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England respektiert Francos Blockade Maos

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und außenpolitischen Problemen. Es hat im eige­nen Hause mit nationalen Minderheiten in einer Stärke von 26,9 v. H. zu rechnen und kann die radikale Ramanisierung in Gesetz, Verwaltung, Jugenderziehung gegen Magyaren, Deutsche, Ukrai­ner und andere nicht bis zur offenen Ausrottung fortführen. Das verträgt sich mit seiner insularen Stellung nicht. Auch die innere Wühlarbeit des Bolschewismus, der erhebliche Teile der na- tionalzaranistischen Partei durch üble Volksfront- Agenten bereits irregemacht hat, mahnt zu schleu­nigster Umkehr und Abwehr. Weiland Titu- lescu, der endlich überwundene Außenminister und ergebene Diener des französischen General­stabes, züchtete durch ein Jahrzehnt die Giftpflanze einer blinden Sympathie für Moskau und ebnete dessen militärischer Ausspähung bereitwillig alle Bahnen. Nun heißt es, Farbe zu bekennen, Paris, Prag, Moskau, alle liegen dem rumänischen Bauer viel zu weit, und die Ideale der Jugend sehnen das Ende aller parteimäßigen Korruption innen und außen herbei. Vor dem Kriege gab es nur zwei Parteien, Konservative und Liberale, die sich nach mehrjähriger Regierung immer ablösten. Das heutige Rumänien aber lebt in einer ungemüt­licheren Zeit mit harten Aufgaben, die sich aus Rasse, Geographie und Kulturpflichten ableiten.

Die Außenpolitik stand nach der Ausscheidung Titulesrus in ihrer überlieferten einseitig franzö­sischen Einstellung vor der Gefahr vollkommener Isolierung. Eine Königsreise nach Prag fand in Paris noch reichen Beifall, und der Auf­frischung des Militäroertrages mit Po- l e n war jene des polnisch-französischen Bündnisses oorangegangen. Es fragt sich nur, ob die polnisch­rumänische 50-Millionen-Einheit zwischen der Ost­see und dem Schwarzen Meere Damm oder Brücke bedeuten soll. Jedenfalls sieht man in Bukarest ein, daß sämtliche osteuropäischen Ver­bündeten der früheren Vorherrschaftspolitik Frank­reichs auf dem Kontinent sich jetzt vorsichtig auch andere Wege freihalten. Deutschlands wiederhergestellte Wehrkraft bewirkte da wohltätige Korrekturen. An die Stelle der ewigen Konjunktur­hoffnungen auf neue Waffengänge und nachfolgen, den Landgewinn traten friedlich aufbauende, ver­bindende Völkergedanken, auf der Grundlage der Gleichberechtigung alles Volkstums. Damit schließt sich auch für Rumänien der Kreis. Will es sich als Insel in der slawischen Flut be­haupten, muß es alle sittlichen Kräfte im Lande zusammenfassen und auf seinen äußeren Linien Freundschaften suchen, die selbstlos und aufrichtig seine Freiheit und Zukunft gewährleisten.

Die Schlacht der Adler und derStörche

Die alten Männer in Anatolien versichern, daß seit 60 Jahren noch niemals derartig große Heerscharen von Adlern und Störchen in der großen Schlacht in den Lüften aufeinandergestoßen sind, die in jedem Jahre hier stattfinden, und die Regierung schickt sich an, Maßregeln zu ergreifen, um die Hekatomben von Opfern herabzusetzen und die Kadaver zu be­seitigen, deren Verwesung eine Gefahr für die Ge- sundheit der Bevölkerung werden kann. Diese merk­würdigen, alljährlich wiederkehrenden Kämpfe zwi­schen den Adlern und Störchen bieten ein Schauspiel, zu dem die Bevölkerung von weit her herbeieilt. Sie werden mit der größten Erbitterung geführt und hören erst auf, wenn die Nacht sich herabsenkt, um am folgenden Morgen von neuem begönnen zu werden. In dicht gedrängten Scharen stürzen Adler und Störche aufeinander und bearbeiten sich gegen­seitig mit solcher Wucht, daß viele von ihnen tot aus den Boden herniederstürzen.

Wetterbericht

des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Nachdem es in der Nacht zum Sonntag mit dem Eindringen kälterer Meeresluft in großer Verbrei­tung zu recht ergiebigen Regenfällen gekommen war, traten tagsüber nur noch vereinzelte, aber gewittrige Schauer auf. Die Nacht zum Montag brachte Aufheiterung, stärkere Ausstrahlung und Abkühlung, die teilweise die Temperaturen bis in Gefrierpunktnähe absinken ließ. Die Großwetter­lage ist in einer Umbildung begriffen, die uns für die Folge kein störungsfreies, aber doch häufig freundliches Wetter in Aussicht stellt.

Aussichten für Dienstag: Zunächst be­ständig und zeitweise auch Regen, dann wieder häu­fig aufheiternd, Tagestemperaturen um etwa 15 Grad, veränderliche Winde.

Aussichten für Mittwoch: Im wesent- llchen freundliches, aber kein durchaus störungsfreies

Lufttemperaturen am 11. April: mittags 13,5 Grad Celsius, abends 6,6 Grad: am 12. April: morgens 4,2 Grad. Maximum 15,2 Grad, Minimum heute nacht 2,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. April: abends 10,2 Grad; am 12. April: morgens 6,8 Grad. Niederschläge 0,9 mm. Sonnenscheindauer 4,9 Stunden.

Die Morgenblätter betonen, daß sich die Aner­kennung der Blockade nur auf Nordwe ft spa­nten bezieht, und daß sich im übrigen die Stel- lungnahme der englischen Regierung gegenüber Ge­neral Franco nicht geändert habe. England hat den beiden Parteien in Spanien nicht die Rechte von Kriegführenden und damit auch unter normalen Umständen nicht das Recht einer Blockade zuerkannt. Die Blätter geben jedoch zu, daß es General Franco bei Bilbao gelungen ist, eine wirkungs­volle Blockade durchzuführen. Die in franzö­sischen Häfen wartenden britischen Handelsschiffe sind angewiesen, von der Fahrt nach Bilbao z u s e h e n.

Die Insel Rumänien

Von unserem A.C.-Mitarbeiier.

Englische Schnappschüsse

Von unserem tbg.-Berichierstatier.

britische Regierung erklärt, daß sie die Beendigung jeder ausländischen Einmischung in Spanien zu er­zielen versucht habe. Sie habe das Vertrauen, das vom Nichteinmischungsausschuß erzielte Abkommen werde die Garantie geben, daß keine Munition und keine Freiwilligen Spanien mehr aus ausländischen Hafen erreichen würden. Die Frage der Zurück- ziehung der ausländischen Staatsan­gehörigen habe der Nichteinmischungsausschuß ernstlich erwogen. Die britische Regierung sei jedoch überzeugt, daß es im besten Interesse Spaniens llege, wenn sie ihre Anstrengungen daraus be­schränke, die Nichteinmischung so voll­ständig wie nur möglich zu sichern. Sie sei der Ansicht, daß die anderen Fragen, die del Dayos erwähnt habe, bis zur Rückkehr friedlicher Zustände in Spanien war­ten sollten.

Die französische Antwortnote stellt zu­nächst fest, daß es das Ziel der französischen Politik sei, die völlige Nichteinmischung zu erreichen. Die französische Regierung habe vermerkt, daß sich Valencia mit der Möglichkeit einer politischen Rege­lung beschäftige, die sich besonders auf die Lage Spaniens in Nordafrika erstrecke. Eine Prü­fung einer solchen Frage auf spanische Initiative konnte nur unternommen werden, wenn in Spa­nien di e Ordnung wiederhergestellt wäre. Es verstehe sich von selbst, daß die Lösung nur in Uebereinftimmung mit den in Kraft befind­lichen Abmachungen gesucht werden könnte, die seit vielen Jahren Frankreich und Spanien an Marokko verbinden und deren harmonische Anwendung eine fruchtbare Zusammenarbeit in der Achtung der internationalen, auf dieses Land bezüglichen Ver­pflichtungen erlaubt habe.

Bolschewistischer Angriff bei Madrid zusammengebrochen.

Salamanca, 12. April. (DNB. Funkspruch.) Nach dem nationalen Heeresbericht griffen ander Front von Madrid die Bolschewisten nach Artillerie-Vorbereitungen mehrmals sehr heftig an, sie wurden aber völlig zurückgeschlagen. Bei einem Tankangriff der Bolschewisten fielen den nationalen Truppen sieben Tanks in die Hände. Am Cerro del Aguila und Cuesta de Per- dices kamen starke Kontingente ausländischer Bolschewisten zum Einsatz. Alle Angriffe endeten aber mit einer schweren Niederlage der Bolschewisten. Auch an den anderen Fronten wur­den bolschewistische Angriffe zurückaeschlaaen, so an der Santander-Front und an der Avila-Front.

Neuwahlen, neue Parteiherrschaft, außenpolitische Umstellung, gesellschaftliche Reformen zwecks Er­neuerung der Staatsnation das sind heute die Sorgen und Hoffnungen der Bukarester Salons wie der politischen Zirkel in Siebenbürgen und in der Bukowina. Das feit drei Jahren herrschende System der Liberalen rechnet ernstlich kaum mit seiner Fortsetzung nach den Wahlen. Aber auch unter den Erben fehlt sehr viel an Sicherheit und Klarheit. Alte Parteiführer der nationalzara- nistischen Bauernpartei, der Nachfolgerin der einstigen Konservativen, buhlen um die Gunst der Krone, während die jugendlichen Rechtsgruppen ihre überraschenden Siege ankündigen. Eine bren­nende Juden frage verbreitet sich als lohende Warnung im ganzen Lande. Im Zusammenhang mit ihr fordert der Bolschewismus jenseits des Dnjestr und in unberechenbaren Schichten des Kleinbauerntums immer lauter ein Ja oder ein Nein. Sein Weg zu den Balkanslawen führt über Rumänien. Dessen Bundesgenosse Frankreich mag ohne unmittelbare Gefahr auf ungeheure Ent­fernung mit Moskau fpielen, hier jedoch lehnt die kommunistische Brandfackel an der Haustür jeder Bauernhütte.

Durch die jugoslawisch-bulgarische Einigung vom 24. Januar 1937 sieht sich das Rumänentum, dem die Wölfin des Romulus und Remus das erkorene Symbol der Rasse ist, einge­keilt zwischen den 170 Millionen Ostslawen, den Magyaren und dem neuen Gürtel der Balkan­slawen, der im Westen 600 Kilometer Adriaküste, im Osten fast 300 Kilometer Küste des Schwarzen Meeres fein eigen nennt und südwärts vom dritten, dem Aegäifchen Meere, nur durch einen schmalen Streifen griechischen Staatsbesitzes getrennt erscheint.

Der alte Gedanke einer Zollunion Jugo­slawien-Bulgarien taucht neuerdings auf. Don den Erwerbstätigen Jugoslawiens sind 78 v. H. Bauern, in Bulgarien 76, in Rumänien 72,4 v. H. Im gegenwärtigen entscheidenden Zeitpunkte halten sich die rumänischen Staatsfinanzen und Wirtschaftsverhältnisse auf guter Höhe. Gegenüber einem Abgang von 700 Millionen Lei im Vorjahre weisen die Eingänge in diesem Jahr ein Mehr von über 200 Millionen aus. Die wertmäßige Steige­rung der Einfuhr beträgt zehn, die der Ausfuhr sogar 45 v. H. Da 13 von den 18 Millionen Ein­wohnern auf den Absatz landwirtschaft­licher Erzeugnisse im Auslande angewiesen sind, bedeutet die Anpassung der Land- und Forst­wirtschaft sowie der Absatz der Rohstoffe eine emp­findliche Lebensfrage der Volkswirtschaft.

Rumänien steht aber auch vor großen völkischen

hing des britischen Volkscharakters selbst vonnöten sein. Der Durchschnittsengländer nämlich ißt nicht, weil es ihm Freude macht, gut zu essen, sondern weil er die Einnahme einer Mahlzeit als not­wendiges Uebel betrachtet, genau so wie der Autofahrer das Tanken. ' tbg.

Kunst und Wissenschaft.

Frankfurts neuer Generalmusikdirektor.

Generalintendant Meißner hat den General­musikdirektor Franz Konwitschny in Freiburg i. Br. ab 1. August 1938 bis 31. August 1941 als Musikdirektor der Stadt Frankfurt a. M. ver­pflichtet.

Deutsches Musikfest in Wiesbaden 1937.

Die Reihe ihrer Beiträge zumFestjahr deutscher Kultur" eröffnet die Kurstadt Wiesbaden mit einem Deutschen Musikse st". Dieses Musikfest, dessen Konzerte Ende April abgehalten werden, bringt nur Werke der vier großen B. unter den deutschen Komponisten, Bach, Beethoven, Brahms und Bruckner. Die Gesamtleitung hat Generalmusik­direktor Carl Schuricht. Ausführende sind das Städtische Kurorchester, der Cäcilien-Derein und der Bach-Chor Wiesbaden sowie bekannte Solisten.

Aus aller Wett.

Zahllose Iren wollen das deutsche Schulschiff Schleswig-Holstein" besichtigen.

Das seit Freitag im Hafen von Kingstown lie­gende deutsche SchulschiffSchleswig-Hol- ft e i n" war am Sonntag das Ziel von Hundert­tausenden Schaulustiger aus allein Teilen Irlands. Nach einer Schätzung des Hafenmeisters besuchten im Laufe des Sonntags rund eine viertel Million Menschen den Hafen, um das deutsche Schiff zu sehen. Der Andrang war so gewaltig, daß Polizei die Menge mit Gewalt zurückhalten mußte.

Schwere Sandstürme in Rordchina

An der Lunghai-Bahn (PeipingHankau) richteten am Sonntag schwere Sandstürme, wie sie in solcher Stärke in den letzten 30 Jahren nicht aufgetreten sind, schwere Schäden an. Besonders stark mitge­nommen wurden die großen Städte Dschengschou und Kaifengfuim Norden der Provinz H o n a n, mo sogar am Tage Licht gebrannt werden mußte. Der Eisenbahnverkehr ist stark behindert. Die Fernsprech- und Ueberlanöleitungen sind vielfach unterbrochen. Auch der Rundfunk ist gestört. Die Flugzeuge der Eurasia-Gesellschaft werden um das Sturmgebiet herumgeleitet.

Schweres Explofionsunglück in einer tschechischen Sprengstofffabrik.

In Zemtin bei Pardubitz kam es in einer Spreng­stoff-Fabrik zu einer folgenschweren Explosion. Ein Gebäude ist völlig in Trümmer gegangen. Vier Personen sind noch verschüttet. Die Bergungs­arbeiten wurden xsofort ausgenommen. Die Explo­sion entstand in einer Abteilung, in der Dynamit erzeugt wird. Die Namen der vier Verschütteten und einer großen Anzahl Schwerverletzter konn­ten bisher nicht festgestellt werden.

London, 12. April. (DNB. Funkspruch.) Das englische Kabinett wurde am Sonntagabend über­raschend zu einer Sondersitzung einberufen. Sie galt der Lage, die infolge der Blockade Bilbaos durch nationalspanische Flottenstreit- f r ä f t e entstanden ist. Mehrere englische Handels- schifte, die Bilbao anlaufen wollten, sind in fran­zösischen Häfen zurückgeblieben, die britische Motte konnte ihnen auch kein Geleit zusagen. Die eng­lische Regierung hält diese Lage für besonders dring­lich, was bereits darin zum Ausdruck kam, daß sie den KreuzerS h r o p s h i r e" und das Schlacht- schiffH o o d" von Gibraltar nach den nordwest­spanischen Gewässern entsandte, um die dort liegen­den britischen Flottenstreitkräfte zu verstärken.

Rach langer Besprechung kam die Regierung zu der Auffassung, daß ein Eingreifen briti­scher Kriegsschiffe in spanischen Territorial- gewäfsern nicht angebracht sei. Das be­deutet also, daß den englischen Handelsschiffen, die versuchen sollten, die Blockade General Francos bei Bilbao zu durchbrechen, keine Anter st ühung durch die englische Kriegsflotte gewährt wird.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschli»ßlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig.

Del Vayos Landesverrat zurückgewiesen.

Englands und Frankreichs Antworten auf das Marokko angebot Valencias.

London, 11. April. (DNB.) Die britische Re­gierung veröffentlicht ihre Antwort auf das Schrei­ben der bolschewistischen Machthaber in Valencia vom 9. Februar, in der ein Angebot bezüglich der spanischen Marokkozone ent­halten war, das angesichts seiner landesverräte­rischen Tendenz größtes Aufsehen erregt hat. Die

einem Schuß Gin und einer Zitronenscheibe genieß­bar ist.

Daß zu wenig Milch getrunken wird, ist den Engländern jetzt von höchster amtlicher Stelle be­scheinigt worden. Ein eigens eingesetztes Komitee, dessen Aufgabe es war, der Regierung Ratschläge für die Ernährung des englischen Vol­kes zu geben, hat jetzt feine Ergebnisse veröffent­licht und fft zu dem Beschluß gelangt, die Pro­paganda für einen Mehrverbrauch von Milch durch einen neuen Feldzug im Herbst zu verstärken. Diese Propaganda hat auch volkswirtschaftlich ihren Sinn. Denn Milch gehört zu den ganz wenigen Produk­ten, die das englische Mutterland selbst zu fast 100 Prozent liefert. Nur die Kartoffel teilt den autarken Charakter der Milch. Dahinter folgen die Fische, die Gemüse, Eier und natürlich auch Schlagsahne und kondensierte Milch. 50 v. H. des Fleischverbrauches müssen aus dem Ausland bzw. aus den Dominien gedeckt werden. Bei Zucker und Käse betragen die entsprechenden Verhältniszahlen 70 und 80, bei den Früchten 80 und bei Getreide und Fetten 90 v. H.

Essen ein notwendiges Uebel.

Aber ausschlaggebend ist für die Milchpropa­ganda die Erwägung, daß Milch und in zweiter Linie auch Eier heute noch nicht in dem Maße ver­braucht werden, wie das vom gesundheitlichen Stand­punkt aus erwünscht ist. Der Gesundheits­zustand der Bevölkerung selbst wird im allgemeinen als zufriedenstellend bezeichnet. Höch­stens in den ärmeren Bevölkerungsklassen lasse hauptsächlich der Verbrauch von frischen Gemüsen zu wünschen übrig. Nun ist es mit den frischen Gemüsen eine eigene Sache. Im Grunde ist es den meisten Engländern, deren Frauen aus Be­quemlichkeit Konserven vorziehen, nur in zweierlei Form bekannt: entweder als Wirsing­kohl oder als Rosenkohl. Beide Kohlarten werden das ganze Jahr über zu jeder Mahlzeit gereicht, ganz gleich wie das Fleischgericht beschaffen ist. Die anderen Gemüsearten sind eine Angelegenheit der nach kontinentalem Muster eingerichteten Restau­rants und Hotels; und auch hier bemüht man sich um eine bewußte Gleichförmigkeit, die dadurch erreicht wird, daß die gleiche Salzwasser­brühe für Kohl, wie für Erbsen, wie für Bohnen verwandt wird.

Es mag fein und einige Anzeichen deuten dar­auf hin, daß man sich in England um eine Art Renaissance der Kochkunst bemüht. Bis­her besteht diese Renaissance mehr oder weniger darin, die französische Küche schlecht und recht zu kopieren. Für diese Dinge ist selbstverständlich der britische Gesundheitsminister, der die Untersuchung des oben genannten Komitees als außerordentlich wertvoll bezeichnet hat, nicht zuständig. Aber bei der Ernährung des Volkes kommt es ja nicht nur auf die Kalorien und Vitamine an, sondern auch darauf,daß es schmeckt". Hier wird eine Wand-

London, April 1937.

Eton wird entthront.

Wer verbände nicht mit dem Namen und der Gestalt eines britischen Diplomaten die Begriffe Eton und Oxford? Es schien eine Selbstver­ständlichkeit, daß ein britischer Botschafter, der sein Land in Berlin, Tokio, Rom oder sonst wo reprä­sentierte, die ehrwürdigsten der englischen Public Schools besucht hatte. Diese Vorstellung war wohl begründet. Von den 18 Botschaftern Großbritan­niens vor dem Weltkriege waren 13 ehemalige Etonboys. Die übrigen kamen aus Rugby, Walling- ton und Harrow. Heute scheint Eton feine füh­rende Rolle aufgegeben zu haben. Worauf dieser Wechsel zurückzu sichren ist, läßt sich im einzelnen schlecht feststellen. Zweifellos hat die Verschie­bung der Vermögen wesentlich dazu beige­tragen. Denn der Aufenthalt in Eton kostete min­destens 400 Pfund (zirka 5000 RM.) im Jahr. Aber auch die beruflichen Ansprüche sind höher ge­worden uiti) die Examen strenger. Immerhin waren von den 31 Legationssekretären und Legations- räten des britischen Außenamtes sie führen hier den Titel 2. und 1. Sekretär, die zwischen 1932 und 1935 ihren Dienst aufnahmen, zehn alte Etonians. Aber schon haben die Schulen in Rugby und Winchester je vier ihrer Zöglinge für den Außendienst bereitgestellt, und unter den übrigen finden sich Namen, die dem Diplomaten sonst weni­ger geläufig waren. Ja sogar die England Gram- mar School von Melbourne und das Royal Naval College in Dartmouth find vertreten. Zweifellos wird mit dieser Entthronung Etons eine gewisse Blutauffrischung verbunden sein. Wieder ober ist ein altes Stück britischer Tradition gefallen. Selbst der Weg an die Spitze des Foreign Office führt in Zukunft nicht mehr wie bisher über Eton und Oxford.

3u wenig Milch?

Die Engländer trinken zu wenig Milch. Ob sie diese Eigenschaft mit anderen Nationen teilen, ent- zreht sich unserer Kenntnis. Statistisch steht jeden­falls fest, daß zum Beispiel in München mehr Milch getrunken wird als Bier. Doch davon abgesehen erhebt sich die Frage: Was trinken die Engländer? Diese Frage ist um so berechtigter, als der Verbrauch von Whisky seit dem Weltkriege um mehr als die Hälfte und der von Bier um fast em Drittel zurückgegangen ist. Tee allein kann den Ausfall der beiden genannten Getränke kaum ersetzt haben. So bleibt nur die Folgerung übrig, daß die Mehrheit des englischen Volkes ihren Durst mit künstlichem Mineralwasser löscht, für das die Firma Schweppes eifrig Reklame macht und zu dem auch das sogenannteTonicwater gehört, ein seltsames Gemisch, das nach Essigsauretonerde, Quinmnnde undSprudel" gleichzeitig schmeckt und das nur an heißen Sommertagen zusammen mit

" reiner

Schmierstoff

Die Welt kennt nichts Besseres!