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SieLustrüffung derSowjets.

Von besonderer Seite werden über die rote Luftflotte die nachstehenden authen­tischen Mitteilungen gemacht

lieber der sowjetrussischen Luftrüstung stehen als Leitspruch die Worte Stalins, niedergeschrieben in der Anordnung zum ersten Fünf-Jahres-Plan: Wir brauchen keine Armeen, wie sie von den euro­päischen Großmächten unterhalten werden. Das, was wir zur Verteidigung unseres Landes, zum Schutze unseres inneren Wiederaufbaues und zur Durchführung unserer Außenpolitik brauchen, ist eine jederzeit einsatzbereite Luft- w a f f e."

Die Sowjetunion ist in der Tat wie kein an­deres Land geeignet, seine militärische Stärke auf die Luftwaffe zu gründen. Erstreckt sich doch das Luftaufmarschgebiet Sowjetrußlands im Westen gegen Europa auf eine Grenzausdehnung von 3000 Kilometer und eine Tiefe von etwa 800 Kilometer, das heißt auf eine Flächenausdehnung von 2 400 000 Qudratkilometer. Erst ein Vergleich mit der Flächenausdehnuna anderer Länder vermit­telt eine Vorstellung von dem gewaltigen Ausmaß des sowjetrussischen Aufmarschglacis. Die Gesamt­fläche Englands beträgt 413 564 Quadratkilome­ter, die Frankreichs 550986 Quadratkilometer und die Deutschlands 470699 Quadratkilo­meter.

Der Vorteil eines derartig gewaltigen Luftauf­marschgebietes liegt in der Möglichkeit, eine B o - denorganisation zu schaffen, die Tausende von Flugplätzen umfassen kann, auf denen große Luftheere versammelt werden, ohne daß es gelingen könnte, diesen auf 2 400 000 Quadratkilometer ver­teilten Aufmarsch durch Luftangriffe zu zerschlagen. Dieser 3000-Kilometer-Aufmarschfront steht die deut­sche Ostgrenze mit nur 600 Kilometer Länge gegen­über. Der Vorteil deräußeren L i n i e", den Sowjetrußland besitzt, ist so augenfällig, daß allein diese Tatsache genügte, um von einer Luftbe- drohung Deutschlands durch Sowjetruß­land zu sprechen, wenn auch nur die ersten An­zeichen erkennbar würden, diesen Vorzug der äuße­ren Linie und der Tiefe nutzbar zu machen.

Mft wieviel mehr Recht kann Deutschland von einer akuten Luftbedrohung durch Sowjetrußland sprechen, nachdem die Luftstreitkräfte der Sowjet­union zahlenmäßig an der Spitze aller Luftflotten der Welt stehen, Die sowjetrus­sische Luftrüstungsindustrie in der Lage ist, zur Zeit eine Jahresproduktion von 7000 Flug­zeugen herauszubrmgen, die Beschaffung der Rohstoffe durch eine gewaltige Industrie-Organisa­tion gesichert ist und das Aufmarschgebiet im We­sten Rußlands Hunderte vonFlughafen-Systemen" (Haupt- und Nebenflugplätze) umfaßt, die heute schon 4000 bis 5000 Flugzeuge aufnehmen.

Die Presse des Auslandes, namentlich Englands und Frankreichs, bemüht sick aus begreif­lichen Gründen, dieRote Luftgefecht als ein von Deutschland erfundenesZweck-Phantom" hinzustellen, ausgedacht und propagiert, um Deutsch­lands Nachrüstung zu begründen. Die englische Luft­fahrt-ZeitschriftAeroplane" vom Dezember 1936 verstieg sich in der Abschwächung der sowjetrussischen Luftdrohung soweit, Rußland als tölpelhaft gut­mütigen Bären hinzustellen, der zwar das Fliegen lernen möchte, indes niemals in der Lage fein wird, sich wirklich m die Luft zu erheben. Die auf dem 8. Sowjetkongreß verkündete gewaltige Luft­rüstung, die Verdreifachung der sowjetrussischen Luftwaffe und die geforderte Ausbildung von 150 000 Flugzeugführern wurde alsphantastisch", die sehr natürliche Reaktion in der deutschen Presse alsübertrieben" bezeichnet. Es bestehe kein Grund, meinteAeroplane", die sowjetrussische Luftmacht als eine direkte Bedrohung anzusehen.

Welche Tatsachen stehen einer solchen Ansicht gegenüber? Die Entwicklung der sowjetrussischen Luftwaffe beginnt mit dem 28. Juni 1928. An die­sem Tage wurden die zwei einzigen, bisher als Auslandskonzessionen betriebenen Flugzeug­werke, über die Sowjetrußland verfügte, ver­staatlicht. Im Jahre 1929 bereits belief sich die Anzahl der Flugzeugwerke auf 18, die Zahl der in der Luftrüstungsindustrie beschäftigten Arbeiter auf 20 000, die Jahresproduktion an Flugzeugen auf 500. Vier JoHre später, im Jahr 1933, am Ende des ersten Fünf-Jahres-Plans arbeiteten 120 000 Arbeiter in 54 Flugzeugwerken und stellten 1700 Flugzeuge her. Weitere drei Jahre später 1936 betrug die Jahresproduktion 6000 Flugzeuge: 74 Flugzeugwerke waren erstandet und beschäftigten 200 000 Arbeiter. Die Entwicklung des Flugzeug­baues hatte demnach in 7 Jahren folgenden Ver­lauf genommen: Die Zahl der Flugzeug­werke war auf das 4,2fache gestiegen, die Zahl der Arbeiter auf das lOfache, die Jah­resproduktion an Flugzeugen auf das 1 2 f a ch e. Heute ist die sowjetrussische Lustrüstungs­industrie soweit entwickelt, daß ihr innerhalb des Luftrüstungsplanes die Aufgabe gestellt werden konnte, bis zur Wende 1937/38 die Jahresproduk­tion auf 10 000 Flugzeuge zu steigern. Von den Motorenfabriken wird verlangt, den Bau von Flug­zeugmotoren, der zur Zeit 10 000 bis 12 000 Stück jährlich beträgt, bis zum Jahre 1938 zu verdoppeln. Bereits 1936 war in der Flugmotoren-Jndustrie nach den Ausführungen Chripins auf dem 8. Sow­jetkongreß eine 46prozentige Steigerung gegenüber den Leistungen im Jahre 1935 zu verzeichnen.

Die sowjetrussische Luftwaffe wird nach der In­gangsetzung des jüngsten Zwei-Jahres-Rüstungs- planes folgendes Bild aufweisen: 1937 wird die Jahresproduktion an Flugzeugen 7000 betragen. Von dieser Zahl sind etwa 30 v. H. als Ersatz für den Verschleiß an Flugzeugen im Dienstbetrieb und w*tere 20 v. H. für die Auswechselung veralteter Flugzeuge bei den Formationen der Luftwaffe ab­zuschreiben, so daß von der gesamten jährlichen Produktion noch 3500 Flugzeuge zur Rückstellung

für die geplante Verstärkung der Luftwaffe verfüg­bar sind. Da die Stärke der Roten Luftwaffe zur Zeit 5000 Flugzeuge 1. Linie und etwa 2000 Flug­zeuge 2. Linie beträgt, so würde Ende 1937 sich die Zahl der Flugzeuge 1. Linie auf 8500 und die der 2. Linie auf etwa 3000 Flugzeuge beziffern. Am Ende des zweijährigen Luftrüstungsprogrammes dürfte mit etwa 15 000 Flugzeugen 1. Linie zu rech­nen fein.

Von der Gesamtzahl der sowjetrussischen Militär­flugzeuge stehen zwei Drittel im W e st e n , ein Drittel in Fernost. Wenn dieses Stärkeoerhält- nis beibehalten werden sollte, würden demkapita­listischen" Europa, insonderheit Deutschland, 1938 zumindest 10 000 Flugzeuge der sowjetrussischen Luftwaffe gegenüberstehen, während Japan sich durch 5000 Flugzeuge bedroht sehen müßte. Gegen­über diesen Tatsachen bricht die Legende vom fliegenden Bären" in sich zusammen. Deutschland gibt sich keinen leichtfertigen Täuschungen hin: Sowjetrußland ist auf dem Wege, die herrschende Luftmacht der Welt zu werden, keineswegs etwa, um wie die Sowjets glauben machen möchten die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken gegen irgendwelche Ueberfälle kapitalistischer oder faschistischer Staaten zu schützen, sondern allein zu dem Zweck,der Durchführung der sowjetrussi­schen Außenpolitik zu dienen". Nicht zufällig sind zwei Drittel aller sowjetrussischen Militärflug­zeuge schwere und leichte Bomber. Nicht umsonst ist der Generalstab der Roten Luftwaffe im Be­griff, dieses Angriffsinstrument für die Führung handlich" zu gestalten, das heißt die Masse der bisher noch vereinzelt in den Militärbezirken dis­lozierten Bombenbrigaden zu größeren Ver­bänden zusammenzufassen, um noch größere, operativ zu verwendende Verbände aufzustellen. Diese Verbände werden sich alsL u f t h e e r e" darstellen, die nach dem Willen der Sowjets in einem gigantischen Vernichtungszug der Roten Ar­beiter- und Bauern-Armee den Weg auf die Trüm­mer der europäischen Welt ebnen sollen.

In seiner StudieCharakter des Krieges von

morgen" sprach A m i g a r o ro (Woina i Revoluzija, Sept./Okt. 1934) der Luftwaffe in der Anfangs­periode des Krieges eine ausnehmende, vielleicht entscheidende Bedeutung zu.Die Luftwaffe und die Panzertruppen", sagte Amiragow,werden den Krieg beginnen." Seit dieser Grundsatz aufgestellt wurde,-sind drei Jahre vergangen. An der These hat sich nichts geändert, doch ist der Gedanke, den Krieg durch die Luftwaffen zu eröffnen, von dem Roten Generalstab vertieft und erweitert worden. Heute gilt der Grundsatz: Die Luftwaffe und d i e Fallschirmtruppen werden den Krieg eröffnen. In die von diesen durch umfangreichste Zerstörung im Feindland gelegte Bresche bringen die Panzertruppen ein. Der Einsatz des Heeres folgt erst in zweiter Linie Die politische und wirtschaftliche Struktur Rußlands unter dem bolschewistischen System verträgt einen Krieg von langer Dauer ebenso wenig wie ein langsames und schwerfälliges Anlaufen der Operationen im Kriege. Die Entscheidung des Krieges muß in kürzester Zeit erzwungen werden. Der Luftwaffe, den Fallschirmtruppen und den Panzerverbänden fällt die Aufgabe zu, den Gegner überraschend nieder­zuwerfen. Heute schon verfügt die sowjetrussische Luftwaffe über mehrere Brigaden, die im Trans­port von Luftinfanterie ausgebildet sind. Am -Ende des Zwei-Jahres-Rüstungsprogrammes werden besondere mit Geschwadern von schweren Transportflugzeugen ausgerüstete Luftlandungs­brigaden bestehen. Einige hunderttausend ausgebil­dete Fallschirmsportler und etwa 60 000 bis 70 000 militärisch ausgebildete Fallschirmspringer bilden den gewaltigen Reservebestand für die im Kriege zu verwendenden Fallschirm-Brigaden oder -Divisio­nen. Wenn die Aufstellung einer zum überwiegen­den Teil aus Bombenflugzeugen bestehenden An­griffsluftwaffe, deren offensiven Charakter noch nicht zur Genüge unter Beweis stellen würde, so muß dieses vollends durch die Bereitstellung der­artig gewaltiger Massen von Fallschirmschützen dar­getan werden. Die sowjetrussische Luftrüstung ist eine unverhüllte Drohung an die Welt.

Kanadischer Staatsbesuch in LlGA

Am 30. März stattete der Generalgouverneur von Kanada, Lord Tweed smuir, dem Präsidenten Roosevelt in Washington einen offiziellen Staatsbesuch ab in Erwiderung des Besuches des amerikanischen Staatspräsidenten. Als Lord Tweedsmuir auf dem Bahnhof von Washington ankam, wurde sein Wagen, wie unser Bild zeigt, von Panzerwagen der amerikanischen Wehrmacht eskortiert. (Scherl-Bilderdienst-M.)

M

Die Paradies Inseln im Stillen Ozean.

^eifebrief unseres H. W.-Berichierstaiters.

Unser H. ^.-Berichterstatter für den Fernen Westen der Vereinigten Staaten hat den Fer­nen Osten besucht und sich dabei einige Zeit auf den Hawai-Jnseln aufgehalten. In zwei Briefen schildert er seine Eindrücke von diesen zauberhaften Inseln und gewal­tigen Festungsanlagen.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.!

l. Das Gibraltar des Pazifik

Honolulu, März 1937.

Nach stürmischer Fahrt durch den von Taifunen durchtobten ostasiatischen Teil des Stillen Ozeans schien sich am vierten Tag nach unserer Abfahrt von Yokohama das schäumende Meer etwas zu be­ruhigen und unser braves Schiff, dieTayo Maru", die ehemalige deutscheKap Finisterre", pflügte mit majestätischer Ruhe durch die blauen Fluten.

Man fühlt sich wohl auf diesen schmucken sauberen Dampfern der japanischen Nippon Dusen Kaisha Linie. Man hat das Gefühl:Hier bist du gern gesehen"; und der liebenswürdige Kapitän Ogawa und seine Offiziere machen aus ihrer Verehrung und Hochachtung für das neue Deutschland kein Hehl. Die Fahrgäste bestehen in der überwiegenden Mehrzahl aus Japanern: Diplomaten, die nach mehrmonatigem Heimaturlaub wieder auf ihre Missionen hinausgehen, Großkaufleute auf Geschäfts­reisen nach Amerika und Europa, japanische Farmer, die auf Hawai oder in Kalifornien zu Wohlstand gekommen sind. Die verhältnismäßig geringe Zahl der weißen Fahrgäste besteht meist aus Holländern und Engländern, die über Amerika in ihre Heimatländer zurückfahren.

Leider vergeht die Zeit viel zu schnell! Die rühri­gen Japaner haben viele schöne Sitten des male­rischen Jnsellandes auf ihre Schiffe übertragen, und so wechseln bunte Teegesellschaften und japanische Tanzoorführunaen mit Sukuyaki-Diners ab, wobei man auf weichen Tatami-Matten sitzend köstliche Leckerbissen, wie Tofu, Konnyaku, zartes Rindfleisch in Shoyu-Sauce gekocht, verzehrt und aus zier­lichen Schälchen Sake (Reiswein) schlürft. Selbst­verständlich erscheint die aus Tokio kommende Frau Sakumoto im bunten Kimono mit dem breiten Obi um die Hüften und seidenen Pantöffelchen an den Füßen, aber die in Kalifornien geborene Miß Tai Miyata zieht es vor, ein bequemeres abendländi­sches Kleid zu tragen.

Naturgemäß dreht sich das Hauptgespräch um Hawai, die Paradies-Inseln inmitten des Stillen Ozeans, die wir in den nächsten Tagen anlaufen werden, und ein gewisser Stolz liegt auf den Ge­sichtern derer, die sich zu den Bewohnern dieser glücklichen Gefilde zählen. Von Tag ^u Tag wird die Luft weicher und milder, das Wasser im Schwimmbassin auf dem Oberdeck wärmer. Die Offiziere ziehen £r openuni formen an. Am achten Tag in der Frühe sehen wir Land. Weiße Wolken lagern über den vulkanischen Bergketten der Insel Oahu, auf der sich die Hauptstadt Honolulu be­findet.

Die Hawaischen Inseln, wohl die abgelegensten bewohnten Inseln der Welt, liegen in der tropischen Zone, südlich des Wendekreises des Krebses, 2000 Meilen entfernt von Kalifornien, 4000 Meilen von Ostafien und 4400 Meilen von Australien. Sie be­stehen aus einer großen Anzahl kleiner und acht größeren vulkanischen Inseln, von denen die wich­tigsten Kauai, Oahu, Molokai, Maui und Hawai sind.

Hier gibt es mehr als 200 Krater, darunter den über 4000 Meter hohen umfangreichsten tätigen Vulkan der Erde, den Mauna Loa, d. i. Großer Berg. Die eingeborene Bevölkerung dieser Inseln sind Po­lynesier, ein schöner Menschenschlag, friedlich und sanft, deren Vorfahren wahrscheinlich aus Indien kamen. Heute leben hier 400 000 Menschen, unter denen etwa 55 000 Weiße, 27 000 Chinesen und 150 000 Japaner sind. Von den im Aussterben be­griffenen Kanaken (Eingeborenen) sind nur noch 22 000 vorhanden.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts waren diese Gebiete der europäischen Welt unbekannt. Als am 18. Januar 1778 der britische Seefahrer Kapitän James Cook die Inseln betrat, wurde er von freundlichen Eingeborenen begrüßt. Die Priester hatten den Kanaken erzählt, daß der Gott Lono auf einer schwimmenden Insel ankommen würde. So wurde Cook wie ein Gott verehrt und mit Ge­schenken überhäuft. Aber seine Seeleute benahmen sich grausam und brutal. Sie vergewaltigten die hübschen Frauen, und wenn sie Holz brauchten, ver­brannten sie den heiligen Zaun um den Tempel und schonten selbst Heiligenstandbilder nicht. Da starb eines Tages einer der englischen Matrosen, und die Eingeborenen sahen, daß die Weißen sterblich waren. Eine unheimliche Wut bemächtigte sich der sonst so friedlichen, glücklichen Menschen, und sie fielen über die Eindringlinge her, erschlugen sie bis auf den letzten Mann und fütterten mit den Gebeinen die Hunde. Cook nannte die InselnSandwich Islands" nach dem damaligen Oberbefehlshaber der britischen Flotte, dem Earl of Sandwich. Später wurde die Gruppe nach der größten der Inseln Hawai benannt.

Zur Zeit ihrer Entdeckung waren die Inseln un­abhängig voneinander. In einer Reihe erfolgreicher Kriege eroberte der König Kamehameha, ge­nannt derNapoleon des Pazifik", von seiner eige­nen Insel Hawai aus, zunächst die Nachbarinsel Maui und brachte dann die ganze Inselkette unter seine Herrschaft. 1820 kamen die ersten christlichen Missionare aus Neu-England (USA.) hierher. Es gelang ihnen bald, die Eingeborenen zum Christen­tum zu bekehren. 1893 wurde die fettleibige Königin L i l i u k a l a n i durch eine Revolution abgesetzt und am 4. Juli 1894 die Republik Hawai ausgerufen. Der Amerikaner Sanford Dole wurde der erste Prä­sident.

Die wiederholten Bitten, von Amerika einverleibt zu werden, fanden anfangs in Washington kein Ge­hör, bis im spanisch-amerikanischen Krieg die Be­deutung Hawais als Flottenstützpunkt er­kannt wurde. Im Juli 1898 willigte der Kongreß in Washington in die Einverleibung ein, aber erst im Jahre 1900 wurde Hawai zum Territorium der Vereinigten Staaten erklärt.

Unser Ozeandampfer passierte in langsamer Fahrt Barbers Point auf Oahu. Das Meer hat hier eine wunderbare blau-grüne Farbe, und in der Ferne am Ufer konnte man schon die üppige Fülle des tropischen Wuchses erkennen. Von Nordosten her wehte ein ständiger Passatwind, der das ganze Jahr hindurch mildernde Kühle bringt. Alle Fahrgäste waren festlich geputzt in froher Erwartung der An­kunft in dem Paradies des Stillen Ozeans, dem glück­seligen Lande, über dem unter blauem polynesischem Himmel die Romantik der Südsee schwebt.

Kapitän Ogawa stand auf der Brücke und hatte sein scharfes Zeißglas auf die nahe Küste gerichtet. Wir folgten feinen Blicken. Dort draußen, nicht weit von uns lag schläfrig in der warmen Sonne eine Flottille von Unterseebooten, die Wächter von PearlHarbour, einer der bedeutendsten Kriegs­häfen der Welt. Der gewöhnliche Tourist sieht in Honolulu nur ein mondänes Seebad und in W a i k i k i Beach den feudalen Badestrand, in dem sich die Millionäre der Welt und viele schone Frauen ein Stelldichein geben. Aber der neben mir an der Reeling stehende asiatische Marisieattache, der zurück zu seiner Botschaft nach London fuhr, interessierte sich herzlich wenig für den Palmenstrand an Waikiki. Seine Gedanken weilten dort drüben bei den Unter­seebooten, die friedlich, harmlos wie riesige Seehunde im Wasser lagen. Hawai ist heute ein mächtiges Gi­braltar inmitten des Stillen Ozeans, ein strategischer Punkt von unerhörter Bedeutung. Ein Bollwerk des amerikanischen Imperialismus! Hawai ist für Amerika das Tor nach Asien, der Kreuzungs­punkt der großen Schiffahrtslinien, die den er­wachenden Osten mit der sich rasch nach dem Stillen Ozean vorschiebenden Neuen Welt verbinden.

Hier trifft sich Ost und West. Langsam aber sicher verschiebt sich das Zentrum des weltpolitischen Ge­schehens hierher nach dem Pazifik, diesem größten aller Ozeane, der heute noch als ein Meer des Frie­dens und der Romantik gilt. Aber wie das Mittel- meer einst feine Vormachtstellung an den Atlantik abgeben mußte, fo wird vielleicht morgen schon der pazifische Raum dem Atlantik seine Stellung ftreitig machen. Hier am Stillen Ozean liegen sich zwei der größten Flotten der Welt, zu mächtigen Ein­heiten zusammengeballt, einander gegenüber. Zwar sind die Spannungen noch schwach, die Entfernungen noch immer riesengroß, aber bereits heute fliegt man in 18 Stunden von San Franzisko bis Hawai (Pan- American Airways) und in 40 Flugstunden bis Manila auf den Philippinen. Die Welt wird von Tag zu Tag kleiner. Wird hier der Kampf um die Vormachtstellung im Großen Ozean zum Ausdruck kommen in einem Ringen, wie es die Weltgeschichte noch nicht gesehen hat? Wie eine Sphinx ohne Kopf lagert der Felsen Diamond Head über der Bucht von Honolulu!

Die Verteidigungsanlagen dieses amerikanischen Gibraltar kosten bis heute über hundert Millionen Dollars: weitere 52 Millionen sind schon bewilligt. In Pearl Harbour werden die bereits vorhandenen modernen Dockanlagen in allernächster Zeit um zwei weitere Riesentrockendocks vermehrt. Das neue Ar­meeflugfeld Hickam soll 18 Millionen Dollar ge­kostet haben. Hier auf Hawai befindet sich die größte Garnison der Vereinigten Staaten, nahezu 32 000 Mann Militär sind hier untergebracht, wovon 26 000

1 Dfr. Oetker-Pudding So biUiglSogwt!

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