mende Zahl der Parteien gekennzeichnet wird, beunruhigt aber die Freunde des Vaterlandes in sehr ernsthafter Weise. Sie fragen besorgt, ob nicht der edelste Kern unserer Eidgenossenschaft verloren oder zugrunde gehe, wenn das Volk innerlich aufgespal- tcn werde durch alle möglichen Gegensätze, namentlich aber durch entgegengesetzte oder unerfüllbare Begehren zur Sicherung der eigenen Existenz durch den Staat." In der Tat sucht gerade der Kampf gegen den Bolschewismus und Marxismus, der die schweizerische Oefsentlichkeit beherrscht, zum Grundübel aller Gefahren für die innere Geschlossenheit der Eidgenossenschaft vorzustoßen. Die verbrecherische Irrlehre vom Klassenkampf ist der rücksichtslose Widersacher der Volksgemeinschaft und die Vielzahl der sogenannten bürgerlichen Parteien lähmt die Widerstandskraft der nationalen Front. Sind also Worte zu hören, wie die aus dem eben erwähnten Vortrag in Zürich, so beleuchtet das aufschlußreich eine von der Armee ausgehende neue Entwicklung, die politisch von großer Tragweite sein kann.
Es entspricht der wehrpolitischen „geistigen Landesverteidigung", wenn vor allem die eidgenössische Jugend zu aktiver Mitarbeit herangezogen wird. Die Zürcher Offiziersgesellschaft stimmte einer Entschließung zu, in Der es u. a. heißt: „Die Allgemeine Offiziersgesellschaft von Zürich und Umgebung stellt die Forderung auf Einführung des obligatorischen militärischen Vorunterrichts, in welchem die staatsbürgerliche Erziehung zur Volksgemeinschaft Hand in Hand zu gehen hat mit der militärischen Vorbereitung. Dieser obligatorische Vorunterricht, parteilos und interkonfessionell, soll die Jünglinge im 18. und 19. Lebensjahre erfassen und die folgenden Ziele anstreben: Die erzieherische Beeinflussung des jungen Eidgenossen zur opferbereiten Gemeinschaft als Hauptziel; die körperliche Ertüchtigung und Ausbildung: die Schießtüchtigkeit mit dem Karabiner zum Zwecke der Entlastung der Rekrutenschulen: die Belehrung in der Heimatkunde. Das eidgenössische Militärdepartement prüft die Frage der obligatorischen vordienstlichen Ausbildung für die Schweizerjugend; es ist also beabsichtigt, den Grundsatz der allgemeinen Wehrpflicht auch auf die obligatorische Vorbereitung auf den Wehrdienst im nachschulpflichtigen Alter auszudehnen. 1937 soll erstmals versuchsweise ein freiwilliger fliegerischer Vorunterricht durchgesührt werden.
Bei der Beurteilung dieser Bestrebungen auf Erziehung der Heranwachsenden Generation zur geistigen und militärischen Wehrbereitschaft ist freilich zu beachten, daß die Frage der E x i st e n z s i ch e - rung des gegenwärtig demokratisch- föderalistischen Regimes stark hereinspielt. Um ein Beispiel anzuführen: Ende Januar 1937 wurde in Aarau eine „nationale Westraktion" zur Förderung der geistigen Wehrbereitschaft des Volkes und der körperlichen Ertüchtigung der Jugend gegründet. Hinter dieser Neugründung stehen die Jungliberalen, die Jungkonservativen, die Ferien- und Freizeitbewegung, der Verband Schweizerischer Studentenschaften, die Katholische Jungmannschaft, die Schweizerische Offiziersgesellschaft, die Neue Helvetische Gesellschaft, der Vaterländische Verband, der Schweizerische Unteroffiziersverband, der Schweizerische Kadettenverband und andere Organisationen. In der Aussprache wurde u. a. auf die unbedingte Pflicht hingewiesen, die Jugend zu einem schweizerischen Staatsbewußtsein zu erziehen: der Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft, Oberstdivisionär Bircher, hob die Wichtigkeit der Heranziehung der Jugend hervor, um auf diese Weise der „unheilvoll sich bemerkbar machenden Ueberalterung in der politischen Führung des Landes" zu entgehen. Andererseits darf nicht übersehen werden, daß gerade in den aufgeschlossenen Kreisen der Schweizerjugend immer mehr die Fragwürdigkeit eines Beginnens erkannt wird, überalterte Auffassungen und Einrichtungen aufrechterhalten und die Erbschaft des Liberalismus verlängern zu wollen. Keineswegs sind sie geneigt, sich zu jener „geistigen Landesverteidigung" zu bekennen, wie sie die vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund, der Schweizerischen Bauernheimatbewegung, der Vereinigung schweizerischer Angestelltenverbände, des Schweizerischen Verbandes evangelischer Arbeiter und Angestellten gegründete sogenannte „R i ch t l i n i e n - B e w e g u n g" in ihr Aktionsprogramm ausgenommen hat. Es handelt sich hier um ein getarntes, von den Sozialdemokraten und Kommunisten unterstütztes Volksfrontexperiment, das dem politischen Linkskurs in der Schweiz zum Siege verhelfen will. Für die Erziehung des Schweizervolkes zur geistigen Wehrbereitschaft sind die Marxisten und Bolschewisten nicht nur sehr unerwünschte Ratgeber, sondern geradezu Saboteure eines Erneuerungswerkes, das die besten Kräfte des Landes mobilisiert.
Die Schweiz geqen den Kommunismus.
Das eidgenössische Ordnungsgesetz.
Bern, 10. März. (DNB.) Der Schweiz. Ständerat begann mit der Behandlung des neuen eidgenössischen Ordnungsgesetzes. Bundesrat Baumann, der Leiter des Justiz-Departements, stellte fest, daß die bisher getroffenen Maßnahmen zum Schutz des Staates nicht ausreichend feien. Eine kleine rührige Minderheit suche durch Anwendung von Gewalt und anderen ungesetzlichen Mitteln, der demokratischen Mehrheit ihren Willen aufzuzwingen, die' Ordnung zu stören und die Schweiz in verhängnisvolle Verwicklungen mit dem Auslande zu bringen. Die an sich kleine schweizerische kommunistische Partei sei eine Sektion der Komintern und von der Moskauer Zentrale völlig abhängig, die weiterhin am Gedanken der Diktatur des Proletariats und an den revolutionären Methoden festhalte und die bolschewistische Lehre propagiere. Der Bundesrat erblicke deshalb in der Tätigkeit der schweizerischen kommunistischen Partei eine G e - fährdung der schweizerischen Demokratie. Diesen Gefahren zu begegnen, sei der Zweck der Vorlage. Im Gegensatz zur kommunistischen Partei sei ein Abhängigkeitsverhältnis zu einem auswärtigen Staat oder einer auswärtigen Partei . bei den rechts st ehenden Parteige'bil- den nicht festzustellen. Die bloße Uebereinstim- mung politischer Anschauungen sei noch keine Abhängigkeit.
Bolschewistischer Waffenschmuggel von der Schweiz nach Frankreich.
r $a5i5'r?h März. (DNB. Funkspruch.) Mit Hllfe der schweizerischen Polizei gelang es, einem großangelegten Waffenschmuggel an der französisch-schweizerischen Grenze auf die Spur zu kommen. Bei Lausanne wurde ein Kraftwagen abgefangen, der Maschinengewehre, Gewehre und Revolver sowie
Munition geladen hatte. Der Fahrer sagte aus, daß sein bolschewistischer Auftraggeber in Marseille sitze. Bisher konnten zwei Mitglieder der Waffen- schiebrbande in Marseille verhaftet werden. Einer der Verhafteten erklärte, daß er die geschmuggelten Waffen an die Bevölkerung von Marseille weiter verkauft habe. Dazu schreibt das „Echo de Paris", so versorge man also die aufrührerischen Elemente in Frankreich mit Waffen!
Die „Mar Gonfobhco" in einem nationalspanischen Hafen. Salamanca, 11. März. (H)NB. Funkspruch.) Nach Mitteilung der Marinekommandantur von El Ferrol ist das spanisch-bolschewistische Schiff „M a r Cantabrico", das unter englischer Flagge, getarnt mit dem englischen Namen „Ada" Waffen von Mexiko nach dem bolschewistischen Teil Spaniens bringen wollte, nicht bei der Beschießung durch nationale Schiffe untergegangen, sondern nach
Mussolini besucht Libyen.
Große italienische Zlottenübungen im Mittelmeer.
Rom, 10. März. (DNB.) Mittwoch nachmittag hat Mussolini, dem von der Bevölkerung lebhafte Kundgebungen bereitet wurden, in Begleitung der Minister L e s s o n a und A l f i e r i, sowie des Parteisekretärs S t a r a c e den Kriegshafen Gaeta an Bord des Kreuzers „Pola" verlassen, um sich nach Tobruk (Halbinsel Barka an der libyschen Nordküste) zu begeben. Für die italienischen Flottenmanöver ist folgender Plan vorgesehen: An der Küste von Sizilien werden sich zwei aus je sechs Kreuzern bestehende Geschwader begegnen, wobei taktische Manöver durchgeführt werden. Vor Tobruk wird das 1. Geschwader sich mit den Torpedobootsformationen vereinigen und nach der Landung des Duce mit dem 1. Geschwader nach Tripolis fahren, wo Flottenübungen u n - ter Teilnahme der kolonialen Luftstreitkräfte vorgesehen sind. Während der für den 22. März vorgesehenen Rückreise Mussolinis von Tripolis werden weitere Manöver stattfinden, bei denen auch U-Bootflottillen und Luftstreitkräfte eingesetzt werden. Nach Einweihung der 1900 Kilometer langen nordafrikanischen Kü st en st raße wird der Duce am 18. Marz die Internationale Mustermesse in Tripolis eröffnen.
„Giornale d'Jtalia" erklärt, es fei zweifelhaft richtig, diese Reise als eine stolze Kundgebung des imperialen Italien anzusehen. Libyen sei heute ein lebendiges Glied im System des italienischen Imperiums nicht nur, weil die unentwegte kolonisatorische Tätigkeit jährlich hunderten von Familien Siedlungsmöglichkeiten biete, sondern vor allem wegen der Aufgaben, die nach der Schaffung des Imperiums gelöst werden müßten. England und Frankreich hätten den seltsamen Wunsch, die genauen Absichten Italiens im Mittelmeer kennenzulernen, obwohl die italienische Außenpolitik doch kristallklar sei. Das Gentle-
Triumph über die Wüste.
Dem Besuche Mussolinis in Tripolitanien und der Cyrenaika kommt diesmal besondere Bedeutung zu. Als der Duce zum erstenmal 1926 Libyen besuchte, war zwar das eigentliche Tripolis fest in faschistischen Händen, aber die Cyrenaika befand sich in Aufruhr. Die arabischen Stämme, die einer Abart des Mohammedanismus, dem Senuismus anhängen, verteidigten sich erbittert, und erst in den nachfolgenden Jahren gelang es den Italienern, die Senussi,auch aus den einzelnen Oasen herauszuwerfen. Am 27. Januar 1930 wurde Murzuk, der wichtigste Karawanenknotenpunkt im Süden, genommen, kurz darauf wurde auch G a d und T u m m o erobert, die Italiener stießen bis an die französische Grenze vor und seit dieser Zeit hat Italien in Tripolitanien und der Cyrenaika, also in Libyen, seine hervorragende kolonisatorische Befähigung erwiesen.
Als es im Jahre 1911 zum Sprung auf die nordafrikanische Küste ansetzte, war zwar der Ehrgeiz vorhanden, Ersatz für das den Italienern von den Franzosen vor der Nase fortgeschnappte Tunis zu erhalten, aber der sich daraus entwickelnde Krieg zwischen Italien und dem Besitzer des Landes, der Türkei, war doch recht langwierig. Enver Bey raffte die Araber zusammen und führte einen erbitterten Kleinkrieg. Jedoch mußte die Türkei schließlich unter dem Druck des heraufziehenden Balkankrieges diese Gebiete an Italien abtreten, aber die Befriedung des neuen italienischen Kolonialbesitzes ließ lange auf sich warten. Erst mit dem Aufkommen des Faschismus in Italien wurden die Zügel straffer gezogen und das ganze Gebiet planmäßig unterworfen.
Die Tatkraft des Faschismus hat erreicht, daß die alten Städte der griechisch-römischen Kultur, C y - rene und Appollonia, wieder ausgegr.iben wurden. Die Geburtsstadt des Kaisers Septimius Severus, das römische Leptis M a g n a wurde durch italienische Archäologen mit seinem ganzen Zauber aus dem Sande herausgeschaufelt. Alte byzantinische Städte wie S a b r a t h a und To er a wurden uns wieder nahegebracht. Aber vor allem ist
Der jüdische Verleumduugsfeldzug in Ungarn zusammengebrochen.
Ministerpräsident Oaranyi nimmt scharf gegen die Gerüchtemacher Stellung.
Löschung des durch die ^Beschießung an Bord des Waffenschiffes entstandenen Feuers in einen n a - tionalen Hafen eingeschleppt. Die Ladung, die einen Wert von 40 Millionen Peseten hat, besteht aus 7 Flugzeugen, 50 Kanonen, 14 Millionen Dum- Dum-Geschossen (!), vielen Maschinengewehren und anderem Kriegsmaterial.
Oer nationalspanische Heeresbericht.
Salamanca, 11. März. (DNB. Funkspruch.) An der Nordwest-Flanke der Guadalayara-Front konnten die nationalen Truppen den Feind aus weiteren stark befestigten Stellungen werfen und eine Reihe von Ortschaften besetzen. Die Bolschewisten hatten über 400 Tote. Auch zahlreiche Gefangene wurden gemacht und Kriegsmaterial sowie eine Bolschewisten-Fahne erbeutet. Von der Südarmee wird die Eroberung von Villanueva del Duque gemeldet. Die Kampfhandlungen fanden zeitweise bei Hagelschlag, Schneefall und Sturm statt.
man-Agreement sei von Italien mit unbedingt ehrlichen Absichten unterzeichnet worden. Italien habe damit jegliche aggressiven oder reformatorischen Absichten ausgeschlossen. Die Aktion Italiens im Mittelmeer verfolge lediglich zwei Ziele: 1. Die Klarheit der Position und der Beziehungen zu sichern mit der Absicht, überall dort, wo diese Klarheit bestehe, zu einer Zusammenarbeit zu gelangen; 2. die Verteidigung der italienischen Interessen im Mittelmeer sicherzustellen, was durch den Ausbau der militärischen Kräfte und Flottenstützpunkte geschehe. Das Mittelmeer ist für Italien noch mehr als für andere Völker der Lebensnerv der Nation. Die Natur und die Geschichte habe das italienische Imperium unlösbar mit dem Mittelmeer verbunden. Die Reise des Duce nach Libyen diene daher dem Besuch eines Gebietsteiles des Imperiums, das an einem für Italien lebenswichtigen Meer liege, einem Meer, das aus Gründen der Selbstverteidigung von Italien kontrolliert werden müsse.
Die „Gazzetta del Popolo" wendet sich gegen die in England laut gewordene Auffassung, daß die Flottenmanöver und die Reise des Duce eine mehr oder weniger feindliche Handlung gegen England darstellten. Das Blatt sagt, Italiens internationale Politik des Landes bleibe unverändert. Es sei für den Frieden und für die Zusammenarbeit. Die Reise Mussolinis nach Afrika, die Kundgebung der Macht, stehe nicht im geringsten im Gegensatz zu dieser Politik. Die „Gazzetta del Popolo" schildert als Antwort auf Angriffe der „Times" und des „Manchester Guardian" englische Grausamkeiten in den Kolonien als Beispiel für die „englische Kolonial-Zivilisation", so die Vorgänge in Südnigeria im Jahre 1895 und die englischen Methoden im Mahdi-Aufstand im Sudan.
bemerkenswert die Tätigkeit des Faschismus in der Siedlungspolitik. Die Oasen bekamen neue Bohr- b r u n n e n , die durch Motoren getrieben werden, italienische Dörfer entstanden. Mit berechtigtem Stolz f-ann das faschistische Italien auf die modernen Zeugen feiner kolonisatorischen Befähigung Hinweisen, die der ftanzösischen und englischen mindestens ebenbürtig ist und zudem die Kolonien nicht als Ausbeutungsobjekte privater Interessen, sondern alsi Siedlungsland ansieht. Hinzu kommt das jetzt gute Einvernehmen mit den Arabern. Die arabisch-islamitische Politik Italiens hat sich mit der Tatsache abgefunden, daß über Libyen hinaus ein gutes Verhältnis zu den Araberstaaten, so zu Ibn Saud, das Beste für den Faschismus bedeutet. Die ebe= mals so feindlichen Senussi werden Italien jetzt ihre Huldigungen barbringen, u. a? wird Fürst Cara- manli, der Führer der libyschen Mohammedaner, Mussolini das Schwert des Islams überreichen.
Die libysche Gegend ist vor allem erschlossen worden durch die jetzt fertiggestellte 1800 Kilometer lange W ü st e n st r a ß e, die mit einem Kostenaufwand von 103 Millionen Lire erbaut wurde und sich über 1800 Kilometer von Ras Agier längs der Küste über Tripolis, Misurata, der Küstenbildung der Großen Syrte folgend, bann über Bengasi, Tocra unb Tobruk an bie ägyptische Grenze erstreckt. Die Italiener, seit alters- her hervorragenbe Straßenbauer, haben burch biefe ßitoranea Libica Tripolis unb bie Cyrenaika bireft in Verbinbung gebracht unb eine Straße von strategischer Bebeutung geschaffen, auf ber sich motorisierte Abteilungen schnell nach jebem beliebigen Punkte bes Küstengebietes begeben können. Jeher ber nunmehr verbundenen Kustenorte ist ein wichtiger Punkt in ber Mittelmeerrechnung Italiens. Aber auch zivilisatorisch ist bie Küstenstraße von besondrer Bebeutung, ba sie bireft Aegypten unb Tunis^ verbindet, die Wüste bezwang und bas faschistische Italien als berechtigten Nachfahren ber Römer hinstellt, bereu Straßenbauten unzertrennlich von ihrer militärischen unb zivilisatorischen Aufgabe gewesen finb.
Budapest, 10. März. (DNB.) Ministerpräsident Daranyi erklärte im Abgeordnetenhause: Eine ber Aufgaben ber Regierung ist es, bie politischen Bewegungen bes Landes mit Aufmerksamkeit zu verfolgen und darüber zu wachen, daß sie sich nicht in einer Richtung entwickeln, bie auch nur in geringstem Maße zu einer Gefährdung ber öffentlichen Meinung führen könnte. Ich kann bie öffentliche Meinung beruhigen, baß bie Regierung biefe ihre Pflicht erfüllt hat und erfüllen wirb. Es ist bagegen nicht Aufgabe ber Regierung, sich burch bie Flut grunbloser Klatschereien einzelner unb durch bie hierburch hervorgerufene Nervosität zu Hanblungen hinreißen zu lassen, für die überhaupt keine sachliche Notwendigkeit porliegen mürbe. (Lebhafte Zustimmung unb Bei- aU bei ber Regierungspartei; Lärm unb Wiber- Jprud) auf ber Linken.) Die Staatsgewalt im Lanbe liegt unerschütterlich in den Händen ber verfassungs- mafcigen Faktoren. Es ist selbstverständlich, baß wir
bie Sicherung ber wirtschaftlichen unb sozialen Ord- nung unb Entwicklung bes Landes keinesfalls stören lassen burch Bestrebungen irgenbeiner radikalen Bewegung. Wir sind auch in Zukunft nicht geneigt zu dulden, daß irgendeine radikale Bewegung diese unsere Arbeit gefährdet Ick kann jedoch feststellen, daß diese Arbeit nicht gef'ähr- d e t ist.
Die Regierung Hal keinen Grund zu der Annahme, daß irgendein äußerer Faktor auf die Gestaltung des ungarischen politischen Lebens, sei es auch nur auf indirektem Wege, bestrebt ist, Einfluß zu gewinnen Ich muh mich auf das entschiedenste gegen d i e unverantwortliche Gerüchtemacher e i verwahren, die sich bemüht, solche Behauptungen ohne sachliche Gründe in die öffentlich? Meinung zu streuen. (Zwischenruf des völkischen Abgeordneten Dr. Rajniß:
„Hysterische Gesellschaft! Pester Lloyd!") Die Regierung bedauert, dah in einem Teil der öffentlichen Meinung solche unverantwortlichen Gerüchte Boden finden konnten und die Gerüchtemacherei hierbei nicht einmal den bei uns akkreditierten Vertreter eines befreundet en Staates verschont hat. (Adg. Graf F e st e t i c s (Regierungspartei): „Schmutzige jüdische Verleumdung!" — Abg. Dr. Rajniß: „Man richtet das Land zugrunde!") 2Han bemüht sich sogar, den betreffenden Diplomaten in einer Weife hinzustellen, die mit seiner völlig korrekten Haltung im krasse ff en Gegensatz steht. Wenn die Ration mit Recht von der Regierung erwarten kann, daß sie die Ordnung des Landes unter allen Umständen erhalten soll, so glaube ich, daß die Regierung von der öffentlichen Meinung erwarten kann, daß diese hysterische Gerüchtemacherei keine weitere Unterstützung findet.
Die Presse beschäftigt sich mit der Rede, in der Ministerpräsident Daranyi den Verleumdungen entgegengetreten ist, die nicht einmal vor der Person bes deutschen Gesandten in Budapest halt machten und ihn mit angeblichen innerpolitischen ungarischen Umsturzabsichten in Verbindung brachten. Zwischen der Rechtspresse und den jüdisch-liberalen Blättern setzt eine heftige Auseinandersetzung über die tieferliegenden Ursachen der Erregung ein. Der völkische „Uj Magyarsag" stellt offen die Frage, welche Mächte in diesen Tagen mit dem guten Ruf unb bem politischen Ansehen Ungarns ihr Spiel getrieben hätten. Das Blatt bringt ben Nachweis, baß bie gesamte internationale jübische unb marxistische Presse sich auf bie Veröffentlichung bes als halbamtlich angesehenen jübischen „P e st e r L l o y b" gestützt habe. Der „Uj Magyarsag" weist nach, baß nach ber französischen Linkspresse gerabe ber „Pester Lloyd" bie Aufmerksamkeit ber internationalen Oefsentlichkeit auf bie angebliche Einflußnahme auslänbischer Kräfte in bie inneren ungarischen Angelegenheiten gelenkt habe. Der „Pester Lloyd" sei tasächlich damit für die unerhörten, in ber ganzen Welt verbreiteten Lügengerüchte über die angebliche Beteiligung einer ausländischen Macht an diesen Plänen verantwortlich. Immer eindeutiger bringt die Erkenntnis burch, baß bie jübische Presse, in allererster Linie bas jüdische Hetzblatt „Pester Lloyb", bie Verantwortung für bie Ereignisse ber letzten Tage trägt.
Ungarns Ministerpräsident Daranyi ist mit benjenigen Kreisen scharf ins Gericht gegangen, bie systematisch bas Gerücht verbreitet hatten, eine rechtsgerichtete Gruppe würbe mit ausländischer Hilfe einen Putsch wagen. Er hat nicht gezögert, bas verbrecherische Treiben bieser jübisch-marxisti- schen Brunnenvergifter unb Hetzer zu brandmarken, er hat auch nicht gezögert, bie gegen bas nationalsozialistische Deutschland gerichteten offenen und versteckten Angriffe in aller Schärfe zurückzuweisen. Politische Hysteriker nannte er jene, bie von einem Putsch unkten unb Budapest bereits im Besitze ber Umstürzler sahen, während bie „Putschisten" nicht einmal wußten, daß sie die. Absicht hätten, einen Putsch in Szene zu setzen. Für diese Hysteriker scheint aber in Europa zur Zeit ein besonders gutes Klima zu herrschen. Wir brauchen nur an die unbegründeten Behauptungen französischer Hetzer zu erinnern, daß deutsche Truppen in spanischen und marokkanischen Häsen entladen worden wären. Auch ihre Absicht zielte nur darauf ab, Deutschland etwas am Zeuge zu flicken, Stimmung geqen Deutschland Zu machen und womöglich noch Schlimmeres her= aufzubeschwören. Im ungarischen Parlament fühlten sich die berufsmäßigen Verleumder, oder wie Daranyi sie nannte, die politischen Hysteriker, auch sofort getroffen. Sie antworteten mit lärmenden Protesten. Es waren aber nicht nur einige Abgeordnete, die sich wie wild gebärdeten, es'war bie gesamte Linke, die sich getroffen fühlte. Mit diesen Protesten hat sie sich endgültig demaskiert.
England hat loooo Rekruten zuw'ng
London, 11. März. (DNB. Funksvruch.) Der Jahresbericht der britischen Armee zeigt, daß trotz verdoppelter Anstrengungen die Rekrutierungszif- ern mit 21 975 um rund 3700 meb tiger waren als im Jahre vorher. Für das abgeschlossene Jahr wollte man 32 000 Rekruten haben, um die Armee auf die notwendige Kopfstärke zu bringen. Am Ende des Rekrutierungsjahres, das mit dem 30. September schließt, hat sich sedoch em g e I) 1 • beftanb von etwa 1 0 000 Mann ergeben. Der Bericht führt die nicht zufriedenstellenden Rekrutierungsziffern darauf zurück, daß sowohl bie Jugenblichen wie auch beten Eltern wenig Lust zeigten, Wehrdienst zü leisten bzw. ihre Söhne in bie Armee zu schicken.
In einer Denkschrift bes Zentralrates ber Wirtschaftsliga wird auf die kommunistischen Pläne hingewiesen, die britische Verteidigung zu sabotieren. Es gebe Hetzer, die eine sorgfältig durch - bachte Kampagne führten, um bie Wiederaufrüstung unb bie Truppenanwerbung zu behinbern. Es läge Beweismaterial vor, wonach bie kommunistische Partei einen systematischen Felbzug unternehme, um die Herstellung vonVerteidi- gungsmaterialzu verhindern. Sie habe weiter unter Leitung ber Kommunistischen Internationale einen systematischen Felbzug burchgeführt, um bie Truppe ber Krone abspenstig zu machen.
„Ein nahezu leeres Imperium."
Englische Sorgen um den Geburtenrückgang.
Lonbon, 11. März. (DNB. Funkspruch.) Die Frage bes Geburtenrückganges unb bie bamit verbundenen Gefahren werben jetzt auch in England häufig erörtert. Die „Morning Post" lehnt ben Standpunkt ab, daß für bie Frage bes Geburtenrückganges bas wirtschaftliche Wohlergehen ober die Höhe des Lebensstandards ausschlaggebend sein müßte. Unter Hinweis auf die Wirtschaftslage in früheren Jahren und die damaligen Geburtenzahlen stellt die „Moring Post" fest, daß die Zahl der Geburten auch bei wirtschaftlicher Aufwärtsentwicklung und besserem Lebensstandard zurückgegangen sei. Die Frage, vor ber Englanb heute stehe, laute nicht, wie man für eine wachsenbe Bevölkerung Raum schaffen könne, son- bern wie man ein schon bestehenbes unb nahezu leeres Imperium bevölkern wolle, bas in 50 Jahren wahrscheinlich noch leerer fein werde, wenn die Geburtenziffer in England nicht bald ansteige.


