Donnerstag, ll.Mrz 1937
187. Jahrgang
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Die VeutscheIugend dem Führer!
Der Lugendführer des Deutschen Reiches spricht zur Elternschaft über den Zweck der LungvolkwerbeaktLon.
Hamburg, 10. März. (DNB.) In der Hamburger Hanseatenhalle eröffnete der Jugendführer des Deutschen Reiches, Reichsleiter von S ch i r a ch, die Werbeaktion des Deutschen Jungvolkes, die alle deutschen Jungen und Mädels des Jahrganges 1927 zum sreiwiligen Eintritt in das Deutsche Jungvolk und die Jungmädelschaft des BDM. aussvrdert. Der Appell des Reichsjugendführers an die deutsche Elternschaft, ihre Kinder der Hitlerjugend und damit der nalionalsozialiftischen Bewegung anzuoertrauen, fand einen begeisterten Widerhall bei den mehr als 20 000 Eltern der Hamburger Bevölkerung, die die größte Hamburger Kundgevungsstätte bis auf den letzten Platz füllte. Der Gaumusikzug eröffnete die Kundgebung mit dem Fahnenliede der Hitlerjugend. Bon lang anhaltenden Heilrufen begrüßt, ergriff darauf der Jugenchührer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, das Wort. „Solange es eine Menschheit gibt", so begann der Reichsjugendführer, „gibt es ein Problem der menschlichen Erziehung. Jede Epoche der Menschheit hat diese Frage anders zu lösen versucht als die ihr vorangegan- gene. Die Hitler-Jugend ist ein ganz neues erzieherisches System. Sie tritt mit neuen Gedanken und mit neuen Ansprüchen auf den Plan, aber es verbindet sie mit anderen großen erzieherischen Mächten der Menschheit der Gedanke, daß sie die Jugend ihres Volkes zurEhrfurcht führen will.
An ihrem Ausgangspunkt stand der Wille der Jugend selbst, dem Staate ihrer Sehnsucht zu bienen, und aus freiwilliger Einsatzbereitschaft diesem Staate zum Durchbruch zu verhelfen. Deshalb ist die Hitler-Jugend im Gegensatz zu den Jugendorganisationen anderer Lander nicht eine Gründung des Staates für die Jugend, sondern sie ist eine Gründung der Jugend für den Staat.
Die erzieherische Idee, die die Jugendbewegung Adolf Hitlers einst in Marsch setzte, hat der Führer selbst in klassischer Vollendung ausgedrückt in dem Satz: „Die Jugend hat ihren Staat für sich, sie steht den Erwachsenen mit einer geschlossenen Solidarität gegenüber", und er folgerte aus dieser Erkenntnis jene andere Maxime, Die zum Programm einer modernen deutschen Nationalerziehung geworden ist. Jugend muß von Jugend geführt werden. Auch in der Hitler-Jugend sei dieses Wort nicht nach dem Buchstaben verwirklicht worden. Das Durchschnittsalter der Führerschaft der Hitler-Jugend betrage heute in der höheren Führerschaft über 30 Jahre. Es sei nicht so, daß in dieser Gemeinschaft der jungen Generation 15- oder 16-Jährige Verantwortung und Befehlsgewalt über 100 000 oder gar Billionen hätten, im Gegenteil, jeder, der sich einen Einblick in die innere Organisation unserer Jugend verschaffe, würde vielleicht erstaunt sein, wie viele Menschen der älteren Generation aus begeisterter Hingabe, aus Leidenschaft und Liebe sich im Gedanken der modernen Jugenderziehung hier zusammengefunden hätten als Helfer am gemeinsamen Werk, als Führer der Jugend zu einem glücklicheren und schöneren zukünftigen Leben.
Ich bin viel gefragt worden, warum ich denn nach dem Gesetz vom L Dezember 1936 eine große Werbeaktion für die nationalsozialistische Jugendbewegung einleite. Das sei doch gar nicht nötig, es stände doch ganz in unserer Macht, einfach anzuordnen, daß die Jugend des Jahrganges, den mir jetzt in unsere Gemeinschaft einbeziehen wollen, in biefe* Gemeinschaft gestellt würde. *
Ich meine, es ist nicht richtig, bah wir als Führer der Jugend, als die beauftragten Mitarbeiter bes Führers auf bem Gebiete ber nationalsozialistischen Jugenberziehung uns auf ein Gesetz verlassen. Wir wollen unsere Aufgabe vielmehr darin sehen, zwischen der Elternschaft und uns, zwischen der Jugend und uns immer erneut ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, ohne das eine Jugendführung nicht bestehen kann, ein Vertrauensverhältnis, ohne das jede erzieherische Arbeit fruchtlos und aussichtslos erscheint. Das Wesen der nationalsozialistischen Jugendorganisation beruht auf der Tatsache, daß sich in ihr aus freiwilligem Impuls die junge Generation zusammenfand, dah aus freiwilligem Entschluß auch die deutschen Eltern dieser Jugendbewegung ihre Zustimmung gaben und in ihrer Art durch ihr Vertrauen, durch ihre Unterstützung und ihre Mitarbeit das Ihre taten, um dieser Jugendbewegung zum Siege zu verhelfen. Was wäre aus dieser Hitler- Jugend geworden, wenn nicht hinter jedem hitlerjungen und hinter jedem VDM.-Mädel die Eltern gestanden hätten, die an die Sache der Jugend unbeirrbar glaubten und sich zu dieser Sache bekannten, die Eltern, für die die Ziele der Jugend und die große Gemein- schäft der Jungen etwas ebenso Großes und heiliges waren wie für die Jungen selbst, wenn die Jugendbewegung für irgendetwas dankbar fein muß, dann für dieses ungeheure Maß von Vertrauen, das ihr von den Eltern
unseres deutschen Volkes entgegengebrachl wurde.
Die deutsche Elternschaft weiß, daß die Hitler-Jugend der ganzen jungen Generation unseres Volkes wieder die Tore in die Zukunst geöffnet hat. Jedem deutschen Jungen und jedem Mädel stehen nach Maßgabe ihrer Tüchtigkeit heute alle Wege offen. Mit 1,8 Millionen Teilnehmern am Reichsberufswettkampf habe die Hitler-Jugend auf dem Gebiet der Berufserziehung etwas Unvergängliches geleistet. Auf Grund der Heimbefchaf- f un gs aktiv n der Hitler-Jugend feien in diesem Jahre 4000 neue Heime gebaut worden. In allen Gauen Deutschlands würden weitere Jugendherbergen errichtet, die die deutsche Jugend mit den Schönheiten ihres Vaterlandes bekannt machen sollen.
Der Reichsjugendführer sprach sodann über die seelischen Kräfte, die die nationalsozialistische Jugend zum Siege geführt haben. Als wir uns einst in Marsch setzten, glaubten wir an einen allmächtigen ©ott, Denn sonst hätten wir nicht die Kraft besessen, diesen Kamps gegenüber einer vielfältigen Uebermacht gegen Haß und Neid, Mißgunst und Terror siegreich zu bestehen. Ein Bekenntnis der Jugend zur nationalsozialistischen Bewegung war immer zugleich auch ein Bekenntnis der Jugend zu einer höheren Macht. Die Jugend hat in der Fahne ihrer Gemeinschaft immer mehr gesehen als das Symbol einer nach Millionen zählenden Massenorganisation. Sie hat Darin ein Sinnbild des Göttlichen und einen Ausdruck jener Vorsehung gesehen, die uns trotz des schweren Schicksals zur Macht und zum Siege kommen ließ. Es ist das große Verdienst der Hitler-Jugend, wenn die in der einstigen Gottlosen-Bewegung organisierten Millionen Jugendlichen wieder glauben g e - lernt haben! Die Hitler-Jugend hat diese Jugend
Warschau, 10. März. (DNB.) Im polnischen Senat behandelte der Landesleiter der Jungdeutschen Partei, Senator Wiesner, die Schul- u n D Kulturpolitik der deutschen Volksgruppe in Polen. Die Schule als Grundlage der Volkserziehung müsse Den befonDeren nationalen Wünschen einer deutschen Volksgruppe im fremden Staatswesen Rechnung tragen. Es seien keine deutschen Schulen, die einige Wochen st unden für deutschen Unterricht zugebilligt bekämen. Auch könnten andersnationale Lehrkräfte die Erziehung deutscher Kinder nicht ohne völkischen Schaden für die deutschen Schulen durchführen. Die deutschen Schulkinder müßten in der Muttersprache, in der Geschichte ihres Volkes, in der kulturellen und völkischen Besonderheit so unterwiesen werden, daß sie zu volksbewußten und charakterfesten Staatsbürgern heranwüchsen. Wenn man nicht wünsche, daß polnische Kinder in deutschen Schulen untergebracht werden, so sei es ein Unding, daß von 90 000 deutschen Kindern in Polen 33 000 gezwungen werden, rein polnische Schulen zu besuchen. Auch überwiege im Lehrkörper sämtlicher Der Volksgruppe zugebilligten Schulen Das 'polnische Lehrpersonal. Der Errichtung von Deutschen Privakschulen stünden Schwierigkeiten im Wege. Erschwerend falle auch die Tatsache ins Gewicht, daß sich die deutschen Pädagogen alljährlich um die Bestätigung ihrer Lehrgenehmigung bemühen müßten. Der Kultusminister wird gebeten, dafür zu sorgen, daß die polnischen Geschichtslehrer das Volksbewußtsein der deutschen Schuljugend bei Der Behandlung geschichtlicher Themen nicht verletzen.
Die deutschen kulturellen Organisationen bäten sehr oft vergeblich um die Einreisegenehmigung für deutsche Wissenschaftler, junge deutsche Dichter und andere Träger der zeitgenössischen deutschen Kultur. „Wir fußen zwar", so rief Wiesner aus, „auf Goethe, Schiller und der deutschen Klassik. Aber wir können geistig nicht im 19. Jahrhundert verharren. Wir bitten deshalb, endlich die Sperre für deutsche Künstler und Wissenschaftler zu Vortragszwecken für die Volksgruppe fallen zu lassen." Zusammenfassend verkündete der Senator sechs kulturelle Forderungen der Deutschen in Polen:
1. Das deutsche Kind gehört in die deutsche Schule.
2. Das deutsche Kind muß vom deutschen Lehrer erzogen werden.
3. Der Errichtung deutscher Privat schu- l e n sollen keinerlei Hindernisse in den Weg gelegt und sie selbst gefördert werden.
4. Aus dem Besuch der deutschen Schulen darf niemandem, der der deutschen Volksgruppe angehört, einen Nachteil erwachsen.
5. Im Rahmen der bestehenden Schulgesetze und der Staatsbürgererziehung soll den deutschen Kindern auch die Möglichkeit gegeben werden, über d i e Geschichte und Kultur unseres D o l-
von der Hoffnungslosigkeit und Der Verzweiflung wieher zur Hoffnung und zum Glauben geführt.
Daldur von Schirach rief sodann den neuen Jahrgang der deutschen Jugend auf, sich freiroil- lig einzuordnen in die große Jugendbewegung Adolf Hillers. Niemand fei zu jung, um Deutschland dienen zu können. Wer heule mit zehn Jahren in die Jugend Adolf Hitlers eintritt, wird Teil einer Millionengemeinschaft. UeberaU, wo die Fahnen ber Hitlerjugend wehen, Hal er feine Kameraden, feine Brüder und Schwestern, die in einem Glauben gebunden, in einer Weltanschauung geeint, in einer Organisation zu- fammengefügt find. In dem Geist der kompromißlosen Kameradschaft, wie er in den Reihen der HI., des BDM. und des Deutschen Jungvolkes zum Ausdruck kommt, ist das einst in schwerer Kampfzeit der nationalsozialistischen Bewegung verkündete Wort wahr geworden: „Arbeiter der Stirn und der Faust vereinigt euch". In den Reihen dieser deutschen Jugend ist nicht zu unterscheiden, wo der Sohn des Arbeiters, des Gelehrten, des Beamten fleht: Alles ist eine einzige große Gemeinschaft geworden, zufammengefaht zu einer wirklichen Lebenskameradschaft!
Ihr deutschen Eltern! Ich rufe euch zu: Gebt Eure Kinder der Jugendbewegung Adolf Hitlers. Denkt an das, was das Bekenntnis der gesamten jungen Generation unseres Volkes ist: Wenn wir die Jugend zu Deutschland führen, führen wir sie auch zu Gott!"
Mit Den LieDern Der Nation bekannten sich Eltern und Jugend erneut zu Führer und Volk.
k e s in weitestgehendem Maße unterrichtet zu roer= Den.
6. Wir forDern VerstänDnis f ü r unsere kulturelle Neuformung, Die mit Dem Geist Der Zeit Schritt hält und der Neuartigkeit des heutigen deutschen Geisteslebens Rechnung trägt.
Oesterreichisch-Oeutfche Arbeitsgemeinschaft.
Dr. Geßler spricht in Wien.
Wien, 9. März. (DNB.) Vor der Oesterreichisch- Deutschen Arbeitsgemeinschaft hielt der Vorsitzende Der Deutsch-Oesterreichischen Arbeitsgemeinschaft, Der frühere Reichswehrminister Dr. Geßler, einen Vortrag über „Das Deutsche Volk unD Die europäische ÖrDnung". Der Veranstaltung wohnten bei Bundesminister Glaise-Horstenau, Der Deutsche Botschafter von Papen, AltbundespräsiDent Dr. H a i n i s ch, Der frühere Bundeskanzler Streeruwitz, viele andere hervorragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Dr. Geßler zeigte an geschichtlichen Beispielen, daß es bis heute die Tradition der Politik Frankreichs war, dem deutschen Volk im mitteleuropäischen Raum eine passive Aufgabe zuzuweisen. Der Vortragende gedachte der Waffenbrüderschaft im Weltkrieg und fuhr fort, das deutsche Volke habe seine Kraft wiedergewonnen, habe sein Heer aufgebaut und sich das Recht auf aktive Politik gesichert. Dr. Geßler schloß mit Worten des Dankes an Die Urheber des deutsch-österreichischen Uebereinkommens vom 11. Juli 1936, das den Jahren des Zwistes ein Ende bereitet habe. Bundesminister Glaise-Horstenau dankte dem Redner für seine Ausführungen.
Das Eeba-Buch wird zurückgezogen.
Prag, 10. März. (DNB.) Der Verlag „Melcm- trich" hat beschlossen, die noch unverkauften Exemplare des Büches „Sowjetrußland und die Kleine Entente" einzuziehen. Das Buch wurde vom ehemaligen tschechoslowakischen Gesandten Jan Seda verfaßt und mit einem Vorwort des Außenministers Krofta versehen. Es hatte das unangenehmste Aufsehen, besonders in Rumänien und Polen, erregt, weil es eine gemeinsame Grenze zwischen der Sowjetunion und der Tschechoslowakei befürwortete. Eine Neuauflage des Buches wird nicht mehr erscheinen. Das Buch hatte bisher allerdings schon die fünfte Auslage erreicht.
In einer Pariser Verlautbarung werden Die in Der Note Der spanischen Nationalregiemng an Die Signatarmächte Der Algeciras-Akte erhobenen Beschuldigungen wegen Der französischen Machenschaften an Der Grenze von Spanisch-Marokko Dementiert.
„Geistige Landesverteidigung" in der Schweiz.
Von unserem Or S.-Verichterstaiier.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Zürich, März 1937.
Wenn man in Der Schweiz viel von „geistiger Landesverteidigung" spricht, Dann geschieht es in jenem erweiterten Sinne Des Wortes, Der neben Den rein militärischen auch Die politischen, weltanschaulichen unD kulturellen Elemente Der Wehr- bereitschaft einschließt. Wehrpolitisch gesehen will Die ForDerung nach „geistiger LandesverteiDi- gung" jene geistig-seelische Haltung im Schweizer- oolke vertiefen, Die Das Kernstück aller Wehrhastigkeit bilDet. Der Wehrwille liegt Den Eidgenossen im Blute, und wer von opferbereitem Einsatz von Gut und Leben spricht, wenn es um die Sache der Freiheit und Unabhängigkeit des Landes geht, sagt Selbstverständliches aus. Deshalb ist in Der Eidgenossenschaft auch kein Platz für ultrapazifistische Machenschaften: Der Bunbesrcrtsbeschluß gegen Die kommunistischen Umtriebe vom 3. November 1936 sieht u. a. Die Beschlagnahme Der aus Dem AuslanDe eingeführten „antimilitaristischen" Propagandaschriften vor, und der den eidgenössischen Räten vorliegende Entwurf eines Bundesbeschlusses zum Schutze Der öffentlichen OrDnung enthält auch Strafbestimmungen zum Schutze Der 21 r m e e:
Vielleicht noch symptomatischer aber ist eine Aus- cinanDersetzung in Der Presse vor wenigen Wochen über Den Verteidigungscharakter Des eidgenössischen Heeres. Aus Offizierskreisen wurde nämlich Der Besorgnis, „über Die lauwarme Stellung schweizerischer Lan Dessen Der zur schweizerischen Armee" AusDruck gegeben. In Der „Schweizer Radio-Zeitung" erschien Dann ein Artikel, Der u. a. betont, Daß „unsere Armee ja bekanntlich nur dem Frieden, nicht bem Krieg zu Dienen hat". Daraufhin antwortete ein anderer Offizier mit folgenden Feststellungen: „Einer der bedrohlichsten Jrrgänge, gutklingend, von Gesinnung zeugend, vernichtend für die Wehrkraft des Landes, wenn er Gemeingut würde. Respekt vor einer Armee, die dem Frieden dient (Die Heilsarmee verkörpert diese Forderung in idealer Art); aber wehe Dem Fortbestand Der Eidgenossenschaft, wenn sie beginnt, ihre Armee als ein Instrument des Friedens zu betrachten. Die Daseinsberechtigung jedes Heeres liegt in seiner Bereitschaft f ü r den Krieg; alle Bemühungen um ein Heer hatten von je dessen Kriegstüchtigkeit zum Ziel. Einem -- Volke einreden, seine Armee sei zur Erhaltung des Friedens da, einer Armee selber Den Blick von ihrer eigentlichen unD wesentlichen Bestimmung, Dein Krieg, weglenken wollen, ist ein bedenklicheres Unterfangen, als Die offene Befehdung aller militärischen Ansprüche."
Die Ausübung der M i l i t ä r d i e n st p f l i ch k begnügte sich bisher im allgemeinen damit, den Wehrmann soldatisch auszubilden (dreimonatige Grundausbildung und mehrere Wiederholungsübungen bei einer Dauer der Wehrpflicht vom 20. bis zum 48. Lebensjahre) und ihn für den etwaigen Ernstfall vorzubereiten. Das Heer als Instrument zur- Durchsetzung einer rein militärischen Aufgabe. Nunmehr finden sich in Reden, Entschließungen und Presseartikeln ©ebanfengänge, bie bie Armee einer betont politischen Zielsetzung unterorbnen. Als bemerkenswerteste Stimme führen wir aus dem Vortrag eines Oberstleutnants tn der Züricher Offiziersgesellschaft gegen Ende vergangenen Jahres über das Thema „Staat, Armee und Jugend" folgende Ausführungen an: „Die Härte der Zeit und die beinahe unüberwindlich erscheinenden Schwierigkeiten auf allen Gebieten unseres öffentlichen Lebens erheischen gebieterisch den Zusammenschluß zur starken Gemeinschaft unter Ueberwindung aller inneren Gegensätze, unter denen wir seit Anbruch der großen europäischen Not zu leiden haben ... Ebenso zwingend ist die Einsicht, daß die in Not geborene Gemeinschaft eine Unterordnung des einzelnen und damit eine Einengung des Freiheitsbereiches erfordert. An ber Wiege ber Gemeinschaft steht der Zwang. Die Aufopferung eines Teiles der persönlichen Freiheiten durch Erziehung und Zwang stellt das Urproblem jeder Gemeinschaftsbildung dar ... Es ist Aufgabe der führenden Männer, die Jugend für die Idee und die Tat der Volksgemeinschaft zu gewinnen und die Armee als Verkörperung des Gemeinschaftsgefühls und als Mittel Der Sicherung Der Gemeinschaft auszubauen. WerdenDe Volksgemeinschaft und Ausrüstung sind zwei sich ergänzende Sphären. Diese 2lufgaben sind Dem Staat vorbehalten und nur ihm ... Wenn man Die Volksgemeinschaft will, mutz auch Das ganze Volk erfaßt werden. Auch wenn immer wieder politische Bestrebungen im Gange sind, neue große Parteien zu gründen, die wieder einer Regierung starken Rückhalt zu bieten vermochten, bleibt immer zu prüfen, ob nicht mit alten Mitteln und im alten Denken Probleme angevackt werden, die mit alten Mitteln nicht mehr zu 'Öfen sind. Demgegenüber muß ber Staat selbst die Erziehung seiner Jugenb zur Volksgemeinschaft in bie Hanb nehmen ... Erst in ber Bereitschaft, die Armee als Ausdruck einer neuen Volksgemeinschaft anzuerkennen, liegt bie wirkliche und eindeutige Bejahung der Landesverteidigung."
Man kann bie Bedeutung solcher ©ebanfengänge für ein Land nicht hoch genug einschätzen, dessen Bevölkerung hinsichtlich ber „Freiheitsrechte" außer- orbentlich anspruchsvoll ist und eine Parteizersplit- terung bulbet, Die ein freisinnig-bemokratisches Blatt zum Eingeständnis veranlaßte: „Die wachsende Zerfahrenheit bes Volksganzen, die durch Die zuneh-
Für deutsche Kinder deutsche Schulen und deutsche Lehrer? Kulturpolitische Forderungen der deutschen Volksgruppe in Polen.


