schaftsreform, deren Durchführung er sich für den Dteft (einer vermutlich letzten 21nusperioöe widmen will, wie im Hinblick aus die eben erst in aller tform protlaimerten uno von Der ganz überwiegenden Mehrheit der öffentlichen Meinung gebilligten Grundsätze einer strengen Gnthalisamtell von allen auszeraineritanischen Verwicklungen sich bislang Nicht hatte entMießen tonnen, auf Japans Vor- geyen in China anoers als mit papierenen Protesten zu reagieren. Ja, eine Zeitlang schien es sogar, als ob man an den Abtransport aller aineri- tanischer Staatsbürger aus Den vom Krieg bedrohten Gebieten Deute, um jeDe Art von Konflikt mit Japan zu vermeiden, jedenfalls lietz Washington es bei Dem allernotwenDigsten Schutz Der ame- rilanischen Handels- unD Elgentumsimeressen in 'DlitteU und Südchina bewenden. Die bereinigten Staaten haben den ostasiatijchen Konflikt bisher auch noch nicht als „Krieg" betrachtet, womit das vor wenigen 'JJlonaten in Kraft getretene Neu - tralitäisgesetz hätte zur Anwendung gebracht werden müssen, das freilich für China eine schwere Beeinträchtigung seiner Aufrüstung bedeutet hätte, da es bestimmt, daß Waffenlieferungen an kriegführende Mächte von diesen bar bezahlt und auf eigenen Schiffen in Amerika abgeholl werden müssen, beides für China, Den bisher größten Kunden Der amerikanischen RüstungsinDustne, unerfüllbare Bedingungen.
Die japanischen Luftangriffe auf Nanking und andere chinesische Städte haben nun in der öffentlichen Meinung der beiden angelsächsischen Länder, die mit ihren Sympathien im Hinblick auf die Gefährdung Der eigenen wirtschaftlichen Interessen in Der für Die angelsächsische Politik eigentümlichen Verbindung mit einer von anderen Völkern oft als Überheblichkeit peinlich empfundenen moralischen Verurteilung der japanischen Kriegführung von Anbeginn an überwiegend auf Seiten Chinas stand, eine sehr erhebliche Verschärfung der Tonart gegenüber Japan verursacht, zumal britische und amerikanische Blätter meldeten, daß von den japanischen Luftangriffen auch die chinesische Zivilbevölkerung betroffen worden fei. Die wachsende Verstimmung in Amerika und England hat sich in heftigen Boykottdrohungen Luft gemacht. Nicht nur die ßabourpartei, die aus dem Abessinienkonflikt anscheinend nichts gelernt hat, forderte auf ihrem Jahreskongreß den Völkerbund auf, Sanktionen gegen Japan zu verhängen, sondern auch angesehene Männer des öffentlichen Lebens wie der Nationalökonom Keynes und der Erzbischof von Canterbury, der Primas der anglikanischen Kirche, machten sich in temperamentvollen Kundgebungen zu Fürsprechern Der namentlich von Blattern der Linken heftig betriebenen Propaganda eines wirtschaftlichen Boykotts gegen Japan. Und auch in Amerika, dessen öffentliche Meinung naturgemäß jederzeit geneigt ist, den Japanern alles Schlechte zuzutrauen, hat sich ein so einflußreicher Mann wie Stimson, ehemals Staatssekretär im Kabinett des republikanischen Präsidenten Hoover, für ■eine gemeinsame Aktion mit England zur Unterbindung der Ausfuhr von Kriegsmaterial nach Japan ausgesprochen, und Roosevelt hat der in Den letzten Tagen zutage getretenen Verschärfung Der antijapanischen Stimmung in Der öffentlichen Meinung seines Landes Rechnung getragen mit Der Erklärung, daß Die Aktion Japans in China unvereinbar fei mit Den Bestimmungen Des Neunmächtevertrages unD Des Kellogg-BrianD-Pakies. Der Neunmächtepakt, Der am 6. Februar 1922 in Verbindung mit Dem ersten Flottenabkommen in Washington von Den Vereinigten Staaten, Eng- lanD, Japan, Frankreich, Italien, China, HollanD, Portugal und Belgien unterzeichnet roorDen ist, bestimmt, Daß Die Souveränität, Unabhängigkeit unD territoriale wie verwaltungsmäßige Unversehrtheit Chinas geachtet werDen soll. Der Kellogg-Briand- Pakt, Den Die Erklärung weiter heranzieht, rourDe am 27. August 1928 in Paris geschlossen unD nach Den damaligen Leitern Der amerikanischen unD französischen Außenpolitik benannt. In ihm roirD der Krieg als Mittel für die Lösung internationaler Streitfälle verurteilt und die Unterzeichnermächte, fast alle Kulturnationen der Erde, auch Deutschland, verpflichtet, ihre Streitigkeiten fried- lich zu schlichten.
Aus^gelöst ist diese schärfere Einstellung der Vereinigten Staaten zum Ostasien-Konflikt vermutlich Durch einen Beschluß Des Völkerbundes, dessen Versammlung sich auf ihrer letzten Tagung in Genf von den trüben Erfahrungen, die sie mit ihrer Aktion gegen die Loslösung Der Mandschurei 1932/33 gemacht hat, die damals zum Austritt Japans aus dem Völkerbund führte, nicht hat abschrecken lassen, auch zu dem neuen Konflikt im Fernen Osten ihre Meinung zu äußern. Allerdings ist Die Entschließung Des Völkerbundsausschusses, Dem auch ein Vertreter Der Vereinigten Staaten, Die ja nicht Mit- glieD Des Völkerbundes sind, angehörte, außerordentlich vorsichtig ausgefallen. Der Völkerbund versichert China lediglich seiner moralischen Unterstützung und schlägt eine Konferenz Der Unterzeichner Des Neunmächtevertrags von Washington vor, womit Genf geglaubt hat, sich wieder einmal auf praktische Weise aus einer für ihn heiklen Affäre gezogen zu haben, indem es andern Die Lösung eines Problems zuschiebt, an Dem es sich selbst nicht Die Zähne ausbeißen möchte. Roosevelt hat diesen Vorschlag aufgegriffen und Amerikas Teilnahme an einer Neunmächtekonferenz zugesagt, aber es scheint nicht so, als ob Dieser Vorschlag in Tokio auf Gegenliebe stoßen würbe. Wenn auch Japan unter Dem Eindruck Der Verschärfung Der anti- japanischen Stimmung in Amerika und England bei Den letzten Luftangriffen auf Nanking offenbar mit größter Vorsicht zu Wege gegangen ist, um Der Boykottpropaganda angelsächsischer Linkskreise Den Boden zu entziehen, so wird es sich doch durch Derartige Drohungen kaum einschüchtern lassen, vielmehr alles Daransetzen, möglichst schnell sein Ziel, einen entscheidenden Schlag gegen die chinesische Zentralregierung, zu erreichen suchen. Aber das regnerische Wetter sowohl wie Der zähe Widerstand der chinesischen Truppen namentlich im Raum um Schanghai haben zu einer spürbaren Versteifung Der Lage geführt, die eine schnelle Beendigung Der militärischen Operationen nicht sehr wahrscheinlich machen, so sehr sie Japan wünschen muß im Hinblick auf seine angespannten Finanzen sowohl, wie mit Rücksicht auf Drohende Verwicklungen mit den beiden angelsächsischen Mächten und vor allem aus Besorgnis vor einer offenen Parteinahme Sowjetrußlands, Das ja heute schon hinter Den Kulissen in China alle Minen springen läßt.
Dr. Fr. W. Lange.
Englisch-amerikanische Besprechungen über eine Neunmächtekonferenz.
Washington, 9. Ott. (DNB.) Der britische Geschäftsträger M a l l e t sprach im Staatsdepartement vor, um Die Verfahrensfrage einer möglichen Einberufung z uNeunmächtekönfe-
r e n 3 zu erörtern. Unterstaatssekretär Hugh Wi 1 - s o n versicherte Mallet Die Bereitwilligkeit Amerikas, an einer Derartigen Konferenz teilzunehmen. Ob Mallet auch Erkundigungen eingezogen hat, bis zu welchem Grade sich Die Vereinigten Staaten um Maßnahmen zur Beilegung Der Feind- felig feiten in Dftafien beteiligen würden, ist nicht bekannt.
England
muß einen kühlen M f bewahren
JnskiP gegen eine Abenteurer-Politik.
London , 9. Ott. (DNB. Funkspruch.) Verteidigungsminister Sir Thomas Jnfkip erklärte, daß viele Briefe bei ihm eingegangen feien, die sich für einen Boykott japanischer Waren eingesetzt haben. England habe vor allen anderen Nationen die Verantwortung für einen solchen Schritt zu tragen. England müsse um so mehr bemüht sein, nicht in eine Politik hineinzutreiben, Die es nicht Durchführen könne; zugleich aber müsse es darauf bedacht sein, stark genug zu werden, um die Führung übernehmen zu können. Der
erfolgreiche Feldzug gegen das Piratenunwesen im Mittelmeer gebe keinen Anlaß, sich in Abenteuer zu stürzen. England müsse einen kühlen Kopf bewahren.
Die Deutschlandreise
des Herzogs von Windsor.
Berlin, 8. Oft. (DNB.) Der Herzog und Die Herzogin von Windsor werden zu einem zwölftägigem Besuch Deutschlands am kommenden Montag in Berlin eintreffen. Dem Wunsche des Herzogs, Die sozialpolitischen Einrichtungen Des neuen DeutschlanD unD Die Arbeite- und ßebensbeDingungen Der schaffenden Deutschen Menschen an Ort und Stelle kennenzulernen, entsprechend, schließt sich an Den Besuch Der Reichshauptstadt eine unter Der Führung Des Reichsorganisationsleiters' D r. Ley stehende Besichtigungsreise durch zahlreiche Deutsche Betriebe, Siedlungen und DAF.- und KDF.-Einrichtungen an. Die Deutschlandfahrt Des Herzogpaares, Die von Berlin aus u. a. nach Essen, Dresben, Leipzig und Crössin- see in Pommern führt, wird am 23. Oktober in München ihren Abschluß finden.
Will Amerika aufrüsten?
Englische Blätter berichten von der Absicht einer NüstungSanleihe.
London, 8. Oft. (DNB.) „Daily Mail" meldet, daß möglicherweise Amerika in kurzem eine R ü - stungsanleihe auflegen und mit einer gewaltigen Aufrüstung beginnen werde. Ein solcher Schritt müsse außerordentlich begrüßt werden, da er sowohl finanziell wie politisch einen stabi- (ifierenben Einfluß in Den Vereinigten Staaten wie auch außerhalb ausüben würde. Die Rüstungsanleihe würde als eine bedeutsame Geste Amerikas gegenüber der übrigen- Welt zu werten sein. Wenn auch die traditionelle Politik Der Vereinigten Staaten stets auf eine Isolierung von Den verschiedensten Konflikten gerichtet aewesen sei, so sei es doch klar, daß dieses große Land auch entschlossen sei, nicht zu dulden, daß seine Interessen und seine Autorität leiden.
Der „Daily Telegraph" berichtet, daß auch in Washington Gerüchte umlaufen, die besagen, daß Der Hauptgrunb Der Roosevelt-Rede in Chikago gewesen sei, ein riesiges Rüstungsprogramm stimmungsmäßig einzuleiten. Man spricht in Washington Davon, Daß die geplante Aufrüstung 500 Millionen Pfund erfordern würde. Auch andere Londoner Blätter sind Der Ansicht,
Daß Roosevelts Rede in Der Hauptsache Diesem Zwecke gedient habe.
Neue Klugboote und Bomber.
Neuyork, 8. Oft. (DNB.) Die „New York Times" meldet, das amerikanische Marineministerium beabsichtige, Riesenflugboote in Bau zu geben, Die ein Gewicht von 50 bis 60 Tonnen und einen Flugbereich von etwa 14 000 km hätten. Sie sollten mit vier Motoren mit je 1500 PS unD eigener Kraftanlage ausgerüstet werDen. An Größe und Bestückung überschreiten sie alle bis jetzt von Der amerikanischen Flugwaffe verwenDeten Maschinen. Die Baukosten beliefen sich je Flugboot auf eine Million Dollar. Das Kriegsministerium bestellte bei Der Boeing Aircraft Company dreizehn weitere Bombenflugzeuge, Die unter Dem Namen „F1 iegenDe Festungen" bekannt find. Damit erreicht Die Gesamtzahl dieser größten viermotorigen Militärflugzeuge Der Welt 86. Sie kosten 2,5 Millionen Dollar. Die Flugzeuge, Deren Stunbengeschwinbigkeit 225 Meilen beträgt, finD mit fünf Maschinengewehren bewaffnet und haben eine Besatzung von sieben Mann.
Führertagung der HI. Hessen-Nassaus.
NSG. Im Hessischen Landestheater in Darmstadt wurde in Anwesenheit von Gauleiter und Reichs- statchalter Sprenger der „Führertag des Gebietes Hessen-Nassau" feierlich eröffnet Der Gauleiter führte aus, daß Die JugenD von einem Drang beseelt sei und auch bleiben werde, der sie ständig vorwärtsführe und ihr Den Lebensweg aufzeige. Nur wenn auf Die Jugend schwere Lasten drückten, erhalte ihr Weg eine andere Richtung. Er erinnerte an Die Kampfjahre, in Denen auch Die Jugendlichen mit in vorDerster Front im Kampf um ein freies DeutschlanD geftanDen hätten, nicht weil sie dazu herangezüchtet wurden, sonbern aus innerem Drang mitzuhelfen und sich nutzbar zu machen. Das Blut Der jugenblidjen Märtyrer sei nicht umsonst geflossen. Die Blutzeugen marschieren mit Den Helden Der Partei, Die ihr Leben für Führer unD Volk opferten. Der (Bauleiter betonte, Daß Die deutsche Jugend nach der Machtübernahme fast restlos in der HI. zusammengefaßt worden sei, nicht durch Gesetze, allein durch Freiwilligkeit. Erst später sei ein Gesetz geschaffen worden, das Die Jugend anhält, einen bestimmten Weg zu gehen. Die Verantwortung Der Jugend im frühesten Alter Den richtigen Weg zu zeigen, so rief er aus, liege aber immer noch bei Den Eltern. Wenn sie Diesen Pflichten nicht nachkommen, schalteten sie sich selbst aus Der Gemeinschaft aus. Heute sei Der JugenD Der Weg klar vorgeschrieben. Jeder müsse ihn aus Pflichtbewußtsein, in Treue und Gehorsam gehen. Vorbild müßte ihr die ältere Generation sein, die ihr vor allem Bescheidenheit varleben müsse. Nur, wenn die älteren Kameraden Vorbild seien, werde die Jugend auf diesem Weg zu finden sein. Keine Konfession könne für sich in Anspruch nehmen, daß ihx die Jugend folge, vor allem Dann nicht, wenn sie mit Verbrechern in VerbinDung stehe unD selbst Verbrechen begehe. Nur Der Junge könne führen, Der sich durch Können, Leistung, Mut, Opferwille, BescheiDenheit und Pflichttreue auszeichnet. Wie Die Partei Das Volk betreue, müsse der HJ.-Führer seine Jungen betreuen. Ein Kasernenton müsse auf jeden Fall unterbleiben.
Der HJ.-Führer müsse sich nicht für zu gut halten, irgend etwas selbst zu tun. Nachdem Der Gauleiter noch begründet hatte, daß Jugend von Ju
gend geführt werden muß, Da Jugend revolutionär ist und von Generation zu Generation neue Aufgaben für das Dollk erwachsen müßten, forderte er Die Jugendführer nochmals auf, bescheiden zu bleiben und nicht überheblich zu werden. Sie müßten vielmehr Der Vorsehung Dafür danken, daß sie ihnen Die Gaben zum Führen gegeben haben, und Dem Führer, Daß er ihnen Den Weg frei gemacht habe, Den sie jetzt gehen konnten.
Der Gebietsführer gab Die Ziele Des Gebietes Hessen-Nassau bekannt. Das Ziel Des Arbeitsjahres Des Gebietes Hessen-Nassau Der HI. ist Die Durchführung verschieDener Fahrten im Sommer 1938. JeDer Dienst in Den fommenDen Monaten muß mit Diesem Ziel in Beziehung stehen. WährenD bis jetzt Die Fahrten mehr Erholungsfahrten waren, bienen sie in Zukunft Der Ausweitung des HJ.-Dienstes. Zweck Der Fahrten ist, daß die Jungen Land und Leute kennenlernen. Ferner sollen sie Der Bevölkerung, Die sie besuchen, in Sport unD GemeinschaftsabenDen zeigen, was sie können. Die Fahrten sind somit zu einer politischen Erziehungsaufgabe erhoben, Die noch weiter ausgebaut werden soll. Mit den Vorbereitungen wird jetzt schon begonnen, Damit Den Teilnehmern Das Wissen vermittelt werDen kann, bas sie auf ber Fahrt brauchen. Drei Namen kennzeichneten die Ziele bes Jahres 1938: Hessen- Nassau- Fahrt, Nvrbmark - Fahrt unb Bay - rische-Ostmark- Fahrt. Nur Jungen, die sich als Führer eignen, nehmen an den Fahrten, Die von verschiedener Dauer sind, teil. Weiter umriß der Gebietsführer die übrigen ebenso wichtigen Aufgabengebiete Der HI.: Heimabende, Sportabende unb -nachmittage in Sportdienstgruppen, Bann- unb Gebietswettkämpfe sowie bie Schulung auf Den verschiebenen Gebieten. Seine Darlegungen vermittelten einen Einblick in bie großen unb ernsten Arbeitsgebiete, die sich bas Gebiet Hessen-Nassau ber HI. gestellt hat, und auf denen es wieder bahnbrechend voranmarschieren wird.
Der Nachmittag war mit Vorträgen vor den HJ.-Führern ausgefüllt, während ber Abenb im überfüllten Stäbtischen Saalbau einen abwechslungsreich gestalteten und harmonisch verlaufenen Spielschar-Abenb brachte.
Leibeserziehung in der Schule.
Grundlegende Aenderungen im Turnunterricht.
Berlin, 9. Okt. (DNB.) Durch die vom Reichserziehungsminister herausgegebenen Richtlinien für bie Leibeserziehung an Jungenschulen sinb bie Leibesübungen aus ihrer bisherigen Afchenbröbelstel- lung herausgehoben worben. War bas Turnen ber alten Schule ein technischs Unterrichtsfach zur Vermittlung von körperlichen Fertigkeiten unb Kunststücken aller Art, bas auch folgerichtig im Zeugnis als Nebenfach zwischen Zeichnen, Musik unb Hanb- schrift aufgeführt würbe, so ist bie Leibeserziehung heute Grunblage ber Willens- unb Charakterschulung. Die Klassengern e i n s ch a f t, bie Mannschaft unb bie Riege sinb heute bie maßgebenben Arbeitsformen für bie Durchführung bes Turnunterrichts. Die Verschiedenheit der naturgegebenen, erblichen Anlagen im Kinde muß von nun an bie Arbeit bestimmen. Deshalb ist bie Leibeserziehung heute nicht Lehrplanbrill, sonbern biologische Entwicklungsführung.
Das Spiel des Kinbes auf ber ersten Stufe (6. bis 10. Lebensjahr) führt über bas Gefchicklichte i t s t u r n e n ber Jungen ber zweiten Stufe (10. bis 14. Lebensjahr), bas befonbers im Schwimmen und Fußballspiel bie Bewegungsbeherrschung unb bas Mannschaftsverhalten auf bie Probe stellt, zum Härtungsturnen der Jugendlichen (14. bis
18. Lebensjahr), das im Boxen unb Fußballspiel zur Hergabe aller leib-seelischen Kräfte zwingt. Am Enbe biefes Erziehungsweges steht ber leistungsfähige, bewegungsgewanbte unb einsatzbereite beut» sche Junge. Das Kernstück bilben bie naturgegebenen unb lebenswichtigen jugenblichen Uebungsfor- men wie Spiele, Laufen, Springen unb Werfen, Klettern unb Schwimmen, bie jeweils an größeren unb besser ausgestatteten Schulsystemen eine entsprechende Bereicherung erfahren.
Das Pentathlon (Der Fünfkampf) Der neuen Leibeserziehung besteht aus Spiel, Leichtathletik, Schwimmen, Boxen unb Turnen. Besondere Uebungsgemeinschaften geben Die Möglichkeit, eine Auslese ber Sportveranlagten unb Sportbegeisterten zu schaffen unb bamit frühzeitig Talente — Den Sportsmann, Den künftigen Offizier — zu erkennen. Das Spiel, als typische Urform Der Leibesübungen, wird als autonomes Erziehungsmittel, Das Durch nichts ersetzt werDen kann, gewertet unD Deshalb während des ganzen Jahres getrieben. Das Fußballspiel steht im Vorbergrund.
Die Ergebnisse in ben einzelnen Uebungs- gebieten werden im Zeugnis nicht zu einer einheitlichen Zensur zusammengezogen. (B-mau wie in den wissenschaftlichen Fächern wird auch bas unterschiedliche Können in Den verschiedenen Uebungsgebieten
ber Leibesübungen einzeln bewertet und im Zeugnis vermerkt. Außerdem wirb im Zeugnis^eine (3 e | am t b e u r t e i I u n g gegeben, die Die Anlagen, bie innere Haltung unb die Leistung berücksichtigt. So gewinnt Der Leibeserzieher entscheidenden Einfluß bei ber Beurteilung bes Charakters bes Schülers. Fünf Turnstunben in Der Woche sind in Den neuen Richtlinien grundsätzlich als Zeitmaß für bie Leibeserziehung ber Schule fest- gelegt. Eine alte Forderung ist bamit in Erfüllung gegangen.
Die Erklärungen, die dem Ministerialerlaß mitgegeben werden, weisen auf die Frage der richtigen Auswahl der Lehrkräfte hin. Es wird gesagt, daß der Schüler von Dem Turnlehrer ber einen Stufe an ben Turnlehrer ber anbem Stufe in lückenloser Kette weitergegeben wird. So soll der leistungsfähige und einsatzbereite deutsche Junge herangebildet werden. Für Die Heranbildung Der Turnlehrer stehen 25 Hochschulinstitute zur Verfügung, eine Akademie für Leibesübungen unb Die Führerschule bes Berliner Hochschul-Jnstituts in Neustre - l i tz. Der „Leibeserzieher" soll aber nicht nur für Sport unb Turnen ba sein, sondern noch zwei Lehrfächer ausfüllen, damit er auch weiter bi en ft lief) tätig fein kann, wenn er eines Tages die Frische des Turnlehrers nicht mehr besitzt.
Ermiitlungshilfe
Der Straftechispflege.
Berlin, 8. Okt. (DNB.) Um ben Organen der Strafrechtspflege eine zuverlässige Beurteilung ber Gesamtpersönlichkeit bes Rechtsbrechers zu ermöglichen, hat Reichsminister ber Justiz Dr. Gärtner die Einrichtung einer Ermittlungshilfe ange- orbnet. Der Hauptamtsleiter ber NSV. Hilgen- felbt hat ben ihm unterstehenben Reichsverband für Straffälligenbetreuung unb Ermittlungshilfe für ben Aufbau der Ermittlunghilfe zur Verfügung gestellt. Die Ermittlungshilfe hat die Aufgabe, in
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(Reumanns’(per3-(pilfc unterstützt und regelt die Arbeitskraft Ohres Herzens, tzeumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstosfen zu- fammengeseht.-Zu haben in den Apotheken für R2K. 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat.
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einzelnen Strafsachen auf Ersuchen Des Staatsanwalts oDer bes Richters burch einen geeigneten Helfer Erhebungen über die persönlichen unb wirtschaftlichen Verhältnisse bes Beschulbigten anzustellen. Erhebungen über bie bem Beschulbigten zur Last gelegten strafbare Hanblung wie überhaupt jebe (Erörterung ber Schulb- unb ber Straffrage sinb ber Ermittlungshilfe versagt. Die örtliche (Ermitt- lungshilfe wirb von ben Landes- unb B e - zirksvereinen für Ermittlungshilfe unb Straffälligenbetreuung geleistet, Die mit ben Justizbehörden eng unb vertrauensvoll Zusammenarbeiten, ba bie Lanbesvereine zum größten Teil unter der Führung ber Generalstaatsanwälte unb ber Leiter ber Gauämter für Volkswohlfahrt stehen. Nach Maßgabe ber Bedürfnisse werben bie Stäbte bestimmt, in benen bie Ermittlungshilfe einzurichten ist. Für jede örtliche Ermittlungshilfe kann ein Beirat berufen werben, ber aus Vertretern ber Justizbehör- ben, ber Polizei, ber NSDAP., ber Deutschen Arbeitsfront, ber Aerzteschaft usw. besteht. Die Helfer werben von bem Leiter ber örtlichen Ermittlungs- Hilfe Den von Der NS.-Volkswohlfahrt vorgeschlagenen Personen entnommen. Da Die Berichte ber Ermittlungshilfe für schwerwiegende Entscheidungen als Unterlage bienen sollen, müssen Die Helfer ehrlich, unvoreingenommen unb zuverlässig berichten. Die Berichte ber Helfer können auch im Strafvollzug sowie im Gnabenverfahren unb für bie Zwecke ber Straffälligenbetreuung nutzbar gemacht werben.
Meine voliiische Rackrichien.
lieber ben Zugang zum Stubium Der Z a h n h e i l k u n D e bestehen Unklarheiten. Der Reichserziehungsminister macht deshalb erneut darauf aufmerksam, daß bie im Juli 1936 ausgesprochene Sperre bes Neuzugangs zum zahnärztlichen Studium bereits im März 1937 wieder aufgehoben worben ist, so daß auch erstmalige Jmmatrikulttonen für bas Fach Der Zahnheilkunde wieder ftattfinben.
Die Gesamtzahl Der R u n d f u n k a n l a g e n im Deutschen Reich betrug am 1. Oktober 1937 8 412 848 gegen 8 285 193 am 1. September. Im Laufe Des Monats September ist mithin eine Zunahme von 107 655 Teilnehmern (1,5 v. H.) eingetreten. Unter ber Gesamtzahl am 1. Oktober fanben sich 569 934 gebührenfreie (Empfangsanlagen.
Der Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung unb Propaganba, Funk, ist im Kraftwagen von Wien kommenb, zu einem viertägigen offiziellen Besuch in Budapest ein getroffen. Der Staatssekretär ist Gast ber ungarischen Regierung. In seiner Begleitung befinden sich seine Gattin sowie Regierungsrat v. Weyssenhoff.
Anläßlich des Besuches bes Staatssekretärs General ber Flieger Milch, gab Botschafter Graf Welczeck einen (Empfang, an bem neben zahlreichen führenben Persönlichkeiten ber französischen Militär- unb Zivilluftfahrt auch Unterstaatssekretär Anbraub, unb ber Chef bes Generalstabes Der Fliegertruppe General F 6 quant teilnahmen.
Die beiden kommunistischen Abgeordneten des Danziger Volkstages, Langnau unb Se- rotzki, haben erklärt, baß sie mit der kommunistischen Partei nichts mehr zu tun haben wollen unb sich von ihr endgültig l o s g e \ a g t haben. Danach besteht eine kommunistische Vertretung im Danziger Volkstag nicht mehr.


