlossen sich im Namen des Reichsbundes für deutsche Seegeltung Staatsrat Börger, Beigeord­neter Dr. Körper und Oberst Schrörs an. Nicht minder herzlich gestaltete sich die Begrüßung zwi- chen der Kölner Bevölkerung und den Offizieren und Mannschaften. Vertreter der Partei, der Wehr­macht und der Behörden folgten einer Einladung zur Besichtigung derZiethen", in deren Gefolge auch die sieben Räumboote der Flottille angelegt hatten. Viele tausend Volksgenossen nahmen die Gelegenheit wahr, den Schiffen ihren Besuch abzu­statten.

Deutscher (Sarbdag" in Düsseldorf.

Zum ersten Male nach dem Kriege kamen in Düsseldorf die Angehörigen der ehemaligen Garde­regimenter aus dem ganzen Reiche und auch aus dem AuslandsDeutschen Gardetag zusammen und leg­ten ein Bekenntnis zu den alten Soldatentugenden der Kameradschaft, des Pflichtgefühls, der Disziplin und unverbrüchlicher Treue zum Führer ab. Den alten Soldaten wurde ein begeisterter Empfang tu» teil. Die enge Verbundenheit der jungen Wehr­macht mit den alten Soldaten kam bei den Ver­anstaltungen immer wieder zum Ausdruck, so, als eine Abordnung der Wehrmacht die von Berlin kommenden ruhmreichen Fahnen ehemaliger Garde-

bes Führers und Kanzlers des Deutschen Rei­ches verpflichten uns, geschichtlich weiter zu schauen und zur Unterordnung aller indivi­duellen Wünsche unter ein gemeinsames Ziel." Die deuisch-österreichischen 9e- sprechungen abgeschlossen.

Wien, 10. Juli. (DNB.) lieber die dieser Tage in Wien geführten deutsch-österreichischen Besprechungen wurde folgendes Schlußkom- munique ausgegeben:

Der bei Abschluß des Abkommens zwischen Deutschland und Oesterreich vom 11. Juli 1936 vor-

Wien, 11. Juli. (DNB.) Der deutsche Botschaf­ter von Papen schreibt in einem ArtikelZ um 11. Juli", d. h. zum Jahrestag des deutsch- österreichischen Abkommens, u. a.:

Es ist üblich, an gewissen Abschnitten den Wert und Nutzen von staatspolitischen Übereinkommen zu prüfen, die bei ihrer Geburtsstunde zumindest eine sehr verschiedene Beurteilung gefunden haben. Das Abkommen vom 11. Juli 1936 hatte die Welt durch den Friedensschluß derstreitenden Bruder überrascht und bei allen jenen eine sehr kritische Ausnahme gefunden, deren europäische Gleichge­wichtspolitik auf dem deutsch-österreichen Streit ba­siert war. Wir hatten den Familien st reit selbst begraben und damit unmißverständlich fest- gestellt, daß die beiden wichtigsten Donaustaaten gewillt sind, das Maß ihres Einflußes und ihrer vitalen Interessen im zentraleuropäischen Raum selbst zu bestimmen und zu vertreten. Alles dies selbstver­ständlich im Rahmen der Interessen und Rechte aller anderen Donauanrainer und der Staaten, die begründeten Anspruch auf Mitwirkung in diesem Sektor besitzen.

Die so erreichte Klärung der außenpolitischen Lage in einem der wichtigsten Teile Europas hat sich als von hohem Wert erwiesen. Richt nur, daß unsere Beziehungen zu den Römer- Protokoll-Wächlen wesentlich ausgebaut und die wertvolle deutsch-italienische Zu­sammenarbeit neu fundiert werden konnte. Die Beseitigung der Spannungen ist in hohem Maße auch der wirtschaftlichen Gesundung und damit der inneren Konsolidierung Oesterreichs zugute gekommen.

Immer hat die österreichische Regierung die außen­politischen Wege des Reiches mit Sympathie beglei­tet. Gegenüber dieser außenpolitischen Ak­tivseite des Abkommens haben die Rückwirkungen auf die deutsch-österreichische innerpolitische Lage nicht das gleiche befriedigende Ergebnis ge­bracht. Es wäre töricht, das leugnen zu wollen. Aber es freimütig feftzustellen, heißt zugleich auch den festen Willen zu dokumentieren, hier eine A e n- berung eintreten zu lassen.

Im übrigen können nur Ignoranten, denen die tiefe Problematik des Werdeganges gesamtdeutscher Geschichtsgestaltung verborgen geblieben ist, erwar­tet Haden, daß zwölf Monate die Losung einer Frage bringen konnten, um die sich Generationen bemühten und mit ihren besten Kräften verzehrt haben.

Während Frankreich und England vor Jahrhun­derten ihre geschichtliche Einheit begründeten, Ita­lien erst spät dazu kam, ist der deutschen Nation ein leidvoller Weg betrieben gewesen, ber es von stolzer Große immer wieder zurückwarf. Es ist das Glück der heutigen Generation, Zeuge und Mit­arbeiter an einem neuen, von unerhörtem Aufbauwillen getriebenen Vers u ch zu fein, bas gesamtbeutsche Schicksal im europaifajen Raum neu unb entsprechen!) unserer kulturellen abenblänbischen Ausgabe zu gestalten. Daß die er geschichtliche Prozeß nicht ohne tiefe moralische Rück­wirkungen auf Oesterreich sein kann, ist klar.

Berlin, 10. Juli. (DNB.) Der A r b e i t s e i n - atz ist im Juni nach ber bereits günstigen Ent­wicklung ber Vormonate noch erheblich weiter gebessert. Die Zahl der Arbeitslosen hat, nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsver­mittlung und Arbeitlosenversicherung, weiter um 128 000 abgenommen und mit 6 4 9 0 0 0 einen Stand erreicht, der damit unter dem tiefsten Stand des Vorjahres (1 035000) liegt.

Bei Berücksichtigung des normalen Arbeitsplatz­wechsels unter den 22 Millionen Arbeitsbuchinha­bern neigt sich die Arbeitslosenzahl allmählich der bei einer Stichtagszählung überhaupt mög­lichen untersten Grenze zu.

Etwa die Hälfte des Bestandes an Arbeitslosen Ende Juni, nämlich 324 000, waren gelernte und angelernte Arbeiter. Von diesem Personenkreis waren nur 211000 im Beruf voll einsatzfähig und von diesen wieder nur 59 000 nicht durch wirtschaft­liche oder Familienverhältnisse ortsgebunden: nur diese kommen für den zwischenbezirklichen Ausgleich in Frage. Verteilt man die Listen nach Zahlen der Einzelberufe auf die 345 Arbeitsamtsbezirke, so wird der Facharbeitermangel ohne weite­res erklärlich. In dieser Lage des Arbeitseinsatzes fallen den Arbeitsämtern neben der umfangreichen Vermittlungstätigkeit (rund 819 000 Vermittlungen im Mai 1937) und der Beschaffung der notwendi­gen Arbeitskräfte durch den zwischenbezirklichen Ausgleich und sonstige Maßnahmen besonders oer-