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fangen durchgeführt. Die Leibstandarte Adolf Hitler richtete in ihrer Kaserne in Lichterfelde auf dem weiten Exerzierplatz die Tische, und die Wehrmacht ließ es sich nicht nehmen, mit mehre­ren Feldküchen aufzufahren.

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In der Hauptstadt der Bewegung vereinigten sich Männer der Partei und ihrer Gliederungen, der Behörden, der Wehrmacht usw. mit tausend von der NSV. und der NS.-Frauenschaft Betreu­ten zur Eröffnungsfeier des Winterhilfswerkes im Saal des Bürgerbräukellers. Die Veranstaltung erhielt eine besondere Note durch die Anwesenheit des Stellvertreters des Führers. Der Gauamtsleiter der NSV. Dr. Jaeger wies darauf hin, daß der Traditionsgau schon seit Jahren als erster deutscher Gau regelmäßig das Eintopfessen mit Betreuten und Spendern gemeinsam durch­führe, um in diesem geschichtlichen Raum symbo­lisch für alle die Not- und Brotgemeinschaft des deutschen Volkes zum Ausdruck zu bringen.

<5ir Oswald Mosley schwer verletzt.

London, 10. Oktober. (DNB.) Während einer Straßenversammlung in Liverpool, auf der Sir Oswald M o s l e y , der Führer der bri­tischen Faschisten, sprechen sollte, wurde dieser in dem Augenblick, als er einen Lautsprecherwagen be­stieg, um zu der Versammlung zu sprechen, von einem Stein am Kopf so schwer verletzt, daß er in ein Krankenhaus übergeführt werden mußte. Nach einem Bericht des behandelnden Arztes hat Mosley eine Gehirnerschütterung und eine offene Kopfwunde davongetragen, doch gebe sein Zustand im Augenblick zu Besorgnissen keinen Anlaß.

Kleine politische Nachrichten.

Dyr deutsche AvisoGrille", an dessen Bord sich Reichskriegsminifter Generalfeldmarschall von Blomberg befindet, ist am Samstag vor Ma­deira angekommen.

Der Reichsstatthalter von Bayern, General Rit­te r v o n Epp, ist zu einem mehrtägigen Aufent­halt in Schweden eingetroffen. Der Reichsstatt­halter ist Jagdgast beim Grafen Stenbock auf der^fnsel Ornoe in den südlichen Schären von Stock­holm und bei B a r o n Beckfrisis auf Harg. Am 21. Oktober wird General von Epp einen Vortrag in der schwedisch-deutschen Vereinigung über die Ko­lonialfrage halten. Es ist auch ein Empfang beim König vorgesehen.

Der bisherige Kommandeur der 1. Panzer-Divi­sion, General d. Kav. Frhr. von Weichs, ist mit dem 12. Oktober zum Kommandierenden Gene­ral des XIII. Armeekorps in Nürnberg er­nannt worden

Die Relchsbewegung deutscher Chri - st en hat zum Mittwoch, 13. Oktober 1937, ihre Pfarrer zu einer Tagung nach Berlin zusammen­gerufen, auf der Pfarrer v. Petersmann (Bres­lau) und Pfarrer Schmidt (Neubabelsberg) spre­chen werden

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In Prag ist der Architekt Rutha, der in der SudetendeutschenPartei eine Rolle spielte, verhaftet worden. Nach einer Erklärung der tschechoslowakischen Behörden soll es sich nicht um politische Vergehen handeln. Im Zusammenhang damit ist eine große Reihe weiterer Verhaftungen erfolgt, die durchweg unpolitische Persönlichkeiten oder Gegner der Sudetendeutschen Partei betreffen.

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Der Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch und der Chef des Generalstaües der Luftwaffe, Generalleutnant Stump ff, wer­den Mitte Oktober einer Einladung des Königlich Britischen Luftministeriums folgend, der König­lich Britischen Luftwaffe einen Besuch abstatten. In ihrer Begleitung befinden sich der Chef des Technischen Amtes Generalmajor Übet, Oberstleutnant Polte, Major des Generalstabs Nielsen und Major des Generalstabes K r e i p e. An dem Flug nach London nimmt der Königlich Britische Luftattache in Berlin, Oberst Don, teil.

Gießener Gtadttheater.

Paul Berhoeven und Toni Impekoven: Das kleine Hofkonzert."

Die biedermeierlich-kleinstädtische, etwas roman­tische, leise humorige und ein wenig verschrobene Welt, die wir aus den Szenen und Gestalten des Malers Carl Spitzweg kennen, gab die Stimmung und den Grundton für ein Stück, das etwa auf der Mitte zwischen Lustspiel und Operette liegt; die Verfasser, die beiden Frankfurter Schauspieler Toni Impekoven und Paul Verhoeoen, haben es ein Lustspiel mit Musik genannt und die drei Akte in zehn Bilder aufgeteilt, welche in der Tat mehr bildhaft als szenisch wirken, mehr aus der Stimmung als aus einer dramatischen Aktion.

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Die Handlung ist klein, ein flüchtiger Einfall, eine Episode, ein Intermezzo, musikalisch verbrämt. Eine junge Sängerin von der Münchener Oper kommt auf der Postkutschenreise in eine winzige Residenz; sie befindet sich zwar nicht, wie jener Doktor Ebener bei Paul Fechter, auf der zeitge­mäßen Fahrt nach der Ahnfrau, aber pikanterweise auf der Suche nach ihrem Vater, den sie nicht ge­kannt hat, und sie ist auf der richtigen Spur, denn ihre Mutter hat seinerzeit zu dem Serenissimus, der hier regiert, in zärtlichen Beziehungen gestan­den allerdings unter einem Künstlernamen, was die Situation kompliziert und die Lösung verzögert: die Tochter wird zunächst recht ungnädig ausge­nommen, da die Moral der kleinen Stadt gegen sie rebelliert, und sogar, obwohl sich der Leutnant von der Stadtwache stürmisch und ritterlich für sie engagiert, des Landes verwiesen. Da aber in Sere­nissimi kleinem Hofkonzert die Sängerin plötzlich erkrankt und absagt, holt man die Fremde zurück, die nun nicht nur dem Landesvater Bescheid sagt, sondern auch einen Vater kriegt: erst einen erfun­denen, den armen Poeten in der Dachstube, dem sie zum Glück verhilft, dann den richtigen, der ja nun nichts Besseres tun kann, als seinem Leutnant den Heiratskonsens zu erteilen, um den der schon nicht mehr zu bitten wagte.

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Edmund N i ck hat eine Musik dazu geschrieben, die dem Charakter des Stückes entspricht und dem Zeitstil und Kostüm nicht übel angepaßt ist: bieder­meierhast, miniaturhast und spielerisch, eine sanfte, manchmal ein wenig gefühlvolle Begleitung zur höfischen Begebenheit. DasHeidenröslein" und die kleine Arie in der Dachstube, die später in der Er-

Italien lehnt Oreierbesprechnngen ab.

Oie italienische Antwort auf die Note Englands und Frankreichs zur Freiwillioen-^aqe.

London, 9. Ott. (DNB.) Der Wortlaut der letzten englisch-französischen Note an die italienische Regierung wird nun veröffentlicht. In der Note heißt cs: Die Regierungen Frankreichs und Großbritannienschaben mit Freuden festgestellt, daß als Ergebnis der Besprechungen, die in Paris zwischen den Flottensachverständigen stattgefunden haben, es nunmehr möglich war, die Abänderung des in Nyon unterzeichneten Abkommens dahin zu erwägen, daß die Teilnahme Italiens bei der Durchführung des Abkommens gesichert werden kann.

Die beiden Regierungen haben darüber hinaus mit Befriedigung die Versicherungen zur Kenntnis genommen, die Graf (£iano dem britischen Ge­schäftsträger in Rom gegeben hat und demzufolge gegenwärtig nicht die Absicht bestände, die Entsendung weiterer Freiwilliger nach Spanien zu gestatten. Sie haben ebenso Kenntnis genommen von der Erklärung, die der italienische Vertreter in Genf Mr. Delbos gegeben hat, wonach Italien nichtdie Absicht hat, auch nur die gering ft e Aenderung am terri­torialen Status von Spanien vorzu­nehmen; daß es keine Absichten auf die Balearischen Inseln hat und daß die In­tegrität des kontinentalen Gebietes und des Jnsel- gebietes Spaniens auf das strikteste geachtet wer­den müsse. Ihrerseits erneuern die beiden Regie­rungen gern die gleichen Zusicherungen gegenüber der italienischen Regierung. Sie wünschen weitere zu erklären, daß sie sich verpflichtet fühlen, die politische Unabhängigkeit Spaniens zu respektieren.

Die Regierungen Frankreichs und des Vereinig­ten Königreiches wünschen ernstlich, daß der Bür­gerkrieg in Spanien aufhören soll, eine Ursache in­ternationaler Beunruhigung und Verdächtigung zu sein und daß in diesem Teil Europas sich Zustände entwickeln sollen, welche es gestatten, anderswo Fortschritte der allgemeinen Befrie­dung zu machen. Aber sie sind überzeugt, daß keine beträchtliche Verbesserung in der Lage zu er­zielen ist, solange nicht weitere Maßnahmen ourch- geführt werden, um die Politik der Nichteinmischung durch die Zurückziehung der nichtspa­nischen Kampfteilnehmer wirksam zu ge­stalten. Solange eine große Anzahl von Ausländern auf beiden Seite Hilfsdienste leistet, ist die Gefahr schwerer internationaler Störungen vorhanden und wird unvermeidlich die Tendenz aufweisen, sich zu verstärken, wenn nicht zwingend eine wesentliche Anzahl zurückgezogen wird.

Der Londoner Ausschuß hat sich selbstver­ständlich mit diesem Programm bereits befaßt. Aber die Schwierigkeiten, auf die er gestoßen ist, haben

praktisch seine Aktion gelähmt, und es scheint, daß ein oorausgehendes lieber- einEommen zwischen den drei Mäch­ten notwendig ist, um die Schwierigkeiten zu überwinden. Die Ansicht der beiden Regierungen besteht darin, daß die Ausarbeitung eines solchen Abkommens ein wesentliches Element der freien und freundschaftlichen Besprechungen bilden sollte, zu welchem sie die italienische Regie­rung einlaben. So sehr auch die französische und die englische Regierung es wünschen, die Ver­pflichtungen aufrechterzuerhalten, die sie im Er­gebnis der internationalen Uebereinfommen über die Versorgung mit Waffen und Mannschaften Spaniens eingegangen sind, können sie sich doch

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nicht die Schwierigkeiten verhehlen, diese Bedin­gungen aufrechtzuerhalten, wenn nicht Schritte er­griffen werden, die die Politik der Nichteinmi­schung tatsächlich effektiv gestalteten.

Indem sie dieses Ziel ins Auge fassen, geben sich die französische Regierung und die Regierung Großbritanniens die Ehre, die italienische Regierung einzuladen, sich mit ihnen zu Besprechungen zu vereinigen, mit dem Ziel, wenn tnöglich, ein Uebereinfommen über Maßnahmen zu erzielen, welche diese Politik in die Tat um­setz e n sollen. Ihrer Ansicht nach würde ein sol­ches Uebereinfommen nicht nur ein wichtiger Bei­trag für die Besserung der politischen Lage sein, sondern, sobald einmal die Zurückziehung der Ausländer durchgeführt worden ist, würde die Frage der Zugestehung gewisser bedingter Rechte als Kriegführende an die beiden Par­teien in Spanien lösbar werden Die beiden Re­gierungen geben sich der ernsten Hoffnung hin, daß diese Besprechungen, auf die sie den größten Wert legen, sobald wie möglich ftattfinben sollten.

Ohne Deutschland keine Verhandlungen.

Oie italienische Regierung hält den Londoner Aichteinm schungsauöschuß für die geeignete Instanz zu weiteren Beratungen.

Rom, 9. Oft. (DNB.) Am Samstagabend wurde hier die italienische Antwort auf die englisch-französische Note in der Spanienfrage ver­öffentlicht. In der Note heißt es: Die faschistische Regierung nimmt gern von den Zusicherungen der französischen und der englischen Regierung' betref­fend die politische Unabhängigfeit Spaniens Kenntnis. Soweit sie selbst in Be­tracht fommt, braucht sie nicht an die auch in fei­erlicher Form und zu wiederholten Malen abge­gebenen Erklärungen über die politische Unabhän­gigkeit und folglich über die territoriale Unversehrt­heit des kontinentalen, des insularen und kolonia­len Spaniens zu erinnern. Die faschistische Regie­rung teilt völlig den Wunsch der französischen und der englischen Regierungen, daß die inneren Kämpfe Spaniens aushoren mögen,

Gegen st and von Verdächtigungen und Reibungen zwischen den anderen Natio­nen zu fein und wünschte, daß die Lage eine Ent­wicklung erfahre, die auch auf anderen Gebieten eine allgemeine Entspannung und Fort­schritte zu erzielen gestattet. Wie sie das immer in der Vergangenheit gemacht hat, ist sie auch jetzt bereit, mit dem denkbar besten Willen alle Mit- tel z u prüfen, die für geeignet erachtet wer­den, die Nichteinmifchungspolitik wirksam zu ge­stalten.

Die französische und die englische Regierung gibt unter den Faktoren dieser Politik der Frage der Freiwilligen und ihrer Zurückziehung besondere Bedeutung. Zur Präzisierung der einzelnen politischen Positio­

nen und der entsprechenden Verantwortlichkei­ten, nicht aber aus unzeitgemäßen Gründen der Polemik ist es opportun, daran zu erin­nern, daß gerade Italien zusammen mit Deutschland zuerst darauf gedrängt haben, daß die Entsendung von Freiwilligen verboten und später, daß ihre Zurück- ziehnna angeordnet werde. Die italie­nische Regierung nimmt für sich und die deut­sche Regierung die Initiative in Anspruch, daß diese Frage als eine der unerläßlichen Fak­toren jeglicher Richteinmischungspolitik in Er­wägung gezogen werden sollte. Die faschistische Regierung hat die Ehre, zu bestätigen, daß sie in der ganzen Richteinmischungsfrage an den gleichen Gedanken festhält.

Die französische und die englische Regierung schlägt in ihrer Verbalnote vorn 2. Oktober vor, daß zwischen den drei Regierungen Frankreichs, Englands und Italiens Besprechungen be­ginnen, um zu einem Uebereinfommen über die Maßnahmen zu gelangen, die eine Durchführung der Nichteinmischungspolitik gewährleisten fönnen. Die französische und die englische Regierung schla­gen dieses Verfahren in der Absicht vor, die im Londoner Nichteinmischungsausschuß zutage getre­tenen Schwierigfeiten zu umgehen. Die faschistische Regierung anerfennt den richtigen Wert des fran­zösischen und des englischen Vorschlages, bezwei­felt jedoch, daß die Schwierigkeiten, um die es sich handelt, auf dem Wege von Vereinbarungen oder durch die gegebenen Möglichkeiten der Proze­dur und vor allem durch den gemachten Vorschlag überwunden werden können. Sie lenkt die Aufmerk­samkeit der französischen und englischen Regierung auf die Tatsache, daß die zur Verhandlung stehen­den Fragen nicht nur einige Staaten an­gel) t, sondern im Gegenteil andere Staaten außer Frankreich, England und Italien unmit­telbar betrifft Außerdem dürfe man die Tat­sache nicht übersehen, daß ohne die Zustim­mung von Burgos und von Valencia keine Entscheidung zu praktischen Er­gebnissen führen konnte. Das um so mehr, wenn man die Haltung des Vertreters von Va­lencia berücksichtigt, der mit einem verfänglichen Vorwand in feiner Rede in Genf jede Möglichkeit der Entfernung der Freiwilligen ausgeschlossen hat, die in die Streitkräfte seiner Regierung einge- reiht worden sind.

3n Abwesenheit der anderen Staaten würden der vorgeschlagenen Erörterung unentbehrliche Faktoren für die Erzielung einer Vereinbarung j fehlen. Es ist die Ueberzeugung der faschistischen Regierung, däh die Annahme von auch nur präliminar anzuwendenden Verfahren außer­halb des Londoner Ausschusses und seiner Organe bei der gegenwärtigen Lage nicht dazu beitrag en könnte, die Möglichkeit von Mißverständnissen und Komplikationen zu vermindern, sondern im Gegenteil zu ver­mehren und zu einer Verzögerung statt zu einer Beschleunigung des Abschlusses einer all­gemeinen Vereinbarung führen würde, einer Vereinbarung, die die faschistische Regierung im höchsten Grade für notwendig erachtet. Die faschistische Regierung ist daher der Ansicht, daß es angezeigt ist, die Frage der Nichteinmischung im Londoner Ausschuß weiter zu behandeln. Die faschistische Regierung hat schließlich die Ehre mitzuteilen, daß sie auf keinen Fall an Besprechungen, Zusammen­künften oder Konferenzen teilnehmen wird, zu denen nicht auch die Reichsregierung formell eingeladen ist und bei denen

sie sich nicht unter den Teilnehmern befindet.

kennungsszene wiederholt wird, sind die gelungen­sten Stücke der Partitur.

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Die Regie Spielleitung: Herr Lindt hatte sich sichtlich von der Spitzweg-Welt anregen lassen. Herr Löffler hatte eine winklige Residenz aufgebaut und Zwischenakt-Szenerien im gleichen Stne auf den Schleiervorhang projiziert; so wirk­ten einzelne Szenen wie Ausschnitte oder lebende Bilder nach Motiven des Münchener Meisters: die Stadtwache, der arme Poet in der Dachstube, der Junggeselle, der Bücherwurm, der Liebesbrief. Ton­lage und Stimmung des Spieles hielten sich, diesem Rahmen entsprechend, auf der milden Mitte zwi­schen kauzigem Idyll und romantischer Gefühls­schwärmerei.

Der neue Kapellmeister der .Operette, Joachim P o pelka, scheint mit dem Orchester, das unter seiner Leitung sauber musizierte und die intimen Reize der Partitur vor allem in der die Umbauten überbrückenden Zwischenaktmusik zur Geltung brachte, bereits einen erfreulichen Kontakt gefunden zu haben.

Die neuverpflichtete erste Operettensängerin El­friede Grell stellte sich als Christine Holm in der einzigen musikalisch ergiebigen Rolle des Lustspiels vor. Sie sah im anmutigen Spitzweg-Kostüm schar­mant aus und spielte mit frischem Temperament, gesanglich angenehm gepflegt und sicher, mit einer warmen und besonders in der mittleren Lage fülli­gen Stimme. Das Heidenröschen-Duett im Schloß war eine ihrer hübschesten Szenen.

Erich Weiland fand sich aus der Sphäre des jungen Helden mit Geschick in die friedlicheren Be­zirke des musikalischen Lustspiels und gab den Leutnant mit ritterlichem Feuer und guter Haltung. Herr von Gschmeidler spielte die alte Durch­laucht, und zwar reizend, nicht als einfältigen Witz­blatt - Serenissimus, sondern mit einer gewissen, freundlich-ironischen Ueberlegenbeit, stellenweise fast herzlich. Die Figur des armen Poeten in der Dach­stube unter dem grünen Regenschirm gab Herrn Geiger Gelegenheit zu einer darstellerischen Miniaturmalerei, die sich beim späteren Auftritt im Schloß zu einer liebevoll ausgeführten Solo-Pan- tomime und einer Derwandlungsszene von fast romantischer Ironie ausweitete.

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In dem ansehnlichen Aufgebot an Personal wirk­ten eine Reihe von Figuren, meist episodischen Cha­rakters, wie aus dem großen Bilderbuche derSpitz- weg-Welt herausgeschnitten; so etwa der grotesk singende Kapellmeister des Herrn Lindt, Herr

V o l ck als der alte Bibliothekar auf der Leiter, Herr Frickhoeffer, der devot-vertrottelte Hof­marschall, Hans Paschen, der raunzende Kom­missionsrat aus der Postkutsche, Ernst Dittmar, der Oberst, Fritz Bohlig, der grobe WirtZum silbernen Mond". Eine hübsche, bewegte Szene hat­ten als obligates zweites Paar Anneliese Garbe und Karl-Heinz S e d l a k a. G.

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Die Neuigkeit wurde mit Heiterkeit und freund­lichem Beifall entgegengenommen. Hans Thyriot.

Kinder.

Don Hedwig Forstreuter.

Im Garten des Kurarztes spielen die Enkel­kinder. Blond be-ibe, mit gekraustem Haar und durchscheinender Haut das Mädchen, der Junge pausbäckig, dunkle Augen unter der runden Stirn.

Eine Linde hängt ihr Gezweig um den Winkel. Die Kleinen achten der Vorübergehenden am Zaune nicht, leben nur in ihrem kindlichen Tun. Zuerst wird die Puppe in eine Fußbank gebettet. Sie hat Sole gebadet und muß nun schlafen gehen, wie es Großvater feinen Patienten vorschreibt. Das kleine blonde Mädchen gibt sich ganz als sorgliche Mutter. Sie befiehlt mit feinem Sümmchen und trifft immer das rechte Wort für den kindlichen Untertan. Wille strahlt aus ihren blauen Augen. Jede Bewegung zeigt Zartheit und Umsicht. Sie deckt die Puppe mit Lindenblättern zu und wendet sich dann zu dem Bruder. Der kennt die Welt um zwei Jahre weniger als sie, steht muh auf recht zagen runden Beinen. Zutraulich unb ungeschickt läßt er alles mit sich beginnen, gleich einem jungen Tiere. Steigt in eine eingebildete Wonne, sitzt nieder­geduckt unter den festen Händen der Kleinen und darf sich endlich höchst energisch abreiben lassen.

Aber dann scheint seine Geduld erschöpft, er be­ginnt zu klettern, allen Ermahnungen zum Trotz, und stiehlt endlich von der weißen Bank das Leder­täschchen der Schwester. Sie will es ihm entwinden, er läuft fort. Ein paar Klapse trafen ihn. Aber der Weisung, nun brav zu sein, setzt er entschlossene Verneinung entgegen. Wieder Klapse und ein ge­linder Stoß an seine rundliche Seite. Er fällt, meint, müht sich wie ein krabbelnder Käfer, aufzu­stehen. Sie hilft ihm nicht. Mit unnachsichtlicher Strenge fragt sie nocheinmal, ob er lieb sein will. Und wendet sich bei dem Nein zürnend ab. Da schmilzt sein Trotz, er schluchzt Zustimmung. Nun wird sie ganz Verzeihung. Mit einem Ruck hilft sie

ihm empor, faßt seine Hand und neigt sich mütter­lich:Gib mirn Kuß!"

Willig kommt ihr das runde verweinte Buben­gesicht entgegen. Damit ist alles abgetan, und sie spielen weiter, fröhlich, ohne eine Erinnerung an ihren Streit.

Liegt nicht alles Geheimnis des Weibtums schon in dieser Kinderknospe verschlossen? In dem heißen Zürnen und Strafen, das beim Eingeständnis so­fort der tröstenden Liebe weicht? Dies mütterlich­gütige Wort, das den Kuß forderte, das liebevolle Vergessen! Vermögen wir Großen das so schnell zu gewähren? Und all unsere Zwiste und Note wiegen doch vor den Augen eines Höheren nicht mehr als so ein Kinderstreit im Spielwinkel, durch den Zaun gesehen. Warum nur fällt das so schwer, zu werden wie sie, die Jesus an sein Herz schloß?

Indianer als Künstler.

Man darf die Indianer nicht von unserem Standpunkt aus beurteilen man muß versuchen, sie von ihrem eigenen Standpunkt zu sehen. Sie sind künstlerisch hochveranlagte Menschen, die Män­ner wie auch die Frauen; wir können es an ihren Kostümen, Gebräuchen, Tänzen, Geräten und vor allem an ihrer poetischen Sprache beobachten. Oft erhalten sie von einem Besucher de? Reservation Hüte und Kleidungsstücke. Mit unglaublichem 23er- ständnis verzieren sie diese meist häßlichen und farb­losen Dinge in so geschickter Weise, daß man sie kaum wiedererkennt. Alles muß farbig sein. Die Lust für Farbigkeit ist wie bei allen Naturvölkern bei den Indianern auffallend ausgeprägt. Die künst­lerische Begabung zeigt sich auch in dem köstlichen Erzählertalent, das jedem Indianer eigen ist. Da keine Schriftsprache besteht, ist alles auf mündliche Überlieferung gebaut. Man staunt über die Ge­dächtnisschärfe und das klare Erinnerungsvermö­gen in den Erzählungen der älteren Indianer. Als Redner sind sie unübertrefflich und zeigen einen er­frischenden Sinn für Humor" So plaudert der Ma­ler Pros. Winold Reiß, Neuyork, im Oktoberheft von Delhagen & Klasings Monats­heften im AufsatzBei den Schwarzfußindianern"« zu dem er köstliche vielfarbige Bilder geliefert hat.

Hochschulnacbncdten

Professor Dr. Karl Willy Wagner, DrfHnarius für Schwingungslehre an der Technischen Hochschule Berlin, ist auf Grund des Paragraphen 6 des Berufsbeamtengesetzes in den Rude lt and versetzt worden.