Nr. 82 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
5reitag,9.April 1957
KleineRaucher-Tips
Betrieb und Freude aus der Gießener Messe
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Dr. Karl Landwirt-
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Ort: Schlitz Alsfeld Lonoorf Gießen
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Reithalle.
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UniversitätH-Reitinstitut.
Ernst Var- Uhr,
Reisenden im Zuge; aber der Filin benutzt diese Einleitung nur im übertragenen Sinne einer Rahmenerzählung. Der Film theoretisiert wenig und verallgemeinert gar nicht: er sieht einen Einzelfall und stellt ihn dar, filmisch und eben mit der Wirkung, die vom Buch nur teilweise oder bedingt ausgeht; das Ganze wirkt nicht wie das Lehrbeispiel irgendeiner Theorie oder Weltanschauung, sondern wie ein Lebensausschnitt, ein Stück Roman oder eine Novelle. Die Voraussetzung zu einer solchen Wirkung im Film war vor allem die Hebung und psychologische Vertiefung der Tolstoischen Figuren. Der Posdnyschew des Films ist dem der Erzählung vergleichsweise noch am ähnlichsten; sowohl Jelaina aber als auch Tuchatschewsky erscheinen erheblich verfeinert und in ihrer seelischen Haltung wie in ihrer äußeren Erscheinung kultiviert. Dies entspricht folgerichtig den durchaus verschiedenen Wirkungstendenzen im Film und im Buch. Tolstoi kam es im Grunde auf eine moralische Wirkung an, der Film will drei Menschenschicksale darstellen.' Dabei ist, wie uns scheint, zu beachten, daß zwar in der Frau, der Ehefrau Jelaina, die zu wählen hat zwischen ihrer Liebe und ihrer Pflicht, zwischen der Liebe zu dem fremden Mann und dem Muttergefühl, das sie an das Kind ihres Gatten bindet, ein unlösbar tragischer Konflikt heraufbeschworen wird; daß aber der Ablauf der Ereignisse sich durchaus untragisch vollzieht, nicht mit schicksalhafter Unausweichlichkeit, sondern im verhängnisvollen Spiel blinder Zufälligkeiten, worin die drei Träger der Handlung sich eben in dem Augenblick tödlich verstricken, als der Konfliktsstoff bereits auf eine verhältnismäßig einfache und natürliche Weise so gut wie aus dem Wege geräumt ist.
lich und mit allen zünftigen Eigenheiten eines Messeredners ausgestattet, hinzu kommt aber noch, daß manche Reklameredner sich jetzt des Lautsprechers bedienen, um dadurch mit ihrer verstärkten Stimme Herr zu werden über das mehr oder minder angenehme musikalische Geräusch der betriebsamen Nachbarschaft. Interessiert hört man den Sprüchen dieser Männlein und Weiblein zu, besonders begeistert sind natürlich die jugendlichen Messegäste, aus deren Reihen wiederum die Jüngsten sich besonders für die Geschäfte interessieren,'die ihrem Interesse an Spielsachen und ähnlichen Kinderunterhaltungen die weitgehendste Offerte machen.
Alles in allem kann man sagen: die diesjährige Gießener Frühjahrsmesse ist zu einem Erfolg geworden, sowohl für die Schausteller und wohl auch
Der Spielleiter Harlan hat, bei allen grundsätzlichen Abweichungen von der russischen Fabel, die wir darzulegen versuchten, die großen filmischen Möglichkeiten gerade des musikalischen Themas begriffen und auszuwerten verstanden; die Wiedergabe der Sonate an der entscheidenden Stelle der Fabel enthält auch szenisch und darstellerisch einige der stärksten Momente des Films. Und, damit innig zusammenhängend, ist dem Spielleiter auch die psychologische Anlage und Entwicklung der drei Hauptgestalten überzeugend geglückt. Peter Peter- s e n spielt den Ehemann Posdnyschew; man sieht diesen Darsteller selten im Film, aber viele werden sich noch seiner großartigen Leistung in der „Maskerade" erinnern: die Rolle hier liegt innerlich auf derselben Linie, und es gelingt ihm, eine Anteilnahme zu erzwingen, die von der Gestalt des Buches kaum ausgeht: gewiß ist auch sein Posd-
Unsere Volksgemeinschaft im Dienstbereich der oberhessischen SA.-Vrigade 147 hat immer voll und ganz ihren Vlann gestanden, wenn sie zur Förderung des Gemeinwohls aufgerufen wurde. Daher ist auch die Erwartung berechtigt, daß der Ruf des Stabschefs der SA. Viktor Lutze für dieses zweite Dankopfer der Nation bei uns in Oberhessen erneut stärksten Widerhall finden wird. Die SA.-Stürrne der Brigade 147 werden jtm, wie im Vorjahre, auch jetzt wieder mit allem Elser der Werbung für dieses Dankopfer widmen.
chaftlichen Fakultät der Universität Bonn den landwirtschaftlichen Obst- und Gemüsebau in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten.
Der Beauftragte für Reit- und Fahr- ausbildung bei der SA.-Gruppe Hessen.
Sochschulnachrichten.
Der Garteninspektor Dipl.-Landwirt Witte ist beauftragt worden, in der
Dabei wissen sie, daß alle Glieder unserer Volksgemeinschaft gerne freiwillig ihren Beitrag zu der Opferspende beitragen werden, weil ihnen ja bekannt ist, welchem guten Zweck diese Spende zugeführt wird.
Die Einzeichnungsstellen in Gießen, in denen die Spendelisten offenliegen, werden vom morgigen Samstag ab den Volksgenossen zugänglich sein. Auch in den Landorten des Brigadebereichs stehen die Dienststellen der SA. von morgen ab für diesen Spendedienst bereit.
Die Kameraden der SA. werden ihren besonderen Stolz darin erblicken, allen Volksgenossen bei diesem Dankopfer ein gutes und nachahmenswertes Beispiel zu geben. Sie werden nicht nur spenden, sondern im besten Sinne des Wortes opfern, um dem großen Gemein- fchaftswerk den denkbar größten Erfolg zu verschaffen.
Möchten alle deutschen Männer und Frauen in gleicher Dienst- und Hilfsbereitschaft auf diesem Wege des Opferns für die Dankesspende wacker mitmarschieren!
Obst- und Gartenbauverein Gießen.
Nächsten Sonntag Hauptversammlung mit trag im Hopfeld. (Siehe heute Anzeige.)
Achtung Zungreiter!
In den Bereichen der Wehrmeldeämter Gießen und Alsfeld finden am Sonntag, 11. April, nachstehende Prüfungen zur Erlangung des Reiterscheines durch den Beauftragten des Reichsinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung statt:
Was wir feit mehreren Jahren bei der Gießener Frühjahrsmesse nicht mehr erlebt haben, ist nun seit einigen Tagen doch eingetreten: die Messe geht bei schönem Frühjahrswetter vor sich! Zwar begann sie am vorigen Sonntag mit dem geradezu traditionell gewordenen Regenwetter, trotzdem war sie aber stark besucht. Vom Montag ab setzte das schöne Frühlingswetter ein, das, nach dem kurzen Rückschlag durch einige Gewitterregen am Mittwoch, bisher angehalten hat. Und, infolgedessen herrscht nun an jedem Nachmittag, aber auch in den Abendstunden auf dem Messeplatz Oswaldsgarten großer Betrieb und bei jung und alt rechte Freude.
Die Messe ist wiederum mit einer Reihe von Unterhaltungsmöglichkeiten beschickt. Einige „große Kanonen" stehen dabei wieder im Vordergrund des Interesses, aber auch den
Schaustellergeschäften wurde bisher die gebührende Beachtung geschenkt. So konnte man denn nachmittags vor allem die Kinderwelt bei ihren mannigfaltigen Belustigungen beobachten, während in den Abendstunden die „großen Leute" das interessierte Publikum für die Schausteller und für die übrigen Sehenswürdigkeiten und Unterhaltungsstätten stellten. Der Stimmaufwand der Werber vor den Geschäften ist natürlich unermüd-
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet eine Wiederholung des großen Erfolges „Zar und Zimmermann", komische Oper von G. A. Lortzing, statt. Musikalische Leitung Kapellmeister Paul Walter. Spielleitung Paul W r e d e. Die Partie des Zaren singt Gustav Bley. Einstudierung der Tänze Tanzmeisterin Irmgard Zenner. Leitung der Chöre Kapellmeister ~ " Bräuer. Diese Vorstellung findet als 28. stellung der Freitag-Miete statt. Anfang 20 Ende 23 Uhr. B
für die Verkaufsgeschäfte als auch für die Kleinen unö Großen aus unserer Stadt und der Umgegend, die auf diesem Rummelbetrieb gern einige Stunden öer Unterhaltung und der vielseitigen Freude suchen.
Dornotizen.
Tageskalender für Freitag.
Stadttheater: 20 bis 23 Uhr: „Zar und Zimmermann".— Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Kreutzer- fonate". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Stimme des Herzens".
Sladltheaker Gießen.
Allerlei vom Tee.
Der Tee hat schon eine lange Geschichte in China, ws Karl der Große im Abendlande regierte, war öer chinesische Staatshaushalt schon auf Steuern aus Salz und Tee aufgebaut, und das Volk empörte sich in China wegen der zu hohen Teesteuer in einer Zeit, in der bei uns Rudolf von Habsburg regierte. Als aber endlich im Jahre 1660 die erste Last Tee in London verkauft wurde, wußten die Käufer nicht, ob sie die Blätter essen oder schnupfen sollten. Der Leibarzt des Großen Kurfürsten, Dr. Tulpius, genannt Bontekoe, setzte sein ganzes medizinisches Wissen für das neue Getränk ein, ohne daß er dafür großen Dank geerntet hätte. Heute ist bei uns eine Zunahme des Teeverbrauchs von 60 Gramm der Vorkriegszeit je Kopf der Bevölkerung auf 80Gramm festzustellen; dabei verbrauchen wir nur ein Zehntausendstel des Welt, tees, während wir ein Zehntel des Weltkaffees genießen. Die Behandlung des Tees erfordert, wie Theodor Bohner in seinem Buch „Der ehrbare Kaufmann" (Verlag Ullstein) zeigt besondere Sorgfalt.
In einer bekannten großen Teepackerei darf in keinem Gebäude geraucht oder gekocht werden. Es geht ja beim Tee um die Duftstoffe so zarter Gebilde, wie junge Blätter es sind. Die chinesischen Teepflückerinnen haben Handschuhe bei ihrer Arbeit getragen, sie mußten täglich baden und durften nichts stark Riechendes essen. In den Schiffen, die den Tee herüberbrachten, sollte keine andere Ladung enthalten sein.
Die Mischung wird von dem Teekoster beaufsich- tig. Er hat dazu Hunderte von Mustern durchgekostet, je nach der Zahl der Partien, die zur Versteigerung gestellt waren: gerbsäurearme chinesische Tees, die in altväterischer Weise noch mit der Hand gerollt sind; indische und solche der Sunda- inseln, bei denen Welken, Rollen, Gären, Rösten durch die Maschinen geregelt wurde; Ceylon-Tee und wieder japanischen. Er hatte ein Verzeichnis, das an Genauigkeit der Beschreibungen mit einer Kunsthandlung wetteiferte. Beim Reichen der Proben war streng darauf gehalten, daß die Probe- kännchen zur Hälfte von rechts her mit dem heißen Wasser gefüllt wurden und dann von links her voll, damit die Hitze des Wasser in allen dieselbe war. Genau sechs Minuten hatte der Tee in jedem Kännchen gezogen. Dann war er in die Probeschale abgegossen worden, und der Koster hatte feine Arbeit getan und dann feinem Makler die Aufträge für den Einkauf gegeben.
nyfchew ein Opfer feiner selbst, ein Monomane feiner rasenden Eifersucht, aber ohne die krankhaften und ohne die theoretischen Züge, die der Figur in der Erzählung eigen sind; er ist auch das „große Kind", wie seine Frau ihn manchmal nennt, im Grunde gutmütig, täppisch, schwerfällig wie ein Bär. Trauriger, hilfloser Mann mit einer harten und spröden Stimme, den übergroße Liebe, übergroßes Mißtrauen und hämisch mißverständliche Zufälligkeiten zu einer übereilten und sogleich bereuten Tat treiben. Lil Dagover (Jelaina) wirkt in diesem Zusammenhang auf den ersten Blick überraschend: man erwartet nach dem Lesen einen ganz anderen Frauentyp; an ihr wird die innere Umbildung der Fabel durch den Film vielleicht am deutlichsten, ihr fehlen die animalisch-sinnlichen Züge, mit denen die Erzählung die Gestalt ausstattet, die dumpfe Strindberg-Atmosphäre, die sie dort umgibt; daaegen sieht man hier eine durchaus kultivierte, empfindsame, feinsinnige und innerlich reife Frau, gewiß reizend und reizvoll, aber im Augenblick der Entscheidung ihres Gefühls und ihrer inneren Bindung an Mann und Kind ganz sicher. Auch der von Schoenhals gespielte Tuchatschewsky ist dem etwas fatalen, glatten und geleckten Galan-Typus der Erzählung merklich entrückt; er wirkt verfeinert, männlicher und sensitiver zugleich, und er musiziert übrigens, ebenso wie die Dagover, mit einer überraschenden Leichtigkeit und Virtuosität. Von den übrigen Darstellern heben sich Walter Werner als Dr. Raskin und vor allem Hilde Körber hervor, die die bei Tolstoi fehlende Grufchenka mit einer fast unheimlichen Jnstinktsicherheit genau auf den hier schwer zu treffenden richtigen Ton stimmt; man mag an „Maria, die Magd" und an die Wilhelmine von Bayreuth im „Fridericus" denken, um die darstellerische Spannweite dieser hochbegabten Schauspielerin richtig abzuschätzen. — Der Film (Ufa) ist mit dem Prädikat „künstlerisch wertvoll" ausgezeichnet.
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Vorher sieht man die neue Wochenschau, einen lehrreichen Kulturfilm „Pulsschlag des Meeres" und, auf der Bühne, G e r d y und Palm in einer exakt durchgearbeiteten parterreakrobatischen Nummer.
Beim schnellen Laufen, oder Treppensteigen sollte man nie I rauchen, <^nn äann kommt man um den^irh ,liehen Rauchgenuß-Un ;seine MOKRI «ill man Idoch genießen.
„Oie Kreutzersonate."
Gloria-Palast.
Beethoven schrieb die dem seinerzeit berühmten Geiger Rodolphe Kreutzer gewidmete „Sonata per il Pianoforte ed un Violino“ (A-dur) im Jahre 1803. Wir haben die Entstehung und den musikalischen Grundcharakter des Werkes bereits in einem Artikel unserer Filmbeilage (vom 27. Februar) beschrieben. Tolstoi begriff das Werk als ein typisches Beispiel für die seelenoerwandelnde Wirkung der Musik überhaupt und nahm es als Leitmotiv für seine Erzählung „Die Kreutzersonate". Diese Erzählung — es lohnt sich, besonders um mit öem Film vergleichen zu können, sie noch einmal zu lesen, obwohl dies gewiß keine erhebende ober herzerfreuende Lektüre ist — wirkt auf uns nicht wie irgendeine andere, ähnliche Erzählung, wie eine Novelle oder ein Roman: nämlich nicht als ein Kunstwerk schlechthin, sondern wie eine eingekleidete Theorie, wie eine Streitschrift, eine Predigt, ein volkserzieherisches Manifest. Man merkt das gleich an dem einleitenden Eisenbahn-Gespräch, das mit erstaunlicher Offenheit und Leidenschaftlichkeit geführt und auf das Thema hingelenkt wird; noch deutlicher an dem Epilog, welcher der eigentlichen Erzählung angehängt ist, und in dem Tolstoi, vielen brieflichen Anfragen seiner Leser summarisch und grundsätzlich antwortend — Punkt eins bis fünf — darlegte, was er über den Inhalt feiner Erzählung dachte und was er damit hatte sagen wollen. Tolstoi übertrug das musikalische Thema, in dem Geige und Klavier einander antworten, auf die Empfindungen der beiden Spieler im Konzert; das ist nun freilich ein ganz dichterisches Motiv, aber der Einzelfall, der sich da entwickelt, wird verallgemeinert und zur Norm für die Beziehungen der Geschlechter überhaupt erhoben. Tolstoi hat Her mit einer erbarmungslosen Schärfe auszusprechen unternommen, was er vom Verhältnis zwischen Mann und Frau, von der Liebe, von der Ehe und der Treue dachte. So wurde seine Erzählung zugleich zu einem Sittenspiegel des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens im damaligen Rußland. Die Konsequenzen, die er im erwähnten Nachwort aus der Schilderung seiner tödlich und trostlos endenden Ehegeschichte zieht, sind hier nicht belangvoll, weil sie im Film so gut wie keine Rolle spielen. Sehr bemerkenswert, wie der Film — Drehbuch: Eva ß e i b m a n rf; Regie: Veit Harlan — den Stoff aufgegriffen und verwandelt hpt. Zwar setzt das Bild genau da ein, wo das Buch beginnt, mit jenem grundsätzlich-theoretischen Gespräch der
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Aus der Stadt Gießen.
Wie's ihm in der Schule gefiel...
Der kleine Heini hat zum ersten Male die Schule besucht, was mich veranlaßte, eine kleine Unterredung mit ihm zu veranstalten.
Ich fand den jungen Mann fröhlich im frühlingshaften Garten spielend; er hatte sich die linke Backe leicht mit einem lehmigen Fingerabdruck gemustert und wies auch sonst die Spuren emsiger Erdarbeiten auf.
Unter Überreichung eines vertrauenserweckenden Stücks Schokolade begann ich schlicht und nett: „Na, Heini, — wie hat dir's in der Schule gefallen?"
„Och!" sagte er kauend — „es waren hunderttausend Jungs da."
„Das find'ja sehr viele! Und wer war noch da?" „Na, der Lehrer! — Du, der war prima!"
„Aha! Da seid ihr wohl alle recht vergnügt ge-
„Ja natürlich! Bloß einer neben mir, der war ängstlich, der saß ganz artig da und hatte die Hände auf ’n Tisch gefaltet!"
„Ach!" meinte ich, gerührt über jenes brave Kind, — „und du warst gar kein bißchen bange?"
„Nee!" gab Heini zurück und wischte mit sieghafter Miene unter der Nase hinweg.
„Dann warst du wohl der einzige Junge in der Schule, der so dreist war?"
„Nee", rief Heini wieder, — „ein Junge, der vor mir sitzt, der war noch dreister, der sagte auf einmal ganz laut: „Ich will jetzt zu Hause gehn!" und dann wollte er gleich raus! Aber >der Lehrer sagte, er müßte noch dableiben. Ein anderer Junge, der holte sein Frühstück raus und wollte losesten. Da sagte der Lehrer, das kann er ein bißchen später tun, jetzt noch nicht."
„So! — Habt ihr denn gleich etwas gelernt in der Schule?"
„Do-och! Wir haben gelernt Tischdeckel rauf- und runterklappen. Du, das macht Spaß, das bumst aber fein! Welche wollten gar nid) aufhören mit dem Bumsen! Aber das mußten sie!"
„Und was habt ihr weiter getan?"
"Wir mußten mal was fingen!"
„Was hast du denn gesungen, Heini?"
„Ich habe gefangen: „Grüß mir die Lore noch einmal!" Da hat der Lehrer gelacht, und die Jungs haben gelacht, und ich habe gelacht, alle haben sie gelacht."
„Worüber haben sie wohl gelacht?"
„Na, über die Lore."
Jetzt war der Kleine in Stimmung und fuhr ungefragt fort: „Nachher haben wir auf’n Schulhof gespielt, aber ein Junge, der sagte, er hat auf’n Frühstück mehr Wurst auf als wie wir, das haben wir uns nid) gefallen lasten und da haben wir ihn ’n bißchen geknufft. Aber das sollten wir nid)!"
„Aber, Heini, wie kann man in der Schule gleich anfangen, andere Kinder zu knuffen!"
„Tja, der Lehrer hatte doch gesagt, wir könnten aus ’n Hof spielen, wie es uns Spaß macht!"
„Und was hat der Lehrer noch gesagt?"
Och, — er fragte noch, was mir werden wollten!" „Was wolltet ihr denn werden?"
„Einer wollte Kutscher werden — welche wollten Soldat werden — einer wollte reicher Mann werden — einer wollte Lehrer werden!"
„Was wolltest du denn werden, Heini?"
„Ich? Ich wollte Schornsteinfeger werden!"
„Warum denn das?"
„Na, ich dachte, dann braucht man sich vielleicht nid) alle Tage waschen!" Hammonius.
Ortsgruppe Gießen-Nord.
Eine Reihe SA.-Männer, die im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord wohnen, hat noch nicht die Hilfskassenbeiträge für das 2. Vierteljahr (April, Mai, Juni) bezahlt. Diese Männer werden aufgefordert, das Versäumte während der Kassenstunden Montag und Mittwoch zwischen 20.30 und 22 Uhr nachzuholen.
Von morgen ab Dankopfer der Nation!
Alle Volksgenossen beteiligen sich an dieser Spende znm Geburtsag des Führers!
Der morgige 10. April ist der erste Tag der Einzeichnungen in die Listen für das Dankopfer der Nation. Mit der 621. des Führers als orga- nifatorifd)en Trägerin des Dankopfers, die auch hier wieder Vortrupp der deutschen Volksgemeinschaft im hingebungsvollen Dienst der Volksgesamtheit sein wird, werden alle deutschen Männer und Frauen bestrebt sein, dieser Dankesgabe an den Führer zur Schaffung von Siedlungen für verdiente alte Kämpfer der Bewegung, für einstige Frontkämpfer und für kinderreiche Familien zum besten Erfolg zu verhelfen.


