Ausgabe 
10.7.1937
 
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Richtfest auf Berlins größtem Gebäude.

spre chungen mit seinen leitenden Mitarbeitern auf dem Obersalzberg abzuhalten.

Daran ständig außenpolitische Sensationen wittern zu wollen, ist ebenso abwegig wie geeignet, die internationale Atmosphäre zu beunruhigen.

Heue Lügen gegen Deutschland.

Die internationalen Giftmischer Hetzen wieder.

Paris, 9. Juli. (DNB.) Die Pariser Zeitung O e u v r e" verbreitet wieder einmal eine jener üblen Lügennachrichten, die immer wieder von einer internationalen Clique zum Zwecke der Hetze gegen Deutschland fabriziert werden. Die sattsam bekannte Außenpolitikerin des Blattes behauptet, daß der Führer in Verbindung mit der spanischen Nichteinmischungspolitik beabsichtige, die gesamte österreichische Frage wieder aufzu­rollen. An drei verschiedenen Stellen der österrei­chischen Grenze werde SS. zusammengezogen, und zwar nördlich von Innsbruck, südlich von Berchtes­gaden und bei Passau. Gleich nach der Sitzung des Londoner Ausschusses werde der Führer in Berch­tesgaden eine Diesbezügliche Besprechung mit Neu­rath, Göring, Goebbels, Blomberg und Papen ab­halten.

Dieses P h a n t a f i e p r o d u k t, das die inter­nationalen Beziehungen zu vergiften bestimmt ist, trägt so sehr den Stempel der Lüge auf der Stirn, daß es sich erübrigt, auf seine Einzelheiten einzugehen. Es ist in allen Teilen frei erfun­den.

Pacelli in Paris.

Paris, 9. Juli. (DNB.) Kardinalstaatssekretär P a c e l l i traf Freitag vormittag in Paris ein. Er wurde vom französischen Außenminister, vom französischen Botschafter beim Vatikan, Charles- Roux, und von zahlreichen Persönlichkeiten empfan­gen. Der Präsident der Republik war durch den Militärattache seines Kabinetts, Oberst Marceau, vertreten. Ferner waren der Erzbischof von Paris, Kardinal Verdier und der Apostolische Nuntius Msgr. Valeri zugegen.

Dem Staatssekretär werden während seines Auf­enthaltes Ehren erwiesen, die sonst nur Staats­oberhäuptern vorbehalten sind. Der Bahnsteig war mit den Fahnen des Kirchenstaates und Frank­reichs geschmückt. Eine Abteilung der Republikani­schen Äarde erwies die militärischen Ehrenbezeu­gungen. Nach einer kurzen Begrüßung schritt der päpstliche Legat, der den Kardinalshut und den roten Kardinalsmantel trug, die Front der Garde ob, während die Musik die päpstliche Hymne und die Marseillaise spielte. Dann bestieg Pacelli mit Kardinal Verdier ein Auto und fuhr zu seiner Wohnung.

Außenminister D e l b o s empfing am Freitag­nachmittag Kardinalstaatssekretär P a c e l l i.

Zu dem Besuch des Kardinalstaatssekretärs Pa­celli in Paris bringtI n t r a n s i g e a n t" einen Leitartikel, der sich auch mit der Person Papst Pius XI. befaßt Der Papst, schreibt das franzö­sische Blatt, habe für Frankreich eine ganz beson­dere Vorliebe. Die politische Meinung des Papstes fei absolut. Er habe zwar das Konkordat mit Mus­solini unterzeichnet, kämpfe aber gegen den Fa­schismus, wenn dieser der Kirchedie Bildung der Kinderseelen rauben" wollte.

Nach seiner Ankunft in Paris gab Kardinal P a c e l l i demJntransigeant" eine kurze Erklä­rung ab, in der er u. a. zum Ausdruck brachte, wie sehr' er geehrt sei von dem Empfang, den ihm die französischen Behörden bereitet hätten.

Werbeff erlicher aeWcherHetzer

AcktMonatcGefängnisfürKanzelmitzbrauch

Frankenthal, 8. Juli. (DNB.) Das Son­dergericht in Frankenthal verurteilte den Kap­lan Dr. Karl Klinkhammer wegen fortgesetz­ten Kanzelmißbrauchs in Tateinheit mit fortgesetztem Vergehen gegen das Heimtückegesetz zu acht Monaten Gefängnis und nahm den Hetzer wegen Fluchtverdachts sofort in Haft. Kaplan Dr. Klinkhammer predigte aus ver­schiedenen kirchlichen Anlässen in Nordendorf bei Donauwörth, Hohenecken in der Pfalz und in Köln. Zu diesen Predigten wurde er verpflichtet, weil ihm der Ruf eines bedeutenden Kanzelredners voraus­ging. Tatsächlich macht der Kaplan auch den Ein­druck eines hochbegabten und durchgeistigten Fana­tikers, der es allerdings nicht lassen konnte, sich als Streiter Gottes auch in die Belange des Staa­tes und seiner Führung einzumischen.

In Nordendorf behauptete er in seiner Predigt u. a. wahrheitswidrig: Diele seiner Amtsbrüder seien ein­gesperrt, weil sie gepredigt hätten. Auch er hätte schon im Gefängnis gesessen. Aber er verschwieg infamer­weise, daß nur d i e Amtsbrüder zur Rechenschaft gezogen wurden, die, wie der Verurteilte, die Kan­zel für ihre staatsfeindliche Betäti­gung mißbraucht haben. In Hohenecken war zwar Rochusfest. Kaplan Dr. Klinkhammer beschäf­tigte sich aber mit allen möglichen anderen Dingen, so auch mit dem Reichsjugendführer, des­sen kurz vorher gehaltene Reden er alsGottes­lästerung" bezeichnete. Auch verstieg er sich zu der niederträchtigen Verleumdung, die Nächstenliebe gehe heute nur so weit, als es sich um Mitglieder der nationalsozialistischen Bewegung handele. Er stellte in der Verhandlung der NSV. und dem WHW. die katholische Charitas gegenüber, wobei er wiederholt von den Klöstern als denInstituten katholischer Liebestätigkeit" und denkatholischen Liebesinstituten" sprach. Gemeint waren damit aber nicht Waldbreitbach oder Montabaur.

Die Predigten des Angeklagten gingen weit über eine Auseinandersetzung mit den relgiösen Strömun- aen der Pfalz hinaus Ihr gehässiger und hetzerischer Charakter wurde durch eine zweitägige Verhandlung mit zahlreichen Zeugen klar bewiesen. Der Verurteilte war bereits im Jahre 1933 in Essen wegen hetzerischer Kanzel­reden zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Die Verbüßung der damaligen Strafe wurde durch eine allgemeine Amnestie erlassen. Und doch hat der Angeklagte aus diesem Gnadenerweis nichts gelernt, sondern sich weiter als Hetzprediger be­tätigt. Diesen unverbesserlichen Charakter des An­geklagten mußte das Gericht bei dem Strafausmaß als erschwerend berücksichtigen.

Der Emir von Transjordanien für Palästina-Teilung.

London, 10. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Emir Abdullah von Transjordanien hat Pressevertretern gegenüber erklärt, daß nach sei­ner Ansicht der Bericht der Palästina-Kommission die beste Lösung für die gegenwärtige Lage in Palästina darstelle.

Berlin, 9. Juli. (DNB.) Aus Anlaß desRicht- estes des Reichsbankneubaues richtete Reichsbank­präsident Dr. Schacht an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm:Reichsbank und Baugefolgschaft gedenken anläßlich des Richt- eftes des Reichsbankneubaues, zu dessen Grund- teinlegung Sie, mein Führer, die Weihe gaben, des großen Baumeisters des Dritten Reiches, dem wir alle in Hingabe und Treue Gefolgschaft leisten."

Der Führer und Reichskanzler antwortete dar­auf aus Berchtesgaden:Der Reichsbank und der Baugefolgschaft danke ich für die mir vom Richt­

fest des Reichsbankneubaues telegraphisch übermit­telten Grüße. Ich erwidere sie herzlich mit meinen b e st e n Wünschen für die glückliche Vollendung des Baues." Am Donnerstagnachmittag fand in Anwesenheit von Reichsbankpräsident Dr. S ch a ch t, Reichsbankbaudirektor Wolff und 1500 Männern vom Bau und von der Reichsbank das Richtfest für den Erweiterungsbau der Reichshauptbank Berlin statt. Auf unserem Bilde links sieht man, wie die Richtkrone langsam emporgezogen wird. Rechts: Der Reichsbankpräsident und ein Zimmermann stoßen mit ihren Gläsern an. (Scherl-Bilder- dienst-M.)

Oie Gteuersturmflui in Frankreich.

Oie breite Maste als Leidtragender der Volksfront-Mißwirtschaft.

Der französische Finanzminister Bonnet hat das Steuererhöhungsprogramm be­kanntgegeben, das in Frankreich allgemeine Be- türzung ausgelöst hat. Denn der kleine Franzose muß jetzt die Sünden der Regierung Blum bezahlen; er muß seinen Schmacht­riemen enger schnallen und für eine Politik der Irreführung bezahlen, die den Massen gol­dene Berge, weniger Arbeit, höhere Löhne, kurz­um alles das oorgaukelte, was Blum unter seiner Kaufkraft-Theorie" verstand. Diese Kaufkraft- Theorie ist in Wirklichkeit ein Attentat auf die Lebenshaltung des Volkes, denn wo die Produktion nicht gesteigert, der Massenkonsum nicht stärker be- riedigt wird, ist das Ende einer Erhöhung der Preise und Löhne und bei gleichzeitiger Abwertung der Währung eine Verelendung des Volkes. Jetzt pürt der Franzose, was die Volksfront - Re­gierung angerichtet hat. Jetzt ist das angeb­liche Paradies, das Blum aus Frankreich machen wollte, voll Heulen und Zähneklappen. Und die Marxisten und Kommunisten? Sie haben mit Blum geschrien: Keine Steuerhöhungen, keine Tariferhöhungen, keine Verteuerung der Lebens­haltung der breiten Massen. Dafür sollten hie 200 Familien stärker herangezogen werden, die Frank­reich angeblich in kapitalistischer Weise regieren. Nun wohl: die 200 Familien werden scharf ange­faßt. Aber es ist eine demagogische L^ige erster Ord­nung, zu behaupten, daß im demokratisch regierten Frankreich 200 Besitzende so viel Vermögen hätten, um die vielen Millionen Erwerbstätiger von Steuererhöhungen zu befreien. Wenn die franzö­sische Presse, und zumal dasOeuvre", ein Blatt, das mit Blum durch Dick und Dünn ging, sagt: Eine schöne Bescherung ... Man ver­langt Opfer ... Die Zukunft Frankreichs kann noch gerettet werden", dann geht daraus der Katzen­jammer deutlich hervor, den bis jetzt die marxi­stischen Machthaber dem Volk wegsuggerieren wollten.

Alles wird erhöht. Die Gas- und Elektvi- zitätstarife, die Post- und Telegraphengebühren, der Fernsprecher, und zwar um 30 v. H. Der Tabak, in Frankreich seit altersher Monopol, weshalb die Zigarren und Zigaretten viermal so teuer als in Deutschland sind und keinen Vergleich mit den deut­schen Erzeugnissen aushalten, steigt um ein Fünftel. Die Eisenbahntarife werden erhöht, und zwar so­fort. Da in Frankreich gerade jetzt die Ferien be­ginnen, werden Ausnahmen für Reisende nur ge­macht wenn sie ihre Ferienreisekarte sich schon be­sorgt haben oder kinderreich sind. Weiter werden er­höht die sogenannte Erzeugungssteuer die Stempel­steuer, die Plakatsteuer, die Steuer für Entschädi­gung von Geschäftsführern von Gesellschaften. Fer­ner wird der Spekulationsgewinn für die Zeit vom 10. bis 30. Juni gänzlich weggesteuert und die Ab­gaben auf Wertpapiere werden erhöht. Damit glaubt man der Spekulation einen Riegel vorschie­ben zu können. Besonders schmerzlich für den kleinen Franzosen ist aber die Erhöhung der Einkommen­steuer um 20 v. H., und zwar schon für Einkommen, die nach deutschem (Selbe etwa 1800 bis 2000 Mark jährlich betragen. Bei der bisherigen Steigerung der Lebensmittelpreise, die nicht durch die Lohn­erhöhungen wettgemacht werden konnte bei den übrigen Abgaben, die das Budget gerade des kleinen Mannes belasten, ist diese Einkommensteuererhöhung ganz besonders hart.

Man kann auch nicht sagen, daß der Staat nichts tue um Steuerhinterziehungen endlich! zu bestrafen. In Frankreich ist es so, daß Steuer­hinterziehungen" bisher an der Tagesordnung waren und kein Mensch das Kriminelle eines sol­chen Verfahrens beachtete. Der Franzose hatte sich viele Jahrhunderte hindurch mit den privaten Steuererhebern herumgeschlagen, die dem Staate Baroorschüsse leisteten und nachher die Steuern mit den entsprechenden Zuschlägen rigoros eintrieben. Das berüchtigte System der Steuerpachter ist auch von dem ersten Napoleon nicht gebrochen worden. Frankreich lebte durchweg als Staat von indirekten Steuern, und erst in den achtziger Jahren wurde

sehr zögernd eine Einkommensteuer auf große Ein­kommen eingeführt, während die kleinen verschont blieben. Die indirekten Steuern mußte man wohl oder übel zahlen, bei den direkten Steuern drückte man sich, und je finanzkräftiger ein Steuerzahler war, um so größer waren die Möglichkeiten der Um­gehung der Steuerparagraphen. Jetzt plötzlich sollen Steuerhinterziehungen so angefaßt werden, daß mindestens 650 Millionen Franks dabei heraus­kommen, während bisher alle Anträge auf schärfere Erfassung der Steuerhinterzieher im Parlament ein Begräbnis erster Klasse sanden. Aber ob eine ge­hobene Steuermoral an Stelle einer durch Jahr­hunderte den Franzosen ins Blut übergegangene Steuerunmoral sich von heute auf morgen setzen läßt, muß doch abgewartet werden.

Die Gesamtsumme der Steuererhöhungen usw. wird von Bonnet auf 10,5 Milliarden Franken geschätzt; das sind 2,5 Milliarden Franken mehr als selbst Schwarzseher an­nehmen zu können glaubten. Durch diese harte, an dem vorsolonischen Athener Drakon gemahnende Maßnahme wird unzweifelhaft die große Schicht der Wähler der Volksfront in die äußerste Bedrängnis geraten. Sie haben die 40-Stun- d e n w o ch e, sie haben durch S i tz st r e i k s usw. das wirtschaftliche Leben Frankreichs so beeinflußt, daß es mit dem ruhigen Gang der Vor-Blum-Zeit gar nicht zu vergleichen ist. Sie glaubten, andere würden dafür zahlen. Und die Regierung ihrer eigenen Parteien schreibt ihnen jetzt Entbehrungen vor.

Starke Erhöhung der Derkehrstarife.

Paris, 9. Juli. (DNB.) Wie der Minister für öffentliche Arbeiten mitteilt, hat der Oberste Eisen­bahnrat am Freitagvormittag die Erhöhung der Verkehrstarife im Sinne der Beschlüsse der Regie­rung durchgeführt. Die Erhöhung der Personen­fahrpreise beträgt 5 Centimes für den Kilo­meter in der 3. Klasse, 6 Centimes in der 2. Klasse und 7 Centimes in der 1. Klasse. Die Preiser­höhung tritt am 20. Juli in Kraft.

Die Erhöhung der Gütertarife wird bereits am Dienstag, 13. Juli, in Kraft treten und sieht eine Steigerung der Beförderungskosten um rund 18 o. H. vor. Für Lebensrnittel sind jedoch keine Tarifsteigerungen vorgesehen.

Sofortige Erhöhung der Posttarife. Zölle um 13 v.H. erhöht.

Paris, 10. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das Finanzgesundungsgesetzwerk Chautemps- Bonnet nimmt im amtlichen Gesetzblatt nicht weni­ger als 76 Spalten Raum in Anspruch. Die Be­stimmungen decken sich mit der vor 24 Stunden gegebenen ausführlichen Uebersicht. Nachzutragen sind nur noch zwei Einzelheiten. Die Erhöhung der Zollsätze auf Roherzeugnisse, Halb- und Fertigfabrikate beträgt 13 v.H., ausgenommen da­von sind Kolonialwaren und Mineralöle. Die Ab­gaben auf Einfuhrgenehmigungen werden um 25 v. H. erhöht. Ausgenommen davon bleiben Birnen, Aepfel und Kohl. Außer der Erhöhung der Jnlands- posttarife werden auch die Po st gebühren nach dem Ausland allgemein der Frankenabwertung angeglichen und beispielsweise das Porto für einen Ausländsbrief von bisher 1,50 Franken auf 1,75 Franken heraufgesetzt. Die neuen Posttarife werden am Montag in Kraft treten, die neuen Eisenbahn­tarife dagegen am 20. Juli.

Generalstreik im pariser Gaststätten-Getverbe

Paris, 10. Juli. (DNB. Funkspruch.) Am Frei­tagabend haben die Vertreter der Arbeitnehmer des gesamten G a st st ä t t e n g e w e r b e s, also der Hotels, Speisewirtschaften und Kaffeehäuser, nach einer letzten Besprechung bei der Ministerpräsident­schaft den Generalstreik für Paris und Um­gebung beschlossen.

Aus aller Welt.

Zahlreiche Opfer einer Explosions­katastrophe im Hafen von Helsinki.

DNS. h e l s i n k l, g. 3»li. Auf der zur Iestung Soeaborg gehörigen Insel Daüifaari, welche mitten im Hafen von Helsinki gelegen ist, erfolgte eine chwere Explosion. Eine große Stichflamme, höher als der Kirchturm von Soeaborg, schoß zum Himmel. Es folgten zahlreiche weitere Explosionen. Die erste Explosion war in einem militärischen Laboratorium erfolgt. An ein Löschen des Bran­des war zunächst wegen der Fortdauer der Explo- tonen nicht zu denken. Eine sofort alarmierte Kom­panie Küstenartillerie muhte sich darauf beschrän­ken, die zahlreichen Verunglückten abzutrans- portieren. Extrablätter geben deren Zahl bisher mit fünf Toten und 30 Verletzten an. Motor-, chnellboote bringen immer neue Opfer der Explo- ionskatastrophe in rasender Fahrt ans Land. Man hofft, daß das Feuer, welches außer dem in die Luft geflogenen Laboratorium zwei weitere Holz­magazine vernichtet hat, nicht auf die großen milf- tärifchen Materiallager der Festung übergreift.

Unbefristet verboten.

Der Reichsminister für Volksaufklärung und Pro­paganda hat die ZeitschriftDer B l i tz" unbefri» tet verboten. Das Blatt, das sichKampfblatt Der Deutschen Aktion" nennt, ist nicht Träger einer ernsten religiösen Bewegung, sondern ein Sensa- tions- und Konjunkturunternehmen. Trotz wieder­holter Verwarnungen hat das Blatt immer wieder zu schweren Beanstandungen Anlaß gegeben, so daß die scharfe Maßnahme eines Verbotes unum­gänglich wurde.

Grauenhafte Mordtat in der Eifel.

In dem Eifelort Waldesch (Kreis Mayen) hat der Einwohner Johann Michel seine Frau und vier Kinder ermordet, indem er ihnen den Hals durchschnitt. Der in den 40er Jahren stehende Mörder ist flüchtig. Der Vorfall erregte im Ort und

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in der ganzen Umgebung größtes Entsetzen. Nach der grauenhaften Tat trank der Unhold noch Kaffee, füttert das Vieh, und schrieb zwei Briefe, in denen er mitteilt, daß erunglücklich geboren wurde und die Bluttat hätte geschehen müssen". Der Tä­ter besitzt in dem Ort ein Haus und betreibt Land- wirtschaft. Was ihn zu der Tat veranlaßt hat, ist unbekannt.

Schlepper im Hamburger Hafen gesunken.

Ein schwerer Schiffsunfall ereignete sich im Hamburger Hafen. Beim Einschleppen eines Tank­dampfers nach Harburg-Wilhelmsburg kenterte aus noch nicht geklärter Ursache der Schleppdampfer W. Th. Stratmann" und sank Ein Mann der Besatzung wird vermißt. Die übrigen Besatzungs­mitglieder konnten gerettet werden. Der gesunkene Schlepper liegt mitten im Fahrwasser. Umfangreiche Bergungsarbeiten wurden sofort in Angriff genom­men. Eine Untersuchung zur Klärung des Unfalles ist eingeleitet

Hebet 100 Todesopfer der Hitzewelle in Amerika.

Die ungewöhnliche Hitzewelle in den Ost- ftaaten und in dem mittleren Teil der Vereinigten Staaten hat nun auch nach dem Westen übergegrif­fen und bereits Über 10 0 Todesopfer ge­fordert. Zahlreiche Fabriken der heimgesuchten Ge­biete stellten ihre Betriebe ein. In Neuyork wurden viele Geschäfte der Hitze wegen geschlossen.

kaum noch Hoffnung auf eine Rettung Amelia Earharts.

Die Hoffnung, die Weltfliegerin Amelia Ear­hart noch lebend zu finden ist jetzt so gut wie aufgegeben worden. Schiffe und Flugzeuge suchten am Freitag wieder das große Gebiet südlich der Howland-Jnseln ab, jedoch abermals ohne Er­folg.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt

Die neue atlantische Störung ist rasch bis zur Nordsee vorgedrungen. Sie brachte bereits in der Nacht zum Samstag aufkommende Unbeständigkeit und anschließend mit einbrechender kälterer Meeres­luft vielerorts Gewitter mit teilweise heftigen Nie­derschlägen. Auch diesmal wird sich wieder ein Zwi­schenhoch aufbauen und voraussichtlich Besserung bringen.

Aussichten für Sonntag: Häufig aufhei- ternd und nur vereinzelt auftretende Schauer, bei lebhafen westlichen bis nordwestlichen Winden für die Jahreszeit zu kühl.

Aussichten für Montag: Zunächst weitere Besserung und tagsüber wieder warm, späterhin voraussichtlich wieder zunehmende Unbeständigkeit.

Lufttemperaturen am 9. Juli: mittags 23 Grad Celsius, abends 15,9 Grad; am 10. Juli: morgens 14,5 Grad. Maximum 24,8 Grad, Minimum heute nacht 12 Grad.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), Vertreter: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt Der Anzeigen: i. D. Hans Thein D. A. VI. 37: 9104. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R Lange. KG., sämtlich in Gießen Monat-Bezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkausspreis 10 Ps und Samstags 15 Pf, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zett ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.