Einzelbild herunterladen

Grünlandumbruch

Jedes Haar

wunderbar!

ren Städtchen, das vor dreißig Jahren durch ein : Meerbeben zerstört wurde. Die Mauern der Häu- ser stehen noch. Auch die Straßen sind noch zu . erkennen. Verschiedene Drahtseilbahnen führen bis an das Meer, die Endtürme sind umgeknickt. Hier ist es die Flutwelle gewesen. Aber es braucht nicht immer die Natur zu sein, die zerstört. Fährt man durch jene Gegend, so bleibt der Blick oft an den Drahtseilbahnen hängen. Die Stützen stehen noch. Auch die Drähte sind noch gespannt. Und manchmal hängt der Karren noch am Draht. Aber schon zehn oder zwanzig Jahre sind sie außer Betrieb. Die Arbeit wurde als nicht lohnende eingestellt. Unrentabel gewesen oder geworden. Einerlei! Hier wurde fehl spekuliert.

Andacollo, südöstlich von La Serena gelegen, ist derFriedhof des Nordens" genannt worden. Hier leben 12 000 Menschen. Ihr Rang ist gestiegen oder gefallen je nach der Wichtigkeit des Goldes. Durch das Gold angezogen, ist dieser Ort ausge­wachsen. Goldsucher haben wie Wallfahrer dieses Gebiet durchzogen und erobert. Und sie sind meist an ihrer Sehnsucht, am Gold, zu Grunde gegangen. Der Weg nach Andacollo ist ein Tummelplatz für Bettler und .Verkommene, Futterplatz für abge­magerte Hunde, die die selten ankommenden Eisen­bahnzüge um Nahrung bestürmen. In der Tat: hier kämpfen Bettler und Hunde um die Reste, die das geringschätzige Mitleid der Reisenden aus dem Speisewagen des Zuges wirft. Auf dem Wege zum Goldlager sieht man bleiche Gespenster von Men­schen, abgezehrte Silhouetten und Männer mit Bündeln, die in letzter Hoffnung keuchend den Berghang hinaufziehen. Die Lager, die hier errich­tet sind, ergeben ein buntscheckiges Bild: Kabaretts, kreischende ' Geschäfte, Kantinen, Restaurants und tausend Stellen, an denen sicht die Menge der Händler und Käufer bewegt. Die Ortschaft hat viel von dem Bild der wandernden Araber und etwas von den improvisierten Lagern des vergangenen Jahrhunderts in Kalifornien.

Der Goldwäscher arbeitet am Tage und vergnügt sich ungestüm in der Nacht. Manchmal vergeudet er in einem Augenblick, was er in Wochen erarbei­tet hat. Er hat die Gewohnheit, daß man seinen Tisch voller Bierflaschen stellt. Dies ist das Zeichen seiner geldlichen Ueberlegenheit und besonderen Kühnheit. Man trinkt faßweise. So verfliegen Ver­dienst und Ersparnisse in einem Augenblick ohne Verstand. In Andacollo gibt es mehr als fünfzehn Bordelle. Dreiviertel aller Kinder hat die Krätze, die man hier in der leichtfertigen Atmo­sphäre mitcarioca" bezeichnet. Andacollo stirbt, während aus feinem Boden Tonnen von Gold ge­wonnen werden. Die chilenische ZeitschriftHoy", die sich kürzlich mit der sozialen Seite dieser Frage beschäftigte, schrieb dazu:Andacollo ist im kleinen das Abbild des gegenwärtigen Chile. Auf der einen Seite ist die offizielle Organisation mit ihrer Bürokratie und ihren Erschwerungen, mit ihrem in die Länqesch.eben und Herumstöbern in Papieren, wie auch herkömmlichen Lügen. Auf der anderen Seite ein Volk, umgeben von primitiven Krankheiten, nackt und unterernährt, feinem grauenhaften Schicksal überlassen. Auf der einen Seite das Possenspiel der Goldwäschereien mit sei­nen ungesunden Wohnungen. Auf der anderen Seite eine lärmende Masse, wo die Instinkte und die Hoffnungen sich bei der harten Arbeit mischen. Nach Andacollo werden täglich nur 200 Liter Milch ge­schickt. Dagegen werden aber Tonnen von Bier ge­trunken. Und nach dem Gesetz ist Andacollo Trocken­zone. In seinen Polikliniken gibt es weder Neosal- varsan noch Wismut, aber draußen wimmelt es von Bordellen, Fanatismus, Aberglaube, Schmutz und Politikastern. Der Minenarbeiter itirbt singend.

Diese Wintertage südlich von Santiago, in der Provinzhauptstadt Rancagua, werden nicht aus der Erinnerung verschwinden ... Regen und immer wieder Regen 'über Rancagua. Seltsames Gefühl: das Erlebnis dieser trüben Tage im Tal und gleich­zeitig das Erlebnis der schneeigen Weiße der Kor­dillere am Horizont. Es ist stündlich zu beobachten, last handgreiflich zu fassen, wie der Schnee in den Bergen tiefer fällt. Doch nie erreicht er die Stadt, immer bleibt er die Illusion.

Aber nun soll der Schnee doch einmal Wirk- lichkeit werden. Tags zuvor saßen wir noch in Wasserlöchern, auf Schlammstraßen und in zu Flüs- , sen angeschwollenen Bachläufen fest. Es regnet auch ; an diesem Tag, wo wir noch zu nachtschlafender

Gold, Kupfer und Salpeter

3n den Minen an der amerikanischen Westküste.

Von unserem W. Gz.-Äerichterstatter.

Zeitung liest, in unserer großen und ereignisreichen Zeit nicht mehr denkbar sei. Das Landvolk lebe in und mit der Politik und der Weltanschauung des Dritten Reiches, die uns täglich von den Zeitungen nahegebracht werde. Es sei von Grund auf verkehrt, wenn ein Teil des Landvolkes in den Monaten der dringendsten land­wirtschaftlichen Arbeiten, also während der Bestellung und Ernte, seine Zeitung nicht be­ziehe. Während dieser Zeit ruhe ja die Politik und die Geschichte nicht, die Deutschland gerade seit der Machtübernahme wieder kraftvoll gestalte. Der Landmann werde daher besonders der Zeitung, die ihm für seine berufliche Tätigkeit An­regung zur Leistungssteigerung gibt, sich für die Nährstandsarbeit einsetzt und aufklärend wirkt, auch während der Bestellungs- undErntemonate die Treue halten. Die Zeitung gehöre in die Hand jedes Landmannes, auch wenn feine berufliche Tätigkeit ihn während der arbeitsreichen Zeit voll beanspruche.

Der neue Harne... ein Symbol!

NSG. Im Kreise Bensheim, nicht weit von Lorsch, liegen die Gemeinden Groh-Hausen und Klein-Hausen dicht beieinander, lediglich ge­trennt durch einen Bach, die Weschnitz. Getrennt aber waren sie noch durch vieles andere, obwohl sie einstmals, wenn auch schon vor Jahrhunderten, zu­sammengehörten. Laut Beschluß des Reichsstatt­halters in Hessen tritt mit dem 1. April 1937 die Gemeinde Einhausen, schon mit ihrem Namen symbolisch das Aufgehen zweier Gemeinwesen in einem Hause bezeichnend, ins Leben. Es begann mit der Zusammenlegung der Schulen, um den Kin­dern eine bessere Ausbildungsmöglichkeit zu geben und sie ohne Rücksicht auf die Verschiedenartigkeit ihrer Konfession, als zukünftige deutsche Staats­bürger und Nationalsozialisten zu erziehen. Ein Blick auf die Karte sagte dem Reichsstatthalter, daß beide Gemeinden seit Jahrhunderten dicht beieinander lagen, und daß hier eine Zweiteilung Unsinn ist. Der Einwand, daß die geschichtliche Entwicklung beider Gemeinden seit Jahrhunderten verschieden gewesen sei, konnte nicht überzeugen. Die Menschen waren

Zeit etwas gleichgültig und Übermüdet im Auto- carril sitzen, das uns auf Schienen m glatter Fahrt aufwärtsbringen soll. Und wie schnell ist die Illu­sion Schnee zur Wirklichkeit geworden. In schneller Fahrt haben wir bald die Tausendmeterhohe er- reicht. Der erste Schneeschlamm rechts und lmks der Strecke. Dann Steilwände und Abgründe. Und dazu Wind und Wetter, die den Schnee in feinsten Flocken durch die Fensterscheiben treiben, daß es fast ungemütlich wird. .

Jetzt liegt der Schnee schon fest und tief neben uns. Hier und dort die ersten starken Verwehun­gen. Aber die Bahnstrecke ist vorzüglich angelegt. Wo es in die Kurven geht, wo überragende Steil­wände zur Lawinengefahr werden, da geht es durch Tunnels und festgezimmerte Unterführungen. Trotzdem: Jetzt haben wir uns festgefahren. Eine niedergehende Lawine hat die Gleise meterhoch ver­graben, und nun würde selbst ein halbes Dutzend Gäule keine Rettung mehr bringen. Mit einigen fluchenden Schipp-schipp-Hurrah packen kräftige

Santiago, Februar 1937. i

Ein alter Freund schreibt mir aus dem heißen Norden. Hier, auf der anderen Hälfte unserer Erd­kugel, roirD es gen Norden heiß und gen Süden ' kalt. Er sitzt in Maria Elena, mein Freund, 1 als Statistiker in den Büros der Yankees, die hier 1 die Herren des chilenischen Salpeters sind. Er würde ; mich in den nächsten Wochen besuchen, um einmal ; in die Zivilisation und in die grüne Welt zurück­zukommen. Sehnsucht habe er nach den kühlen Nächten Santiagos und nach den schattigen Wäl­dern des Südens. Im Norden dehnen sich endlos die Salpeterfelder, die in der Sonnenglut blinken wie weißer Schnee. Aber es gibt kein Grün hier; kein Baum, kein Strauch erblüht je zum Leben. Wüste und blanke Steinfelsen wechseln ab, und wenn nicht Telegraphenstangen und Hochspannungs­leitungen die Landschaft durchzögen weiß Gott, wer würde dann an ein Leben in dieser Oede den­ken können.

Kommt man dann in die Häfen der Westküste, etwa nach Tocopilla oder Antofagasta, dann erhält man einen Begriff, was südamerikani­sche Erde an Werten enthält. Eine Fahrt die süd­amerikanische Westküste hinauf ist eine Fahrt durch den natürlichen Reichtum des Erdteils. Im Süden, im Zentrum des deutschen Siedlungsgebietes, la­det der Dampfer Weizen und Kartoffeln. In V a l- paraifo, dem größten Hafen an der Westküste, nahmen wir Honig und Wein an Bord. Weiter nördlich, in Caldera, wird Gold und Kupfer ge­laden und in Antofagasta wieder Gold und Kupfer und Jod und unendliche Mengen Salpeters. Zwischen dem Süden und dem Norden Chiles spannen sich mehr als dreißig Breitengrade. Auf europäische Verhältnisse umgelegt, heißt das, vom nördlichsten Norwegen bis zum südlichsten Spa­nien. Selbst der moderne Luftverkehr braucht zur Bewältigung dieser riesigen Entfernung Tage. Und die Küstendampfer sind von Magallanes bis Arica Äochen unterwegs.

Eine Schreckensnachricht hat in diesen Tagen Chile durcheilt: In Chuquicamata ist eine furcht­bare Katastrophe zu verzeichnen. Dem Europäer sagt der Name Chuquicamata nicht viel oder auch gar nichts. Er weiß, daß Chile ein großes Kupfer­land ist, vielleicht auch, daß es die größte Kupfer­erzeugung der Welt besitzt. Nun: Chuquicamata ist das bedeutendste Kupferbergwerk der Welt. Das größte Untertag-Kupferbergwerk heißt El Teniente. Es liegt ebenfalls in Chile. In Chu­quicamata hat es eine furchtbare Explosion gegeben. Beim Entladen von einigen Waggons sind 3000 Sack Schwarzpuloer in die Luft gegan­gen. Die ganze Gegend wurde wie durch ein Erd­beben erschüttert. Kilometerweis isb das Land in ein Trümmerfeld verwandelt. Hunderte Tote und viele hundert Verletzte sind zu beklagen.

Aber über das Leid des Unglücks geht die Ar­beit weiter. In Chuquicamata leben 15 000 Men­schen, darunter 7500 Arbeiter. Ihr Leben und ihr Streben ist das Kupfer. Auf einer Fläche von 400 Meter Breite und zwei Kilometer Länge werden in einer Tiefe bis zu 600 Meter täglich 400 Ton­nen Kupfer abgebaut. Die Einschränkungen in der Weltkupfererzeugung sind kürzlich aufgehoben wor­den. Auch Chuquicamata arbeitet gegenwärtig mit voller Belegschaft und ist in vollem Betrieb. Im Zeichen der Aufrüstung braucht die Welt Kupfer. Die Nachfrage ist groß, und die Preise ziehen an. Nicht nur Chuquicamata ganz Chile lebt in dieser Konjunktur.

Das ist auch heute noch in Südamerika möglich, über Nacht ein reicher Mann zu werden. Aktien, die heute für 50 Cent angeboten werden, sind manchmal in Jahresfrist auf hundert und zweihun­dert Pesos angelegen. Wer richtiglag", wer den guten Tip" besaß, steigt von heute auf morgen auf. Leute, die noch vor Jahresfrist auf der Straße lagen, steuern heute die letzten Luxusmo­delle der amerikanischen Autoindustrie durch San­tiago. Der Boden, der den Reichtum des Landes enthält, ist die große Grundlage für noch größere Spekulationen. Aber das Abwärts ist meist noch schnller als der Aufstieg. Es wird auch daneben spekuliert. Und vor allem dann, wenn gewissen­lose Spekulanten ihre Hand im Spiele haben, wer­den Millionen auf Kosten einer einst hoffenden und jetzt enttäuschten Masse verloren.

Im Norden, am Rande der Salpeterwüste, führte uns der Weg durch C o b i j a, einem größe-

Es ist nicht so, daß der Bauer in ewigem Gleich- ' maß Jahr um Jahr unveränderlich seine Furchen zieht, das Korn der Erde anvertraut und die Ernte in die Scheuer fährt. Längst bevor die moderne Technik in den letzten hundert Jahren auch maschi- nell die Landwirtschaft zu beherrschen begann, hat das Agrarwesen wiederholt umstürzende Neue- , rungen erlebt, so z.B. die Einführung neuer Früchte, wie der Kartoffel, die Aufgabe der Brache­wirtschaft usw. Dieses alles waren Revolutionen von weittragendem Ausmaß, geboren durch die -Not­wendigkeiten der Zeit. Wenn die Markung über­völkert war, wenn Hungersnöte überhand nahmen, mußte der Bauer auf Abhilfe sinnen. Niemals gab es unveränderliche Gesetze. $eufe erft red)t ntc^t, da die ungewöhnliche Aufgabe, ein 68-Milll0nen- Volk auf einer (durch das Versailler Diktat) um 14,3 v. H. verkleinerten Reichsfläche zu ernähren, gelöst werden muß. .

So jminqt das Gebot ber Ertrags [t et 9«. r u n q auf begrenztem und oertlemertem Roum den Nährstand zu einer neuen, umwälzenden Maß­nahme, die in dem deutschen Boden tiefe Spuren hinterlassen wird. Nicht nur die Reichsflache a s solche hat sich verkleinert, wahrend sich die Masse des Volkes ständig vergrößerte und noch jährlich um fast eine halbe Million zunimmt, sondern durch die Erfordernisse der Wehrhaftmachung des Volkes, durch die Reichsautobahnen, die Siedlungen, die Sportplätze usw. ist die nutzbare Agrarfläche des Reiches um Hundertausende von Hektaren verrin­gert worden. Trotz dieser Einbußen an bebaubarer Fläche hat das deutsche Landvolk die Aufgabe ge­meistert, die Erträge noch zu steigern, so daß ins­gesamt gesehen eine Ertragseinbuße nicht eingetre­ten ist. Aber wir alle kennen ja die Begreifung unserer Ernährung auf heimischer Scholle. Rund 16 Millionen Hektar fehlen uns, um Fett, Getreide- und Futtermittel vollkommen unabhängig im eige­nen Lande zu erzeugen.

Es kommt also auf die M 0 b i l i s l e r u n g d e s letzten Hektarertrages an! Und hier gibt es noch eine ganze Reihe unausgefchopfter Möglich­keiten. Das Landvolk muß dahinkommen, nicht allem in der bisherigen Bewirtschaftungsweise die besten Erträge in der betreffenden Frucht zu Melen,jom dem wir müssen aus dem jeweiligen Boden durch die den höchsten Ertrag garantierende Frucht d a s Höchste an Nahrungswerten herauswirt- schasten. Ein Beispiel wird das am besten zeigen. Bebaut man einen Hektar Land mit Zucker­rüben, so können nach genauen Berechnungen, rechnet man die Zuckerrüben auf Kalorien um, 20 Menschen vorn Hektar leben. Wird der gleiche Hek­tar mit Kartoffeln bebaut, so können von den geernteten Kartoffeln, wiederum umgerechnet, nur zehn Menschen ein Jahr lang leben. Bei der Bestel­lung eines Hektars mit W e i z e n dagegen nur sechs Menschen, bei Roggen drei Menschen und bet Weidewirtschaft aus der gleichen Flache nur zwei Menschen. Es zeigt sich also ganz klar, daß unter Umständen auf der gleichen Flache 20 bzw. nur zwei Menschen ernährt werden können.

Das Deutsche Reich besitzt eine nutzbare landwirt­schaftliche Fläche von rund 30 Millionen Hektar. Von diesen 30 Millionen Hektar sind rund 8 Mil­lionen Wiesen- und Weideland. Es gibt weite Landschaften entlang den großen Flusse», vor allem aber in Nordwestdeutschland, denen das Wie­sen- und Weideland durchaus seinen Charakter aus­geprägt hat. Nach vorsichtigen Berechnungen d ü r - ten etwa 1,6 Millionen Hektar von diesen acht Mil­lionen als Wiesen- und Weideland ungenügende Erträge liefern. Durch die gerade im letzten Jahr­zehnt vorgenommenen Flußregulierungen, durch den zahlreichen Bau von Talsperren, durch Melio- rationsanlagen usw. hat sich vielfach der Grund­wasserspiegel gesenkt, so daß für viele hundertau- send Hektar Wiesenland nicht mehr die notwen­dige Wassermenge zur Verfügung steht. Viele tau­send Hektar brennen ohnehin schon Jahr um Jahr aus, wenn nicht ungewöhnliche Regenmengen me- derkommen. tzs fehlt auch nicht an Beispielen in der Landwirtschaft, wo Besitzer aus Gründen der Bequemlichkeit zur verstärkten Weidewirtschaft uber- gegangen sind und Ackerland in Wiesen umgewan-

8KT3H71

Männer mit Spaten und Schaufel zu. Aber Man» neskrast in Ehren! Ein vor die Bergbahn gespann­ter Schneepflug, der uns gipfelwärts zu Hilfe kommt, leistet bessere Arbeit.

Man könnte S e w e l 1, das Ziel dieser Reise, auch im Sommer erleben und voller Achtung sein vor der Arbeit, die hier geleistet wird, und dem Werk, das in dieser Höhe errichtet steht. Aber den richtigen Maßstab gewinnt man nur jetzt, wo der Schnee sich meterhoch schichtet und alles Leben erstarren läßt. Aber hier oben, in Höhen, die weit über die 3000-Meter-Grenze klettern, gibt es keinen Still­stand. Der Rhythmus der Arbeit schwingt, Schnee- pflüge legen die Schienen frei, Lokomotiven pfeifen, Wagen knirschen und kreischen vorüber, Maschinen donnern, Hämmer klopfen, voll wertvoller Erze ge­ladene Drahtseilbahnen ziehen im Schneesturm über uns hinweg. Das ist die Stadt Sewell, fast 2500 Meter hoch gelegen, das istE l T e n i e n t e", das amerikanische Jndustriewerk in ChKe, das ist der Welt größte Unkertagbau-Kupfer- mine.

Kupfer ... Kupfer ... das ist hier der Begriff der Arbeit und der Maßstab des .Wohlstandes. Kupfer ... Kupfer ... dieser Wert ließ in kärgster Bergöde eine ganze Stadt entstehen und leben. 10Q00 Menschen wohnen hier und gehen ihrer Ar­beit nach in Schächten, die eine Höhe von mehr als 3000 Meter erreichen. Aber vom Abbau der Erze bis zur Gewinnung des reinen Kupfers ist ein weiter Weg. In Sewell wird er unter Aus­nutzung der modernsten Mittel unserer Zeit zurück­gelegt. Abbau ... Raffinierung ... die elektrolyti­sche Reinigung ... glühende Oefen ... und ein ver­wirrender chemischer Prozeß ... bis das reine Kup­fer wie flüssig gewordenes Gold aus den Flamm­öfen herausläuft, in Formen fleißt, ab kühlt und in wertvollen Barren zu Tal geht.

Erstaunlich das Werk. Und eigentümlich die Stadt. Eine Erinnerung an Gibraltar kann wachwerden. Ein öder Fels "wie dort. Kaum eine Fläche zum Siedeln. Die Hausfronten scheinen aus den natften Felswänden zu wachsen. Und Fronten, die viele Stockwerke hochklettern, letzte, aber auch allerletzte Möglichkeiten ausnutzend. In dieser S^adt der immerwährenden Arbeit, in dieser Höhe vor allem und in diesem Arbeitstempo müssen strenge Gesetze herrschen. Trotzdem keine nüchterne Kasernierung der Angestellten und Arbeiter. Hinter den kahlen Fronten der Bauten grüßen einige liebliche Flecken herüber, die Privatwohnungen der verheirateten Angestellten. Nummerierte Wohnungen für die Ar­beiter, aber keine gleichmachende Arbeit.

Im Gegenteil: das L e i st u n g s p r i n z i p ist amerikanisch zugespitzt. Derselbe Arbeiter, der hier bei einem Mindestlohn von knapp neun Pesos acht Stunden (in einer Schicht) schafft, kann es bei dem entsprechenden Einsatz aus den zehnfachen Satz bringen. Das fällt im weiteren auf: es gibt hier oben wohl elegante Klubräume, aber keine Kneipen. Das A l k o h o l d e r b o t wird streng durchgeführt.El Teniente" ... Sewell das ist Der Einblick in die Welt des Kupfers. Das wird aber zugleich auch ein Einblick in den so segens­reichen Einsatz ausländischer Initiative, ausländischen Kapitals und ausländischer Arbeits­kraft in Chile. Auf den leitenden Poften sieht man fast ausschließlich Ausländer, erfreulich, daß sich auch eine Reihe von deutschen Fachleuten dar­unter befindet, erfreulich weiter, daß man unter den Maschinen zuweilen auf deutsche Konstruk­tionen stößt.

Als wir wieder abwärts fahren, glüht das Feuer der Flammöfen in uns nach, bis Wind und Wetter wieder ihre Rechte antreten. Flocken treiben durch dje Fensterspalte, daß es wirklich ungemütlich wird. In Rancagua dasselbe trübe Bild. Da ist es dop­pelt angebracht, ein Loblied auf den Deutschen Verein und sein gastliches Klubhaus anzustim­men, auf den glühenden Kamin und auf Den guten roten Wein, auf Die gemütlichen RunDen, Die fast bis zu Dem Zeitpunkt tagen, wo man zwischen auf- fteigenDem Morgen unD noch immer nieDercjcbenDem Regen roieDer einmal sehnsuchtsvoll auf Das schneeige Weiß Der KorDillere blicken kann.

1 Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter Des Hauptschristleiters: Ernst B!um­schein. Verantwortlich für Politik unD für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; 'ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen-

. leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt Der i Anzeigen: TheoDor Kümmel. D. A. II 37: 10 933. , Druck- unD Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unD SteinDruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich

i 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

) 15 Pf., mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr

: Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

beit haben. , f

Um nun diese 1,6 Millionen Hektar so rasch als möglich zu mobilisieren und sie womöglich schon im Lause dieses Jahres nutzbar zu machen, hat Das Reich einen erheblichen Millionenbetrag für Den GrünlanDumbruchzur Verfügung gestellt. Die Deutsche LanDwirtschaft ist aufgerufen worDen, ihren Besitz an Wiesen- und WeiDelanD einer genauen Nachprüfung zu unterziehen, um festzustellen, wie­viel Wiesen unD WeiDen zwecks Ertragssteigerung in AckerlanD umgeroanDelt werDen kön­nen. Es wirD, wenn Die notroenDigen Garantien für einen höheren Ertrag, für Die Aussaat von guter Saat, Düngung usw. gegeben sinD, eine Bei­hilfe von 100 Mark pro Hektar umbrochenen ßanDes auf Antrag beim Ortsbauernführer gezahlt.

Da es sich weiterhin herausgestellt hat, Daß im Lause Der letzten hundert Jahre Der Hektar-Ertrag um runD 100 v. H. Durch bessere Sorten, Meliora­tionen, künstliche Düngung usw. gesteigert werden konnte, währenD Die Erträge Der Wiesen und Wei­den nur um etwa 30 v. H. erhöht werden konnten, ist gleichfalls eine Prämie von 100 Mark pro Hek­tar für diejenigen Betriebe ausgesetzt worden, die durch Einzäunung, durch Düngung und die Ein­richtung einer guten Koppelwirtschaft ihre Wiesen und Weiden zu einem Höchstertrag bringen. Man sieht dieses Ziel erreicht bei der Ernährung von 4 Stück Großvieh auf einem preußischen Morgen Weideland. Diese Beihilfen von 100 Mark, die je nach den Erfordernissen etwas niedriger, aber auch etwas höher ausfallen können, werden gleichfalls an die Landwirte gezahl, die bereits in der Zeit vom 18. Oktober 1936 bis zum 1. März 1937 die gefor­derten Verbesserungsmaßnahmen durchgeführt ha­ben. Dagegen ist die Auszahlung der Beihilfen für den Umbruch und die Verbesserung der Weiden an den Zeitraum vom 18. Oktober 1936 bis zum 1. April 1938 gebunden.

Mele Tausende von.Landwirten haben nur aus Mangel an Geld Den Grünlandumbruch bis jetzt nicht durchführen können. Für sie ist die Beihilfe das Signal. Für Gesamtdeutschland aber bedeutet dieser Grünlandumbruch eine agrarpolitische Tat ersten Ranges, die vielleicht erst vön späteren Ge­nerationen "in ihrer Bedeutung in vollem Umfange erkannt werden wird. Dr. Vo.

Landvolk, halte deiner Zeitlina die Treue!

Eine wichtige Klarstellung bedeutet der Ausruf an das kurmärkische Landvolk, Den der Landes­bau e r n f Ü h r e r der Kurmark, Bauer Martin Wendt, erlassen hat. Darin heißt es u. a., daß ein Bauer, Landwirt oder Landarbeiter, der keine

nicht dafür verantwortlich, daß man sie einstmals willkürlich dieser oder jener Herrschaft zuteilte. So gehörte Klein-Hausen zum ehemaligen katholischen Kur-Mainz, währenddem Groß-Hausen den evangelischen LandgrafenvonHessen unter­stellt war. Das Mittelalter ist vorüber. Beide Ge­meinden sollen nach dem Willen des Gauleiters eine Familie bilden und deshalb ein Haus bewohnen, in dem alle sich gleichermaßen wohl- fühlen. Der Geist Adolf Hitlers aber möge von nun an jene neue Hausgemeinschaft für immer um­schließen. Darum ist der Name Einhausen ein Ehrenname für die beiden zusammengeschmolze­nen Gemeinden und zugleich die nationalsozialistische Antwort auf den Partikularismus vergangener Jahrhunderte.

Eindrucksvolle Zahlen von der Berliner Olympiade.

Das Organisationskomitee für die XI. Olympiade legte feinen Rechenschaftsbericht ab. Gegenüber 1215 Wettkämpfern in Los Angeles fanden sich m Berlin 4784 aktive Teilnehmer ein. Dazu gesellten sich bei Den Vorführungen 5869 Turner. Im olym­pischen Dorf wurden bei insgesamt 6359 Bewoh­nern an Aktiven, Begleitern und Offiziellen 82 964 Uebernachtungen gewahrt. Einschließlich der Ehren­karten wurden insgesamt 3 800 000 Eintrittskarten umgesetzt, davon entfielen 1 200 000 auf auswärtige Besucher mit 250 000 aus dem Ausland. Die Eisen­bahn beförderte im Ortsverkehr während Der 16 Festtage allein 28 000 000 Fahrgäste. Am 9. August benutzten allein 2,2 Millionen die 8-Bahn. Die ver­kauften 3,8 Millionen Eintrittskarten, brachten eine Einnahme von 8600000 R M. Von Den einzelnen Sportarten steht die Leichtathletik mit 1 716 000 Reichsmark an der Spitze vor dem Fußball mit 1 136 000 RM. Das Festspiel ergab einen Ueberschuß von 300 000 RM. Alles in allem haben die Spiele das deutsche Wirtschafts­leben sehr wirksam beeinflußt. Diese Tatsache wird durch eine Erhebung Der Reichsbank bestätigt, wo­nach jeder ausländische Besucher durch­schnittlich 160 RM. in Berlin ausgegeben hat.

FÜR : > dunkles HAAR

BRUNETAFLOR

KAMILLOFLOR

ALKALIFREI 30 PFG.

FÜR

BLONDL5

HAAR