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Gerüchte um Tuchatschewskis Verhaftung bestätigen sich.

Neue Umbesetzungen in der Roten Armee.

Moskau, 9. Juni. (DNB.) In Moskau wird jetzt eine Reihe weiterer Umbesetzungen in der Führung der roten Armee bekannt- geben, welche die bisher noch immer nicht bestätig­ten Gerüchte über die Verhaftung Marschall Tuchatschewskis nun doch zu bekräftigen scheinen. Bekanntlich war der bisherige Stellvertreter Woroschilows, der Marschall T u ch a t s ch e w s k i, am 11. Mai zum Befehls­haber des Wolga-Militärbezirks gelinde gesagt degradiert worden. Er hat diesen Posten jedoch nicht mehr angetreten, sondern wurde nach über­einstimmenden Informationen bereits gegen Ende des vorigen Monats verhaftet. Nunmehr scheint sich das Schicksal Tuchatschewskis vollends erfüllt zu haben, da der ihm noch vor wenigen Wochen übertragene Posten jetzt durch den Divisionskom­mandeur Jefremow besetzt worden ist. Die Ge­rüchte um die Person des Marschalls haben sich also, trotz anfänglicher Dementis, bestätigt. Man nimmt an, daß eine ganze Gruppe von hohen Offizieren das Schicksal Tuchatschewskis teilt.

Was dem jetzt endgültig beseitigten Marschall zur Last gelegt wird, ist noch nicht bekannt. Vermutlich handelt es sich um Beziehungen zu oppositionellen, d. h. gegen die Stalinsche Führung ge­stimmten Parteikreisen, mit derenEntlarvung" und Ausrottung Stalin und seine GPU. zur Zeit so intensiv beschäftigt sind.

General Molas Beisetzung.

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Für den durch einen Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen tapferen spanischen General Mola fand in Burgos eine Trauerfeier statt, an der auch der Staatschef General Franco mit seinem Stabe teilnahm. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Weiterhin wird amtlich mitgeteilt, daß der bis­herige Generalinspekteur der Kavallerietruppen, Marschall Budjonny, zum Befehlshaber des Moskauer Militärbezirks, der Armeekommandeur zweiten Ranges Dybenko zum Befehlshaber des Leningrader und der Armeekommandeur Kuiby­schew zum Oberbefehlshaber des transkaukasischen !Witärbezirks ernannt worden sind.

Katastrophale Lage der Sowjet-Industrie.

Trotzkisten" -Verfolgungen als Ablenkungsmanöver.

London, 9.Juni. (DNB.) Der Moskauer Kor­respondent desDailn Telegraph" befaßt sich mit einer Rede des Beauftragten für die sowjetrussische Schwerindustrie, in der die Lage in der Ei­sen- und Stahlindustrie mit erstaunlicher Offenheit als katastrophal bezeichnet worden sei. Der Korrespondent schreibt, daß die neuen Ent­hüllungen über die unerhörten Mißstände in der sowjetrussischen Wirtschaft der Hauptgrund für den Feldzug gegen die T r o tz k i st e n" sei. Während man bisher immer nur denTrotzkisten" die Schuld an allem gegeben habe, gestehe man jetzt sogar plötzlichFaulenze­reien" in den Schlüsselindustrien ein. Das 1935 ge­schaffene Stachanow- Antreiber-System, das die Leistung des Einzelnen unter den unmöglichsten Versprechungen gewaltsam steigern sollte, sei völ­lig in den Hintergrund getreten. Die Erzeugung sinke unaufhörlich, sowohl güte- wie mengenmäßig. Die Moskauer Gewalthaber sähen sich daher er­neut der ungeheuren Schwierigkeit ihres staatlichen Jndustriesystems gegenüber. Sie suchten daher end­lich einen Ausweg. Eine Aenderung des Systems sei gegenwärtig unmöglich. Die Krise in der In­dustrie werde noch dadurch erschwert, daß niemand eine Verantwortung übernehmen wolle. Selbst die Stachanow-Antreiber nähmen keine Anweisungen entgegen, die nicht schriftlich niedergelegt und ge­stempelt seien, aus Furcht, alsTrotzkisten"-Sabo- teure angesehen zu werden.

V erschärsung derStreiklage in der amerikanischen Stahlindustrie.

N e u y o r k, 9. Juni. (DNB.) Die in den Ver­einigten Staaten besonders in der Stahlindustrie herrschende Streikbewegung nimmt immer groteskere Formen an. Die Spannungen in dem auf breiter Front durchgeführten Kampf zwischen den linksradikalen Lewis-Gewerkschaften und der Stahlindustrie wurde noch dadurch verschärft, daß die Gewerkschaften mehrere kleine Niederlagen er­litten und aus Wut hierüber die Terrorisie­rung der nicht streikenden Arbeiter noch mehr steigerten. In Poungstown (Ohio), wo es mehrfach zu Ueberfällen auf Polizisten und zu Versuchen der Streikenden, auf das Werk­gelände der Stahlfabriken zu dringen, kam, gelang es der Polizei, einen großen Teil der Streikposten zu entwaffnen. Um sich gegen den Terror der Lewis-Gewerkschaften zu schützen, gründeten die arbeitswilligen Arbeiter, ähnlich wie vor einigen Tagen die Arbeiter der Ford-Betriebe, eine un­abhängige Gewerkschaft, der nach einer Mitteilung der Stahlwerke bereits 63 v. H. der Ar­beiterschaft beigetreten sind. Mit ihrer Hilfe beab­sichtigen die Stahlwerke, innerhalb von wenigen Tagen die Betriebe wieder in Gang zu setzen.

In der Stadt Monroe (Michigan) erließ der dor­tige Bürgermeister einen Aufruf an die Zi- v i l i st e n , die militärische Erfahrung haben und mit Schutzwaffen umgehen können, sich als Sonder­polizisten aut Verfügung zu stellen. Der Bürger­meister hofft, mit Hilfe dieser Einwohnerwehr das dortige Stahlwerk, das für die Stadt den Lebens­unterhalt bedeute, wieder eröffnen zu können. Eine Abstimmung im Stahlwerk ergab, daß von den 1351 Arbeitern 1331 die Arbeit wieder aufnehmen wol­len, jedoch wie so oft, von einer Minder­heit terrorisiert und eingeschüchtert werden. Der Bürgermeister hatte zuerst von Gouverneur Murphy Nationalgarde angefordert, sie wurde ihm aber verweigert. Daraufhin erklärte er dann, zur Selbsthilfe zu schreiten. Die Lewis-Gewerkschaf­ten drohen nun, einige Tausend auswärtige Ge­werkschaftler nach Monroe zu bringen und ihren Terror auf diese Art weiter auszuüben.

Neuyork, 10. Juni. (DNB. Funckspruch.) In Maßvillon (Ohio) erschlugen Streikposten einen in der Nähe des Republic-Stahlwerks tätigen An­streicher, der an dem Streik völlig unbeteiligt war. Er hatte sich mit den Streikenden in eine Un­terhaltung eingelassen, in deren Verlauf er ihnen das Sinnlose ihrer Handlungsweise vor Augen ge­halten hatte.

Der neue Kulturbegriff des Rationalsozialismus.

Eine Unterredung mit Beichsleiter Alfred Bosenberg.

Kopenhagen, 9. Juni. (DNB.) In der Natio- naltidende wird von ihrem ständigen Mitarbeiter Dr. Hakon S t a n g e r u p, der sich zur Zejt auf einer Vortragsreise in Deutschland befindet, eine Aufsatzreihe über deutsche Kulturprobleme angekün­digt, die gleichzeitig durch eine Unterredung mit Reichsleiter Alfred Rosenberg ein­geleitet wird.

Deutsche Kulturprobleme beginnen", so meint der Korrespondent,mit der Frage: Was ist der neue K u l t u r b e g r i f f des Nationalso­zialismus?" Auf diese Frage, mit der er die ihm gewährte Unterredung einleitete, hat Reichs­leiter Alfred Rosenberg geantwortet:

Sie fragen mi chnach dem Unterfthied zwischen dem Kulturbegriff und damit dem Kulturleben in Deutschland vor der nationalsozialistischen Revo­lution und heute. Ich verstehe nicht, daß eine solche Frage gestellt werden kann. Um überhaupt Unter­schied und Gleichheit definieren zu können, muß man einen gemeinsamen Ausgangspunkt, eine Vergleichs­grundlage haben. Aber es ist nichts, nichts sage ich, was in kulturellen Zuständen in dem Deutsch­land, das von den Leuten der Weimarer Republik beherrscht wurde, und dem Deutschland, das wir jetzt aüfzubauen daran sind, gemeinsam ist. Das neue Deutschland hat beides, ein Kulturleben undelneKultur;die Weimarer Republik hatte nichts davon, sie repräsentiert eine kulturlose Pe­riode, eine kulturelle Anarchie. 15 Jahre, vom Friedensschlutz bis 1933, lag Deutschland in einem kulturellen Hypnosezustand, hervorgerufen von der damaligen Presse. Nun endlich ist unser Land daran, zu erwachen.

Nach der weiteren Erklärung des Reichsleiters, daß der Nationalsozialismus Deutschland ein Kul­turleben bringen werde und es vermöge, weil Adolf Hitler den Weg zu einem wirklichen geisti­gen Leben gewiesen habe, stellt der Korrespondent folgende Fragen: Wie definieren Sie diesen Begriff des Kulturlebens? Was verstehen Sie und die Füh- rer des neuen Deutschland unter Kultur? Die Wei­marer Republik baut ja auf den liberalen Prin­zipien, die im großen und ganzen dieselben sind, die heute in Westeuropa und im Norden gelten."

Darüber werde ich mich nicht, antwortete der Reichsleiter, gum Richter aufwerfen. Ich will Ihnen stattdessen positiv antworten: Jede große Kul­tur hat einen Stil, der alle Gebiete des Le­bens prägt. Die Vergangenheit schenkte uns einen christlichen Stil, einen höfischen Stil usw., die ver­gangenen Jahrhunderte knüpften uns an hellenische und römische Ideale. Nun ist die Zeit da für einen deutschen Stil, der anknüpft an das Volkliche

und das Rassische. Und hier begegnen sich für uns das Aeußere und Politische mit dem Inneren und Seelischen: Staat und Kultur sind eine Einheit, weil beide gleich gegründet und gleich abhängig von einer weltanschaulichen Einstellung sind. Ich habe das einmal so ausgedrückt: Die Einheit der Lebens­anschauung des Volkes und des Staates ist das Ziel des Nationalsozialismus.

Den Hinweis des Korrespondenten auf den in Dänemark herrschenden liberalistischen Freiheitsbe­griff stellte der Reichsleiter u. a. folgendes ent­gegen: Es müssen Grenzen dafür da sein, was ge­sprochen werden kann. Und außerdem: Was ist oas für ein Volk, wenn es eine klerikale, eine nationale, eine soziale und eine kommunistische Weltanschauung innerhalb seiner Grenzen hat. Nach meiner Mei­nung: Eine Anarchie und kein Volk.

Sie benutzen das löort Freiheit. Das neue Deutschland hat dieses Wort umgeprägt und ihm einen Inhalt gegeben, der besser harmo­niert mit dem ehrwürdigen germanischen Wort Freiheit, das bei uns nicht mehr mit der Losgelassenheit anarchistischer Instinkte verwechselt wird. Freiheit ist für uns nicht eine hemmungsloser Individualismus, sondern eine schaffende Leistung eines Einzel­wesens, durch die dieses seine eigenen inneren Kräfte, aber gleichzeitig das Blut und den Charakter verwirklicht, die eine Vor­aussetzung dieser Persönlichkeit sind.

Die große Persönlichkeit ist kein zufälliges Pro­jekt und keine Abnormität innerhalb eines Volkes, sondern die Krone dessen, was unsichtbar im Volk schlummert. Des Volkes Keime sind in die schönste Blüte gesprungen. Eine nationalsozialisti­sche Kultur ist das ureigenste Wesen des deut­schen Volkes, welches in dem künstlerischen Stil zum Bewußtsein erwacht, der lebt, aber sich seines Lebens in Millionen von Menschen nicht bewußt ist."

Auf die Frage des Korrespondenten, ob man den neuen Stil im aktuellen deutschen Geistesleben mer­ken könne, antwortete der Reichsleiter: Ich meine daß der mehrfach zu spüren ist, aber es wird wahr­scheinlich viele Jahre dauern, bis er sich vollständig durchsetzt. Unsere Nachkommen sollen auch etwas zu schaffen haben. Aber es keimt überall. Wir Deutschen leben in einer Uebergangszeit, wo eine geistige Revolution sich vollzieht. Die Partei schafft die Ideen und gibt ihnen Wachstum. Der Staat ist der Verwaltungsapparat, der die Verant­wortung für Formung und Bildung dieser Ge­dankenwelt und ihre Umsetzung in die Tat prägt.

Nach der Beschießung von Almeria.

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Soeben traf das erste Bild aus der noch in bolschewistischen Händen befindlichen Hafenstadt Almeria ein, deren militärische Anlagen als Vergeltung für den bolschewistischen Ueberfall auf das PanzerschiffDeutschland" von den deutschen Kriegsschiffen beschossen wurden. (Associated-Preh-M.)

Oie Bestimmungen des Walfangabkommens.

L o n d o n, 8. Juni. (DNB.) Das heute in London unterzeichnete Abkommen zur Regelung des Walfangs sieht u. a. ein Derbot des Walfangs während neun Monaten für Kocherei- fchiffe oder zugehörige Walfangboote vor. Der Wal­fang von Landstationen aus wird nur auf die Dauer von sechs Monaten in jedem Jahr gestattet. Der absolute Schutz gewisser Walarten sowie aller Jungwale und aller von Jungwalen be­gleiteten weiblichen Wale wird vereinbart. Sie' Tö­tung von Walen, die eine gewisse Länge nicht er­reichen, wird verboten. Die vertragschließenden Re­gierungen sollen Maßnahmen zur Regulierung der Schießmethoden ergreifen. Damit ist be­zweckt, den Verlust von Walen, die durch Verwen­dung fehleichafter Geschütze oder Harpunen tödlich verwundet worden sind, zu verhüten und Grau­samkeiten zu vermeiden.

Wie es in einer nach der Unterzeichnung ver­öffentlichten Verlautbarung heißt, könnten sich die vereinbarten Maßnahmen als wertlos erweisen, wenn Schiffe der an dem Abkommen nicht beteilig­ten Länder einen ungeregelten Walfang durchführen würden. Daher fei es wichtig, alle interessierten Re­gierungen zu überreden, dem Abkommen beizutre­ten. Falls der Walfang nicht streng reguliert werde, würde der Walfang bald nicht mehr ren­tabel sein. Man rechne mit einem baldigen Bei­tritt Kanadas und Portugals, die auf der Konfe­renz durch Beobachter vertreten waren, und auch mit der Beteiligung anderer Regierungen mit Wal­fanginteressen. Das Abkommen soll vom 1 Juli dieses Jahres bis zum 30. Juni 1938 in Kraft sein.

Dieses Abkommen hindert Deutschland nicht, seinen Walfang so zu gestalten, wie es seinen Interessen als Industrieland mit großem Roh st off- und Fettbedarf entspricht, zu dessen Deckung der deutsche Walfang beitragen soll. Die in dem Ab­kommen getroffenen Einschränkungen hinsichtlich des Fanges junger und unausgewachsener Tiere und säugender Muttertiere sowie die Bestimmungen, die eine möglichst vollständige Verwertung des ge­samten Walkörpers Vorschlägen, werden in Deutsch­land nicht als Beschränkung, sondern als Selbst­verständlichkeit empfunden werden. Aus den Fleisch­teilen und Knochen lassen sich außer Del auch Fleisch­mehl und eine Reihe weiterer Produkte gewinnen, wie es die Versuche auf deutschen Walfangflotten zeigen.

Wenn andere walfangtreibende Staaten sich ab­seits halten sollten, kann Deutschland zusammen mit den anderen vertragschließenden Ländern das Ab-, kommen ganz oder für einzelne Meeresteile außer Kraft setzen oder von dem Abkommen zurücktreten, auch kann es in einem Jahr feine weitere Beteili­gung von Aenderungen der Bestimmungen abhängig machen.

Zwölf Todesopfer beim Untergang des Walfängers »Ban IIP.

Wie nunmehr feststeht, hat der Untergang des WalfängersR a u III" auf der Unter* wefer kurz vor Beendigung feiner Probefahrt zwölf Todesopfer gefordert, die in dem untergegangenen Schiff eingeschlossen fein dürften. Es wird noch mehrere Tage dauern, bis das Wrack mit seinen Opfern geborgen werden kann. Die bei­den HebefahrzeugeKraft" undWille" der Bug­sier- und Bergungsreederei mit bewährten Fach­leuten an Bord, haben bereits damit begonnen, das Wrack derRau", das in einer Tiefe von etwa 12 Meter liegt, stromrecht zu legen. Die Nachfor­schungen nach der Ursache des Unglücks haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. Die Verneh­mung der Zeugen in amtlicher Untersuchung dauert an.

Oas polnisch-rumänische Bündnis.

König Carol wird in Warschau erwartet.

Warschau, 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der letzte Tag des Bukarester Aufenthaltes des polni­schen Staatspräsidenten hatte nach den Berichten der polnischen Presse für das polnisch-rumä­nische Bündnis besondere Bedeutung.Gazeta Polska" weist hierbei besonders auf die Audienz hin, die König Carol Mittwoch mittag dem pol­nischen Außenminister gewährte. Weiter wird die Besprechung des rumänischen Ministerpräsidenten und des Außenministers mit dem polnischen Staats­präsidenten hervorgehoben.

Voller Genugtuung kündigt die polnische Presse an, daß einem besonderen Wunsch des polnischen Staatspräsidenten entsprechend, König Carol auf feiner Reile nach Polen, di^ in der letzten Juni­woche stattfindet, vom Thronfolger Michael be­gleitet fein wird, der während feines letzten Aufent­haltes in Polen die größten Sympathien des Volkes und die Herzen der polnischen Jugend gewonnen habe.

Französische Soziakpartei lehnt den Eintritt in die Doriot'sche

Freiheitsfront ab.

Paris, 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die -französische Sozialpartei des Obersten de la Rocque hat die Aufforderung der französischen Volkspartei Doriots zum Eintritt in die zu bildende Freiheitsfront abgelehnt. Dieser Be­schluß wurde in einer Sitzung des Vorstandes am Mittwochabend gefaßt. Die französische Sozialpartei geht davon aus, daß die von der französischen Volkspartei oorgeschlagenen Grundlagen der Frei­heitsfront bisher nur zwei Zusagen von polittschen Parteien (der republikanischen Vereini­gung von Louis Marin und der Nationalen und Sozialen Partei, die die Nachfolgegründung der jungpatriotischen Vereinigung des Abgeordneten Taittinger ist) erhalten habe. Der Anschluß der zwei Millionen Mitglieder der französischen Sozial­partei an eine Front würde der Masse dieser Partei ihre Eigenschaft als Vorkämpferin der französischen Aussöhnung nehmen. Die französische Sozialpartei bestehe zu über 60 v. H. aus Arbeitern, Angestellten und Bauern und zähle in ihren Reihen mindestens 40 v. H. ehemalige Anhänger der Volk s- f r o n t p a r t e i e n. Aus diesen Gründen lehne die französische Sozialpartei ihren (Eintritt in die Frei­heitsfront ab.

Die französische Sozialpartei strebe jede Gleich­richtung der Bemühungen gemäß diesen Grundsätzen zur Bekämpfung der kommuni st ischen Betätigung an, Die die Grundlage des republi­kanischen Regimes in Frage gestellt habe, als deren entschiedene Anhänger sich die französische Sozial­partei bezeichnet.

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