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Vier Zahre propagandaministerium.

Am 13. März 1933 wurde das Reichsministerium für Volksausklärung und Propaganda ins Leben gerufen. An die Spitze dieses Ministeriums stellte der Führer den Berliner Gauleiter Dr. Joseph Goebbels. Damit war eine bis dahin völlig un­bekannte oberste Reichsbehörde geschaffen worden. Wir haben zwar während des Krieges ein staat­liches Propagandainstrument besessen, das aber doch auf der ganzen Linie versagt hat. Diesem Instru­ment fehlte Die straffe und Willensstärke Führung, es fehlte auch eine Staatsleitung, die unbeirrt ihren Weg ging und sich durch nichts von der Erreichung ihrer Ziele abbringen ließ. Ganz anders dagegen der vor vier Jahren aufgebaute Reichsapparat, ganz anders die geistige Leitung, ganz anders auch der innere Schwung, der sich bei allen Arbeiten dieses Ministeriums äußerte. Das deutsche Volk ist Zeuge dieser Arbeiten gewesen, die sich trotz der kurzen vier Jahre, die hinter uns lieaen, auf allen Ge­bieten in der fruchtbarsten Weife auswirkten. Die­sem Apparat ist es zu danken, daß die innere Verschmelzung unserer Nation so rasche und günstige Fortschritte machte. So konnte, um nur ein Beispiel von vielen zu nennen, das Win­terhilfswerk ein soziales Werk von Weltruf werden. Denn vom Propagandaministerium ging die aufrüttelnde Arbeit aus, die auch den letzten Volksgenossen ergriff, ihm die Augen öffnete und ihn in den Bann der sozialistischen Hilfsbereit­schaft zog.

Dem Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda lag auch die ungeheuer schwere Auf­gabe ob, den beherrschenden jüdischen Einfluß aus dem kulturellen und künstlerischen Leben zu ent­fernen, an Stelle der zersetzenden kulturbolschewi- stischen Tendenzen den geschlossenen Willen zum Dienst am Volke zu setzen. Daß naturgemäß die Führung der deutschen Presse zunächst im Vorder­grund der Aufmerksamkeit stand, war nur zu ver­ständlich angesichts der Parteienzersplitterung und der Zerfahrenheit in der politischen Meinungsbil­dung innerhalb der deutschen Zeitungswelt. Bald aber traten neben die Arbeit an der Presse die ebenso großen Anforderungen an die Neuordnung des Rundfunks. Wenn man heute rückblickt auf den gewaltigen Aufschwung, den die Zahl der Rundfunkhörer genommen hat, dann kann man beinahe von einer völlig neuen Aera des Rund- funkwesens in Deutschland sprechen. Wir erinnern hier nur an den Volksempfänger. Die letzte große internationale Wettbewerbsveranstaltung der Bi­ennale in Venedig brachte dem deutschen Film eine Reihe glänzender Triumphe und erster Preise vor einem internationalen kritischen Publikum. Die Welt­geltung des deutschen Films ist wieder hergestellt. Denken wir auch an das Theater, an alle anderen Zweige der deutschen Kun st, überall ist eine erfolgreiche Aufbauarbeit geleistet worden, immer im Sinne der nationalsozialistischen Idee, die heute jeden von uns beseelt und die aus dem einst partei­politisch zerrissenen und in viele Klassen aufge­spaltenen deutschen Volke wieder einen Volksblock machte, dessen Stärke in seiner Einigkeit liegt. Immer und überall ist es die ideenreiche und schöp­ferische Tätigkeit des Reichsministers Dr. Goeb­bels gewesen, die das Propagandaministerium zu einer für Volk, Staat und Bewegung nutzbringen­den Einrichtung machte.

Auf der letzten Festsitzung der Reichskulturkammer hörten wir einen Rechenschaftsbericht des Reichs­ministers Dr. Goebbels, in dem mit berechtigtem Stolz das Werk der Organisation für vollendet er­klärt werden konnte und der Blick der Zukunft zu­gewandt wurde. Einer Zukunft, die aus dem um- aepflügten deutschen Kulturboden die Früchte reifen sehen wird, die jetzt gesät worden sind. Andere Völker haben die Bedeutung eines Propaganda­ministeriums alsbald erkannt, sie haben sich eine gleiche oder ähnliche Einrichtung geschaffen. Wenn man schon im Auslande auf eine deutsche Einrich­tung zurückgreift und in den vier hinter uns liegenden Jahren ist das wiederholt der Fall ge­wesen, dann ist damit schon ein Urteil gefällt, dem wir nichts mehr hinzuzufügen brauchen. Sbt

Monatliche Auszahlung der Nienstbezüge.

Berlin, 11. März. (DNB.) In Nummer 7 des Reichshaushalts- und Verordnungsblattes wird die nachstehende unter dem 3. März 1937 ergangene VI. Durchführungsverordnung zur Verordnung des Reichspräsidenten über die Auszahlung der Dienst- bezüae vom 18. Juli 1931, RGBl. 1 (Seite 381)" veröffentlicht. Nach dieser Verordnung werden zur Vereinfachung der Kassengeschäfte und zur Ersparnis die Dienst- und Gehalts­

ganze Reihe anderer wichtiger Gesetze, rote das Reichsarbeitsdienstgesetz, die Gesetze zur Verhü­tung erbkranken Nachwuchses, zur Ver­einheitlichung des Gesundheitswesens und zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes waren ebenso wie die Wehrgesetzgebung und die Arbeiten Dr. Fricks auf dem Gebiete des Sports und der Leibesübungen von besonderer Bedeutung. Unter der großen Zahl der gesetzgeberischen Arbeiten muß aber vor allem auch die Vereinheit­lichung der Deutschen Polizei erwähnt werden. Hier steht an der Spitze der Erlaß des Führers und Reichskanzlers vom 17. Juni 1936, der zur einheitlichen Zusammenfassung der polizeilichen Aufgaben im Reich, den Chef der'Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern, den Reichsführer SS. Heinrich Himmler, eingesetzt hat. Mit diesem Erlaß ist zum erstenmal in der Geschichte des deutschen Volkes ein einheitlicher Vollzugs- und Sicherheitsdienst des Reiches errichtet worden.

Wer die Fülle dieser gesetzgeberischen Arbeiten übersieht und erwägt, daß daneben die gesamte Kommunalaufsicht und die Arbeit des Reichsinnen­ministers als Verfaffungs-, Verwaltungs- und Be­amtenminister täglich eine Fülle von Arbeit bringt, kann erst ermessen, welche Spannkraft zur Bewälti­gung dieser Arbeiten nötig ist. Am 60. Geburtstag Dr. Fricks darf der Innenminister des Führers auf einen Lebensabschnitt zurückblicken, der wie sel­ten im menschlichen Leben ausgefüllt war mit Kämpfen und Arbeiten, der aber auch die Erfül­lung eines großen Lebenszieles in sich birgt. Der Führer hat in seinem Schlußwort im Münchener Prozeß bekundet,daß alle Männer, die vor dem Volksgerichtshof standen, nichts anderes als das Beste für Volk und Vaterland erstrebt haben". Das Leben und die Arbeit Dr. Fricks, der heute auf einem Gipfelpunkt seines Wirkens stehend und neue Kraft zu neuer Arbeit sammelnd, seinen 60. Geburtstag begeht, darf mit der größten Be­rechtigung dieses Führerwort im weitesten Maße auf sich beziehen. Das Leben Dr. Fricks, sein Kampf und seine Arbeit, sie haben immer nur einem Ziele gedient:Dem Besten von Volk und Vaterland".

Streiks beunruhigen die französische Mrischast.

Paris, 11. März. (DNB.) Wie mutwillig und bedenkenlos durch kommunistische Drahtzieher in Frankreich Streiks selb st in lebenswich­tigen Betrieben vom Zaune gebrochen wer­den, ergibt sich aus einem neuen Beispiel. Ohne jede Ankündigung und ohne daß vorher irgendwelche Forderungen erhoben worden wären, sind am Don­nerstag die 2200 Arbeiter von vier Fabriken einer Pariser Telephonapparategesellschaft in^den Ausstand getreten. Der Streik bedeutet eine glatte Verletzung des französischen Gesetzes über die Schlichtung von Arbeitsstreitigkeiten, das für die marxistischen Gewerkschaftsbonzen offenbar keine Geltung hat. Aus der Vorgeschichte des Streiks ist nämlich zu bemerken, daß wegen der Entlas­sung eines kaufmännischen Ange st eil­ten, der mehrere berufliche Fehler begangen hatte, in zwei Instanzen ein Schlichtungsverfah­ren durchgeführt worden war. Beide Instanzen hatten festgestellt, daß die Entlassung aus rechtlichen und sachlichen Gründen berechtigt war. Auch ein Vermittlungsoorschlag, mit dem sich der Betrof­fene und die Werksleitung einverstanden erklärt hatten, vermochte die Streikhetzer von ihrem Vor­haben nicht abzubringen.

In Egletons im Departement Correze war vor einiger Zeit in einer Gefrierfleischfabrik ein Streik ausgebrochen. Nachdem schließlich eine Einigung zustande gekommen war, nahmen die Streikenden die Arbeit wieder auf. Als sie jedoch feststellten, daß die Streikführer nicht wie­der eingestellt wurden, traten sie aufs neue in den Ausstand. Infolge der Hetze brachen bann auch in verschiedenen anderen Unternehmungen der Stadt Streiks aus. Es kam zu Zusammen- st ö ß e n zwischen Streikenden und Arbeitswilligen, wobei es Verletzte gab. Darauf beorderte der Prä­fekt des Departements 50 Gendarmen zur Ver­stärkung des städtischen Ordnungsdienstes hin. Am Donnerstag haben die Streikenden die Tore eines Schlachthofes mit Baumstämmen und umgeworfenen Wagen verbarrikadiert.

Lebrun zur Rüstungsanleihe.

Der Präsident fordert Beruhigung der innerpolitischen Atmosphäre.

Paris, 11. März. (DNB.) Der Präsident der Republik, Lebrun, richtete durch den Rundfunk einen Appell an alle französischen Staatsbürger, die neue Landesverteidligungsanleihe zu zeichnen. Er erinnerte an den Aufruf Poin- car 6 sim Jahre 1926, durch den eine sehr kritische Finanzlage beseitigt wurde. Die heute geforderten

Anstrengungen seien weniger groß als damals, und deshalb dürfe es niemanden geben, der sich seiner Pflicht entziehe. Die derzeitige schlechte Fi­nanzlage sei nicht zuletzt eine Folge der hohen Ausgaben, die Frankreich für seine Verteidigung zu machen gezwungen sei. Die Nachbarländer Frankreichs wetteiferten an Opfern und Anstrengungen. Frankreich könne dieser Tat­sache nicht gleichgültig gegenüberstehen. Die Ver­wirklichung des neuen Rüstungsprogramms werde zusammen mit den bereits bestehenden Befestigungs­anlagen einen Schutzwall schaffen, hinter dem das Land in Frieden seiner Arbeit nachgehen könne. Selbstverständlich könnten derartige Opfer ihre Rechtfertigung nur finden, wenn öie innere Haushaltswirtschaft in Ordnung und Ruhe vor sich gehe. Die Regierung, hat aber durch die letzten Beschlüsse ihrem Willen Ausdruck gegeben, zum wirklichen Haushaltsgleichge- w i ch t zurückzukehren. Der Präsident unterstrich, der Erfolg der Anleihe werde wesentlich davon ab» hängen, daß sie in einer Atmosphäre des Verzichtes auf parteipolitischen Hader durchgeführt werde. Es wäre vernünftig, für einige Zeit den Meinungs­streit ruhen zu lassen und auf Kundgebungen zu verzichten, die im Lande eine Atmosphäre schaffen, die wenig für die Wiederherstellung des Staatskredites geeignet fei.

Sie Kommunisten gegen den neuen Kurs.

Paris, 12. März. (DNB. Funkspruch.) Zum Rundfunkaufruf des Präsidenten der Republik schreibt dasEcho de Paris", daß endlich eine B e- r u t) i g u n g der Geister in Frankreich eintreten müsse, es hange lediglich von Leon Blum ab, daß Frankreich wieder eine starke geeinte und friedliche Nation werde.

Wie wenig die Kommunisten mit der Lage in­nerhalb der Volksfront einverstanden sind, geht aus einem Artikel des kommunistischen Abgeordne­ten D u c l o s in derHumanite" hervor. Der im Auftrage Moskaus schreibende Kommunistenhäupt­ling wendet sich gegen die Regierungsvorlage, die den freien Goldhandel in Frankreich wie­der einführt und sagte, daß eine neue Offen­sive des Großkapitals beoorftehe. Der Zentralausschuß der kommunistischen Partei werde deshalb noch heute die durch die neue finanzpolitische Richtung der Regierung geschaffene Lage bespre­chen. Die Kommunisten würden alles tun, um das volle Programm der Volksfront durchzu­setzen.

Moskaus Lustspione über Aordskandinavien.

Stockholm, 11. März. (DNB.) WieDagens Nyheter" aus Boden in Nord-Schweden meldet, wurde über dem dortigen Festungsgelände ein Flugzeug unbekannter Herkunft ge­sichtet, das sehr schnell in südlicher Richtung flog. Diese Tatsache ist um so bemerkenswerter, als in dieser Gegend augenblicklich große Winter- Manöver der dort liegenden Truppenteile statt- finden. Die drei schwedischen Flugzeuge, die an den Manövern teilnehmen, standen zu der Zeit, als das fremde Flugzeug gesichtet wurde, in ihrem Schup­pen, und die Besatzung lag in den Quartieren. Eine Verfolgung des Flugzeuges, das in etwa 4000 Me­ter Höhe flog, wäre vergeblich gewesen.

Noch werden in den skandinavischen Staaten die bisher erwiesenen Spionagefälle von Moskauer Sendlingen aller Art untersucht und verfolgt, da kundschaften am hellichten Tage, als ginge sie die skandinavische Aufregung überhaupt nichts an, sow­jetrussische Flieger das Gelände um die schwedische Festung Boden und die dort abgehaltenen Manö­ver aus. Es handelt sich um das Gebiet, in dem vor allem die mächtigen schwedischen Erzberg­werke von Kirunavana liegen, für die der Küstenort Lulea am Nordwestrand des Bottni­schen Meerbusens der wichtigste Umschlaghafen ist. Wie bei den bisherigen zahlreichen Fällen der Be­obachtung fremder Flieger handelt es sich um Ma­schinen von außergewöhnlicher Geschwindigkeit. Außerdem ist bemerkenswert, daß die neuen Spio­nageflüge, die vermutlich von der Halbinsel Kola

aus unternommen werden, also einfach über das finnische Staatsgebiet hinweggehen, bei ganz klarer Witterung und guter Sicht unternommen werden.

Nachdem hohe Militärfachleute der skandinavi­schen Staaten dieGespensterflieger" als Höch st reale Tatsachen nachgewiesen hatten, gelang in schneller Folge die Aufdeckung von Vorgängen, die zweifellos im Rahmen eines großen bolschewi­stischen Spionageplanes für Nordskandinavien lie­gen, wie etwa das wiederholte und sehr ungenierte Patrouillieren sowetrussischer U-Boote in schwe­dischen und nordfinnischen Gewässern oder die Tä­tigkeit des technisch perfekt ausgebildeten Spions mit dem Kurzwellensender vor einigen Wochen, der sich so sehr für die nördlichste Provinz Norwegens, F i n n m a r k, interessierte. Nehmen wir hinzu, daß die Sowjets gerade die Zwangsbesiedlung ihrer nördlichsten Gebiete längs der ost fin­nischen Grenze schon seit einiger Zeit mit äußerstem Nachdruck betreiben, so zwingt eine Zu­sammenfassung aller dieser Umstände zu der Schluß­folgerung, daß die Sowjets einen Anschlag großen Stils auf das nördlichste Dreieck Skandinaviens planen, um den schon vom Zarenreich vergeblich erstrebten direkten Zugang zum Ozean zu erreichen. Vielleicht interessieren sich die bisher unbelehrbaren westeuropäischen Freunde und son­stigen Verhandlungspartner Moskaus etwas mehr für die neue Angriffsrichtung Sowjetrußlands, wenn erst einmal eines der größten Erzlager der Welt in bolschewistischer Hand ist und Englands Vorherrschaft zur See vom Norden her mit den drastischsten Gründen angezweifelt werden wird ...

belüge der Beamten, Wartegeldempfänger, Ruhe­gehaltsempfänger und der Empfänger von Hinter­bliebenenbezügen mit Wirkung vom 1. April 1937 wieder am letzten Werktag, der dem Zeit­abschnitt vorhergeht, für den die Zahlung bestimmt ist, in einer Summe monatlich im vor­aus ausgezahlt. Diese Vorschrift findet auch ent­sprechende Anwendung auf die Auszahlung der Dienstbezüge der A n g e st e l l t e n im Reichsdienst. Die Länder, Gemeinden (Gemeindever­bände) und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechtes sind berechtigt, ent­sprechende Anordnungen zu treffen.

Wohnungen für Landarbeiter. Verstärkte Darlehensgewährung für Eigen­heime und Werkswohnungen.

Berlin, 11. März. (DNB.) Um die für die Er­zeugungsschlacht dringend notwendige Errich­tung von Wohnungen für ländliche Arbeiter und Handwerker zu ermöglichen und dadurch den Arbeitseinsatz von landwirtschaft­lichen Arbeitskräften auf die Dauer zu sichern, hat der Beauftragte für den Vierjahresplan, Minister­präsident Göring, eine Verordnung erlassen, die die Beschaffung der Fremdmittel durch die Preu­ßische Landesrentenbank in Berlin regelt. Die Bank wird für das ganze Reichsgebiet ermächtigt, lang­fristige Darlehen zur Schaffung und Ein­richtung von Heuerlingsstellen, Werkswohnungen und Eigenheimen für ländliche Arbeiter und Hand­werker zu gewähren. Dies ermöglicht Bauern, Landwirten und Bewerbern um Eigenheimstellen Darlehen in erheblicher größerer Höhe als bisher zur Verfügung zu stellen. So sind für Heuerlingsstellen Darlehen bis zu 5000 Mark, für Werkswohnungen bis zu 4000 Mark und für Eigenheimwohnungen bis zu 6000 Mark vorge­sehen. Für die Sicherung der Werkswohnungs- und Heuerlingsdarlehen ist vorgesehen, daß die Landes­rentenbankrente die gleiche Rangstelle mit einer be­reits bestehenden erftfteüigen Belastung erhält. Von dem Darlehen für Eigenheimbewerber entfallen bis zu 4500 Mark auf die erststellige Lcmdesrentenbank- rente, bis zu 1500 Mark auf das zusätzliche Reichs­

darlehen. Es wird nunmehr erwartet werden kön­nen, daß die Bauern und Landwirte, deren Ge­folgschaftsmitglieder nur schlechte und unzureichende Wohnungen haben, oder die für ihren Betrieb neue Arbeitskräfte benötigen, schnellen und umfangrei­chen Gebrauch' von' der Reichshilfe machen, um gesunde und einwandfreie Wohnungen herzustellen. Fremde Gesandte beim Führer.

Berlin, 11. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing imHaus des Reichspräsidenten" unter dem üblichen Zeremoniell mehrere neuernannte fremde Gesandte zur Ent­gegennahme ihrer Beglaubigungsschreiben. Als erster überreichte der zum Gesandtenvon Pa­nama ernannte bisherige Geschäftsträger Dr. Dillalaz sein Beglaubigungsschreiben, er wies auf seine persönlichen engen Beziehungen und sei­nen seit 1925 dauernden Aufenthalt in Berlin hin. Als überzeugter Freund Deutschlands wolle er sich für den Ausbau des gegenseitigen Handels und die kulturellen Beziehungen beider Völker einsetzen. Der Führer und Reichskanzler gab der Ge­nugtuung darüber Ausdruck, daß, nachdem die diplomatische Vertretung Vanamas zur Ge­sandtschaft erhoben sei, Herr Dillalaz nun erster Gesandter seines Landes sei, und äußerte seine Befriedigung über die Bestrebungen zum Aus­bau der freundschaftlichen Beziehungen.

Hieran schloß sich der Empfang des neuen könig­lich schwedisch en Gesandten Aroird Gustaf Richert, der den persönlichen Gruß Seiner Maje­stät des Königs von Schweden übermittelte und auf die althergebrachten, engen freundschaftlichen Be­ziehungen Schwedens und Deutschlands auf allen Gebieten hinwies; dieses historische Erbe zu wah­ren, betrachte er als die selbstverständliche Aufgabe eines schwedischen Gesandten in Deutschland. Der Führer und Reichskanzler dankte für die Wünsche Seiner Majestät des Königs und betonte, daß der neue Gesandte bereits seit Jahren auf verantwort­lichem Posten an der Förderung der wirtschaftlichen Zusamenarbeit beider Länder erfolgreich gewirkt habe.

Alsdann empfing der Führer und Reichskanzler den neuen königlich niederländischen G e -

sandten Corel Ridder van Roppard. Zu­nächst übermittelte der Gesandte die persönlichen Wunsche Ihrer Majestät der Königin der Nieder­lande und hob dann die Notwendigkeit hervor, die bestehenden freundnachbarlichen Beziehungen zwi­schen Deutschland und den Niederlanden auf allen Gebieten, insbesondere auf dem eng ft er wirt­schaftlicher Zusammenarbeit, auszu­bauen. Der Führer und Reichskanzler dankte für die Wünsche Ihrer Majestät der Königin und hob her­vor, daß das deutsche Volk trotz der überall be­stehenden Schwierigkeiten auf wirtschaftlichem Ge­biet bestrebt sei, sich nicht zu isolieren, son­dern in Ruhe und gegenseitigem Vertrauen den Güteraustausch mit anderen Ländern zu entwickeln; in dieser Hinsicht seien gerade die Niederlande be­rufen, einen der wichtigsten Plätze in den deutschen Handelsbeziehungen mit dem Auslande einzunehmen.

Der neue königlich bulgarische Gesandte Dr. Dotschko K a r a d j o f f übermittelte den Ausdruck der freundschaftlichen Gefühle Seiner Majestät des Königs der Bulgaren und ging dann auf die tiefe Verbundenheit ein, die zwischen Deutschland und seiner bulgarischen Heimat in guten und bösen Tagen bestanden hat und auch in Zukunft bestehen wird, und die glücklich ergänzt wird durch die ständig sich erweiternden wirtschaftlichen und geistigen Beziehun­gen, insbesondere auch durch die Zusammen­arbeit der Jugend beider Völker. Der Führer und Reichskanzler dankte ihm für die Wünsche, wies auf die erprobte Ttzaffenbrüderschaft hin und begrüßte insbesondere, daß der neue Ge­sandte als Frontkämpfer wie als Diplomat bereits enge persönliche Beziehungen zu Deutschland hat.

Der Führer und Reichskanzler, der nach der Ab­fahrt der Diplomaten die im Vorhof des Hauses aufgestellte Ehrenwache abschritt, wurde von den zahlreichen Zuschauern, die sich in der Wilhelm- straße versammelt hatten, mit stürmischen Heilrufen begrüßt.

Der wachsende Einfluß des Kommunismus.

Wilde Streiks politischer Natur.

London, 12. März. (DNB. Funkspruch.) Was die englische Öffentlichkeit so ungern wahrhaben will, gibt dieMorning Post" offen zu, daß näm­lich in England eine Zunahme des kommu­ri i st i s ch e n Einflusses festzustellen ist, und daß dieser kommunistische Einfluß sich in einer Radikalisierung des Wirtschafts­lebens und in der Zunahme wilder Streiks äußert. DieMorning Post" erwähnt die in der jüngsten Zeit vom Zaun gebrochenen Streiks in den Rolls-Royce-Werken und in der Flugzeugindustrie in Middleesex, so­wie den Streik der Autobus-Angestellten in Schottland. Es sei offensichtlich, daß diese wilden Streiks politischer Natur seien. Sie zeugten für die Anstrengungen des Kommunismus, auf mit­telbarem Wege den Einfluß zu gewinnen, der ihm aus dem unmittelbarem der offiziellen Anerken­nung verweigert sei. Das Blatt bedauert es, daß diese wilden Streik straflos beigelegt zu werden pflegten, und daß sogar die Gewerk­schaften in den Schlußoerhandlungen sich häu­fig für Straflosigkeit einsetzen. Es sei unmöglich, die Gewerkschaften von der Verantwortung frei­zusprechen.

Der Kampf bei Guadalajara.

Schwieriger Vormarsch auf aufgeweichten Wegen.

Salamanca, 11. März. (DNB.) Der Vor­marsch der nationalen Truppen auf Guadala­jara wurde am Donnerstag durch ungewöhn­lich schlechtes Wetter erschwert. Eisiger Sturm von der nahe gelegenen Sierra, Hagel und Schnee beeinträchtigten die Kampfhandlungen in er­heblichem Maße, während die völlig aufgeweichten Wege den Nachschub fast unmöglich machten. Trotz­dem konnten die in den Bergen westlich der Straße Madrid Sarragossa gelegene Ortschaft Cog 0 l - ludo von den nationalen Truppepn in einem schneidigen Angriff genommen werden. Damit ist die rechte Flanke der rechts und links von dieser Straße auf Guadalajara vorgehenden Hauptmacht gesichert. Die Bolschewisten, die an diesem Frontab­schnitt durch dieInternationale Brigade" verstärkt worden sind, leisten erbitterten Widerstand und er­leiden dabei schwerste Verluste. Zwischen den in der Gegend von Guadalajara operierenden nationalen Truppen und den vorgeschobensten Posten bei Ar- ganda im Südosten von Madrid liegen nur noch etwa 50 Kilometer, die an der üoHftän- digen Einkreisung der Hauptstadt noch feh­len. Der Oberbefehlshaber der Madrider Bolsche­wistenbanden,General" M i a j a , hat sein Haupt­quartier nach der Bezirksstadt C h i n ch e n , etwa 35 Kilometer außerhalb von Madrid, nordöstlich von Aranjuez, verlegt und dorthin Verstärkungen sowie große Mengen von Kriegsmaterial bringen lassen.

Ohrfeigen im Brüsseler Senat.

Brüssel, 11. März. (DNB.) Der Senat hat die Abänderung des Wahlrechts, wodurch Teil- wählen zum Parlament, wie sie vor einigen Tagen durch den Schritt der Rexisten hergerufen worden sind, für die Zukunft unmöglich gemacht wer­den sollen, angenommen. Während der Aus­sprache kam es über die Bänke der Senatoren hin­weg zwischen Rexisten und Senatoren der Regie­rungsmehrheit zu einem lebhaften Wortgefecht. Der rexistische Senator Graf de Grün'ne erteilte einem liberalen Senator eine schallende Ohr­feige. Als daraus ein Liberaler über die Bank kletterte, um seinem Fraktionskollegen zu Hilfe zu eilen, erhoben sich die Rexisten und nationalen Fla­men, und es kam zu einer schweren Rauferei. Der Präsident hob die Sitzung auf. In den Wandel­gängen setzten sich die Schlägereien noch fort.

Meine politische Nachrichten.

Der Führer hatte am Donnerstagabend d i e Führerschaft der Partei mit ihren Damen zu einem geselligen Beisammen- s e i n in die Reichskanzlei geloben. Der Geist herz­licher Kameradschaft gab diesem Abend der Partei beim Führer ein besonders eindrucksvolles Gepräge.

Der in der Reichshauptstadt tagende W e 11 rundfunkverein war am Donnerstagabend Gast der Reichsrundfunk-Gesellschaft im Hotel Adlon. Dem Festabend wohnten mit dem Präsidium des Weltrundfunkvereins und den Ab­gesandten der ihm angeschlossenen 53 Gesellschaften aus aller Welt zahlreiche deutsche Ehrengäste aus Staat und Bewegung, Kunst und Kultur, Technik und Wirtschaft bei.