Einzelbild herunterladen

Todt, feierte die Arbeiter, die Mithilfen das Werk zu einem schönen Ende zu führen. Durch die Fertigstellung der Strecke Berlin-Hannover sei die Hälfte der Strecke nach dem Rheinland befahrbar geworden. Zur gleichen Zeit werde durch die Fer­tigstellung der Strecke Leipzig-Bayreuth- Nürnberg ein Drittel der Strecke Berlin- München für den Verkehr frei. So schlössen sich die Baulücken zusammen zu dem großen Netz der ReiLsautobahnen, das in wenigen Jahren ganz Deutschland durchziehen soll.

Keine Einschränkung der Faschings­veranstaltungen am 30. Januar.

Berlin, 10. 3an. (MB.) (Eine Dienststelle der Reichspropagandaleitung der JISDMp. hatte in einem Aufruf das Gaststättengewerbe aufgefordert, am 30. Januar entsprechend der Würde des Tages keine Faschingsveranstaltungen abzuhalten. Da in diesem Jahre infolge der kürze der Faschingszeit die Faschingseinnahmen des Gaststättengewerbes schon an sich gegenüber den Vorjahren beein­trächtigt werden und darüber hinaus der 30. Ja­nuar in diesem Jahre auf einen Samstag also einem Haupteinnahmetag des Gaststättenge­werbes fällt, außerdem für den 30. Januar bereits zahlreiche mit bedeutenden kosten verbundene Ver­pflichtungen von großen Gaststätten eingegangen worden find, hat der Reichs­minister für Volksaufklärung und Propaganda ver­fügt, daß keine Einschränkung von Fa­schingsveranstaltungen am 30. Januar er­folgen foll. Es können also am 30. Januar Fa­schingsveranstaltungen ungehindertabgehal- f e n werden. Es wird selbstverständlich am 30. Ja­nuar im Verlaufe des Tages in großen poli­tischen Veranstaltungen der Würde und Bedeutung des Tages in ausreichendem Maße Rechnung getragen werden. Das Programm für den 30. Januar wird in kürze bekanntgegeben.

Katholischer Iungscharführer wegen Blutschande verurteilt.

Karlsruhe, 9. Jan. (DNB.) Vor dem Schöf­fengericht in Offenburg hatte sich der 19jährige katholische Theologiestudent und Diozesan-Jungschar- führer für Baden, Hans S ch ü l l e, wegen Blut­schande und Sittlichkeitsverbrechens an seinen beiden Schwestern zu verantworten. Schülle war Führer sämtlicher katholischer Jugendoerbände für Baden und studierte auf kirchliche Kosten Theologie, um Priester zu werden. Er hat in den letzten Jahren mit seinen beiden jetzt 13- und 14jährigen Schwe­stern laufend Blutschande getrieben, und seine jetzt 13jährige Schwester Margaretha gebar vor einiger Zeit ein Kind, dessen Vater Schülle ist. Die Ver­handlung gegen Schütte warf ein grelles Schlag­licht auf die Moralauffassung gewisser Kreise. Schülle stellte sich auf den Standpunkt, daß sein Verhalten sehr wohl mit seinem Wunsch, Priester zu werden, und seiner Stellung als kirchlicher Jugendführer zu vereinbaren wäre, da ja auch ver­schiedene Heilige in ihrer Jugend mit der öffent­lichen Moralanschauung in Konflikt gekommen seien. Außerdem habe er gebeichtet und Absolution er­halten, also sei die ganze Angelegenheit für ihn erledigt. Er sei sich daher keiner Schuld mehr be­wußt. Schülle hat in den letzten Jahren immer wieder durch staatsfeindliche Tätigkeit gegen die Gesetze verstoßen, er hat in vielen Orten Badens Hetzreden gegen die Hitler-Jugend gehalten und die katholische Jugend zum Ungehorsam gegen den Staat aufgefordert. So muhte er schließlich 1934 vorübergehend in Schutzhaft genommen werden. Bemerkenswert ist, daß Schülle auch nach der Auf­deckung seines Treibens mit Genehmigung kirch­licher Stellen sein Studium fortsetzen durfte. Er äußerte damals, als ihm erklärt wurde, daß er als Priester keine geschlechtlichen Regungen mehr zeigen dürfe, er wolle alles weitere der Vorsehung über­lassen. Vielleicht werde das Kind sterben. Das Ge­richt verurteilte Schülle wegen zwei Verbrechen nach § 176 des Strafgesetzbuches in Tateinheit mit § 173 zu einer Gefängnis st rafe von einem Jahr und sechs Monaten sowie zur Tragung der Kosten.

Kleine politische Nachrichten.

Das vorläufige Ergebnis der dritten Ein­topfsammlung des W i n t e r h i l f s w e r- kes 1936/37 beträgt 5600595,20 Mark. Die Er­gebnisse der ersten und zweiten Eintopfsamm­lung des WHW. 1936/37, die bereits veröffentlicht wurden, waren 5 455 564,82 Mark am ersten Ein­topfsonntag und 5 503 718,61 Mark am zweiten Eintopfsonntag.

Der Reichs-Innenminister Dr. Frick richtete an die Deutsche Bergwacht in München fol­gendes Telegramm: Der Deutschen Bergwacht spreche ich für die in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht hervorragend organisierte Rettungs­tat ihrer opferbereiten Mitglieder in der Watz- mann-Ostwanü meinen Dank und meine beson­dere Anerkennung aus. Zum Ersatz der bei der Bergung zu Verlust gegangenen Geräte stifte ich einen Sonderzuschuß von 3000 Mark.

Die Pressestelle des Danziger Senats teilt mit: Die Besprechungen, die über das Verhältnis Danzigs zum Völkerbund vom Präsiden­ten Greiser und Staatsrat Dr. Böttcher von Seiten Danzigs und Ministerialdirektor Lalicki von polni­scher Seite geführt wurden, sind beendet und haben zu einem positiven Ergebnis geführt.

Die holländische Kronprinzessin Juliana und Prinz Bernhard der Niederlande trafen im polnischen Höhenkurort Krynica in den West­karpathen ein. Sie sind im HotelPatria", das dem Tenor Kiepura gehört, abgestiegen und ge­denken drei Wochen dort ju bleiben.

Die Regierung von Mandschukuo erließ eine Verordnung, die praktisch der sofortigen Einfüh­rung der allgemeinen Wehrpflicht gleich­kommt. Die Regierung begründet die Verordnung, von der die Männer im Alter von 18 bis 23 Jah­ren erfaßt werden, mit der Notwendigkeit der Ver­stärkung des Heeres und einer Verbesserung seiner Ausbildung sowie der Angleichung an die Heeres- bestimmungen Mandschukuos an die Japans.

Der zweite große Schauprozeß gegen trotz kistische Verschwörer" wird am 11. März beginnen. Auf der Anklagebank werden 19 Personen sitzen, unter ihnen der Jude Radek- S o b el s o h n mit fünf anderen Mitgliedern der Schriftleitung der Jswestija. Den Angeklagten droht

Jüdische Boykotthetze gegen Schmelings Weltmeisterschastskampf.

Braddocks Manager inszeniert die Hetze.

N e u y o r k, 9. Jan. Die Neuyorker Blät- ter veröffentlichen einen Aufruf derAnti- Nazi-Liga" zum Boykott gegen den Kampf um die Weltmeisterschaft, der zwischen Schmeling und Braddock für den 3. Juni angesetzt ist. DieAnti-Nazi-Liga", eine Oranisation jüdischer Hetzer gegen Deutschland unter Führung des berüchtigten Sa­muel Untermeyer, behauptet, der amerikanische Gewerkschaftsverband und 1200 jüdische Frauen­organisationen des ganzen Landes würden sich dem Boykott anschließen. Der Boykott soll durch Rund­funk, Presse, bezahlte Anzeigen, Reklame auf Streichholzschachteln, mit Plakaten, Rundschreiben und unter Einsatz einer Flüsterpropaganda sowie mit Hilfe aller auszudenkenden Lügen und Ver­leumdungen durchgeführt werden, um den Kampf auch von der finanziellen Seite her zu erschüttern. Ihrer unverschämten Aufforderung fügt die Liga die anmaßende Drohung zu, ste werde gegen alle zukünftigen Veranstaltungen des Madison Square Garden den Boykott erklären, falls die Direktion den Kampf stattfinden lasse.

Braddocks jüdischer Manager Joe Gould soll erklärt haben, solange der Boykott in Kraft sei, werde Braddock ungeachtet des Kontraktes nicht gegen Schmeling kämpfen. Kil Patrick, der Prä­

sident des Madison Square Garden, lehnte vorerst ab, sich zu äußern. Der Vorsitzende der Neuyorker Boxkommission General Phelan gab zu der von Neuyorker Juden gegen Schmelings Weltmeister­schastskampf aufgenommenen Hetze eine lau­warme und zweideutige Erklärung ab. Er sagte: Der Boykott nimmt zweifellos ernste Formen an. Wir werden unser Teil tun, um Schmelings Interessen, soweit es uns möglich ist, zu wahren. In Neuyorker Sportkreisen ist man der Ansicht, daß der Boykott und die Hetze gegen Schmelings Weltmeisterschastskampf von dem Manager Braddocks selb st, einem Juden, begonnen wurde als neuestes Manöver, um einen Titelkampf mit Schmeling zu verhindern und einen Weltmeisterschaftskampf mit Joe Louis herbeizuführen, von dem sich Braddock größere Einnahmen verspricht. Der Boykott wird offen­bar in der Annahme in Szene gesetzt, daß Schme­ling die Weltmeisterschaft gewinnt. Er drückt den ganzen Haß, die ohnmächtige Wut und den Neid des Neuyorker Juüenvolkes aus, das einsehen mußte, daß ein Boykott der deutschen Waren er­folglos blieb. Dieser Pöbel sieht seine eigenen poli- ttschen Voraussagen tausendmal Lügen gestraft und weiß nun nichts besseres, als sein Mtztchen an dem deutschen Boxer zu kühlen.

Die Urteilsbegründung

im Mordprozeß Frankfurter.

Oie Frage nach den Hintermännern des Mörders offengelaffen.

Basel, 9. Jan. (DNB.) Die 50 Foliofeiten um­fassende Begründung zum Urteil im Frankfurter-Prozeß ist von der Kanzlei des Kantongerichtes von Graubünden nun den be­teiligten Parteien zugestellt worden. In eingehen- den Darlegungen wird festgestellt, daß Frankfurter die Tat lange vorher geplant und be- schlossen habe, ebenso wie seine Vorbereitungen zur Ausführung auf längere Zeit zurückgingen. Schon aus diesem Grunde muß daran festgehalten werden, so erklärt die Urteilsbegründung, daß es eine Tötung mit Vorbedacht, mit Ueber- l e g u n g, mit besonnener Ueberlegung sei.

Das Gericht hält an der Auffassung fest, daß nach dem Material der Voruntersuchung Frankfurter keine Hinte rmänner gehabt habe. (In Deutschland wird bekantlich in diesem Punkt auf Grund unserer Kenntnis der jüdischen Machenschaf­ten eine andere Auffassung vertreten.) Das primäre Motiv sei für Frankfurter d i e Situa­tion des verbummelten Studenten ge- wefen, der keinen Ausweg mehr fah als den Selbst­mord und dann auf den Gedanken kam, eine B l u t- t a t zu begehen. Das Gericht könne der Verteidi­gung nicht folgen, wenn diese die Tat entscheidend auf eine aus gerechter Ursache entstandene heftige Gemütsbewegung abstellen möchte. Uebere-instim- mend sagten die Zugen aus, sie hätten nicht den Eindruck gehabt, daß Frankfurter regeren politischen Anteil an der Aufrollung der Judenfrage in Deutsch­land nahm. Somit verliere also auch diese von der Verteidigung in den Vordergrund ihrer Ausführun­gen gestellte Judenfrage in Deutschland jeden irgend­wie auf die Beurteilung des Verbrechens entschei­dend einwirkenden Einfluß.

Entgegenzutreten fei sodann mit aller Entschie­denheit dem Versuch des Täters selbst, seine Tat so darzustellen, als hätten seine angeblichenGe­mütsbewegungen" sich auch darauf erstreckt, daß er nicht habe mit ansehen können, daßNazi-Agenten" wie Gustloff usw. dieLust verpesten" und die staatliche Existenz der Schweizgefährden" und bedrohen. Die Schweizer Behörden beanspruchten vorderhand noch selbst und ganz allein für sich das Recht, in ihrem Lande die Ordnung auf­rechtzuerhalten. Zudem habe der Ermordete als Privatmann eine untadelige Führung gezeigt und nach den Akten fei nicht e r ro i e f e n, daß er als Leiter der Landesgruppe Schweiz der NSDAP, eine denLandesinteressen abträg­liche Tätigkeit entfaltet" habe. Es war also nicht Sache des auch als Ausländer in der Schweiz Gast­recht genießenden David Frankfurter, zum Rechten zu sehen.

Deutlich stellt das Urteil fest, daß wohl über­legter Mord und nicht bloßer Totschlag vorliegt. Ebenso wird die Zurechnungsfähigkeit Frankfur­ters bejaht. Das Gericht lehnt ganz entschieden die Behauptung der Verteidigung ab, daß Frankfurter infolge der Judengesetzgebung in Deutschland in einer aus gerechter Ursache entstandenen heftigen Gemütserregung gehandelt habe. Der § 50 Zister 3 des Strafgesetzbuches von Graubünden bestimmt nämlich, daß mildernde Umstände auch dann do**= liegen, wenn der Täter die Tat in einer aus ge­rechter Ursache entstandenen heftigen Gemütsbewe­gung begangen hat. Auf diese Bestimmung hatte sich der Verteidiger berufen, als er eineinhalb Tage dem Gericht Greuelpropaganda über Deutschland vortrug. Damit ist durch das Urteil festgestellt, daß diese Verteidigung völlig gescheitert ist und der ganze Greuelvortrag der Verteidigung rechtlich unerheblich war und nur z u politi­schen Zwecken gemacht wurde. Wörttich sagt das Urteil hierzu:So betrachtet verliert also dieses von der Verteidigung in den Vordergrund gestellte Problem der Judenverfolgung in Deustchland je­den irgendwie auf die Beurteilung des an sich recht klar und offen zutagegedrachten Verbrechens ent­scheidend einwirkenden Einfluß."

Wie schwer das Gericht die Tat Frankfurters verurteilt, ergibt sich schließlich aus folgender ab­schließenden Feststellung der Urteilsbegründung: Strafverschärfend wirkt andererseits für Frank­furter die Bösartigkeit und die Gefährlichkeit des Willens, die ihn zur Tat bestimmte und sodann die Beharrlichkeit, D r e i st i g k e i t und Grausam­keit, die er bei der Verübung an den Tag gelegt hat."

Das Gericht hatte über die Tat Frankfurters zu urteilen und war dabei auf das Material beschränkt, das in der Voruntersuchung zusammengetragen mar. Demgemäß ist es in der Frage der Hinter­männer zu dem Ergebnis gekommen, daß nach Lage der Sache anzunehmen sei, daß Frankfurter die Tat allein ausgesührt habe und nicht bewiesen sei. daß er Hintermänner gehabt habe. Nachdem jetzt die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt, dürfte der Zeitpunkt gekommen sein, die Frage der Hintermänner erneut zu prüfen. Zu­ständig hierfür ist nicht das Gericht in Chur, auch nicht der Amtskläger in Chur, der nur im Rahmen dieses gerichtlichen Eröffnungsbeschlusses tätig sein konnte, sondern allein die Bundesanwalt­schaft in Bern.

wegen revolutionärer Bestrebungen die Todesstrafe. Radek-Sobelfohn soll im Gefängnis so schwer er­krankt fein, daß angeblich die Gefahr besteht, daß er den Tag der Prozeßeröffnung nicht mehr erlebt.

*

Der belgische Außenminister S p a a k empfing den italienischen Botschafter P r e z i o s i. Gegen­stand des Besuches war die Ansprache, die der Führer der Rexbewegung, Leon Degrelle, von einem italienischen Sender aus gehal­ten hat. Außenminister Spaak teilte dem italieni­schen Botschafter den unangenehmen Eindruck mit, den auf die Regierung und einen großen Teil der öffentlichen Meinung in Belgien die Tatsache ge­macht habe, daß ein belgischer Politiker ermächtigt worden sei, einen italienischen Sender zu benutzen, um eine Kampagne fortzusetzen, die das politische Leben in Belgien angehe. Der Außenminister be- tonte, daß ein solches Geschehnis den guten Be­ziehungen zwischen Belgien und Italien sehr scha­den könne.

Kunst und Wissenschaft.

Alfred Rosenberg eröffnet

dieDilhelm-petersen - Ausstellung" in Berlin.

In Berlin wurde dieWilhelm-Petersen- Au s stell un g", die die NS.-Kulturgemeinde ge­meinsam mit derNordischen Gesellschaft" veran­staltet, eröffnet. Reichsleiter Rosenberg betonte in seiner Eröffnungsansprache u. a.: Wir stellten in Wilhelm Petersen eine so ausgeprägte und der inne­ren Haltung unserer Bewegung so entsprechende Form der Anschauung fest, daß es uns als Pflicht erschien, diesem starken Talent zu dauernder Betä­tigung zu verhelfen.

Wir glauben, jeder, der diese Sammlung mit auf­merksamen Augen betrachtet, wird feststellen können, daß aus einem inneren Persönlichkeitswert und si­cherem bildnerischen Instinkt ein ganz neues Men­schengeschlecht geformt wurde, das zwar in den großen Liedern und Dramen des deutschen Volkes lebendig ist, seine bildhafte Darstellung in neuerer

Zeit aber nicht gefunden hat. Wilhelm Petersen hat für den Reichsbund für deutsche Vorgeschichte eine große Arbeit geleistet, indem er auf Grund exaktester Funde Menschen und Leben dieses Ger­manentums aus frühester Zeit mit sicherem Stift wieder herstellte. Damit sind jene furchtbaren Ge­stalten verschwunden, die manchem germanischen Drama auf der Bühne einen Stich ins Lächerliche gaben. Wir empfehlen deshalb Petersens Werke allen Bühnenbildnern und Regisseuren zu eingehen­dem Studium, wenn sie germanische Dramen be­handeln wollen. Die Auffassung Petersens ist unse­rer tiefsten Ueberzeugung nach innerlich echt und stark und entspricht jener herben Haltung, die wir über die Jahrhunderte hinweg immer noch als Cha­rakterskelett des deutschen Menschen empfinden.

Aus aller Wett.

Lawinen fordern zahlreiche Todesopfer.

Zwei Deutsche und ein Engländer wurden auf der Fahrt von der Guendli-Spltze im Kleinen Wa'l- sertal von einer Lawine verschüttet. Die beiden Deustchen konnten sich herausarbeiten, da­gegen gelang es ihnen trotz größter Bemühungen nicht, ihren englischen Kameraden zu finden. Die Leiche des Engländers wurde später geborgen und zu Tal gebracht. Er hieß Paynter, stammte aus Blackmoore und war Offizier der englischen Luft- roaffe.

Eine größere Gesellschaft derVereinigung der Naturfreunde von Luzern", die sich auf einem Ski­ausflug südlich des Vierwaldstätter Sees befand, wurde von einer Lawine verschüttet. Die Ge­samtzahl der Todesopfer beträgt sieden.

Ferner ereignete sich ein Bergunglück am Faulfirst im St. Gallischen. Dort büßten von vier Skifahrern zwei ihr Leben ein. Ein weiteres Un= glück wird vom Furkapaß gemeldet. In der Nähe er Pahhöhe wurde ein Soldat von einer Lawine verschüttet.

Karnevalsauftalt in Mainz.

Nun sind sie wieder da, die Tage des Main» zer Karnevals. Uneigennützigkeit, frischer Hu­mor und eine Urgemütlichkeit unter den gastfreund­lichen Mainzern find die stärksten Säulen, auf denen der Mainzer Karneval ruht. Das ist der Eindruck, den auch jeder auswärtige Besucher mitnehmen muß und der im diesjährigen Auftakt in der er» sten großen Herrensitzung erneut seine Bekräftigung fand. Diese Herrensitzung zeigte das eigene und einmalige Gepräge des Mainzer Karne- vals, das sich von Jahr zu Jahr neue Freunde ge­winnt.

Die Narrhalla war lange vor Sitzungsbeginn mit erwartungsfrohen Narrhallefen gefüllt, die bei Ker­zenschein mit Kartenspiel die Zeit bis zum Beginn verbrachten. Die Pracht des Saales und das farben­reiche Podium mit dem ordensgeschmückten Elfer­rat und den schmucken Garden zauberte eine frohe Stimmung hervor. Das Eröffnungsspiel von Adolf Gottron jr. steigerte sie, und dann folgte ein wechselvolles Programm. Der erste Gruß aus der Bütt galt der neuen Garnison, den an gleicher Stelle auch dieOffiziellen" entboten, nämlich Pro­vinzialdirektor Dr. Wehner und Oberbürgermei­ster Dr. Barth, die beide ihr im Mainzer Nar- renreid) herkömmliches Pflichtamt auch humorig glänzend meisterten. Nun regierte Humor in ge­meinsam gesungenen Chorliedern sowohl als auch in Vorträgen bewährter Redner, die zwar alle ihre Sorgen" hatten, aber es mit Dorttagsmeister Glückert hielten, dessen Protokoll freudigen Widerhall fand. So meinte der närrische Seppel:

Dabei, bis so'n Vortrag sitzt, Hot mer viel mehr Hirn verfpritzt Wie so'n brave Metzgersmann Heuzutag' verkaafe kann.

Der Protokoller sprach auch von dem Nutzen, den der Staat aus dem Karneval zieht:

Wer lang lebt, ich mach' kää Zicke, Tut sich mit Plakettcher schmücke Lang, bis an die Hosennaht, Und de Nutze hot de Staat!

Die Moral von der Geschicht, Gäb' es keine Fastnacht nicht, Läg' uns kein Humor im Mut, Ging's uns all' nor halb so gut.

Der Präsident Heinrich Bender servierte mit bekannter Schlagfertigkeit die vergnüglichen Dar­bietungen, unter denen wiederholt auch jener Herr Hase erschien, den wir ja alle aus der Zeitung kennen.

Furchtbares Familiendrama in Mannheim.

Ein entsetzliches F a rn i l i e n d ra m a hat sich in der Mannheimer Unterstadt ereignet. In einem Hause dieses Viertels haben der 35 Jahre alte Jo­hann Weber und seine 29 Jahre alte Ehefrau sich und ihre vier Kinder im Alter von 8, 5 und 3 Jahren sowie 11 Monaten durch Leuchtgas ver­giftet. Alle sechs Personen wurden durch die Po­lizei t o t vorgefunden. Die entsetzliche Tat ist von den Eheleuten mit Ueberlegug dnurchgeführt worden, was aus einem hinterlassenen Brief hervorgeht. Die Ehegatten haben offenbar in llebereinftimmung ge« handelt. Der Ehemann sollte in diesen Tagen eine neue Arbeitsstelle antreten, obwohl er mehrere Ar­beitsplätze, die er in der letzten Zeit inne hatte, durch eigenes Verschulden verlor. Während seiner vorübergehenden Arbeitslosigkeit war der Familie hinreichende Unterstützung zuteil geworden. Aeußere Not scheidet als Grund der entsetzlichen Tat wohl aus. Der Grund dürfte vielmehr in persönlichen Verhältnisien zu suchen sein.

Seemannslos.

In der Mündung der Themse kam es zu einem Zusammenstoß zwischen dem französischen FischdampferNotre Dame de Lourdes und dem englischen DampferTheems". Der französische Dampfer sank. Sieden Mann feiner Besatzung ertranken. Das Rettungsboot von Margate lief aus, um feine Hilfe anzubieten; es mußte aber un­verrichteter Dinge zurückkehren. Vor der Insel Islay (Hebriden) geriet der FischdampferSan Seba­stian" auf einen Felsen. Der Kapitän und acht Seeleute wurden gerettet, vier Matrosen er­tranken.

Drei Rennfahrer in Biarritz ins Meer geraten und erfrunfen.

Ein Versehen der Leitung einer Sportveranstal­tung kostete in Biarritz drei Rennfahrern das Le­ben. Am Strande fand ein Radrennen statt. Die Rennfahrer wurden auf einen Weg geleitet, der an eine gefährliche Stelle führte. Die Wellen gingen sehr hoch und erfaßten eine Gruppe von sieben Radfahrern. Vier von ihnen konnten sich retten, drei wurden von einer hohen Welle fortgeschwemmt. Sie sind ertrunken.

Irak-Oelleilung bei Haifa in Flammen.

Die Oel-Leitung aus dem Irak steht an der Stelle der Einmündung in die Oeltanks bei Haifa (Nord­palästina) in Flammen. Ganz Haifa ist in dicken Rauch gehüllt. Ob die Ursache des Feuers Brand­stiftung oder ein Unglücksfall ist, konnte noch nicht geklärt werden.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Unser Wetter verbleibt auch weiterhin unter dem Einfluß eines mächttgen Hochdruckgebiets, das nur langsam im Norden den Atlantikwirbeln weicht.

Aussichten für Dienstag: Besonders morgens vielfach dunstig ober neblig, sonst heiter bis wolkig, trocken, nachts leichter bis mäßiger Frost, westliche bis südliche Winde.

Aussichten für Mittwoch: Im wesent­lichen Fortdauer der trockenen, kalten Witterung.

Lufttemperaturen am 10. Januar: mittags0,4 Grad Celsius, abends3,6 Grad; am 11. Januar: morgens:3,2 Grad. Maximum0,4 Grad, Minimum heute nacht4,5 Grad. Erdtempe­raturen in 10 cm Tiefe am 10. Januar: abends 0,3 Grad; am 11. Januar: morgens 0,1 Grad. Sonnenscheindauer 5,6 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 36: 11250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch« und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Emzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 aom l.Juni 1935 gMh