ein-
Kunst und Wissenschaft
>olke gab, auch der deutschen Frau volle Entfaltungsmöglichkeiten schuf. Diesen Dank wollen wir
täglich dadurch zum Ausdruck bringen, daß wir nicht nur gute Facharbeiterinnen im Haus ober im Beruf sind, sondern daß wir an jedem Platz, an dem wir stehen, in erster Linie Frauen sein wollen, die ein mütterliches Herz, geistige Weite unb praktische Lebensgestaltung in sich vereinen.
Oie Bibliothek als Fundbüro.
Bibliothekare haben es nicht leicht. Immer müssen sie barauf gefaßt sein, baß unbedenkliche Leser ihnen Seiten ober Bilder aus den Büchern reißen. Dann aber müssen sie aufpassen, daß vergeßliche Leser ihnen nicht Bücher mit allerlei unerwünschtem Inhalt zurückreichen. Einige der größeren Londoner Bibliotheken haben sich zu einer Art Fundbüro entwickeln müssen und haben in den ernstesten Büchern die komischsten Sachen entdeckt: Liebesbriefe, Haarnadeln, Spielkarten, Brillen, Haarschleifen, Scheren, Stopfwolle, Schecks, Postanweisungen, Kinokarten und Pfandscheine. Eine Hausfrau schoß den Vogel ab, indem sie als Lesezeichen eine Scheibe Schinken einlegte! Von einem Leser wurde ein lange gesuchtes Testament endlich unter dem Buchstaben T im Wörterbuch entdeckt.
Aus aller Welt.
Großfeuer in Klein-Krotzenburg.
In Klein-Krotzenburg (Kreis Offenbach) ergriff ein Brand, dessen Entstehung noch nicht geklärt ist, die Anwesen des Schmiedemeisters Heinz und des Landwirts Schwab. Die Scheunen und Stallungen der beiden Anwesen standen bald in hellen Flammen, zumal die Feuerwehr infolge Wasser-
Minutenlanger Jubel der vielen tausend Frauen, die die Halle, die Tribüne und die Seitenränge dicht gedrängt füllten, grüßte dann den Führer, als er die Rednertribüne betrat. Er richtete zunächst herzliche Worte des Dankes an die Reichsfrauenführerin der NSDAP., Frau Scholtz ° Klink, der es gelungen sei, die größte Frauenorganisation der Welt aufzubauen, die nicht ein Gegenpol, sondern eine wundervolle Ergänzung zu den Kampforganisationen der Männer sei. Gebannt hingen aller Blicke am Führer, als er v o m Kind und den Grundlagen der Fami- I i e sprach. In aller Herzen drangen seine Worte, in denen tiefes menschliches Verständnis lag, seine Erkenntnis vom Weg des Lebens, der Ehe und der Familie. Der Führer, der die Kameradschaft seiner Kämpfer geschaffen hat, sprach hier mit großem Verstehen von der Kameradschaft im kleinsten Kreise, von der Kameradschaft in derEhe. Mit feinsinniger Ironie zeigte er die Schwächen von Mann und Frau auf, die es zu überwinden gelte. Dann klang wieder der Ernst des die Verantwortung tragenden Führers aus seinen Worten, als er von der Familie sprach und zeigte, wie in der Erfüllung dieser Verpflichtung der Sinn des ganzen nationalsozialistischen Kampfes liegt:
„Alles, was wir kun, tun wir letzten Endes für das Kind! Und wenn wir glauben, für uns und unsere Zeit zu sorgen, so ist der höchste Sinn unserer Arbeit und unseres Lebens doch nur der eine: das Leben unseres Volkes zu sichern. Das ist die größte und schönste Belohnung die es gibt. Jedes Mitglied der beiden Geschlechter kann hier seine Aufgaben erfüllen. Jeder Mann und jede Frau,
größte Hindernisse und Schwierigkeiten in den Weg legte und das in letzter Zeit schwere politische Unruhen erlebt hat. Die Unruhen sind wohl auch schuld daran gewesen, daß Dr. Filchner und sein Begleiter Haack trotz ihrer rein wissenschaftlichen Tätigkeit politisch verdächtigt und in Khotan in Haft genommen wurden. Das Schicksal des berühmten Gelehrten hat die deutsche Regierung mit größter Sorge erfüllt, und sie hat keine Mühe gescheut, die Befreiung Dr. F i l ch n e r s zu erreichen. Durch die Hilfe der Regierungen befreundeter Staaten ist es gelungen, General M a Ho-Schan davon zu überzeugen, daß dem deutschen Forschungsreisenden nichts ferner liege, als sich in innere Wirren van Singkiang einzumischen, sondern daß er nur den Wunsch habe, der Wissenschaft und dem menschlichen Fortschritt zu dienen. General Ma Ho-Schan habe zugesagt, daß er Dr. Filchner und Haack unter Bedeckung an die indische Grenze geleiten lassen werde.
Man muß sich vorstellen, daß sich Filchner auf einer Karawanenstraße auf dem Wege nach Indien befindet. Auf Kamelen oder chinesischen Ponnys ist in schwierigstem Gelände, das auf dem Kara-
(Reumanns <^cr3=^)ilfe unterstützt und regelt die flrbeitsFrafl Ohres Herzens. Heumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstofsen zusammengesetzt. »Zu haben in denklpotheken für R2IL 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat.
sie können unter diesem großen Gesichtspunkt auch ihrerseits mithelfen, nicht umsonst gelebt zu haben, sondern ihrem eigenen Leben einen höheren Sinn zu geben. Ganz gleichgültig wo sie stehen, ganz gleichgültig, wie sie im einzelnen ihr Lebenswerk vollbringen und ihrer Aufgabe genügen. Am Ende wird nach einer erfüllten Pflicht immer wieder das Bewußtsein die Belohnung geben, nicht umsonst für die vergängliche Zeit gearbeitet zu haben, sondern für eine spätere Nachwelt, für Generationen, die nach uns kommen und die genau so leben wollen, die nicht nur leiden, sondern genau so wie wir auch Freude, große und schöne Freude erleben werden."
Der Führer gedachte in herzlichen Worten der Aufgabe der deutschen Frau als Erzieherin der deutschen Jugend und damit Gestalterin der lebendigen Zukunft des deutschen Volkes unb stellte dann fest: „Die Männer werden bei uns erzogen zu einem harten Geschlecht. Die deutsche Frau kann das Bewußtsein besitzen, daß die kommenden Generationen der Manner den Frauen wirklich unb wahrhaftig Schutz unb Schilb sein werben. Die Männer aber können bie beglückende Gewißheit haben, baß bie beutschen Frauen der Zukunft ihnen mehr noch als je zuvor die treuesten Gefährtinnen ihres Lebens fein werden."
Mit einem Dank an die deutschen Frauen für ihre Arbeit unb ihre Opfer, die sie Jahr um Jahr der Nation bringen, schloß ber Führer unter nicht endenwollendem Beifall seine Ansprache.
mangels in den Löscharbeiten stark behindert war, Zwei Scheunen mit Erntevorräten unb verschiedene Stallungen wurden ein Raub der Flammen; das Vieh konnte gerettet werden. Personen sind nicht verletzt worden.
Die Zigarrenkiste als Sparkasse.
Einen bösen Reinfall mußte ein Mann in Lengerich erleben, dem eine im Keller aufbewahrte Zigarrenkiste als „Sparkasse" diente. In ihr bewahrte er über 1000 Mark auf. Als nun wieder Geld benöligt wurde, mußte der Mann mit Entsetzen feststellen, daß statt der schönen Scheine nur einige zernagte Papierfesten vorhanden waren. Er hatte bei der letzten Entnahme die Zigarrenkiste nicht fest verschlossen, so daß sich Mäuse an die Geldscheine herangemacht und diese zernagt hatten. Der Schaden beläuft sich auf über 600 Mark.
Neuschnee im Allgäu.
Nachdem es im Allgäu den ganzen Freitag über stark geregnet hatte, trat in der Nacht zum Samstag bis in die Tallagen hinunter Schneefall ein. Die Berge zeigen sich im weißen Winterkleid.
Schweres Grubenunglück in Japan.
Eine furchtbare Grubenexplosion ereignete sich in einem Kohlenbergwerk der Provinz Futuoka auf der südjapanischen Insel Kiuschiu. Zahlreiche Bergleute wurden in der Grube von der Explosion überrascht und verschüttet. Es wurden bereits über zehn Tote geborgen. An der Rettung der übrigen Verschütteten wird gezweifelt.
Muller, ober Fabrikbienst zur Entlastung unb Hrlaubsverschickung von Arbeilerinnen-Müttern. Sind alle diese Pflichten erfüllt, so erhält die Betreffenbe ein Lelstungsbuch des Deutschen Frauenwerks. Daß bei all diesem Einsatz die Fröhlichkeit und ein gesunder Sport nicht zu kurz kommen, ist für uns eine Selbstverständlichkeit, denn nur frohe Menschen können in dieser Weise dienen.
Neben den 11 Vz Millionen erwerbstätigen Frauen stehen allein in verantwortlichen Führerstellen Der Frauenarbeit 100 000 Frauen als Gau- und Kreisfrauenschaftsleiterinnen, als Gau- und Kreis- frauenwalterinnen der DAF. sowie als Ortsfrauen-
Ood)fcbulnacbrid)fen.
Nach längerem Leiden ist einer der bekanntesten deutschen Pharmakologen, der ehemalige Direktor des pharmakologischen Instituts der Universität Marburg, Dr. med. et phiL, Dr. med. dent. h. c., Professor August Oürber, gestorben. Der Verblichene, ein geborener Schweizer, kam 1908 nach Marburg, nachdem er in Würzburg als Privatdozent für physiologische Chemie tätig war. Er hat sich durch seine grundlegend wichtigen Arbeiten auf dem Gebiete der Chemie und der Physiologie der Eiweiß-Stoffe und des Blutes ein großes Verdienst erworben. Seine Untersuchung über die Salze des Blutes und über das Wesen der Blutarmut haben zu bedeutenden Forschungsergebnissen geführt. Als Pharmakologe hat Gürber wichtige Erkenntnisse gefördert und durch Erforschung bisher unbekannter Drogen den Heilschatz des Arztes erheblich bereichert. Auch der Zahnheilkunde erwies er durch feine Forschungen wertvolle Dienste, welche durch Ernennung zum Ehrendoktor der Zahnheilkunde ihre Anerkennung fanden. Große Verbreitung fand sein gemeinsam mit F. Schenk und Ditt- ler herausgegebener „Leitfaden der Physiologie des Menschen".
Alles war in ihr, was es an wirklichem und reinem Glück auf der Erde gibt, so der Morgengesang der Vögel, wie das Lächeln junger Mütter und Beethovens Symphonie an die Freude.
Ein Auto kam vorbei und hüllte ihn in eine Wolke von abendlich durchglühtem Staub. Und er verschwand in dieser goldenen Wolke, als stolpere er direkten Weges zum lieben Gott.
„Alles, was wir tun, tun wir für das Kind."
Oer Führer spricht zu den deutschen Frauen.
Scharfe Anspannung des Arbeitseinsatzes.
Nur noch eine halbe Million Arbeitslose.
Berlin, 10. Sept. (DNB.) Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung teilt folgendes mit:
Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen ist Ende August auf nahezu eine halbe Million gesunken. Von 6 014 000 gezählten Arbeitslosen Ende Januar 1933° ist ein Rest von 509 000 zurückgeblieben. SVz Millionen Arbeitslose sind seit der Machtübernahme im Laufe von 4V2 Jahren einer nutzbringenden Beschäftigung zugeführt worden. Die Zahl der Arbeitslosen, die am 31. August 1937 nur noch 509 000 betrug, ist im Vergleich zur Gesamtzahl der Arbeiter und Angestellten gering. Die Arbeitslosen machen 2,5 v. H. aller Arbeiter und Ange st eilten aus. Don den 509 000 Arbeitslosen insgesamt sind 166 000 Arbeitslose nicht mehr voll einsatzfähig. Daß die Zahl dieser beschränkt einsatzfähigen Arbeitslosen im Laufe des Jahres 1937 um 100 000 finken konnte, zeigt deutlich, wie angespannt der Arbeitseinsatz ist. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit betrug im August rund 54 000. An dem Rückgang waren alle Landesar- beitsamtsbezirke beteiligt.
Mlschüng von den Japanern genommen.
Tokio, 11. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die japanische Nachrichtenagentur Domei meldet, daß die japanischen Truppen in der letzten Nacht
gestenreiche Konversation; man fühlt deutlich, daß es nicht nur die Suppe ist, sondern mehr noch die freundschaftliche Beziehung, ein bißchen Aussprache, ein bißchen Menschennähe, die er sucht. Aber da versage ich gründlich! ...
Gott helfe mir, es zwickt und beißt mich überall, wenn ich Beppo nur sehe! Ein wandernder Flohzirkus, eine Altersversorgung für Läuse, eine Wanzensiedlung unter den denkbar besten Bedingungen, das ist Beppo! Und niemand wird behaupten wollen, daß er dufte. Also schlage ich immer baldigst einen Haken und ziehe mich in meine Weinlaube zuruck. Dann schlürft er feine Minestra ein ganz klein bißchen weniger vergnügt als vorher, will mir scheinen, beinahe mit einem kleinen Kummer in himmelblauen Junghundeaugen; es wirkt plötzlich so verlassen, das schmutzige, alte Kind.
Einen Augenblick empfinde ich dann ledesmal heftige Gewissensbisse, aber lange denke ich nicht Darüber nach, nicht über ihn und nicht über nud)- :Der Süden macht so tief gedankenlos; man legt sich m die Sonne unter die blauen Trauben, und das Leben ist wunderbar einfach. . ,
Aber nun kam er heute nachmittag wieder daher, der alte Vagabund; ich sah gleich, daß da etwas ver- ^^E/trat°sich mit soviel Feuer auf seine freigeistigen Sohlen, daß er bei jedem Schritte ^geschlagen wäre, wenn er nicht seinen Knotenstock gehabt hatte, er strahlte, er lachte über das ganze Gesicht, und ohne sich auch nur einen Augenblick zu besinnen, stellte er sich vor meine Laube und sprudelte sein ®«a?baTroar mir schon ein saubere- Glück! Sein alter Tippelbruder, der Paolo, soll wiederkommen, sicher genau ein solch verlauster Strolch rote er Der hatte sich vor zwei Jahren von ihm getrennt, um drüben im Mailändischen zu Achten, aber nun hatte er die fremden Landstraßen satt und wollte Zurück. Der Milchwagen hatte die große Kunde aus dritter Hand erhalten und mitgebracht; denn da Beppo das Lesen ebenso verlernt hatte wie Paolo das Schreiben, waren sie auf mündliche Ueberlieferun- 6Db°id^be'n n’nun auch recht verstanden Hobe, frust mich der Beppo ein ums andere mal und zupfte bei |eöem Wort nachdrücklich an meinem Älleib - Paolo würde wieder kommen, Paolo! Und zu ihm, dem Beppo, würde er kommen, Madonna!
Ich sah mir den strahlenden Beppo an, dieses arme Wrack von einem Menschen und ersten Male beariff ich das ganze Maß seiner Einsamkeit. Allerdings begriff ich auch, daß ich ihm Tag für 7aa Steine statt Brot gegeben hatte und das war $ben keine hübsche Erkenntnis, wahrend er unent-
die Stadt Matschang südlich von Tientsin besetzt hätten. . r
Die Stadt wurde von etwa 30 000 Chinesen verteidigt, Teilen der 29. Armee, die durch Truppen der Zentralregierung verstärkt waren. Ausländische Militärsachverständige bezeichnen Matschang als einen strategisch außerordentlich wichtigen Platz, da es den Zusammenfluß des Taku - und des Kaiser-Kanals beherrscht und die letzte natürliche Stellung nördlich des chinesischen Hauptguartiers Tschangtschou darstellt. Außerdem wird Matschang im Osten durch die sumpfigen Seelandschaften zwischen Tiensin und Paotingfu geschützt, in denen man die chinesischen Hauptoerteidigungslimen vermutet.
korum-Paß die 4000-Meter-Grenze überschreitet, eine Gesamtstrecke von etwa 750 Kilometer zurückzulegen. Filchner wird etwa einen Monat für diese Reise brauchen, sofern nicht Unvorhergesehenes eintritt. Die Reichsregierung hat Vorsorge Getroffen, daß Dr. Filchner bei seinem Eintreffen in Indien sofort die Nachricht von der hohen Ehre erhält. Am 13. dieses Monats wird Dr. Filchner feinen 6 0. Geburtstag begehen. Es wäre eine Freude, wenn der Forscher die Nachricht von der ihm zuteil gewordenen Auszeichnung noch bis zu diesem Tage erreichte.
Or. Wilhelm Filchners derzeitiger Aufenthalt unbekannt.
Berlin, 10. Sept. (DNB.) Gleich nach der Verkündung des Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft hat sich Reichsminister Dr. Goebbels bemüht, den augenblicklichen Aufenthaltsort des deutschen Forschungsreifenden Dr. Wilhelm Filchner ausfindig zu machen, um ihm die Mitteilung von der Ehrung durch den Führer zukommen zu lassen. Das ist bis zur Stunde noch nicht gelungen. Auf Bitten der Reichsregierung hat sich die englische Regierung liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt, dem Nationalpreisträger, soweit englische Behörden mit ihm in Verbindung kommen, Diese freudige Mitteilung zu machen.
Filchner trat feine 6. E x p e d i t i o n s r e i s e nach Zentralasien Mitte Juli 1934 an. Er begab sich zunächst nach Britisch-Jndien, um dort magnetische Messungen durchzuführen und dann nach China. Von Schanghai aus stieß er ins Innere vor, um seine Forschungen in Singkiang fort» fortzusetzen. Bei der Expedition drang er in em Gebiet vor, daß der wisienschaftlichen Erforschung
schastsleiterinnen unb Ortsfrauenwalterinnen ober als Führerinnen von Verbänden. Es dürfte nicht leicht sein, uns ein anderes Land zu nennen, in dem ein derartiger umfangreicher Einsatz der Frauen besteht. Die Frauen Des nationalsozialistischen Deutschlands haben allen Grund, dem Führer wiederum zu danken, daß er dun' heitliche Willensrichtung, die er unserem
Der alte Landstreicher.
Don Sofie von Llhde.
Jeden Mittag, wenn die Landstraße vor Staub und Hitze flimmert, kommt er dahergestrolcht, der alte Vatzabund, der Beppo, ein ganz erstklassiges Exemplar seiner Gattung, das muh man sagen!
Seine Jacke ist eine wunderbare Mischung aus Löchern und Flicken, seine Hose zeigt die großmütigsten Triangeln, überall an seinem Gewände schaut die braune Haut heraus, aber das hat ja weiter nichts auf sich in diesem Sonnenlande. Die Sohlen feiner Schuhe haben sich vom Oberleder getrennt unb klappen bei jedem Schritt lustig vorn auf und zu. Da er ein wenig einwärts schlurft, tritt er sich beständig mit dem rechten Fuße auf die linke Sohle und umgekehrt, was seinen Gang nicht eben fluchtig und ein wenig torkelnd macht. Vielleicht trinkt er dazu auch noch gern ein Gläschen zu viel — na, Gott segne es ihm!
Sein Hut hat einmal bessere Tage gesehen. Er ist durchlöchert und von Schmutz überkrustet wie alles an dem alten Strolch, und dennoch hat er noch immer etwas von früherer Eleganz, das Hu chen, einen kleinen leichtfertigen P.^em gewisses Etwas das auch das heruntergewirtschafteftte Erzeugnis eines guten Hauses nie verläßt, bei Menschen roie bei Kleidungsstücken.
Unter diesem optimistischen Hütchen wuchert em ganz furchtbarer grauer Bart, Die retnftc Abruzzen- angelegenheit, ein. Urwald aus Stoppeln und Unsauberkeit. Aber aus dieser Wildnis schauen em kugelrundes, rotes Näschen und zwei himmelblaue Kinderaugen wie Vergißmeinnicht aus einem Dorn- gestrüpp, Augen, wie junge Hunde sie haben, die alles gut und schön und vergnüglich finden. Dazu kommen noch ein wuchtiger Knotenstock und em höchst unsauberer Schnappsack — fertig ist Beppo und seine Habe! , r. , ,
Dieser Schatz von einem Landstreicher also stolpert jeden Mittag an der kleinen Osteria vorbei, in der ich unter einer von blauen Trauben schweren Laube sitze und meine Minestra verzehre. Es fällt ihm nicht ein, sich an den Zaun zu stellen, er legt sich vielmehr jen eits der Landstraße unter einen wilden Feigenbaum und blinzelt vergnügt au mir herüber. Dann will er seine Suppe haben und bekommt sie auch.
Er nimmt sie reizend entgegen, fidel und selbstverständlich, als sei das eben ganz in der Ordnung, Daß einem in diesem Sonnenlande eine Minestra m Den Mund wächst, und das ist es ja wohl auch. Er zupfk mich am Aermel und beginnt hinter feinem grauen Bartwald eine schwer verständliche, sprudelnde unD
roegt mit derselben schüchternen Hoffnung mir sein Vertrauen angeboten hatte. Nun, es ist kein Wort darüber zu verlieren, wer von uns beiden mehr gegeben hatte, — Teufel auch, das war eine beschämende Erkenntnis!
Aber Beppo sah nichts von meiner Betretenheit; er war vielmehr innig damit beschäftigt, mir die Vorzüge Paolos klar zu machen, jenes Paolo, der nicht nur zwei Paar Stiefel befaß, sondern auch eine Mundharmonika, auf der er in den Wirtschaften zum Tanze spielte, und zwar drei verschiedene Lieder! Fa cose stupende! sagte Beppo ein um das andere Mal und schüttelte vor Bewunderung mit dem Kopf — fa cose stupende!
Dieses Prachtstück von einem Paolo würde nun also wieder mit ihm wandern, er sollte sich nun nicht länger einsam und allein auf feine Sohlen treten, fanta Maria, das war nun vorbei!
Ich wagte nicht, das Festliche dieses Tages zu stören, indem ich Beppo feine Bettelfuppe anbot. So frug ich ihn denn ob er nicht ein Gläschen Vermouth mit mir trinken wolle auf die Ankunft feines Freundes. Er wurde feuerrot vor Glück und während ich ins Haus lief, um die Gläser zu holen, hörte ich ihn mit den Fingern schnalzen vor Entzücken, das große Kind.
Und dann stießen wir über den Gartenzaun miteinander an. Beppos gute Laune stieg bei jedem Schluck, seine Freude bekam etwas Grandioses, er erzählte wilde Geschichten aus seinem und Paolos Leben und zupfte mich bei jedem Satz nachdrücklichst am Kleide, um mich auch gebührend aufmerksam zu machen auf das, was er nun großartiges jagen würde. Guter Himmel, wenn uns einer zu- gesehen hätte! Der hätte sich ja was reizendes gedacht! Aber es sah uns keiner zu, da war nichts als Sonne und Gottesfrieden.
Er biß und zwickte mich wieder überall, aber das wird ja wohl hoffentlich nichts auf sich hoben. Ich tröste mich damit, daß meine Phantasie zuweilen etwas lebhaft ist. Jedenfalls ging es nicht an, diese geselligen Beziehungen wieder vor der Zeit ab- zubrechen, ich hatte allerhand gut zu machen an Beppo. Und Beppo hatte sich allerhand fortzureden von seinem alten, einsamen Kinderherzen.
Als er sich schließlich empfahl, nicht ohne die warme Versicherung, mir dieses Wunder von Paolo ehestens vorzustellen, war es schon abendlich. Ich sah ihm nach, wie er die Straße hinabstolperte, direkt in die sinkende Sonne hinein und sich feurig auf feine Sohlen trat. Einmal versuchte er feinen Knotenstvck zu schwingen vor herrlicher guter Laune und diese Bewegung — obgleich sie durchaus vorbei gelang und er dabei beinahe auf die Nase gefallen wäre — war über alle Begriffe erschütternd.
Die neue Neichsanteihe überzeichnet.
Bolle Zuteilung durch Ueberlassung von weiteren 15VMillionNM.gewährleistet.
Berlin, 10. Sept (DNB.) Die am 9. dieses Monats geschlossene Zeichnung auf die 4'/rpro;enti- gen auslosbaren Schahanweisungen des Deutschen Reiches von 1937, 3. Folge, hat ergeben, daß der zur Zeichnung aufgelegte Betrag von 600 Millionen Reichsmark erheblich überschritten worden ist. Hm die Zeichner, die mit einer vollen Zuteilung gerechnet und dies überwiegend bereits bei der Zeichnung zum Ausdruck gebracht haben, befriedigen zu können, ist das Reichsanleihekonsortium an das Reich wegen nachträglicher Heberlassung des mehrgezeichneten Betrages herangetreten. Das Reich hat, um den dringenden Anforderungen zu entsprechen, dem Reichsanleihekonsortium weitere 150 Millionen Reichsmark gleichartiger S ch a h a n w ei s u n - gen überlassen, hiernach kann im allgemeinen mit einer vollen Zuteilung der Zeichnungen gerechnet werden. Da 100 Millionen Reichsmark der gleichen Schahanweisungen bereits fest übernommen waren, erhöht sich der Gesamtbetrag der 4Vzpro- zentigen auslosbaren Schahanweisungen des Deutschen Reiches von 1937, 3. Folge, auf 8 5 0 Millionen Reichsmark.
herzLW
^euman^ e
v°>
ß«5®" not • «nsv-


