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halten. Die Ursache des Ablaufens der GitterwaM ist noch nicht festgestellt. Persuche, die ablausenden Wagen aufzuhalten, waren leider erfolglos.
Der Führer des Allgemeinen Deutschen Musikvereins, Präsident der Reichsmusikkammer, Professor Peter Raabe, empfing aus den Händen des Frankfurter Oberbürgermeisters die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt. — (Scherl-Bilderdienst°M.)
Unwetterkatastrophe in der Südpfalz.
BOM.-Gruppe von Wasserfluten überrascht.-Zehn Mädel tot geborgen.
Landau, 11.3unl. Freitag gegen Abend kam nach einem schweren Gewitter über der Süb- pfalz aus dem Modenbacher Tal eine Flutwelle in das Hainfelder Tal geschossen. Das bei Edesheim gelegene Schwimmbad, das aus dem Moderbach mit Wasser gespeist wird, wurde von den Fluten plötzlich überschwemmt. 3n den Badeanlagen befand sich eine Gruppe von etwa 40 BDM -Mädeln aus dem benachbarten Rhodt, die sich jedoch im Augenblick des hereinbrechens der Fluten nicht mehr im Schwimmbecken aufhielt. Die Mädel versuchten angesichts der Gefahr eine benachbarte Siedlung zu erreichen. Sie wurden jedoch von den Wassern erfaßt und bis zu der in nächster Rahe des Dorfes Edesheim gelegenen Mühle abgetrieben. Es wurden sofort SA.- und Wchrmän- ner aus Landau sowie Sanitätskolonnen und Feuerwehr aus den benachbarten Orten herbeigezogen. Bisher wurden 10 Mädel tot geborgen.
Wie das Unglück geschah.
Die Naturkatastrophe von Edesheim ist die größte, die seit Menschengedenken über die Südpfalz niederging. lieber die Gemarkungen von Hainfeld, Rhodt, Weyher und Edenkoben war ein Wolkenbruch niedergegangen. Das Wasser brach in Hainfeld ein und drang in die tiefer gelegenen Häuser bis zu einer Höhe von 2 Meter ein. Bon Hainfeld ergoß sich das Wasser durch das Bett des Modenbachtales, das eine Breite von nahezu 50 Meter annahm, in das tiefer gelegene Erlenbachtal. Es drang hier in das Edesheimer Schwimmbad mit großer Wucht ein.
Die aus etwa 45 Mädeln bestehende Gruppe des BDM. aus Rhodt wollte sich retten, aber ein um das Schwimmbad gezogener Drahtzaun vereitelte
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unterstützt und regelt die firbeitßFrafl Ohres Herzens. Heumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstofsen zusammengesetzt..Zu haben in den Apotheken für RM. L.SO die Packung. Sie reicht ca. l Monat.
An Bord der dreimotorigen Junkers-Maschine „Hermann Göring" ist Reichskriegsminister Generalfeldmarschall d o n Blomberg zusammen mit seiner Tochter und seiner Begleitung in Florenz eingetroffen, wo er vom Dizepräfekten sowie füh-
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mer. Mit herzlichen Worten begrüßte Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs die Tagungsteilnehmer. Sein besonderer Gruß galt dem Vorstand des Allgemeinen Deutschen Musikvereins, Präsidenten der Reichsmusikkammer Prof. Dr. Raabe, in dem die Gewähr gegeben sei, daß das Musikschaffen in Deutschlands niemals verbeamtet wird. Anschließend überreichte der Oberbürgermeister Professor Dr. Raabe die Goethe-Plakette mit einer kunstvoll ausgeführten Verleihungsurkunde. Pros. Raabe dankte für die große Ehre und appellierte an den Genius Frankfurts, Goethe, in dessen Sinne wir uns begeistern wollen.
Tonkünstlerfest in Darmstadt und Frankfurt.
Im Mittelpunkt des dritten T^ges der diesjährigen 68. Tonkünstler-Versammlung in Darmstadt stand ein „Tag des Volkes", der die neue Unterhaltungsmusik in demTZordergrund rückte. Die neue Unterhaltungsmusik wendet sich von der bisherigen Unterhaltungsmusik, die hauptsächlich aus „Salonmusik" ober meist schlechten Bearbeitungen von Opernmelodien bestand, bewußt ab und bildet eine neue, allgemeinverständliche Form schöner Musik, wie es Hermann Grabner in seiner „Fröhlichen Musik", Hans Lang in der „Glückwunschkantate" gelingt. Nicht minder wertvoll ist jene neue Unterhaltungsmusik, die altes Volksgut auf greift und in neuer Form lebendig macht, wie es Gerhard Maaß in seinen „Handwerkertänzen nach alten Zunftrufen und -Weisen für Orchester" vorzüglich gelingt. In interessanter Gegenüberstellung hatte man als Beispiel für die ältere Form der Unterhaltungsmusik vorher Gelegenheit, die „alten Weisen" mit den neuen zu vergleichen. Das Frankfurter Lenzewski-Quartett spielte im zweiten Kammermusikkonzert im Kleinen Haus des Hessischen Landestheaters ein Streichquartett in G von Wilhelm Maler, dem Pädagogen der Kölner Musikhochschule, und begleitete Rea G i n st e r in „Drei Liedern für Sopran und Streichquartett" von Adolf Pfänner. Drei wundervolle Goethe-Gesänge für Bariton, zwei Pauken, ein Horn und Harfe von dem Berliner Komponisten Hermann Simon fang Günther Baum. Ein ganz in romantischer Klangwelt lebendes Quartett für Klarinette, Violine, Viola und Cello beschloß die Kammermusikveranstaltungen.
Die Tonkünstlerversammlung setzte nach den ersten 3 Tagen in Darmstadt ihre Veranstaltungen in Frankfurt fort. Sie begannen mit einem Empfang im Rö-
Käthe Krauß, die bekannte Sportlerin, wurde zur Frauensportwartin des Sportamts Leichtathletik im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen ernannt. — (Schirner-M.)
Zeitschriften
— Im Juni-Heft der Zeitschrift „Mutter und Kind" (Verlag Elwin Staude, Berlin W. 30) wird jede junge Mutter, Säuglingsschwester, Kindergärtnerin usw. die neue Folge „Grundsätze der Ernährung" der Artikelserie „100 Worte Säuglingspflege" mit Interesse lesen. Auch vieles andere, worüber
triften in Ecuador, wo die Grenzstadt Z o p o t i 11 o angegriffen und die Bevölkerung mißhandelt wurde. Es werden bereits Befürchtungen laut, daß dadurch der Chaco-Streit neu entfacht werden könnte, an dem die Standard Oil - Gesellschaft nicht uninteressiert fein soll.
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Die britisch-indischen Behörden sollen nach Meldungen aus Simla mit dem aufständischen Stamm der Tori-Kael Waffen st ill st andsverhand- langen eingeleitet haben. Ein Vertreter der indischen Regierung hat von dem Aeltestenrat des Stammes die Freilassung der entführten Hindus, die Unterdrückung unruhiger und die Ausstoßung feindseliger Elemente gefordert. Trotz der Verhandlungen rückten die britischen Truppen weiter vor und besetzten zwei Orte.
Aus aller Welt.
Abschluß des 3nterna(ionalen Eifenbahnkongrefses in Paris.
Der seit 31. Mai in Paris tagende Internationale Eisenbahnkongreh wurde abgeschlossen. An dem Kongreß nahmen Vertreter fast aller Eifenbahnverwaltungen der Welt teil. Die deutsche Abordnung, die sich aus führenden Män- nern der verschiedenen Arbeitsgebiete zusammensetzte, stand unter Führung des Reichsverkehrsministers Dr. D o r p m ü 11 e r. Gegenstand der Beratungen und des Erfahrungsaustausches waren wissenschaftliche Fragen der modernen Eisenbahntechnik, z. B. Konstruktion und Betrieb von Schnelltriebwagen, von schnell fahrenden Dampflokomotiven, Ausbau der elektrischen Zugführung und der Gleis-
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ihr Vorhaben, und die Wasser rissen gerade an diesen Stellen, wohin fick die Mädel gewandt hatten, alles weg, was ihnen im Wege stand. Der Bademeister des Schwimmbades, ein anwesender Schullehrer und einige Badegäste ergriffen sofort beherzt die notwendigen Maßnahmen und brachten zunächst alle im Bad verbliebenen Mädel in Sicherheit. Das Rettungswerk wurde durch die weiter hereinbrechenden Wassermassen sehr erschwert. Immerhin gelang es, den größten Teil der Mädel aus der hinter dem Schwimmbad gelegenen Wiese den Fluten zu entreißen. Ein Teil konnte allerdings nicht mehr erreicht werden und wurde von den Fluten fortgespült, teilweise bis zu einer Entfernung von 1000 Meter.
Auf bas Sturmläuten eilten die Einwohner von Edesheim und sehr bald auch Teile der Wehrmacht von Landau, Gliederungen der Partei und die Feuerwehr von Edesheim unb der benachbarten Ortschaften herbei. Sie konnten zehn Mädel nur als Leichen bergen. Die sofort von Aerzten an- gestellten Belebungsversuche blieben leider erfolglos. Alle anderen Mädel sind gerettet. Neben den beklagenswerten Menschenopfern wurde auch ein sehr erheblicher Schaden an den Fluren angerichtet, der wegen der hereinbrechenden Dunkelheit allerdings noch nicht in seinem gesamten Umfange übersehen werden kann.
Halbmast
bei sämtlichen Dienststellen her HZ.
Kochel, 12. Juni. (DNV.) Den Jugendführer des Deutschen Reiches erreichte die Nachricht von dem Unglück der zehn BDM.-Mädel im Obergau Saar-Pfalz am Freitag in Oberbayern. Er ordnete sofort an, daß sämtliche Dienststellen der Hitler-Jugend bis zum Tage der Beisetzung Halbmast setzen. Er selbst wird an der Beisetzung der verunglückten Jungmädel teilnehmen.
Der Hauptschriftleiter des Politi chen Pressedienstes Alfred Weidlich, der au der Autobahn Berlin—Stettin verunglückt war, ist seinen Verletzungen erlegen. Weidlich war Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP.,
bautechnik sowie Fragen der allgemeinen Organisation unb ber Wirtschaftlichkeit ber Betriebsführung, insbesondere das Problem der Zusammenarbeit zwischen Schiene und Straße. Auf Antrag des Reichsverkehrsministers Dr. Dorpmüller faßte der Kongreß den Entschluß, seine nächste Tagung im Jahre 1941 in Berlin stattfinden zu lassen.
Fleischerlagung in Königsberg.
Der Reichsinnungsverband des Fleischerhandwerks hat vom 9. bis 11. Juni unter" Leitung des Reichsinnungsmeisters, Hand- werkska'mmerpräsident Willy Schmidt- Nordstemmen, in Königsberg i. Pr. feinen 57. Verbandstag abgehalten, ber von mehr als 2000 Delegierten aller deutschen Fleischer-Innungen besucht war. Auf der Haupttagung konnte Reichsinnungsmeister Schmidt zahlreiche Behördenvertreter begrüßen. Ministerialdirektor N a r t e n vom Ministerium für .Ernährung und Landwirtschaft erklärte, es sei bon größter Bedeututtg, daß wir in Deutschland einen leistungswilligen und zuverlässigen Fleischerstand haben.
36,3 Grad in Berlin!
Die seit Tagen über Deutschland lastende tropische Hitze, die am Donnerstag in Berlin Temperaturen bis 35 Grad brachte, erfuhr am Freitag noch einen weiteren Anstieg. Bereits um die Mittagsstunden wurden in der Reichshauptstadt 36,3 Grad gemessen unb bamit bie Temperatur bes bisher heißesten Junitages seit 80 Jahren (35 Grab) nicht unbeträchtlich üoerschritten. In West- unb Mitteldeutschland macht sich bereits eine kräftige Gewittertätigkeit geltend. Bei den schwachen aus verschiedenen Richtungen wehenden Winden unb ben gewaltigen in ben Luftmassen ausgespeicherten Wärmemengen werben diese Gewitter aber nur geringe Abkühlung herbeiführen.
Eisenbahnunglück in Schlesien.
Drei beladene Güterwagen und vierleere Güterwagen, die von einem Nahgüterzug gelaufen waren, stießen auf der Strecke Hirschberg—Schmiedeberg mit einem Triebwagen- Personenzug zusammen. Bisher wurden vier Töte, zwei Schwerverletzte und 8 Leichtverletzte fest- gestellt. Ein Toter wurde als ber Reichsbahnbetriebsassistent Fritz Reim aus Gloaau ermittelt Personalien ber anberen Toten und Verletzten sind noch nicht bekannt. Die Verletzten befinben sich im Krankenhaus Hirschberg im Riesengebirge. Der Reiseverkehr wird mit Postomnibussen aufrechter
eine Mutter gern unterrichtet fein möchte, bietet das mit reizenden Bildern geschmückte Heft. „Vergeht das Turnen nicht", „Von der Entwicklung bis zum 6. Lebensjahr", „Geistige Familienähnlichkeit", „Erlebnisse mit meinem Kind" usw. sind Beiträge, die allgemein interessieren.
— Das Junihest von „W eftermanns M o - na ts he ften" macht mit einer ungewöhnliche? malerischen Erscheinung bekannt mit dem Worps- weder Fritz Uphoff, über ben Ludwig Bäte zu farbenreichen wirkungsvollen Bildern schreibt. Farbig sind auch Wiedergaben nach Moritaten-Bildern, rin Gebiet, das jetzt wissenschaftlich in die Volkskunde einbezogen ist und zum erstenmal in dieser Form behandelt wird. Aquarellskizzen begleiten Ebenfalls farbig eine heitere „Kleine Pilgerfahrt nach Dinkelsbühl". Reiselustige erfahren viel Wissenswertes unb gut Beobachtetes über „Ungarn abseits der großen Straße". Nach Alt-Japan führt eine Erzählung von Adalbert Forstreuter. Die „Französische Heereskrise 1917" bie bamalige Meuterei auf französischer Seite, vehanbelt Oberstleutnant a. D. Solger nach ben ihm als Dberreaierungs» rat am Reichsarchiv offenen Quellen. Schone Aufnahmen sehen wir in einem Aufsatz „Werkstoff Holz", ebenso in einem Beitrag zum Kampf gegen den Kartoffelkäfer. Vor allem bie Frauen geht eine kuriose Bilberfolge „Fünfzig Jahre Frauenmode" an, ferner die nachdenkliche Bettachtung „Wenn die Kinder größer werden" von der bekannten Pupoen- schöpferin Käthe Kruse. Neue Einblicke in Richard Wagners erste Ehe mit Minna Planer gibt die Darstellung „Wo nie sein Wähnen Frieden fand". Aus vielem andern des gediegenen unb lebendigen Inhalts maq noch genannt werben: „USA. unb wir", eine Würdigung des niederländischen Dichters Stijn Streuvels, sowie Plaudereien über große Dauerleistungen im Sport unb über die nicht nur sommerlichen „Taten des Lichtes".
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort $ranffart
Nachdem sich am Freitag bei Temperaturen bis zu 35 Grad im Schatten unb höhere Feuchtigkeit besonders unangenehme Schwüle eingestellt hatte, erfolgte der Einbruch etwas frischer Meeresluft. Sie brachte auf breiter Front Gewittertätigkeit mit sehr unterschiedlicher Niederschlagsverteilung, aber auch örtlichen Hagelschlag. Am Samstag kann das Eindringen etwas kühlerer Meeresluft mit gewittrigen Schauern erwartet werden. Dann wird sich im wesentlichen wieder der Schönwettercharakter durchsetzen.
Aussichten für Sonntag: Vielfach heiter und bis auf ganz vereinzelte gewittrige Schauer trocken. Anfangs etwas frischer, dann neue Wärmezunahme, Winde meist um West.
Aussichten für Montag: Vielfach heiter unb warm, schwache Gewitterneigung.
Lufttemperaturen am 11. Juni: mittags 28 Grad Celsius, abends 19,9 Grad; am 12. Juni: morgens 20 Grad. Maximum 34,8 Grad; Minimum heute nacht 16,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 11. Juni: abends 25,7 Grad; am 12. Juni: morgens 21,6 Grad. — Niederschläge 2,7 mm. — Sonnenscheindauer 8,3 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik unb für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigenleiten Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. V. 37: 9326. Druck unb Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags
15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
unter Anrechnung von einem Jahr sechs Monaten Untersuchungshaft und Aberkennung ber bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre, weil es bie Verdienste, die ber Angeklagte sich im Kriege erworben hat, berücksichtigte/
Erschütternb wirkte auf bie zahlreichen im Saal cmwesenben Eltern eine zweite Derhanblung, gegen ben früheren Franziskanerbruber Daniel, mit seinem eigentlichen Namen Karl Lang, ber 1931 bis 1934 in den Geschäftsräumen ber Klosternie- berlaffung Walbniel tätig war. Drei Jungen und zwei Mäbchen bekunben übereinftimmenb, baß sie vor bem Bruber Daniel Abscheu empfunben hätten und nicht gern hingegangen seien, wenn sie für den Vater Geld wechseln mutzten. Bruder Daniel hat die unschuldigen Kinder bei solchen Gelegenheiten unsittlich berührt. 2er Vorsitzende hält bem Angeklagten vor, baß er seine unsittliche Absicht früher augeaeben habe. Nach einigen Ausflüchten erklärt ber Angeklagte: „Das muß bann wohl schon so gewesen fein." Die Jungen sagen aus, baß sie oin Bruber Daniel im Büro, auf bem Speicher unb sogar in ber Sakristei beim Meßbienerüden verführt worben seien. Auch bas muß ber Angeklagte augeben, aber er hat für bieses abscheui.che Verbrechen nur bie eine Bemerkung: „Das war unvorsichtig von mir!"
Der Vorsitzende lieft fodann einen Brief vor, ben der Angeklagte aus ber Untersuchungshaft getrieben hat. In diesem Brief behauptet er mit recher Stirn, baß er nichts verbrochen habe unb las Ganze nur „Machenschaften ber Feinde ber Heiligen Katholischen Kirche" feien! Das Gestänbnis seiner Verbrechen straft ihn Lügen. Wieber kommt zutage, baß bie Kirche alles barauf anlegt bie Verbrechen zu vertuschen, um einen „Skandal" zu vermeiden. Ein Pfarrer aus Mühlheim-Ruhr sagte der Mutter ber beiden kleinen Mädchen, die An- aeige bei der Kriminalpolizei erstattet hatte: „Sie Dürften wissen, daß hier ich und nicht die Kriminalpolizei Seelsorger ist. Wären Sie zu mir gekommen, bann hätte ich bafür Sorge getragen, baß bie Angelegenheit mit einer Versetzung des Bruders Daniel aus der Welt geschafft wurde. Das wäre dann eine bessere Erledigung gewesen." (!) Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Jahren Zuchthaus und Aberkennung ber bürgerlichen Ehrenrechte auf brei Jahre. Mißbrauch des Beichtstuhls.
Verschleierung von Sittlichkeitsverbrechen.
München, 11. Juni. (DNB.) lieber einen em- pörenben Fall des Mißbrauchs des Beichtstuhles zur Verschleierung ber Sittlichkeitsoerbrechen römisch-katholischer Priester berichtet ber „V ö l k. Beobachte r". Danach gingen bie Kinber einer Münchener Volksschule am Donnerstag in bie Margarethenkirche in München-Sendling zur Beichte, die u. a. ein Pfarrer Rappolber abnahm. Ein Mäbchen von 12 Jahren erzählte seinen Eltern: Pfarrer Rappolber habe währenb ber Beichte von den Prozessen gegen Priester unb Mönche gesprochen. Er habe gesagt, es könne natürlich Vorkommen, baß man einen Geistlichen versuchen wolle. Aber grundsätzlich seien die Pfarrer und Mönche nicht so wie man sie darstelle. Er habe bann von ben Veröffentlichungen in ben Zeitungen gesprochen und gesagt, daß alles, was dort über Geistliche unb Mönche geschrieben werde, nicht wahr fei. Schließlich habe der Pfarrer dem Kind das Versprechen abgenommen, daß es das, was in ben Zeitungen über diese Dinge stehe, nicht alaube. (!)
In seiner Empörung rief der Vater die Schrift- Icitung des „Völkischen Beobachters" an. „Wir haben , so schreibt ber „Völkische Beobachter", „baraufhin uns von dem Tatbestand überzeugt. Wir stehen nickt an, diese skandalöse geistige Vergewaltigung zu veröffentlichen. Es muß hinzugefügt werben, Daß, wie bas Kind uns sagte, seine Kameradinnen von dem Beichtiger in der gleichen Weise zu jenem Versprechen gezwungen worben seien. Währenb von bestimmten Stellen ber Kirche bie Meinung verbreitet wird, durch die Berichterstattung über die Sittlichkeitsprozesse gegen römisch-katholische Priester und Ordensangehörige würden die Seelen Jugendlicher vergiftet — eine Berichterstattung, die im Verhältnis zu den zur Erörterung kommenden Schmutzereien äußerst zurückhaltend ist — wird nun gerade durch die katyo- lische Geistlichkeit die Aufmerksamkeit der Minderjährigen auf diese Dinge gelenkt, indem sie in der Beichte besprochen werden. Die Kinder werden zudem noch durch ein solches unglaubliches Versprechen mit Dingen belastet, bie sie in einen schweren Konflikt stürzen müssen.
Beeinträchtigung des deutschen Schulwesens in Ostoberschlesien.
Kattowitz, 11. Juni. (DNB.) Wie in Bromberg hat auch in Kattowitz die Verordnung der polnischen Schulbehörden, wonach die Gymnasiasten vor dem Uebergang ins Lyzeum eine Abfchluß Prüfung abzulegen haben, die deutschen Schüler besonders hart Betroffen. In Katto- witz mußten 67 Schüler ohne Vorbereitung vor eine fremde polnische Prüfungskommission treten, die es offensichtlich für ihre Pflicht hielt, den Schülern die schwer st en Ausgaben zu stellen. Von den 67 Schülern konnten nur 21 bie schriftliche unb 22 bie baran anschliehenbe mündliche Prüfung bestehen. Es ist selbstverständlich, daß die deutschen Privatgymnasien damit einen schweren Schlag erlitten und daß das Deutschtum Oberschlesiens in den Maßnahmen ber polnischen Schulbehörden eine Beeinträchtigung ber kulturellen Aufgaben erblickt.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichssenber Köln und die Reichssender Berlin, Breslau, Frankfurt, Hamburg, Miinchen, Stuttgart und Saarbrücken bringen am Montag, d e m 1 4. I u n i, in der Zeit von 19 bis 19.50 Uhr Ausschnitte aus ber Rede des Reichsmini - fters Dr. Goebels zur Reickstheaterwoche. Der Deutschlandsender bringt die Rede in ber Zeit von 19.30 bis 20 Uhr zur Sendung.
Ministerpräsident. Generaloberst Göring empfing ben chinesischen Finanzminister Dr. Kung. In ber Begleitung bes Ministers befanben sich ber chinesische Marineminister Abmiral Chen, Staatssekretär Wong unb ber chinesische Botschafter in Berlin Dr. C h e n g. Die chinesischen Herren ehrten am Ehrenmal Unter ben Linben Deutschlanbs Gefallene im Völkerringen. Unter ben Linben war eine Ehrenkompanie bes Wachregiments aufmarfduert, dessen Front die chinesischen Gäste abschritten. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden legten sie Dann im Ehrenraum einen mit den chinesischen und deutschen Landesflaggen geschmückten Kranz nieder Am Nachmittag ehrte der Minister den verstorbenen Generalobersten von Seeckt an seinem Grabe auf dem Jnvalidenfriedhof.
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