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;i -Tier Einladung des polnischen Staatsprä-

*»9 denten Exzellenz Mosicki zur Staatsjagd i n

' Ualowicze Folge leisten und sich Anfang nach- u"'plv. 1 .er Wache nach Polen begeben.

eine V e r ft ä n d i - und der Tsche-

Hoslowakei, der der rechten Opposition ange- trende Schriftsteller Adolf Nowaczynski, teilt in

e n und der ,on Schtt-l!-

tiem offenen Brief mit, daß er dem tschechoslowa- tchen Gesandten in Warschau den Orden vom Wci- hn Löwen zurückgeschickt habe. Nowaczynski fihrt zur Begründung das stark gegen Polen ge­rötete Buch von S e b a an, das die amtliche

(Einer der Vorkämpfer für ii n g zwischen Polen

Oer Führer und Reichskanzler empfing eine Abordnung der Wachmannschaft der Lirafgefangenlager Papenburg (Ems), bi* dem Führer eine kunstvoll geschnitzte Kassette ü! erreichte, die auf sieben Tafeln je einen Scheck Hier 1000 Reichsmark, insgesamt 7000 RM., ent­ölt als Spende für das Winterhilfs- irer k. Der Führer hat über die aufopfernde Hilfs­bireitschaft der SA.-Männer seiner Freude Ausdruck Ngeben und der Abordnung seinen Dank ausge- spochen.

Msgten Autoarbeitergewerkschaft das alleinige Recht zum Abschluß von kollektiven Arbeitsver- rrägen zugesteht, wurde ein Kompromiß erzielt, general Motors erkennt die Einheitsgewerkschaft an, edoch wird ihr das Recht zu kollektiven Lohnoer- Mdlungen nur für diejenigen Arbeiter zuerkannt, jie zur Gewerkschaft gehören. General Motors verspricht, die Ausständigen ohne Unter« chjed wieder einzustellen. Die Verhandlungen über nen Abschluß kollektiver Arbeitsverträge sollen am 6. Februar ausgenommen werden. Während der 5auer der Verhandlungen darf die Gewerkschaft eine Streiks beginnen. Nach einer Mitteilung von general Motors belasten die neuen Lohnerhöhun­gen zusammen mit den bereits im November ge­währten Lohnsteigerungen die Firma mit ungefähr 5 Millionen Dollar jährlich. Der Durchschnittslohn Lege nunmehr um 25 v. H. über den höchsten Loh- en, die vor der Krisenzeit gezahlt worden sind. 3urd) diesen rein politischen Sieg der im Entstehen egriffenen amerikanischen Autoarbeitergewerkschaft i wirtschaftlich die bekannte Gefahr der Schraube hne Ende gegeben.

Nevolution in Honduras?

London, 12. Febr. (DNB. Funkfpruch.) In Honduras soll eine Revolution ausgebrochen fein. )ie revolutionären Generäle Josö Benito M e n - za und Augusto Almendares seien mit iner Zahl von Politikern verhaftet worden. )ie Generäle sollen die Absicht gehabt haben, den Flughafen und die Flugzeuge in der Hauptstadt in Zrand zu setzen. An der atlantischen Küste hätten evolutionäre Truppen versucht, einen Zug anzu- olten, um 50 000 Dollar einer Fruchthandelsgesell- tyift an sich zu bringen. Sie seien von Regierungs- 7Uppen aber zurückgeschlagen worden und n die Berge geflüchtet.

Meine politische Nachrichten.

Ser Führer und Reichskanzler hat dem Zapft Pius XI. zum Krönungstage seine Glück- Msche telegraphisch übermittelt.

Botschafter von Ribbentrop suchte am Don-

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Sie fünfte 7 tgung des Regierungsausschusses für !e Regelung 'er Wirtschaftsbeziehungen pischen dem Deutschen Reich und der Tschecho- owakei wurde mit der Unterzeichnung eines srotokolls über die Regelung des Warenver- I? hrs für das Jahr 1937 zum Abschluß gebracht, sleichzeitig wurde auch das Abkommen über den Reiseverkehr bis zum 31. Dezember 1937 ver­engert. Die Vereinbarungen schaffen die Möglich- jit zu einer erheblichen Steigerung des gegen® fügen Waren- und Reiseverkehrs.

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Der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Barath nahm die Vereidigung des Gau- li i t e r 5 Bohle als Ches der Auslandsorganisa- /in im Auswärtigen Amt vor. Anschließend führte bir Reichsaußenminister in Gegenwart des stellver- Ittenben Staatssekretärs Dr. Dieckhoff und der in tenben Beamten des Auswärtigen Amtes Gau­liter Bohle in sein neues Amt ein.

Kein. Lwks neben enhsminister

Die Türkei beabsichtigt die Ausdehnung «r Wehrpflicht auf alle Männer von 16 bis 5 Jahren, statt bisher von 20 bis 45 Jahren. Auch ? auen von 16 bis 65 Jahren können zur Landes- vrteidigung im Transportwesen, Luftschutz, Kriegs- a ttelherste'llung und Krankenpflege herangezogen Qürben.

Kunst und Wissenschaft.

Triumphaler Erfolg

des ersten deutsch-japanischen Grohfilms.

Der erste deutsch-japanische Gemein- * j Q f t s f i 1 m ,Die Tochter des Samurai", der Mang Februar in Tokio in einer feierlichen Welt- Aufführung, der alle kaiserlichen Prinzen und ^nzessinnen beiwohnten, herauskam, hat in der Manischen Öffentlichkeit eine Aufnahme gefunden, sie bisher noch keinem Film beschieden war. °nt dem Premierentag läuft der Film in 16 japa- "'chen Großstädten in der für europäische Verhält- ltle ungewöhnlichen Zeit ab 6 Uhr morgens und Jtfidjt dabei Rekordbesucherziffern. Die japanische "fiierung hat den deutschen Spielleiter Dr. Ar- W F a n ck mit Ehrungen überhäuft. U. a. wurde !l >M kaiserlichen Hause von dem Bruder des Kai- P5, dem Prinzen Chichibu, empfangen. Dr. F^nck machte dem Schirmherrn der deutschen Rtfunft Reichsminister Dr. Goebbels in einem ^egramm von dem außerordentlichen Erfolg die- p ersten deutsch-japanischen Spielfilms Mittei- ^'8- Reichsminister Dr. Goebbels' sprach Dr.

n ck telegraphisch hierzu seine Glückwünsche und *len Dank ans.

erstagnachmittag Lordfiegelbewahrer Discount H a - Ii fax, der den Außenminister Eden während feines . rlaubs vertritt, im Außenamt auf. In einer zwei-

N geschah. I 1 öe Schönheiii mone fördern J jjntraft des i . Beifall der gJ.| daß Jtl

nb <5portf),1 :iinbigen Unterredung besprach er mit ihm die ver- f Arbeit wird? i hiedenen Fragen, die das Interesse beider Länder Anspruch neWl führen.

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Ministerpräsident Generaloberst Göring wird

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land. Bei einem solchen Fang hätte der Laie nur Schlamm festgestellt, aber der Kenner wusch den Schlamm in Wasser aus, siebte ihn durch und zahl­reiche Organismen repräsentierten die dortige statt­liche Meeresfauna. Seesterne, Seerosen, Seeigel, Muscheln und viele andere Meerestiere mehr wa­ren meist das Ergebnis eines Fanges. Hier an Ort und Stelle gelang es Prof. Anke! die Ursache fest- zustellen, warum über 50 v. H. der Muschelschalen angebohrt sind und ein fein ausgearbeitetes rundes Loch durch die Schale gebohrt ist. Diese Löcher ent­stehen durch die Aetzwirkung einer Schneckendrüse, das Prof. Anke! durch einen Versuch mit einer von dem Körper der Schnecke losgelösten Drüse sogar nach relativ kurzer Zeit feststellen konnte.

Dann wurde von Schnecken berichtet, die in der Spülzone der Brandungswelle leben und die sich mit Hilfe ihres guten muskelftarken Fußes am Ge­stein festhalten können. Weitere Aufnahmen zeigten die Freßapparate und Reibzungen der Schnecken; ferner die Wendeltreppenschnecken. Zum Schlüsse wurde noch der Makrelenfang und der Fang der Hummer im Bilde gezeigt.

Schwedische Studenten und Doktoranden begleite­ten Prof. Ankel auf seiner wissenschaftlichen Reise und der Vortragende lobte die gute Kameradschaft der kleinen Reisegesellschaft auf dem Fischerboot. Am Abschluß seines Reise- und Forschungsberichtes zeigte der Redner noch ein Bild von der Stelle, wo Georg Fock und andere Seehelden der Skagerrak­schlacht begraben liegen. Wie die alten Wikinger­gräber muten die würdigen Gräber an.

In seinen Schlußworten dankte Prof. Ankel all den Stellen, die diese Reise ermöglicht hätten. Prof. Henneberg dankte dem Vortragenden für seine interessanten Ausführungen und schloß den Vortragsabend.

Neue Orgel der Universität Freiburg i. Br.

Für den Neubau der abgebrannten Aula der Universität Freiburg hat der amerikanische Lektor, Dr. Matthew Taylor Mellon, ein Neffe des be­kannten ehemaligen Staatssekretärs der Vereinigten Staaten, eine Orgel gestiftet, die in drei Werken zusammen 40 klingende Register enthält. Durch diese Stiftung kommt eine nicht alltägliche kulturelle Verbundenheit zwischen Amerika und Deutschland zum Ausdruck, die um so bedeutender ist, als in der amerikanischen Musikpflege seit je deutscher und französischer Einfluß um die Vorherr­schaft ringen. Dabei ist die Bewegung zur Erneue­

Neue Schauspiele »'n Berlin

Theaterbericht aus der Beichshauptstadt.

Reise eines Zoologen nach Dänemark und Schweden."

Pros. Ankel spricht in der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde

Am gelingen Abend fand im großen Hörsaal des Zoologischen Instituts in der Bahnhofstraße ein Vortrag von Prof. Ankel über seine Reise nach Dänemark und Schweden statt. Der Vorsitzende der oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Prof. Henneberg, eröffnete den Abend und be­grüßte die Erschienenen.

Prof. Ankel, der im Herbst des vergangenen Jahres längere Zeit in Dänemark und Schweden arbeitete, gab zunächst den Zuhörern an Hand einer Karte einen Ueberblick über seine Reise und schickte manches voraus, um die später gezeigten Lichtbilder auch sinngemäß verstehen zu können. In Kopen­hagen nahm der Vortragende an dem dort stattfin­denden Kongreß der Zellforscher teil und erwähnte besonders, daß die deutschen Wissenschaften, trotz mancher Stimmung gegen Deutschland, durch ihre einfache und schlichte, aber leistungsstarke Arbeit bald überzeugten und sich eine angesehene Stellung sicherten. Von Kopenhagen ging die Reise über (Botenburg, Christinebörg nach Stockholm und von hier nach der schwedischen Universitätsstadt Upsala. Sieben Wochen weilte der Redner in dem Labora­torium in Kristinebörg und konnte manch schönes Ergebnis seiner Tätigkeit in diesem Meereslabora­torium mit nach Hause nehmen.

Mit zahlreichen, sehr guten Leica-Aufnahmen, normal und mikroskopisch, erläuterte Prof. Ankel feinen Vortrag und brachte den Zuhörern die Er­lebnisse eines Forschers nahe. Man sah schöne Bil­der der schwedischen Küste, saubere Fischerdörfer und große Handelsstädte. Ferner wurde die Tierwelt zwischen Wasser und Fels kurz gestreift und aus­führlich das eindrucksvolle Meerleuchten geschildert.

Die eigentliche wissenschaftliche Arbeit erlebte man in Form kleiner Ausflüge vom Laboratorium aus auf dem Stationsschiff in die See und auf Fischfahrten in den Fjorden, teils mitten im Binn-

Das Renaissance-Theater Alfred Ber­naus wird in diesen Theaterberichten selten er­wähnt, es hat nämlich das Glück, in einer Spiel­zeit mit einer oder zwei Aufführungen auszu­kommen. Andere Theater mühen sich um den Auf­bau und die Einstudierung eines wechselnden Spiel­plans, hier hat man das bisher noch nicht nötig gehabt. Man spielt die erste Einstudierung bis in den Februar hinein und die zweite bis zum Ende der Spielzeit, eine einfache, glatte Rechnung. Die Aufführungen Alfred Bernaus gleichen einander: Gesellschaftsstücke, elegante Salons, witziges Plau­dern, sehenswerte Frauentoiletten, gut geschnittene Smokings und Fräcke, es ist immer das gleiche. Dazu einStar": Hilde Hildebrand inLady Windermeres Fächer" und Leopoldine Konstan­tin inDie Frau ohne Bedeutung", aber auch sonst wohl geschliffene und kultivierte Aufführungen mit guter Besetzung: solchen Mitteln verdankt Direktor Bernau seine Erfolge. Wenu im Re­naissance-Theater einmal eine wirkliche Urauffüh­rung her aus kommt, muß auch sie einen sichern Er­folg versprechen sie verspricht und hält ihn auch: S ch a u s p i e l e r i n", die neue Komödie von Roland Schacht. Hier ist alles zusammengetragen, was die Zuschauer des Renaissance-Theaters be­gehren: die mit jedem Austritt wechselnden Kostüme der Damen (eine kleine Modenschau), die gut ge­schnittenen Smokings, dazu dasromantische" Theatermilieu, Salon und Theatergarderobe der be­rühmten Schauspielerin Stella Andresen, die wieder­um eine Rolle für einen Star von Agnes Straubs Große und Art ist. Sie kann sich die Rolle ist wie für sie geschrieben hier selbst spielen und, wie einst alsNeuberin", vom Glanz und Elend ihres Berufs aussagen. Eine Dirtuosin kann hier alle Tone klingen, alle Lichter sprühen lassen. So­gar eine klassische Einlage ist darin, wenn Stella Andresen mit ihrer theaterbegeisterten Tochter eine Szene aus der Rolle der Hero einstudiert; ein ganzer Akt wird dazu benutzt, Stellen ausDes Meeres und der Liebe Wellen" sprechen zu lassen, und er wird ein Höhepunkt des Abends. Denn neben Agnes Straub steht als ihre Tochter Irene von Meyendorff, neben der älteren Künst­lerin sich behauptend, und auch sonst ist die Be­setzung, wie immer im Renaissance-Theater, vor­züglich Walter S t e i n b e ck als Theaterdirektor, Carsta Lock als ewige Theaterdilettantin, Heinz Rippert als Liebhaber und die Einstudie­rung durch Alfred Bernau glänzend und schmissig wie immer. Roland Schacht wollte ein Erfolgsstück mit Star-Rolle schreiben, mehr nicht. Das ist ge­lungen, und die SerieSchauspielerin" scheint dem Renaissance-Theater bis zum Ende der Spielzeit gesichert.

Intendant Fritz Wendel, der in der Komi­schen Oper spielt, kündigt eine Reihe von Sonn­tagvormittags-Veranstaltungen an, um die Ein­tönigkeit des Serienspiels zu beleben, die Schau­spieler in wechselnden Rollen zu beschäftigen, um der neuen Dichtung zu dienen. Das sind Gründe, die für sich selbst sprechen, und das Unternehmen ist um so begrüßenswerter, als es mit einem aus­gesprochenen Erfolg von Drama und Aufführung begann. Man spielte ein Berliner VolksstückD e r Schneider treibt ben Teufel aus!" von Juliane Kay, deren SchauspielDas Dorf und die Menschheit", im vorigen Winter im Theater Agnes Straubs uraufgeführt, noch unvergessen ist. Hier handelt es sich um ben Schneider Barthels, der sich einige mißverstandene philosophische Schlag­worte von Weltordnung und sittlichem Fundament angeeignet hat und darüber stolz, besserwisserlich und hartherzig geworden ist. Daß seine kleine ge­drückte Frau Lieschen, die bisher nur die Dienst- magb ihres Eheherrn war, es auch einmal anders haben mochte, versteht und billigt jedermann, nur der Schneider nicht, der wieder einmal ein Stück Weltordnung zusammenbrechen sieht. Aus diesem charakterlichen Gegensatz entwickelt sich die Berliner Volkskomödie, auf ben Charakteren baut sich das

Geschehen auf, nicht auf den herkömmlichen komi­schen Situationen, Verwechslungen und Albernheiten. Also: hier ist das Volksstück gefunden, nach dem wir lange gesucht haben. Es wird unter der muster­haften Leitung Friedrich Hellmunds außer­ordentlich gespielt (Tony van Eyck und Gerhard Dienert in den Hauptrollen), und es ist nicht einzusehen, warum der Theaterzettel diese Auf­führung, die sich mit mancher des Abendspielplans sehr wohl messen kann, nur alseinmalige Mor- genoeranstaltung" an kündigt. Wir sind an guten Volksstücken wohl nicht so reich, daß dieses sogleich wieder in der Versenkung verschwinden dürfte.

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Wenn Studio-Aufführungen ben Sinn haben, problematische Werke zur Erörterung zu stellen und junge Schauspieler auf die Bühne zu bringen, so ist diese Absicht einer Sonntagvormittagsauffüh­rung des Deutschen Theaters vollkommen gelungen. DennM agifter Tiniu s", ein schau- spiekrrtiges Werk, das Paul Gurk, der Dichter, ein Drama des Gewissens" nennt, ist eins jener abseitigen Werke, die kaum ein Theaterleiter in seinen regelmäßigen Abendspielplan aufnehmen wird. Tinius, ein sehr begabter und mit reichen Fähigkeiten ausgezeichneter Schäfersohn, hat sich zum Magister und Pfarrer emporgearbeitet. Da er um tiefe Erkenntnis und reiches Wissen ringt, da er sich Bücher beschaffen will und mittellos ist, ver­greift er sich zuerst an anoertrauten Geldern und gleitet dann auf der Bahn des Verbrechens ab­wärts; seine unselige Bücherleidenschaft macht ihn zum vielfachen Raubmörder, der aber seine Ver­brechen niemals gestanden hat. Nun sind die letzten Tage des berüchtigten Magisters gekommen; das Gewissen, das er bisher stets unterdrückte, regt sich, und es stehen kurz vor seinem Tode die Gestalten der Vergangenheit wider ihn auf; er muß seine Untaten noch einmal erleben. Der Verstockte wird endlich vor das Gericht Gottes geführt, wo er feine Sache nach dem billigen Grundsatz zu führen sucht, daß nicht der Mörder, sondern der Ermordete schuldig sei, bis am Schluß sein verhärtetes Ge­wissen erweicht ist und er seine Schuld bekennt.

In diesem Drama des Gewissens treten die seeli­schen Kräfte und Stimmungen des Verbrechers als Gestalten auf, Richter, Ankläger und Verteidiger erscheinen, die Schatten der Ermordeten nahen ihm, kleine kriminalistische Szenen huschen blitzartig vor­über. Tinius wehrt sich verzweifelt gegen die Er­innerungen und muß ihnen doch unterliegen. Es entwickelt sich also kein eigentliches Drama, sondern ein epischer Ablauf, der aus vielen kleinen Kapiteln und Episoden besteht; es ist das Schauspiel eines menschlichen Zusammenbruchs, dem Gurk eine dramatische Form gegeben hat.

Die Wiedergabe des eigenartigen Werkes, dessen Bilder auf der schmalen Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit liegen, gelang dem Spielleiter Heinrich K o ch und Rudolf S ch u l z, der den vielen Szenen leicht auswechselbare Hintergründe auf der Drehbühne schuf. Viele Schauspieler sind beschäf­tigt, die meisten aber in kleinen und kleinsten Auf­gaben. Wenige treten hervor: Boris Alekin, der begabte Dailteller des Tinius, Josef Z e i l b e ck und Erich G ü h n e. Die Zuschauer folgten mit Spannung. Gerhard Bohlmann.

rung des Klangideals der deutschen Orgel, an dek die führenden jüngeren Orgelkomponisten, Orga­nisten und Orgelbauer, gleichen Anteil haben, drü­ben noch verhältnismäßig unbekannt geblieben. Die neue Orgel ist durch die Orgelbauanstalt E. F. W a l ck e r & Cie., Ludwigsburg, erstellt worden. Im Rahmen einer akademischen Morgenfeier wird sie mit einem Konzert eingeweiht werden.

Aus aller Welt.

Richtfest der Wehrmacht in Kassel.

DNB. Kassel, 11. Febr. Am Mittwoch wurde in Kassel das Richtfest eines neuen Dienstge- bäuöes der Wehrmacht begangen. Neben den höchsten militärischen Vorgesetzten im Standort Kassel, Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos 2, General der Artillerie Ritter von Leeb, und dem Kommandierenden General des IX. Armee­korps, General der Artillerie D o l l m a n n , wohn­ten als Ehrengäste der Feier u. a. bei Gauleiter Staatsrat Weinrich, Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen und Oberbürgermeister Dr. L a h m e y e r. Nach kurzen Ansprachen der Vertreter der Bauverwaltung und dem Richtspruch des Poliers brachte der Kommandierende General das Sieg-Heil auf den Führer und Obersten Be­fehlshaber der Wehrmacht aus. Anschließend be­gaben sich die Gäste und die Belegschaften zum Richtschmaus in die Stadthalle.

Flugzeugabsturz im Schneetreiben über Berlin.

An der Ecke See- und Müllerstraße in Berlin flog eine Reiseflugzeug der Luftwaffe, das sich auf dem Wege von Stargard nach Jüterbog befand, bei star­kem Schneetreiben gegen eine Hochspannungslei­tung, st 1irzte ab und geriet in Brand. Die fünf- köpfige Besatzung fand den Tod. Die Besatzung bestand aus dem Diplomingenieur Koller, den Flugzeugführern Schulze und H a j o k, dem Obergefreiten Kretschel und dem (Befreiten Kuklinfki. Durch ein herabfallendes Starkstrom­kabel wurden fünf Personen verletzt, und zwar vier Beamte der BVG., von denen sich in schwer verbranntem Zustand der Aufsichtsbeamte Friedrich Z ü h l k e und der Schaffner Willi W a l l st r o m im Virchow-Krankenhaus befinden, während in das Paul-Gerhard-Stift der Aufsichtsbeamte Edmund Holz und der Fahrer Fvitz Haack mit schweren Verbrennungen eingeliefert sind. Ein Gärtner Karl Grothe trug leichtere Verbrennungen davon und konnte aus der Krankenhausbehandlung entlassen werden.

Zwei Hinrichtungen.

In Königsberg i. Pr. ist der Emil Walter aus Demmenen hingerichtet worden. Er war von dem Sondergericht in Königsberg wegen Verbre­chens gegen das Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens wegen Mordversuches, Raubes und Widerstandes gegen die Staatsgewalt zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte verurteilt worden. Walter, ein gefährlicher Gewohnheitsverbrecher, der zu langjähriger Zucht­hausstrafe und zu dauernder Sicherungsverwahrung verurteilt worden war, hatte im Gerichtsgefängnis in Tilsit versucht, einen Strafvollzugswärter, der ihn bei einem Ausbruchsversuch getroffen hatte, zu töten. Der pflichtgetreue Beamte hatte schwere Ver­letzungen erlitten, die nur infolge besonderer Um­stände nicht zum Tode führten.

Am 11. Februar wurde der Wilhelm Krisa aus Stadtbergen bei Augsburg hingerichtet, der vom Schwurgericht Augsburg wegen Mordes und versuchten Betruges zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt wor­den war. Krisa hatte in Stadtbergen seine Ehefrau vier Tage nach der Geburt ihres neunten Kindes ermordet und einen Unfalltod vorzutäuschen ver­sucht, um sich in den Besitz einer Versicherungs­summe zu setzen und seine (Beliebte heiraten zu können.

Wetterbericht

des Retchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Noch immer1 liegt Deutschland im Bereiche sehr kalter Meeresluft, die zu weiteren Niederschlags­schauern (im Gebirge durchweg Schnee) Anlaß gibt. Die' Großwetterlage scheint sich erneut umzugestal­ten, wobei zunächst Witterungsbesserung, vor allem nachts weitere Abkühlung zu erwarten ist. Es ist jedoch zu befürchten, daß später wieder milderes Wetter mit Regenfälle sich durchsetzen wird.

Aussichten für Samstag: Häufig auf­heiternd und meist trocken, weiterer Frost, ver­änderliche Winde.

Aussichten für Sonntag: Voraussichtlich wieder Uebergang zu unbeständigem Wetter mit Niederschlägen, im Gebirge als Schnee, steigende Temperaturen.

Lufttemperaturen am 11. Februar: mittags 4,4 Grad Celsius, abends 1,5 Grad; am 12. Februar: morgens 1,2 Grad. Maximum 4,6 Grad, Minimum heute nacht 0,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Februar: abends 1,2 Grad; am 12. Fe­bruar: morgens 0,9 Grad. Niederschläge 1 mm. Sonnenscheindauer 1,7 Stunden.

Wintersport-Wetterbericht.

Vogelsberg. Herchenhainer Hohe: Bedeckt, 4 Grad, 18 cm Gesamtschneehöhe, 3 cm Neu­schnee, Pulverschnee, Sport gut; Hoherodskopf: Nebel,4 Grad, 20 cm Gesamtschneehöhe, 8 cm Neuschnee, Pulverschnee, Sport sehr gut; Hochwald- Hausen: Bedeckt, 0 Grad, 15 cm Gesamtschneehöhe, 15 cm Neuschnee, Pulverschnee, Sport gut.

Rhön. Wasserkuppe: Nebel, 4 Grad, 28 Zenti­meter Gesamtschneehöhe, 5 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sport gut.

Alpen. Schneefernerhaus: Schneefall,13 Grad, 400 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 50 Zenti­meter Neuschnee, Pulverschnee, Sport sehr gut.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 37: 11250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

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