Geschichten aus aller Welt.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Die gmgelaunren Elefanten.
(rt) Colombo.
In Hinterindien und in Ceylon stößt man immer wieder quf die Spuren, die Elefantenherden hinterließen, indem sie Bäume ausrissen und niederwarfen, mächtige Stämme fällten und alle möglichen Streiche verübten. Waren ein paar alte Elefanten Amok gelaufen? Hatten sie ihre Wut ausgetobt? Keineswegs! Man hat vielmehr festgestellt, daß die Elefanten gerade dann Bäume ausrupfen, wenn sie offenbar bester Laune sind. Ein alter Elefantenjäger, der aus seinem Hochsitz mehrfach Elefanten bei dieser „Arbeit" belauschte, berichtet, daß sie sorgsam einen recht schönen dicken Baum aussuchten und damit fertig werden wollen — erst versucht sich einer daran. Wird er allein nicht fertig, dann helfen die andern solange dabei mit, bis endlich auch der Baum dem Ansturm erliegt. Freudig erregt und zufrieden werfen die Elefanten dann ihren Rüssel hoch, trompeten laut, um auch hörbar ihrer Zufriedenheit Ausdruck zu verleihen und ziehen weiter — in den Dschungel hinein.
Kein Spuk mit Mumien!
(au) Kairo.
Es gibt abergläubische Menschen, die sich von der Ansicht nicht bekehren lassen, daß Mumien, die man in ihrer Ruhe störe, sich später einmal rächen. Man hat ganze Bücher über diesen Spuk geschrieben, für den es natürlich keinen greifbaren Beweis gibt. Nun wird ein Aegyptologe, A. M. Blackmann, sehr energisch, nachdem man ihn um seine Meinung in bezug auf Mumienspuk befragt hatte: „Alles Unsinn. Ich habe oft zehn Mumien in meinem Zimmer gehabt. Ich habe selbst Mumien unter meinem Bett stehen lassen. Und ich habe immer gut geschlafen. Uebrigens waren die Aegypter auch gar nicht so spuksüchtig zu ihrer Zeit. Sie haben kräftig getrunken und gesungen. Also lasse man auch ihre Toten mit Geistergeschichten in Frieden." Ter Briefträger „überbringt" zwei Küsse.
C. K. Reuyork.
Ein junger Kaufmann in Neuyork hatte dieser Tage, als der Geburtstag seiner angebeteten Braut, eines der hübschesten Mädchen von Atlantic City, herannahte, einen sonderbaren Einfall. Er schickte ein Telegramm an das Postamt der Stadt und bat darin den Briefträger, der es der Empfängerin überbringen würde, er möchte „auf seine Rechnung"
dem schönen jungen Mädchen zwei Küsse geben; als „Lohn" sollte er dafür einen Dollar erhalten. Die Zeitungen erfuhren von dieser Botschaft und berichteten darüber. Die Folgen kann man sich denken. In wenigen Tagen gab es einen Depeschensturm im Telegraphenamt von Atlantic City, in Hunderten von Telegrammen wurde derselbe Auftrag erteilt, auf den der Neuyorker verfallen war. Einige der Briefträger, die solche Aufträge erhielten, erlebten dabei so unerfreuliche Ueberraschungen, daß sie einen gemeinsamen Protest losließen und erklärten, lieber Mann für Mann aus dem Dienst zu scheiden, als sich noch weiter als Kußboten herzugeben. Man kann das verstehen, wenn man hört, daß ein Briefträger eine achtzigjährige Großmutter umarmen und küssen mußte, während ein anderer bei der Ausführung seines Auftrages in Lebensgefahr geriet, weil die Kußempfängerin die Gattin eines schwerreichen und äußerst eifersüchtigen Industriellen war. Die Dinge gediehen bald so weit, daß das Telegraphenamt von Atlantic City einen Runderlaß abgab, daß derartige Aufträge nicht mehr angenommen würden, sei es, weil die Briefträger angesichts der Gefahren fünf Dollar für jeden Kuß und sogar sechs, wenn die Empfängerin über 35- Jahre alt wäre, verlangten, sei es, weil es nicht ratsam erscheine, auch für die Absender, Personen, für deren moralische Eigenschaft man doch keine Garantie übernehmen könnte, mit derartig heiklen Aufträgen zu betrauen.
Kartenspiele mit Walzer.
(—) London.
In der Reading-Galerie in London hat man in diesen Tagen eine neue Ausstellung eröffnet. Sie ist entschieden originell und interessant und wohl auch erstmalig, denn man zeigt nichts anderes als Kartenspiele. Hier sieht man, wie bunt die Phantasie des Spielers ist, auch wie weit die Spielwut geht. Nämlich rund um die Welt. 7000 verschiedene Spielkarten-Arten aus allen Ländern der Welt hat man zusammengetragen. Ein gewisser John Morleys brauchte mehrere Jahre dazu, diese Spiele in Europa und Amerika zusammenzusuchen. Das älteste Spiel, das man hier aufweist, stammt aus dem Jahre 1640, ein anderes aus dem Jahre 1682. Hier sieht man die Könige und Königinnen mit den Gesichtszügen historischer Persönlichkeiten wiedergegeben. Damals war es auch Sitte, auf die Rückseite der Karten bestimmte Bilder zu setzen — fortlaufende Landschaften, Texte und schließlich sogar Noten. Aus dem 19. Jahrhundert stammt ein Wiener Kartenspiel, das auf der Rückseite einen Wiener
Walzer zeigt, wenn man die Karten fein neben« einanderlegt. Diese Sitte, etwas auf die Rückseite zu setzen, fiel erst weg, als man erfaßt hatte, daß jemand ein so gutes Gedächtnis haben kann, um aus dem Rückenschild zu ersehen, welche Karten der andere Spieler in der Hand hält — ein paar Walzertakte konnten ausreichen, um ihn gewinnen zu lassen...
Rasmussens „kleines Königreich".
(nt) Kopenhagen.
Die Oeffentlichkeit hat kaum Notiz davon genommen, daß Thule in einer Regierungserklärung in staatliche dänische Verwaltung genommen wurde. War denn das nicht schon längst der Fall? Und wenn dem nicht so war, dann handelte es sich wohl' um eine reine Formsache? Die Angelegenheit war etwas verwickelter: Thule war eine alte Entdeckung im nördlichen Grönland, auf die Dänemark anfangs gar nicht so großen Wert legte. So kam es auch, daß Knud Rasmussen diese, seine liebste Kolonie gewissermaßen, als sein eigenes Reich betrachtete. Er hatte sich mit der dänischen Regierung auch in dieser Hinsicht geeinigt; er kolonisierte hier in einer Art und Weise, die er im Interesse der Eskimos für gut hielt. Schließlich hatte er als Halbeskimo und glänzender Beherrscher der Eskimodialekte alles Anrecht darauf, hier und da seine eigene Meinung zu haben. Auf seinem Versuchsfeld setzte er sich durch. Und wirklich konnte er aus Thule eine gutgehende Handelsstation machen, in der 300 Eskimos in wenigen Jahren den Sprung aus der Stein- und Knochenzeit in die Eisenzeit machen konnten. Als er starb, übernahm einer seiner Freunde, ein Gerichtsrat, die Verwaltung des „Kleinen Königsreichs Knud Rasmussen". Doch es war klar, daß man nach Abzahlung der Dankesschuld an Rasmussen zu dessen Lebzeiten nun endgültig von Thule Besitz nehmen mußte. Das geschah denn auch in diesen Tagen. Aber in der Praxis wird sich wenig ändern in Thule — der nördlichsten Stadt Grönlands.
Zeit ist Geld — wer bestellt für mich?
(mb) Amsterdam.
Die Bedienung in einem Restaurant in Holland ist nicht schneller und nicht langsamer als anderswo. Aber die Gäste haben es offenbar selbst im gemütlichen Holland immer schwerer und eiliger. Diesen Schluß muß man wenigstens aus der Tatsache ziehen, von der ein bekannter holländischer Restaurateur berichtet: Bei ihm erscheinen mittags regelmäßig junge Leute, die auch zum eigentlichen holländischen großen Abendessen kommen, und bestellen eine recht kräftige Sache. Das dauert immer einige Zeit. Und wenn die Speisen dann aufgetragen werden, dann machen sie keine Anstalten zu
essen, sondern warten, bis einen Augenblick spater ein älterer Herr erscheint, zu dessem Umfang das bestellte Essen auch besser paßt. Die jungen Leute wünschen ihrem Chef, für den sie das Essen also bestellten, recht guten Appetit und ziehen sich dann selbst zurück. Sie sind somit nur die Sitz- und Bestellkunden, während der eigentliche Gast eUig erscheint, wenn schon serviert ist.
Die Butter im Omnibus.
(gh) Rom.
Es geht doch nichts über einen Richter, der eine Entscheidung zu fällen versteht, die allen, aber auch allen Teilen gerecht wird. Da war ein biederer italienischer Landmann mit einem Paket Butter im Omnibus nach Rom gefahren. Draußen war es heiß, im Omnibus war es heiß. Das Butterpgket hing neben den Sitzen. Und wie es dann so g§ht — zum Schluß hing nur noch ein trauriges Bündel Papier mit Schnur am Haken. Die Butter .jedoch war geschmolzen und verschiedenen Personen, die in der Nähe des Paketes saßen, den Rucken hinuntergelaufen. Erst hatten die Reisenden gedacht, es sei ihnen so warm. Doch als sie den wahren Tatbestand erkannt, verprügelten sie den Landmann mit dem leeren Butterpaket, bis die Polizei eingriff. Vor dem Richter erhob sich ein böser Lärm, dem der Richter dadurch ein Ende machte, daß er den Bauern zu Schadenersatz an die eingebutterten Fahrgäste, die Fahrgäste zu Schadenersatz an den Bauern wegen der Prügel und die Omnibusgesellschaft wegen schlechter Kühlung und Lüftung der Wagen zur Rückzahlung der Fahrgelder verdonnerte...
Als er wiederkam...
(ps) Wien.
Vor nunmehr zwanzig Jahren war der damalige Angehörige eines österreichischen Infanterie-Regiments Rudolf Drhovnik an der russischen Front in Kriegsgefangenschaft geraten. Vrhovnik wurde von den Russen nach Sibirien verschleppt. Als die bolschewistische Revolution ausbrach, war es ihm gelungen, über die Grenze nach China zu entkommen. Dort hatte er durch einen Zufall Arbeit bekommen, und so blieb er dort wohnen. Schließlich beschloß er, wieder nach Hause zurückzukehren. Dieser Tage traf er nun in seinem Heimatdorfe in der Nähe von Marburg an der Drau ein. Als er fein Elternhaus aufsuchen wollte, mußte er feststellen, daß seine Eltern und seine Geschwister nicht mehr lebten. Aber auch seine früheren Bekannten aus dem Dorfe, die er nun aufsuchte, wollten ihn nicht kennen. Diese Enttäuschung kränkte den späten Heimkehrer so sehr, daß er noch am selben Tage die Rückreise nach seiner zweiten Heimat, nach China, antrat.
Gießen (Großer Stein weg 13), den 10 September 1937.
Die Beerdigung findet in aller Stille statt
04513
Gießen, den 11. Seotember 1937
04504
C1 d
Ohne Gewahr
Nachdruck verboten
30. Ziehungstag
10. September 1937
Lollar, den 11. September 1937 •
Ln der heutigen Schluß-Ziehung wurden gezogen
5921 D
193912 203033
206790
die guten Präparate Bock, oder die auf
22615 136906 301886
22286 153984 247529 333169
Sicherlich von Elise
16346 129609 289137
16923 148653
234989 324863
65855 156654 388272
33713 177922 267385
337668
Am 9, September 1937, nachmittags 3 Uhr, starb nach langem, schwerem Leiden an den Folgen eines Unfalles mein lieber Mann, unser treusorgender Vater
! 196710
349495 364947
315903
Was lehll an! Ihrem Toilellenlisch ?
• Für das mitfühlende Gedenken beim Heimgange meiner teuren Gattin, unsrer unvergeßlichen Mutter sagen wir hierdurch herzlichsten Dank
Wilhelm Möller und Kinder
Die Beerdigung findet Montag, den 13. September, nachmittags 2 7< Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II
Gewinnauszug
5. Klasse 49. Preußisch-Süddeutsche (275. Preuß.) Klassen-Lotterie
2 Gewinne ,u 1000000 RM
4 Gewinne »u 3000 RM.
2 Gewinne ,u 2000 RM
30 Gewinne zu 1000 RM 96157 110358 122557
226778 228418 245787
46 Gewinne zu 500 RM 74016 89184 121961 208410 220916 228913 277892 282108 302209 386759 397084
Die Ziehung der 1. Klasse der 50. Preußisch- Süddeutschen (276. Preußischen» Klassen-Lotterie fmdet am 20. und 21. Oktober 1937 statt.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Else Fiebig.
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Nach langem Leiden entschlief heute unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater
Hermann Fiebig
im 76. Lebensjahre.
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Wilhelm Volk
im Alter von 49 Jahren
Die trauernden Hinterbliebenen:
Lina Volk, geb Drommershausen Elly, Helmut, Marianne
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