Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samsiags
15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig.
(Chirurgie: Berlin), Warwaressos (Rechtswissenschaft: Berlin), Oikonornos (Archäologie; Ber- l i n), Kougeas (Archäologie; Göttingen). Reichsminister Rust überreichte im Namen der Reichsregierung dem griechischen Kultusminister Geor- g a k o p u l o s das Ehrenzeichen des Roten Kreuzes Erster Klasse und dem Rektor der Universität Papamichael das Verdien st kreuz des Ehrenzeichens vom Roten Kreuz.
Die Universität veranstaltete am Abend für Reichsmin'ister Rust ein Festessen. Der Rektor wies dabei auf das lange Bestehen geistiger Beziehungen
zwischen der deutschen und der griechischen Wissenschaft hin und sprach Reichsminister Rust den Dank dafür aus, daß er diese Beziehungen wieder belebt und gefestigt habe. Weiterhin gab der Rektor seiner Freude und Dankbarkeit für die ihm vom Führer und Reichskanzler und von der deutschen Wissenschaft verliehenen ehrenden Auszeichnungen Ausdruck. Reichsminister Rust betonte, daß über das wissenschaftliche und künstlerische Verstehen hinaus rein menschliche Bindungen die Grundlage für die gegenseitige Freundschaft zwischen Deutschland und Griechenland bildeten.
Ministers Dr. R u st als Vertreter des Führers, der damit einen neuen Beweis seiner Friedensliebe und seiner Verehrung der Antike geben will.
Kleine politische Nachrichten.
Zur weiteren Steigerung des Fischverzehrs ist unter Führung der Hauptoereinigung der deutschen Fischwirtschaft eine Reichsfischwerbung E. V. und ein Förderungsdienst des deutschen F i s ch h a n d e l s gegründet worden, dessen Aufgabe darin besteht, die praktischen Voraussetzungen für den Fischabsatz durch Einrichtung der erforderlichen E i n z e l h a n d e l s g e s ch ä f't e zu schaffen und für den Nachwuchs der entsprechenden Fachkräfte zu sorgen.
mitteldeutschen Flüssen und Kanälen war ein Neu- bauoerbot für Binnenschiffe erlassen worden. Das Wiederaufleben der Wirtschaft und das Steigen des Verkehrs hat die Beschäftigungsverhältnisse der Binnenschiffahrt gebessert. Die Kähne sind nahezu regelmäßig in Fahrt. Den Reedern und Kahneignern kann es nunmehr nicht länger verwehrt werden, die Erneuerungen und Ergänzungen ihres Schiffsparks durchzuführen
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Die TASS, veröffentlicht eine Verordnung des Präsidiums des Zentralexekutivkomitees der Sowjetunion über die Ernennung des bisherigen Berliner Botschafters der Sowjetunion Suritz zum Sowjetbotschafter in Paris.
Die Geschichte der Ausgrabungen von Olympia.
Von unserem ständigen C.R.-Äerichierstaiter.
Am 10. April wird Reichsminister R u st mit dem ersten Spatenstich die vom Führer am Schlüsse der Olympischen Spiele verkündeten deutschen Ausgrabungen in Olympia eröffnen. Wir haben aus diesem Anlaß unseren ständigen C. R.= Berichterstatter in Athen gebeten, uns über die Geschichte der Ausgrabungen von Olympia zu berichten.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Athen, April 1937.
Wer wollte glauben, daß der Name Olympia, der heute in aller Welt bekannt ist, in Vergessenheit geraten konnte? Und doch ist es so. Nach dem Niedergang der Antike findet man als früheste Bezeichnung im Jahre 1516 auf einer Karte die Ortschaft „Antilalo" eingezeichnet, die ungefähr an der Stelle Olympias gelegen hat. Lala war ein reicher Ort der Türkenzeit, Antilalo die griechische Bezeichnung, wie das Wort „Anti" noch heute vielfach in Griechenland für Ortschaften beliebt ist, z. B. Anti-Kythera usw. Somit hatte sich Olympia im Laufe der Zeit in „Antilalo" verwandelt.
Der erste Gedanke einer Ausgrabung Olympias wird in einem Briefe des Franzosen Montfaucon vom 14. Juni 1723 erwähnt, ihm folgt dann bereits ungefähr um 1759 der deutsche Gelehrte und Begründer der Altertumswissenschaft Johann Joachim W i n ck e l m a n n. Er schreibt mit geradezu wissenschaftlicher Hellsichtigkeit ungefähr: „Was für eine große Bedeutung yat die einzige Stadt Pisa in Elis, wo die olympischen Spiele gefeiert wurden. Ich bin überzeugt, daß die Ausbeute über alle Vorstellung hinaus ergiebig und daß durch eine genaue Untersuchung des Bodens der Kunst ein großes Licht aufgehen werde." Wir sehen, wie richtig der große deutsche Gelehrte die Lage und Schätze Olympias beurteilt hat, die in etwas mehr als 100 Jahren spater deutsche Grabunaskunst ans Tageslicht fördern sollte. 1766 besucht Richard Chandler Olympia und ihm folgen dann noch eine ganze Reihe hervorragender Gelehrter verschiedener Nationen.
Der französische General M a i s o n vertrieb die Streitkräfte Jbrahlim Paschas im griechischen Freiheitskriege, und die Franzosen entsandten hernach eine wissenschaftliche Expedition unter Leitung von Abel B l o u e t, die am 9. Mai 1829 in Olympia die allerersten Ausgrabungen vornahm. Doch mußten die Arbeiten infolge der zunehmenden Hitze verfrüht abgebrochen werden. Die Deutschen gruben niemals über den Juni hinaus, und auch die neuen, nunmehr vom Führer und Reichskanzler verfügten Ausgrabungen, die von Reichserziehungsminister Dr. Rust feierlich durch den ersten Spatenstich am 10. April eröffnet werden, werden über die heißen Sommermonate ruhen. Vor etwa 100 Jahren erschien in Pyrgos bei Olympia ein deutscher Philhellene und Schriftsteller, Fürst Pückler- Muskau, der ebenfalls sofort für die Durchführung von deutschen Ausgrabungen in Olympia eintrat. Er schlug vor, den ganzen Bezirk von Olympia käuflich zu erwerben, Ausgrabungen durchzuführen, an Ort und Stelle ein Museum zu errichten, in dem die zutage geförderten antiken Schätze untergebracht werden sollten und die ganze Umgebung von Olympia in einen einzigen und schönen Park umzuwandeln. Er wollte ein Paradies in Olympia schaffen, was bei der Fruchtbarkeit des griechischen Bodens und bei ausreichenden Bewässerungsanlagen sicherlich auch gelungen wäre.
Kurze Zeit nach dem Besuche des Grafen Pückler- Muskau erschien ein anderer Deutscher 1838 in Olympia: Ernst Curtius. Er war damals 24 Jahre alt und als Erzieher bei einer deutschen Beamtentamilie in Athen angestellt. 1840 besuchte er zum zweiten Male Olympia und bereits damals faßte er den Entschluß, wenn irgend möglich Ausgrabungen in Olympia durchzuführen. Am 10. Januar 1852 hält Ernst Curtius vor König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen in Berlin einen Vortrag, der in so begeisterter Weise Olympia und die Aussichten von Grabungen schildert und um die Geldmittel wirbt, daß der König am Ende der Ausführungen Curtius lächelnd sagte: „Da möchte man sich ja gleich selbst mit der Sammelbüchse vor die Tur stellen!" 1853 gab der ebenfalls berühmte Archäologe Ludwig Roß, Professor in Halle, einen Ausruf heraus: „Ausgrabung Olympia, ein Vorschlag" und brachte 252 Taler ein, natürlich viel Zu wenig, um großzügige Ausgrabungen vorzu- nehmen.
Erst die Reichsgründung 1871 schafft auch die notwendigen Mittel, um die Grabungen in Olympia Wirklichkeit werden zu lassen. Es versteht sich wohl von selbst, daß in der Zwischenzeit sowohl Curtius wie Roß und andere deutsche Gelehrte diese Ausgrabungsidee immer ununterbrochen mit aller Energie betrieben, daß schon viele Verhandlungen stattgefunden hatten, doch ließen die verschiedenen Kriege und unruhigen politischen Zeiten, besonders auch der deutsch-französische Krieg, diese guten Absichten niemals in die Tat umsetzen. Das Preußische Archäologische Institut wird Reichsanstalt und auf Betreiben Curtius' auch eine Zweiganstalt in Athen eingerichtet, die heute unter der Leitung des bekannten Archäologen Dr. Wrede steht, der zugleich Landesleiter der NSDAP, für Griechenland ist. Nun beginnen ernsthafte, aber auch sehr schwierige Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und der griechischen Regierung. Nach einem griechischen Gesetz vom 20. Mai 1834 dürfen keine Antiken ins Ausland ausgeführt werden und fo mußten alle Ansprüche auf Fundstücke, die die deutsche Grabung fördern würden, aufgegeben werden, nur unter besonderen Umständen
wurde eine Abgabe von sogenannten „Dubletten" zuaesagt.
Im September 1875 begannen endlich unter Leitung von Ernst Curtius die Ausgrabungen, die bis zum März 1881 durchgeführt wurden. Ein- einviertel Jahr nach Eröffnung der Grabungen kommt Prof. Dr. Wilhelm Dörpfeld 1877 nach Griechenland, der feit jener Zeit, man kann beinahe sagen ununterbrochen, sich in den Dienst der Erforschung Olympias stellte.
1936. Am 20. Juli in einer würdigen Feier, nach vielen herzlichen Ansprachen und dem Segen des orthodoxen Bischofs von Pyrgos, läuft der erste Fackelstaffelläufer K o n d y l l i s aus Olympia mit dem heiligen von der olympischen Sonne entfachten Feuer ab, und nachdem die Fackel 3069 Kilometer durcheilte und ebensoviele Male in den verschiedenen Ländern den Träger wechselte, zieht sie am 1. August 1936 in das vollbesetzte Berliner Stadion ein, es lodert die olympische Flamme auf dem Altäre flackernd auf, um während der Spiele zv friedlichem Wettkampfe zu leuchten. Und am Ende der XI. Olympiade verkündete der Führer
Die Säulen des Heraion, die von Prof. Dörpfeld und seinen Mitarbeitern wieder hergestellt wurden. (Scherl-Bilderdienst-M.)
und Reichskanzler den Willen Deutschlands, mit Genehmigung der griechischen Regierung das begonnene erste Friedenswerk des 1871 erstandenen Deutschen Reiches durch das Dritte Reich zu Ende zu führen, eine Verkündigung, die in Griechenland große Freude auslöste.
Die neuen Grabungen sollen nun dort einsetzen, wo die alten aufgehört haben. Man beabsichtigt zunächst einmal das Stadion freizulegen, von dem heute nur die Ablaufstelle in einem lauschigen und von Sträuchern und Blumen wildverwachsenen Winkel vorhanden ist. Das nächste wichtige Gebäude, das der Befreiung aus Schutt und Erde harrt, ist das Gymnasium, das bis heute nur zu einem Teile ausgegraben wurde, lieber das Gymnasium hinweg führt heute die moderne Automobilstraße Olympia—Tripolis, aber auf der anderen Seite der Straße wird nun der Spaten neue Arbeit finden. Links vom Kladeos, dem berühmten Flusse, müssen riesige Erdbewegungen vorgenommen werden, um diesen denkwürdigen Platz freizulegen. Nach Süden, zum Alpheios-Tal, liegt das Leoni- d e i o n, das noch größtenteils bis zu einem Drittel in der Erde verborgen ist und ausgegraben werden muß, vielleicht finden sich hier im Süden in den Weinfeldern, wo heute noch die griechische Traube unter der sengenden Sonne Olympias reift, noch andere Randgebäude auf. Auch bei den neuen Arbeiten sind noch eine Menge von Einzelunter- fuchungen vorzunehmen, besonders auch Tiefgrabungen, die Aufschluß über das älteste und vielleicht auch das urgeschichtliche Olympia bringen werden. Bereits durch Probegrabungen wurden Gebäude aus der Bronzezeit festgestellt, aus der Zeit etwa vor 2000 v. Ehr. wurden zwei solcher Gebäude bereits gefunden. Einige andere Reste, wie z. B. das Heräon, ragen in jene unbekannte Zeit hinein. Zu den merkwürdigen Gebäuden dieser Art gehört auch das P e l o p i o n , und Prof. Dr. Wilhelm Dörpfeld hat hier nach dem Weltkriege Versuchsgrabungen durchgeführt und dabei festgestellt, daß ein viel älterer Steinkreis um das Pelopion herumgelegt ist, und daß es eine ganz zentrale Stelle im Heiligtum Olympia eingenommen hat. Die Geschichte dieses Baues weist hoch in den Mythos hinauf, es handelt sich sicherlich um das Heldenmal des Ortsheros Pelops, der der ganzen Halbinsel, auf der Olympia liegt, den Namen gegeben hat: Peloponnes, d. h. Insel des Pelops.
Nun am 10. April 1937 erfolgt der erste Spatenstich im heiligen Bezirke Olympias, der erste Spatenstich von der Hand des deutschen Erziehungs-
Aus aller Well
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Der Reichsverkehrsminister hat den Neubau von Kähnen und Tankschiffen in der Binnenschiffahrt vollständig freigegeben und im wesentlichen nur noch für den Bau von Schleppern und Motorschiffen eine Beschränkung aufrechterhalten, durch welche die Motorisierung der Binnenschiffahrt an sich jedoch nicht aufgehalten werden soll. In der Krise der Binnenschiffahrt auf den
Die „Teufelsausireiber" von Roßdorf.
„Bruder" Wohlfahrt mutz ins Gefängnis.
LPD. Darmstadt, 8. April. In mehrtägiger Verhandlung hatten sich der 32jährige „Bruder" Heinrich Wohlfahrt, ein weiterer Mithelfer und eine „Zionsschwester" vor dem Sondergericht zu verantworten, da sie die im Herbst vorigen Jahres verbotene „Zionsgemeinde" in Roßdorf weitergeführt, Zusammenkünfte abgehalten und Sammlungen vorgenommen hatten. Schon vor einigen Jahren mußte sich das Gericht mit den Roßdörfer „Zionsbrüderm wegen ihrer „Teufelsaustreibungen" beschäftigen. Sie betrieben „Gesundbeten", „Geistes- und Wassertaufen", „Zungenreden" und Teufelsaustreiben", wobei allerdings die „leitenden Brüder" finanziell recht gut abfchnit- ten. „Bruder" Wohlfahrt machte feinem Namen alle Ehre und sammelte u. a. 70 000 Mark von den „Gläubigen", um das Erholungsheim „Zionshort" in Roßdorf zu bauen, natürlich mit Kapelle und Betfaal. Auf dem Anwefen ruht heute schon eine Hypothek von 25 000 Mark. Eine Hauptanhängerin — und daneben tüchtige Geschäftsfrau — hatte das Grundstück an „Bruder" Wohlfahrt nicht etwa geschenkt, sondern verkauft und dadurch gleichzeitig ihre Geschäftsschulden getilgt. Aber auch diese treue Anhängerin, die behauptet, ihr gesamtes Vermögen an „Bruder Heinrich" gehängt zu haben, will durch ihn schwer belogen worden fein. Auch die mehr als 20 Zeugen stellten ihm meist kein sonderlich gutes Zeugnis aus.
„Bruder" Wohlfahrt hat ein wechselvolles Leben hinter sich. Vor Jahren kam er nach Roßdorf, und da soll nach seinen Angaben das „Zungenreden" schon existiert haben. Er leugnet, den Kranken den Arzt verboten oder den Teufel ausgetrieben zu haben. Zeugen bestätigen dagegen, daß Wohlfahrt ihnen als „Gesicht Gottes" erzählt habe, er komme als Sammler für das „Haus des Herrn". Aus Mitteln der „Gläubigen" wurde dieses Haus gebaut, das „Bruder Heinrich" Unterkunft und Lebensunterhalt bot. Während er sich gutes Essen bereiten ließ, mußten seine Mitarbeiter fast hungern, denn der „Prediger Bruder Heinrich" hatte ihnen oft erklärt, daß Krankheit vom guten Leben und durch die „Sünde" komme. Manchmal wurde der Fluß der Mittel schwächer, und da blieb „Bruder Heinrich" nur die „Flucht in die Stille" übrig. Es dauerte bann Wochen oder Monate, bis er sich wieder seinen Anhängern aus der näheren und weiteren Umgebung zeigte. Aber die „Zionsgemeinde" glaubte an ihn und seine „Gesichte", bis das unvermeidliche Ende eintrat und die meisten erkannten, daß sie einem Hochstapler — wie ihn der Gerichtsvorsitzende in seiner Urteilsbegründung nannte — in die Hände gefallen feien!
Der Angeklagte wurde wegen Vergehens gegen die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat und wegen Vergehens gegen das Sammlungsgesetz zueinemJahr Gefäng- n i s unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft und Untersagung des Predigerberufs für fünf Jahre verurteilt. Der mitangeklagte Helfershelfer bekam vier Monate Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft, die „Zionsschwester" wurde zu 150 Mark Geldstrafe verurteilt.
Verzweiflungstat einer Mutter.
Eine Frau aus Spremberg beging eine furchtbare Verzweiflungstat: Sie warf sich mit ihren drei Kindern, einem Jungen von 3V2 Jahren und zwei Mädchen von 2V2 Jahren und 5 Monaten, in selbstmörderischer Absicht bei Trattendorf in die Spree. Die Kinder sind ertrunken. Die Mutter selbst wurde in letzten Augenblick gerettet. Die entsetzliche Tat ist durch den verlotterten Ehemann verschuldet worden, der keiner regelmäßigen Arbeit nachging, sondern sich sehr häufig herumtrieb. So hatte er auch am Vortage eine ihm nach längerer Erwerbslosigkeit verschaffte Arbeit grundlos niedergelegt und war nicht in die Wohnung zurückgekehrt. Von den zuständigen Stellen der Wohlfahrt und der NSV. ist alles getan worden, ; um der wirtschaftlichen Not der Familie zu steuern. ‘ Die Familie ist in reichlichem Maße mit Lebens- ' Mitteln, Wäsche und Geld unterstützt worden, so daß ' die furchtbare Tat nur daraus zu verstehen ist, daß die Frau über die Zerrüttung ihrer Ehe völlig in Verzweiflung geraten war.
Vauditeu überfallen eine Prager Bank.
Ein Banküberfall nach Art amerikanischer Gangster wurde in Prag verübt. In einem Augenblick, als kein Kunde im Bankoorraurn anwesend war, erschienen zwei mit schwarzen Ueberwürsen verkleidte und mit Jagdgewehren und Revolvern bewaffnete Männer in einer Zweigstelle der Städtischen Sparkasse im Stadtteil Zizkow. Sie forderten die drei anwesenden Beamten auf, keinen Widerstand zu leisten, sprangen durch die Schalterfenster in den Kassenraum und, während der eine die Be-
Das Fußball-Länderspiel zwischen Frankreich und Italien am kommenden Sonntag in Paris wurde abgesagt. Der Französische Fußballoerband soll Italien davon unterrichtet haben, daß Befürchtungen für Kundgebungen in Paris bestärken. Der Vorsitzende des Französischen Fußball-Verbandes dagegen erklärte, vom Generalsekretär der faschistischen Partei sei die Herausgabe der Pässe an die Spieler verweigert worden.
amten weiter in Schach hielt, entnahm der andere der Kasse 120 00 0 tschechische Kronen. Vor dem Gebäude stand ein Auto bereit, mit dem die Räuber in raschem Tempo davonfuhren. Versuche, das Auto aufzuhalten, blieben vergeblich. Die Polizei ist fieberhaft tätig, hat aber noch keine Spur " der Verbrecher ausfindig machen können.
Reuyorker Juden als Gangster überführt und zu Zuchthaus verurteilt.
In das Wespennest des amerikanischen Gangster- < fums t)at ein Prozeß hineingegriffen, der einer 1 Gruppe von sogenannten „Rackets" gemacht ; wurde und der mit der Verurteilung von sieben Angeklagten zu langjährigen Zuchthaus st ra- ; fen endete. Diese „Rackets" — auf deutsch: Erpresser— heißen: Abraham Cohen und Irving Epstein, Philipp C r 0 s s e l und Harry Vogel- , stein, ferner Paul Coulcher, Aladar Rotek 1 und John I. Williams. Von ihnen wurde Coul- : cher, Sekretär einer Kellnergewerkschaft, zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Zwei Juden waren Anwälte eines Geschäftsmannes, und die vier übrigen Verurteilten waren Gewerkfchaftsbeamte. Diese sieben hatten von Besitzern von Speiselokalen durch Drohungen, man werde die Lokale unter Terror setzen, rund zwei Millionen Dollar erpreßt. Der Richter hob die ernste Gefahr des „Rackets"-Un- wefens für die größeren Gemeinden des ganzen Landes hervor. Die Angeklagten hatten mit Hilfe von Gangstern eine wahre Schreckensherrschaft ausgeübt und Hunderte von Geschäftsleuten jahrelang gebrandfchatzt. Die vier Gewerkfchaftsbeamten hatten außerdem Gelder ihrer Gewerkschaften, die von den schwerarbeitenden Mitgliedern aufgebracht werden mußten, vergeudet.
Das Riefenfeuer in Manila.
Das tm nördlichen Stadtteil von Manila entstandene Großfeuer hat weit größere Ausmaße gehabt, als zunächst angenommen wurde. Es sind mindestens 1200 Häuser zerstört worden, darunter verschiedene Fabriken, Warenhäuser und Schnaps- brennereien. Rund 25 000 Einwohner sind durch die Brandkatastrophe obdachlos geworden. Die rasende Schnelligkeit, mit der die Flammen bei dem herrschenden starken Wind und bei der leichten Bauart der Holzhäuser um sich griffen, vereitelte alle Lösch- versuche der Feuerwehr. Hinzu kam, daß der Wasserdruck in den Leitungen zu niedrig war und ein Teil der Feuerspritzen versagte. Die Feuerwehr sah sich gezwungen, USA.=£ruppen zu Hilfe zu rufen. Die Flammen konnten erst, nachdem die Feuersbrunst den Rand der Manila-Bucht erreicht hatte, auf ihren Herz beschränkt werden. Die Behörden bezeichnen es als ein Wunder, daß bisher nur ein einziger Todesfall gemeldet worden ist, nämlich der eines alten Mannes, der einen Schlaganfall erlitt. Dagegen find elf Personen schwer verletzt worden, und zahlreiche werden vermißt. Unter den Vermißten befindet sich auch eine Gruppe von Kindern, die von den Flammen auf dem Sportplatz umzingelt wurde. Flieger, die den brennenden Stadtteil überflogen, sind der Ansicht, daß die Kinder in den Flammen umgekommen sind. Die Stadtverwaltung hat erklären lassen, daß das Tondo- Viertel mit breiteren Straßen und größerem Abstand zwischen den Häuserblocks wieder aufgebaut werden fall.
Wetterbericht
des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Hoher Luftdruck über Osteuropa und lebhafte Wirbeltätigkeit über dem Oftatlantik bedingen für uns noch immer die Zufuhr feuchwarmer Meeresluft. In ihrem Bereich liegen die Temperaturen über dem jahreszeitlichen Durchschnitt, die noch zu ' leichter Unbeständigkeit bis zu Aufheiterungen, aber auch einzelnen gewittrigen Schauern Anlaß geben. Eine durchgreifende Aenderung ist noch nicht zu erwarten.
Aussichten für Samstag: Zunächst bestärkte Regentätigkeit, lebhafte Winde aus südlichen Richtungen.
Lufttemperaturen am 8. April, mittags: 15,8 Grad Celsius, abends: 10,7 Grad; am 9. April, morgens 7,9 Grad. Maximum 15,8 Grad, Minimum 5,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. April, abends 11,1 Grad, am 9. April, morgens 8,2 Grad Celsius. Niederschläge 3,8 Millimeter'. — Sonnenscheindauer 2,7 Stunden.
PALM OLIVE ■ SEIFE — IwvgeöteUt mit ötlomöt-erhalt die Haut rein und zart


