werden. Das deutsche Volk tst elnS Gemeinschaft b e r lat und Bürge dafür, daß dieses Deutschland nicht von heute, sondern ewig ist. — Mit der ganzen Schwere des Niedersachsen, der wie kaum ein anderer Stamm unseres Volkes ein Kind seiner Landschaft ist, folgten die Zuhörer den Ausführungen des Gauleiters. Ihre Treue klingt als eilt Schwur und als eine Kampfansage an alle diejenigen, die Einheit und Freiheit des Reiches bedrohen wollen, in dem Lied der Bewegung wieder.
Oie Reichsakademie fürLeibesübungen
Berlin, 10. April. (DNB.) D,ie Reichsakademie für Leibesübungen ist im April 1936 als einheitliche Lehr- und Forschungs statte der deutschen Leibeserziehung errichtet worden. Das Kuratorium der Reichsakademie — bestehend aus dem Reichsminister des Innern, L-m Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und. dem Reichssportführer — hat im vergangenen Jahr den Ausbau der Reichsakademie weitgehend gefördert. Der Führer und Reichskanzler hat nun die Reichsakademie für Leibesübungen zur Reichsbehörde erklärt und ihr dadurch eine klare Rechtsgrundlage gegeben. Die Reichsakademie dient der Förderung der deutschen Leibesübungen durch Lehre und Forschung im Geiste des Nationalsozialismus. Sie erfüllt diese Aufgabe neben wissenschaftlicher Lehr- und Forschungsarbeit vor allem dadurch, daß sie
1. besonders geeigneten staatlichen Lehrern der Leibeserziehung eine reichseinheitliche Führerausbildung vermittelt,
2. den im freien Beruf tätigen Turn- und Sportlehrern eine praktisch und wissenschaftlich vertiefte Berufsausbildung gewährt,
3. Fortbildungslehrgänge für die Angehörigen der Organisationen, die auf dem Gebiete der Leibesübungen und körperlichen Erziehung tätig sind, veranstaltet.
Präsident der Reichsakademie ist der Reichssportführer. Er wird durch den Direktor der Reichsakademie vertreten, der für Lehre, Forschung und Verwaltung verantwortlich ist. Die Akademie untersteht der gemeinsamen Aufsicht des Reichsministers des Innern und des Reichserziehungsministers.
Keine uneingeschränkte Haftpflicht der Soldaten mehr.
Berlin, 10. April. (DNB.) Verursacht ein Soldat im militärischen Dienst einem Dritten einen Schaden, so tritt nach dem Gesetz über die Haftung des Reiches für feine Beamten vom 22. Mai 1910 das Reich für den Soldaten ein. Das Reich konnte sich aber nach diesem Gesetz, wenn es Hern Dritten den Schaden ersetzt hatte, b e i dem Soldaten schadlos halten, so daß der Soldat auch bei einem nur geringen Verschulden für den Schaden in vollem Umfange aufzukommen hatte. Diese uneingeschränkte Haftpflicht war geeignet, die Entschlußfreudigkeit des Soldaten zu lähmen und das im Soldatendienst verpönte Zaudern zu fördern. Ein neues Gesetz vom 7. 4. 37 bestimmt daher, daß das Reich wegen eines Schadens den Soldaten nur dann in Anspruch nehmen wird, wenn er vorsätzlich oder grobfahrlässig gehandelt hat.
Der Hochverratsprozeß Rofsaini vor dem Volksgerichtshof.
Berlin, 11. April. (DNB.) Am ersten Derhand- lungstag ergibt sich, daß die Kommunistin Bertha Karg Rossaint und dem „Reichsführer" der „Sturmscharen" Steber zur Durchführung der „Einheitsfront" die Einrichtung von „Zirkelabenden" empfohlen hat. Im Hause von Katholiken sollten sich fünf bis sechs Iungkatholiken jeweils zufammenfinden und von einem der jstngen kommunistischen Hetzer zersetzt werden. Dabei sollten zersetzende k o m m u - n i st i s ch e H e tz s ch r i f t e n für die Jugend, die bereits seit langer Zeit vom Volksgerichtshof als hochverräterisch gekennzeichnet waren, verteilt werden. Nach Aussage der Karg soll Rossaint 100 bis 150 Stück dieser Hetzschriften bestellt haben, was der Angeklagte jedoch bestreitet. Der Vorsitzende weist ihn darauf hin, daß es für ihn als Erzieher der Jugend eine besondere Gewissenlosigkeit gewesen sei, die seiner Obhut unterstellten, politisch ungeschulten Jungkatholiken den Einflüssen einer so gefährlichen Hetzerin auszusetzen. Das könne er doch' nur getan haben, wenn er mit den Gedankengängen der kommunistischen Irrlehre innerlich üb'ereinstimmte. — Außerordentlich belastend ist auch der Plan Rossaints zu einer Studienreise nach Sowjetrußland. Rossaint gibt zu, daß er sich für den Kommunismus sehr interessiert habe. Damals will er aber nicht eingesehen haben, daß er sich dadurch strafbar machte. „Ich hätte das alles unter keinen Umständen tun sollen, das gebe ich heute zu", gestand der Angeklagte.
Als Vertreter der ehemaligen Reichsleitung des Kommunistischen Jugendverbandes kam Kaiser zu einem Stelldichein am Kölner Dom mit dem Angeklagten Kaplan Rossaint am 29. Januar 1934. Auf Vorschlag Rossaints ging man in die Wohnung eines ihm befreundeten Kölner Kaplans. Rossaint behauptet, der Kommunist habe vorgeschlagen, einen Aufruf an die katholische Jugend im Sinne der „Einheitsfront" zu erlassen. Nossaint will das zwar innerlich „abgelehnt" haben (!), er habe aber — das müsse er sich jetzt zur Vorwurf machen — seine Ablehnung nicht deutlich genug zum Ausdruck gebracht (!). Am 31. Januar 1934 wurde die kommunistische Agentin Bertha Karg verhaftet, und auch Kaiser wurde bald darauf festgenommen. Rossamts Verbindung mit diesen beiden Oberkommunisten riß ab.
Nach Erörterung der Verbindung Rossaints zu einer weiteren ehemaligen kommunistischen Funktionärin, die nach der Kölner Zusammenkunft bei ihm vorsprach, wurde die Verhandlung auf Montag vormittag vertagt.
Das Wahlduell van Zeeland-Oegrelle.
Brüssel, 11. April. (DNB.) Am Sonntag fanden im Wahlbezirk Brüssel die mit Spannung erwarteten Teilwahlen zum Parlament statt, die durch den Rücktritt des Vertreters der Rex-Bewegung für den Bezirk Brüssel notwendig geworden sind. Als Kandidaten für das frei gewordene Mandat standen sich der Ministerpräsident van Zeeland und der Führer der Rex-Be- wegung Leon D e g r e l l e gegenüber. Der Wahlsonntag ist ruhig verlaufen. Das Straßenviertel, wo sich die Regierungsgebäude befinden, wurde von Gendarmerie bewacht. Insgesamt wurden 363 440 Stimmen abgegeben. Davon sind gültig 345 082 Stimmen. Die Zahl der ungültigen Stimmzettel beträgt 18 358. Für van Zeeland sind abgegeben worden 275 840 Stimmen, für Degrelle 69 242. Bei den letzten Wahlen zum Parlament
Das deutsche Krauenwerk rüst zur Mitarbeit auf.
NSG. Sonntag begann im Gau Hessen-Nassau eine große Werbeaktion für das Deutsche Frauenwerk. Die Gauftauenschaft veranstaltete deshalb i.n Darmstadt eine Eröffnungskundgebung mit einer Rede des Gaupropagandaleiters Wilhelm Müller-Scheld über die Aufgaben der Frau im Staat. In der umfassenden Darstellung der Aufgaben, die der Frau im Staate gestellt sind, ging er davon aus, warum eigentlich die Partei auch heute noch immer und immer wieder die Menschen zusammenruft und ihnen in historischen Rückblicken das Geschehen der Vergangenheit vor Augen hält. Wir müssen diesen Weg gehen, wenn wir erreichen wollen, daß das Volk den Nationalsozialismus auch aus der Geschichte begreift; ein ständiges Trommeln ist nötig, damit die Gutmütigkeit des Deutschen nicht nur die unerhörten Höhepunkte, sondern auch die ebenso unerhörten Tiefenpunkte unserer Entwicklung zum Volkskörper in keinem Augenblick außer acht läßt. In lebendigen Worten erstand vor den Zuhörerinnen dann ein Bild der Zeiten unserer großen Kriege und der Folgen, die sie jeweils auslösten. Die maßlose Demoralisierung nach Versailles wurde mit erschütternden Beispielen belegt. Gerade in diese Zeit fällt das erste Auftreten des Führers, dessen Sendung schicksalhaft bestimmt ist. Sein Werdegang, vom einfachen Mann aus dem Volk zum Führer der Nation, ist nur als geschichtliche Notwendigkeit zu verstehen. Nicht Gewalt, sondern die Macht eines wahrhaft universellen G e i st e s hat ihm babei den Sieg gebracht.
Nachdem so eine abgerundete Zusammenfassung die Politik im allgemeinen darstellte, ging der Gaupropagandaleiter auf die besonderen Pflichten der Frau ein. Richtunggebend sind auch für ihre Haltung die Grundgedanken des Führers. Der Rassenfrage muß die Frau ganz besondere Beobachtung schenken. Untrennbar damit verbunden ist die Stellung zum Bolschewismus, der nichts anderes ist als Zersetzung alles Bisherigen. Ursprung und Leitung des Bolschewismus aber sind einzig beim Juden zu suchen. Auf all diese Probleme muß die Frau ihr
Augenmerk richten. Eine der volksbiologisch wichtigsten Aufgaben fällt ihr bei der Verhütung des erbkranken Nachwuchses zu. Hier muß die Frau aufklärend jedes Unverständnis bei ihren Volksgenossinnen beseitigen. Die Erziehung der Kinder ist das ureigenste Gebiet der deutschen Mutter; als höchstes Ziel hat ihr dabei eine seelische und körperliche Gesundheit des Nachwuchses Richtschnur zu sein.
Es ist nicht die Aufgabe der Frau, äußerlich in die Politik einzugreifen, ihr Handeln muß stets zweckmäßig, den tausend Dingen des Alltags angepaßt fein. Sie muß im Verbrauch der Güter volkswirtschaftlich und aus genauer Kenntnis des menschlichen Körpers zu Werke gehen. Die „Chemie des Kochens" ist ihr dabei das notwendige Rüstzeug. Der Vierjahresplan mit seinen Auswirkungen, wie Schabenverhütung, Kampf dem Verderb ufw.', birgt eine Fülle von Arbeit gerade für die Frau in sich. Hier ist ihr politisches Betätigungsfeld. „Wenn Sie in diesem Sinne wirken, helfen Sie mit, das deutsche Volk groß und stark auf ewig zu machen; in Ihrer Hand liegt also des Volkes Schicksal in Gegenwart und Zu-
Gaufrauenschaftsleiterin Erna Westernacher eröffnete dann die Werbung für das Deutsche Frauenwerk. Es wird im ganzen Gau keine Frau ungefragt bleiben, ob sie ihren Beitritt erklären will. Die bereits korporativ angeschlossenen Mitglieder werden aufgefordert, persönlich dem Deutschen Frauenwerk beizutreten. Die Gaufrauenschaftsleiterin erklärte ausdrücklich, daß die Mitgliedschaft im Deutschen Frauenwerk gegenüber der NS.-Frauenschaft unter keinen Umstanden etwas Zweitrangiges darstellt. Das Deutsche Frauenwerk erfährt die gleiche Förderung wie die NS.-Frauenschaft. Kurz streifte Frau Westernacher bann noch den Ehrendienst der 9t <5. = Frauenschaft, der in diesem Jahr zum erstenmal die Landfrauen unseres Gaues in der Erntezeit in ihren Haushaltspflichten entlasten wird. Die eindringliche Aufforderung, alle Kraft bei der Werbung für das Deutsche Frauenwerk einzusetzen, be
schloß die Kundgebung, die in den Liedern des Reiches ausklang. mo.-
Soziale Hilfe
des Frauenarbeilsdienstes.
NSG. Nachstehende Vereinbarung wurde zwischen dem Deutschen Frauenarbeitsdienst und dem Amt für Volkswohlfahrt getroffen: „Der Frauenarbeitsdienst kann neben ehrenamtlichen Helferinnen und Haushaltpflegerinnen b e i der Durchführung des Hilfswerkes „M utter u n d K i n d" für die Mütter- und Familienhilfe eingesetzt werden. Die soziale Hilfsarbeit geschieht im Rahmen der Richtlinien des Deutschen Frauenarbeitsdienstes. Es kommen im einzelnen ArbeitenimAuftrage derWohl- f a h r t s p f l e g e , z. B. zur Instandsetzung von Bekleidungsgegenständen, oder zur Durchführung von Speisungen für Hilfsbedürftige, ferner für Arbeiten der Mütterhilfe, der Familienhilfe, ber Hilfe für Stadtrandsiedler usw. in Betracht. Die tägliche Arbeitszeit (Werkarbeit) beträgt im Höchstfall sechs Stunden ...".
Die NSV. übernimmt dem Frauenarbeitsdienst gegenüber die Verpflichtung, daß die jungen Mädchen nur in gesunde und sittlich einwandfreie Familien geschickt werden, die wirtschaftlich nicht in der Lage sind, eine Haushalthilfe aus eigenen Mitteln zu bezahlen. Die Arbeitsdienstwilligen dürfen in dieser Hinsicht nicht aus« genutzt werden. Durch ehrenamtliche Helferinnen der NSV. ist daher in jedem Falle eine sorgfältige Prüfung der Haushaltungen hinsichtlich der sittlichen und gesundheitlichen Eignung und der wirtschaftlichen Bedürftigkeit der Familie vorzunehmen. Im Rahmen des sozialen Hilfsdienstes kann der Deutsche Frauenarbeitsdienst auch eingesetzt werden zur praktischen Hilfsarbeit in Kinderheimen, Krippen, Kindergärten und Horten, die der NSV. angeschlossen sind.
am 24. Mai vergangenen Jahres erhielten die für van Zeeland eintretenden Katholiken, Liberalen, Sozialdemokraten und Kommunisten rund 250 000 Stimmen, die Rexisten zusammen mit den flämischen Nationalisten rund 73 000; ferner wurden rund 29 000 ungültige Stimmzettel abgegeben.
Was ist mit den Zührer-Marken in der Tschechoslowakei?
Prag, 11. April. (DNB.) Tschechoslowakische Blätter meldeten am Samstag, daß die vor einigen Tagen von der Deutschen Reichspost ausgegebenen Hitler-Markenblocks bei ihrem Erscheinen in Prag von ber Polizei beschlagnahmt worden feien. Das tschechoslowakische Preßbüro dementierte am Samstag diese Meldungen.
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Es ist erfreulich, aber wohl auch notwendig, daß diese Meldung einiger tschechoslowakischer Blätter von dem Prager amtlichen Preßbüro dementiert werden konnte. Immerhin wäre es interessant, festzustellen, welche Vorgänge die tschechoslowakischen Blätter veranlaßten, die Meldung von der Beschlagnahme der Marken mit dem Bilde des Führers zu bringen, zumal die besagten Vorgänge verschiedenen ausländischen Pressevertretern in Prag von Augenzeugen ebenfalls berichtet worden waren.
Amerikanische Bergarbeiter gegen Streikhetzer.
G a I e n a (Kansas), 12. April. (DNB. Funkspruch.) Im ganzen Zink- und Bleigrubenbezirk kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen eingesessenen Bergarbeitern und hergelaufenen Mitgliedern einer marxistischen Gewerkschaft, die die Bergarbeiter zu Streiks aufzuhetzen versuchten. Eine 500köpfige Menge stürmte mit Gasbomben das Hauptquartier der Gewerkschaft. Die Angreifenden wurden mit einer Feuersalve empfangen. Elf Kumpels blieben schwer verletzt liegen. In den Gewerkschaftshäusern pflegen Flugblätter mit pazifistischen Phrasen aufgespeichert zu werden. Daß die Anstürmenden, die sich gegen die verheerenden Folgen der sinnlosen Streikhetze zur Wehr setzen wollten, hier, wie auch in vielen anderen Fällen — mit Gewehrsalven empfangen wurden, zeigt die ganze Verlogenheit der eigensüchtigen Gewerkschaftsbonzen.
Baldwin kündigt seinen Rücktritt an.
London, 10. April. (DNB.) In seinem Wahlkreis Worchester kündigte Ministerpräsident Baldwin seinen bevorstehenden Rücktritt an. Er sei stets entschlossen gewesen, im Interesse seiner eigenen Sache, der seiner Partei und der seines Landes um Entbindung von seinem Amt zu bitten, sobald er fühlen würde, daß er sein Bestes gegeben habe. Baldwin sprach dann von den neuen Ideen, die in Europa aufgetaucht seien in einem Ausmaß, wie man es seit ber Zeit ber Reformation unb der französischen Revolution nicht mehr erlebt habe. In keinem Lande Europas habe es eine Verfassung gegeben, die mit der englischen zu vergleichen sei, womit er nicht sagen wolle, daß die britische die beste sei. Er meine damit nur, daß es keine Verfassung wie die englische gebe, die sich durch Jahrhunderte hindurch zu ihrer heutigen Stellung entwickelt habe. Keine der neuen Ideen würde unter diesen Umständen jemals dazu beitragen können, die Verfassungsprobleme Englands zu lösen. Mit dieser Feststellung wünsche er nicht zu kritisieren, sondern er wolle nur feststellen, daß der Kommunismus wie der Faschismus eine Gefahr für England darstellten. Es komme darauf an, daß die britische Verfassung organisch fortentwickelt werde.
Mehrere Morgenblätter widmen dem Ministerpräsidenten Worte der Anerkennung für seine dem Staat geleisteten Dienste. So schreibt „Daily T e . ■ legraph" seine ganze Laufbahn sei durch eine Zurückstellung der persönlichen hinter den nationalen Interessen gekennzeichnet gewesen. Das Blatt unterstreicht die Aeußerung Baldwins, daß England sich vom „Faschismus und Kommunismus" fernhalten müsse. Die konservative „M o r n i n g P o st" schreibt, man müsse bezweifeln, ob Kommunismus und „Faschismus", wie Baldwin erklärt habe, die einzigen Feinde Englands feien. Der Pazifis - m u s und die Sentimentalität feien zum
Die Erntehilfe -es Reichsarbeitsdienstes.
Berlin, 10. April. (DNB.) In Berlin fand eine Arbeitsgauführertagung statt, auf der die Anordnungen des Reichsarbeitsführers zum Einsatz des Reichsarbeitsdienstes im Zeichen des Vierjähre s p l a ns behandelt wurden. Der Reichsarbeits- dienst wird bei landwirtschaftlichen Erntenot ständen in solchen landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt, die trotz eifrigsten Bemühens ohne eigene Schuld in Not an Arbeitskräften geraten find. Aus Betrieben, die in Erwartung vder aus Anlaß des Einsatzes des Reichsarbeitsdienstes andere Arbeitskräfte zur Entlassung bringen oder die mögliche Einstellung von Arbeitskräften unterlassen, wird der Reichsarbeitsdienst zurückgezogen. Der Einsatz des Reichsarbeitsdienstes zur unmittelbaren Unterstützung des Reichsnährstandes hat nicht dem Eigentum der einzelnen Grundbesitzer, sondern der Sicherstellung der Ernährung des ganzen Volkes zu dienen. Da aus dem Einsatz des Reichsarbeitsdienstes auch der einzelne Grundbesitzer sofort den ganzen Nutzen ziecht, hat er durch Vermittlung des Kreisbauernführers ein entsprechendes Entgelt an das Reich zu leisten. Dieses Ent
gelt wird so bemessen sein, daß ein Druck auf die Landarbeiterlöhne unter gar keinen Umständen ausgelöst wird.
Der Einsatz des Reichsarbeitsdienstes zur Erntehilfe i st Dienst und wird dementsprechend gehandhabt. Der einzelne Arbeitsmann wird nicht etwa dem einzelnen Bauern als Knecht zugewiesen, sondern er bleibt ausschließlich seinem Arbeitsbien st vorgesetzten unter st eilt, der dafür sorgt, daß Leistungsfähigkeit und Gesundheitszustand des Arbeitsmannes berücksichtigt werden. Betriebsführern, die sich eine unehrliche Be-^ Handlung von Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes zuschulden kommen lassen, wird die Hilfe des Reichsarbeitsdienstes entzogen. Die Aufrechterhaltung strenger Zucht und Ordnung, die Fortdauer der erzieherischen Einwirkung der Führer ist auch während des Einsatzes zur Erntehilfe gesichert. Die Erntenottzrlfe ist eine neue große Aufgabe für den Reichsarbeitsdienst. Sie wird mit gleicher Hingabe und unter dem Einsatz aller Kräfte wie bei seinen sonstigen Arbeiten zum Wohle des gesamten deutschen Volkes durchgeführt werden.
Ernste Lage an -er in-ischen Ror-westgrenze.
London, 10. April. (DNB.) An der indischen Nordwestgrenze ist es zu neuen schweren K ö mpfen gekommen, bei denen sechs britische Offiziere getötet und fünf verwundet wurden. Die britisch-indischen Truppen wurden vom K h o n a i n Khel, einem Führer der Mahsud-Stämme, angegriffen. Der Kampf, der mit einer Schlappe der britischen Truppen endete, dauerte den ganzen Freitag bis Samstagmorgen an. Angegriffen wurde ein aus 45 Kraftwagen bestehender Transport, der durch vier Panzerwagen, 125 Mann Infanterie und mehrere Flugzeuge begleitet wurde. Etwa 12 Kilometer von Panbola wurde der Transport von den Aufständischen überfallen. Die Engländer wurden während des Gefechts noch durch Maschinengewehrtruppen und Panzerwagen sowie durch Infanterie und Flugzeuge verstärkt. Erst am Samstag stellten die Aufttänbischen das Gefecht ein und zogen sich in ihre Bergfestungen zurück. Das Gefecht hat die Lage an der indischen Nordwestgrenze beträchtlich 'verschlimmert. Die bisherigen Maßnahmen haben nicht dazu geführt, daß die Stämme ihre aufrührerische Betätigung einstellten. Der Fakir von Jpi hat nunmehr offen im Schaktutal zum „Heiligen Krieg" a u f g e - fordert. „Daily Telegraph" meldet, daß die aufständischen Stämme immer verwegener würden. Die bisherigen Bombenangriffe hätten
noch nichtben'gewünschten Erfolg gehabt. Es handele sich um eine ernstliche Regierungsniederlage. Die Bemühungen für eine friedliche Verhandlung mit den Aufttändischen seien gegenwärtig erschöpft.
Ein Vermittlungsvorschlag Gandhis.
London, 11. April. (DNB.) Gandhi gab in Wardha eine Erklärung ab, die dazu bestimmt ist, zwischen dem britischen Standpunkt und dem Standpunkt der Kongreßpartei zu vermitteln. Er schlug die Bildung eines Schiedsgerichts vor, das entscheiden soll, ob die Gouverneure der Forderung der Nationalisten entsprechen können, von ihren Sondervollmachten solange keinen Gebrauch zu machen, wie die Kongreßpartei verfassungsmäßig regiert Das Schiedsgericht soll in ber Weise zusammengesetzt werden, daß die britische Re- gierung und die Kongreßpartei je einen Richter ernennen und daß die beiden dann einen dritten Schiedsrichter benennen. Die Erklärung Gandhis geht auf einen Appell Lord Lothians zurück, der sich an den indischen Nationalkongreß gewandt hatte. Gandhi ist der Ansicht, daß die vom Kongreß gewünschten Zusicherungen von den britischen Gouverneuren keinerlei Verfassungsverletzung darstellten.
mindesten ebenso gefährlich. Selbst das Oppositionsblatt „Daily Her alb" widmet Baldwin sehr anerkennende Worte. In grundlegenden Fragen habe er es verstanden, die Stimme des Volkes zum Ausdruck zu bringen.
Meine politische Nachrichten
Die U - B o o t e „U 2 5" u n b „U 2 7" gehen nach Spanien zur Verstärkung ber deutschen Seestreitkräfte, denen der Schutz der deutschen Handelsschifffahrt in den spanischen Gewässern und die Seekontrolle in dem vom Deutschen Reich übernommenen Küstenabschnitt obliegt.
Lord Plymouth, der parlamentarische Staatssekretär im britischen Außenministerium, wird sich Ende Mai zu einem amtlichen Besuch nach Finnland begeben. Im Anschluß an seinen Besuch in Finnland wird er sodann Sie baltischen Staaten Anfang Juni bereisen.
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Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat den stellvertretenden Gauleiter des Gaues Württemberg- Hohenzollern, Pg. Friedrich Schmidt, zum Leiter des Hauptschulung samtes berufen. Bereits 1925 trat er als 23jähriger in die Partei ein. Er leistete in diesen Jahren besonders erfolgreiche Arbeit
in den Jugendbünden „Artamanen" unb „Adler und Falke n". Seit 1933 ist Pg. Schmidt stellvertretender Gauleiter und Mitglied des Reichstages. Als Leiter des Hauptschulungsamtes untersteht ihm die weltanschauliche Schulung in der Partei unb ben Verbänben mit maßgeblichem Einfluß auf die Ordensburgen und die „Adolf-Hitler- Schulen".
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Der italienische Ministerrat genehmigte die Bildung eines Flottenkommandos für Libyen unb bie Errichtung eines nationalen Armeekorps in Libyen. Gleichzeitig wirb ein Dberfommanbo für bie gesamte Wehrmacht von Jtalienisch-Nordafrika geschaffen, dem alle Land-, Lust- und Seestreitkräfte, die in Libyen stationiert sind, unterstellt werden. Der Generalgouverneur von Libyen, Luftmarschall B a l b o , wird gleichzeitig ber Oberfehlshaber ber in Libyien lie- genben Streitkräfte.
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Der ungarische Reichsverweser hat ben Vizepräsidenten des Obersten Verwaltungsgerichtshofes Oberhausmitglieb Josef Szell zum Innenminister ernannt. Der neue Innenminister, ber im 57. Lebensjahre steht, war währenb ber Regierungs- 3eit bes Grafen Stefan Bethlen Obergespan des Komitates Cemplen.


