nicht begangen hätten: vor allem aber suchte man sie der „unmittelbaren K r i e g s a n st i f t u n g" zu „überführen" — und im Handumdrehen stand man damit auf der Hauptplattform der unzähligen Leitartikel Radeks aus dem Vorjahre.
Der Trotzkistenprozeß vom Januar ist schließlich deshalb noch von besonderem Interesse, weil er, ganz abgesehen von der Durchsichtigkeit seiner politischen Motive, auch für das bisher soviel behandelte kriminalistische Rätsel der „G e st ä n d n i s s e" auf Sowjetprozessen eine neue Lösung gebracht hat. Man wußte freilich auch schon bis jetzt, daß die GPU.- Proookateure auf der Anklagebank „gestehen", weil dies zu ihrem Beruf gehört, man wußte ferner, daß die „Opfer" und Sündenböcke des Wirtschaftssystems gestehen, weil sie terrorisiert und in der Todesangst zu allem bereit sind. Radek hat gezeigt, warum auch der frühere, weltbekannte Sowjetpolitiker auf der Anklagebank „geständig" ist. Sinowjew und Kamenew „gestanden" aus Todesfurcht die bunte Reihe der Verbrechen ein, die der Tschekiftenphantasie entsprungen waren. Pjatakow ließ sich wohl aus Resignation die Moritaten der GPU. in den Mund legen. (Seine Aeußerung: „Und wenn ich alles vorher gewußt hätte, so hätte dies an meinem Schicksal doch nichts ändern können", — ist bezeichnend genug.) Radek — dies ist das neue, bisher noch nicht dagewesene Motiv seiner Haltung — „gestand" aus Lust am politischen Spiel, aus Drang nach Betätigung und Mitwirkung. Radek ist der erste geständniseifrige „Verbrecher" aus politischer Leidenschaft, der vor einem Sowjetgericht stand. Ohne seine Beiträge (d. h. insbesondere die von ihm erfundenen Trotzki-Briefe, die er „leider" verbrannt habe), so sagte er klipp und klar, hätte man den Prozeß kaum aufbauen können. Damit hat er seine aktive Mitarbeit an dem Prozeß, den er sozusagen als seinen letzten, dramatisierten Leitartikel in die Geschichte eingehen lassen wollte, erklärt.
Vierzehn der Angeklagten, darunter auch Pjatakow, sind zum Tode verurteilt worden. Das Urteil ist inzwischen vollstreckt. Vier der Akteure dieses denkwürdigsten Schauspieles, darunter Radek und Sokolnikow, hat man aber nur zu Gefäng- n i s st r a f e n verurteilt. Die Begnadigung Radeks hat viel Verwunderung hervorgerufen. Die Propaganda bezeichnete gerade ihn als „Erzverbrecher und Oberverräter", als das „giftige Reptil, das erbarmungslos ausgerottet werden müßte". Zur Be- aründung für die Schonung seines Lebens genügt seine aktive Mitarbeit im Prozeß natürlich nicht. Die GPU. ist in dieser Hinsicht nicht sentimental. Sie pflegt sogar ihre eigenen Provokateure verschwinden zu lassen. Auch die Vermutung, daß Radek bei künftigen Prozessen noch als „Zeuge" oder sonstwie herangezogen werden solle, reicht zur Erklärung nicht aus. Radek wußte zweifelsohne, daß ihm dieses Spiel den Kopf nicht kosten würde. Aber außerdem bedurfte es für ihn, der die „Treue" seiner bolschewistischen Gesinnungsgenossen kannte, der Sicherungen. Es dürfte Radek (ebenso übrigens auch Sokolnikow), die ihre Verhaftung natürlich schon lange kommen sahen, nicht schwer gefallen sein, bei ihren Auslandsverbindungen Dokumente oder Schriftstücke ins Ausland zu schaffen, die, im Falle ihrer Erschießung veröffentlicht, den Kreml stark kompromittiert haben könnten. So läßt sich Radeks Haltung nur dadurch erklären, daß er mit seinen Partnern von der GPU. zu einer Art vertraglichen Ueber- einkommens gelangt ist. „Ich akzeptiere eure Thesen und arbeite aktiv daran mit, ihr gewährt mir dafür die Sicherungen, die ich verlange. Sollte die GPU. deshalb gezwungen worden sein, den „Vertrag" mit Radek zu halten, auf Grund dessen er so sicher auf dem Prozeß manövrierte?
Wir bezweifeln nicht, daß dem Leser ein solches Maß von menschlicher Gemeinheit, von Lügen und bis aufs äußerste getriebener, ja noch mit Intelligenz und Phantasie ausgestalteter Niedertracht kaum mehr glaubwürdig erscheint. Wir selbst sind der Ansicht, daß es nicht Russen sind, die diese Abscheulichkeiten alle erdacht haben könnten. Wir suchen die Konzeption dieses Schauspiels bei einer anderen Rasse, die nicht umsonst im Moskauer Gerichtssaal in überwältigender Anzahl vertreten war und die auch den Großteil der Untersuchungsrichter der GPU. stellt. Aber es muß ausgesprochen werden: Dieser Prozeß hat wieder einmal dem Moskauer System, das sich ja seit neuestem so gerne „S o w j e t d e m o k r a t i e" nennt, die Maske vom Gefickt gerissen. Für einen Augenblick enthüllten sich die niederträchtigen Polizeigeheimnisse dieses Regimes, seine korrupte Wirtschaft, der furchtbare Despotismus seiner Gewalthaber. Dieser Prozeß war kein böser Traum, sondern grauenvolle Wirklichkeit. Nach Abschluß dieses entsetzlichen Schauspieles mußten die „empörten" Moskauer Proletariermassen bei 28 Grad Frost, frierend und vor Kälte schlotternd, in endlosen Zügen zum Roten Platz marschieren, um dort für den Urteilsspruch zu demonstrieren. Sie trugen Fahnen und Spruchbänder in den ftosterstarrten Händen mit Losungen wie: „Nieder mit den faschistischen Hunden", „Erschlagt die Mörderbande Trotzki-Gestapo", „Heine Schonung für die Volksverräter". Wer dies mit eigenen Augen gesehen hat, der kann erst die ganze Tragik Sowjetrußlands ermessen.
Meine politische Nachrichten.
In Erwiderung des Besuches, den der österreichische Staatssekretär des Auswärtigen Dr. Schmidt Ende 1936 in Berlin abgestattet hat, wird sich der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath am 21. dieses Monats zu einem zweitägigen Gegenbesuch nach Wien begeben.
Auf Veranlassung des britischen Kolonialministers sind zwei britische Kronbeamte in Malta ihrer Po st en enthoben worden. Es handelt sich um den Kurator des Kunstmuseums in Valetta, Vincent Bonello, einem früheren nationalistischen Justizminister, und dem Malteser Unioersitätsprosessor Carlo Mallia. Man glaubt, daß die Beamten wegen ihrer proitalienischen Einstellung entlassen wurden. Eine öffentliche Untersuchung wird nicht stattfinden.
Das amerikanische Repräsentantenhaus nahm eine Gesetzesvorlage an, die es den Richtern des Bundesobergerichtes nach zehnjähriger
Handwerk hat goldenen Boden.
III.
Das Handwerk lebt.
Ueberall im deutschen Handwerk, wohin man auch schauen mag, herrscht Leben und Bewegung. In den Berufsverbänden und in den Werkstätten wird emsig gearbeitet. Die Zählung der Handwerksbetriebe, die 1936 nach fünfjähriger Pause vom Reichsstand durchgeführt worden ist, hat ergeben, daß es in Deutschland 1,65 Millionen Handwerksbetriebe gibt. Nach der Größenordnung der Handwerkszweige stehen an der Spitze die Damenschneider mit 10,2 v. H. aller Betriebe. Es folgen dann die Schuhmacher mit 9,5 v. H., die Herrenschneider mit 7,5 v. H., die Tischler mit 7 v. H., die Fleischer mit 6,5 v. H., die Bäcker mit 6,4 v. H., die Friseure mit 5,9 v. H., die Maler mit 5,2 v. H., das Baugewerbe mit 4,5 v. H. und die Schmiede mit 3,8 o. H. Auf diese zehn Reichsinnungnsverbände entfallen allein 66,5 v. H.
-
..
-
MW
Im Haus des Deutschen Handwerks zu Berlin veranstaltete der Reichsinnungsverband der Bildhauer und Reichsinnungsverband des Tischler- Handwerks eine Ausstellung von kostbaren alten und neuen Jnnungsladen. Dabei wurde auch die neuzeitliche Erbhoftafel, eine schöne Holzbildhauerarbeit, gezeigt, die unser Bild bringt. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
sämtlicher Handwerksbetriebe, während sich die restlichen 33,5 v. H. auf 62 sonstige Handwerkszweige verteilen. Die Zahl der Handwerksbetriebe hat sich von 1931 bis 1936 um 19,5 v. H. oder durchschnittlich jährlich um 53,863 erhöht. Diese außerordentliche Vermehrung ist zum Teil darauf zurückzuführen, daß zur Zeit der großen Arbeitslosigkeit viele Industriearbeiter und Handwerksgesellen sich selbstständig gemacht haben, ferner auf den Kampf gegen die Schwarzarbeit, den der Nationalsozialismus mit Energie geführt hat, und schließlich auf den allgemeinen Aufschwung der Handwerkswirtschaft seit der Machtübernahme, der einen starken Anreiz zur Gewerbeanmeldung bot. Daneben kommt für diese Entwicklung auch noch die Rückgliederung des Saarlandes und die Anerkennung einiger Ge- werbezweige als Handwerk in Frage.
Heute sind alle handwerklich geschulten Kräfte in der Wirtschaft sehr begehrt. Erst kürzlich hat der Reichsstand die Parole ausgegeben, daß kein Facharbeiter feiern darf. Unrentable Betriebsführer sollen von der Möglichkeit Gebrauch machen, um als Facharbeiter in Werkstätten einzutreten, die
dem Dierjahresplan dienen. Das gilt besonders für das Bau- und Metallgewerbe. Wenn man auf allen anderen Gebieten die handwerkliche Tätigkeit der letzten zwei Jahre untersucht, dann wird klar, daß unendlich viel gearbeitet worden ist, so daß in der Tat heute sich der ganze handwerkliche Sektor der Volkswirtschaft als eine große Schau der Leistungen auf echter und solider Grundlage darbietet.
Zu dieser erfreulichen Entwicklung hat neben den gesetzlichen Maßnahmen der Reichsregierung in erster Linie die Initiative beigetragen, die die Führung des deutschen Handwerks in Zusammenarbeit mit der Deutschen Arbeitsfront, der NS- Kulturgemeinde und anderen Organisationen entwickelt hat. Aber auch die Meister haben überall freudig die Gelegenheit ergriffen, um auf Muste r- schauen und Ausstellungen ihr Können unter Beweis zu stellen. Im Vordergrund aller dieser Veranstaltungen stehen die Ausstellungen, die im Haus des deutschen Handwerks veranstaltet werden. Durch diese Unternehmung soll die handwerkliche Leistung in allen Berufszweigen gefordert werden. Daneben tritt eine zusätzliche Arbeitsvermittlung. Bisher haben wir im Haus des deutschen Handwerks 12 Ausstellungen seit dem Ende des Jahres 1935 bewundern können, von denen einige dem Gesamthandwerk dienen sollten, während andere Leistungsschauen eines bestimmten Handwerkszweiges darstellten. Man erinnert sich mit Freude der großen Leistungsschau „Deutsches Kunsthandwerk", der beiden „Weihnachtsschauen 1935 und 1936", der Ausstellung „Buch und Bild" sowie der ausgewählten Arbeiten der Schuhmacher, der Uhrmacher, der Maler, der Schlosser, der Goldschmiede und der Musikinstrumentenmacher. Im Augenblick hat das deutsche Sattlerhandwerk den Ausstellungsraum belegt. Wir sehen hier die Rohstoffe des Sattlergewerbes, darunter auch erstmalig das Kunstleder, dem eine große Zukunft vorausgesagt wird. Dann kommen die Werkzeuge des Sattlerhandwerks und schließlich all die praktischen Dinge, die für diesen Beruf charakteristisch sind. Darunter Sättel, Sportartikel, Helme, Taschen und Koffer aller Art. Besondere Beachtung verdienen die historischen Stücke aus dem Offenbacher Ledermuseum sowie mehrere kunstvolle Arbeiten aus der Werkstatt achtbarer Meister.
Das Handwerk hat auch auf dem Gebiete des Exports beträchtliche Leistungen aufzuweisen. Die Leipziger Messe ist auf diesem Gebiet in den letzten zwei Jahren vorangegangen. Im Haus des Deutschen Handwerks wird nach der großen Exportmusterschau, die gerade während der Olympiade abgehalten wurde, eine ständige Exportschau gezeigt, die große Beachtung findet. Es ist sicher, daß für mehr als 60 Millionen Mark an Handwerksartikeln nach dem Auslande verkauft werden.
lieber die Vielfalt der handwerklichen Arbeit gewinnt man einen Ueberblick, wenn man nach dem Erzgebirge, nach dem Frankenwald und in die bayerische Ostmark wandert. Dort ist das kleine Handwerk zu Hause, das viele Jahrzehnte lang dem Tode geweiht schien. Hier haben besonders die maßgebenden Männer der NS.-Kulturgemeinde tatkräftig zugegriffen und viele bereits verloren gegebene Handwerkszweige und Einzelexistenzen gerettet. Man findet in der bayerischen Ostmark die Korbflechtereien und Stickereien, die Handwerkszweige, die sich um die Textil- und Porzellanindustrie entwickelt haben, ferner die Leineweber, die um Breitenberg im Bayerischen Wald zu Hause sind, und die Töpfer rings um Landshut. Dazu kommen Zinngießerwerkftätten, Holzwarenbetriebe, Blaudruckwerkstätten sowie die Handwerkszweige, die sich rings um die Glasbereitung und Verarbeitung gebildet haben. Es gibt Handwerksmeister besonders bei Weinsiedel und Passau, die den Stein bearbeiten, Granit, Marmor und Kalkstein. Auch die Puppenindustrie ernährt zahlreiche Meister dieses schwer ringenden Grenzgaues. Die NS.-Kultur- gemeinde sorgt für eine fachliche und soziale Betreuung, indem sie einen Handwerkspfleger bestellt hat, der die einzelnen Werkstätten besucht und den Meistern hilft, marktfähige Muster in guter Form zu entwickeln. H. D.
Dienstzeit gestattet, bei Erreichung des 70. Lebensjahres mit dem vollen Gehalt in den Ruhe st and zu treten. Auch mehrere Republikaner stimmten für die Vorlage, die Präsident Roosevelt in seiner Kongreßbotschaft als Beginn der Reform des Bundesgerichtssystems vorgeschlagen hatte.
Kunst und Wissenschaft.
Ser Führer beim Winterhilfskonzert der Philharmoniker
Zu einem außergewöhnlichen Ereignis gestaltete sich das Konzert, mit dem sich das Philharmonische Orchester Berlin unter Leitung von Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler in den Dienst des Winterhilfswerkes stellte. Die Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers und vieler führenden Persönlichkeiten aus Staat, Diplomatie, Wehrmacht, Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft gab der Veranstaltung ihre besondere Be- oeutung. Kurz vor Beginn erschien der Führer in der Ehrenloge, in der Ministerpräsident G ö - ring und Frau bereits Platz genommen hatten, begleitet von Reichsminister Dr. Goebbels. Die Besucher erhoben sich und ehrten den Führer mit dem deutschen Gruß. Dann erschien, mit herzlichem Beifall empfangen, Staatsrat Dr. Furtwängler am Dirigentenpult. Das künstlerische Programm war gleichzeitig eine Ehrung für zwei große Meister der deutschen Romanttk. Zur Erinnerung an den von 150 Jahren geborenen Karl Maria von W^ b er eröffnete die Ouvertüre zum „Freischütz" die Vortragsfolge. Als Vorfeier des 40. Todestages von Johannes Brahms erklang dessen Vierte Symphonie. Der zweite Teil des Abends war Beethovens Siebenter Symphonie gewidmet. Während der Pause empfing der Führer in seiner Loge den französischen Botschafter, F r a n-
xois-Poncet, und den polnischen Botschafter, L i p s k i. Der künstlerische Leiter, Generalmusikdirektor Hans von Benda, und der Geschäftsführer des Philharmonischen Orchesters, Steg- mann, übergaben dem Reichspropagandaminister Dr. Goebbels einen Scheck über den Reinertrag des Abends in Höhe von 21065,40 Mark, gewiß ein erfreuliches Ergebnis dieses einzigartigen Konzertabends
Cou Andreas-Salome f.
Die Schriftstellerin Lou Andreas-Salomä, Nietzsches Jugendfreundin, ist kurz vor ihrem 76. Geburtstage in Göttingen gestorben. 1861 als Tochter des in russischen Diensten stehenden Generals v. Salome geboren, heiratete sie 1887 den Orientalisten Professor F. C Andreas, der 1902 von Berlin nach Götttngen übersiedelte und dort vor einigen Jahren starb. Eine jahrelange innige Freundschaft verband Lou Andreas-Salomö mit Rainer Maria Rilke; davon zeugen u. a. die in den letzten Jahren erschienenen Rilke-Briefbände des Insel-Verlages Lou Andreas-Salomö hat über Ibsens Frauengestalten und Nietzsches Werke geschrieben; von ihren Erzählungen seien genannt: „Ruth"; „Fenischka"; „Ma, ein Porträt"; „Im Zwischenland"; „Das Haus" und „Rodinka. Russische Erinnerung."
Der Auslandspressechef der NSDAP.
Dr. Ernst Hanfstengl 50 Jahre all.
Dr. Ernst Hanfstengl, der Auslandespreffe- chef der NSDAP., feiert am 11. Februar feinen 5 0. Geburtstag. Er entstammt einer alten bayerischen Familie, die ihren Ursprung in Bayern bis auf das Jahr 1350 zurückführt. Sein Vater war der Begründer des bekannten Deutschen Kunstverlages Hanfstengl in München. Dr. Ernst Hanfstengl absolvierte seine Studienzeit meist an ausländischen Hochschulen. Im Anschluß an die Teil
nahme an den Münchener Novemberereignissen 1923 ging er mit anderen Mitkämpfern nach Oesterreich in die Verbannung. Nach seiner Rückkehr 1924 setzte er seine Studien im In- und Auslande fort, deren Ergebnis er 1930 in dem Werk „Von Marlborough bis Mirabeau" niederlegte. Dr. Hanfstengl ist auch als Komponist beliebter Märsche hervorgetreten, von denen der Marsch „Deutscher Föhn" besonders bekannt geworden ist. Nach der Machtübernahme ist es ihm als Auslandspressechef der NSDAP, dank feiner zahlreichen ausländischen Beziehungen erfolgreich gelungen, aufklärend für das Dritte Reich zu wirken und dem nationalsozialistischen Deutschland neue und aufrichtige Freunde zuzuführen. Dem alten Kämpfer der Bewegung, dem feinsinnigen Künstler gelten heute die Sympathien ferner zahlreichen Freunde im In- und Ausland.
Aus aller Welt.
Der Führer überweist 50 000 Mark der „Stiftung für Opfer der Arbeit auf See". Das besonders stürmische Wetter zur See hak in den vergangenen Monaten eine große A n - zahl von Opfern unter den deutschen Seeleuten und Fischern gefordert. Aus die- dem Anlaß hat der Führer und Reichskanzler der „Stiftung für Opfer der Arbeit auf See", die der von ihm selbst ins Leben gerufenen „Stiftung für Opfer der Arbeit" angegliedert ist, einen Betrag von 50 000 Mark überwiesen. Diese Zuwendung ist für die Familien verunglückter Seeleute bestimmt und soll überall da, wo die Renten der Berufsgenossenschaft nicht ausreichen, zur Sicherung der Hinterbliebenen verwendet werden. Auch Reichsminister Dr. Frick hat aus dem gleichen Anlaß und zu dem gleichen Zweck einen Betrag von 10 000 Mark gestiftet.
General von Oven gestorben.
General der Infanterie a. D. Adolf v. Oven ist im Alter von 82 Jahren in Berlin gestorben. Adolf K. v. Oven wurde in Westpreußen geboren und kam 1873 als Leutnant aus dem Kadettenkorps zum Infanterieregiment Nr. 96. Von 1897 bis 1899 war er Bataillonskommandeur im 3 Garderegiment zu Fuß. Von 1902 bis 1904 stand er an der Spitze des Grenadierregiments 12 in Frankfurt a. d. O., übernahm hierauf die 16. Jnfanteriebrigade in Torgau und 1907 das Kommando der VII. Division in Magdeburg. 1911 wurde er Gouverneur von Metz. 1912 erhielt von Oven den Rang eines Generals der Infanterie. Unter Stellung ä la Suite des Grenadierregiments Nr. 12 erhielt er im Februar 1914 den erbetenen Abschied. Bei Kriegsausbruch wurde General von Oven wieder zum Gouverneur von Metz ernannt, welche Stellung er gleichzeitig mit der des Führers der Gruppe Metz bis 1918 innehatte. Ende 1918 trat der verdiente General endgültig in den Ruhestands
Ferntagung gleichzeitig in 33 Städten.
Der Verband Deutscher Elektrotechniker (DDE.) veranstaltet am 23. Februar eine Ferntagung seiner 33 Gaue. Sie werden durch eine von der Reichspost hergestellte Fernsprech-Konfe- renzschaltung miteinander verbunden, so daß jede der 33 Versammlungen die in den übrigen gehaltenen Ansprachen mitgehört. Die Lichtbilder, die den in Berlin gehaltenen Hauptvortrag begleiten, werden gleichzeitig an allen 33 Orten gezeigt. Es handelt sich dabei um: Aachen, Berlin-Charlottenburg, Braunschweig, Breslau, Chemnitz, Danzig, D a r m ft a b t, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt a. M., Freiburg i. Br., Halle a. d. Saale, Hamburg, Hannover, Hindenburg O. S., Karlsruhe, Kassel, Kiel, Köln, Königs- berg i. Pr., Krefeld, Leipzig, Mannheim, Magdeburg, München, Nürnberg, Saarbrücken, Stettin, Stuttgart, Trier, Wuppertal-Elberfeld. Bereits 1929 hat eine Ferntagung des VDE. mit drei befreundeten ausländischen Vereinen im Haag, in Wien und in Budapest stattgefunden. Es dürfte aber wohl das erste Mal in der Geschichte des Fernsprechers sein, daß 33 weit voneinander ent« fernte Versammlungen durch Fernsprechübertragung zusammengefaßt werden.
Der Reiseweg
des Schulschiffes „Schleswig-Holstein".
Der Reiseweg des Schulschiffes Linienschiff „Schleswig-Holstein" ist für die Monate März und April d. I. wie folgt festgelegt: Hamilton (Bermudas) 8. 3. bis 15. 3. 1937, Horta (Azoren) 24. 3. bis 2. 4. 1937, Dun Laoghaire (Kingstown Irland) 9. 4. bis 16. 4. 1937. Am 20. 4. d. I. kehrt das Schulschiff in die Heimat zurück.
Der langersehnte Schneefall in Bayern.
Am Mittwochabend stellte sich in Oberbayern starkes Schneetreiben ein, das im Laufe der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstagfrüh noch anhielt und zum erstenmal in diesem Winter eine richtige Schneelandschaft schuf. Auch auf den Bergen wird allenthalben kräftiger Schneefall gemeldet. Beispielsweise besagt eine Nachricht aus Füssen im Allgäu, daß der Schnee im Tal 25 bis 30 Zentimeter hoch liegt.
Vetriebseinstellung der Salzkammergutbahn.
Die Salzkammergut-Lokalbahn stellte ihren Betrieb ein, nachdem Verhandlungen zur Be- reitftellung neuer Mittel ergebnislos geblieben sind. Die Bahn verbindet auf einer 76 Kilometer langen Schmalspurstrecke die Stadt Salzburg mit Bad Ischl. Auch die von der Ballgesellschaft betriebene Schi f fahrt auf dem Wolfgangsee wurde stillgelegt. Um die um ihr Bestehen schwer ringende Bahn nicht noch mehr zu gefährden, waren seinerzeit Anträge auf Errichtung von Kraftwagenlinien in das Salzkammergut abgeschlagen worden. Da jetzt der nötige Kraftwagenpark fehlt, sind im Augenblick der Einstellung des Bahnbetriebes viele Orte im Salzkammergut, wie z. B. das berühmte St. Wolfgang am Wolfgangsee, vom Verkehr abgeschnitten. Hinzu kommt, daß Kraftwagen die stark vereisten Bergstraßen nicht bezwingen können. Viele Schüler, die Salzburger Schulen besuchen, mußten deshalb dem Unterricht fernbleiben. Ein weiteres schwieriges Problem sind die Holztransporte, eine der wichtigsten wirtschaftlichen Einnahmequellen des Gebietes, sie sind aber nur mit den Bahntarifen nutzbringend. Katastrophal wirkt sich der Zusammenbruch für das Pensionsinstitut der öfterreichischen Privat-
UW,
MAGGI5 Bratensoße
9I0-A


