Ausgabe 
11.5.1937
 
Einzelbild herunterladen

f

UN- den durch den Malojapaß, auf dem der Inn entspringt, davon getrennten Bergell. Mit tiefen Schluchten und granitnen Abhängen bietet diese Berglandschaft einen wundervollen Anblick, der den Bergsteiger zu Höchstleistungen anspornt, um sich ganz diesem gigantischen Zauber hingegen zu kön­nen. Die vom Vortragenden mitHeorachten Auf­nahmen ließen die Schönheiten dieser Schweizer Berge mit ihren Schluchten und Graten, den Tä­lern und Bergrücken erkennen. Neben den Aufnah­men aus den Bergpartien des Bergells und der Bernina zeigte der Vortragende noch weitere Auf­nahmen aus dem Engadin. Der Sektionsleiter, Di­rektor Wrede, machte sich zum Dolmetsch der Empfindungen der Versammlung und sprach Pro­fessor Dr. Schliephake den Dank der Sektion aus.

Gießener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 11. Mai. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, XA kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10 H, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, % kg 15, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, gelbe Rüben 25 bis 30, neue, das Bündel 20, rote Rüben, Vi kg 10 bis 12, Spinat 25 bis 30, Römischkohl 12 bis 15, Spargel 40 bis 70, Unter­kohlrabi 8 bis 12, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 15, Merrettich 30 bis 60, Schwarz­wurzeln 25 bis 30, Rhabarber 12 bis 15, Kartoffeln, alte, kg 5 Pf., 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,80 bis 3,95 Mark, neue, Vi kg 18 bis 25 Pf., Aepfel, % kg

45, Zwetschenhonig 45, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 70 Pf., Salat 20 bis 30, Salatgurken 60 bis 70, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 15 bis 25, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, da^ Bündel 10 bis 15 Pf.

*

** Eine Siebzigjährige. Am heutigen Dienstag, 11. Mai, kann Frau Barbara D i ttma r, wohnhaft Schützenstraße 8, in körperlicher und gei­stiger Frische ihren 70. Geburtstag begehen. Die Jubilarin nimmt noch an allen Geschehnissen regen Anteil.

** 60 Jahre alt. Am kommenden Donners­tag, 13. Mai, wird der Inspektor des Botanischen Gartens in Gießen, Hermann Nessel, 60 Jahre alt. Herr Nessel stammt aus Rudolstadt in Thü­ringen. Dort machte er seine Lehrzeit durch und von dort aus führte ihn eine lange Reihe von Lehr- und Wanderjahren durch Deutschland, die Schweiz, nach Frankreich und England: 1900 bis 1901 bekleidete er zum erstenmal eine Stellung an einem deutschen Universitätsgarten (Tübingen), 1902 war er zum erstenmal am Berliner Universi­tätsgarten tätig, wohin er später zurückkehrte. In Paris war er 1903 bis 1904 am Museum Histoire naturel tätig; seine englische Zeit verbrachte er in Chingford. Seit 1. Oktober 1926 ist er mit der gärt­nerischen Leitung des Botanischen Gartens der Uni­versität Gießen betraut. Ueberall hat sich Hermann Nessel den Ruf eines Pflanzenkultivators von sel­tener Geschicklichkeit erworben. Seine Kenntnis der Gattung Lycopodium hat seinem Namen in der ganzen Welt Ansehen und Geltung eingetragen.

Das Emähningshilssiverk in Gießen beginnt.

Am Sonntag, 3 0. Mal, treffen am Vormit­tag die auswärtigen Kameraden mit Sonderzügen und mit den fahrplanmäßigen Zügen ein. Sie wer­den am Bahnhof einen würdigen Empfang finden und anschließend vom einem Ehrenzug des JR. 116 mit der Marschmusik durch die Stadt zur Volks- Halle geleitet werden. Die Kasernen stehen den Kameraden zur Besichtigung offen. Mittags von 12 bis 13.30 Uhr findet im Anschluß an die vorausgegangene Wiedersehensfeier in der Volks­halle gemeinschaftliches Mittagessen aus der Feld­küche statt. DerSchlag" kostet 50 Pfennig. Bis 13.30 Uhr muß das Essen, das in der Dolkshalle und im Schützenhaus aus der Feldküche verabreicht wird, beendet sein.

Ab 14 Uhr folgt auf dem Trieb an der Volks­halle eine große Wehrsport-Veranstal­tung des JR. 116, bei der das Regiment in 18 Nummern der Dortragsfolge eine außerordentlich vielseitige Uebersicht über die Pflege des Sports in der neuen Wehrmacht geben roirb. Für die Be­sucher der Veranstaltung werden rund 2000 Sitz­plätze an der Volkshalle, vor der Liebigshöhe und an der Grünberger Straße hergerichtet.

Konzert und Tanz in der Volkshalle werden den Ausklang des Tages und damit den Abschluß der gesamten Veranstaltung bilden.

Am Haupttage, Sonntag, 30. Mai, werden auf den Strecken LauterbachGießen und Frankfurt Gießen Sonderzüge für die auswärtigen Kameraden gefahren. Der Sonderzug von Lauter­bach her kommt um 8.30 Uhr in Gießen an, der Sonderzug aus Richtung Frankfurt trifft um 8.45 Uhr hier ein. Aus der Strecke GelnhausenGießen hat sich wegen zu geringer Voranmeldung ein Son­derzug leider nicht als durchführbar erwiesen, so daß die Kameraden aus den Orten an dieser Strecke

mit dem fahrplanmäßigen Zug um 9.25 Uhr an Gießen eintreffen werden.

Die Besichtigung der Kasernen am Sonntag wird von 10 Uhr ab erfolgen. Von dort aus begeben sich die Kameraden in die Dolkshalle zum kameradschaftlichen Beisammensein. Zur Bereitung des Feldküchen-Mittagessens setzt das Regiment 16 Feldküchen ein, in denen für rund 3 0 0 0 Mann das Mittagessen bereitet wird. Da, wie stets bei solchen Veranstaltungen, großes Inter­esse für den Feldkücbenschlag bestehen wird, emp­fiehlt sich die rechtzeitige Beschaffung der Eßkarten, da nur diejenigen Festteilneh­mer ihren Schlag aus der Feldküche erhalten kön­nen, die im Besitze einer Eßmarke sind. Wer nach dieser Richtung hin mit seiner Anmeldung zu spät kommt, wird leer ausgehen müssen.

Zur bequemen Beförderung der schwerkriegs­beschädigten Kameraden vom Bahnhof zur Volkshalle und zurück zum Bahnhof wird das Re­giment, wie auch bei früheren Gelegenheiten dieser Art, entsprechende Fahrzeuge zur Verfügung stel­len. Man hofft auch, daß aus den Reihen des NSKK. Kraftwagen für diese Aufgabe bereitgestellt werden. Interessant ist in diesem Zusammenhänge, daß selbst 91 Jahre alte Kameraden, beide Altoeteranen von 1870/71, ihr starkes Interesse an diesem 116er-Tag bekundet haben und gerne bei diesen Ereignissen dabei sein möchten. Es handelt sich um je einen 91 Jahre alten Veteran aus G i e ßen und aus Groß-Felda. Die beiden alten Soldaten sind den 116ern als Ehrengäste besonders herzlick willkommen.

Nach allen Vorarbeiten und der dabei zutage ge­tretenen Einsatzfreudigkeit zu urteilen, kann man heute schon, wenn der Wettergott der Veranstaltung aünstig gesinnt ist, mit einem vollen Gelingen der kameradschaftlichen Feiern rechnen.

Am Mittwoch, 12. Mai, wird mit der Sammlung der Küchenabfälle begonnen.

Das 116er-Treffen in Gießen

37. Fortsetzung.

und ein schmales, langes Wolkenschiff segelt geruh­sam darunter hin.

Immer neue Wunder, immer neue Schönheit findet Gisch auf ihrem Wege.

Als sie sich endlich zum Bahnhof zurückfindet, ist der Zug nach Eisenach schon lange abgefahren und der nächste fährt am anderen Morgen.

Sie ist ein wenig bestürzt, denn nun kommt sie zur Beerdigung nicht mehr zurecht.

Aber Tante Liesa wird ihr deswegen nicht böse sein. Sie weiß ja, wie es geschehen ift.

Da sucht sich Gisch ein Gasthaus, wo sie zur Nacht bleiben Fann.

Aus dem Marktplatz imGoldenen Löwen" gibt es ein Zimmer. Ach Gott, mit geblümten Bettbezü­gen, mit einer Kuckucksuhr und mit drolligen bun- ten Bildern an der Wand. Und eine Frau ist da, die muß immer lachen, und die sagt ihr, daß sie die Schuhe hinausstellen soll, der Hausknecht putzt sie dann, und ob das Fräulein morgen geweckt werden will.

Und dann liegt sie in diesem Bett, unter einem hohen Berg von Federn. Und dieses Bett riecht nach Sonne und Wind. Das Fenster ist offen und läßt die würzige Nachtluft herein.

Am Margen hört sie das Klopfen des Haus- knechtes ganz weicher. Sie sagtJa! Schon gut!" dreht sich mit einem wohligen Seufzer um und schläft weiter. Und verschläft den Frühzug.

Aber einmal schafft sie es doch, und dann erlebt sie eine Eisenbahnfahrt, die ist das Allerherrlichste, was ihr jemals widerfuhr, und sie dann in Eisenach ankommt, ist sie ganz taumelig vor Seligkeit.

Sie fragt sich nach dem Lutherplatz durch, und jcbermann gibt ihren fröhlichen Augen gerne Aus- Fünft.

Der Notar ist ein freundlicher, alter Herr mit einem riesigen Dollbart.

Was!" sagt er und schlägt sich aufs Knie.Sie fmö das Fräulein Karoline Amelung aus Berlin? So was Junges, Kleines!"

Gisch ist leicht gekränkt.Don wegen!" meint sie.

Der Notar lacht noch ein Weilchen vor sich hin, wahrend er die Nachlaßsache Schüßler-Hohenheim YervorFramt. Dann wird er ernst.

Dem Willen der Erblasserin entsprechend ist die Testamentseroff nung bereits erfolgt. Sie sind die Allemerbln. Ich lese Ihnen das Testament vor."

(Nachdruck verboten.) 24.

Nur noch Fnapp drei Wochen trennen uns von dem großen Treffen der einstigen 116er und ihrer Kameraden vom aFtiven Regiment mit den Gieße­ner DolFsgenossen bei dem großen 116er-Tref- fen am 29. und 30. Mai in Gießen. Seit Wochen ist von den Ausschüssen der Kameradschaft ehern. 116er Gießen eifrig Vorarbeit für diese große Veranstaltung geleistet worden. Das Ergebnis die­ser Tätigkeit wurde am gestrigen Montagabend in einer Besprechung des Gesamtausschusses zur Vor­bereitung des Treffens klar erkennbar, und es recht­fertigt die Erwartung, daß diese Veranstaltung der alten Soldaten und des aktiven Regiments einen besonderen Höhepunkt in unserer Stadt darstellen wird.

Das 116er-Treffen 1937 beginnt am Samstag, 29. Mai, um 18.30 Uhr mit einer Gefallenen- Ehrung am 116er - Denkmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz. An dieser Feier werden neben den Vertretern der Partei und der Behörden

mit der Stadt Gießen zur weiteren Verwertung abgeholt werden.

Hausfrauen! Durch die Tagespresse und durch die Aufrufe unserer Führung im Rahmen des Vierjahresplanes sind Sie alle darüber aufgeklärt, wie unendlich wichtig die restlose Sammlung und Erfassung dieser Küchenabfälle zur zusätzlichen Auf- mäftung von Schweinen für die Ernährung des deutschen Volkes ist.

werft daher keine der obengenannten Süchen- abfälle mehr fort, sondern sammelt sie für das deutsche Volk!

Es wird jedoch gebeten, flüssige Speisenreste, wie Suppe und Soßen, mit obigen Küchenabfällen nicht zu sammeln.

Und jetzt ans Werk!

Heil Hitler!

Kreisamtsleitung Wetterau der NSV.

HinierjedemGeNMNMßemLebendekstehen!"

Fördert die Kriegsgräberfürsorge! Neuer Kreisgruppenführer in Gießen.

Skandal um Dr.Vandergruen Vornan von Hans Hirthammer.

Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S.

Die Kreisgruppe Gießen des Dolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hielt am gestrigen Montagnachmittag im Stadthaus, Gartenstraße zu Gießen, eine Sitzung des Vorstandes und Beirats der Kreisgruppe ab, bei der es sich vor allem dar­um handelte, für die Kreisgruppe Gießen einen neuen Leiter zu bestellen.

Der bisherige Kreisgruppenführer, Landgerichts­rat T r ü m p e r t, hat aus Gesundheitsrücksichten be­reits vor einigen Monaten sein Amt als Kreisgruppen- ührer niedergelegt. Die Geschäfte wurden seitdem von dem stellv. Kreisgruppenführer, Universitäts- Bürodirektor Kinkel, geleitet. In der gestriaen Sitzung sprach Bürodirektor Kinkel dem von sei­nem Amte zurückgetretenen seitherigen Kreisgrup­penführer, Landgerichtsrat T r ü m p e r t, unter warmer Würdigung seiner langjährigen Arbeit und einer großen Verdienste um die Ziele der Deut» chen Kriegsgräberfürsorge herzlichen Dank und blei­bende Anerkennung aus. Landgerichtsrat Trüm- p e r t hob bei dieser Gelegenheit besonders die ver­dienstvolle Mitarbeit des ehrenamtlich tätigen Ge- chäftsführers, Verwaltungsinspektor Häuser, her­vor, durch dessen sorgsame und eifrige Mitarbeit die bisherige fruchtbare Tätigkeit der Gießener Kreisgruppe vor allem erst möglich geworden sei, und dem in besonderem Maße Dank und Anerken­nung gebühre.

Entsprechend den Wünschen der krelsgruppen- leilung und des Beirats hat sich Begierungs- bautet Gerlach vom staatlichen Hochbauamt in Gießen bereit erklärt, das Amt des Kreis­gruppenführers der Kreisgruppe Gießen anzu­nehmen und in Gemeinschaft mit den von ihm zur Weiterarbeit aufgeforderten bisherigen Bei­rut alle Kraft für die Aufgaben der Deutschen

Kriegsgräberfürsorge einzusehen.

MAGGISUPPEN

I enthalten alles, was zu einer guten Suppe gehört

MAGGP Suppen lind |m großen so sorgfältig hergestellt, wie auch die Haus- ein© wohMMne$ken<te5vpp© freitet, beuch t© n i

vor allem auch eine Ehrenkompanie unseres Inf.- Regiments 116 mit der Regimentsmusik und die Gießener Soldaten - Kameradschaften teilnehmen. Daß außerdem das Offizierkorps unserer Garnison bei dieser Gefallenen-Ehrung ebenfalls zur Stelle sein wird, ist natürlich eine Selbstverständlichkeit. Nach dieser Feier werden die aktiven und die alten 116er, ferner alle übrigen alten Soldaten mit der Regimentsmusik an der Spitze durch die Sonnen» straße über den Seltersweg und Hindenburg-Wall zur Dolkshalle marschieren.

In der Volkshalle findet abends großer Karne- radfchaftsabend mit einer reichhaltigen Dor­tragsfolge statt. Es sind dabei Ansprachen vorge­sehen, ferner instrumentale Darbietungen der Regi- mentsmufiF, Lieder eines 200 Mann starken Sol- datenkorps unseres Regiments, außerdem turne­rische Darbietungen mancherlei Art und der Große Zapfenstreich. Den Abschluß dieser Wiedersehens- feier wird Tanz in der Dolkshalle bilden.

Dann beginnt er ihr in singendem Tonfall Frau Schußlers letzte Verfügung vorzuleiern.

Ich nehme an, daß Sie eine Verwaltung ein» Jefeen werden. Es ist da der Geschäftsführer, Herr Griens, mit allem vertraut, der würde sich für den Posten des Verwalters bestens eignen. Ich kann ihn empfehlen. Wann wollen Sie nach Berlin zurück­reisen?" o

Sie irren, Herr Notar? Ich reise nach Hohen- heim und gedenke dort zu bleiben. Aus dem Ver­walterposten für Herrn Griens wird leider nichts werden.

Nicht Ihr Ernst! Mein kleines Fräulein, ich furchte, Sie stellen sich all das ein wenig zu ein­fach vor. °

Mal sehen!" sagt Gisch.Was habe ich noch zu erledigen, bis ich die Erbschaft antreten Fann?^

* ^[cr.®erIinßr!" Sie muß mehrere Papiere unterschreiben, muß dann aufs Amtsgericht muß aufs Grundbuchamt, dann wieder zum Amtsgericht und schließlich wieder zu ihm.

Wenn Sie aber wollen, kann alles auch meine Sekretärin erledigen. Nur auf das Amtsgericht mußten sie sich natürlich selber bemühen "

"Oh- ich gehe gern überall hin. Warum nicht? Alles selbst erledigen, ist immer das Beste."

,Hahaha!" So ein Racker! Na, vielleicht schafft sie es tatsächlich in Hohenheim!

Auch in Eisenach muß Gisch eine Nacht verbrin- aen. Es ließ sich doch nicht alles an einem Tag er- ledigen.

Aber am nächsten Mittag kann sie im Postauto chre Reise fortsetzen. Die Dokumente in ihrem Kaffer, ordnungsgemäß unterzeichnet und mit ge­wichtigen Stempeln versehen, geben ihr ein be­deutendes Maß von Selbstvertrauen.

Ihr gegenüber im Auto sitzt ein behagliches Ehe­paar aus Leipzig, das bei der ersten Gelegenheit em Gespräch beginnt.

Sie fahren wohl auch zur Sommerfrische zu Frau Schüßler nach Hohenheim?"

Diese Frage bringt Gisch auf einen geradezu hoch- taplerischen Gedanken.Zur Sommerfrische? Ja, a, natürlich, es soll so hübsch dort sein. Waren Sie chon mal Dort?"

Jeden Sommer fahren wir hin, nicht wahr?" Die Frau nickt.Aber jetzt ist ja die gute Frau Schüßler einem Schlaganfall erlegen. Sehr traurig!"

Gisch schaut mit großen Augen in die vorüber­gleitende Landschaft hinaus.

Die Wälder, über Höhen und Tiefen hingebrei- tet, wellig atmend im wehenden Wind, die Wiesen­gründe im besonnten Tal, der Flüsse fröhlicher Lauf, Feld und Rain, das zieht alles an ihr vorüber. Und ist die Heimat. Deutschland.

Kirchtürme und Bahnhöfe, und vielerlei buntes Gehäus, in das grüne und braune und goldene Leuchten der Erde hineingestellt, rotes Dachgewinkel, hinter Apfel- und Pflaumen- und Kirschbäumen sich versteckend, wie schön, wie beglückend ist das alles, ein Wunder...

Gisch hat nasse Augen, so glücklich ist sie. So befreit und erlöst.

Hier wird sie leben, arbeiten dürfen.

Irgendwo muß sie umsteigen und auf den An- fchluß warten. Aber sie kann nicht im Wartezim­mer sitzen. Dem Gefängnis der Großstadt ist sie entkommen, jetzt lockt die Weite, jetzt treibt die Sonne und die flimmernde Lust sie hinaus, bald hat sie die Hauser des Ortes hinter sich gelassen, dringt jauchzend ein in die lautlose grüne Dämme­rung eines Tannenwaldes.

Sie lauscht und Fann es nicht fassen: diese neuen ^OUl^' Quellenrauschen, Hämmern des Spechtes! Welch wunderbare Musik für einen, der immer nur das Hupen der Autos und das Quiet­schen der Straßenbahnen vernahm!

Gisch^erreicht die Lichtung und sinkt mit einem bellen Schrei bäuchlings ins Moos. Da sieht sie die kleine Welt, die Halme und die Ameisen und die Kaser, und alles ist wunderschön.

Sie dreht sich um und die blaue Schale des Himmels ist über ihr aufgehängt, so hoch und hell,

Ja, das tut uns wirklich leid. Wir fürchten auch, daß nun alles brunter und drüber gehen wird. Es gibt niemand, der so tüchtig wäre wie Frau Schußler. Woher kommt das Fräulein, wenn man fragen darf?"

Aus Berlin! Ich wollte erst meinen Urlaub an der Ostsee verbringen, aber eine Freundin hat mir jomel nomBerghof" vorgeschwärmt, daß ich mich entschloß, es dort mal zu versuchen."

Uebrigens werden wir gleich da sein!" stellt die Frau fest und beginnt nach ihrem Gepäck zu sehen.

Das Auto klimmt eine Anhöhe hinan, in mehre- un& eine merkwürdige Erregung

Und auf einmal, wie sie aus dem Fenster sieht, stellt sie fest, daß sie bas Bild da draußen kennt.

Da ist der weite, von Wäldern durchsetzte Tal­kessel mit dem hochgiebeligen Hause mittendrin, der auf Tante Liesas Ansichtskarte abgebflbet war. Zwar fehlt das Abendrot, aber die Wirklichkeit ist doch noch viel schöner als das Bild.

Ein Wegweiser am Straßenrand kündet an, daß man, wenn man den grün markierten Parkweg einschlage, nach viertelstündiger Wanderung am Ziel sein werde.

Nun kommen Sie, Fräuleinchen, hier geht es hinunter."

Es schließt sich noch ein beleibter Herr an, her eine dicke Aktenmappe unterm Arm trägt.

Nam-, Erich Tuff. Qmmobttien,

Gotha! Wollen mal ein bißchen schnuppern da un­ten. Vielleicht ist ein Geschäftchen zu machen. Mit der Ollen war ja nischt zu wollen, aber die neue Besitzerin eine Nichte der Frau Schüßler, wird den Wald- und Wiesenzauber bald über haben. Sie wird Afer Tage erwartet, na, Mister Tuff (er sagt Mf) ist bereits zur Stelle, bas Iungfräulein zu empfangen." 0

Das ist ja interessant!" sagt der Herr aus Leipzig und gähnt herausfordernd.

Tuff lächelt und wendet sich schließlich dem net- ten kleinen Fraulein zu.In solchen Dingen ift die Hauptsache Ausdauer, wissen Sie, mein Fräulein!"

"Wie meinen Sie bas, Ausdauer?"

''Na eben Ausdauer, hähähä!" lacht Mr. Tust geheimnisvoll.

________________(Fortsetzung folgt!)

Nach Beendigung der Vorarbeiten durch die Kreisamtsleitung der NSV. des Kreises Wetterau, in Verbindung mit den zuständigen Stellen der Stabt Gießen, werden nunmehr erftmaHg am Mitt- woch, 12. Mai, innerhalb der Stabt Gießen alle für das Ernährungshilfswerk in Frage tommenben Küchenabfälle gesammelt. Wir rufen daher die Gie- ßener Hausfrauen auf, alle anfallenden Küchen­abfälle:

Kartoffelabfälle, roh und gekocht, rohe Gemüse­abfälle. Salat, Obst. Brot und Backwarenreste.

sowie Knochen,

zu sammeln und vorerst in beliebigen Behältern (Holzkisten, Pappkartons, Eimern usw.), die sie in ihrem Haushalt vorrätig haben, am Mittwoch in die Hof- und Türeingänge zu stellen, wo sie im Laufe des Tages durch die NSV. in Verbindung

Saurat Gerlach hat sich in seinem früheren beruflichen Wirkungskreis in Worms bereits seit Jahren für die Ziele der Kriegsgräberfürsorge be­tätigt und dort in fruchtbarer Weise dem hohen Ziel dieser Arbeit gedient. Er bringt daher, nach übereinstimmender Ansicht der Mitglieder des Gie­ßener Kreisgruppenbeirats, alle Voraussetzungen für eine fruchtbare Arbeit an der Spitze der hie­sigen Kreisgruppe mit. Er übernahm das Amt vor­behaltlich der Bestätigung durch die übergeordnete Dienststelle, den Oberrheingau des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

3m Verlaufe der Sitzung wurde eindringlich be­tont. daß es Ehrenpflicht aller Volksgenosien gegenüber unseren Gefallenen sein muß, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge anzu­gehören und durch den Beitrag zu dieser Or­ganisation mitzuhelfen an der würdigen Her­richtung und Unterhaltung der letzten Ruhe­stätten unserer Gefallenen auf den einstigen Kriegsschauplätzen.

Die auf dem jüngsten Bundestag von dem Bundes- üfjrer des Volksbundes Deutsche Äriegsgräberfür» orae gegebene Parole:Hinter jedem Ge- allenen muß ein Lebender stehe n!" muß so wurde besonders hervorgehoben eine kategorische Verpflichtung für alle deutschen Män- ner und Frauen sein. Alle müssen wie immer daran denken, daß unsere Gefallenen ihr Leben hingegeben haben für das deutsche Volk und damit für jeden einzelnen von uns, und aus dieser Er­kenntnis müssen wir unsere Pflicht herleiten, zur würdigen Gestaltung und Pflege der Kriegergräber je nach den Kräften des einzelnen beizutragen.

Der Kreisgruppe Gießen gehören nach dem Stande vom 31. Dezember 1936 als korporative Mitglieder 58 Gemeinden des Kreises Gießen, ferner weitere 22 korporative Mitglieder, außer-

tott<

Lzglllppc fe s--'

on

deutscher Energie u oon alle"

!ln den 5

von lsch«"" lelearainin

Wie wir bei dem & machtsteile Idjnitlspunl zweiter St die 8.M R 116 i «n Komp stehender punkte be 5. Mchric O. 9 V

Am von (Sieben bei kämpse zun in einigen I öoch die B voller Erfo es spannen stehende Kc

Fünsk

400 Meter

Meter, D (Mtv.) 23

Drei!

200 Meter

1442,10;

Werft

1709,90 P hismerfen Meter, hc (Wob (Bf Mer (16

Fiinfkc 1881,70 Pu Ipmng mit

* »Ui d, *ihl6n

&