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der Einnahme der Stadt. Von den frühen Mor- Iienstunden an sei es der Bevölkerung durch das tärker werdende Gewehr- und Maschinengewehr- euer und das Donnern der Geschütze klar gewesen, > Francos Truppen immer näher rückten. Die bolschewistischen Mordbanden hätten sehr bald den Mut verloren und schon am Morgen seien die ersten Fliehenden von der Front in der Stadt angekommen. Die Stadt selbst habe einen völlig verlassenen Eindruck gemacht, da alle Männer gezwungen worden seien, zu den Waffen zu greifen, Frauen und Kinder aber in den Häusern blieben. Der größte Teil der Fliehenden habe sich schleunigst der Gewehre und der Munition entle­digt, und sich nach Hause begeben. Nur ein klei­ner Teil sei nach Osten geflohen, wo viele von ihnen dann später gefangen genommen worden seien.

Echo de Paris" schätzt die Zahl der während der bolschewistischen Blutherrschaft in Malaga Ermorde­ten auf 12 000. Die Einwohnerzahl Malagas, ur­sprünglich 150 000, sei in den sieben Monaten des bolschewistischen Terrors auf die Hälfte her­abgesunken. In der Vorstadt Älora gebe es keinen einzigen Einwohner mehr. Die Bolschewisten hätten nicht vergessen können, daß die Einwohner bei den letzten Wahlen gegen die sog.Volksfront" g e st i m m t hätten. Des­halb habe man die 1200 Enwohner einfach nie­dergemetzelt.Jour" berichtet, gefangene Sowjetsendlinge hätten erklärt, daß es bei den Bolschewisten in Malaga überhaupt kein einheit­liches Kommando gegeben habe. Die Befehle seien aus Valencia und von den sowjetrus­sischen Häuptlingen gekommen.

Die Verbindung zwischen Madrid und Valencia unterbrochen.

Salamanca, 9. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Heeresbericht meldet, daß an der Madrider Front die Truppen von Ciempozuelos in nordöst­licher Richtung weiter vorgestoßen und die Berg­höhen von Vertice, Cocertera und Escolon besetzt haben. Dadurch ist die Verbindung Madrid mit der augenblicklichen Bolsche­wistenzentrale in Valencia unter­brochen und die Lebensmittelversorgung der Hauptstadt außerordentlich erschwert worden.

lieber die Operationen der Südarmee besagt der Heeresbericht, daß die nationalen Truppen in Ma­laga den Bolschewisten gewaltige Mengen Kriegsmaterial abgenommen haben. In einem Versteck fand man 12 Geschütze, eine größere Anzahl Maschinengewehre, ein Flugzeug, eine Mil­lion Patronen, zahlreiche Lastkraftwagen und Auto­mobile. Die Bolschewisten aus Malaga flohen in Richtung M o t r i l. Bei ihrer Verfolgung konnten die nationalen Truppen zahlreiche Gefan­gene machen. Zwei nationale Kanonenboote brach­ten zwei bolschewistische Kanonen­boote und mehrere Frachtschiffe der Bolschewisten in ihren Besitz. Ueber 600 Gei­seln wurden von den nationalen Truppen befreit.

Oie pfeilkreuzlerpartei in Ungarn.

Budapest, 8. Febr. (DNB.) Die Pfeilkreuzler- partei hielt in Budapest eine öffentliche Versamm­lung ab. Fast 4000 Menschen hatten sich in der Ofener Redoute eingefunden. Die Abgeordneten der Pfeilkreuzlerbewegung wurden von der Menge mit zum Gruß erhobenem Arm und dem ungari­schen HeilrufBatorsag" (Mut) stürmisch be­grüßt.

Der Reichstagsabgeordnete Stephan Balogh richtete scyarfe Angriffe gegen den Führer der Klei­nen Landwirtepartei, Tibor Eckard, dem allzu enge Verbindung mit legitimistischen und liberalen Kreisen vorgeworfen wird. Die Partei der kleinen Landwirte sei nicht befugt, sich als die alleinige Verkörperung des ungarischen Bauerntums auszu­geben. Der Redner forderte eine gerechtere Verteilung des Grundbesitzes. Die Pfeil­kreuzlerbewegung plane keineswegs, den deutschen Nationalsozialismus nach Ungarn einzuführen, werde aber alles das von Deutschland und Italien übernehmen, was für das Ungarntum nütz­lich und gut erscheine. Ein anderer Redner be­tonte, daß sie P a n u n g a r n seien, die jedoch mit dem alten treuen Waffengefährten und dem größten Käufer Ungarns, dem deutschen Volk, in innig- ft e r Freundschaft und wirtschaftlicher Zusammenarbeit leben wollten. Naturge­mäß befaßten sich alle Redner grundsätzlich mit der Judenfrage, die heute in weitesten Kreisen der Bevölkerung als das dringendste und schwierigste Problem des Volkes empfunden werde.

Freiwillige Mitarbeit der Veichsbank an der 333.

Fwd. Basel, 8. Febr. Am Sonntag sand am Sitze der Bank für Internationalen Zahlungsaus­gleich eine Zusammenkunft verleitenden Notenbankgouverneure unter dem Vorsitz des Präsidenten, des Holländers Dr. Trip, statt, in deren Mittelpunkt Mitteilungen des Reichsbank­präsidenten Dr. Schacht standen. Der Führer und Reichskanzler hatte am 30. Januar 1937 auch die Zusammenarbeit Deutsch­lands mit der BIZ. berührt, was zu Ver­mutungen Anlaß gegeben hatte, die Reichsbank werde sich von der BIZ. zurückziehen. Den Mit­teilungen Dr. Schachts war zu entnehmen, daß die Reichsbank ihre Mitarbeit an der BIZ. fortsetzt, aber auf dem Fuße völliger Gleichberechtigung mit den übrigen Noten­banken. Nach dem Poung-Plan war Deutschland verpflichtet, sich in der BIZ. vertreten zu lassen, wie auch die Reichsbank zu gewissen Aus­künften gegenüber der BIZ. verpflichtet war. Diese Verpflichtung fällt nunmehr weg, da­gegen wird die Reichsbank ihre Vertreter m i t den gleichen Rechten und Pflichten wie beispielsweise die Bank von Frankreich oder die Bank von England weiterhin am internatio­nalen Zahlungsinstitut Mitarbeiten lassen.

Keine Störung des deutsch-türkischen Handels.

Berlin, 8. Februar. (DNB.) Die türkische Handelskammer f ü r Deutschland teilt mit: In den letzten Tagen sind hier und da Be­richte erschienen, welche von einer Kündigung und gar Aufhebung des deutsch-türkischen Clearingabkommen zu wissen glaubten. In­teressant sind die Presseveröffentlichungen in man­chen Ländern und manchen Hauptstädten über diese Frage. Wo die Quellen dieser Nachrichten lie­

gen dürften und welchen Zweck diese haben könn­ten bedarf wohl keiner eingehenden Erörterung. Eins jedoch, was wir zu berichten in der Lage sind, ist außer jedem Zweifel, daß der Wirtschaftsverkehr zwischen Deutschland und der Türkei, den Bestre­bungen und Wünschen der an ihn direkt Interessier­ten voll und ganz entsprechend, seine überaus erfreuliche Entwicklung fortsetzt. Hier­über liefern uns die Ergebnisse des deutsch-türki­schen Handels mit einer weiteren Erhöhung die tatsächlichen Beweise. Es ist daher vollkom­men irrig, davon zu sprechen, daß der weitere Ausbau dieser angenehmen wirtschaftlichen Bezie­hungen zwischen Deutschland und der Türkei tür­kischerseits nicht mehr erwünscht wäre und daß das deutsch-türkische Abkommen gekündigt sei.

Das Programm

des neuen japanischen Kabinetts.

Tokio, 8. Febr. (DNB.) Das Kabinett Hayaschi veröffentlicht das Regierungsprogramm, das unter der Voransetzung des ewigen Kaisergedankens als die geisttge Kraftquelle Japans eine gesunde, zeit­gemäße Entwicklung der Verfassung fordert. Polittsche Kreise sehen hierin die starke Einwirkung der Wehrmacht, die seit

Jahren alle Strömungen scharf bekämpft, die das Ansehen des Kaisers im Volke zu entwurzeln ver­suchten. Das Kabinett strebt als außenpolitisches Ziel die Sicherung des ostasiatische n Friedens an durch rechtzeitige Verstärkung der Wehrmacht und Pflege des Wehraedan­kens im Volk. Industrie und Wirtschaft und alle Hilfsquellen des Landes müssen dem nationalen Wehrgedanken dienen.Domei" teilt mit, daß Ministerpräsident General Hayaschi in einer Rundfunkansprache auf das Programm ausführlich eingehen wird.

Vegierungstmppen haben Sianfu beseht.

Nanking, 8. Febr. (DNB.) Die Zenttalregie- rung gibt bekannt, daß die Regierungstruppen in die Stadt Sianfu einmarschiert sind. Der Verkehr auf der Lunghai-Bahn ist wiederhergestellt. Der Einmarsch ist reibungslos durchgeführt worden. Die Streitkräfte des Generals Yanghucheng hatten vor­her das rechte Ufer des Wei-Flusses geräumt. Trupps, die noch in der Stadt geblieben waren, er­gaben sich sofort. In Nanking wird der Einmarsch als ein Ergebnis der Verhandlungen zur fried­lichen Beilegung des Schensi-Konflikts angesehen.

Für deutsches Volkstum!

Zur Echulsammlung des VOA. vom 8. bis 18. Februar.

Der Reichs- und Preußische Minister für Wissen­schaft, Erziehung und Volksbildung hat für den VDA. im Einvernehmen mit dem Reichs- und Preußischen Minister des Innern, dem Schatzmei­ster der NSDAP, sowie im Einvernehmen mit der Leitung des Winterhilfswerkes eine Schul- [ammlung in der Zeit vorn 8. bis 18. Februar 1937 angeordnet. Die Schuljugend des ganzen Rei­ches wird mit Blocks bei ihren Familienangehöri­gen und in Freundeskreisen für die große Volksdeutsche Sache sammeln und damit einen leuchtenden Beitrag geben zur Kameradschaft des Hundermillionenvolkes. Wir alle wissen längst von dem Kampf unserer Volksgenossen jenseits der Grenzen, wissen um die Lage unserer deutschen Volksgruppen, ihre Geschichte, ihr Recht, ihre Lei­stung und ihre Not. Dieses Wissen ist aus der selbst­verständlichen, für jeden Deutschen gültigen Hal­tung längst zur lebendigen Teilnahme am Geschick unseres gesamten Volkes geworden, zur Teilnahme vor allem da, wo es am gefähr- betften ist.

Aus der nationalsozialistischen Haltung ergibt sich für alle Volksgenossen im Reiche ein ft ä n b i =

ger Kampf und Einsatz für di e Erhal­tung unseres Volkstums, das der Führer eben wieder bei seiner großen Rede am 30. Ja­nuar 1937 vor dem Deutschen Reichstag den Sinn und Zweck der menschlichen Organisationen und Funktionen genannt hat. Die Anerkennung jeden Volkstums durch jedes Volks­tum ist zugleich das beste Mittel zur tiefgreifen­den Entspannung zwischen den Staaten, bei denen sich die Staatsgrenzen nicht mit den Volks­grenzen decken. Gerade den Deutschen müssen die fremden Staaten immer wieder das Zeugnis aus­stellen, daß ihre Volksgruppen noch an der fern­sten Volkstumsfront ein starker und uner­schütterlicher Hort gegen den Bolsche­wismus find, wenn sie an ihrer Art und ihrer Kultur festhalten: ein unerschütterliches Bollwerk der Ordnung und eine tatsächliche Stütze allen kom­munistischen und anarchistischen Bestrebungen gegen­über. Und eben deshalb muß auch jeder für die Volksgruppen draußen, die oft nur unter größten Opfern sich und ihre Kinder dem Deutschtum er­halten, hier im Reiche einstehen.

Lehrerbildung im Dritten Reich.

Oer neue Erzieher ist die Voraussetzung der nationalsozialistischen Schule.

Berlin, 8. Febr. (DNB.) Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Rust, eröffnete im Deutschen Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht die AusstellungL e h - rerbildung im Dritten Reick", die eine vorzügliche Ueb erficht über die Arbeit der 27 deut­schen Hochschulen für Lehrerbildung gibt. Reichs- Minister R u ft entwickelte die Grundsätze, die für den Ausbau einer nationalsozialistischen Lehrerbildung maßgebend waren. Die nationalsozialistische Revo­lution sei die größte Erziehungsmacht, die je das deutsche Volk geformt habe. Gleichwohl habe die Aufgabe einer Neubegründung der deut­schen Schule nur langsam und schrittweise in Angriff genommen werden können, da das na- tionalsozialistiscke Erziehungssystem nicht auf einer pädagogischen Theorie, sondern auf dem politischen Kampf und den ihm eigentümlichen Gesetzen ent­standen sei. Erste Voraussetzung war die Schaf­fung des neuen Erziehers, eines Lehrers, der selbst erzogen ist durch die formende Kraft der Bewegung und der darum die Schule tiefer und nachhaltiger umgeftatten wird als Reformen allein es vermöchten. Ich habe die Hochschule für Lehrerbildung geschaffen, indem ich die von der nationalsozialistischen Bewegung oertretenen Grundsätze auf das Gebiet der Erziehung anwen­dete. Das konnte nicht dadurch geschehen, daß ich in den Uebungsbetrieb alter Art einfach eine po­litische Bildung einspannte, sondern die Lebens­form der Kameradschaft und des Mannschaftsgeistes, wie sie im politischen Dienst der Kampfzeit entstanden war, mußte der Hochschule das Gepräae geben. Denn nur, wer selbst in nationalsozialistischer Haltung erzogen und geformt wurde, ist würdig, im nationalsozialistischen Staat an der Schule zu wirken. Eine Scheidung zwischen der Vermittlung reinen Wissens und der seelisch-charakterlichen Formung würde dem natio­nalsozialistischen Grundsatz der Einheit von Leiv, Seele und Geist widersprechen. Die große Aufgabe, die ich der Leibeserziehung

im Gesamtrahmen der neuen Hochschule zugewiesen habe, beruht auf der Notwendigkeit dieser ch a rat­ter l i ch e n Erziehung.

Die pädagogische Akademie alter Art war eine Einrichtung der abstrakten Bildung, eine Stätte des Wissens. An ihre Stelle setzte ich Die Hochschule für Lehrerbildung, die den Menschen in seiner Gesamtheit erfaßt, sein Wissen schult, sein musisches Empfinden weckt und feine Haltung formt. Der ftänbige Dien ft unter der Fahne ist die Lebensform der Lehrerhochschule, gekennzeichnet durch soldatische Haltung und die Kameradschaft, die Lehrer und Lernende zu einer Gemeinschaft verbin­det. Die Hochschule für Lehrerbildung ist ein Stück Hochschulerneuerung. Durch sie ist der alte (Streit darum, ob in der Lehrererziehung der Wis­senschaft ober dem Beruf der Vorrang ge­bühre, für immer beendet. Neben den vorhin ge­schilderten Erziehungsformen halte ich die Wissen­schaft, die selbständige Forschung als unentbehr­lich für die Heranbildung oes deutschen Lehrers. Die Vorbereitung auf den Beruf ist titimit unlös­lich verbunden. Ich halte die geistige Sicht, die durch wissenschaftliches Arbeiten erworben wird, Mit für die wertvollste Vorbereitung auf den Be­ruf des Lehrers.

Die AusstellungLehrerbildung im Dritten Reich" gibt anhand eines überaus aufschlußreichen und um­fassenden Ausstellungsmaterials eine Gesamtdarstel­lung der Lehrerbildung, die alle Zweige der wis­senschaftlichen und praktischen Ausbildung, des Wir­kungskreises der Studenten und Junglehrer, sowie ihre Aufgaben im Rahmen der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft behandelt. Die Aufgabe, den vor­wiegend geistigen und abstrakten Stoff der Lehrer­bildung anhand von plastischen Ausstellungsgegen­ständen anschaulich darzustellen, ist in dieser Schau vorbildlich gelöst. Die Ausstellung wird noch er­gänzt durch Baumodelle von Lehrerhochschulen und handwerklichen Arbeiten von Studenten.

Krifis -er Kleinen Entente.

Das Vuch eines tschechischen Diplomaten.

Wie sich jetzt herausstellt, hat die Erklärung des rumänischen Außenministers Antonescu, wo­nach ein militärischer Pakt mit Sowjetrußland weder bestehe noch geplant sei, eine sehr interessante Vor­geschichte. Der tschechoslowakische Gesandte in Bu­karest, Jan Seba, hat unlängst ein BuchRuß­land und die Kleine Entente in der W e l t p o l i t i k" erscheinen lassen, in dem die Hal­tung der rumänischen Armee im Weltkrieg sehr weg­werfend kritisiert und die führenden Kreise Rumä­niens als einean glänzendes Leben und Nichtstun gewöhnte Herrenschicht" bezeichnet wird. Diese Schicht habe auch Rumäniens weitere Annäherung an Sow­jetrußland verhindert und zum Sturz Titules- c u s geführt. Die peinliche Entgleisung, die das Buch des Bukarester tschechischen Gesandten darstellt, war bereits inPvlen scharf kritisiert worden. Der Gesandte hatte nicht nur die Innenpolitik Polens kritisiert, sondern in außenpolitischer Hinsicht bedau­ert, daß Polen im Jahre 1919 die sog. Gurzon- Linie abgelehnt habe, durch die Sowjet­rußland und die Tschechoslowakei eine lange gemeinsame Grenze erhalten haben würden. Seba setzte sich offen für eine ge­bietsmäßige Revision zu Ungunften Polens ein, wenn er in seinem Buch erklärte, daß die Frage des Durchmarsches s o w j e t r u s s i s ch e n Mili­tärs nach der Tschechoslowakei durch eine solche Grenzziehungweitaus einfacher wäre". Für

Seba steht der Durchmarschgedanke im Vordergrund, und er versucht, ihn den Rumänen schmackhaft zu machen. Es hat in Bukarest wie auch in Warschau lebhaftes Befremden hervorgerufen, daß das Buch Sebas ein Vorwort aus der Feder des tschecho­slowakischen Außenministers Dr. Krofta enthielt.

Merkwürdigerweise hat der rumänische Außen­minister Antonescu den Gesandten trotz der Ent­hüllungen über den Inhalt des Buches im Parla­ment verteidigt, obwohl er eingestandenermaßen das Buch noch nicht gelesen hatte. Wenn er diese Lek­türe und eine Sellungnahme dazu erst nach seiner tschechischen Reise nachholen will, dann spricht bei ihm anscheinend die Hoffnung mit, daß die ganze Affäre inzwischen durch eine Abberufung des tschechischen Gesandten gegenstandslos wird. Nicht aus der Welt geschasst wird aber die Tatsache, daß auch durch diesen tschechisch-rumänischen Zwischenfall die innere Schwäche der Kleinen En­tente erneut so stark beleuchtet wird, daß ein nam­hafter rumänischer Abgeordneter diesen Verband nur noch eine Illusion" nannte, an der nur noch die Tschechoslowakei hänge. Die Kleine Entente, die in den letzten beiden Jahren eine Reihe von Krisen durchgemacht hat, ist sozusagen das Lebens­werk des jetzigen tschechoslowakischen Staatspräsi­denten Dr. B e n e s ch. Sie wurde 1920/21 als ein politisches Bündnis mit militärischem Rückgrat zwi­schen der Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumä­nien mit der ausgesprochenen Tendenz gegen Un­garn und gegen den Zusammenschluß Oesterreichs und Deutschlands gegründet. Eines ihrer Hauptziele ist die Verhinderung jeder Revision der Friedens­

diktate von 1919 und ihrer Folgen, worauf sich bk drei Staaten schon durch die Marienbader Verträge vom 31. August 1922 verschworen hatten.

Die Verstimmung in Vukarest. Ueberprüfurrg der rumänischen Bündnisse gefordert.

B u k a r e st, 8. Februar. (DNB.) Im rumänischen Senat führte der frühere Ministerpräsident Pro- fessor Jorga eine Reihe von Tatsachen an, aus denen mit aller Klarheit die innerhalb der Kleinen Entente auftretenden Jnteressenverschiedenhetten er­kennbar werden. Professor Jorga erwähnte sowohl den jugoslawisch-bulgarischen Freund­schaftsvertrag wie auch die tschechoslowakische Sowjetpolitik und sprach von Versuchen Jugosla- wiens, über Rom oder auch direkt eine V e r ft ä n - digung mit Ungarn herbeizuführen.Stoja- dinowitsch hat", sagte Jorga, ,Mit Bulgarien einen Vertrag abgeschlossen, ohne uns 3U befragen. Wir können dieses Vorgehen keinesfalls als einen Akt der Loyalität anschen. Wir können weder jene um­armen, die Herr Stojadinowitsch umarmt, noch jenen Schritten folgen, die die Tschechoslowakei seit einiger Zeit in einer bestimmten Richtung macht. Ein Außenminister (Titulescu) hat einmal im Par­lament gesagt, daß wir nicht nur Rumänen, son­dern auch Bürger der Kl einen Entente sind. Wie können wir das fein, wenn nicht die gleichen Auffassungen innerhalb der Klei­nen Entente bestehen?" Ein Bündnis behalte jeden­falls nur dann seine Existenzberechtigung, wenn alle Verbündeten innerhalb der Vertragsgrenzen blieben. Der Führer der National-Christlichen Partei, Professor Cuza, verlangte eine grund­legende Ueberprüfung der rumänischen Bündnisse und hob hervor, daß Rumänien niemals der Tschechoslowakei bei ihrer Annäherung an Sowjet- rußland folgen dürfe.

Der Herausgeber desCurentul", Pamftl Sei« c a r u, stellt fest, daß die Partner Rumäniens, Jugoslawien und die Tschechoslowakei, außenpoli­tisch eigene Wege gegangen seien. Seicaru ver­weist auf die Annäherungspolitik Jugoslawiens gegenüber Deutschland, Italien und Bulgarien, um auch mit einem Blick nach Prag an die keineswegs abgeschwächte Gegnerschaft Belgrad-Mos­kau zu erinnern. In Belgrad und Prag befolge man eine diametral entgegengesetzte Politik. Warum bemühe man sich unter diesen Umständen noch, der Kleinen Ententedie Schminke der Lebensfähigkeit" aufzulegen. Es sei sogar die Frage, ob diese Entente hinsichtlich Ungarns funktionieren könne, eine Zielsetzung, die bei der Gründung dieser Entente im Vor­dergrund stand. Nachdem die Kleine Entente ihren politischen Inhalt verloren" habe, müsse jetzt Rumänien dem Rechnung tragen. Rumänien müsse seine eigenen Interessen schützen und dürfe sich nicht Täuschungen über die Festigkeit der Klei- nen Entente hingeben und sich mitRücksichten auf eine verjährte Politik abmühen".Warum soll Ru­mänien das, was in feiner Außenpolitik tatsächlich schon auf die Passivseite "ehört, auf der Aktivseite weiterführen?" Die Debatte um das Buch Sebas habe Gelegenheit zu einer Klarstellung gegeben. Scharfer Protest aus Warschau.

Warschau, 9. Febr. (DNB.) Das Blatt der polnischen Rechtsopp 'itionABC" erklärt zu dem Buch des tschechoslowakischen Gesandten in Buka- reft, Seba, die polnische Oeffentlichkeit verwahre sich einmütig mit äußerster Energie gegen die unerhörte Einmischung der tschechoflowakischen Diplomatie und werfe die Frage auf, ob bas Buch Sebas die Ansicht der tschechoslowakischen Regie­rung darstelle.Wir sind", so schreibtABC", Freunde der Tschechoslowakei und wünschen, daß sich ihre Politik von freimaurerischen Ein­flüssen befreit. Aber die tschechoslowakische Regierung möge zur Kenntnis nehmen, daß eine Initiative', wie sie Seba ergriffen hat, dazu an- getan ist, die Beziehungen zwischen Polen und der Tschechoslowakei endgültig zu verderben, und daß es keinen Polen gibt, der nicht in einer derartigen Veröffentlichung eine polenfeind­liche Tendenz erblickte. Solange die tschecho­slowakische Politik, von Feinden Polens geleitet, nicht die Rolle Polens in Mittel­europa versteht, kann von einer dauerhaften Besse­rung der Beziehungen zwischen den beiden Län­dern keine Rede fein."

Kurjer Poranny" schreibt u. a., das Buch ent­hülle die polenfeindlicheEinstellungder tschechischen Politik in aller Deutlichkeit. Aus demWerke" Sebas gehe hervor, daß die tschechische Politik die Erlangung einer gemein­samen Grenze mit Sowjetrußland auf Kosten Polens anstrebe. Das Buch Sebas werde auch jenen ausländischen Ignoranten die Augen öffnen, die Polen Vorwürfe machten, daß es keine An­näherung an Prag versuche. Die polnisch-tschechi­schen Schwierigkeiten seien in der tschechischen Po­litik begründet. Polen müsse die Tatsache in Rech­nung stellen, daß ein offizieller Vertreter der Tschechoslowakei sich dafür ausgesprochen habe, Po­len einen Teil seines nationalen Gebietes zu neh­men, ohne das seine Vorgesetzten von ihm abge- rückt seien. Das müsse man im Gedächtnis behal­ten.

Meine politische Nachrichten.

Am 1. Februar betrug die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich 8381 139 gegenüber 8167 957 am 1. Ja­nuar. Im Laufe des Monats Januar ist mithin eine Zunahme von 213 182 Teilnehmern (2,6 v. H ) eingetreten. Unter der Gesamtzahl vom 1. Februar befanden sich 599 750 gebührenfreie Anlagen.

Am Sonntag, dem 2 8. Februar 1937, findet in dem früheren Großen Schauspielhaus, Berlin, eine Kundgebung des Reichstreubun­des statt, auf der Referate des Bundesführers, Gauleiter, Oberpräsident, Staatsrat Schwede- Coburg, des Vertreters des Herrn Reichskriegsmi­nisters und des Bundesführers des Soldatenbundes, General der Inf. a. D. Frhr. Seutter von Lätzen, gehalten werden.

Das tschechoslowakische Preß-Büro wendet sich gegen die Meldung eines Berliner Blattes, wonach in den tschechischen Gefängnissen mehr al5 3000 Sudetendeutsche wegen politischer Delikte inhaftiert seien. Diese Zahl seiunrichtig und tendenziös übertrieben". Leider haben die zuständigen Prager Stellen die Gelegenheit nicht benutzt, dentendenziösen Uebertreibungen" d i e wirkliche Zahl gefangener Sudetendeutscher entgegenzusetzen. Offenbar ist sie so hoch, daß mon es in Prag nicht wagt, die Wahrheit zu veröffent­lichen.