Ausgabe 
7.12.1937
 
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kühnste und interessanteste Projekt ist die Landver­bindung zwischen Dänemark und Schweden, die schon völlig ausgearbeitet oorliegt. Technische Schwierigkeiten bestehe« gar nicht, nur die einigen hundert Millionen Kronen, die die rund siebzehn Kilometer lange Brücke zwischen Kopenhagen Amager und Limhamn erfordert, stehen bisher der Ausführung im Wege.

Fort mit den Brücken! ist ein Ruf, der in Kopenhagen immer lauter erschallt. Er bezieht sich auf die beiden großen Klappbrücken, die die Stadt nordwestlich des Hafens von dem Insel-Stadtteil Amager trennen. Unzählig sind die Diskussionen und Pläne, die sich mit der Beseitigung dieser ernstesten und unangenehmsten Verkehrsfrage Ko­penhagens beschäftigt haben. Mehrfach wurden große Tunnelbauten, ähnlich dem Hamburger Elb- tunnel, als mögliche Lösungen herangezogen, jedoch wieder verworfen, hauptsächlich auch wegen der Kostenfrage. Der Hafen schneidet die Stadt in Hälften, die Schiffe, die den ganzen Tag über den Hafen durchfahren, schneiden den starken Verkehr unvermittelt ab, die Klappbrücken gehen hoch, und an beiden Seiten stauen sich Autos, Wagen und Fahrräder in solchen Mengen, daß die Letzten manchmal gerade an den Brücken ankommen, wenn sie für das nächste Schiff hochgehen. Die nördliche, die sogenannte Knippelsbro, ersteht jetzt in neuer Schönheit: die alte wird abgerissen, eine neue, breite, hochmoderne ist gebaut und wird im näch­sten Monat dem Verkehr übergeben. Mit herzlicher Anteilnahme haben die Kopenhagener das Ent­stehen des neuen Wunderwerks beobachtet, haben sie selbstverständlich kritisiert, ebenso natürlich gelobt und anerkannt, und alle freuen sich jeden­falls auf den Augenblick, da die Brücke zum ersten­mal ihre beiden großen Klappen öffnen wird, um ein Schiff durchzulassen. Es ist ziemlich sicher, daß dies nur eine Premierenfreude sein wird, denn wenn der Kopenhagener später auf dem Weg ins Theater, fünf Minuten vor Beginn der Vorstellung, zehn Minuten an der Knippelsbro halten muß, weil sie aufgegangen ist, dann wird das Vergnügen über das in Stahl und Kupfer funkelnde Bauwerk erheblich nachlassen.

©er Reichsjugendführer in Teheran.

Teheran, 6. Dez. (DRB.) Reichsjugendführer von Schirach wurde am Sonntag vom iranischen Kaiser Reza Schah empfangen. Später erhielt Baldur von Schirach in der deutschen Gesandtschaft den Besuch des iranischen Erziehungsministers und des kaiserlichen Hofmarschalls, der zugleich die ira­nische Jugendbewegung vertrat. Abends fand ein kameradschaftliches Beisammensein der Teheraner Ortsgruppe der NSDAP, statt. Der Reichsjugend­führer hielt vor nahezu 800 Volksgenossen ein An- und überrreichte der Ortsgruppe im Namen

O. ihre Fahne. Auf Einladung des ira­nischen Unterrichtsministers besuchte der Reichs­jugendführer am Montag das LagerderTehe- ranerJugend. Heber 1000 Jungen in schmucken Uniformen hatten hier einen disziplinierten Lager­betrieb. Mittags gab der Kultusminister im Kron- prinzlichen Palais einen Empfana. Der Minister nannte in einer Ansprache den deutschen Besuch eine willkommene Gelegenheit zur Stärkung der Be­ziehungen von Jugend zu Jugend. Baldur von Schi- rach wies in seiner Erwiderung auf die Gemeinsam­keit erzieherischer Ideale hin. Abends fand ein Emp­fang beim deutschen Gesandten statt.

©er 800. Todestag Kaiser Lothars.

Braunschweig, 6. Dez. (DNB.) Zur Feier des 800. Todestages Kaiser Lothars begaben sich Reichsminister R u st und Ministerpräsident K l a g - g e s in die festlich geschmückte Stadt Königs­lutter in Braunschweig, wo ihnen im Rathause als Ehrengabe Dr. Lüdtkes BuchKaiser Lothar der Sachse^ überreicht wurde. Am Kaiserdom wa­ren die Formationen und Gliederungen der Par­tei angetreten. Der Reichsminister und Minister­präsident Klagges begaben sich, von der Bevölke­rung lebhaft begrüßt, zum Dom. Reichsminister Rust hielt dort eine Ansprache, in der er das Leben und Wirken des großen deutschen Kaisers Lothar würdigte, das gerade im Reiche Adolf Hitlers in feiner Bedeutung voll erfaßt werde. Durch ein Spalier von Fackelträgern begab sich sodann der Reichsminister in Begleitung des Ministerpräsiden­ten zum Grabe des Sachsenkaisers und legte dort einen großen Lorbeerkranz mit den Worten nieder: Wir ehren den deutschen Kaiser Lothar an feinem 800. Todestage mit dem Hitlergruß. Auch er hatte für Deutschland gelebt." Der Lorbeerkranz trug die AufschriftDem deutschen Kaiser Lothar, dem Sachsen. Das ewige Deutschland."

Verheerungen der Maul- und Klauenseuche im Elsaß.

Paris, 6. Dez. (DNB.) Wie der in Straß­burg erscheinendeElsässer" schreibt, zählte man i m Departement Bas - Rhin am 30. Novem­ber 3 6 7 verseuchte Gemeinden, 9888 ver­seuchte Stallungen mit 43 318 erkrankten Rindern (etwa 8000 mehr als am 15. November). Die Sta­tistik für die einzelnen Kreise sieht folgendermaßen aus: Kreis Erftein: 50 verseuchte Gemeinden mit 2532 Stallungen und 10 228 Rindern: Kreis Ha­genau: 43 verseuchte Gemeinden mit 1519 Stallun­gen und 9479 Rindern: Kreis Molsheim: 35 ver­seuchte Gemeinden mit 1151 Stallungen und 10 324 Rindern: Kreis Zabern: 71 verseuchte Gemeinden mit 1386 Stallungen und 3900 Rindern; Kreis Schlettstadt: 27 verseuchte Gemein­den mit 733 Stallungen und 4144 Rindern; Kreis Straßburg: 84 verseuchte Gemeinden mit 2051 Stallungen und 10 687 Rindern und Kreis Wei­ßenburg: 57 verseuchte Gemeinden mit 996 Stal­lungen und 3556 Rindern. Offiziell ist bekannt, daß in der Zeit vom 15. bis 30. November imUn = ter - Elsaß 367 Rinder verendet sind und 514 Rinder n o t g e s ch l a ch t e t werden mußten. Die Gesamtverluste im Departement Bas- Rhin erreichen einen Betrag von 80 Millionen Franken.

Autonome Regierung in ^chanahm.

Schanghai, 6. Dez. (DNB.) Von zuständiger japanischer Seite verlautet, daß am Sonntag in Putung eine autonome Regierung für Groß-Schanghai gebildet worden ist. Sie trägt die BezeichnungTatac" (d. h.: Großer Weg). Zum Oberbürgermeister sei Suhjiwen gewählt worden, zum Kommissar Tschujutschen. Suhsi- wen ist unter dem ersten Staatspräsidenten der chinesischen Republik, Dr. Sunjatsen, Finanz- minister gewesen. Er erklärte nach Ueber- nahme seines neuen Amtes, er verlange Beendi­gung der Feindseligkeiten zwischen China und Japan.

Di-neue autonome Regierung nahm nach ihrer jtonftituierung auch eine neue Flagge an, die auf gelbem Grunde eine Scheibe in den Farben blau und rot zeigt. Extrablätter kündigten die b e - vorstehende Einnahme von Nanking an, nachdem motorisierte japanische Einheiten am Montagabend bereits das. Feftungsvorge- lande von Nanking erreicht haben. Bisher soll nur schwacher Widerstand zu verzeichnen sein. In Jcannng halten Polizei- und Militärpatrouillen die Ordnung aufrecht. Die Stadttore sind geschlossen. Die flüchtende Landbevölkerung versucht, das Nord- ufer des Jangtse zu erreichen.

Kunst und Wissenschaft.

©er Chirurg

Geheimrat Werner Körte *f.

Der Geheime Sanitätsrat Professor Dr. Werner Körte, Obergeneralarzt d.L., Inhaber des Adler­schildes des Deutschen Reiches, ist im 87. Lebens­jahre in Berlin gestorben. Körte war am 21. Ok­tober 1853 in Berlin als Sohn eines Arztes gebo­ren. Nach Studien in Bonn und Straßburg kehrte er in seine Vaterstadt zurück und war zunächst im Krankenhaus Bethanien tätig. Bereits mit 35 Jah­ren wurde er Direktor des neuerbauten Kranken­hauses am Urban. Er ist bis zur Erreichung der Altersgrenze (unter Ablehnung mancher ehrenden Berufung) dieser Wirkungsstätte treugeblieben. Seine Werke über die Chirurgie der Bauchspeichel­drüse und der Gallenwege sind klassische Beiträge der medizinischen Weltliteratur geworden. Aber er mar nicht nurSpezialist", sondern darüber hinaus ein Arzt von umfassendem Wissen, der sich auch ge­rade der Grenzgebiete der Chirurgie und inneren Medizin annahm. Noch als Einundsechzigjähriger ging Körte ins Feld, und viele Schwerverwundete verdanken ihm Leben und Arbeitsfähigkeit. Die Aerzte, die draußen unter ihm arbeiteten, berichten von manchem hoffnungslosen Fall, den er mit sei­ner unvergleichlich sicheren Hand noch gerettet hat. Körte, dessen jüngerer Bruder Alfred übrigens von 1906 bis 1914 als Ordinarius für klassische Philo­logie in Gießen wirkte, war viele Jahre lang Vor­sitzender der Berliner Gesellschaft für Chirurgie und ständiger Schriftführer der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, die ihn zu ihrem Ehrenvorsitzenden ernannte. Aus Anlaß seines siebzigsten Geburts­tages errichtete die Stadt Berlin eine Werner-Körte- Stiftung und an feinem achtzigsten Geburtstag wurde ihm der Adlerschild des Reiches verliehen. Im Gedächtnis vieler dankbarer Patienten wird er weiter leben und die Vertreter der Chirurgie wer­den ihn als Vorbild und großen Anreger in leben­diger Erinnerung behalten.

Erfolgreiche Uraufführung des FilmsDer Biberpelz" in Gegenwart von Gerhart Hauptmann.

Zu Ehren des 75. Geburtstages von Gerhart Hauptmann fand in Breslau die Uraufführung des von derMärkischen Film G. m. b. H." nach des Dichters gleichnamiger Komödie gedrehten Films Der Biberpelz" in Gegenwart des Dichters und seiner Gattin statt. Die Darstellerin derMut­ter Wolffen", Frau Ida W ü ft, der Regisseur Jür­gen v. Alten und der Produktionsleiter Hans v. W o l z o g e n waren zu der Uraufführung nach Breslau gekommen. Der Film fand eine begeisterte Aufnahme. Der herzliche Beifall galt neben der Darstellerin der Frau Wolffen insbesondere auch Heinrich George als Amtsvorsteher von Wehr­hahn.

Aus aller Wett.

Ausfuhrgenehmigung für Heliumgas für die deutsche Zeppelinreederei.

3n der Liste der Ausfuhrlizenzen, die vom ameri- rikanischen Auhenamt monatlich veröffentlicht wer­den, wird mitgeteilt, daß auf Grund einer einstim­migen Empfehlung aller Mitglieder der Munitions- konkrollbehörde 17,9 Millionen kubikfuß heliumgas der Deutschen Zeppelin­reederei zur Verfügung gestellt werden. Diese Menge kann bis 1. November 1938 nach Deutschland ausgeführt werden, sobald die übliche Ausfuhrerlaubnis nach Maßgabe der Vorschriften für die Heliumausfuhr erteilt wor­den ist.

Reichstaaung

gegen den Alkoholmißbrauch.

Der Deutsche Verein gegen den Al- koholrnißbrauch veranstaltete in Verbindung mit dem Hauptamt für Volkswohlfahrt der NSDAP, in Berlin eine Reichstagung. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Professor Dr. Reiter, stellte für die Gesundheitsführung eines Volkes Richtlinien auf: Wertvolle erbbiolo­gische Anlagen müssen nicht durch Umwelteinflüsse geschädigt, weitergegeben werden; schwere minder­wertige Anlagen müssen von der Weitergabe aus­geschlossen werden, und es muß versucht werden, aus mittelmäßigen Anlagen durch eine entspre­chende Gesundheitsführung das, was an Wertvollem vorhanden ist, zu fördern und nicht durch neue Schädigungen weiter zu vermindern. Der Red­ner stellte u. a. folgende praktische Forderungen auf: Enthaltsamkeit der Jugendlichen von Alkohol- und Nikotingenuß bis zum vollende­ten 16. Lebensjahr, ebenso bei Schwangeren und stillenden Müttern, Enthaltsamkeit von Alkohol­genuß bei besonderer Verantwortung, wie z. B. bei der Führung von Fahrzeugen, Verbot der Werbung für Alkohol- und Nikotin­genuß als angeblich krankheitsverhütend und ge­sundheitsfördernd, Kontrolle der Werbung für Al­kohol- und Nikotingenuß durch den Werberat der deutschen Wirtschaft in engster Verbundenheit mit dem Reichsgesundheitsamt und dem Hauptamt für Volksgesundheit, ferner Maßnahmen zur Steige­rung der Erzeugung alkoholfreier Getränke und Erziehung der Jugend zur gesunden Lebensfüh­rung unter starker Einschaltung aller Parteiorgani­sationen und richtunggebender Mitwirkung des Heeres.

Eine neue Hängebrücke entstebt bei Köln.

Die Vorerhebungen für den Bau der Rheinbrücke im Zuge der bereits im Bau befindlichen Reichs- autovahn AachenKöln bei Rodenkirchen find nun soweit zum Abschluß gekommen, daß mit dem Beginn der Bauarbeiten zum Frühjahr des kommenden Jahres zu rechnen ist. Zur Ausführung kommt eine Hängebrücke mit einer größten bis» her in Europa ausgeführten Stützweite von 378 Meter und der Seitenöffnungen von je 94,5 Meter. Die neue Brücke überragt demnach die

Nach der zehnten Asira

Bei der ersten Asira:

So gut schmeckt dieAsira", daß es schwer zu glau­ben ist, sie sei nikotinarm. Dabei ist ein Nikotingehalt von weniger als l°/° beglaubigt. Auch Ihnen wird die Astra" helfen. Sie ist eine echte Kyriazi, vollmundig im Aroma und von hoher Bekömmlichkeit. Ihre

Nikotinarmut ist eine gewachsene Eigenschaft der Tabakblätter, die zurHerstellung Verwendung finden.

Kein künstli­cher Nikotin­entzug. Keine chemische Be­handlung. Da­rum: Für alle FälleAstra"

MIT UND OHNE MUNDSTOCK

Reich an Aroma Arm an Nikotin