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Mittwoch, zo. November 1937
187. Jahrgang
Nr. 203 Erstes Blatt
Der Marsch -es 9. November
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Der Führer legt in der Ewigen Wache 16 Kränze an den erzenen Sarkophageg der töten Helden Md er, tScherl-Bilderdienst-M. Bildtelegramm.)
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Der Führer bei der Vereidigung der ^-Rekruien
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k e 5", so rief der Führer den Männern vom schwarzen Korps zu, „und überall und zu jeder Stunde sollt ihr dessen eingedenk bleiben. Dann sind all die Opfer, die unser Kamps bisher erforderte, nicht umsonst gewesen Denn aus ihnen hat sich das erhoben, was zahllose deutsche Generationen vergeblich ersehnt hatten: Ein Volk, ein Reich, eine nationale Ehre und eine Bereitwilligkeit, diese Ehre zu schützen und zu verteidigen, wenn notwendig unter Einsatz des Lebens?
Der Führer schreitet durch die Reihen, jedem einzelnen der Rekruten fest in die Augen schauend. Der Präsentiermarsch erklingt, der Führer verläßt die Stätte der eindrucksvollen Feier.
Oer Führer an Ludendorff.
München, 9. Roo. (DRB.) Der Führer sandte am 14. Jahrestag des historischen Marsches vom Bürgerbräukeller zur Feldherrnhalle folgendes Telegramm an General Ludendorff:
„Euer Exzellenz! Aus<Anlaß unseres heutigen Erinnerungstages gedenke ich in Verehrung und Dankbarkeit Ihres damalig en Einsatzes inmitten unserer Reihen zur Erhebung der deutschen Ration. Mit meinen herzlichsten Wünschen Ihr Adolf Hitler."
General Ludendorff hat an den Führer folgendes Antworttelegramm gerichtet: „Ich danke Ihnen für das warme Gedenken und die herzlichen Wünsche. Auch meine Gedanken gelten heute mehr als je unserem damaligen gemeinsamen Einsatz für Deutschlands E r - Hebung. Meine besten Wünsche beglei- t'e'n Ihr erfolgreiches Wirken für unseres Volkes Aufstieg. Ihr Ludendorff."
Während die Aufstellung des Zuges sich vollendet, i reihen sich Träger bekannter Namen in die Führer- । gruppe ein: so Göring, Himmler, Kühnlein, Graf, i Dr. Weber, Dr. Frick, Brückner, Rosenberg, Dr. Frank, Amann, Schwarz, Adolf Wagner, Esser, Christian Weber. Hinter der Führergruppe schließen ich an die Kompanieführer des Regiments „München" von 1923 und der Stoßtrupp „Adolf Hitler". Jubelnde Heilrufe künden neun Minuten nach 12 Uhr das Nahen des Führers, der jedem einzelnen aus der Führergruppe ernst die Hand drückt. Julius Streicher fetzt sich an die Spitze des Zuges. Hermann Göring gibt den Befehl: „Der Marsch beginnt!" Die braunen Pylonen auf den beiden Seiten des Marschweges lodern auf, dump- er Trommelwirbel ertönt, das Kampflied Horst Wessels erklingt. Während der Führer an den ersten Pylonen vorüberschreitet, melden sich „Zum Appell" Dietrich Eckart, Herbert Norkus, Walter Wagnitz, Hans Maikowfky... Hinter Julius Streicher und der Blutfahne folgt mit dem Führer die Führergruppe des 9. November 1923, ihnen schließen sich die alten Kämpfer an. In der den Blutordensträgern folgenden Gruppe der Reichsleiter sieht man u. a. Dr. Goebbels, General von Epp, Dr. Ley, Dr Dietrich, Hier!. Es folgen die Gauleiter, die Hauptdienstleiter der Reichsleitung, die stellvertretenden Gauleiter, die Obergruppenführer und Gruppenführer der SA., ff, des NSKK. und des NSFK., die Obergebietsführer, Gebietsführer, die Hauptamtsleiter der Reichsleitung, die Arbeits- gauführer des Reichsarbeitsdienstes.
Vor dem Mahnmal.
Den Rosenheimer Berg hinab nimmt der Zug seinen Weg durch die gewaltigen Menschenmauern über die Zweibrückenstraße und den Jfartorplatz, hinein in das Tal, dann über den Marienplatz, wo riesige Banner vom Rathaus wehen, weiter durch die Wein- und Perusastraße zur Residenzstraße. Der weite Platz vor der Feldherrnhalle ist wiederum zur ernsten Feierstunde geworden. Hinter den über 500 Standarten der Bewegung, die den Platz umsäumen, flattern die Fahnen der Deutschen Arbeitsfront vor den Tribünen zu beiden Seiten des Platzes. Um 12 Uhr schreiten 32 alte Kämpfer, Kameraden des 9. November 1923, die Stufen zur Feldherrnhalle hinauf, nehmen die Kränze von den 16 Pylonen. Um 12.40 Uhr sieht man den Zug herannahen. Aus der Wache tritt Generalfeldmarfchall von Blomberg mit dem Kommandierenden General des VII. Armeekorps, General der Artillerie von Reichenau. Der Name Horst Wessel erklingt. Der Zug macht vor dem Mahnmal halt, die 16 Schüsse des Ehrensaluts dröhnen über den Platz und zu stillem Gruß erheben -sich die Arme. Die Blutfahne senkt sich, die Residenzwache ist unter Gewehr getreten.
Als der letzte Schuß verhallt ist, tritt der Führer aus der Reihe an das Wahnmal und legt einen großen Lorbeerkranz nieder, nach ihm Generalfeldmarschall von Blomberg. Beide verharren in stillem Gedenken vor dem Ehrenmal der Toten des 9. November, während das Lied vom guten Kameraden gespielt wird, ein Symbol der innigen Verbundenheit zwischen Führer, Bewegung, Volk und Wehrmacht.
Dann reiht sich der Führer wieder ein. An der Seite des Führers marschiert nun Generalfeldmarschall von Blomberg mit, während General v. Reichenau neben (Bauleiter Adolf Wagner in den Zug
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München, 9. Nov. (DNB.) Am Morgen des 9. November, der den Blutzeugen unseres Schicksals- kampfes und Bürgen deutschen Lebens geweiht ist, herrschte inmitten des Fahnenschmuckes der Hauptstadt der Bewegung die Stille des gesetzlichen Feiertages Während die Formationen in den Straßen des historischen Zuges aufmarschierten und viele Volksgenossen schon dorthin eilten, sand wie alliahr- lich, in der zehnten Vormittagsstunde im Hofe des Generalkommandos des VII. zlrmee= korps an der Schönfeldstraße eine Gedenkstunde für die beiden gefallenen Kämpfer der „Reichsknegs- flagge" Theodor Casella und Martin Faust statt. Mit den Worten: „Euer Blut, das hier geflossen ist, ist zum unzerreißbaren Band der Einigkeit und der brüderlichen Kameradschaft von Bewegung und Wehrmacht geworden", legte der Reichssuhrer ff einen Lorbeerkranz mit der Widmung: „Den toten Kameraden — Der Reichssührer ff meöer. General der Artillerie von Reichenau legte gleichfalls einen Kranz mit folgendem Nachruf: „In Ehrfurcht vor tapferen Soldaten, in Dankbarkeit für die politischen Kämpfer lege ich diesen Kranz nieder an per Stätte ihres Todes. Euer Blut wurde gur Saat des Sieges, Euer Opfer gewann uns die Einheit, die wir bewahren werden für alle Zeiten als Euer Vermächtnis."
Der Erinnerungsmarsch beginnt.
Im schmucklosen Braunhemd ohne Kopfbedeckung, wie einst vor 14 Jahren, sammelten die Manner des 9. November 1923 sich wie einst vor dem Burgerbräukeller. In Zwölferreihen ,voran die Blutfahne, wie damals von Grimminger getragen-— dann das Führerkorps und anschließend, tief gestaffelt in 60 Reihen, d i e Träger des B l u t o r d e n s , als erste unter ihnen Schwester Pia. Ihnen folgten die Blutordensträger der Wehrmacht und der Polizei.
Die Feiern des 9. November sind vorüber. Es war selbstverständlich feine bewußte Regie, die in i der zeitlichen Umgebung dieses Tages eine Reihe < Ereignisse von unerhörter Tragweite anhäufte, und : doch bilden die politischen Vorgänge der Gegenwart insgesamt für den Münchener Erinnerungsmarsch einen weltpolitischen Hintergrund, der den Sinn des sechzehnfachen Blutopfers vor der Feldherrnhalle erst heute einer weiteren Menschheit deutlich : zum Bewußtsein bringt. Daß gerade zwei Tage vorher die Sowjetrussen ihren Staatsgründungstag durch eine Anzahl neuer Todesurteile und Verbannungen krönten, während zur selben Zeit in Rom die Abwehrfront gegen d e n internationalen Kommunismus durch den Beitritt des faschistischen Italien zum deutsch-japanischen Antikominternpakt erweitert wurde, während auch sonst überall sich die gesunden Kräfte mit zunehmendem Erfolg gegen die rote Zersetzung zur Wehr setzen, während England versucht, mit General Franco ins Geschäft zu kommen und so eine politisch-moralische Schwenkung vorbereitet, während sogar Frankreich immer mehr an dem militärischen Bündniswert des roten Paktgenossen zu zweifeln beginnt — diese dramatische Zuspitzung gleichlaufender Ereignisse im selben Zeitpunkt offenbart dem forschenden Blick doch eine letzte gemeinsame Ursache, deren weltbewegende Kraft wir heute überall spüren, die wir am 9. November besonders stark empfinden.
Verfolgen wir die geschichtliche Entwicklung etwas zurück, so sehen wir immer die gleichen gegensätzlichen Kräfte am Werk: auf der einen Seite den raffelofen Internationalismus, mag er rot, schwarz ober golden gefärbt sein, und auf der anderen Seite den nationalen Idealismus, der überall fein eigenes Wertsymbol besitzt. Von diesen beiden Gegenpolen geht das ganze Weltgeschehen unserer Zeit aus und findet seine eigentlichen Höhepunkte eben in diesen Novembertagen, da 1918 der Internationalismus in Deutschland zur Herrschaft gelangte, da 1923 das Deutschtum zum erstenmal wieder empörte und da 1937 zum erstenmal in der Geschichte auch drei mächtige Völker verschiedener Rasse sich gegen den Internationalismus verbündeten.
Aus dem Opfergang zur Feldherrnhalle wurde so ein Siegeszug durch die Welt. Deutschland setzte seine Flaggen auf Vollmast, und Adolf Hitler sprach im Bürgerbräukeller nicht nur von der Schicksalswende unserer Nation, die am 9 November 1923 in einer Stunde höchster Gefahr erzwungen wurde, sondern auch von den realen Interessen anderer Völker, die sich mit unseren eigenen zum weltpolitischen Dreieck des deutsch-italienisch-japanischen Antl- kominternpaktes verbunden haben. Und nicht nur die realen Interessen der Staatsmacht haben sich miteinander verknüpft, sondern auch jene geistigen Ideale des Orients und Ozidents fanden damit ihre Ergän-zung, die in der völkischen Eigenkultur einen menschlichen Höchstwert sehen gegenüber der kulturzerstörenden Barbarei des jüdischen Bolschewismus. Es ist also mehr als öde Zweckmäßigkeit, die dem antibolschewistischen Pakt ihre große Wirksamkeit verleiht, es ist vielmehr die menschliche Achtung und Sympathie, mit der so verschieden geartete Völker wie das deutsche, italienische unb )a= panische sich von nun an begegnen werden. Wahrlich dieser Aufstand der Rassen und Völker gegen den bolschewistischen Feind ist kein geschickt inszeniertes Schauspiel, sondern eine instinktive Abwehrhandlung gegen tödliche Gefahren ebenso wie der Marsch am 9. November. H. Evers.
GedenMmderSchönseldstraße.
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Ewigen Wache, der Trauermarsch tönt in die feier« liche Stille. Der Sprecher der Partei, (Bauleiter Adolf Wagner, tritt zwischen die beiden Ehrentempel und ruft d i e Namen der 16 Ermordeten auf. 16mal hallt die Antwort über den Königlichen Platz: „Hier!" 16mal spielt der Musikzug der Leibstandarte die Vergatterung. Und jedesmal treten zwei Kranzträyer vor und tragen den Kranz der Unsterblichen in den Ehrentempel.
Die Trommeln wirbeln. Adolf Hiller betritt die Tempel, grüßt jeden der hier ruhenden Helden, legt auf jeden Sarg den Kranz der Treue und des Dankes und begibt sich dann wieder zurück in die Witte vor den Ehrentempeln.
Nun rückt die Wachtparade an. Nach dem Vor beimarsch tritt Adolf Wagner vor und kündet: „Die Nationalsozialisten, die Rotfront und Reaktion am 9. November 1923, heute vor 14 Jahren erschossen haben, stehen im Fünften Jahr des Dritten Reiches, im Jahre der Arbeit 1937, wieder auf. Sie beziehen am Königlichen Platz zu München die ewige Wache." Adolf Wagner gibt das Kommando: „Die Fahne hoch!" Die langen Fahnen auf den hohen Masten werden hochgezogen, während das Horst-Weffel-Lied erklingt. Der Appell ist beendet. Jetzt begibt sich der Führer zu den Hinterbliebenen und drückt jedem einzelnen von ihnen die Hand. Dann verabschiedet er sich von der Führergruppe unb verläßt den Königlichen Platz.
München, 10. Nov. (DNB.) Abermals leuchteten am Dienstagabend Fackelschein und Opferfeuer der Pylone wie in der Nacht zuvor auf eine nächtliche Feierstunde vor der Feldherrnhalle. Auf dem Platz stehen in Kompaniekolonnen tief gestaffelt sämtliche Rekruten der Leibstandarte „Adolf Hitler", der -^-Standarten „Deutschland" und „Germania", des Nachrichtensturmbanns, des Pioniersturmbanns, der Führerschulen Tölz und Braunschweig und der Tötenkopfverbände. Zwei Ehrenkompanien der ff» Standarte „Deutschland" und der Leibstandarte „Adolf Hitler" flankieren den Block der Rekruten. Vor der Front steht das Führerkorps der ff und davor d i e Blutfahne. Die Standarten der Leibstandarte „Adolf Hitler", der Standarten „Deutschland" und „Germania" und der Totenkopfoerbände werden unter den Klängen des Präfentiermarsches aus der Residenz gebracht und nehmen zu beiden Seiten der Blutfahne Ausstellung.
Dom Glockenturm der Theatinerkirche dröhnen zwölf eherne Schläge. Der Führer tritt aus der Residenz. Reichsführer ff Himmler meldet die zur Vereidigung angetretenen Rekruten. Markig ruft die Stimme des Führers den Gruß zu: „Heil ---Männer!", donnernd schallt es zurück: „Heil mein Führer!" Es kommt der Kommandoruf „Helm ab z u m Gebet!" Die Musik intoniert das weihevolle Lied „W ir treten zum Bete n". Der Reichsführer ff spricht die Eidesformel vor. Die Rekruten legen den Schwur der Treue, der Tapferkeit und des Gehorsams ab.
In einer kurzen Ansprache an die versammelten ---Männer gedachte der Führer der Bedeutung des 9. November und sprach zu ihnen über den Sinn des Eides, den sie auf diesem für die Nationalsozialisten durch das Blutopfer der ersten Märtyrer geheiligten Platz leisten und der sie dem neuen deutschen Staat als sein Schutz und sein Schirm verpflichtet. „Ihr fallt Träger sein der Ehre und des Ansehens unseres Vol-
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tritt. In Zwölferreihen ziehen die alten Kampfgenossen Adolf Hitlers mit erhobener Rechten an der Gedenktafel zu Ehren ib^er toten Kameraden vorüber.
Vom Opfergang zum Siegeszug.
Von der Stätte ab, wo die 16 des 9. November 1923 ihr Leben Hingaben, auf daß Deutschland lebe, wandelte sich der Weg des Opfers in die Straße des Sieges. Hell und freudig leuchten die sieghaften Banner des Dritten Reiches. Das Deutschlandlied erklingt, leise zuerst, dann immer lauter werdend, festlich und freudig. Durch die Briennerstratze geht der Zug, vorbei am Braunen Haus zum Königlichen Platz. Die Kranzträger mit den Kränzen des Führers schwenken zu beiden Seiten der Ehrentafel ein, Julius Streicher marschiert in Begleitung der Blutfahne durch die Gasse der Standarten zu beiden Seiten des Weges, dahinter der Führer mit der Spitzengruppe seiner Alten Garde.
Fanfaren künden den Beginn des Appells. Der Führer, geleitet von Julius Streicher, der Blut- iahne und ihrem Ehrengeleit der alten Kämpfer, schreitet langsam zu den Ehrentempeln. Die Fahnen senken sich, die Formationen nehmen Front zur
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