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187. Zahrgang
Vonnerrtag.O September 1957
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statt einem Millionenheer von Arbeitslosen heute schon einen empfindlichen Mangel an Facharbeitern gibt bei stabil erhaltenem Lohn- und Preisniveau und ebenso neuartigen wie erfolgreichen Methoden zur Verbesserung der sozialen Lebensbedingunaen des schassenden Volkes Die Arbeitsfront, das Win- terh'lfswerk die Volkswohlfahrt und die Organisation .Kraft durch Freude" sind ebenso W^- einer nationalsozialistischen Sozialpolitik wie Mittel der Erziehung zu jenem sozialen Pflichtbewußtsem, das in der sozialen Gemeinschaftsleistung eines Volkes die wirkungsvollsten Abwehrkräfte gegen den wirtschastszerstörenden und volkszersetzenden Bolschewismus erkannt hat.
Der Führer hat, wie schon immer, mit nie nachlassendem Nachdruck so auch in dieser Proklamation am Parteitag der Arbeit an das Bewußtsein der eigenen Kraft appelliert, aus dem stets der erste und kräftigste Elan zur Ueberwmdung von Schwierigkeiten kommen muß, die sich einer neuen großen Ausgabe der Nation entgegenstellen Nie mals wird die nationalsozialistische Staatsfuhrung diese Schwierigkeiten beschönigen oder gar leugnen Das hat schon Hermann Göring in Stuttgart erhärt und auch der Führer hat nun in Nürnberg wieder in aller Offenheit von der ernsten Sorge gesprochen, die ihm aus der Tatsache erwächst, daß Deutschlands Lebensmittelversorgung bei dem vorhandenen deutschen Lebensraum trotz der erstaunlichen Leistungen unserer Landwirtschaft vom Zufall einer guten ober schlechten Ernte abhängt und mit größtem Nachdruck hat der Führer auch diesmal an diese Feststellung die Forderung nach einem reichseigenen Kolonial besitz angeknüpft der sowohl in der Sicherstellung unserer Ernährung wie in der Bereitstellung von wichtigen Rohstoffen ’ür unsere Industrie ein" un erläßliche Ergänzung der heimischen Wirtschaft ist.
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Der Führer hat den Reichsparteitag dieses Jahres unter d > e Parole b e r Arbeit gestellt unb auch in feiner Proklamation an das deutsche Volk mit Deren Verlesung durch den Sprecher der Partei Gauleifer Adolf Wagner, der Parteikongreß traditionsgemäß seinen Anfang nahm, auf das Auf- fleigen der wirtschaftspolitischen Linie nationalsozialistischer Staatsführung den Hauptakzent gelegt In einem vorn berechtigten Stolz über eine ungeahni großartige Entwicklung zeugenden Rückblick auf die Geschichte Der Reichsparteitage wurde als Aufgabe dieses alljährlichen Generalappells der Partei auf geführt einmal die Feststellung der geleisteten Ar- eit der verwirklichten Pläne und der erreichten Ziele, zum andern die Bekanntgabe künftiger Aufgaben und drittens die geist-ge Einführung des deutschen Volkes in Gedanken und Grundprinzipien der Bewegung. Einmal im Jahre soll jeder Mitarbeiter am Wohl der Volksgesamtheit in Stadl und Land erfahren, baß auch seine Arbeit nicht umsonst war, baß sein Beitrag an persönlichen Sorgen unb Mühen auch ein Stein war zu dem gewaltigen Neubau bes Reichs, besten Konturen hier auf Dem Parteitag von berufenen Männern packend unb klar bem beutschen Volke unb aller Welt sichtbar gemacht werben Unb wenn hier in Nürnberg nach bem Rückblick auf bie großen Leistungen ber letztvergangenen Jahre ber Ausblick auf bie vielleicht noch größeren Forberungen ber Zukunft folgt, so soll das Volk an bas sich ber Führer in seiner Proklmation in seiner Gesamtheit roenbet, aus bem Stolz auf bas Erreichte nun auch Mut Kraft unb Gewißheit mitnehmen für bie 2lr% beit. Die seiner wartet, wenn bie Nürnberger Stunden ernster Besinnung und hochgemuter Freude dem Alltaa weichen müssen.
Der Führer hat in seiner Proklamation das soziale Problem als eines der bewegendsten unterer Zeit herausgehoben Er hat bargelegt, warum bie alte Gesellschaftsordnung in ber Auflösung begriffen ist unb überall bert eine Katastrophe droht, wo nicht wie in Deutschland ober Italien eine neue Bewegung selbst Den Weg zu einer gesellschaftlichen Revolution beschritt, ohne mit ber gewaltsamen Zerstörung ber bestehenben Orbnung bie Grunblagen bes politischen, wirtschaftlichen unb kulturellen Lebens in ein Ehaos zu verwandeln. An Die Stelle bet alten morschen unb ausgehöhlten Gesellschaftsorbnung mußte ein neues gesellschafts- bilbenbes Prinzip treten, bas bie Auslese einer neuen politischen Führerschicht nach Wertmaßstäben verbürgt, bie bem Charakter unb ber Leistung wieder den natürlichen Vorrang geben, den sie in allen Zeiten einer großen nationalen Erhebung gehabt haben. Diese Führerauslese gibt im nationalsozialistischen Staat bie Gewähr, baß auch bas soziale Problem in Deutschland) kein Problem mehr ist Wenn ber Bolschewismus aus taktischen Gründen in bem sozialen Problem ausschließlich eine Lohnfrage sah, um burch wachsende, burch Streiks unb Aussperrungen zwangsläufig ver- chärfte Spannung zwischen Lohn unb Preis bie ür einen bolschewistischen Umsturz günstige Atmo- phäre ber Unzufriedenheit und wirtschaftlichen Not n den Arbeitermassen zu schaffen, hatte die nationalsozialistische Sozial- und Wirtschaftspolitik erkannt, daß nicht die Lohnhöhe, sondern die Kaufkraft des Lohns entscheidend ist für die Lebenshaltung des Arbeiters unb nur das gekauft werden kann was vorher erzeugt worden war. also die Menge der erzeugten Güter den Lebensstandard der Nation bestimmt. Daß diese nationalökonomische Erkenntnis nicht blutleere Theorie, sondern lebensvolle Praxis ist, lehrt die Gegenüberstellung des Wahnsinns der wirtschaftlichen Entwicklung in den Ländern um uns wo steigende Löhne bei sinkender Produktion die Kaufkraft des Geldes rapide abnehmen läßt, also die Preise steigen und die Währung entwertet, mit der wirtschaftlichen Stabilität im nationalsozialistischen Deutschland, wo es
Deutschland zeigt die Krast seiner Arbeit.
Der Reichsarbeitsdienst marschiert vor dem Führer in Nürnberg aus.
SerVorbeimarschvordemFührer
begeistert ,uvetn die Zuschauer
den 3s060 Arbeitsdienstmännern zu
Nürnberg, 8. Sept. (DNB.) Die großen Tribünen auf ber Zeppelinwiefe bie lOOOUO Zuschauer aufnehmen, sind bereits seit ber achten Morgenstunbe voll besetzt; auch ber Anmarschweg, ben bie ArbeitsDienstrnänner nehmen, von vielen Zehntausenben emgesäumt Auf ber wuchtigen, bis zu 23 Meter Höhe ragenben Ehrentribüne versammelten sich bie zahlreichen gelabenen Gäste, unter ihnen bie m Nürnberg roeilenben Mit- glieber bes Diplomatischen Korps, alle Führer von Partei unb Staat, eine große Zahl von Offizieren, die Obergruppenführer unb Gruppenführer ber SA., 2S., bes NSKK. unb bes NSFK. unb bie zahlreichen ausländischen Gäste, von benen außer ben Militärattachäs bie italienischen unb spanischen Gaste m Uniform erschienen waren. Das glänzende Bild würbe von strahlenbem Sonnenschein überflutet. Der Führer traf pünklich um 10 Uhr, von einem Sturm ber Begeisterung begrüßt, auf dem Festplatz em, und sofort begann ber Vorbeimarsch des Reichsarbeitsbienstes, ben ber Führer unterhalb ber großen Ehrentribüne im Kraftwagen stehenb abnahm
Von bem Standort des Führers aus fiel ber Blick frei auf bas fahnenaefchmückte Feld Mit füngenbem Spiel, voran ber Reichsspielmanns- unb Reichsmusikzug, begann ber Vorbeimarsch ber 38 000 Ardeitsdienstmänner, an ber Spitze ber Reichsarbeitsführer Reichsleiter Hier! mit seinen Adjutanten. Es folgten bie Schulen bes Reichs- arbeitsdienstes mit ihren Fahnen unb bann in ununterbrochenem anderthalb Stunden währendem Vorbeimarsch die 3 0 A r b e 11 s g a u e als erster der Arbeitsgau 28 (Franken). Die Musikzüge schwenkten vor dem bem Führerstand gegenüber errichteten Arbeitsehrenmal ein. Die Leiter Der Schulen unb bie Arbeitsgauführer melbeten dem Führer. Der Reichsarbeitsführer hatte vor dem Wagen des Führers Aufstellung genommen, ihm zur Seite die Reichsminister Rudolf Heß unb Dr. Frick. Ein Marschblock nach bem anderen Aog in dröhnendem Gleichschritt an bem Führer vorbei, der ununterbrochen dankte Die Sonnenstrahlen brachen sich auf den blitzenden Spaten, die Freude dlänzte aus den Augen der Arbeitsmänner, Stolz und Begeisterung der Zuschauer äußerten sich immer wieder in stürmischen Heilrufen und Beifallsklatschen, bem sich auch bie auslänbischen Gäste, bie mit anertennenbften Worten nicht zurückhielten, anschlossen.
Sie Feierstunde.
Dank, Ehrung, Gelöbnis.
Nachdem der Führer nach beendetem Vorbeimarsch sich zur großen Ehrentribüne begeben hatte, begann ber Aufmarsch zur Feierstunde. In mächtigen 32er Reihen marschierten von Süden her drei große Marschsäulen in das Feld. Jede dieser erzbraunen Marschkolonnen wurde durch Fanfaren angekündigt. Brausend erklangen die Lieder der mehr als 10 000 einmarschierenden Arbeltsdienst-
Ein eindrucksvolles Bild vom Appell des Arbeitsdienstes auf der Zeppelinwiefe während der Ansprache Adolf Hitlers. — (Aufn.: Scherl-Bilderdienst-M.)
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männer. Reichsarbeitsführer Hier! wandte sich, nachdem alle Kolonnen Aufstellung genommen hatten, an den Führer: „Mein Führer! Ich melde 38 000 Arbeitsdienstmänner zur Feier angetreten!" --„Heil, Arbeitsmänner!" ruft Adolf Hitler den Männern zu und jubelnd tönt es aus 38 000 Kehlen zurück „Heil, mein Führer!"
Glockengeläut setzt ein Fanfaren ertönen, während langsamen Schrittes Arbeitsmaiden in das Feld einziehen und in Kreisen um zwei große Fahnenmaste Aufstellung nehmen Zum erstenmal erscheint damit der Arbeitsdienst der weiblichen Jugend in den Feierstunden der Reichsparteitage. Langsam steigen an den beiden Masten die Fahnen des Arbeitsdienstes in die Höhe. Eine Einzelstimme rief zum Bekenntnis auf, und fand die Antwort in dem gemeinsamen Ruf „Wir sind bereit!" Mit Einzelstimmen, in Sprcchchören und Liedern wurde der Dank an den Führer und der Jubel über das neue Reich zum Ausdruck gebracht. Als die 38 000 Männer ihr Bekenntnis in das eine Wort legten: Deutschland! lag darin das Gelöbnis eines ganzen Volkes.
Mit dumpfen Trommelwirbel begann dann die Totenfeier. Die Fahnen wurden gesenkt. Die drei großen Eichenkränze wurden am Arbeitsehrenmal aufgehängt zum Gedenken an alle, die für Freiheit und Größe des Reiches fielen. Aber die Gedanken an die Toten blieben nicht in der Vergangenheit, sie richteten sich auf die Zukunft — und so folgte auf die eindrucksvolle Totenehrung ein eindrucksvolles Gelöbnis. „Wir find Dein,'
Deutschland", rief die Jugend dem Führer zu Glockengeläut und das Lied der Arbeit schlosser die eindrucksvolle Feierstunde.
Segen der Arbeit.
Die Ansprache des Reichsarbeitsführers.
Der Reichsarbeitsführer richtete nun eine Ansprache an den Führer, in der er sagte
Wir sind uns bewußt, mein Führer, daß es in diesen ersten Jahren des Daseins unseres Reichsarbeitsdienstes darum geht, dieser jungen Einrichtung den Charakter zu geben, die Züge einzuprägen, die sie tragen wird für alle Zukunft. Der Geist, der in einer Einrichtung lebt, ist es, der ihre Züge trägt. In welchem Geiste wir arbeiten und dienen, vor Ihnen, mein Führer, und vor dem ganzen Volk kund zu tun, soll Sinn dieser Feierstunde fein.
So tun wir kund: Unsere Arbeitslager sind Bollwerke gegen jene jüdisch - materialistische Arbeitsauffassung, die in der Arbeit nur ein Geldgeschäft, in der Arbeitskraft eine Ware sieht. Für uns bedeutet die Arbeit keinen Fluch, sondern den größten Segen Gottes, der einen Funken seiner Schöpferkraft in dem arbeitenden Menschen aufleuchten läßt.
wir tun kund: In unseren Reihen hak ber Arbeiter der Stirn unb ber Arbeiter ber 5auft roieber jufatnmenge-
trotz aller verlegenen Ausreben ber Mächte, Du heute Nutznießer ber von uns mit unsäglicher Mühe aus ersten Anfängen entwickelten unb uns bann im Versailler Friebensdiktat geraubten Kolonien finb. Daß wir aber auch auf bie Lösung ber Kolonialfrage nicht warten wollen, ohne zu versuchen aus eigener Kraft uns zumindest in der Rohstoffversorgung unserer industriellen Wirtschaft von der Willkür bes Auslanbes unabhängig zu machen, da- für ist bie Inangriffnahme bes Vierjah r e s - plans ber beste Beweis. Der Führer erklärte, daß die Arbeit des Vierjahresplans unter ber Leitung bes Ministerpräsidenten Göring genau in dem vorgesehenen Tempo verlaufe. Und sehr nachhaltig hat der Führer in diesem Zusammenhang noch einmal die nationalsozialistische Auffassung vom Verhältnis der Wirtschaft zum Staat flargeiegt. Die Wirtschaft ist nur eine von vielen Funktionen des völkischen Lebens Daher ist sie auch der Nation verpflichtet, dem Volke die höchsten und besten Lebensbedingungen zu verschaffen. Nur soweit sie diese Aufgabe nicht aus bem freien Spiel der Kräfte heraus zu leisten vermag, greift die Staatsführung mit Anweisungen em, die zur Erhaltung der Volksgesamtheit notroenbia sind Daß eine unter der Last eines verlorenen Krieges und der Unfähigkeit eines falschen politischen Systems zusammengebrochene Wirtschaft heute wieder erfüllt ist vom Rhythmus der Schaffenskraft eines ber fleißigsten Völker der Welt, ist sicher der beste Beweis für die Richtigkeit nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik. Auch sie steht wie all unser Mühen und Sorgen im Dienst der Erhaltung des deutschen Menschen, der selber wieder, jeder an der Stelle auf die ihn sein Geschick gestellt hat, die Pflicht hat, in blindem Vertrauen zur nationalsozialistischen Staatsführung in äußerster Disziplin »ich ihren Anordnungen und Wünschen zu fugen, Denn nur gemeinsam werden wir auch in Zukunft ber Schwierigkeiten Herr werden, wie wir bisher ;a auch nur durch eine gemeinsame Kraftanstren- iuna d"r Nation ben Weg in bie Freiheit zu bahnen vermochten. Dr. Fr. W. Lange.
Nürnberg begrüßt den Arbeitsdienst.
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Nach bem Appell bes Reichsarbeitsbienstes auf ber Zeppelinwiefe marschierten bie Arbeits- männer mit geschultertem Spaten in Zehnerreihen burch bie Stadt der Reichsparteitage. Hunderttausende umsäumten die festlich geschmückten Straßen. Unser Bild wurde in Der Königstraße ausgenommen. Im Hintergrund der Frauentorturm.
(2lufn.: Scherl-Bllberbienst-M.)


