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Dienstag, Y.Zebruar 1957
187. Jahrgang
Nr. 33 Erstes Blatt
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General-Anzeiger für Oberhesten
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Srontfurf am matn 11688 vruck und Verlag: yrühl'sche UniverfilSts Such- und Steindruckerei v. tauge in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe r Mengenabschlüsse Staffel 8
Als im ersten Viertel des Jahres 1919 den tionen bekanntgegeben wurde, wie man sich
Na- auf in und und
Politik des gesunden Menschenverstandes
der sogenannten Friedenskonferenz Versailles die Neugestaltung der Landkarte einiges andere vorstelle, wurden diese Pläne Absichten bei den Völkern der Sieger mit geradezu krankhaftem Jubel, bei uns mit lahmendem Entsetzen ausgenommen. Wir faßten uns an den Kopf und fragten uns, wie ein angeblich gesunder Menschenverstand einen Frieden verteidigen könne, der nicht nur einen, sondern tausend und aber tausend Keime zu neuem Unfrieden in sich berge. Vom gesunden Menschenverstand war bei den anderen allerdings damals und auch noch lange Zeit darnach herzlich wenig zu spüren. Er konnte sich erst wieder Bahn brechen, als der Rausch der Sieger zu verfliegen begann und man in der Gesamtbilanz erkennen mußte, ein wie schlechtes Geschäft die Siegerstaaten doch gemacht hatten, als sie Deutschland und seine Verbündeten in ein Joch zwangen, das nicht nur diese Staaten, sondern schließlich auch die anderen zu drücken begann. So durften wir beobachten, wie sich die Stimmen mehrten, die vom gesunden Menschenverstand sprachen und ihn zur Richtschnur einer neuen europäischen Politik gemacht sehen wollten.
Jahre haben die Regierungen, Jahre haben die Völker Zeit und Gelegenheit gehabt, zu erkennen, was in Versailles angerichtet wurde. Der „Ob- ferner" hält es — rückblickend — geradezu für unglaubwürdig, daß man einem Siebzig-Millionen- Volk eine phantastisch anmutende Schadensersatzleistung abzupressen suchte. Und ebenso absurd sei es, so fährt er fort, daß Deutschland für immer a u f Kolonien verzichten solle. Das Gebot der Stunde laute, daß man sich nun endlich des gesunden Menschenverstandes zu bedienen habe. Das ist ein Wort, das unterstrichen werden soll, eben weil wir in letzter Zeit wiederholt erleben mußten, wie auslegungsfähig doch der so einfache Begriff des gefunden Menschenverstandes ist. Denn was die einen als durchaus klar und zweckmäßig ansehen, ist für die anderen wieder kompliziert und ablehnungsreif. Wir brauchen in dieser Beziehung nur an das internationale Kolonialgesprach zu erinnern, das die merkwürdigsten Gedankenganae zum Durchbruch hat kommen lassen. Sie sind vom Führer in seiner Reichstagsrede schon hinreichend behandelt und gekennzeichnet worden, so daß wir es uns ersparen können, noch einmal auf sie elnzugehen.
Was in der Tat für Europa und für die Welt das Wichtigste und Vordringlichste ist, ist eben eine Politik, die sich von allem frei hält, was sie zu einer Geißel der Völker machen kann. Man sollte sich eigentlich auch sagen, daß man immer nur einmal einen großen und groben Fehler macht, dann aber künftig Fehler zu vermeiden sucht oder aber entstandene Schäden und Nachteile wieder beseitigen hilft. Sonst hat das Wort vom gutnachbarlichen und ersprießlichen Zusammenleben der Nationen keinen Sinn. Und die um uns herumlebenden Völker haben längst gemerkt, daß sie durchaus nicht gut beraten waren, als sie aus dem Frieden eine Angelegenheit der BeuteVerteilung machten, als sie beim Beutemachen kern Matz und kein Ziel kannten und als sie schließlich daran gingen, Deutschland zur Sicherung dieser Beute zu erniedrigen und klein zu halten. Auch hier stimmen mir mit dem „Observer" überein wenn er nachträglich die Fehler von Versailles brandmarkt und gleichzeitig aufzeigt, welche Unterschiede zwischen Deutschland und den übrigen Volkern für alle Zeiten aufrecht erhalten werden sollten. Die Ent Wicklung hat gelehrt, daß man fein Volk au ewig versklaven kann und daß es keine Politik gibt, die noch nach Jahrzehnten mit Methoden zu operieren vermag, die sich schon gleich zu Beginn als fehlerhaft herausstellten. Heute stehen mir an einem neuen Abschnitt europäischer Politik, heute mögen die verantwortlichen Staatsmänner zeigen, ob sie 6 er et sind, aus den Lehren der Vergangenheit die entsprechende Nutzanwendung zu ziehen und mit dem gesunden Menschenverstand an die Lösung der verschiedensten Probleme heranzugehen
Wir kennen diese Probleme und wir wissen, au welchem Gebiet sie zu suchen und zu finden sind. Doch das eine möge man endlich einzufehen beginnen: Es ist unmöglich, sich mit einem Schritt gleichzeitig nach zwei verschiedenen Richtungen zu bewegen und noch unmöglicher ist es, in Europa ein politisches Gebäude zu erdichten, bei dessen Bau Materialien verwandt werden sollen, deren Wurmstichigkeit, Morschheit und geringe Güte längst von allen Sachverständigen bestätigt worden ist. Man gehe vielmehr nacheinander an die Ausräumung bestehender Schwierigkeiten heran und zögere nicht, diese Schwierigkeiten ihrer Wichtigkeit nach zu behandeln. Und man verzichte auch darauf, das eine vom anderen abhängig zu machen, schon weil dabei, wie die Vergangenheit zeigt, am allerwenigsten etwas Vernünftiges herausspringt.
Das weltpolitisch höchst bedeutsame und auch von London vollauf anerkannte Flottenabkommen mit Deutschland wäre niemals zustande gekommen, wenn wir mit einer ganzen Serie von Bedingungen in die Erscheinung getreten wären. Wir haben uns vielmehr in die Lage Großbritanniens hineinzuversetzen versucht, wir haben das getan, was man ein Walten des gesunden Menschenverstandes nennt, und den Engländern ein Angebot gemacht, das sie von mancherlei Sorgen befreite. Wir haben in unferm Verhältnis zu Polen ebenfalls bewußt darauf verzichtet, nun em nut Paragraphen gespicktes Vertragswerk zum Ausgangspunkt einer Normalisierung der beiderseitigen Beziehungen zu machen. Auch mit Italien sind wir
haben, uns unsere Lebensrechte beschneiden zu lassen, weiß alle Welt. Wir werden uns schon zu behaupten wissen. Nur wünschen wir nichts sehnlicher, als eine Selbstbehauptung, die sich im Rahmen ausgezeichneter Beziehungen zu anderen Staaten hält. Wie aber können diese Beziehungen ausgezeichnet sein, wenn der europäischen Politik die wesentlichsten Merkmale des gesunden Menschenverstandes fehlen und wenn wir unter dem Eindruck bleiben, daß man uns weder das Licht der Sonne noch schlechthin unser Dasein gönnt? Wir warten darauf, daß die Gegenseite nunmehr durch die Tat beweist, in welchem Maß sie die deutschen Lebensnotwendigkeiten anzuerkennen gedenkt. rt-
Präsident Lebrun
gegen Mißbrauch der Pressefreiheit.
Paris, 8. Febr. (DNB.) Auf der am Sonntag in Paris abgehaltenen Jahrestagung der Berufsgenossenschaft der französischen republikanischen Journalisten hielt Staatspräsident Lebrun eine Rede, in der er den ernsten Warnruf an die französischen Schriftleiter richtete, die sogenannte Pressefreiheit nicht zu mißbrauchen. Die Freiheit, alles mit V 0 r n e h mH eit und Maß sagen zu dür
fen, sei gut, höchstgefährlich sei es aber, wenn man sich von Leidenschafft und Haß fortteißen lasse. Das sei besonders gefährlich in der heutigen Zeit, wo die öffentliche Meinung so überempfindlich und nervös sei, daß die kleinste alarmierende Nachricht sie aus der Fassung bringen könne. Die französischen Schriftleiter müßten an die verschiedene Handhabung der Pressepolitik in den einzelnen Ländern denken. Auf der einen Seite fungiere so etwas wie ein Orchesterdirigent, der alle Chordinge ohne Mißklang und falsche Note harmonisiere. So erscheine der nationale Wille einheitlicher und machtvoller. Es sei eine Stärke, die dem Lande zugute komme. Dort hingegen, wo der kritische Sinn bis zum Uebermaß entwickelt sei, gehe jeder wohin er wolle. So laufe man Gefahr, daß durch übertriebenen Individualismus alles kompromittiert und die gewollte Wirkung unmöglich gemacht werde. Man solle stets an die bedauerlichen Folgen unbedachtsam oder sogar mit vollem Bedacht ausgegebener Falschmeldungen denken, die die Harmonie unter den Völkern, für die man sich mehr den je einsetzen müßte, und den von allen gewünschten Frieden gefährden könnte.
in ein gutes Verhältnis eingetreten, weil man hüben wie drüben die Vernunft wirken ließ.
Nur so kann man aus dem Zustand der Erstarrung, des unfruchtbaren Nebenemanderlebens und des gegenfeitigeh Mißtrauens herauskommen. Vom Mißtrauen zum Vertrauen hinuberzuwechseln ist, das geben mir zu, keine leichte Sache. Aber wie das Mißtrauen nur zu oft das Ergebnis eurer falschen Einstellung zueinander ist 0 kann das Vertrauen durch klare und rückhaltlose Aussprachen und vor allem durch Anerkennung der Bedürfnisse der in die Unterhaltung eingetretenen Staaten hergestellt werden. Sucht man dem einen mit Macht das vorzuenthalten, was er schon aus Gründen der Lebenserhaltung dringend gebraucht, dann muß der andere daraus schließen, daß Dinge im Werden sind, die ihn unmittelbar im ungünstigsten Sinne berühren. Das Mißtrauen bleibt erhalten, es stellt sich jeder fruchtbaren Aufbauarbeit ^Wir Md^ nun heute nach der Führerrede soweit, daß daran gegangen werden kann, das Mißtrauen abzubauen und den Weg zur G e m ein f cf) a f ts - arbeit freizumachen. Jede Gemeinschaft setzt sich bekanntlich aus Gleichberechtigten zusammen und zur Gleichberechtigung gehört auch das Recht zu leben. Daß mir nicht die Absicht
Letzte Stunden des Grauens
pen besetzten zuerst mehrere Gebäude und Fabriken der äußeren Stadtviertel und säuberten, von dort ausgehend, die Straßenzüge und Häuser, in denen sich einzelne bolschewistische Banden verschanzt hatten.
Kaum hatten sich die siegreichen Truppen in den Straßen Malagas gezeigt, da strömte aus den Häusern die Bevölkerung, Männer, Frauen und Kinder, die in stürmischen Rufen ihrer Freude darüber Ausdruck gaben, nun endlich von der bolschewistischen Schrek- kensherrschaft erlöst zu fein. Bald wehte die rot-gelb-rote Flagge auf der Kathedrale und den Regierungsgebäuden. Gleichzeitig ankerten n a- tiona'le Kriegsschiffe im Hafen, um eine Flucht der Bolschewisten auf dem Seeweg zu verhindern. Aber bereits am Sonntag war im Schutz der Dunkelheit ein Schiff mit Kurs auf Cartagena ausgelaufen, auf dem sich marxistische Rädelsführer befanden um ihr kostbares Leben in Sicherheit zu bringen und die von ihnen Verführten die Zeche zahlen zu lassen. Die Verluste, die die nationalen Truppen bei den Operationen um Malaga erlitten haben, sollen äußerst gering sein. Hingegen sind die Verluste bei den Bolschewisten gewaltig. Sehr groß ist die Zahl der bolschewistischen Gefangenen. Den nationalen Truppen fiel große Beute an Kriegsmaterial in die Hände.
ften angesteckt und geplündert worden. Hier habe ein Mann unter dem Spitznamen „der Oberst" seiner Herkunft nach Barbesitzer, als Leiter einer Abteilung von „Totenwagen" ein wahres Schreckensregiment ausgeübt. Mit diesem Wagen und diesen „Scharfrichtern" sei er täglich nach Malaga gefahren, um sich dort Opfer zu suchen. Nicht weniger als 60 Personen habe er ermordet. ,Eine besondere Greueltat beabsichtigten die bolschewistischen Horden als Schluß ihres Terrors durchzuführen. Sie versuchten nämlich d a s S ch i f f, das mit politischen Gefangenen im Hasen lag und in dem Geiseln seit sieben Monaten eingesperrt waren, in Brand zu setzen. Dieser Versuch ist aber erfreulicherweise fehlgeschlagen.
Ein Einwohner Malagas gab dem Korrespondenten eine Schilderung her letzten Stunden vor
um Malaga mit Dauerfeuer niedergekämpft. Unter dem Schutz dieses konzentrierten Artilleriefeuers gelang dann auch die Ausbootung mehrerer Landungskorps von der Seeseite aus. Da fast im gleichen Augenblick die Malaga umgebenden Höhen von den Landtruppen erstürmt wurden, war schließlich den Roten der letzte Fluchtweg abgeschnitten. Bezeichnenderweise haben die roten Kreuzer, die mit dem Befehl zur Unterstützung von Cartagena ausgelaufen waren, noch nicht einmal den Versuch gewagt, den nationalen Seestreitkräften bei deren Angriff auf Malaga in den Rücken zu fallen, obwohl ein solcher Angriff für die Belagerten eine starke Entlastung hätte werden können.
Wie Malaoa genommen wurde.
Salamanca, 8. Febr. (DNB.) lieber die Einnahme Malagas werden nun Einzelheiten bekannt. Die nationalen Truppen, die am Sonntagabend vor den Toren der Stadt Halt gemacht hatten, verbrachten die Nacht an strategischen Posten, um den eingeschlossenen Gegner am Entkommen zu verhindern. Im Morgengrauen begann dann der A n - griff. Die Bolschewisten verteidigten sich zunächst mit Gewehrfeuer, sehen jedoch bald die Unmöglichkeit ein, den Ansturm der nationalen Streitkräfte aufzuhalten, und flüchteten. Die nationalen Trup-
London, 9. Febr. (DNB. Funkspruch.) Einen erschütternden Bericht von der Blutherrschaft der Bolschewisten in den letzten Stunden vor der Einnahme Malagas durch die nationalen Truppen gibt s’’r Korrespondent der „Daily Mail".Die Bolsch-- n haben geplündert, gemordet und Brandstiftungen verübt: überall habe man Flammen hoch gen Himmel schlagen sehen. Oberst Bvrbvn, der die nationalen Truppen an der Küste kommandierte, habe beschlossen, alles zu wagen, um Malaga so schnell wie möglich einzunehmen, um ein weiteres Hinschlachten von Unschuldigen zu verhindern. Die Zahl der in Malaga von den Bolschewisten Ermordeten belaufe sich auf 13 000. Die Zahl der Opfer aus Kreisen der Intelligenz in Alicante beziffere sich jetzt bereits auf 8000. Auch in Torremolinos, dem schönsten Badeort vor Malaga, seien die herrlichen Villen von den Bolschewi-
General Franco verkündet die Befreiung der ganzen Provinz Malaga von der bolschewistischen Schreckensherrschast.
Jubel in Salamanca.
Salamanca, 9. Febr. (DNB. Funkspruch.) Salamanca, der Sitz des Obersten Befehlshabers der spanischen Nationaltruppen, feierte am Montagnachmittag in stürmischen Kundgebungen d i e Einnahme von Malaga. Sofort nach dem Bekanntwerden der Siegesnachricht begannen die Glocken zu läuten. Auf allen Türmen wurden Fahnen aufgezogen und die Balkone mit den spanischen Nationalfarben geschmückt.
Nachmittags formierten sich die Falangisten, die Carlisten, die Anhänger der spanischen Erneuerung und der katholischen Volksaktion zu einem schier endlosen Zug. Die jubelnden Massen zogen vor den alten Bischofspalast, den Sitz des Hauptquartiers, und verlangten stürmisch den Staatschef zu elfen. Als General Franco endlich auf dem Balkon erschien, brausten ihm nicht endenwollende Jubelrufe entgegen. General Franco verkündete dann, daß nicht nur d i e Stadt, sondern auch die gesamte Provinz Malaga von den nationalen Truppen erobert worden sei. Dieser Sieg sei eine neue Etappe zur endgültigen Befreiung des Vaterlandes von der bolsche- wfttischen Schreckensherrschaft. Der Staatschef schloß: „Wir wollen mit erhobenem Arm das kommende neue Spanien grüßen, das Spanien der Falange und der Requetes (Carlisten)!"
Die Eroberung von Malaga ist insofern von größter militärischer Bedeutung für die nationale Regierung Spaniens, als der weitaus größere Teil der etwa 30 000 Mann nationaler Truppen, die in neun Angriffskolonnen gegen Malaga angesetzt waren, nun als sehr wichtige Verstärkungen entweder für den Ring um Madrid oder für den Angriff auf die südöstliche rote Flottenbasis Cartagena, etwa 300 Kilometer Luftlinie nordöstlich von Malaga, frei werden. Der Fäll Malagas ist dem Zusammenarbeiten von drei Faktoren zu- ^uschreiben: erstens der ausgezeichneten taktischen Vorbereitung, zweitens der großen Schnelligkeit, mit der bk neun Angriffskolonnen konzentrisch vor- tießenVund drittens bet starken Unterstützung ber Landtruppen burch bie nationalen Flottenstreitkräfte. Drei Kreuzer, ein Kanonenboot und zwölf Hilfskreuzer waren von ber Seeseite her angesetzt. Insbesondere hat bie schwere Artillerie der brei Kreuzer bie Verbindungsstraße der Roten unter Feuer gehalten und zum Schluß die Außenforts
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