Oer Führer ehrt Emil Kirdorf.
Besuch auf dem Streithof. Oer Reichswirtschastsminister feiert den vorbildlichen Betriebsführer.
diese den letzten Verbraucher erreichen, der es in der Hand hat, einfach in einen Käuferstreik einzutreten. Auch in England wird die Lage ziemlich pessimistisch betrachtet, ein Leitartikel des Fachblattes „Economist" führt unter dem Titel „Wirtschaftliche Gefahrenzeichen" aus, die interventionistische Wirtschaftspolitik, die in Ottawa bescblos- fen wurde, die neuen Zölle und Kontingente seien durch die Entwicklung der Wirtschaft überholt. Statt der damals herrschenden Periode der fallenden Preise und der scharf rückgängigen Aktivität sei ein Aufschwung eingetreten, der gerade durch die Ottawa-Maßnahmen gehindert würde. Im Vergleich zu dem Niveau vor einem Jahr sei inzwischen der Durchschnittspreis für Getreide und Fleisch um 22 v. H., die anderen Nahrungsmittel um 15, Mineralien um 26 v. H. und Textilien um 15 v. H. gestiegen. Das Emporschnellen des Brotpreises in England auf den höchsten Stand seit 9 Jahren zeige die Beeinflussung derLebenshal- tungskosten durch die Preisbewegung. Die Gewerkschaften verlangten höhere Löhne, anderseits sei selbst in der Rüstungsindustrie eine Streikbewegung zu verzeichnen.
Roosevelt hat dieser Tage eine mächtige Strafpredigt gegen die Preistreiber gehalten, die man in der verhüllenden Börsensprache als „Haussiers" bezeichnet. Darauf sind die Rohstoffpreise tatsächlich in den letzten Tagen zum Teil gefallen. Die Preisrückgänge bewegen sich in den Verhältniswahlen von etwa 20 bis 33 o. H. Diese Preisbewegung darf aber über den angespannten Zustand der Rohstoffmärkte nicht hinwegtäuschen. Im Gegensatz zu Deutschland kann sich eben in den liberalen Ländern die Spekulation austoben. Wenn dann Anzeichen eines Preisrückganges eintreten, so wirft sie die Ware, „die sie übrig hat", schleunigst auf den Markt — manchmal auch gezwungenermaßen, da sie meist mit Kredit und oft nicht mit zu knappem Kredit arbeitet. Es ist auch möglich, daß es infolge dieser Vorgänge in London oder Neuyork zu einigen Zahlungseinstellungen kommt, jedenfalls sind auch die Aktienbörsen in Mitleidenschaft gezogen und haben in den letzten Tagen schwache Kurse gemeldet. Das Institut für Konjunkturforschung zweifelt nicht für die nächste Zeit an dem Fortgang des internationalen Konjunkturaufschwungs und damit auch der Preisbewegung. Es stellt fest, daß es im ganzen der deutschen Preispolitik bisher mit überraschendem Erfolge gelungen ist, trotz der Verknappung der einheimischen Rohstoffversorgung die Auswirkungen der zum Teil sehr starken Preissteigerungen auf den Weltrohstoffmärkten zu mildern und den inländischen Preis st and zu halten. Erreicht wurde das durch Verringerung der Gewinnspanne, Leistungssteigerung, Rationalisierung der Warenverteilung usw. Die Kennzahl der deutschen Großhandelspreise stellte sich im März auf 106,1 also um 0,6 v. H. höher als im Februar, wobei zu berücksichtigen ist, daß die Preise für landwirtschaftliche Produkte mit Rücksicht auf Zins- verlust und Lagerkosten leicht steigen.
Zum Wohl des Volkes — zum Dank an den Führer.
DerStabschefderSA.ruft zürn Dankopfer auf
Berlin, 8. April. (DNB.) Der Stabschef der SA. hat folgenden Aufruf erlassen:
Vor einem Jahre erlebten wir als schönsten Beweis der Volksgemeinschaft der Tat, wie sie die SA. in ihrem Kampf verwirklicht, das e r st e Dankopfer des Volkes im Zeichen der wiedergewonnenen Wehrfreiheit als ein Geschenk der dankbaren Nation an den Führer. In diesen Wochen nun sehen wir überall im ganzen Reich Wohnsiedlungen für den deutschen Arbeiter erstehen, sichtbarer Ausdruck dieses großen sozialen Werkes, in dem die Dolksgemein- sihaft im Geiste des Führers und beseelt vom Willen zum Aufbau unseres herrlichen neuen Reiches zusammenstand.
Auch in diesem Jahre wieder wird die SA. als Trägerin und Vermittlerin des Geschenkes der Nation an den Führer zu feinem Geburtstag das Dankopfer durchführen und gemeinsam mit der ganzen Volksgemeinschaft Bekenntnis ablegen vom Einsatzwillen und der Entschlossenheit, für den Führer und sein Volk kein Opfer zu unterlassen, das dem Wohle und der Förderung der Nation dient. Deshalb richte ich erneut an jeden Volksgenossen, der sich dieses Bekenntnis zu eigen macht, den Ruf, feine Verbundenheit zum Führer und zur Gemeinschaft durch seine Eintragung in die Ehrenlisten zu bezeugen. Wiederum gilt es, den Dank der Nation als ein würdiges und sinn-' volles Geschenk an den Führer zum Ausdruck zu bringen und alles für Deutschland zu tun, was feinen Ruhm und seine Größe zu steigern vermag. Deshalb bekenne jeder mit der SA. seinen Einfatz- und Opferwillen zum Wohle des Volkes — zum Dank an den Führer!
Or. Ley in Venedig.
Venedig, 8. April. (DNB.) Reichsleiter Dr. Ley traf im Flughafen von Venedig ein. Zu seinem Empfang hatten sich die Spitzen der Behörden sowie der Abgeordnete Cianetti, Mitglied des Faschistischen Großrates, eingefunden. Nach dem Abschreiten der Ehrenkompanie führten Schnellboote die Gäste zum Hotel. Nach kurzer Rast begaben sie sich in den Regierungspalast, wo ihnen der Präfekt den Willkommensgruß entbot. Anschließend stattete Dr. Ley dem faschistischen Parteihaus einen Besuch ab. Bei einem von den italienischen Industriellen veranstalteten Festbankett erklärte Dr. Ley nach Begrüßungsworten des Conte V i l l a b r u n a: „Ich liebe dieses Land, aber von heute ab weiß ich, daß dieses Land wie mein eigenes Volk wieder auferstanden ist."
Auf dem Canäle Grande hatte eine Unzahl von Gondeln, mit Hunderten von Lampions geschmückt, sich um ein mit einem großen Hakenkreuz geschmückten Prachtschiff versammelt, auf dem eine Musikkapelle untergebracht war Kaum hatte Dr. Ley auf der Terrasse Platz genommen, da erklang das Horst-Wessel-Lied, in venezianischer Art von Mandolinen gespielt, über das Wasser, und dann folgte Mandölinenmusik, Volkslieder und Chöre, von der Dopolavoro, der italienischen Freizeitorganisation, meisterhaft vorgetragen, während die hell- erleuchteten Gondeln auf den Wellen vorbeiglitten und langsam im Dunkel der Nacht verschwanden.
Deutsch-japanische Freundschattskundaebung.
Tokio, 8. April. (DNB.) Anläßlich einer Gedächtnisfeier für den verstorbenen Gründer der §0 Millionen Yen betragenden Wohltätig- keitsstiftung Harada, deren Verwaltung m enger Beziehung zum deutsch-japanischen Kulturaus-
Mülheim (Ruhr), 8. April. (DNB.) Der F ü h- rer bereitete dem 90jährigen Geheimrat Emil Kirdorf eine besondere Ehrung durch einen persönlichen Besuch auf dem Streithof bei Mülheim, wobei er dem greifen Jubilar den Adlerschild des Deutschen Reiches selbst überreichte. Mit dem Führer waren u. a. gekommen Reichsminister Dr. Goebbels und Gauleiter Oberpräsident Ter- b o v e n. Geheimrat Kirdorf, der an diesem Tage Bergmannsuniform angelegt Hatte, erwartete mit einer Familie den Führer am Eingang. Im Jn- nenhof hatten sich führende Männer der Partei und ihrer Gliederungen versammelt. Anschließend weilte der Führer einige Stunden als Gast im Hause des Jubilars. Vor dem Hause spielten während der ganzen Zeit ein SA.-Musikzug und eine Militärkapelle für die zahlreichen Gäste.
Die Zechen und die Verwaltungsgebäude der Organisationen des Ruhrbergbaus hatten zu Ehren Geheimrat Kirdorfs geflaggt. Ungezählte Glückwünsche und Geburtstagsgaben sind dem Jubilar aus allen Teilen des Volkes und aus allen Teilen des Reiches zugegangen. Das R h e i n i s ch - W e st- älische Kohlensyndikat überreichte sei- neyi Gründer und Ehrenvorsitzenden eine kunstvoll in Bernsteinmosaik gefertigte Plakette mit dem durch in Silber gefaßter Cannel-Kohle dargestellten Wahrzeichen des Kohlensyndikats. Eine Limousine ist die Ehrengabe der Gelsenkirchener Bergwerk s - A G., die Emil Kirdorf aus kleinen Anfängen zur bedeutendsten Montangesellschaft Europas emporfuhrte. Der Verein Deutscher Bergleute hat eine Kirdorf-Gedenkmünze geschaffen, deren erstes Stück dem Jubilar überreicht wurde.
Berlin, 8. April. (DNB.) In dem Hochoerratsverfahren gegen die drei katholischen Geistlichen aus dem Rheinland und ihre vier Helfer vor dem Volksgerichtshof wurden die persönlichen Verhältnisse des Hauptangeklagten, des 34jährigen Kaplans Joseph R o s s a i n t aus Düsseldorf, erörtert. Er war Bezirkspräses des Jungmännerverbandes. Ihm war die im ganzen Reiche einheitlich zusammengefaßte, aus den katholischen Wandergruppen her- oorgegangene „Sturmschar" unterstellt. Der Angeklagte hat diesen Namen selbst gewählt. — Vorsitzender: „Sie sind doch Pazifist? Der Name Sturmschar scheint mir wenig mit Pazifismus zu tun haben. Gegen was wollten die Leute denn anftürmen?" — Angeklagter: „Sie sollten den anderen ein Vorbild sein und sie durch ihr Beispiel aus ihrer Lethargie herausreißen. Wir wollten wandern, Heimabend abhalten und den Unglauben zerstören sowie für aktives Christentum eintreten." — Vorsitzender: „Wer hat denn 1929 das Christentum bekämpft? Als Geistlicher können Sie nicht vergessen haben, in welch schamloser Weise man in marxistischen Kreisen gegen die Kirche gekämpft hat!" — Vorsitzender: „Wurden in der Sturmschar auch politische Fragen erörtert?" — Angeklagter: „In der Sturmschar haben wir Fragen der Weltanschauung, soziale Fragen, die päpstlichen Friedensenzyklika und andere Dinge besprochen. Wir traten für eine volkspolitische Schulung ein."
Der Angeklagte ist sogar in seiner Amtstracht in kommunistische Versammlungen gegangen, in denen er sich an der Diskussion beteiligte. Seiner lieber« zeugung nach habe die Katholische Kirche nicht genug für die Jugendlichen getan. Aus diesem Grunde habe er jugendliche Erwerbslose zu sich eingeladen. Er faßte sie in sogenannten „Piele-Klubs" zusammen, beschäftigte sie durch Einrichtung einer Bastelstube, schulte sie und wanderte mit ihnen. Auch gründete er einen Fußballklub. Für die Sportler richtete er in seinem Keller einen Wasch- und Umkleideraum ein. Er hat an einem Zeltlager der „Sozialistischen Arbeiterjugend" teilgenommen. Viermal versuchte er, auch im Lager des Jungvolks Eingang zu finden. Sein geistlicher Vorgesetzter, der mitangeklagte Clemens, schrieb ihm darauf:
tausch steht, veranstaltete die Stadt Matsusa k a (Provinz Mijoe) bei dem Nationalheiligtum Ise eine deutsch-japanische Freundschaftskundgebung. Professor Spranger und Gesandtschaftsrat Kolb wurden von 3000 Schulkindern mit den Flaggen und Fähnchen beider Länder begeistert empfangen. Die japanische Ansprache Kolbs und der Vortrag Sprangers wurden mit größtem Beifall ausgenommen.
Edens Besuch in Brüssel.
Haupithema.DieWestPaktsverhandlungen.
London, 9. April. (DNB. Funkspruch.) Zu dem für Ende des Monats vorgesehene Besuch des englischen Außenministers Eden in Brüssel erklärt die „Times", es werde selbstverständlich eine natürliche Verbindung zwischen den Unterredungen Edens in Brüssel und den Privatbesprechungen stehen, die der englische Außenminister mit dem belgischen König bei dessen Londoner Besuch gehabt habe. Die Entlassung Belgiens aus den Locarno-Verpflichtungen werde noch vor Edens Besuch in Brüssel erfolgen. Sie werde jedoch den Auftakt zu einem längeren Verhandlungsprogramm bilden, das man als ersten Schritt zum Abschluß eines dauernden Sicherheitsabkommens im Westen, von dem das belgische Abkommen einen gewissen Teil bilden müßte, betrachte. Die Zukunft der Westverhandlungen werde das Hauptthema der Brüsseler Unterredungen bilden.
Englands Indienpolitik.
Die Kongretzpartei soll den erstenSchritt tun
London, 8. April. (DNB.) In beiden Häusern des Parlaments erklärte der Jndienminifter Lord Z e t l a n d , daß der Nationalkongreß in den sechs Provinzen, in denen er bei den Wahlen die Mehrheit erhalten habe, die Regierungsbildung a b gelehnt habe. Selbstverständlich sei es den britischen Gouverneuren unmöglich gewesen, die vom Kongreß gestellten Bedingungen anzunehmen und auf die in der Verfassung vorgesehenen Vollmachten zu verzichten. Bei dem Vorschlag, der Vizekönig solle Gandhi zu einer Zusammenkunft auffordern, lasse man sich anscheinend von der Hoffnung leiten, der Vizekönig könne Gandhi überreden, daß der Kongreß seine ablehnende Stellungnahme aufgebe. Lord Zetland sagte, er könne nur schwerlich
Eine besonders eindrucksvolle Geburtstagsehrung für Geheimrat Kirdorf veranstalteten die Organisationen des Ruhrbergbaus. In ihrem Mittelpunkt stand die Glückwunschansprache Dr. Schachts, und den unerwarteten Abschluß bildete das Erscheinen des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß. Dr. Schacht führte u. a. aus: Drei große Gedanken hätten die Tätigkeit des Jubilars bestimmt: Stets die Arbeit für Volk und Vaterland in den Vordergrund zu stellen, den Geist der Kameradschaft und Volksverbundenheit innerhalb des Bergbaues zu pflegen und endlich das Bewußtsein, daß die führenden Männer des Bergbaues zu selb st verantwortlicher Tätigkeit verpflichtet seien, wenn sie Aufgaben erfüllen wollten, die sonst nur durch Zwang möglich seien. In dem neuen Kohlenwirtschaftsgesetz werde die Reichsregierung diese drei großen Gesichtspunkte berücksichtigen. Kirdorf sei das Vorbild des Betriebsführers. Es könne kein höheres Ziel für uns alle geben, als es so zu machen, wie es der Jubilar Zeit seines Lebens gemacht habe. Nach weiteren Glückwunschansprachen ergriff Geheimrat Kirdorf selbst das Wort. Der Klassenkampf habe Deutschland zu vernichten gedroht. Da endlich sei durch die Volksgemeinschaft eine Rettung für Volk und Vaterland möglich geworden. Sein Vermächtnis solle dereinst die Mahnung sein, nie wieder die fruchtbringende Kraft der Volksverbundenheit preiszugeben. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer, den Retter des Vaterlandes, schloß Geheimrat Kirdorf.
„Unser Joseph R. wird Ihnen einen Termin eines Jungvolk- und Hitler-Jugendlagers im August mitteilen. Aber ich glaube bestimmt, daß diese Leute Sie nicht hereinlassen wie die Sozialisten. Sie müssen schon viel Kniffe gebrauchen, um sich hineinzuschleichen. Interessant und wertvoll wäre es bestimmt."
Auf dem Essener Katholikentag im Herbst 1932 trat der Angeklagte Rossaint zum erstenmal mit seinen bolschewistischen Ideen, die er in der Zeitschrift des Katholischen Jungmännerverbandes niederlegte, an die Oeffentlichkeit. Ein Artikel trug die Überschrift „Wie wird die Neigung zum Faschismus überwunden?" Auf eine Frage des Vorsitzenden gab der Angeklagte zu, daß er unter „Faschismus^ auch den Nationalsozialismus verstanden wissen wollte. Rossaint hat Beziehungen zu dem kommunistischen Jugendfunktionär Schäfer ausgenommen. Er will „nicht gewußt" haben, daß Schäfer Agitations- und Propagandaleiter des Kommunistischen JugendvePbandes für den Bezirk Ruhr- Niederrhein war. An Stelle Schäfers kam ein junger Mann, der sich Gumpert nannte. Er teilte dem Angeklagten mit, daß Schäfer festgenommen worden sei. Der Angeklagte hat bann Schäfer während der Haft besucht. Er will mit dem kommunistischen Agitator aber nur über--„seelsorgerische
Angelegenheiten" gesprochen haben! Der Angeklagte Rossaint muß zugeben, gewußt zu haben, daß Gumpert den Gedanken der Einheitsfront zwischen Katholiken und Kommunisten vertrat. Obwohl er für sich behauptet, diese Ideen abgelehnt zu haben, gab er Gumpert trotzdem Gelegenheit — als Vertreter der Gottlosenbewegung! —, im Kreise gläubiger Katholiken zu sprechen. Er lud ihn als Redner zu einer Versammlung ein, an der auch der Mitangeklagte Kaplan Kremer teilnahm. Der Kommunist führte hier aus, daß Katholiken und Kommunisten „gemeinsame Aufgaben" hätten. Rossaint erklärte, ihm sei die Berührung dieses Themas „unangenehm" gewesen und die Ausführungen des Kommunisten seien auch in der Diskussion angeblich scharf abgelehnt worden.
einsehen, welchem Zweck ein solches Vorgehen des Dizekonigs dienen solle. Schließlich handele es sich um eine Frage der Provinzregierungen, und die Gouverneure hätten bereits den Kongreß zur Bildung von Ministerien eingeladen. Wenn die Kongreßpartei ihre ablehnende Stellungnahme nicht ändere, dann könne im Augenblick nichts weiter gesagt werden. Allerdings bestehe die Möglichkeit, daß sich die Kongreßführer derWirkung ihrer Forderungen nicht bewußt gewesen seien und daß es sich tatsächlich um ein Mißverständnis der Verfassungslage handele. Wenn Gandhi in Erkenntnis der wirklichen Derfassungslage den Wunsch ausdrücken würde, den Vizekönig aufzusuchen, dann würde dieser ohne Zweifel einer solchen Forderung mit dem Wunsch entgegenkommen, eine Verständigung über die Stellung der Kongreßpartei zu erzielen. Es sei aber klar, daß der erste Schritt von der Kongreßpartei ausgehen müsse.
Bolschewistischer Kinderraub in Spanien.
Sevilla, 8. April. (DNB.) Die spanisch-bolschewistische und die Sowjetpresse hat bereits des öftern über die Ankunft von spanischen Kindern in der Sowjetunion berichtet, die dort einen längeren „Erholungs-Aufenthalt" nehmen sollen. Halbwüchsige Kinder werden unter verlogenen Wendungen den Eltern entrissen, um im „Sowjetparadies" für eine spätere weltrevolutionäre Tätigkeit ausgebildet zu werden. Wie die spanische Zeitung „Arriba Espana" berichtet, sollen jetzt wieder 4000 Kinder nach Sowjetrußland zwangsverschickt werden. Der Widerstand der Eltern ist jedoch so groß, daß der bolschewistische Machthaber von Madrid „General" Miaja, nun öffentlich erhlärt hat, er werde gegen jene Eltern energisch vorgehen, die es verhindern wollen, daß man ihre Kinder in „Sicherheit" bringe. „Die Kinder gehören nicht den Eltern, sondern dem Staat, dessen legitimer Vertreter(I) der Verteidigungsausschuß ist, der daher nach seinem Ermessen mit den Kindern verfährt." Diese Erklärung zeigt, bis zu welchem Grade der Terror der bolschewistischen Verbrecher gegenüber der Bevölke- rung gediehen ist.
Der bolschewistische Häuptling A s c a s o hat den iahrhunderte alten spanischen Volksgruß „A Dios" a b g e s ch a f f t und durch den Ausruf „S i n Dios (Ohne Gott) ersetzt. Zuwider
handelnde werden streng bestraft. Nach der Zerstörung und Schließung der Kirchen, dem Hinschlach- ten der Geistlichen und der Verfolgung der Gläubigen wird nun — nach bewährtem sowjetrussischen Muster — als nächste Stufe der Bolschewisieruna dem terrorisierten spanischen Volke die Gottlosigkeit aufgezwungen!
Deutscher Schritt in Warschau
Berlin, 8. April. (DNB.) Wie wir erfahren, Hal der deutsche Botschafter in Warschau auftragsgemäß die Aufmerksamkeit der polnischen Regierung auf die bekannten Vorgänge bei der Tagung des polnischen West Verbandes in Graudenz gelenkt und um entsprechende Wahnahmen ersucht.
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Die Polnische Telegrafenagentur rückt in einer Verlautbarung von der Graudenzer Kundgebung des Westoerbandes ab. Die Kundgebung habe in einigen Teilen den Rahmen des durch den Polnischen Westverband aufgestellten Programms überschritten und Akzente enthalten, die i n unerwünschter Weise die öffentliche Meinung in Polen und in Deutschland aufreizen konnten. Die genaue Prüfung des Tatbestandes werde die Feststellung gestatten, ob nicht verschiedene Transparente das Werk unverantwortlicher Elemente gewesen seien, die mit dem Organisationskomitee der Propagandawoche für Pommerellen nichts gemein hätten. Obwohl di e Lage der polnischen Bevölkerung in Deutschland und die Betätigung des „Bundes Deutscher O st e n" mehr als einmal auf die polnische Bevölkerung aufreizend gewirkt haben könnten, ständen doch die aggressiven Akzente einem Staat gegenüber, mit dem Polen gute nachbarliche Beziehungen unterhalte, i m Widerspruch mit der politischen Linie der polnischen Regierung und könnten in feinem Fall geduldet werden.
Erneute Spannung im Nahen Osten.
Die Türkei wehrt Ueberfätte an der syrischen Grenze ab.
Istanbul, 8. April. (DNB.) Der türkische In- nenminifter S ch ü k r u Kaya machte im Parlament Angaben über die systematische Tätigkeit von Räuberbanden, die seit der zweiten Hälfte des letzten Jahres die syrischen Grenzen überschritten und in der östlichen Türkei Plünderungen und Mordüberfälle in großem Maße ausführten. Der Minister kündigte polizeiliche Maßnahmen in den betroffen Gebieten an. Eine Division des Grenzgebietes fei durch Einberufung von Reservisten auf volle Kriegs- ftärte gebracht worden, um für alle Möglichkeiten gesichert zu fein. Eine Verantwortlich- feit der französischen Mandatsbehörde in Syrien wegen dieser Bandentätigkeit stehe fest. Die Nation könne die Gewißheit haben, daß die Regierung auch zu weitergehenden Maßnahmen schreiten werde, wenn die bisher ergriffenen sich als unzulänglich erweisen sollten.
Englischer Kirchenfürst warnt vor der kommunistischen Propaganda.
London, 9. April (DNB. Funkspruch.) Der Erzbischof von Westminster sprach auf der Jahresversammlung einer katholischen Vereinigung über den Kommunismus als einer religiösen Gefahr. Die kommunisttsche Propaganda richte sich vor allem gegen die Kirche. In Afrika hätte die kommunistische Propaganda unter den Eingeborenen einen besorgniserregenden Umfang angenommen. Sie habe sich inzwischen auch in England in beunruhigender Form ausgebreitet. Die kommunistische Partei habe ihre Mitgliederzahl im Laufe eines Jahres verdoppeln können. 1931 seien in Moskau 10 0 afrikanische Eingeborene geschult worden, um als bolschewistische Propagandisten nach Afrika zurückzukehren.
Deutsche und griechische Wissenschaft.
Reichsminister Rust in derNniversitätAthen
Athen, 8. April. (DNB.) In der Aula der Athener Universität fand aus Anlaß der Heber- reichung einer deutschen Bücherspende durch Reichsminister Rust eine Feier statt, bei der Reichsminister Rust u. a. ausführte: Wie vor 100 Jahren, so nimmt auch heute Deutschland innigsten Anteil am Leben des griechischen Volkes. Griechenland hat seine heiligste Stätte, Olympia, aufs neue in deutsche Hand gegeben. Lebensverbundenheit und Lebenseinheit sind die Voraussetzungen aller hellenischen Kulturschöpfungen. Nicht in dem Glauben, daß Alt-Hellas eine für alle Völker und alle Zeiten gültige Norm geschaffen habe, geht der deutsche Forscher und Künstler von heute nach Athen und Olympia. Der völkischen Verbundenheit alles großen Schaffens sich bewußt, weiß er, daß gerade diejenigen Werke der Kunst am höchsten ins Üebermenschliche und. Ueberzeitliche emporwachsen, die ihre Wurzeln am tiefsten in den Boden völkischer Eigenart hineingesteckt haben. Wir haben heute den Boden der griechischen Wirklichkeit betreten, aber gerade auf diesem Boden ist uns heute Hellas wieder lebensnaher und bedeuten- der als je zuvor. Nach einem Worte Adolf Hitlers sucht jedes heroische Zeitalter in seiner Kunst sofort die Brücke zu einer nicht minder heroischen Vergangenheit. Griechen und Romer werden dann plötzlich den Germanen so nahe, weil alle ihre Wurzeln in einer rassischen Grundlage zu suchen sind. Davon ist ein ganzes Volk erfaßt, das seine Erziehung aus intellektueller Einseitigkeit a u f das Ziel der leibseelischen Einheit u m g e ft e 111 hat, das darum seine Sportplätze musisch und politisch beseelt und seine Schulen wieder mit jener Spannung erfüllt, die einst aus den Gymnasien von Hellas in das ganze hellenische Volk ausströmte. Wir fühlen diesen Geist mächtig werden in den neuen monumentalen Bauwerken in München und Nürnberg. So ist die hellenische Welt wahrhaftig lebendig im Schaffen des neuen Deutschlands.
Reichsminister Rust hat E h r e n b o f t o r bV plome deutscher Universitäten an folgende griechische Professoren überreicht: Papamichael (Königsberg), Koreas (Philosophie; Lei p- z i g), Earzhopulos (Pädagogik; Jena), Lorotheto- pulos (Gynäkologie; München), Mermingas
Der Prozeß MM vor dem Volksgerichtshof.


