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Samstag, I2.)uni 1937

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187. Jahrgang

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Landwirtschaft des 20.Jahrhunderts. Von Irithj Melzer, z. Zt. München.

SowjelmarsOall Tuchatschewski und acht Generäle der flöten Armee wegen Hochverrats zum Tode verurteilt.

Nach dem Abschluß des zweiten Vierjahres­planes wird Deutschland in der großen Masse über die modernsten mittel- und kleinbäuerlichen Be­triebe der Welt verfügen." Mit dieser 'Feststellung hat der Reichsbauernführer und Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft R. Walther Darre im Beisein des Führers und Reichskanzlers die 4. Reichsnährstands-Ausstellung in München als die bisher größte Agrarschau in Europa eröffnet. Jetzt, nach dem Abschluß der Ausstellung, können wir feststellen, daß tatsächlich alle Voraussetzungen gegeben sind, um dieses große Ziel zu erreichen.

Es handelt sich bej den Methoden, die jetzt für die Agrartechnik in Deutschland ganz»allgemein zur Durchführung gebracht werden, darum, die breite Masse der Landwirtschaft aus dem 19. ins 20. Jahrhundert zu versetzen. Die gewaltigen Fort­schritte der technischen Durchbildung der Industrie sind der Landwirtschaft bisher nur zum Teil zu­gute gekommen. Man soll das nicht falsch verstehen. Schon bisher hat die deutsche Landwirtschaft einen Leistungsdurchschnitt gehabt, der sich im Vergleich mit anderen Staaten wohl sehen lassen kann. Wir haben Getreideerträge, die auf die Flächeneinheit bald das Dreifache der Erträge in den Vereinigten Staaten ausmachen und die auch erheblich höher sind als etwa im fruchtbaren Frank­reich. In manchen Spezialbetriebszweigen sind wir noch hinter einzelnen Nachbarländern zurück; das ist aber recht wesentlich darauf zurückzuführen, daß man sich in diesen Staaten auf einzelne Erzeugungs­gruppen spezialisiert hat, während wir bei unserem weit größeren Gebiet auf einen Ausgleich zwischen den Erzeugungszweigen ausgehen müssen. In die­sen Nachbarländern sind denn ja auch im Ablauf der Weltwirtschaftskrise die Rückschläge zu verzeich­nen, die uns erspart geblieben sind. Wir haben auch heute eine große Zahl von Spitzenbetrieben in den verschiedenen Betriebsgrößen, die jeden Vergleich aushalten. Wenn jetzt aber der letzte Schritt zur Nahrungsfreiheit durch Schließung der noch vorhandenen Spanne zwischen heimischer Erzeugung und Verbrauch getan werden soll, so müssen die Millionen durchschnittliche land­wirtschaftliche Betriebe auf die Höhe der Spitzen­betriebe gebracht werden. Dazu hält jetzt die Technik ihren stürmischen Einzug auf dem Lande.

Deutschland wird den Beweis erbringen, daß die bis ins Letzte technisch durchgegliederte Landwirt­schaft des 20. Jahrhunderts nicht die Großland­wirtschaft nach Art der amerikanischen Farmbetriebe und nicht das unpersönliche und seelenlose Kollektiv nach dem Muster der bolschewistischen Sklaverei ist. Es handelt sich vielmehr um den normalen Bauernbetrieb, an den die Technik so her­anzubringen ist, daß der freie Leistungswettbewerb zwischen den einzelnen Höfen nicht ausgeschaltet wird. Die Veröffentlichung der Bedingungen sür die Durchführung des Leistungswettbewerbs des deutschen Landvolks hat gezeigt, daß die freiwillige Leistungssteigerung im großen Rahmen der Pflicht­erfüllung für die Volksernährung die treibende Kraft in der Erzeugungsschlacht ist. Diese Art der technischen Modernisierung ist nicht schematisch mit Traktorenkolonnen und mit der Organisierung von Getreidefabriken zu lösen. Die Art des Einsatzes ist im einzelnen ganz verschieden. Das ergibt sich schon aus der Verschiedenheit der äußeren Bedingungen des Klimas und der Boden- g^staltung, aber auch aus den Gepflogenheiten und der Stammesart in den einzelnen Landestellen und nicht zuletzt auch aus den Eigentümlichkeiten jedes Hofes. So werden wohl allgemeine Richt­linien und allgemeine Forderungen aufgestellt. Aber die Durchführung wird in jedem Fall anders sein müssen. Bei der Vielzahl der Erzeugungszweige sind denn auch die Maßnahmen, die vorn Reich und vom Reichsnährstand zur Beschleunigung des Tempos der Leistungssteigerung ergriffen werden, unendlich vielfältig. Nicht jeder Betrieb kann so­fort alles auf einmal in Angriff nehmen. Ueberall ist auf dem Vorhandenen aufzubauen und von den gegebenen Möglichkeiten so Gebrauch zu machen, wie sich das in den natürlichen Ablauf des Wachs­tums von Tieren und Pflanzen einordnen läßt. Die Münchener Ausstellung hat bis in alle Einzel­heiten einen Ueberblick darüber gegeben, was alles geschehen kann und in jedem einzelnen Hof auch innerhalb der nächsten vier Jahre geschehen muß, damit die letzte Leistungsmöglichkeit aus jedem Quadratmeter deutschen Bodens herausgeholt wird.

Zwei Gesichtspunkte stehen aber obenan: Ein­mal gilt es, im großen Durchschnitt zwei Ern­ten im Jahr zu erstellen, wo bisher nur einmal geerntet wurde. Das setzt voraus, daß nur erst­klassiges Saatgut verwendet wird, daß der Dieh- stapel von allen leistungsschwachen Tieren gesäubert wird, und daß die laufenden Kulturarbeiten mit der größten Sorgfalt vorgenommen werden. Sollte das nach den bisherigen Methoden, die noch aus der Landwirtschaft des 19. Jahrhunderts stammen, bewältigt werden, so würde dazu eine außerordent­liche Vermehrung der menschlichen Arbeitskräfte ge­hören Da wir nicht beliebig auf eine Reserve­armee von menschlichen Arbeitskräften zuruck- greifen können, muß die Leistungssteigerung ohne sichtbare Vermehrung des menschlichen Arbeitsauf­wandes möglich gemacht werden. Das ist die ge­waltige Aufgabe des Einsatzes der modernen Tech­nik Arbeitsersparnis, wo es nur irgend geht, steht an erster Stelle Ob die elektrische Pumpe auf dem Hof die stundenlange Arbeit des Wasser-

TN os kau, 11. Juni. (DIW.) Die sowjetamiliche Telegraphenagenlur verbreitet eine Mitteilung, wo­nachdie durch die Organe der GPU. zu verschie­denen Zeitpunkten verhafteten früheren Kom­mandeure der roten Armee" Tuchatfchew- ki, Iakir, Uborewitsch, Kork, Eidemann, Feldmann, "Zrimakow und Putna heute, den 11. Juni, we­genVerletzung ihrer Dien st pflichten und des Fahneneides, Landesverrates, Ver­rates der Völker der Sowjetunion, Verrates der roten Armee" vor ein besonderes Mili­tärgericht gestellt werden sollen. Die Vorunler- uchung habe feftgestellt, daß die Angeklagten Schäd­lingsarbeit zum Zwecke der Schwächung der roten Armee durchgeführt und fernerim Falle des Ueberfalles auf die Sowjetunion" die Niederlage der roten Armee erstrebt hätten in der Absicht, die Macht der Gutsbesitzer und Kapitalisten" in der Sowjetunion wieder einzuführen. Alle Ange­klagten hätten sich bereits dieser Verbrechen ür schuldig bekannt. Das Gericht bestehe aus depi Armeejuristen Ullrich als Vorsitzenden und folgenden Beisitzern: dem Armeekommandanten und Stellvertreter des Kriegskommissars A l k s n i s, den Marschällen Budjonny und Blücher, dem Generalstabschef Schapofchnikow und dem Armeekommandanten Below. Der Prozeß wird hinter verschlossenen Türen statt- finden.

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Die acht Angeklagten sind zum Teil auch im Auslande bekannt. Der erst 44jährige Marschall Tuchatschewski gilt als einer der Schöpfer der roten Armee und als deren Generalissimus im Kriegsfälle. Den Armeekomyiandanten Iakir und Uborewitsch waren die beiden wichtigsten Mi­litärbezirke der Sowjetunion (Kiew und Weißruß­land) anvertraut. Kork, langjähriger Oberbefehls­haber des Moskauer Militärbezirks, war zuletzt Lei­ter der Moskauer Militärakademie, der Armeekom­mandeur Eidemann war Leiter des Massen­wehroerbandesOssoaviachim". Feldmann und Primakow sind weniger bekannt. Der General Putna, der sich schon seit ungefähr einem Jahr in Haft befindet, war früher Militärattache der Sowjetunion in London und zuvor in Berlin.

DiePrawd a" redet von den 8 bisherigen Armeeführern nur noch als vondreifach verfluch­ten, abscheulichen Spion'en und Landesver­räte r n", die mit dllen Mittelndie Macht der roten Armee untergraben wollten". In Kreisen hiesiger ausländischer Beobachter wird die Ansicht vertreten, daß die jetzt angeklagten Generale einen Staatsstreich geplant hätten, oder daß ihnen von feiten des Kreml das zum mindesten zu­getraut worden ist. DieKraßnaja-Swesda" schreibt, die Angeklagten wollten die Sowjetmacht vernich­ten, die Arbeiter- und Bauernregierung stürzen und den Kapitalismus wiederherstellen. Die Prawda fordert schon jetzt dieschonungslose" B e - st r a f u n g der ' Angeklagten. An einem blutigen Ausgang des Prozesses ist um so weniger zu zwei­feln/ als die Gerichtsverhandlung auf Grund des Kirow-Gesetzes" vorgenommen werden soll, das für Fälle von Stantsöerrat und Terrorakten eine Verteidigung der Angeklagten vor Gericht verbiete und die sofortige Vollstreckung des Ur-, teils verlangt.

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schleppens für das Vieh entbehrlich macht, oder ob der Ackerschlepper zusammen mit der Luftgummi­bereitung die Leistung der Zugkraft auf dem Hof mit einem Schlage verdoppelt oder ob wesentliche Arbeitsvorgänge bei der Kultur der Hackfrüchte von Maschinen geleistet werden, immer ist die Arbeits­ersparnis das oberste Gebot.

Dieser große Schritt des deutschen Landvolks in die Technik des 20. Jahrhunderts setzt naturgemäß auch eine enge Vertrautheit mit der Technik und überhaupt eine neue Haltung voraus. Die nächsten vier Jahre werden also für die Landwirtschaft auch mit einer intensiven technischen Schu­lung verbunden sein. Die moderne Maschine be­deutet ja nichts, wenn der Bauer sie nicht zu pfle­gen und richtig anzuwenden versteht. So nimmt die agrartechnische Schulung, die sich nicht nur auf den Nachwuchs beschränkt, einen breiten Raum in der Arbeit des Reichsnährstandes ein. Mit der Organi­sation der Wirtschaftsberater sind die wesentlichen Voraussetzungen bereits heute geschaffen. Man muß darüber klar sein, welche Anforderungen die Be- wälttgung derartiger volkswirtschaftlicher Leistungen an das Landvolk stellt. So bemüht sich der Reichs­nährstand auch besonders um die menschliche Betreuung der Landarbeiter, Bauern und Landwirte. Moderne Agrarpolittk ist unvorstellbar ohne Festigung des Standesbewußtseins und ohne freiwillige Einordnung in die großen Bindungen der Nation. Auch die Freude muß im rechten Wechsel zur Arbeit auf dem Lande den Ausdruck bäuerlicher Art finden. Dem trägt u. a. die Pflege der Leibesübungen Rechnung, die schon seit einigen Jahren vom Reichsnährstand in einer eigenen Reichsschule ihre bäuerliche Prägung erfährt. Erst die Einheit von Körper, Seele und Geist entwickelt in der Landjugend die selbstverständliche Haltung der Bodenoerwurzelung und des Festhaltens an der

Das Todesurteil

Moskau, 12. Juni. (DIW.) Der oberste Ge­richtshof der Sowjetunion verurteilte am Freitag­abend alle acht angeklagten Sowjetgeneräle zum Tode durch Erschießen. Außerdem wurden die angeklagten acht Generäle der Militär- ränge für verlustig erklärt. Tuchatschewski wurde der Rang eines Marschalls der Sowjet­union aberkannt.

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Stalin hatte die ältere Generation der Bolsche­wisten ausgerottet. Von den 24 Mitgliedern des Zentralkomitees der Bolschewistischen Partei von 1917 si.'nd 10 eines natürlichen Todes verstorben oder in den Bürgerkriegen umgekommen; 9 wurden durch Stalin beseitigt; sie wurden erschossen, eingekerkert oder verbannt. Von den fünf Ueberlebenden sind vier in untergeordneten Funktionen tätig, und nur Stalin bli «b anderSpitze, gebraucht seine Allmacht, um alle anderen Sowjetrussen einzuschüch- tern, und geht jetzt daran, seine eigenen Kreaturen zu vertilgen, nachdem die alte Garde des Bolschewismus, die Sinowjew und Kamenew, die Radek, Pjatakoff und Sokolnikow, die Bucharin und Rykow längst durch große Schauprozesse wegen Trotzkismus und anderer angeblicher Verbrechen verurteilt, erschossen oder verbannt worden waren. Die Tuchatschewski, Jagoda, Gamarnik und andere gehörten nicht zu der alten Oktobergarde des Jah­res 1917, sondern sie waren unter Stalin auf­gekommen, genossen bis jetzt dessen Vertrauen, um nun dessen Mißtrauen zum Opfer zu fallen.

bäuerlichen Überlieferung, die wir brauchen, wenn die Bauernwirtschaft in der Technik des 20. Jahr­hunderts nicht entseelt, sondern zu neuer Blüte ge­bracht werden soll.

Deutscher Wald in Gefahr.

Schärfste Disziplin

zur Vermeidung von Waldbränden.

Berlin, 11. Juni. (DJW.) Reichsforstmeister Hermann Göring erläßt folgenden Aufruf:

Achtung!

Deutscher Wald in Gefahr!

Die Hitzewelle und ihre Nachwirkungen be­deuten höchste Brandgefahr für eine der wichtigsten Quellen der deutschen Rohstoffwirt- schäft, den deutschen Wald. Ich erwarte daher, daß jeder Volksgenosse alles tut, um diese Gefahr von unserem wertvollsten Volksgut und einer der stärksten Stützen des Vierjahresplanes abzuwenden. Dies gilt insbesondere für Ausflügler, die Erholung von der Alltagsarbeit im Walde suchen. Es ist vornehmste Pflicht jedes Volksgenossen, die erlassenen Verbote über das Rauchen, Feueranzünden usw. im Walde genau zu beachten. Nicht durch Vorsatz, sondern meist durch sträflichen Leichtsinn werden oft ungeheure Werte vernichtet.

Jeder ist berechtigt, einen Frevler, der sich an unserem Walde versündigt, auf der Stelle fest zunehmen und zur Anzeige zu bringen. Wer einen Brand bemerkt, hat dies auf schnellstem Wege der nächsten Polizei- oder

Kriegskommissar Woroschilow, der jetzt ein Vertrauter des Diktators Stalin wurde, ist wohl eine treibende Kraft zur Vernichtung der ehemaligen Oberbefehlshaber der Roten Armee. Aber wes­halb werden sie vernichtet? Die Vorwürfe der Anklage und die Beschuldigungen der Sowjetpresse ließen erkennen, daß im straff organisierten Sow­jetstaat die denkbar größte Korruption und Lum­perei selbst die festesten Stützen des Sowjetdaches wie Hausschwamm zerfressen hätten. Die Verhaf­tungen einer Reihe von Botschaftern wie Rosen­berg und Karachan, der Vorsitzenden der Volkskom­missariate Rudsutka, Eliawa, Krestinski, die Ver­haftungen ehemals deutscher Kommunisten und die unzähligen Festnahmen und Erschießungen unter­geordneter Funktionäre des Sowjetapparates ließen, immer nach den offiziellen Anklagen, doch auf eine geradezu orientalische Fäulnis im Sowjetstaat schließen, wenn diese Vorwürfe auch nur einiger­maßen begründet wären. Stalin aber gibt diese Dinge vor, um mit seinen Vertrautesten kurzen Prozeß zu machen, und die Furcht geht vor ihm her wie weiland vor dem Zaren Iwan dem Schreck­lichen.

Man kann diese Serie von sogenannten Gerichts­verhandlungen, in denen die Angeklagten unter irgendwelcher Einwirkung von unbekannten Mit­teln sogenannte Geständnisse ablegten, sich in diesen Geständnissen selbst und auf das Offenkundigste widersprachen und Dinge behaupteten, die gar nicht geschehen sein konnten, weil die Angeklagten mit den angeschuldigten Personen überhaupt nicht in Berührung gekommen waren, auf ein Ereignis zurückführen. Stalin wurde mißtrauisch, als das Mitglied des Polit-Büros, der Leningrader Partei-

Forst dien st stelle zu melden. Jeder muh sich an den Löscharbeilen beteiligen.

Es ist st r e n g verboten:

1. Im Walde oder am Waldrand zu rauchen, 2. im Walde oder am Waldrand Feuer an- zumachen,

3. im Walde oder am Waldrand Feuer zu schlagen, Streichhölzer oder Feuer­zeuge anzuzünden.

Jedem, der gegen die zum Schuhe unseres Wal­des erlassenen Bestimmungen verstößt, droht sofor­tige Verhaftung, schärfste gerichtliche B e- strafung, volle Haftung für den angerich­teten Schaden.

Heichsarbeitsdienst bekämpft einen Moorbrand.

Während einer Befichtigungsreife des Reichs- arbeitsführers Hier! durch das Einsatzgebiet des Reichsarbeitsdienstes im großen Moorbruch bei Tilsit in Ostpreußen brach im südöstlichen Teil des ausgedehnten Bruches ein Moorbrand aus. Der Reichsarbeitsführer fetzte eine größere Zahl von Arbeitsmännern der nächsten drei Lager zur Bekämpfung des Moorbrandes ein. Außer dem Reichsarbeitsdienst wurden auch alle T o r f ar- beiter, ferner Zivilbevölkerung und sämtliche Feuerwehren der Umgebung ein­gesetzt. Der Brand, der eine Breite von etwa drei Kilometer einnahm, und in drei Stunden be­reits 1 5 0 0 Morgen überlaufen hatte, wurde schließlich durch ausgeworfene Gräben a b - geriegelt. Die Arbeitsmänner, die übrigen Hilfskräfte sowie vor allem auch die Feuerwehr­männer bewiesen/ dabei höchste Einsatzbereitschaft.

Bolschewistisches piratentum im Mielmeer.

Vor neuen Provokationen Valencias. - Deutschland wird zupacken!

San Sebastian, 12. Juni. (DNB.) Der bolschewistische Sender Bilbao teilt mit, daß eine neu zusammengestellte U-Boot jäger- floktille, die mit modernstem Material ausge- stattet und vorzüglich bewaffnet sei, ihre Tätigkeit in den spanischen Gewässern des Mit­te l m e e r e s ausgenommen habe. Die Aufgabe dieser neuen Flottille, so heißt es in der Mitteilung weiter, bestehe darin, die spanischen Gewässer von allen ausländischen U-Booten, seien es nun deutsche oder italienische, zu reinigen. (!)

Aus dieser Meldung des Senders Bilbao gehl unzweifelhaft hervor, daß die bolschewistischen Mör­der neue Provokationen und neue An­griffe gegen deutsche und italienische Schiffe im Schilde führen. Die bolschewistischen Freibeuter sollen sich jedoch gesagt sein lassen, daß Deutschland jeglicher Herausforderung an jedem Ort und zu jeder Stunde zu begegnen wissen wird. Deutschland hak nach dem bolschewisti­schen Verbrechen von Ibiza gezeigt, daß es in keiner Weise gewillt ist, ruchlose Angriffe bolschewistischer Banditen auf deutsche Schiffe ledig­lich mit papiernen Protesten zu beantworten. Die

geringste neue Herausforderung oder der kleinste Vorfall würde, das sollen sich die bolschewistischen Machthaber in Bilbao und Valencia gesagt sein lassen, zu einem blitzschnellen Zupacken Deutschlands führen.

Der nationale Heeresbericht.

St. Jean-de-Luz, 12 Juni. (DNB. Funk- spruch.) Der nationale Heeresbericht vorn Freitag meldet u. a. von der Front von Vizcaya: Die Auf­heiterung des Wetters hatte zur Folge, daß die Kampfhandlungen wieder aufgenommen worden sind. Unsere Truppen haben die vom Oberkommando gesteckten Ziele erreicht. Es wurde die erste Linie des Befestigungsgürtels von Bilbao im Abschnitt vom Dizcaraui-Gebirge b e - setzt. Die Säuberungsaktion zwischen der ersten und zweiten Beseftigungslinie dauert an.

Aotschasterbesprechung in London.

London, 11. Juni. (DNB.) Nach den mehr­stündigen Befprechungen des Außenministers Eden mit den Botschaftern Deutschlands, Ita­liens und Frankreichs wurde eine kurze Mitteilung ausgegeben, die besagt, daßgute Fortschritte in der Richtung einer Abfassung eines Abkommentextes zwischen den vier Mächten gemacht worden sind".