Veginnende Früyjahrsbelebung im Arbeitseinsatz
Vertin , 10. März. (DNB.) Nach der Reichsstatistik betrug die Zahl der Straßen-Verkehrs- unfälle im letzten Vierteljahr 1936 65 000, gegenüber 79 500 Unfällen im dritten Vierteljahr 1936. Sie ist somit um rund 18 vH. zurückgegangen. In der Zahl der Verkehrsunfallopser (getötete und verletzte Personen) stehen einer Zahl von 60 200 im dritten Vierteljahr 1936 39 500 Verkehrsunfallopfer im vierten Vierteljahr 1936 gegenüber. Diese erfreulichen Feststellungen erfahren insofern eine gewisse Einschränkung, als nach den Beobachtungen vom dritten zum vierten Vierteljahr eines jeden Jahres ein Verkehrsrückgang zu verzeichnen ist. Hoffentlich ist der festgestellte Unfallrückgang aber auch ein Anzeichen einer sich bessernden Derkehrsdisziplin. Em Vergleich mit dem Vorjahre zeigt ein Ansteigen der Verkehrsunfälle um 7 v. H. Demgegenüber ist der um rund 15 v. H. erhöhte Bestand an Kraftfahrzeugen in Rechnung zu setzen, so daß in Wirklichkeit die Verkehrsunfälle auch gegenüber 1935 erheblich zurückgegangen sind. Die Unfälle auf den Fernverkehrsstraßen haben sich um rund 14 v. H. erhöht. Diese Beobachtung führte zur Einrichtung der motorisierten Gendarmerie für die Verkehrsunfallbekämpfung auf den Landstraßen. Ihre Verstärkung ist beschleunigt worden und dürfte sich zum Nutzen der Verkehrsteilnehmer bald bemerkbar machen.
Erste Erfolge besserer Verkehrsdisziplm.
Berlin, 10. März. (DNB.) Noch dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung setzte trotz der überwiegend noch ungünstigen Witterung im Februar bereits der Umschwung vom winterlichen Höhepunkt der Arbeitslosigkeit zur beginnenden Frühjahrsentwicklung kräftig ein. Die Zahl der Arbeitslosen nahm um 243 000 ab und erreichte den Stand von 1 611 000. Im Vergleich zu Ende Februar 1936 hat sich die Arbeitslosenziffer um 904 000 vermindert. Die Entlastung vollzog sich hauptsächlich in den Saisonaußenberufen. Unter ihnen nahm das Baugewerbe eine beherrschende Stellung ein. Durch die Rückkehr in die unterbrochenen Äußenarbeiten und zum Teil durch zusätzlichen Arbeiterbedarf verminderte sich die Zahl der arbeitslosen Baufach- und Bauhilfsarbeiter um 122 000. Erheblichen Anteil an dem Rückgang der Arbeitslosigkeit hatte ferner mit dem Eintritt milderer Witterung, namentlich in den westlichen Bezirken, das Verkehrsgewerbe und die Industrie der Steine und Erden. Rund 50 000 ungelernte Arbeiter (ohne Bauhilfsarbeiter) kamen besonders in Außenarbeiten unter. Die Landwirtschaft besorgte sich frühzeitig für die Vorbereitungen zur Frühjahrsbestellung Arbeitskräfte. Aber auch eine Reihe der mehr konjunkturabhängigen Berufe trug zu der Entlastung im Arbeitseinsatz erheblich bei, so z. B. das B e - kleidungsgewerbe, das der Frühjahrssaison entgegengeht, das Holz- und Schnitzstoffgewerbe in den für die Bautätigkeit wichtigeren Berufszweigen, die weiterhin vollbeschäftigte Metall- und Maschinenindu- strie, der Bergbau und das Nahrungsund Genußmittelgewerbe. Die Landesarbeitsamtsbezirke Brandenburg (— 44 000), Mitteldeutschland (— 37 000), Nordmark (— 33 000), .Niedersachsen (— 30 000) und Sachsen (— 26 000) waren für Arbeitskräfte besonders aufnahmefähig.
Das Deutsche Reichslesebuch.
lieber die weitere Arbeit an dem ersten einheitlichen Deutschen Reichslesebuch für die Volksschulen wird in „Weltanschauung und Schule" mitgeteilt,
daß nach der bereits erfolgten Einführung des Bandes für das 5. und 6. Schuljahr und eines weiteren für das 2. Schuljahr der Band für das 3. und 4. Schuljahr soweit gefördert sei, daß er z u Ostern 1937 fertig sein soll. Der Band für das 7. und 8. Schuljahr soll ihm unmittelbar folgen. Ein Hauptteil enthält die nordischen Sagas und deutschen Sagen, die Märchen und Schwänke. An dem Heimatsteil haben überall die Heimatausschüsse mitgearbeitet. Das gesamte Material ist durch einen engen Reichsausschuß begutachtet und vom Reichser'ziehungsminister genehmigt worden.
Oaladier fordert Förderung des französischen Mittelstands.
Paris, 11. März. (DNB. Funkspruch.) Vor dem Vollzugsausschuß der Ratikalsozialen Partei sprach sich Kriegsminister D a l a d i e r in nicht mißzuver- stehender Weise gegen die extremistischen Tendenzen innerhalb der Volksfront aus. Im Interesse eines wirklichen sozialen Gleich- aewichts müßte sich der M i t t e l st a n d zu einer Vereinigung zusammenschließen. Die Partei werde die völlige politische Freiheit dieser neuen Vereinigung verteidigen, denn vom Wohlstand des Mittelstandes hänge der wirtschaftliche Wiederaufstieg Frankreichs ab. Innerhalb eines Jahres hätten die Preise in Frankreich um 36 v. H. angezogen. Es gebe nur eine Möglichkeit, das Land vor der drohenden Gefahr zu retten, und zwar die Ankurbelung der Wirtschaft auf allen Gebieten. Dadurch würden die Preise wieder fallen. Allerdings könne ein solches Unternehmen nur gelingen, wenn Ordnung und Friede im Lande herrschten.
Blutige Streikzwischenfätte auch in Algerien.
Paris, 11. März. (DNB. Funkspruch.) Kaum sind die Streiks in Südtunesien, die blutige Zwischenfälle auslösten, beendet, da treffen Meldungen aus A l g e r ie n über neue Unruhen ein. In Oued Jmbert, etwa 100 Kilometer von Oran entfernt, kam es zwischen streikenden Eingeborenen und Marokkanern, die in einem Steinbruch beschäftigt sind, zu heftigen Schlägereien. Die Eingeborenen steckten mehrere Scheunen in Brand. Abteilungen der Mobilgarde sind an den Unruheort entsandt worden. In der Gegend von Kouif, direkt an der tunesischen Grenze, versuchten Eingeborene die Abfahrt eines Erzgüterzuges unter Bewachung der Gendarmerie zu verhindern. Die Schutzwache wurde mit Steinen bombardiert, und mit Knüppeln angegriffen. 6 Schwerverletzte blieben auf dem Platz, darunter zwei Gendarmen.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer und Reichskanzler empfing den Gesandten Freiherrn von Weizsäcker, der sich nach einigen Monaten kommissarischer Tätigkeit im Auswärtigen Amt demnächst auf seinen Posten nach Bern zurückbechbt. Ferner empfing der Führer den Generalkonsul in Thorn, von Küchler, den Generalkonsul in Danzig, von Luckwald, sowie den Generalkonsul in Istanbul, Dr. Toepke.
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Der Führer und Reichskanzler empfing Prof. Guido Manacorda von der Universität Florenz, der in der Hochschule für Politik einen Vortrag über „Wefen und Kritik des Kommunismus" hielt. Prof. Manacorda wurde auch von Reichsminister Dr. Goebbels empfangen.
Anläßlich des 6 0. Geburtstages des Reichsund Preußischen Innenministers, Dr. Frick, hält Staatssekretär Dr. Pfundtner am Donnerstag, 11. März, in der Zeit von 19 Uhr bis 19.15 Uhr eine Ansprache über den Deutschlandsender.
Durch Gesetz vom 9. März 1937 hat die Reichsregierung die A m t s d a u e r der derzeitigen Mitglieder der Vertrauensräte ebenso wie im vorigen Jahr um ein weiteres Jahr, nämlich bis zum 30. April 1938, verlängert.
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In der Reichsführerschule Potsdam der HI. läuft in der Zeit vom 7. bis 13. März ein Ausleselager f ü r Erzieher an den Adolf-Hitler - S ch u l e n. Zu den Teilnehmern sprachen Reichsjugendführer von Schirach und der Reichssportführer von Tschammer und Osten. Dem Lager ist besondere Bedeutung zuzumessen, weil Lehrplan und Aufgaben der Adolf-Hitler- Schulen entscheidend auf die Persönlichkeit der in ihnen wirkenden Lehrer abgestellt sind.
Das französische Anleihegesetz wurde von der Kammer in der Fassung des Senats mit 47 4 gegen 39 Stimmen bei etwa 100 Stimmenthaltungen angenommen. Damit ist die Landesver- teidigungsanleihe verabschiedet.
Die holländische Zweite Kammer hat die D i e n st p f l i ch t in der Marine um sechs Monate verlängert. Die Dienstpflicht bei der K ü st e n v e r t e i d i g u n g wird um zwei Monate verlängert. Ferner wird beim Landheer die Zahl der Wiederholungsübungen auf drei erhöht.
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Durch königlichen Erlaß vorn 9. März wurde der italienische Botschafter in London, Dino Grandi, in den Grafen st and erhoben.
Kunst und Wissenschaft.
Der Führer im Deutschen Opernhaus.
Der Führer und Reichskanzler besuchte am Dienstagabend eine Ausführung des großen Balletts „Tanz um die Welt" im Deutschen Opernhaus in Berlin. Der Führer nahm zusammen mit Reichsminister Dr. Goebbels, Staatssekretär Funk und Generallndendant Rode in seiner Lage Platz und wurde bei seinem Erscheinen von dem vollbesetzten Haus begeistert begrüßt. In den Pausen und am Schluß der mit stärkstem Beifall aufgenommenen Aufführung gab das Publikum seiner Freude über das Erscheinen des Führers in herzlichen Kundgebungen Ausdruck.
Der holländische Dichter Albert verwey f.
In Noordwijk (Holland) ist der Dichter und Professor für niederländische Literatur Dr. Albert Verwey im 71. Lebensjahre gestorben. In Verwey verliert Holland seinen bedeutendsten modernen Lyriker, der drei Jahrzehnte lang mit Stephan George in Freundschaft und wechselseitig befruchtendem künstlerischem Austausch verbunden gewesen war.
Tagung der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft in Frankfurt.
Die diesjährige Tagung der D e u t s ch e n W e l t- wirtschaftlichen Gesellschaft findet vom 6. bis 14. Mai in Frankfurt a. M. statt. Der Präsident der Gesellschaft, Gouverneur i. R. Dr. Schnee, wird die Arbeitstagung eröffnen. Die Arbeitstagung sieht Begrüßungsansprachen des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger und des Oberbürgermeisters Staatsrat Dr. Krebs sowie Referate über „Lage und Aussichten der Weltwirtschaft" und „Das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet und seine Bedeutung für die Weltwirtschaft" vor. Referenten sind eine führende deutsche Persönlichkeit und A. D e t o e u f, Generaldirektor des Alstholm-Konzerns Paris, ferner Professor Dr. Carl Liier, Präsident der Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet, Leiter der Reichsgruppe Handel, Vorstandsmitglied der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft. In der großen öffentlichen Kundgebung sprechen über das Thema „Warum Weltwirtschaft?" Gouverneur i. R. Schnee und Generaldirektor A. D e t o e u f (Paris).
Jnlernalionaler Surzwellen-Kongretz in Dien.
Nach einer Mitteilung der „Fr. Ztg." aus Wien, wird dort vom 11.—17. Juli d.J. der I n t c r n a t i o- nale Kongreß für Kurzwellen in Physik, Biologie und Medizin stattfinden, in dessen Rahmen diese drei wissenschaftlichen Gebiete ausführlich behandelt werden sollen. Die Physiker sprechen über die Kurzwellen bzw. Ultrakurzwellen in den einzelnen Frequenzbereichen, und zwar über Erzeugung, Leitung, Ausbreitung, Reflexion, Brechung, Absorption, Meßverfahren und Jonosphärenforschung. Uederdies werden Vorträge auf chemischem, physikalisch-chemischem und technischphysikalischem Gebiet gehalten Die Biologen sprechen über die Einwirkung der Kurzwellen und Ultrakurzwellen auf Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere sowie auf Körpergewebe, Fermente und Enzyme; die Mediziner über Indikationen und Kontraindikationen zur therapeutischen Anwendung; Anwendungstechnik, Leistungsmessung, Entstörung medizinischer Apparate. Das Präsidium der medizinischen Abteilung ist Herrn Professor S ch l i e p • hake in Gießen übertragen worden.
Deutsche Expedition zum Jlanga parbat 1937.
Das Jahr 1937 steht für die deutschen Bergsteiger im Zeichen des fünften Angriffes auf den N a n g a Parbat, der als einer der dreizehn Achttausender des Himalaya im Westen aus dem Jndustal emporragt. Die Teilnehmer der diesjährigen Expedition werden am 11. April von Genua aus die Ausreise antreten. Leiter der Expedition ist der Münchener Geograph Dr. Karl Wien. Die übrigen Teilnehmer sind Peter Müllritter, der schon 1934 am Nanga Parbat war, ferner Adolf Gö11ner und Dr. Günther Hepp, die wie Dr. Wien im Vorjahr zur Gewöhnung den Sikkim- Himalaya besuchten und beachtliche bergsteigerische Erfolge erzielten. Weiter gehören der Münchener Martin Pfeffer und der Tiroler Pert Fank- Hauser als Bergsteiger dem Unternehmen an. Dr. Hartmann, der 1931 am Kautsch dabei war, und Prof. Dr. C. Troll, sowie Dr. Ulrich Lust, sämtlich aus Berlin, werden sich mit dem Leiter und Dr. Hepp in die wissenschaftlichen Aufgaben teilen. Ein großer Teil der Ausrüstung ist bereits im Vorjahre durch die Provinz Kaschmir in das Jndustal geschafft worden.
Don einem wildgewordenen Stier angesallen und getötet.
In Winningen (Mosel) wurde der Winzer und Gemeindestierhalter von einem Stier, der sich von der Kette gelöst hatte, zu Boden geworfen. Mit Aufbietung der letzten Kraft gelang es dem Manne, den Stier wieder zu beruhigen und an seinen Platz zu bringen. Hernach brach der Mann jedoch zusammen und ist im Krankenhaus an schweren inneren Verletzungen gestorben.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Im Bereiche eines durch die eingedrungene Kaltluft aufgebauten Zwischenhochs setzte auch bei uns im Verlaufe des Mittwoch Witterungsbesserung ein, die in der vergangenen Nacht Veranlassung zu verbreiteten Strahlungsfrösten gab. Inzwischen ist ein neuer, sehr kräftig entwickelter Atlantikwirbel nach Südengland vorgestoßen, der rasch neue Witterungsverschlechterung yerbeiführen wird.
Aussichten für Freitag: Nach verbreiteten Regenfällen wieder Uebergang zu Tauwetter, bei kräftigen, von Süd nach West drehenden Winden milder.
Aussichten für Samstag: Bei Luftzufuhr aus Süd bis West unbeständig, zu Nieder- fchlägen geneigt, ziemlich mild.
Lufttemperaturen am 10. März: mittags 5 Grad Celsius, abends —0,1 Grad; am 11. März: morgens — 0,2 Grad. Maximum 5,1 Grad, Minimum heute nacht —1,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. März: abends 2,5 Grad; am 11. März: morgens 1,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 0,1 Stunden.
Allendorf (Lahn), den 11. März 1937.
Die Beerdigung findet Freitag, den 12. März, nachmittags 2 Uhr statt.
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