Schuloereins, Dr. Mayer, ging hervor, daß der innere Aufbau der Organisation durch die Gründung neuer Kreisleitungen in Eisenstadt und in Bregenz vervollständigt worden sei. — Im slowenischen Gebiet Oesterreichs konnten drei neue Schulgebäude und ein deutsches Hehnathaus errichtet werden. Desgleichen wurden zur Erhaltung deutschen Bauernbesitzes im slowenischen Grenzgebiet bedeutende Mittel zur Verfügung gestellt. Dr. Steinacher wandte sich mit Schärfe gegen die immer wiederkehrenden Versuche, dem Streben der deutschen Schutzarbeit andere Beweggründe zu unterschieben, als sie fremde Völker ihrer Schutzarbeit zugrunde legen. Das deutsche Volk achte jedes anderen Volkes Würde, beanspruche aber auch A ch - tung seines Volkstums in fremden Staaten. Seit 1918 sei in dem langen Ringen des deutschen Volkstums int Ausland trotz der heftigen Angriffe nicht in einem einzigen Gebiet dem Gegner der Durchbruch gelungen. Das gebe das Recht, aber auch die Pflicht zum Glauben an die Kräfte des deutschen Volkstums. Dr. Steinacher schloß seine Ausführungen mit einem Wort aus der ersten Schrift über den Heldenkampf der Tiroler
Der Hausarzt als Cheberater.
Ein Kursus des Hauptamts für Volksgesundheit auf der Ordensburg Vogelsang. Durchführung des Ehegesundheits - Gesetzes.
Oer Bischof von Aachen f.
Aachen, 7. Okt. (DNB.) Im Krankenhaus von Monschau starb der Bischof von Aachen, Dr. Vogt, im Alter von 72 Jahren. Bischof Dr. Vogt war schon seit längerer Zeit kränklich. Als ein geborener Grenzlanddeutscher hat er sich bei verschiedenen Gelegenheiten als aufrechter deutscher Mann erwiesen. In der Zeit des Weimarer Systems hat er als damaliger Generalvikar der Erzdiözese Köln die Aechtung der nationalsozialistischen Freiheitskämpfer nicht mitgemacht. Er sorgte dafür, daß der im Dezember 1930 von Kommunisten ermordete junge Nationalsozialist Claus Clemens trotz des allgemeinen Bannstrahls, den die Kirche gegen Nationalsozialisten ergehen ließ, und trotz der Weigerung des örtlich zuständigen Pfarrers eine kirchliche Beerdigung erhielt. Bischof Dr. Vogt hat die Wiedererhebung des deutschen Volkes unter Adolf Hitler von Herzen begrüßt und die Leistungen der nationalsozialistischen Staatsführung im Gegensatz zu manchen anderen hohen Geistlichen immer anerkannt. Er war stets bemüht, ein auch vom nationalsozialistischen Staat gewolltes gutes Einvernehmen zwischen Staat und Kirche herbeizuführen. Seine schwerste Sorge sah er darin, die Stimme seines Blutes und das Interesse seines Volkes mit der Gehorsamspflicht gegenüber der römischen Kirche in Einklang zu bringen. Schon der Ton feiner Hirtenschreiben hob sich oft durch seine Mäßigung von Veröffentlichungen so mancher seiner Amtskollegen ab. Sein Tod ist ein schwerer Verlust für die Grenzbevölkerung der Diözese Aachen.
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Der Führer und Reichskanzler hat dem Domkapitel in Aachen zum Ableben des Bischofs Dr. Joseph Vogt telegraphisch seine herzliche Teilnahme ausgesprochen. An den Bruder des Verstorbenen richtete Gauleiter Grohs folgendes Telegramm: „Empfangen Sie mein aufrichtiges Beileid zum Hinscheiden Ihres Herrn Bruders, Seiner Exzellenz des Bischofs von Aachen, Dr. Joseph Vogt, welchen ich ils nationalen Mann und einsichtigen und gerechten Priester schätzen gelernt habe. Möchten doch viele Priester sich an seiner oft bewiesenen Treue zum deutschen Volk ein Beispiel nehmen."
Frankreichs Aufrüstung zur See.
Der „Figaro" kündigt ein Ban^rogramm von 2,930 Milliarden aü.
Paris, 8. Okt. (DNB. Funkspruch.) Im Haushaltsplan 1938 ist, wie der „Figaro" meldet, eine Flottenbautranche von insgesamt 55 000 Tonnen im Gesamtwerte von ungefähr 2,930 Milliarden Franken enthalten. Doch sollen im nächsten Jahre nur 39 Millionen für eine erste Tranche vorgesehen fein. Geplant sind: 2 Flugzeugträger, ein Kreuzer, 3 Torpedoboote, 3 leichte Torpedoboote, 5 U-Boote und 2 Motorschiffe.
Nach dem Londoner Flottenvertrag von 1936 dürfen Flugzeugträger nicht mehr als23000 Tonnen Wasserverdrängung haben, wahrscheinlich werden die beiden zu bauenden neuen französischen Flugzeugträger nicht ganz diese Tonnage haben. Der Kreuzer „de Grasse" von 8000 Tonnen erhält eine Hauptbestückung von 9 Geschützen zu 15,2 Zentimeter in drei Türmen. Mit der Fertigstellung dieses Kreuzers wird die Zahl der Einheiten dieses Typs auf acht erhöht. Die drei Geschwader- Torpedoboote werden je 1770 Tonnen verdrängen und sollen vor allem als Kreuzer-Begleitschiffe zur Verhinderung von U-Boot- a n g r i f f e n dienen. Die leichten Torpedoboote von je 1000 Tonnen gehören zu einem neuen Typ, von dem bereits drei in diesem Jahre bestellt worden sind. Don den fünf geplanten U-Booten wird eines ungefähr 1500 Tonnen haben, die übrigen vier werden eine Tonnage der zweiten Klasse besitzen. Die Boote sollen ältere im Jahre 1922 auf Kiel gelegte Uboote ersetzen.
Oie Labour-Partei billigt die Aufrüstungspolitik.
' London, 8. Okt. (DNB.) Nach einer erregten Aussprache wurde von der Labour-Konferenz in Bournemouth die englische Aufrüstungspolitik m i t großer Mehrheit gebilligt. Für die Aufrüstung wurden 2169 000 Stimmen, dagegen nur 262 000 Stimmen abgegeben. Die Minderheit wurde
Aka. 550 Aerzte der Gauämter und Verwaltungsstellen des Hauptamtes für Volksgesundheit waren in einem soeben beendeten Kursus auf der Ordensburg Vogelfang zusammengezogen worden, um in die wichtigste Aufgabe der künftigen Volksgesundheitsführung eingeführt zu werden: Positive Be- oölkerungspolitik durch Eheberatung. — Es soll diese Arbeit vornehmlich dem Hausarzt zufallen, der die Familie und ihre Gesundheitsgeschichte kennt und der, ausgerüstet mit den notwendigen erbbiologischen Kenntnissen die künftigen Ehepartner beraten wird, Es ist zur Erreichung dieses Ziels notwendig, daß einmal der Hausarzt, der in der vergangenen Epoche fast schon ausgestorben schien, wieder zum Leben erweckt wird und daß noch vor dem Inkrafttreten des Ehege- sundheitsgesetzes die Aerzte auf ihre Pflichten vorbereitet werden. Der aus Burg Vogelsang erstmalig durchgeführte Kursus soll deshalb mehrfach wiederholt werden.
In seiner Eröffnungsansprache ging der Kursus- leiter Prof. Dr. P a ck h e i f e r auf die geschichtlichen und weltanschaulichen Grundlagen des nationalsozialistischen Rassegedankens ein. Eine besonders wichtige Rolle unter den Maßnahmen der Gesundheitsführung des deutschen Volkes wird in Zukunft zweifellos das Ehegesundheitsge- setz spielen, über dessen Durchführung Dr. Brunk sprach. Es soll einerseits durch rassenhygienische Eheberatung erzieherisch wirken und andererseits die Fortpflanzung Minderwertiger hemmen helfen. Es ist in erster Linie der Hausarzt im besten Sinne, der die Familien, die er betreut, zu rasse- hygienischem Denken und Handeln hinleiten muß. Er muß schon vor der Verlobung die jungen Menschen, deren Erbgut er ja kennt, beraten. Ferner soll der Hausarzt die \ künftigen jungen Eheleute auf ihre Ehetauglichkeit Untersuchen und dem Amtsarzt das Ergebnis einreichen, der daraufhin das Ehetaualichkeitszeugnis ausstellt oder verweigert. Die gesetzlichen Voraussetzungen des Eheverbotes gehen über die Bestimmungen des Sterilisationsgesetzes weit hinaus. Gegen die Versagung der Ehe gibt es das Rechtsmittel der zweimaligen Beschwerde an das Erbgesundheitsgericht sowie das Erbgesundheitsobergericht. Außerdem können die Verlobten an den Reichsminister des Innern oder die von diesem beauftragte Verwaltungsbehörde ein Gesuch um Befreiung vom Ehehindernis richten. Ein Ehegesundheitszeugnis verliert nach sechs Monaten seine Gültigkeit. Wird eine Eheerlaubnis versagt, so kann sie nach sechs Monaten neu beantragt werden. Für Ehen zwischen Deutschen und Ausländern gilt das Ehegesundheitsgesetz nur, wenn der männliche Partner Deutscher Reichsangehöriger ist.
Eine wichtige Zukunftsrolle in der Erbbiologie wie in der Eheberatung wird die Sippenforschung spielen, über deren gegenwärtigen Stand der Leiter des Amtes für Sippenforschung der NSDAP, und der Reichsstelle für Sippenforschung im Reichsinnenministerium Dr. Mayer berichtete. Die Reichsstelle für Sippenforschung hat die Aufgabe, die ihr eingereichten Abstammungstafeln zu prüfen und Abstammungsbescheide zu erteilen. Die
Grundlage ihrer Arbeit bilden die Urkunden. In allen zweifelhaften Fällen werden wissenschaftliche Institute, insbesondere das Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Anthropologie in Berlin-Dahlem, zur Begutachtung herangezogen. Eine besonders umfangreiche und für die Zukunft wertvolle Arbeit ist die photographische Aufnahme der Kirchenbücher. Schon jetzt ist bereits der 60 Teil des deutschen Volkes in den Archiven erfaßt. Die sippen- kundliche Forschung muß in die Betriebe vor- stoßen und den Arbeiter zu gewinnen suchen. Ein vorbildliches Beispiel hat hier die Familie Krupp gegeben, die seit Jahrzeynten die Familienbilder aller Werkangehörigen gesammelt hat und heute wertvollste Unterlagen für die Sippen ihrer Arbeiterfamilien besitzt.
Der Schulungslehrgang brachte Einzelfragen der Vererbung krankhafter Anlagen und ihrer Bewertung für die Eheberatung. Eine große Rolle in der überlieferten Dolksmeinung spielen unter dem Erbkrankheiten die körperlichen Mißbildungen. Hier hat die Forschung gezeigt, daß die Verhältnisse anders liegen. Wie Prof. Kreuz mitteilte, haben 80 v. H. aller Körperbehinderten ihr Leiden nach der Geburt erworben und müssen als erbgesund geltest, soweit sie aus erbgefunben Familien stammen. Nur 20 v. H. solcher Leiden sind angeboren und von diesem wiederum hat die Hälfte im Mutterleib den Schaden erworben. Also dürfen nur 10 v. H. der Körperbehinderten als erbkrank gelten. Es ist also außerordentlich ungerecht, Körperbehinderte ohne weiteres als rassisch minderwertig anzusehen. Am schwierigsten ist die Beurteilung von Erbfragen bei inneren Krankheiten. Prof. Bremer vertrat die Ansicht, daß bei fast allen Infektionskrankheiten die erbliche Gesamterscheinung, der Genotyp, eine große Rolle spielen. Diel und Verschuer haben das an Zwillingen für die Tuberkulose sehr eindeutig nachweisen können. Auch Herz- und Gefäßkrankheiten sind stark in der Erbmasse begründet. Es ist aber meist nicht die Krankheit selbst, sondern eine bestimmte Art des Reagierens der Gefäße auf alle möglichen Reize, die sich vererbt. Bei Magen- und Darm- krankheiten läßt sich der Nachweis der Erblichkeit um so leichter führen, wenn die Krankheit schon in jüngeren Jahren einfetzt. „Magensäure", jener Zustand der Ueberfäuerung des Magensaftes, kann so- viele verschiedene Ursachen haben, daß sehr schwer ihre Erbbedingtheit nachgewiesen werden kann. — In den letzten Jahren ist es gelungen, bei einer ganzen Reihe von Blutkrankheiten den Erbfaktor zu finden, so daß der alte Volksglaube, daß das Blut der Träger der Vererbung ist, eine eigenartige Bestätigung gefunden hat. Bei der perniziösen Anämie, der bösartigen Blutarmut, ist der Erbanteil so groß, daß man die alte Theorie, die Ursache dieser Krankheit liege in körpereigenen Giften, nicht mehr voll gelten lassen kann. Die Tatsache, daß sich die bösartige Blutarmut mit Leber- diät heilen kann, spricht nicht gegen die Auffassung der Erbgebundenheit. — So dürfen bei der Eheberatung auch die Erbanlagen zu inneren Krankheiten nicht übersehen werden.
von Lansbury geführt, der erklärte, daß seine Gruppe gegen alle Voranschläge für die englische Wehrmacht stimmen werde. Der Gewerkschaftsführer Clynes erklärte dagegen, daß „Pazifismus als Politik" der Todesstoß für die Labour-Partei fein werde. Die Ausrüstung sei im Interesse der Arbeiterklasse und der Nation. S a l t e r erklärte, je mehr England aufrüste, um so entschlossener werde Deutschland fein, die ihm zustehenden Rechte durchzufetzen. Es wäre besser, wenn man Deutschland die Hand der Freundschaft entgegenstrecke, gleichfalls abrüsten und versprechen würde, die deutschen Beschwerdegründe freundschaftlich zu erwägen.
DeutscheVolkstumSarbeit imSüdosten
Wien, 5. Oft. (DNB.) Der Deutsche Schulverein Südmark hielt im Beisein des Bundesministers Glaise - Horstenau, des Attaches von Haften in Vertretung des deutschen Botschafters und des Präsidenten des VDA., Dr. Steinacher, seine Generalversammlung ab. I Aus dem Referat des Obmannes des Deutschen
1809: „Die stärksten Heere sind nicht unbesiegbar, unbesiegbar aber ist die Kraft des deutschen Nationalgefühls".
Meine politische Nachrichten.
In dem gestrigen Leitaufsatz „Opfernde Na- t: o n" muß es ungefähr in der Mitte des vorletzten Absatzes natürlich lauten, daß uns kein Opfer z u groß sein kann, das Winterhilfswerk als Born nationaler Energien unversiegbar zu machen.
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Der Reichsminister des Innern hat die Verwaltung der Stelle des Regierungsdirektors der Abteilung für höheres Schulwesen bei dem Oberpräsidium der Provinz Hessen- Nassau in Kassel ab 1. Oktober 1937, zunächst auftragsweise, dem Oberschulrat Kölling in Breslau übertragen.
Aus aller Welt.
Schweres Unwetter in Mittelilalien.
Das Unwetter in der Nacht auf Donnerstag hat in ganz Mittelitalien schweren Schaden angerichtet. Die direkte Eisenbahnlinie Rom—Florenz ist in der Gegend des Trasimenischen Sees infolge großer Ueberschwemmungen unterbrochen worden. Ebenso ist die telephonische und telegraphische Verbindung der italienischen Hauptstadt nicht nur mit den zentraleuropäischen Hauptstädten, sondern auch mit Paris und London unterbrochen gewesen. Rom wurde in den Morgenstunden des Donnerstag von einem mit Wolkenbrüchen verbundenen Unwetter heimgesucht, das an verschiedenen Stellen der Stadt zur Unterbrechung des Straßenverkehrs führte und auch beträchtlichen Sachschaden anrichtete.
Teilhaber und Sparer um eine Million Zloty geschädigt.
In der polnischen Oeffentlichkeit erregt ein raffinierter Bankbetrug des Juden Szaja M ende l s o h n in Lodz großes Aufsehen. Mendelsohn hatte sein Bankunternehmen vor einiger Zeit gegründet und die Spareinlagen dadurch zu steigern versucht, daß er Zinssätze bis zu 24 v. H. jährlich (!) zu zahlen versprach. Jetzt mußte die Bank ihre Zahlungen einstellen, nachdem die Kassierer fest- gestellt hatten, daß nicht nur die Reservekassen leer waren, sondern auch die Konten bei anderen Banken abgehoben waren. Mendelsohn selbst ist mit dem von ihm unterschlagenen Geld spurlos verschwunden. Die Verluste, die die Teilhaber und Sparer durch den Betrug des Juden erleiden, sollen sich auf eine Million Zloty belaufen.
Elf Tote bei einem Autounglück in Niederländisch- Indien.
Bei Semarang (Nioderländisch-Jndien) alitt ein Lastkraftwagen durch Versagen der Bremse einen Abhang hinab. Hierbei raste er in zwei Häuser und zerstörte sie völlig. Elf Personen wurden g e ■ tötet.
Wetterbericht
des Reichswetlerdiensles, Ausgabeort Frankfurt.
Mit dem fortgesetzten Lustdruckfall konnte sich über dem europäischen Festland eine Tiesdruckrinne entwickeln, die auch uns neue Witterungsverschlech- terung gebracht hat. Stärkere Niederschläge sind am Nordrande gefallen, die in den höheren Lagen meist aus Schnee bestanden. Wenn auch bereits Luftdruckanstieg im Gange ist und wir mehr und mehr an die Südseite kommen, so ist doch eine rasche und durchgreifende Besserung noch nicht zu erwarten.
Aussichten für Samstag: Meist dunstig und bewölktes Wetter mit Neigung zu leichten Regenfällen, Temperaturen wenig geändert, schwache Luftbewegung.
Aussichten für Sonntag: Zeitweise aufheiternd, doch keine durchgreifende Besserung und noch immer unbeständig.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit dec
Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
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„Ist die Ernte so gut geraten, daß du dir von ihrem Erlös den Brunnen bauen lassen kannst?"
„So ist es, Herr; doch komm, überzeuge dich selbst."
Im Schein der Lampe stehen wir dann vor der Hauswand, an der die langen Schnüre mit den aufgereihten Tabakblättern hängen.
„Sieh, Herr, die „oberen Hände"/) bei euch „Spätlese" genannt, wie prächtig sie geraten sind," und voll Stolz fährt er fort: „Unser Dorf ist berühmt in der ganzen Welt ob seines Tabakes, und mein Maxoul (Ernte) ist dieses Jahr das beste unseres Dorfes."
Fragend blicke ich meinen Dolmetscher an.
„Es stimmt, es ist aus diesem berühmten Dorf das beste Maxoul, das nach Bremen gehen wird,bestimmt für die Mischung der .SPÄTLESE o/M .'
Als ich DermendJUer erreiche, ist es NachL
Auf einem Hof flackert gespenstisch ein Licht und beleuchtet zwei Männer an einem Gerüst.
Nach welchem Schatz wird hier gegraben?
Nach einem der kostbarsten Schätze hier unten: nach Wasser.
Einen Augenblick später sitze Ich als Gast des Bauern in seinem Hause, trinke den dicken, süßen, türkischen Mokka und esse dazu eingemachte Rosenblätter.
„Wann wirst du das erste Wasser deines neuen Brunnens trinken können?", frage Ich meinen Gastgeber.
„Nicht ich, Herr, werde das erste Wasser trinken, sondern die junge Saat im nächsten Frühjahr; denn der Ernte meiner Felder verdanke ich diesen Brunnen und ihnen gebührt der erste Trunk."


