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Freitag. 10. September 1937

Nr. 2N Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

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verdeckte Flußbett geraten. Um das Tier heraus­zubuddeln, stand ich bis zur Hüfte in eiskaltem Wasser. Es gelang. Wir hatten beide Glück. Nun wieder hinauf in den Sattel und weiter bergab, wie es schien, südwärts. Meine Hände und Füße waren gefühllos. Die Seitentäler mehrten sich. Doch wo mögen die anderen sein? Ich rief und rief. Meine Stimme klang in vierfachem Echo zurück. Keine Antwort! Ich war am Ende meiner Kraft, das treue Pferd ebenso; es schlich nur noch lang­sam voran in dieser schier endlosen Schnee- und Eiswüste.

Die Stunden verrannen. Wie ein Alp drückte mich die Sorge. Einzig der Gedanke, daß es den Tod bedeutet, in dieser Gegend den einmal gefaß­ten Entschluß aufzugeben, hielt mich aufrecht, so­weit ich, im Sattel hängend, zu dieser Ueberlegung überhaupt noch fähig war. Dann, am Hang eines vereisten Berges, brach das Pferd zusammen, blieb liegen. Jetzt verließ die Kraft auch mich. Ich legte mich apathisch neben das erschöpfte Tier. Vielleicht wären wir beide im Schnee erfroren. Mit aller Kraft der Verzweiflung stieß ich den vereinbarten tibetanischen Ruf aus. Und siehe da: in weiter Ferne antwortete ein Hund! Welch ein Glück! Ich war in der Nähe einer menschlichen Siedlung! Gleichzeitig antwortete auch ein Rudel Wölfe. Ich raffte mich auf, riß das zitternde Pferd empor und zog es zu Fuß talaufwärts, dem Gekläff des ein­samen Hundes entgegen. Nach einiger Zeit ent­deckte ich ein Licht, das sich als Lagerfeuer ent­puppte, und bald darauf stand ich vor einem Zelt. Einige tibetanische Hunde umsprangen mich mit Freudengeheul. Nach einer Weile erschienen die Bewohner des Zeltes, einige Männer und Frauen. Das war die Rettung! Sie holten mich herein und setzten mich ans Feuer. Mein Gesicht war so eingefroren, daß ich es nicht einmal zu einem freundlichen Grinsen verziehen konnte; auch die Sprache versagte..."

Sochschulnacki-icbten.

Geh. Medizinalrat Professor Dr. Hans Vir­chow in Berlin, der Senior aller Anatomen der Welt, begeht am 10. September seinen 8 5. Ge­burtstag. 1852 als Sohn des bedeutenden Pa­thologen und Anatomen Rudolf Virchow in Würz­burg geboren, habilitierte er sich 1882 in feiner Vaterstadt, wurde dort Prosektor und zwei Jahre später an das Anatomische Institut der Berliner Universität berufen, wo er 1921 emeritiert wurde, aber noch bis 1929 als Leiter des Präpariersaales für weibliche Studierende tätig war. Virchow hat zahlreiche bedeutende Arbeiten zur Anatomie, An­thropologie und Entwicklungsgeschichte geliefert.

Dom Aöllenkonzert des Urwaldes.

Wenn sich der Großstädter über den ständig zunehmenden Lärm, den der moderne Verkehr und die Technik mit sich bringen, bitter beklagt und sich manchmal nach der fernen Wildnis sehnt, in der er eine paradiesische Stille erwartet, so braucht er nur die Schilderung eines englischen Reisenden zu lesen, der alle die merkwürdigen Laute beschreibt, die sich im afrikanischen Urwald nach Eintritt der Dunkelheit erheben, um von solchen Träumen geheilt zu werden.Manche von diesen Lauten", liest man do,wie das heisere Vellen der Paviane, das dröhnende Gebrull der Löwen und das schneidende Weh-Weh-Weh" der Schakale sind unverkenn­bar. Aber viele dieser haarsträubenden Schreie und gellenden Laute, die die Rächt des Urwaldes durchschneiden, können nur von dem erfohrenen Jäger bestimmt werden. Ein Lager, das man mi ten im Busch ausschlägt, bedeutet eine schlaflose Rächt, in der man ein wahres Höllenkonzert durchleben muß. Mit Einbruch der Dunkelheit erhebt sich ein dumpfes Gekrächze und Geseufze, ein unheimliches Geschnatter und Geplärr, von wilden Schreien und dem Gellen dämonischen Gelächters unterbrochen. Die meisten Reuankömmlinge in Afrika bekommen ihren ersten wirklichen Schrecken von den Baum- Lemuren den fogenanntenBufchbabies". Diese Affen mit ihren gespenstischen Maskengesichtein klettern auf einen Zweig über dem Zelt und lassen plötzlich ein scheußliches Geheul hören, das das Blut erstarren macht und allmählich in «inem wimmernden Geächze verklingt. Diese Rufe der Le­muren hört man vi le Kilometer weit, aber sie sind nichts gegen das hysterische Gelächter der Hyäne, die sich auf ihr Opfer stürzt. Eine schrille Folge hohler Laute, die bis zu einem wahnsinnigen Ge­kreisch aufsteigen. So gewohnt die Eingeborenen auch an die Geräusche des Urwaldes sind, so halten sie doch jeden, der den Schrei der Hyäne nachahmt, für besessen vom Teufel Für den Jäger ist die Kenntnis der Tierstimmen der beste Wegwei er. Das leichte Gedröhn, das wie entfernter Donner klingt, kommt von einer Elefantenherde, die außer Gesichts­weite. aber verhältnismäßig nahe, weidet. Wenn Rebel über dem Busch liegt, dann hört man oft ein Gequieke, ein unterdrücktes Schreien und Kichern, wie wenn eine ganze Schar von Schulmädchen ver­sammelt wäre. Das sind die Stimmen einer Zebra­herde. Ein Urwaldlaut, der besonders in sumpfigen Gegenden ertönt, stößt Mensch und Tier besonderen Schrecken ein. Es ist ein summendes Zi chen und Saufen. Pferde und Maulefel scheuen davor; die großen Wildherden rasen in atemloser Flucht davon, und die Menschen verbergen sich tief unter Laub­zweigen und zittern kläglich. Es ist der Laut der Tfetsefliege, bevor sie sticht."

spanischen 11 u d e gefahrlos die Diktatur des Terrors und des »trenn- Geldes aufrichten.

lichen Sinne, sondern ein vom

losgelrenn-

Volkskörper gewaltsam

Gene-

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Generalprobe zur Welirevolulion

tanks, 500 mittlere Tanks, 2000 leichte Tanks, 4000

leichte Maschinengewehre und 300 den dazugehörigen Piloten. Unge-

schwere, 6000

>30,830

wege 50 schwere sowjetrussische Geschütze. Eine ein-

woDon die Komintern zwei Millionen offen ein- zig'e große Bestellung von Kriegsmaterial der Sow- geftanöen haben. Auf dem 7. Weltkongreß der Komin-! jetunion aus der letzten Zeit umfaßt 100 Groß-

Diese einfachen Daten beweisen, daß die mintern die gewaltsame Machtergreifung

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mus und westlich-liberalem Intellektualismus erklären, wenn man annimmt, daß es sich hier eine geistige Erkrankung handelt.

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Getreu diesem in Moskau entworfenen Schlacht- slan wird in Spanien vorgegangen. Im Jahre 1935 beläuft sich die jährliche Unterstützung der Kommuni st ischen Partei Spaniens durch Moskau auf mehrere Millionen Peseten,

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Flugzeuge mit , zählt das Kriegsmaterial, das von Frankreich und Über Frankreich nach Rot-Spanien

fern in Moskau im Jahre 1935 gibt Dimitroff die Anweisung zur Bildung einer Volks­front in Spanien. Dom 16. Februar bis 20. April 1936 werden von den roten Horden 140 Menschen ermordet und 529 Gebäude ver­brannt und z e r ft ö r t, ehe die bolschewistische Revolution offen ausbricht Der allgemeine Auf­stand wird für Juni 1936 festgelegt. Eine im Ori­ginal vorliegende Anweisung der Moskauer Ko­mintern verschiebt ihn dann auf August 1936. Diese Anweisung enthält u. a. den Befehl zum General­streik und unter Nummer 11 die Hinrichtung all derer, die auf der schwarzen Liste verzeichnet stehen. Am 13. Juli 1936 wird der rechtsstehende Abge­ordnete und nationale Vorkämpfer Calvo Sotelo durch die marxistischen Polizeioffiziere Moreno und Garrido auf viehische Weise ermordet. Drei Tage später ereilt den nationalen General Salmes in

t e 5 Gebiet, das rechtmäßig von den lega­len Vertretern des spanischen Volkes zurücler- oberl wird.

Es ist absurd, Deutschland vorzuwerfen, es habe die Absicht, den Nationalsozialismus in Spanien einzuführen und sich hier eine geistige Einslußmög- lichkeit zu sichern, oder es verfolge den Plan, Teile des spanischen Staatsgebietes unter Ausnutzung des gegenwärtigen Notstandes zu annektieren. Wir wollen weder das eine noch das andere. Aber es kann unter keinen Umständen geduldet werden, daß die kommunistische Internationale sich im Westen Europas eine neue Operations- b a f i s sichert, von der aus der Keil der bolschewi­stischen Weltrevolution um so wirksamer und ge­fahrenbringender in Europa hineingetrieben wer­den kann. Wir machen deshalb auch gar keinen Hehl daraus, daß unsere wärmsten Sym­pathien bei General Franco stehen, des­sen heroischen, opfervollen und idealistischen Kampf das ganze deutsche Volk auf das tiefste bewundert. Es war deshalb mehr als ein diplomatischer Akt, daß der Führer und der italienische Regierungs­chef General Franco als die einzige rechtmäßige Regierung in Spanien anerkannten.

Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß der rote Aufstand in Spanien nur einen Teil der von Moskau geplanten bolschewi st ischen Welt- revolution darstellt. Es kann auch nicht weiter Wunder nehmen, daß sie auch hier die moralische, intellektuelle und auch materielle Unterstützung der linksbürgerlichen Demokratie in aller Welt findet. Man kann sich diese fast rätselhaft an- mutenbe Zusammengehörigkeit zwischen Bolschewis-

gegangen ist und noch geht. Endlos ist die Reihe der Waffen- und Munitionslieferungen, die die Tschechoslowakei bisher getätigt hat. Firmen in England, Holland und der Schweiz beteiligten sich an diesem Geschäft. Der international-jüdische Waffenhandel ist dabei in weitestem Umfang ein­geschaltet. Und das alles geschieht unter einem internationalen Kontrollplan und im Zeichen der Nichteinmischungspolitik.

Die Demokratie hat sich im Verlaufe ihrer ge­schichtlichen Wirksamkeit immer mehr als das poli­tische Aushängeschild des Weltkapitalismus heraus- gefteUt. Der Bolschewismus führt sie nun bis an ihr letztes Ende durch. Er ist sozusagen die De­mokratie des Terrors. Er beschleunigt durch seine blutige und erbarmungslose Praxis eine Ent­wicklung, die an sich im Liberalismus schon vor­gezeichnet ift Um es mit einem drastischen Beispiel äuszudrücken: In der Demokratie werden die Köpfe durch die Zahl überstimmt, im Bolschewismus wer­den die Köpfe mit dem Beil der Guillotine abge­schnitten. Das Ergebnis ist hier wie dort dasselbe, die Köpfe fehlen, und über führerlos ge­wordene Masse kann der internationale

Am Montag, dem 13. September, beginnen wir in den Tamilienblätiern mit dem Abdruck eines neuen Romans:(Zuge nie Grandet" von Honors de Balzac; dieser Roman gehört zu den Meisterwerken, die Balzac nach vielen Miß­erfolgen endlich und für immer dichterisch bestätigt haben. Zn diesen Szenen aus dem französischen Provinzleben finden wir bereits ein Siück jener großartigenmenschlichen Komödie, an welche Balzac die ganze Energie und unerschöpfliche Arbeitskrast seines Lebens wandte.Eueenie Grandet" ist ein rea'istifcher Roman voll natür- sicher Spannung, eine Liebesgeschichte und ein Eharaktergemälde von bezwingender Einfachheit und vollendeter künstlerischer Geschloffenheit.

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Eine kritische Nacht.

13 on Wilhelm INchrrer.

Die außerordentlichen Leistungen Wilhelm Filchners auf seinen Forschungsreisen sind durch die Verleihung des Deutschen Na­tionalpreises gewürdigt worden, gerade in diesen Tagen, da zum 60. Geburtstage (am 13. September) des endlich aus langer Ge­fangenschaft befreit in die Heimat Zurück­kehrenden, mit herzlicher Anteilnahme gedacht wird. Den stärksten Eindruck von der Gründ­lichkeit seiner Forschungsarbeit, der Kühn­heit und dem Wagemut in gefahrvollster Lage, der tiefen Menschlichkeit in seinen Beziehungen zu den Völkern, mit denen seine Reisen ihn in Berührung brachten, empfängt man aus den anschaulichen Schil­derungen in seinen Büchern. Mit welchen Schwierigkeiten die Arbeit eines Forschers im unbekannten Tibet verknüpft ist, zeigt der folgende Abschnitt aus der Darstellung seiner China- und Tibet-Expedition 1925 bis 1928, die unter dem Titel0m mani padme hum bei F. A. Brockhaus in Leipzig erschien. Die Expedition befand sich Mitte Dezember 1927 im südlichen Tibet im Tale des Ta-go-tschu zwischen massigen Bergen in über 4000 Meter Währet die anderen zur Ruhe gehen", schreibt Filchner unter dem 14. Dezember,muß ich fleißig sein und bei40 . Grad Celsius meine agronomischen Nachtmessungen ausfuhren, treuer Freund Jack Hilst mir auch bei dieser .eisigen' Arbeit. In jener Nacht habe ich die Ve- obadjtungen am Firmament sehr teuer erkaufen müssen. Sieben Stunden stand ich mit fast erstarr­ten Händen an dem eiskalten Instrument. Ich war zuweilen der Verzweiflung nahe und wollte meine Nachtarbeit abbrechen, da ich bitterlich fror. Zuletzt g'txi; ich selbst einem Eisklumpen; meine Huuoe waren so starr, daß ich nicht einmal die Brille ab- w.hmen konnte. Man mußte mich ins Lager schlep- pen, wo das Blut allmählich wieder seinen Kreis­lauf begann. r ..

15. Dezember. Dieser Tag sollte größere Leiden bringen. Bei30 Grad Celsius erledigte ich, früh­zeitig beginnend, die magnetischen Messungen. Die Karawane war längst unterwegs Um vier Uhr . ncchmittags waren meine wissenschaftlichen Arbei­te a beendet. Mein bisheriger Zeltnachbar und ein Wulamann, der sich meiner Tiere besonders an­genommen hatte, drangen in mich, daß ich nach her bösen Nacht und der ununterbrochenen Tages­arbeit daran denken müsse, mich aufzuwärmen und durch eine kräftige Mahlzeit zu erfrischen. In wahr-

Dazu kommt noch, daß sich im Bolschewismus das internationale Judentum die be­quemste Tarnung geschaffen hat für eine politische und moralische Kriminalität, die zwar seinem inne­ren Wesen entspricht, die aber, würde sie nackt und bloß zur Schau getragen, den Abscheu und das Ent­setzen der ganzen Menschheit erregen müßte. Denn die Jnternationalität des Bolschewismus wird ja hauptsächlich durch das Judentum bestimmt. Der Jude wirkt sich im Boschewismus in der Tat a l s eine Inkarnation alles Bösen aus.

Es ist müßig, die materielle Hilfe, die Moskau und eine ganze Reihe sogenannter demo­kratischer Staaten dem roten Spanien haben an- aedeihen lassen, im einzelnen darzulegen. In der kurzen Zeitspanne vom 6. März bis 14. Mai d. I., also nach dem Inkrafttreten des Kon­trollplanes, passierten allein 190 sowjetrus­sische und 88 rotspanische Munitionsschiffe mit dem Ziel spanischer Häfen die Dardanellen. Sie lieferten dem roten Spanien 162 Tanks, 130 Kanonen, 86 Flugzeuge, 395 Lastkraftwagen, 12 Flakgeschütze, 31420 Tonnen anderes Kriegsmaterial und Mu­nition. Im Februar und März wurden in Reval 101 Svwjetflugzeuge nach Spanien verladen. Am 1. März gelangten nach Almansa auf dem Land-

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Spanien, ein Warnruf an die ganze Welt!

Dr. Goebbels rüst das Kuliurgewissen Europas wach gegen die Gefahr des Bolschewismus.

Sowjetlsierung Spaniens planmäßig vorbereilel Halle, daß sie unmittel­bar oor bem Gelingen ihrer Pläne stand und nur in letzter Minute durch die Tat­kraft eines Mannes daran gehindert wurde. Es muß daraus die politische Schlußfolgerung gezogen werden, daß der sogenannte rote Va­lencia-Ausschuß keineRegierung", sondern das Exekutivkomitee der bolsche­wi st ischen Organisation darstellt, die noch einen Teil Spaniens in Besitz hält. Rot- Spanien ist also keinStaat" im Völkerrecht-

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Es ist unverkennbar, daß die Gegenwehr gegen diesen plumpen und dreisten Versuch einer Vorbereitung der jüdischen Weltherrschaft unter den Völkern in erfreulichem Maße zunimmt. Eine Reihe von Ländern hat diese so außer­ordentlich gefährliche Bedrohung ihres natio­nalen Bestandes bereits vollkommen abgeschüt­telt. Wo sich in Europa tatkräftige und mutige Männer in den einzelnen Völkern gegen die bolschewistische Gefahr erheben, werden sie als vom Rationalsozialismus oder Faschismus be­stochene und ausgehaltene Subjekte seilens des Judentums und der ihm hörigen Presse ange­pöbelt, der Rationalsozialismus und Faschismus selbst aber als imperialistischer Expansionsver­such Deutschlands oder Italiens diskreditiert. Es sei deshalb hier noch einmal in aller Ein­dringlichkeit festgestellt, daß wir niemals die Absicht hatten oder auch nur haben können, aus dem Rationalsozialis­mus eine Exportware zu machen. Wir denken viel zu geschichtlich, als daß wir glaub­ten, daß eine aus dem tiefsten Wesen eines Volkes entsprungene politische Weltanschauung wähl- und einschränkungslos in eia anderes Land ausgeführt werden könnte. Der Rational­sozialismus ist nicht nur kein Export-, er ist im Gegenteil ein deutscher Patentarti­kel, den ausschließlich für unser Land zu reser­vieren und in Wirksamkeit zu bringen unser größtes Bemühen ist.

Es ist, als habe die Welt die Augen vollkommen verschlossen vor dem an sich so offen liegenden Ver­such der Moskauer Komintern, in Spanien . e i n Experimentierfeld der b o l s ch e w i st i » schen Weltrevolution aufzumachen. Hier wird die Weltrevolution mit System weiter- getrieben und gleichzeitig ausprobiert, wie weit Europa nun yl und was man ihm in seinem gegen­wärtigen Zustand bereits zumuten kann. Hier wird wie in Rußland die Wirtschaft durch Zerstörung des Persönlichkeitswertes verwüstet. Hier werden die Bauern enteignet und im seelenlosen Kollektiv zu­sammengepfercht. Hunger und Leid der Arbeiter und Bauern zeichnen auch in Spanien den Weg des bolschewistischen Verhängnisses. Auf ihrem Elend haben parasitäre Bonzen und skrupellose Juden sich wohnlich eingerichtet.

Furchtbar wie in Sowjetrußlanb sind die Zer-

haft rührender Teilnahme boten sie mir von dem Wenigen, das sie besaßen, Buttertee, Tschura und Tsamba. Der Wulamann steckte mir heimlich noch zwei Stücke Fleisch zu. Ich gab den armen, opfer­freudigen Leuten einige Kupfer für ihre Gastfreund­schaft.

Einigermaßen gestärkt, rüstete ich zum Aufbruch. Ich packte meine Instrumente so kunstgerecht wie möglich auf die Rücken der unruhigen Tiere, ver­ankerte sie mit mehreren Seilen unter deren Bauch und band den Durchgängern außerdem den Kops hoch, damit sie keine Hörnergymnastik treiben, vor allem aber den Erdboden nicht erreichen konnten. Für die empfindlichsten Instrumente hatte ich mir ein ruhiges, zahmes Dfo zurückbehalten.

Erst bei Sonnenuntergang fetzte ich mich mit meinen drei Jaks in Bewegung. Wir schlugen die Richtung nach dem Paß Kam-sang-la ein. Da ich bald erkannte, daß wir nicht rasch vorwärts kom­men würden, ich den Paß aber noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wollte, um von dort aus Peilungen auszuführen, übergab ich die Tiere dem wegkundigen und zuverlässigen Führer und ritt so schnell voraus, als es die Rücksicht auf meine vier vor dem Serbe verstauten Chronometer erlaubte. Der Schnee lag teilweise meterhoch. Am Paß konnte ich gerade noch die beabsichtigte Arbeit er­ledigen, ehe die Dämmerung zur Nacht wurde. Zu meinen Füßen weitete sich ein Talbecken. Ich er­kannte nur noch die Konturen der Höhen, stieg aber hinab.

In dem Schotter waren weder ein Weg noch Spuren der am Morgen vorausmarschierten Jak- karawane im Schnee zu entdecken. Alles verweht. Ich befand mich also in peinlichster Lage, die im­mer bedenklicher wurde, weil ich bald die Hand vor den Augen nicht mehr sehen konnte. Weit und breit kein menschliches Wesen. Im Talbecken heul­ten die Wölfe. In der gebrochenen rechten Hand tobten die Schmerzen; mit den erfrorenen Fingern der Linken vermochte ich die Zügel nicht zu halten und mußte mein Reittier einfach laufen lassen, wo­hin es wollte. Das war mein Glück. Der Himmel mag wissen, wo ich nach dieser Irrfahrt gestrandet wäre, wenn der Instinkt meines Pferdes mich nicht geleitet hätte. Das Tier bog im- Talbecken in ein enges schluchtartiges Seitentälchen ein, als ob es den Weg seit Jahren kenne. Aus diesem kam uns ein vereister Fluß entgegen, wahrscheinlich der Oberlauf des Yun-drug-tsang-po. Von den steilen Hängen donnerten Schnee- und Steinlawinen herab, so daß mir in Gefahr waren, erschlagen zu wer­den. Einige Kilometer lang setzte sich dieser Zlck- mckkurs in der engen Felsklaufe fort. Dann er­weiterte sich das Tal. Die Hänge wurden flacher. Urplötzlich sackte mein Pferd weg. Es war m das hier verschlammte, durch den Hefen Schnee völlig

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Nürnberg, 9. Sept. (DNB.) Am Donnerstag» nachmittag wurde in der Kongreßhalle der Partei­kongreß fortgesetzt. Nachdem der Stellvertreter des Führers mit dem Führerkorps der Partei erschie­nen war, wurde die Sitzung mit BeethovensCo- riolan"-Ouvertüre, gespielt vom Reichs-Sinfonie­orchester, eingeleitet. Es dauerte nicht lange, bis man von draußen das Brausen des Jubels hörte, I)er dann den weiten Raum selbst erfüllte, als der Führer die Halle betrat. Der Stellvertreter des Führers erteilte dann das Wort dem Reichsleiter Dr. Goebbels zu feiner Rede über das Thema Die Wahrheit über <5panie n".

Dr. GoebbeA spricht.

In feiner Rede führte Dr. Goebbels u. a. folgen­des aus:

Spanien ist die Welt am Scheideweg e." so schreibt das bolschewistische ZentralorganDie Rundschau" in seiner Nummer 31 vom 22. Juli 1937. Mit diesen Worten ist treffend die inter­nationale Bedeutung des Spanien-Pro­blems charakterisiert. Es ist in der Tat fo. Hier muß die Entscheidung fallen zwischen Bolsche­wismus, d. h. Zerstörung und Anarchie auf der einen, Autorität, d. h. Ordnung und Aufbau auf der anderen Seite.

Was heute in dem so unglücklichen Spanien vor­geht, das kann sich morgen in jedem anderen Lande abspielen, dessen Volk nicht Einsicht und Tatsachen- |inn genug besitzt, um die drohende Gefahr zu er­kennen und aus dieser Erkenntnis die Mittel und Möglichkeiten zu schöpfen, ihr wirksam zu begegnen.

Es ist öfter in der Geschichte festzustellen, daß Nolker nach ganz großen Katastrophen von in ihrem Ursprung und in ihrer Auswirkung manch­mal fast rätselhaft anmutenden Lähmungser- Meinungen befallen werden. Das aber eine politische, kulturelle, moralische und intellektuelle ßnfektion größten Stils einen ganzen Erd­teil zu zerstören sich anschickt, das erleben wir in der Geschichte heute zum ersten Male in dem hroß angelegten und raffiniert durchgeführten Feld- !ug des internationalen Bolschewismus gegen die efittete Welt. Nunmehr ist Spanien der zum lusbruch gekommene Krankheitsherd. Hier zeigen ch die Symptome dieser gefährlichen Ansteckung am Deutlichsten und klarsten.

Die Moskauer Komintern werden nicht müde, der Weltössentlichkeit einzureden, die nationale Bewegung in Spanien, die in die am 17. Juli 1936 schon gärende Entwicklung eingegriffen hat, sei ein Mililäraufstand reaktionärer Gene­räle, der vom spanischen Volk eindeutig abge­lehnt werde. Die Wahrheit dagegen ist, daß diese Bewegung einen Akt völkischer R o l w e h r gegen den für dieselbe Zelt ange- sehten und dann auf den August 1936 verscho­benen Aufstand der kommunistischen Partei Spaniens darstellt. Dieser Aufstand wurde in Moskau seit Jahren geplant, von Moskau organisiert und kommandiert und wird av.ch heute von Moskau praktisch durchgeführt.

Las Palmas das gleiche Schicksal. Am Tage darauf wird durch die Verruchtheit dieser Vorgänge spon­tan und fast gesetzmäßig die nationale Volks­bewegung ausgelöst, an deren Spitze sich C.. ral Franco stellt.