nicht aus der Welt geschafft.
Es wird abzuwarten bleiben, ob die europäische Diplomatie heute überhaupt noch in der Lage ist, die entfesselten internationalen Volksfrontenergien in ein Nichteinmischungsnetz hineinzubekommen und Europa auf die Linie des Neutralen zu bringen. Daß selbst dieses Mindestmaß von europäischem Gemeinschaftsgeist und gesundem Instinkt rnancher- orts so schwer aufzubringen ist, ist erschütternd.
an den Reichskanzler eine Ansprache, deren Ueber- setzung wie folgt lautet:
„An Stelle Seiner Exzellenz, des Apostolischen Nuntius, der durch Krankheit zu Hause festgehalten ist und dem wir alle unsere Wünsche für baldige Genesung entbieten, beehre ich mich, folgende Ansprache, die unser Doyen vorbereitet hatte, zur Verlesung zu bringen.
Herr deutscher Reichskanzler!
Die bei Ihrer Nation akkreditierten Mitglieder des Diplomatischen Korps danken Eurer Exzellenz lebhaft dafür, daß Sie ihnen Gelegenheit geben, Ihnen ihre Wünsche darzubringen. Zu Beginn eines Jahres, das so beladen ist mit Beunru-
baldiae Genesung an. r ,
In tiefer Dankbarkeit gegen die Vorsehung, die unsere Arbeit segnete, kann Deutschland mit Befriedigung auf das abgelaufene Jahr zurückblicken. Es ist unseren Bemühungen gelungen, im inneren harten Daseinskampf unseres Volkes große Erfolge zu erzielen, seiner Stellung in der Welt aber jene Rechte zu sichern, wie sie allen großen Nationen zukommen. Am meisten aber empfinden wir Genugtuung darüber, daß es uns gelungen ist, die so viele Völker hartbedrückende Not der Arbeitslosigkeit in Deutschland weiter zu mildern und damit zahlreiche Volksgenossen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch seelisch wieder aus dem Tiefstand der Bedrückung, ja Verzweiflung emporzuheben. , ...
Wir sind entschlossen, im neuen Jahre dieses Werk mit allen Kräften f o r t z u s e h e n. Wenn wir zu diesem Zweck die wirtschaftliche Selbständigkeit des deutschen Boltes weiter erhöhen und sichern, dann geschieht es nicht, um uns von der Umwelt abzuschliehen, sondern in der Ueberzeugung, daß sich eine wirklich gesunde Weltwirtschaft nur aufbauen kann auf gesunden Einzelwirtschaften und daß überhaupt die Lösung der Weltwirtschaftskrise in erster Linie ihren Ausgang nehmen muß von der Lösung der politischen und wirtschaftlichen inneren Krise der einzelnen Bölker. Indem wir uns be- mühen, das deutsche Bolt politisch, moralisch und wirtschastlich in Ordnung zu bringen, sichern wir nicht nur damit die eigene Zutunft, sondern wir dienen damit unserer Ueberzeugung
dolf Heß, überbracht.
Es folgte dann um 12 Uhr der feierliche Nemahrs- empfang des Diplomatischen Korps. Bei der Anfahrt der fremden Missionschefs erwies die Ehrenkompanie militärische Ehrenbezeugungen durch Präsentieren, wobei die Musik beim Eintreffen der Bot- chafter den Präsentiermarsch spielte, während für die Gesandten und die Geschäftsträger das Spiel gerührt wurde. Im Großen Saal des „Hauses des Reichspräsidenten" waren sämtliche 53 in Berlin beglaubigten fremden Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger erschienen. Der Führer betrat um 12 Uhr den Saal. In seiner Begleitung waren u. a.: der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath, die Staatssekretäre Dr. Meißner und Dr. Lammers, der zur Zeit den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes vertretende Ministerialdirektor Dr. Gaus, Obergruppenführer Brückner, der Adjutant der Wehrmacht beim Führer Oberstleutnant und Abteilungschef im Generalstab des Heeres H o ß b a ch und der stellvertretende Ehef des Protokolls.
Da der Doyen des Diplomattschen Korps, der Apostolische Nuntius, zur Zeit erkrankt ist, richtete als Wortführer des Diplomatischen Korps, der Botschafter Frankreichs
Francois Poncet
Oer Prüfstein.
Von Or. Hans von Maloiiki.
Der Abschluß der politischen Feiertagsruhe in Deutschland sieht die europäische Politik in einem höchst unerfreulichen Zustand. Was die „Times als Aufgabe des neuen Jahres formulierte: Bereinigung des spanischen Problems, um den Weg frei zu bekommen für die Erörterung „derjenigen Dinge, die notwendig seinen, um Zufriedenheit und Frieden zu sichern", — das scheint über die moralische Willenskraft und politische Urteilsfähigkeit Euro- ] pas zu gehen. Statt dessen wird von wichtigen und , bestimmenden Zentren mit vollem Bedacht e i n e trübe und vergiftende Atmosphäre j verbreitet. Scheinheilig werden die Probleme verfälscht und Ansatzpunkte eines Fortschrittes, wie etwa das englisch-italienische Mittelmeerabkommen und die jüngsten Antworten Deutschlands und Italiens, um ihre befreiende Wirkung gebracht. Man bekommt in diesen Tagen wieder einmal einen Begriff von der zerstörenden Kraft und Skrupellosigkeit jener negativen Energien, die Europa nicht zur Ruhe kommen lassen und jede Einebnung der Ge- qensätze zu verhindern trachten. Heute ist es soweit, daß das spanische Problem nicht nur einen besorgniserregenden internationalen Gefah rem ar ad erreicht hat, sondern durch seine künstlich herbeiqeführte Aufblähung und Auswertung all das in den Hintergrund abdrängt, was unter dem Namen „e u r o p ä i s ch e R e g e l u n g auf der Tagesordnung steht. .. .
Das grohangelegte Storunasmanover internationaler Volksfrontkreise, mit dem der klärenden Wirkung der deutschen und italienischen Note entgegengearbeitet werden soll, liegt ganz in der Linie solcher Absichten. Im Umkreis der Volksfronten sowie von der Zweiten und Dritten Internationale ist von Anfang an mit dem Schlagwort gearbeitet worden, es ginge in Spanien um den Kamps zwischen Demokratie und Faschismus. Diese Parole war an sich schon falsch. Sie wurde zur Groteske durch den Versuch, den Begriff der Demokratie mit dem Prinzip des Guten gleichzusetzen, während der Faschismus als Inbegriff sin- fterer und bedrohlicher Gewalten firmierte. Zweierlei wurde damit bezweckt: Einen Unüberbrückbaren Gegensatz innerhalb der europäischen Staatengemeinschaft aufzureißen und darüber hinaus die Sache des roten Spanien mit der Gloriole des Friedens zu umhüllen. Schon allein die Tatsache, daß Moskau sich ungeniert eine führende Rolle auf der Seite der „demokratischen Friedensfreunde zumaß, hätte diese Irreführung entlarven müssen. Daß dies nicht geschah, daß sogar die Urteilsbildung von Staaten, die jeder Blockbildungstendenz öffentlich abschwören, von dieser naiven und zugleich gefährlichen Schwarz-Weiß-Malerei getrübt wurde ist einer der entmutigendsten Züge in der europäischen Entwicklung und zugleich der tiefste Grund der gegenwärttgen Krise, nicht nur was Spanien be-
higung und Sorgen, ist es üblich, daß wir uns freundschaftlich versammeln, der Hoffnung in unserem Herzen Raum geben und den glühenden Wunsch Ausdruck verleihen können, g e m e i nja m an einer besseren Zukunft für d i e V o l- ker zu arbeiten. Möge dieses Jahr von Gott gesegnet sein und endlich allen Volksschichten, und unter Ihnen vor allem den Aermften, W o h l . e r - gehen bringen; möge es sich bei allen Volkern durch einen moralischen Aufstieg auszeichnen, der fest verwurzelt ist in den ewigen Grundsätzen der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit, den wahren Garanten der sozialen Ordnung und der internationalen Ruhe. Es möge im neuen Jahr zwischen allen Nationen und innerhalb jeder einzelnen wirklich Frieden herrschen.
Erzellenz! Diesen allgemeinen Wünschen, die der ganzen Welt und damit auch Deutschland gelten, möchten wir noch einen ganz besonderen Wunsch für Ihr Land hinzufügen. Möge Deutschland in diesem neuen Jahre, dank seiner Anstrengungen auf geistigem und wirtschaftlichem Gebiet, seinem Volke einen immer größeren Wohlstand sichern und in immer stärkerem Maße zum festbegrundeten und allgemeinen Frieden in Europa und der Welt beitragen, in dem Sie mit bangem Herzen das Ziel Ihrer Bestrebungen sehen und der der eigentliche Zweck unserer Mission ist. Wollen Eurer Exzellenz auch die aufrichtigsten und wärmsten Wunsche für Ihr persönliches Glück entgegennehmen, die wir heute im Namen unserer Staatsoberhäupter und in unserem eigenen Namen aussprechen."
Der Reichskanzler
ziger deutscher, italienischer oder portugiesischer Soldat befinde. Die marxistischen Intriganten sollten lieber andere Märchen erfinden. Das Märchen von Blarotto sei zu abgeschmackt, da es über die dortige Lage nicht die geringsten Zweifel gebe.
Moskau als Drahtzieher der Gerüchtemacher.
L o n d o n , 12. Jan. (DNB. Funkspr.) „Morning Post" stellt fest, daß S o w j e t r u ß l a n d die Hauptverantwortung für die Vorgänge in Spanien trage. Seine Agenten hätten ine Revolution geschürt, sein Botschafter organisiere und leite den Krieg und s o w j e t r u s si s ch e Waffen und Munition machten es den Roten möglich, sich gegen ihre Feinde zu halten. Außerdem habe aber die Sowjetpropaganda viel dazu beigetragen, Europa gegeneinander z u hetzen, und jetzt versuche sie friedliebenden, aber nervösen Völkern das Gruseln beizubringen. Man habe Geschichten von der Verschenkung der Balearen oder von Spanisch-Marokko durch General Franco als Gegenleistung für fremde Unterstützung gehört. An diesen Geschichten, die offenbar den Moskauer Stempel trugen, obwohl sie von einer anderen Hauptstadt ausgegangen seien, sei kein Funken Wahrheit. Dann sei Alarm geschlagen worden gegen ein deutsches Eindringen in (Teuta. All denen, die mit diesen Dingen zu tun hätten, sei jedoch wohl bekannt, daß diese haarsträubenden Berichte der Grundlage entbehrten. Die drittsche Oef- fentlichkeit werde gut daran tun, ruhig Blut zu behalten.
Auch in der Antwort, die d i e R o t e n dem Dor- schlag einer Kontrolle der spanischen Küste und Grenzen geben, könne unschwer erkannt werden, daß Moskau die Feder geführt habe Unverschämt und provozierend verdrehe diese Antwort Tatsachen, indem man in ihr behaupte, „die totalitären Regierungen" hatten Menschen und Munition nach Spanien geschickt und dabei die Hilfe verschwiegen, die die Roten von französischer und sowjetru - sischer Seite erhalten haben. Der Sowiet- botschafter in Valencia werde das auf alle Fälle besser wissen. Mit Recht könne man annehmen, daß
Denn die italienischen Blätter haben gar nicht so s unrecht, wenn sie die Frage aufwerfen, ob diese i Haltung der Neutralität überhaupt noch an- i gemessen und ausreichend ist gegenüber her katalanischen Wirklichkeit, die auch nach englischem Urteil heute bereits eine fest ausgebaute bolschewistische Bastton und Ausfallspforte darstellt.
Man kann 'eben nicht mit der falschen Bewertung des bolschewistischen Faktors zu einer glatten europäi- chen Rechnung gelangen. Das gilt nicht nur für Spanien, sondern ebenso auch für die anderen akuten europäischen Probleme, wie etwa den Westpakt- Komplex und den Rohftoffschwierigkeiten. Frieden und Zufriedenheit, Vertrauen und Sicherheit können sich nicht einstellen, solange maßgebliche Mächte das Wirken der Sowjetunion als Gewinnpunkt in der europäischen Bilanz betrachten. Zu Beginn des Jahres wurde in englischen und französischen Blättern viel von einer neuen „europäischen Initiative" geredet; man wolle endlich mit Deutschland ins Reine kommen. Unter der beunruhigenden Entwicklung der Dinge in und um Spanien ist es stiller geworden. Aber man weiß, daß auch hier falsche Problem st ellungen die Aussichten der diplomatischen Sondierungen Frankreichs und Englands beeinträchtigen.
Es ist gewiß ein Fortschritt, daß man sich auch in Frankreich der Notwendigkeit einer Lösung der Kolonial- und Rohstoffprobleme grundsätzlich nicht mehr, verschließt. Wenn aber diese Lösung im Rahmen einer allgemeinen „europäischen Regelung" gesucht wird, bei der Deutschland seine Lebensrechte und seine Sicherheit gegen wirtschaftliche Vorteile verschachern und sich ein diplomatisch- militärisches Netz über den Kopf ziehen lassen soll, so hat das mit europäisch gedachter Ausgleichs- polittk nichts zu tun. Es ist bezeichnend, daß kürzlich sogar die „Times" diese Zumutung in die irreführende Formel von der Wahl Deutschlands zwischen „Partnerschaft mit gleichen Rechten oder ab- , sichtlicher Selbstisolierung" kleidete. Wer auf solchen । Methoden beharrt und sich vorbehält, den guten
Willen Deutschlands an ehrenrührigen oder sicher- ; heitsgefährdenden „Angeboten" zu messen, der setzt
sich dem begründeten Verdacht aus, andere Ab- i sichten zu verfolgen. Ehrlicherweise sollte man i aber nicht von „Selbstisolierung" bei einem Vor- - fallen sprechen, der eher als Einkreisung und poli- t tischer Belagerungszustand anzusprechen wäre. In - London und auch in Paris versichert man immer . wieder, daß nichts ferner liege als derartige Ab
sichten. Die subjektive Ehrlichkeit solcher Versicherungen soll gar nicht bestritten werden. Aber chon manche gutgemeinte Politik ist das Opfer falscher Mittel geworden, und die befreiende Wendung im Sinne wahrer Zusammenarbeit, die auch Deutschland anstrebt, wird dann erst eintreten, wenn man d i e b o I f ch e w ist i s ch e K arte aus dem europäischen Spiel läßt. Das ist der Prüfstein europäischer Friedenspolitik.
Zurückweisung der pariser «gen
Eine Erklärung
der spanischen National-Regierung.
Salamanca, 12. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die spanische Nationalregierunger- klärt zu den Lügenmeldungen über angebliche deutsche Truppenansamm lung e n in Marokko u. a.: Frankreich schickt feit Beginn der nationalen Erhebung ununterbrochen sog.
Freiwillige" nach Rotjpanien. Mexiko liefert ganze Schiffsladungen mit Waffen und stellt ebenfalls „Freiwillige". In B e 1 g i e n arbeitet em ganzes Büro, das sich ausschließlich mit der Anwerbung von kommunistischen Elementen für die fpantfdjen Bolschewisten und mit der Ausstellung falscher Pässe beschäftigt. In der Tschechoslowakei und in anderen Ländern arbeiten ähnliche Stellen. Die Roten in Valencia geben selbst zu, daß in Asturien ein aus Mexikanern zusammengesetztes Bataillon kämpft. An der Front von Madrid stehen ganze kommunistische Regimente r , Die ausschließlich aus Franzosen gebildet sind. Andere Regimenter auf feiten der Roten bestehen aus Ausländern verschiedenster Nationen! Ihre „Offiziere" und „Kommandeure" sind auch Nichtspanier. Deutschland, Italien und Portugal haben gegen diese unverblümte Einmischung eines gewißen Auslandes bereits a u f das schärfste protestiert. Die oben angegebenen Beispiele können tausendfältig bewiesen werden.
Das nationale Spanien, so heißt es in der Erklärung weiter, wende sich energisch gegen diese Maschenschaflen und die Aufdringlichkeit des internationalen Kommunismus. Es gebe erneut die heilige Versicherung ab, daß sich weder ‘ im spanischen Teil der Halbinsel noch in Marokko auch nur ein ein-
erwiderte darauf:
„Herr Botschafter!
Mit aufrichtigem Dank nehme ich die Glückwünsche entgegen, die Eure Exzellenz im Namen des Diplomatischen Korps und zugleich im Namen der hier vertretenen Staatsoberhäupter mir und dem deutschen Volke zum neuen Jahre dargebracht haben. Ich bedauere von Herzen, daß es Seiner Exzellenz, dem Apostolischen Nuntius, infolge ernstlicher Erkrankung nicht möglich ist, am heutigen Neujahrsempfang teilzunehmen. Ich schließe mich, Herr Botschafter, Ihren Wünschen für feine
Die Aeujahrswünsche der Wehrmacht.
Berlin, 11. Jan. (DNB.) Die Berliner Bevölkerung nahm an dem diesjährigen N e u j ah r s - empfang des Führers im Hause des Reichspräsidenten in der Wilhelmstraße einen überaus lebhaften Anteil. Kurz nach 10 Uhr marschierte die Ehrenkompanie mit klingendem Spiel im Ehrenhof des Palais auf. Um 10.30 Uhr zog ein Doppelposten an der Freitreppe zum Palais auf. Kurz darauf ging die Standarte des Führers und Reichskanzlers am Flaggenmast über dem Haufe des Reichspräsidenten hoch. Als erste Gratulanten erschienen kurz vor 11 Uhr der Reichs- kriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht sowie die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile. Als der Reichskriegsminister m Begleitung von Generaloberst Freiherr von Fritsch, Generaladmiral Räder und Generaloberst Göring das Haus des Reichspräsidenten verließ, intonierte der Musikzug den Präsentiermarsch. Der Reichskriegsminister schritt mit den Oberbefehlshabern die Front der Ehrenkompanie ab. Die Bevölkerung begrüßte die hohen militärischen Führer auch bei ihrer Abfahrt besonders herzlich. Auch der Oberbürgermeister und Stadtpräsident der Reichshaupt- stadt, Dr. Lippert, der dem Führer die Glückwünsche der Bevölkerung ausgesprochen hatte, wurde mit Jubel begrüßt. Hierauf erschienen in ihrer alten Tracht die Halloren, die Abordnung der „Salzwirker Bruderschaft im Tale zu Halle", die dem Reichsoberhaupt in der herkömmlichen Weise Salz, Schlackwurst und ein Glückwunschgedicht, den sogenannten Neujahrscarmen, überbrachten. Die Glückwünsche der Partei wurden dem Führer bereits bei früherer Gelegenheit von dem Stellvertreter des Führers, Reichsmimster Ru-
nad) audjber übrigen IBelL Denn dieses Bollwerk einer wahrhaft europäischen Kultur und einer starken sozialen Gerechtigkeit wird ein zuverlässigeres Element der europäischen Ordnung und des Friedens sein als ein turbulenter, von vielen Meinungen zerrissener und wirtschaftlich leidender Staat. Wir tragen damit bei zur Behebung jener Sorgen und jener Beunruhigung, von der mit Recht auch Sie, Herr Botschafter, gesprochen haben.
Ich habe die Hoffnung, daß dieses unser ehrliches Wollen, durch unsere Mitarbeit einen bedeutsamen Anteil zum Fortschritt aller Bölker zu leisten, in steigendem Maße Berst ä n d n i s bei den anderen Regierungen finden wird. Denn die Sorgen der Gegenwart sollen für alle Bölker Mahnung und Ansporn sein, die Gefahren, die den Frieden und damit der Entwicklung Europas drohen, rechtzeitig zu erkennen, um entschlossen auf eine wahrhafte Bötferoer- ständigung und Bölkerversöhnung hinzuarbeiten, die allen Ländern die Ermöglichung ihrer wirtschaftlich eigenen Existenz und damit die sicherste Gewähr für die Wohlfahrt und den Fortschritt der ganzen Mensch- heit geben.
In der Hoffnung, daß das neue Jahre; uns; biefem Ziel näher bringen möge, spreche ich 7^ Botschafter, sowie Ihnen, meine Herren, 3jjgleid) für ihre Staatsoberhäupter Negierungen und Volker in meinem und des deutschen Volke» Namea die' herzlichsten Neujahrswünsche aus.
Bo>t unö MM.
Herzliche Kundgebungen in der Wilhelmstratze.
Nach dieser Ansprache begrüßte der Führer und nach ihm der Reichsminifter des Auswärtigen Den stellvertretenden Doyen und die im Halbkreis nach ihrer Rangfolge stehenden Botschafter Gesandten und Geschäftsträger einzeln nut Händedruck unö nahm ihre persönlichen Glückwünsche ^9f9en’ woran sich kurze Unterhaltungen knüpften. Nachdem der Führer sich von den Diplomaten verabschiedet und mit seiner Begleitung zurückgezogen hatte, verließen die fremden Missionschefs das „Haus des Reichspräsidenten". Die Ehrenkompanie erwies ihnen militärische Ehrenbezeigungen Zur gleichen Zeit trat der Führer auf den zur Wilhelmstraße ae- leqenen Balkon. Mit langanhaltenden Hellrusen begrüßte die vieltausendköpfige Menschenmenge den Führer. Immer wieder brausten die begeisterten Heilrufe der Massen zum Balkon empor. Der Fuh- rer dankte für die herzliche Begrüßung mit erhobener Rechten. In der Wilhelmstraße gegenüber der Reichskanzlei schritt der Führer dann in Begleitung des Kommandanten von Berlin, Generalleutnant Schaumburg und des Kommandeurs des Wachregiments, Oberst von Alten die Front der Ehrenkompanie ab. Hieran schloß sich ein Vorbeimarsch. Nach dem Vorbeimarsch grüßte der Führer wieder mit erhobener Rechten nach allen Seiten und dankte für die überaus herzliche Begrüßung. Immer wieder kam die Liebe und Verehrung der Massen für den Führer und ihre Begeisterung über das prächtige militärische Schauspiel in brausenden Heilrufen zum Ausdruck und auch, nachdem der Führer wieder die Reichskanzlei betreten hatte, harrten die Tausende noch immer auf dem Wilhelms- platz au. Wenige Minuten nach 13.30 Uhr erschien der Führer auf dem Balkon der Reichskanzlei und dankte nochmals nach allen Seiten mit dem deutschen Gruß für die begeisterten Huldigungen der Berliner Bevölkerung. Minutenlang jubelten die Berliner jetzt noch einmal dem Führer zu, um dann endgültig den Wilhelmsplatz zu räumen.
Deutschlands Arbeit für -en Frieden der Welt
Oes Führers Botschaft beim Neujahrsempiang des Diplomatischen Korps.
^Das Mißbehagen, das die englisch-italienische Mittelmeervereinbarung in allen rnoskauhörigen Bezirken auslöste, war nur eine Bestätigung dieses Sachverhaltes. Denn die zwischen England und Italien ausgetauschten Versicherungen über den Status quo in der Mittelmeerzone, alio Spanien einbegriffen, durchbrachen die Volksfront- Theorie. Jenseits des imaginären Gegensatzes: hie „demokratisch", bie „faschistisch" fanden sich ein autoritärer und ein nichtautoritärer Staat auf Ö er Grundlage der Wirklichkeit und des Notwendigen zusammen. Im Lichte ihrer Vereinbarung wurde nicht nur deutlich, von welcher Seite in Spanien Gefahren drohen; es wurde daneben — ähnlich wie mit der deutsch-italienischen Verständigung — auch ein Ansatzpunkt für eine wahre und zugleich, realistische europäische Gemeinschaftsarbeit sichtbar. Beides waren Wirkungen, die den bolschewistischen und Dolksfrontkräften das Konzept zu verwirren drohten. Daher die Hetze, bie in Moskauer Blättern auch vor der sonst so gelobten englischen „Bourgeoisie" nicht halt machte.
Nicht anders steht es um die Kritik an der deutschen und italienischen Stellungnahme zum Nicht- einmischungsproblem. Sie spiegelt das Mißbehagen jener Kreise wider, die aus dem spanischen Problem eine deutsche, bzw. italienische Frage machen und im Schatten eines skrupellosen Derleumdungsfeldzuges ihr jakobinisches Treiben ungestört und unbeobachtet fortsetzen mochten. Was man allerdings der zwingenden deutsch-italienischen Beweisführung entgegenzuhalten hatte, ist kümmerlich und leere Ausrede. Das gilt vor allem für den Vorwurf, daß beide Mächte Undurchführbares verlangen, ja durch absichtlich undurchführbar gehaltene Forderungen nur Sabotage treiben wollten. Man beruft sich auf das freiheitliche Regime der demokratischen Staaten, die keine Handhabe hätten, um ihre Freiwilligen zurückzuholen. Dieses Eingeständnis steht in sehr auffälligem Gegensatz zu der Ueberheblichkeit, mit der man ansonsten die Ueber- legenheit demokratischer Regierungsmethoden anzupreisen weiß. Im übrigen haben auch demokratische Staaten schon mit einer Entschiedenheit zu handeln gewußt, die ihrer Tatkraft und Rücksichtslosigkeit alle Ehre macht. Man denke nur an tue französische Politik während des Ruhreinbruchs, oder an gewisse innerstaatliche Praktiken, wenn es sich um sog. „faschistische Organisationen" handelt. Es geht schon, — wenn man will. Den Gipfelpunkt der Demagogie aber hat man, wie stets, in Moskau erklommen. Mit dem verblüffenden Argument nämlich, daß die Demokratischen Freiwilligen m Spanien die Garanten des Friedens und deshalb eine Notwendigkeit" seien!
Es ist zunächst Sache vor allem der englischen Politik, die in der weiteren Behandlung des Nichteinmischungskomplexes federführend bleiben will, sich mit den hier angedrohten Folgerungen auseinanderzusetzen. Unabhängig davon bleibt festzuhalten, wie weit die Dinge, nicht zuletzt durch die fehlerhafte Politik Englands und Frankreichs, bereits gediehen sind. Kann Herr Blum z.B. noch zurück, selbst wenn er wollte, was auch noch erst zu beweisen ist? Die Hemmungslosigkeit mit der sogar offiziöse französische Blätter in den letzten Tagen Deutschland der Umtriebe in Spanisch-Marokko bezichtigen, ist kein gutes Zeichen und deutet eher auf die Absicht, die weitere Unterstützung der spanischen Roten propagandistisch vorzubereiten. Die deutschen und italienischen Versicherungen hinsichtlich der Achtung des spanischen Besitzstandes werden durch Verdächtigungen und Lügen freilich


