Ausgabe 
11.12.1937
 
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Nr. ?89 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (Aeneral-Anzeiger für Gberhesfsn)

Samstag. N. Dezember l9Z7

^^^ufbau tatkräftig dienen. Altes wertvolles l die Forderung zur Durchsetzung des neuen tatkräf- Rulturgut wird aerettet nnh tlnr hnm rt ' t-i nai-» O«t. av. -

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aller gesunden Völker.

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gehörigen werden stets gut auf­gehoben sein, wenn Sie eine Police der Lebensversicherung hinter­lassen. Das Schicksal verliert seinen Schrecken durch die Vorsorge für die Zukunft der Ihren, wie sie in der Lebensversicherung gegeben ist |

Sie können noch so oft bei dem ungewissen Spiel mit dem Schicksal den Kürzeren ziehen, Sie können sich noch so hilflos vorkommen, in einem können Sie das Schicksal zwingen: Was Ihnen auch in Ihrem Leben zustoßen mag, Ihre An-

gr.' M. M ,,wi

TM i. L

. unL G.A.

IV.

Sagoad.

(Nachdruck verboten.) Bagdad, Ende November 1937.

Bagdad wer denkt nicht unwillkürlich bei die­sem Wort schon an die entzückenden Märchen aus 1J)01 Nacht, an denKalifen von Bag­dad"? Stellt sich in Gedanken eine Stadt vor mit orientalischen Prachtbauten, goldglänzenden Mo­scheenkuppeln, weit in den Himmel ragenden Mina­retten, Palmenhainen und -alleen, und sieht im Geist durch die engen Gassen, Männer in farben­prächtigen Gewändern, in bunten Burnussen wan­deln, wie einst Alabin!-- das war ein­

mal. Nichts ist von dieser Märchenstadt geblieben. Bagdad ist heute die ganz nüchterne Hauptstadt des von den Engländern geschaffenen arabischen Staa­tes Irak und kann außerdem als hervorstechen­des Merkmal für sich in Anspruch nehmen, die h e i- ß e st e Großstadt der Welt zu sein. Die Straßen im Stadtinnern sind jetzt asphaltiert, und in der Hauptstraße regeln Verkehrsschutzleute in weißer Uniform mit Tropenhelm den Verkehr.

Der erste Eindruck, den man von Bagdad be­kommt, ist niederschmetternd. Man glaubt ist eine Stadt zu kommen, über die kürzlich die vernich­tende Furie eines Krieges dahingegangen ist und Häuser und Gebäude umlegte, oder als ob ein Erdbeben die Stadt in ihren Grundfesten er­schüttert habe. Denn seit Jahren ist man bestrebt, Bagdad zu modernisieren, das war notwendig und wird von Tag zu Tag notwendiger. Bis zum Welt­kriege gab es in Bagdad überhaupt keine befahr­baren Straßen selbst die deutsch-türkische Armee mußte 1915 um Bagdad herum biwakieren, da die Gassen der Stadt so schmal waren, daß die Truppe mit ihren Fahrzeugen nicht einziehen konnte. Da­mals legten deutsche Pioniere quer durch die Stadt eine breite Straße, die auch heute noch, allerdings in einem anderen Kleide, die Hauptstraße Bagdads ist. Vor zwei Jahren ließ man einen deutschen Stadtbaumeister kommen, der Pläne und Entwürfe für den Neubau Bagdads anfertigte. Die Stadtverwaltung gab dann entsprechende Anwei­sungen zum Neubau der Stadt, die. Straßenführung wurde bestimmt, Bauvorschriften für Häuser er­lassen, alles nach den Plänen des deutschen Bau­meisters' und legte dann die Pläne zu den Akten, ohne sich um die weiteren Bauausfüh­rungsbestimmungen und -ausführungen zu kümmern.

Und dann fing man an n i e d e r z u r e i ß e n und aufzubauen, aber man hielt sich nicht an die vorgezeichnete Linie. An allen Ecken und Endender Stadt wurden Häuser abgerissen und auch gleich­zeitig wieder aufgebaut, ganze Straßenzüge nieder­gelegt, und bei manchem ging auch mal das Geld aus. Trümmerstätten zeigen, wo einst Häuser ge­standen haben und neue Häuser und Straßen ent­stehen sollenJnschallah" so Gott will! Die Hauptstraße, die Raschid-Straße, bekommt nur langsam das Gesicht einereuropäischen Straße, mit modernen Ladengeschäften, Hochbauten, Kinos und Lichtreklamen, doch von ihr gehen die winkli­gen, engen Quergassen ab, die tatsächlich noch an Alabins Zeiten erinnern, in der sich die Häuser gegenseitig mit den Dächern und Baikonen berüh­ren, durch die man sich auch heute nur des Nachts durchschlängeln kann, wenn man sich mit einer elektrischen Wunderlamye bewaffnet!

Seltsam bauen die Araber früher legte man keinen Wert auf äußeren Eindruck, man baute zweckentsprechend Häuser aus Lehm und Ziegeln, ; mit tiefen, kühlen Kellern, in denen man die un­endliche Hitze der Sommertaqeszeit angenehm über- j stehen konnte. Stattete die Räume innen luxuriös aus, mit den Mitteln des Orients, Teppichen und ! nochmals köstlichen Teppichen Heute wird nur auf 1 Fassade gebaut, jeder, der das Geld hat (oder auch .nicht), will zeigen, daß er schon fortgeschrittener ist I und europäischer als der andere. Man will m o - d e r n e Häuser haben, denn die Stadtverwal­tung hat ja befohlen, die Lehmbauten abzureißen und dafür ,modern" aufzubauei^ Und nun baut man nicht etwa dem Zweck entsprechend, sondern ist nur auf schönes Aussehen bedacht. Es schießen Häuser aus der Erde mit dünnen Wänden und europäischer Fassade, jeder achtet sorgsam darauf, daß sein Haus etwas europäischer ist als das des

In der Hitze dieses Wetteiferns vergessen sie, daß es im Sommer so unendlich heiß ist, sie den­ken nicht an die kühlenden Keller und vor allen Dingen nicht daran, daß europäische Häuser dem europäischen Klima entsprechend ge­baut werden und man auch hier nur dem Klima entsprechend bauen muß. Sie vergessen, daß Sand­stürme über die Stadt kommen, daß von Mai bis Oktober die Temperaturen auf 45 bis 50 Grad Celsius im Schatten steigen, und daß es im Win­ter recht kalt wird. Gegen alles das muß gebaut werden, selbst guf die Gefahr hin, daß die euro­päische Schönheit der Fassade darunter leidet.

Das begreift derjenige, der in Bagdad lebt. Wer hier die Hitze des Sommers nicht kennt, weiß wirklich nicht, was Bagdad heißt. Als wir in Bagdad eintrafen, stiegen wir in einem Hotel ab, das man angepriefeN hatte alsmodernes Hotel am Ufer des Tigris, ausgestattet mit allem Komfort der Neuzeit, mit fließendem kaltem und warmem Wasser". Aber welche Ueberraschung, kaum hatten wir uns unter die Dusche gestellt und den Wasserhahn geöffnet, der mitkalt" bezeichnet war, da stand man unter einer Brause fast kochend heißen Wassers. Als man glaubte, man habe sich im Griff geirrt, und den mit warm bezeichneten versuchte, da kam auch hier 4tur heißes Wasser der Erfolg eines modernen Baues. Man hat die Wasserleitungen außerhalb des Hauses hochgeführt, die Wassertanks auf dem Dach aufgestellt, und die Sonne hat das Nötige dazu getan.

Aber auch sonst war es unerträglich kn dem modernen Hotel mit allem Komfort. Nicht ein ein­ziger Raum des Hochhauses war gegen die Sonne und Hitze genügend geschützt. Es war der rein ft e Backofen, in dem man Kühle dadurch vorzu­täuschen suchte, daß man die Ventilatoren in irr­sinniger Schnelligkeit sich dreien ließ. Tags darauf siedeln wir in ein anderes' Hotel Bagdads, das Maude-Hotel, um. Auch dieses ist modern gebaut, mit großer Gartenanlage bis an das Flußufer, hat aber den Vorteil, von einem deutschen Ar­chitekten entworf.en zu sein. In diesem Hause waren die Temperaturen wenigstens erträg­lich, 35 Grad im Zimmer sind auszuhalten. Es gibt dort eine große Halle, die durch Ventilatoren mit Kaltluft gekühlt wird und in den Röhren der Wasserleitungen lief wenigstens nur lauwarmes Wasser.

Man lebt zur Sommerszeit nach einem gewissen Schema. Morgens, wenn die Sonne hochkommt, werden die Fenster, die man nachts für die kühlen­den Brisen geöffnet hat, geschlossen, gegen die Sonne mit Holzladen abgedichtet, und so lebt man tags­über im möglichst dunkeln Hause, bis des Abends bei Sonnenuntergang die Fenster wieder geöffnet werden. Nachts schläft man im Freien, meistens auf d e m Dach. Es ist seltsam, unter freiem Himmel, mit vielen fremden Menschen zusammen auf einem Dach zu schlafen, die man vorher nie gesehen hat und vielleicht auch nie wiedersehen wird. Es sind Reisende aus aller Herren Länder, die vom Fernen Osten, Indien ober sonst woher kommen, und auf der Flugroute nach Europa hier eine Nacht Station machen. Zwischen 10 und Mitternacht huscht jeder Hotelgast unter das Moskitonetz der in Reih und Glied nebeneinander­stehenden Betten. Doch abgesehen von den fremden Menschen ringsherum, sind diese Nächte das S ch ö n st e von Bagdad eine wunderbare Brise, die starke Abkühlung bringt, kommt über den Fluß und macht das Schlafen zur Wohltat. Freiatmende Lungen werden in der klaren Nachtluft allen Staub des Tages wieder los. Man fällt in tiefen Schlaf, um am nächsten Morgen gegen 5 Uhr von der Sonne wieder geweckt zu werden dann ist die Nacht im Nu vorbei urrb bie Stabt erwacht zu neuem Leben.

Knapp eine Stunbe nach Sonnenaufgang erscheint Bagbad wie ein wimmelnder Ameisenhaufen. Jeder versucht, nach Möglichkeit in den-frühesten Morgen st unden seine Geschäfte zu erledigen, denn gegen Mittag wird es zu unerträglich heiß. Bei jedem Schritt sinkt man tief in den aufgeweich­ten Asphalt und die Fußsohlen brennen von der ausstrahlenden Hitze des Pflasters, selbst durch' die dicksten Ledersohlen hindurch. Mensch und Tier sucht in der Mittagszeit ein sonnenschützendes Dach über dem Kopfe zu haben. Von 12 bis 16 Uhr ist die Stadt fast ausgestorben, denn alles verkriecht sich in die Häuser zum Essen und Schlafen (etwas an­

deres zu tun ist bei dieser Hitze nicht möglich) um sich dann bei Sonnenuntergang wie ein Bienen­schwarm wieder erneut über bie Stabt zu ergießen, nach frischer Luft und Kühle lechzenb.

Um biefe Zeit könnte bie Hauptstraße Bagbabs eine beliebige Großstabtstraße irgenbwo auf ber Welt sein. Auto schiebt sich hinter Auto, Pferbe» droschke hinter Pferbebroschke unenblich viele gibt es bavon in der Stabt. Jeber fährt, ber es nur einigermaßen sich leisten kann. Spreng­wagen sorgen bafür, baß ber Staub bes Tages etwas verfchwinbet 800,000 Liter Wasser werben innerhalb einiger Stunben ber Menschheit zur Wohltat geopfert. Die Raschib-Straße ist bann ein unenblicher Korso, besten nichtabreißenbe Wagen» schlänge nur hin unb wieder ins Stoppen gerät, wenn Bausteine schleppende Esel die Fahrbahn kreuzen oder eine Kamelkarawane zu den Bazaren zieht. Die Fußgänger schieben sich in dichtem Ge­dränge vorwärts, zerlumpt und zerfetzt aussehende Zeitungsjungen schreien die arabischen Abendzeitun­gen mit greller Stimme aus, die gierig gekauft werden. Die offenen Kaffeehäuser füllen sich mit Zigaretten und Wasserpfeife rauchenden Männern. Ehrwürdig aussehende Beduinen mit scharfgeschnit­tenen, kühnen Gesichtern diskutieren mit modern gekleideten Arabern über Geschäfte und Politik Pa.lästina i st bas Tages-gespräch. Grell schreit ein Grammophon, ober Rabio arabische Ge­sänge bazwischen,. Fliegenbe Hänbler bieten Tep­piche an, und hoch von ben Minaretten hört man ben Rufer, ber bie Gläubigen ans Gebet mahnt.

Europäer sieht man im Menschengedränge wenig, denn fast überall in ben tropischen Länbern lebt ber Europäer als Herr etwas abgeschlossen und fährt nur schnell mit bem Wagen burch bie Menge, zu seinem Klub ober einem Fünf-Uhr-Tee. Allzu viele Europäer gibt es in Bagbab auch nicht, überroie» genb Englänber. Man merkt auf Schritt unb Tritt, baß ber Irak ein ft britisches Man» b a t war unb auch heute noch britische Einfluß­sphäre 'ift. Neben wenigen englischen Kaufleuten leben einige hunbert Englänber im Irak, bie größ­tenteils Angestellte ber Regierung sind, als Bera­ter in jebem Ministerium, Leitep ber Finanz­institute, Beamte ber Eisenbahn, Brückenbau-Inge­nieure, Bankbeamte unb bann noch augerbem hauptsächlich bie englische Fliegertruppe, bie dicht bei Bagdad ihr Lager hat. Einige dreißig Deut­schs, noch weniger Franzosen .und Amerikaner machen den restlichen Teil aus, alles übrige, das sich Europäer nennt ober so aussieht, ist meistens Armenier unb nicht zu vergessen Jube.

Die Europäer stellen eine verschwinbenb kleine Zahl bar, wenn man bebenft, daß Bagbab fast 300 000 Einwohner hat. Dreiviertel ber Bevölke­rung sinb Araber, glaubensmäßig schiitische und sunnitische Mohammedaner. Verschwindmb klein ist die Zahl der chaldäischen unb assyrischen Christen, von benen bie ersteren auch Araber sinb, bie letzteren nicht. Eine beträchtliche Anzahl, nämlich ca. 60 000 Einwohner, sinb Juden, bie als streng religiöse Kaste im Jubenviertel leben. Auch hier beherrschen sie, wie überall auf ber Welt, ben Hanbel unb bas FincmzWesen. Sie tun gut daran, politisch nicht hervorzutreten, wozu sie bis­her auch noch keinen Versuch gemacht haben, denn sie wissen genau, daß ber Araber bie Juben haßt unb sie nur solange dulbet, soweit sie ihm geschäft­lich Vorteile bringen unb sich als Gast im ßanbe fühlen. Mit Unruhe verfolgen die Juden die Vor­gänge in Palästina mit Aufmerksamkeit die Araber.

Kulturgut wird gerettet unb vor bem Nieberqanq bewahrt, neue gewaltige Bauten entstehen und" sinb Ausdruck bes impulsiven Lebens unserer Zeit.

Somit wanbelt sich von Jahr zu Jahr immer stär­ker unb einbringlicher bas Lebensgefühl des deut- jchen Menschen. Langsam aber immer klarer wird wieder der alte Instinkt für bas Echte und Auf­bauende geweckt. Wir wissen, baß wenn wir zum Ziel kommen wollen, wir unerbittlich unseren Kampf um bie Reinigung unb Reinerhaltung bes kulturellen Ausbrucks unseres Volkes burchführen müssen. Darum scheuen wir uns auch nicht, immer wieder in Schrift und Wort die hier und da austauchen- ben Mängel unb Schwächen zu geißeln unb stellen

Reise im Nahen Orient

Don unserem $. A Sch -Korrespondenten.

Erst bie politische Erneuerung unb ber >'chrittweise vorgetragene Durchbruch artg.e- bunbenen Denkens sammelte in letzter Minute alle gesunden Kräfte zum Wiberstand unb führte schließlich zur geistigen Befreiung bes beut- ch e n Menschen. Wir haben zwei Jahrtausenbe ' chlechter'Erfahrungen hinter uns unb sinb nunmehr mit aller Entschiedenheit entschlossen, restlos alles das auszumerzen, was unserem Kulturleben fremd >st Wir wollen ein neues, starkes, seines eigenen Lebens bewußtes Geschlecht heranbilden, das wieder stolz auf seine Kräfte sein kann. Darum haben wir Lins daran gemacht, wieder das alte Volksgut das alte Brauchtum zu fordern, wir haben in unseren Festen unb Feiern wieder einen Ausdruck unserer Art gefunden. Das Theater hat seinen steifen, ver- taubten weltfremden, nur einer, künstlerischen Ma- nierthett dienenden Ausdruck verloren und ist dem Volke wiedergeschenkt worden. Auf dem Gebiete des Filmes unb bes Rundfunks suchen wir neue Wege. Dazu war es notwendig, daß mit aller Strenge und 'Entschiedenheit dem Kulturabbau auf allen Gebieten jnferes reichen geistigen Lebens Einhalt geboten würbe. Wir haben bas Schrifttum gesäubert und neben nun daran, auch auf bem Gebiete ber bilben- ben Kunst nur bas Echte und Wettvolle herauszu- ftellen unb den wahren Künstler zu förbern. Fremb- -affiae werben ausqeschaltet unb an ihre Stelle roer« ben haUunqsberougte deutsche Menschen gestellt, die. Nachbarn.

tigen Lebens.

Jeder deutsche Volksgenosse soll Teil nehmen an diesem gemeinsamen großen Kampf, denn bas Er­gebnis biefes Kampfes ist ber Durchbruch eines artbewußten Menschentums. Wir gehen mit einem starken inneren Glauben an biefe Aufgabe heran. Wir vertrauen auf bie Kraft unserer Bewegung, bie schon burch so viele große Not ben Sieg erkämpft hat unb glauben, daß wjr mit ber kulturellen Er­neuerung Deutschlanbs nicht nur eine Befreiung des, deutschen Menschen einleiten, sondern darüber hinaus auch richtungweisend sind für das Leben

Bekenntnis zur politischen Kultur.

Don ^ar Heinz Rüöiger, ((Stab Lfiofenbeig)

Ein Volk, das so wie das deutsche mit einer un­vergleichlichen Willenstat sich selbst wiedergesun- 'den und alle niederbrückenden Fesseln beseitigt hat, hat damit vor ber Welt auch bie Verpflichtung über­nommen, nunmehr alle Werte unb Ausbruckssormen seiner Lebensgestaltung einer strengen Kritik zu unterziehen und seinem Wesen entsprechend auszu­richten. Diese Ausrichtung hat sich aus alle Ge­biete bes völkischen Daseins zu erstrecken, beim wir haben begonnen, bie Probleme unb Fragen unserer Zeit von einer neuen lebensgebundenen Warte her zu betrachten. Ein sehr wichtiger Teil bes Wesens eines Volkes liegt in ber Gestaltung feines kulturellen Lebens. Denn auf biesem Ge­biet zeigt sich für bie Zukunft, ob bie nationalsozia­listische Weltanschauung über bie Gegenwart hinaus kräftig und entwicklungsstark aus den seelischen Grundwerten des Volkes heraus entstanden ist. Hier zeigt es sich auch, ob ber beutsche Mensch den Appell an seine Charakterwerte wirklich ernsthaft ausgenommen hat und bereit ist, ihnen gemäß fein Leden einzurichten.

Kultur ist Ausdruck der Volksseele, In­begriff dessen, was die Gesamtheit und Charakter­größe eines Volkstums ausmacht. Die kulturelle 1 Einheit garantiert die geschlossene Ausrichtung einer Volksgemeinschaft und gibt somit einer echten Staatsführung bie Möglichkeit, eine starke von ben' Werten bes Volkes getragene Politik zu- führen. Lang erhaltenes Kulturgut bietet die Möglichkeit, die Eigenarten eines Volkstums zu fordern und fein Verhältnis zu den benachbarten Volkern auf einer natürlichen und gefunden Grundlage zu entdecken. In ber langen Geschichte bes beutschen Volkes seit ber Völkerwanderung bis heute hat bas Schicksal i den deutschen Menschen äußerst wechselooll von Höhe zu Tiefe, von Schwäche und Kraft geführt. Das hat sich nicht nur auf politischem Gebiet gezeigt, sondern auch das kulturelle Leben stark beeinflußt. Wüj sehen, daß zu Zeiten besonders großen poli­tischen Glücks ober ungeheuren politischen Nieder­ganges sich eine Flut geistiger Kräfte von anderen, 'unserer Art nicht entsprechenden Kulturwerten auf den geraden Charakter des deutschen Menschen ein- newirkt hat. Geistesgut aus Asien, südliche weichliche Formen beeindruckten den Lebensinhalt bes beut­schen Menschen, suchten Raum neben ben harten forbernben Kräften ber Heimat Es brang manches frembe Kulturgut auf biefe Weise ein und über­deckte mit seiner leichteren Lebensart und schwung­volleren farbenprächtigen Ausdrucksform bas in- -ftinktsichere und artbedingte Leben. Durch ben Ein­bruch fremden Geistesgutes, durch den steten Wech­slet, dem Auf und Ab der politischen Entwicklung, zi)em Hin und Her im kulturellen Denken wurde die Entwicklung und bie Ausbrucksform bes ureigenen «deutschen Denkens verzögert, ja zum Teil völlig oer- lhindert. Wie ein bunkler Strom burch bie lange «Geschichte unseres Volkes zjeht sich ber Einfluß min­derwertigen Geistesgutes auf bas deutsche Volk, be­ginnend mit der Rassenoerschmelzung im römischen ' Imperium, fortführend über die Weltherrschafts- . Ansprüche des politisierenden Pfaffentums, über die internationalen Weltoerbrüberungsibeen der fran­zösischen Revolution bis auf heute zum Irrsinn des Bolschewismus. Alle diese großen Kräfte wirk­ten schädlich auf die gesunde Entwicklung unseres Volkes aus. Als Folge artfremden Denkens ent­standen die konfessionellen Kriege, wurde Deutsch­land in tausende kleiner Staaten zerstückelt, ver­wirrte es sich in bem Durcheinander bes liberalisti- schen Parteiwesens. Unb ber Bolschewismus unserer Tage versuchte mit allen Methoben, noch bie letzten Reste einer gesunden Kultur zu zerstören unb fanb auch auf bem Wege über Schrifttum, Theater, Funk und Film Eingang in das deutsche Volk.

DAF. und HL. rufen zum Weitkampf.

NSG. Der ©auobmann der Deut^schen Arbeitsfront Gau Hessen-Nassau und der Gebietsführer der HI. erlassen folgenden Aufruf:

Zum fünften Male rüstet die gesamte schaffend« Jugend zum Wettkampf um die berufliche Leistung. Die Pflicht zur beruflichen Leistungs­steigerung und zur freiwilligen Prü­fung des könnens ist der breiten Front der berufstätigen Jugend schon zur Selbstverständlich­keit geworden. Sie will damit ihr Teil zum Ge­lingen der großen Aufbauarbeit im nationalsozia­listischen Stc/at beitragen und selbstlos ihre ganzen Kräfte und Fähigkeiten in den Dienst des Vier­jahresplanes stellen. Zum ersten Male wird der 5. Reichsberufswettkampf a u f alle schaffen­den Deutschen ausgedehnt. Die Gehilfen. Gesellen und Meister, kurzum alle Fach- und Qualitätsarbeiter in Industrie, handel, Gewerbe und Handwerk sollen an diesem Leistungs- kampf teilnehmen. Die Hitler-Iugend und die Deutsche Arbeitsfront, die sich gemeinsam zur Ge­staltung des großen Werkes zusammengefunden haben, erwarten die re st lose Teilnahme aller schaffenden Deutschen aus dem Gau Hessen-Nassau zum Verufswettkampf.

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