Einzelbild herunterladen

werden. Das deutsche Volk tst elnS Gemein­schaft b e r lat und Bürge dafür, daß dieses Deutschland nicht von heute, sondern ewig ist. Mit der ganzen Schwere des Niedersachsen, der wie kaum ein anderer Stamm unseres Volkes ein Kind seiner Landschaft ist, folgten die Zuhörer den Ausführungen des Gauleiters. Ihre Treue klingt als eilt Schwur und als eine Kampfansage an alle diejenigen, die Einheit und Freiheit des Reiches bedrohen wollen, in dem Lied der Be­wegung wieder.

Oie Reichsakademie fürLeibesübungen

Berlin, 10. April. (DNB.) D,ie Reichsakademie für Leibesübungen ist im April 1936 als ein­heitliche Lehr- und Forschungs statte der deutschen Leibeserziehung errichtet worden. Das Kuratorium der Reichsakademie bestehend aus dem Reichsminister des Innern, L-m Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und. dem Reichssportführer hat im vergangenen Jahr den Ausbau der Reichsakademie weitgehend gefördert. Der Führer und Reichs­kanzler hat nun die Reichsakademie für Leibes­übungen zur Reichsbehörde erklärt und ihr dadurch eine klare Rechtsgrundlage gegeben. Die Reichsakademie dient der Förderung der deut­schen Leibesübungen durch Lehre und Forschung im Geiste des Nationalsozialismus. Sie erfüllt diese Aufgabe neben wissenschaftlicher Lehr- und For­schungsarbeit vor allem dadurch, daß sie

1. besonders geeigneten staatlichen Leh­rern der Leibeserziehung eine reichseinheitliche Führerausbildung vermittelt,

2. den im freien Beruf tätigen Turn- und Sportlehrern eine praktisch und wissenschaftlich ver­tiefte Berufsausbildung gewährt,

3. Fortbildungslehrgänge für die Angehö­rigen der Organisationen, die auf dem Gebiete der Leibesübungen und körperlichen Er­ziehung tätig sind, veranstaltet.

Präsident der Reichsakademie ist der Reichssport­führer. Er wird durch den Direktor der Reichs­akademie vertreten, der für Lehre, Forschung und Verwaltung verantwortlich ist. Die Akademie unter­steht der gemeinsamen Aufsicht des Reichsministers des Innern und des Reichserziehungsministers.

Keine uneingeschränkte Haftpflicht der Soldaten mehr.

Berlin, 10. April. (DNB.) Verursacht ein Sol­dat im militärischen Dienst einem Dritten einen Schaden, so tritt nach dem Gesetz über die Haftung des Reiches für feine Beamten vom 22. Mai 1910 das Reich für den Soldaten ein. Das Reich konnte sich aber nach diesem Gesetz, wenn es Hern Dritten den Schaden ersetzt hatte, b e i dem Soldaten schadlos halten, so daß der Soldat auch bei einem nur geringen Verschul­den für den Schaden in vollem Umfange aufzukommen hatte. Diese uneingeschränkte Haftpflicht war geeignet, die Entschlußfreudigkeit des Soldaten zu lähmen und das im Soldatendienst verpönte Zaudern zu fördern. Ein neues Gesetz vom 7. 4. 37 bestimmt daher, daß das Reich wegen eines Schadens den Soldaten nur dann in An­spruch nehmen wird, wenn er vorsätzlich oder grobfahrlässig gehandelt hat.

Der Hochverratsprozeß Rofsaini vor dem Volksgerichtshof.

Berlin, 11. April. (DNB.) Am ersten Derhand- lungstag ergibt sich, daß die Kommunistin Bertha Karg Rossaint und demReichsführer" derSturm­scharen" Steber zur Durchführung derEinheits­front" die Einrichtung vonZirkelabenden" empfohlen hat. Im Hause von Katholiken sollten sich fünf bis sechs Iungkatholiken jeweils zufammenfinden und von einem der jstngen kommunistischen Hetzer zersetzt werden. Dabei sollten zersetzende k o m m u - n i st i s ch e H e tz s ch r i f t e n für die Jugend, die be­reits seit langer Zeit vom Volksgerichtshof als hoch­verräterisch gekennzeichnet waren, verteilt werden. Nach Aussage der Karg soll Rossaint 100 bis 150 Stück dieser Hetzschriften bestellt haben, was der Angeklagte jedoch bestreitet. Der Vorsitzende weist ihn darauf hin, daß es für ihn als Erzieher der Jugend eine besondere Gewissenlosigkeit gewesen sei, die seiner Obhut unterstellten, politisch ungeschulten Jungkatholiken den Einflüssen einer so gefährlichen Hetzerin auszusetzen. Das könne er doch' nur getan haben, wenn er mit den Gedankengängen der kom­munistischen Irrlehre innerlich üb'ereinstimmte. Außerordentlich belastend ist auch der Plan Rossaints zu einer Studienreise nach Sowjetruß­land. Rossaint gibt zu, daß er sich für den Kom­munismus sehr interessiert habe. Damals will er aber nicht eingesehen haben, daß er sich dadurch strafbar machte.Ich hätte das alles unter keinen Umständen tun sollen, das gebe ich heute zu", gestand der Angeklagte.

Als Vertreter der ehemaligen Reichsleitung des Kommunistischen Jugendverbandes kam Kaiser zu einem Stelldichein am Kölner Dom mit dem Ange­klagten Kaplan Rossaint am 29. Januar 1934. Auf Vorschlag Rossaints ging man in die Wohnung eines ihm befreundeten Kölner Kaplans. Rossaint behaup­tet, der Kommunist habe vorgeschlagen, einen Auf­ruf an die katholische Jugend im Sinne derEinheitsfront" zu erlassen. Nossaint will das zwar innerlichabgelehnt" haben (!), er habe aber das müsse er sich jetzt zur Vorwurf machen seine Ablehnung nicht deut­lich genug zum Ausdruck gebracht (!). Am 31. Ja­nuar 1934 wurde die kommunistische Agentin Bertha Karg verhaftet, und auch Kaiser wurde bald darauf festgenommen. Rossamts Verbindung mit diesen beiden Oberkommunisten riß ab.

Nach Erörterung der Verbindung Rossaints zu einer weiteren ehemaligen kommunistischen Funktio­närin, die nach der Kölner Zusammenkunft bei ihm vorsprach, wurde die Verhandlung auf Montag vor­mittag vertagt.

Das Wahlduell van Zeeland-Oegrelle.

Brüssel, 11. April. (DNB.) Am Sonntag fan­den im Wahlbezirk Brüssel die mit Spannung erwarteten Teilwahlen zum Parlament statt, die durch den Rücktritt des Vertreters der Rex-Bewegung für den Bezirk Brüssel notwendig geworden sind. Als Kandidaten für das frei ge­wordene Mandat standen sich der Ministerpräsident van Zeeland und der Führer der Rex-Be- wegung Leon D e g r e l l e gegenüber. Der Wahl­sonntag ist ruhig verlaufen. Das Straßenviertel, wo sich die Regierungsgebäude befinden, wurde von Gendarmerie bewacht. Insgesamt wurden 363 440 Stimmen abgegeben. Davon sind gültig 345 082 Stimmen. Die Zahl der ungültigen Stimm­zettel beträgt 18 358. Für van Zeeland sind ab­gegeben worden 275 840 Stimmen, für Degrelle 69 242. Bei den letzten Wahlen zum Parlament

Das deutsche Krauenwerk rüst zur Mitarbeit auf.

NSG. Sonntag begann im Gau Hessen-Nassau eine große Werbeaktion für das Deutsche Frauenwerk. Die Gauftauenschaft veranstaltete deshalb i.n Darmstadt eine Eröffnungskund­gebung mit einer Rede des Gaupropagandaleiters Wilhelm Müller-Scheld über die Aufgaben der Frau im Staat. In der umfassenden Darstel­lung der Aufgaben, die der Frau im Staate ge­stellt sind, ging er davon aus, warum eigentlich die Partei auch heute noch immer und immer wieder die Menschen zusammenruft und ihnen in histori­schen Rückblicken das Geschehen der Vergangenheit vor Augen hält. Wir müssen diesen Weg gehen, wenn wir erreichen wollen, daß das Volk den Nationalsozialismus auch aus der Geschichte begreift; ein ständiges Trommeln ist nötig, damit die Gutmütigkeit des Deutschen nicht nur die uner­hörten Höhepunkte, sondern auch die ebenso uner­hörten Tiefenpunkte unserer Entwicklung zum Volks­körper in keinem Augenblick außer acht läßt. In lebendigen Worten erstand vor den Zuhörerinnen dann ein Bild der Zeiten unserer großen Kriege und der Folgen, die sie jeweils auslösten. Die maß­lose Demoralisierung nach Versailles wurde mit er­schütternden Beispielen belegt. Gerade in diese Zeit fällt das erste Auftreten des Führers, dessen Sendung schicksalhaft bestimmt ist. Sein Werdegang, vom einfachen Mann aus dem Volk zum Führer der Nation, ist nur als geschichtliche Notwendigkeit zu verstehen. Nicht Gewalt, sondern die Macht eines wahrhaft universel­len G e i st e s hat ihm babei den Sieg gebracht.

Nachdem so eine abgerundete Zusammenfassung die Politik im allgemeinen darstellte, ging der Gaupropagandaleiter auf die besonderen Pflichten der Frau ein. Richtunggebend sind auch für ihre Haltung die Grundgedanken des Füh­rers. Der Rassenfrage muß die Frau ganz besondere Beobachtung schenken. Untrennbar damit verbunden ist die Stellung zum Bolsche­wismus, der nichts anderes ist als Zersetzung alles Bisherigen. Ursprung und Leitung des Bol­schewismus aber sind einzig beim Juden zu suchen. Auf all diese Probleme muß die Frau ihr

Augenmerk richten. Eine der volksbiologisch wich­tigsten Aufgaben fällt ihr bei der Verhütung des erbkranken Nachwuchses zu. Hier muß die Frau aufklärend jedes Unverständnis bei ihren Volksgenossinnen beseitigen. Die Erziehung der Kinder ist das ureigenste Gebiet der deut­schen Mutter; als höchstes Ziel hat ihr dabei eine seelische und körperliche Gesundheit des Nachwuchses Richtschnur zu sein.

Es ist nicht die Aufgabe der Frau, äußerlich in die Politik einzugreifen, ihr Handeln muß stets zweckmäßig, den tausend Dingen des Alltags an­gepaßt fein. Sie muß im Verbrauch der Güter volkswirtschaftlich und aus genauer Kennt­nis des menschlichen Körpers zu Werke gehen. Die Chemie des Kochens" ist ihr dabei das notwendige Rüstzeug. Der Vierjahresplan mit seinen Aus­wirkungen, wie Schabenverhütung, Kampf dem Verderb ufw.', birgt eine Fülle von Arbeit ge­rade für die Frau in sich. Hier ist ihr politisches Betätigungsfeld.Wenn Sie in diesem Sinne wir­ken, helfen Sie mit, das deutsche Volk groß und stark auf ewig zu machen; in Ihrer Hand liegt also des Volkes Schicksal in Gegenwart und Zu-

Gaufrauenschaftsleiterin Erna Westernacher eröffnete dann die Werbung für das Deutsche Frauenwerk. Es wird im ganzen Gau keine Frau ungefragt bleiben, ob sie ihren Beitritt erklären will. Die bereits korporativ ange­schlossenen Mitglieder werden aufgefordert, persön­lich dem Deutschen Frauenwerk beizutreten. Die Gaufrauenschaftsleiterin erklärte ausdrücklich, daß die Mitgliedschaft im Deutschen Frauenwerk gegen­über der NS.-Frauenschaft unter keinen Umstanden etwas Zweitrangiges darstellt. Das Deutsche Frauenwerk erfährt die gleiche Förderung wie die NS.-Frauenschaft. Kurz streifte Frau Westernacher bann noch den Ehrendienst der 9t <5. = Frauenschaft, der in diesem Jahr zum ersten­mal die Landfrauen unseres Gaues in der Ernte­zeit in ihren Haushaltspflichten entlasten wird. Die eindringliche Aufforderung, alle Kraft bei der Wer­bung für das Deutsche Frauenwerk einzusetzen, be­

schloß die Kundgebung, die in den Liedern des Reiches ausklang. mo.-

Soziale Hilfe

des Frauenarbeilsdienstes.

NSG. Nachstehende Vereinbarung wurde zwischen dem Deutschen Frauenarbeits­dienst und dem Amt für Volkswohlfahrt getroffen:Der Frauenarbeitsdienst kann neben ehrenamtlichen Helferinnen und Haushaltpflegerin­nen b e i der Durchführung des Hilfs­werkesM utter u n d K i n d" für die Müt­ter- und Familienhilfe eingesetzt werden. Die soziale Hilfsarbeit geschieht im Rahmen der Richtlinien des Deutschen Frauenarbeitsdienstes. Es kommen im einzelnen ArbeitenimAuftrage derWohl- f a h r t s p f l e g e , z. B. zur Instandsetzung von Bekleidungsgegenständen, oder zur Durchführung von Speisungen für Hilfsbedürftige, ferner für Ar­beiten der Mütterhilfe, der Familienhilfe, ber Hilfe für Stadtrandsiedler usw. in Betracht. Die tägliche Arbeitszeit (Werkarbeit) beträgt im Höchstfall sechs Stunden ...".

Die NSV. übernimmt dem Frauenarbeitsdienst gegenüber die Verpflichtung, daß die jungen Mäd­chen nur in gesunde und sittlich ein­wandfreie Familien geschickt werden, die wirtschaftlich nicht in der Lage sind, eine Haushalt­hilfe aus eigenen Mitteln zu bezahlen. Die Arbeits­dienstwilligen dürfen in dieser Hinsicht nicht aus« genutzt werden. Durch ehrenamtliche Helferinnen der NSV. ist daher in jedem Falle eine sorgfäl­tige Prüfung der Haushaltungen hin­sichtlich der sittlichen und gesundheitlichen Eignung und der wirtschaftlichen Bedürftigkeit der Familie vorzunehmen. Im Rahmen des sozialen Hilfsdien­stes kann der Deutsche Frauenarbeitsdienst auch ein­gesetzt werden zur praktischen Hilfsarbeit in Kin­derheimen, Krippen, Kindergärten und Horten, die der NSV. angeschlossen sind.

am 24. Mai vergangenen Jahres erhielten die für van Zeeland eintretenden Katholiken, Liberalen, So­zialdemokraten und Kommunisten rund 250 000 Stimmen, die Rexisten zusammen mit den flämi­schen Nationalisten rund 73 000; ferner wurden rund 29 000 ungültige Stimmzettel abgegeben.

Was ist mit den Zührer-Marken in der Tschechoslowakei?

Prag, 11. April. (DNB.) Tschechoslowakische Blätter meldeten am Samstag, daß die vor einigen Tagen von der Deutschen Reichspost ausgegebenen Hitler-Markenblocks bei ihrem Erscheinen in Prag von ber Polizei beschlag­nahmt worden feien. Das tschechoslowakische Preß­büro dementierte am Samstag diese Meldungen.

*

Es ist erfreulich, aber wohl auch notwendig, daß diese Meldung einiger tschechoslowakischer Blätter von dem Prager amtlichen Preßbüro dementiert werden konnte. Immerhin wäre es interessant, fest­zustellen, welche Vorgänge die tschechoslowakischen Blätter veranlaßten, die Meldung von der Be­schlagnahme der Marken mit dem Bilde des Füh­rers zu bringen, zumal die besagten Vorgänge ver­schiedenen ausländischen Pressevertretern in Prag von Augenzeugen ebenfalls berichtet worden waren.

Amerikanische Bergarbeiter gegen Streikhetzer.

G a I e n a (Kansas), 12. April. (DNB. Funk­spruch.) Im ganzen Zink- und Bleigrubenbezirk kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen eingesessenen Bergarbeitern und hergelaufenen Mit­gliedern einer marxistischen Gewerkschaft, die die Bergarbeiter zu Streiks aufzuhetzen versuchten. Eine 500köpfige Menge stürmte mit Gasbomben das Hauptquartier der Gewerkschaft. Die Angrei­fenden wurden mit einer Feuersalve empfangen. Elf Kumpels blieben schwer verletzt liegen. In den Gewerkschaftshäusern pflegen Flugblätter mit pazi­fistischen Phrasen aufgespeichert zu werden. Daß die Anstürmenden, die sich gegen die verheerenden Folgen der sinnlosen Streikhetze zur Wehr setzen wollten, hier, wie auch in vielen anderen Fällen mit Gewehrsalven empfangen wurden, zeigt die ganze Verlogenheit der eigensüchtigen Ge­werkschaftsbonzen.

Baldwin kündigt seinen Rücktritt an.

London, 10. April. (DNB.) In seinem Wahl­kreis Worchester kündigte Ministerpräsident Baldwin seinen bevorstehenden Rücktritt an. Er sei stets entschlossen gewesen, im Interesse seiner eigenen Sache, der seiner Partei und der seines Landes um Entbindung von seinem Amt zu bitten, sobald er fühlen würde, daß er sein Bestes gegeben habe. Baldwin sprach dann von den neuen Ideen, die in Europa aufgetaucht seien in einem Ausmaß, wie man es seit ber Zeit ber Reformation unb der französischen Revolution nicht mehr er­lebt habe. In keinem Lande Europas habe es eine Verfassung gegeben, die mit der englischen zu vergleichen sei, womit er nicht sagen wolle, daß die britische die beste sei. Er meine damit nur, daß es keine Verfassung wie die englische gebe, die sich durch Jahrhunderte hindurch zu ihrer heutigen Stel­lung entwickelt habe. Keine der neuen Ideen würde unter diesen Umständen jemals dazu beitragen kön­nen, die Verfassungsprobleme Englands zu lösen. Mit dieser Feststellung wünsche er nicht zu kriti­sieren, sondern er wolle nur feststellen, daß der Kommunismus wie der Faschismus eine Gefahr für England darstellten. Es komme darauf an, daß die britische Verfassung organisch fortentwickelt werde.

Mehrere Morgenblätter widmen dem Minister­präsidenten Worte der Anerkennung für seine dem Staat geleisteten Dienste. So schreibtDaily T e . legraph" seine ganze Laufbahn sei durch eine Zurückstellung der persönlichen hinter den nationa­len Interessen gekennzeichnet gewesen. Das Blatt unterstreicht die Aeußerung Baldwins, daß England sich vomFaschismus und Kommunismus" fernhal­ten müsse. Die konservativeM o r n i n g P o st" schreibt, man müsse bezweifeln, ob Kommunismus undFaschismus", wie Baldwin erklärt habe, die einzigen Feinde Englands feien. Der Pazifis - m u s und die Sentimentalität feien zum

Die Erntehilfe -es Reichsarbeitsdienstes.

Berlin, 10. April. (DNB.) In Berlin fand eine Arbeitsgauführertagung statt, auf der die An­ordnungen des Reichsarbeitsführers zum Einsatz des Reichsarbeitsdienstes im Zeichen des Vierjäh­re s p l a ns behandelt wurden. Der Reichsarbeits- dienst wird bei landwirtschaftlichen Erntenot ständen in solchen landwirtschaft­lichen Betrieben eingesetzt, die trotz eifrigsten Be­mühens ohne eigene Schuld in Not an Arbeitskräften geraten find. Aus Betrieben, die in Erwartung vder aus Anlaß des Einsatzes des Reichsarbeitsdienstes andere Arbeitskräfte zur Entlassung bringen oder die mögliche Einstel­lung von Arbeitskräften unterlassen, wird der Reichsarbeitsdienst zurückgezogen. Der Einsatz des Reichsarbeitsdienstes zur unmittelbaren Unter­stützung des Reichsnährstandes hat nicht dem Eigen­tum der einzelnen Grundbesitzer, sondern der Si­cherstellung der Ernährung des ganzen Volkes zu dienen. Da aus dem Einsatz des Reichs­arbeitsdienstes auch der einzelne Grundbesitzer so­fort den ganzen Nutzen ziecht, hat er durch Vermitt­lung des Kreisbauernführers ein entsprechendes Entgelt an das Reich zu leisten. Dieses Ent­

gelt wird so bemessen sein, daß ein Druck auf die Landarbeiterlöhne unter gar keinen Umständen aus­gelöst wird.

Der Einsatz des Reichsarbeitsdienstes zur Ernte­hilfe i st Dienst und wird dementsprechend ge­handhabt. Der einzelne Arbeitsmann wird nicht etwa dem einzelnen Bauern als Knecht zugewiesen, sondern er bleibt ausschließlich seinem Arbeitsbien st vorgesetzten unter st eilt, der dafür sorgt, daß Leistungsfähigkeit und Gesund­heitszustand des Arbeitsmannes berücksichtigt wer­den. Betriebsführern, die sich eine unehrliche Be-^ Handlung von Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes zuschulden kommen lassen, wird die Hilfe des Reichs­arbeitsdienstes entzogen. Die Aufrechterhaltung strenger Zucht und Ordnung, die Fortdauer der er­zieherischen Einwirkung der Führer ist auch wäh­rend des Einsatzes zur Erntehilfe gesichert. Die Erntenottzrlfe ist eine neue große Aufgabe für den Reichsarbeitsdienst. Sie wird mit gleicher Hingabe und unter dem Einsatz aller Kräfte wie bei seinen sonstigen Arbeiten zum Wohle des gesamten deut­schen Volkes durchgeführt werden.

Ernste Lage an -er in-ischen Ror-westgrenze.

London, 10. April. (DNB.) An der indischen Nordwestgrenze ist es zu neuen schweren K ö mpfen gekommen, bei denen sechs britische Offiziere getötet und fünf verwundet wurden. Die britisch-indischen Truppen wurden vom K h o n a i n Khel, einem Führer der Mahsud-Stämme, an­gegriffen. Der Kampf, der mit einer Schlappe der britischen Truppen endete, dauerte den ganzen Frei­tag bis Samstagmorgen an. Angegriffen wurde ein aus 45 Kraftwagen bestehender Transport, der durch vier Panzerwagen, 125 Mann Infanterie und mehrere Flugzeuge begleitet wurde. Etwa 12 Kilo­meter von Panbola wurde der Transport von den Aufständischen überfallen. Die Engländer wurden während des Gefechts noch durch Maschinengewehrtruppen und Panzerwagen sowie durch Infanterie und Flugzeuge verstärkt. Erst am Samstag stellten die Aufttänbischen das Gefecht ein und zogen sich in ihre Bergfestungen zurück. Das Gefecht hat die Lage an der indischen Nordwest­grenze beträchtlich 'verschlimmert. Die bisherigen Maßnahmen haben nicht dazu geführt, daß die Stämme ihre aufrührerische Betätigung einstellten. Der Fakir von Jpi hat nunmehr offen im Schaktutal zumHeiligen Krieg" a u f g e - fordert.Daily Telegraph" meldet, daß die auf­ständischen Stämme immer verwegener wür­den. Die bisherigen Bombenangriffe hätten

noch nichtben'gewünschten Erfolg gehabt. Es handele sich um eine ernstliche Regierungsnieder­lage. Die Bemühungen für eine friedliche Verhand­lung mit den Aufttändischen seien gegenwärtig er­schöpft.

Ein Vermittlungsvorschlag Gandhis.

London, 11. April. (DNB.) Gandhi gab in Wardha eine Erklärung ab, die dazu bestimmt ist, zwischen dem britischen Standpunkt und dem Stand­punkt der Kongreßpartei zu vermitteln. Er schlug die Bildung eines Schiedsgerichts vor, das entscheiden soll, ob die Gouverneure der Forderung der Nationalisten entsprechen können, von ihren Sondervollmachten solange keinen Gebrauch zu machen, wie die Kongreßpartei verfassungs­mäßig regiert Das Schiedsgericht soll in ber Weise zusammengesetzt werden, daß die britische Re- gierung und die Kongreßpartei je einen Richter ernennen und daß die beiden dann einen dritten Schiedsrichter benennen. Die Erklärung Gandhis geht auf einen Appell Lord Lothians zurück, der sich an den indischen Nationalkongreß gewandt hatte. Gandhi ist der Ansicht, daß die vom Kon­greß gewünschten Zusicherungen von den britischen Gouverneuren keinerlei Verfassungsverletzung dar­stellten.

mindesten ebenso gefährlich. Selbst das Oppositions­blattDaily Her alb" widmet Baldwin sehr anerkennende Worte. In grundlegenden Fragen habe er es verstanden, die Stimme des Vol­kes zum Ausdruck zu bringen.

Meine politische Nachrichten

Die U - B o o t eU 2 5" u n bU 2 7" gehen nach Spanien zur Verstärkung ber deutschen Seestreit­kräfte, denen der Schutz der deutschen Handelsschiff­fahrt in den spanischen Gewässern und die Seekon­trolle in dem vom Deutschen Reich übernommenen Küstenabschnitt obliegt.

Lord Plymouth, der parlamentarische Staats­sekretär im britischen Außenministerium, wird sich Ende Mai zu einem amtlichen Besuch nach Finn­land begeben. Im Anschluß an seinen Besuch in Finnland wird er sodann Sie baltischen Staa­ten Anfang Juni bereisen.

*

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat den stell­vertretenden Gauleiter des Gaues Württemberg- Hohenzollern, Pg. Friedrich Schmidt, zum Leiter des Hauptschulung samtes berufen. Bereits 1925 trat er als 23jähriger in die Partei ein. Er leistete in diesen Jahren besonders erfolgreiche Arbeit

in den JugendbündenArtamanen" unb Adler und Falke n". Seit 1933 ist Pg. Schmidt stellvertretender Gauleiter und Mitglied des Reichs­tages. Als Leiter des Hauptschulungsamtes untersteht ihm die weltanschauliche Schulung in der Partei unb ben Verbänben mit maßgeblichem Ein­fluß auf die Ordensburgen und dieAdolf-Hitler- Schulen".

*

Der italienische Ministerrat genehmigte die Bil­dung eines Flottenkommandos für Li­byen unb bie Errichtung eines nationalen Armeekorps in Libyen. Gleichzeitig wirb ein Dberfommanbo für bie gesamte Wehr­macht von Jtalienisch-Nordafrika geschaffen, dem alle Land-, Lust- und Seestreitkräfte, die in Libyen statio­niert sind, unterstellt werden. Der Generalgouver­neur von Libyen, Luftmarschall B a l b o , wird gleichzeitig ber Oberfehlshaber ber in Libyien lie- genben Streitkräfte.

»

Der ungarische Reichsverweser hat ben Vizepräsi­denten des Obersten Verwaltungsgerichtshofes Oberhausmitglieb Josef Szell zum Innen­minister ernannt. Der neue Innenminister, ber im 57. Lebensjahre steht, war währenb ber Regierungs- 3eit bes Grafen Stefan Bethlen Obergespan des Komitates Cemplen.