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Aus der engeren Heimat.

Drei Kinder im Krofdorfer Wald verlassen aufgefunden.

* Krofdorf, 7. Okt. Am vergangenen Sonntag erhielt unser Dorf auf recht merkwürdige Weise eine Bereicherung seiner Einwohnerzahl um drei Kinder. Junge Leute, die im Walde spazieren gin­gen, brachten aus dem ,Fogel" drei Mädchen im Alter von 6, 8 und 14 Jahren mit, die verlassen aufgesunden wurden. Die Auffindung der Kinder hatte eine Vorgeschichte. Am Donnerstag vergange­ner Woche war in Rodheim ein Landstrei­cher verhaftet worden, der sich bettelnd im Dorfe herumtrieb und bei seiner Festnahme davon sprach, dah im Krofdorfer Forst drei seiner Kinder auf ihn warteten. Daraufhin wurde, allerdings er­gebnislos, der Krofdorfer Forst nach den Kindern abgesucht. Erst am Sonntag konnten die Kinder durch Zufall gefunden werden. Den Mädchen war es nicht bekannt, daß ihr Vater verhaftet worden war. Sie befanden sich in gutem Ernährungszu­stand, waren auch durchaus nicht schlecht gekleidet. Die Kinder wurden zunächst bei einer Witwe im Dorfe untergebracht, inzwischen sind sie von Ein­wohnern des Dorfes vorläufig an Kindesstatt aus­genommen worden. Wie wir von zuständiger Seite hören, scheinen hier zerrüttete Familienverhältnisse vorzuliegen. Die Mutter der drei Mädchen soll in der Richtung nach Marburg weiter gegan­gen sein; auch sie hat, nach den Aussagen der Kinder, Geschwister der Mädchen bei sich. Die Gen­darmerie ist um die völlige Aufklärung der Ange­legenheit bemüht. Die Hilfsbereitschaft der Krof­dorfer Bevölkerung zeugt von schöner Menschlich­keit.

Landkreis Gießen.

D L i ch, 6. Okt. Bürgermeister Geil konnte zwei verdienstvollen Mitgliedern der hiesigen Frei­willigen Feuerwehr, dem Oberbrandmeister Hein­rich Erb und dem Mitglied Karl Will, das von dem Chef der deutschen Polizei, Reichsführer SS. Himmler, verliehene Reichsfeuerwehrehren­zeichen 2. Klaffe überreichen. Die Geehrten gehören schon viele Jahre der Freiwilligen Feuer­wehr an und haben sich große Verdienste um den Aufschwung der Wehr erworben. Auf sein v i e r - ^igjährigesArbeitsjubiläum im Dienste der Brauerei Jhring-Melchior konnte der Obermäl­zer Johannes Stein, Bahnhofstraße 23, zurück­blicken. Aus diesem Anlaß fand in der Wirtschaft von August Hisgen ein Kameradschaftsalbend der

Betriebsgemeinschaft Jhring-Melchior statt. Be­triebsobmann Ernst Drechsler überbrachte die Glückwünsche der Arbeitskameraden, während Brauereidirektor Hans Jhring die Verdienste des Jubilars um den Betrieb zu würdigen wußte. Bei Gesang und Musik verlebten die Arbeitskameraden einige frohe Stunden.

ch L a u t e r , 4. Okt. Die hiesige R S. - Frauen­schaft unternahm eine Omnibusfahrt nach Frank­furt a. M.. Dort wurden die Sehenswürdigkeiten besichtigt. Außerdem stattete man dem Weltflug­hafen Rhein-Main und dem LuftschiffGraf Zep­pelin" einen Besuch ab. Die Kartoffel­ernte geht ihrem Ende entgegen. Sie ist dieses Jahr gut ausgefallen, so daß die Landwirte ihre Keller gefüllt haben und den Rest der Kartoffeln an anderen Orten lagern müssen. Besonders gute Erträge lieferten dieses JahrVoran",Priska" undAckersegen". Während im vorigen Jahre einige Neubauten errichtet wurden, ist in diesem Jahre kein Neubau entstanden, und doch muß man sagen, daß hier rege Bautätigkeit herrschte. Neben Jnstandsetzungsarbeiten und Erweiterungs­bauten haben unsere Landwirte zeitgemäße Dung- stätten und Silos errichtet. Man sieht also, daß unsere Landwirte gewillt sind, an der Erzeugungs­schlacht fleißig mitzuarbeiten.

Kreis Alsfeld.

xp Nieder-Gemünden, 2. Okt. Die Kar­toffelernte ist beendigt. Alle Sorten brachten eine gute Ernte. Dieser Tage fand die D e r- steigerungvonObstan den Provinzialstraßen statt. Eine größere Anzahl Kaufliebhaber hatte sich eingefunden. Es kostete pro Zentner am Baum: Kelterobst 2,50 Mark, Wirtschaftsobst 3,50 Mark, Tafelobst 5 Mark.

Größ ter in einer HolMarenfabrik.

Lpd. Michelstadt (Odenw.), 6. Okt. Aus bis- her ungeklärter Ursache brach Mittwoch früh in der Holzschneiderei der Holzwerke Rexroth- Lynen ein schweres Schadenfeuer aus, das an den leicht brennbaren Holzvorräten reiche Nah­rung fand und sich in kürzester Zeit auf den größ­ten Teil des Fabrikbetriebes ausdehnte. Die sofort alarmierten Feuerwehren aus Michelstadt, Stein­bach und Stockheim setzten alle verfügbaren Kräfte ein, und es gelang ihnen auch, den Neubau der Holzwerke zu retten. Der übrige Teil der Fabrik wurde jedoch völlig vernichtet, zumal starker Wind die Flammen immer weiter über das Werk aus­gedehnt hatte.

Wirtschaft.

Rhein-Mainische Börse.

TNiklagsbörse schwächer.

Frankfurt a. M., 6. Okt. Die Börse eröffnete in vorwiegend schwächerer Tendenz, da dem kleinen Angebot kaum Aufnahmeneigung gegenüberstand, wobei man auf die schwachen Auslandbörsen ver­wies. Weiteres Interesse bestand lediglich für Bank­aktien.

Am A k t i e n m a r k t traten meist Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H. ein. Stärker gedrückt waren Reichs­bank mit 203,25 (205). Von Montanaktien verloren Hoesch im Zusammenhang mit niedrigeren Dividen­denschätzungen 1,50 auf 126,50, Klöckner gaben 0,90, Mannesmann 0,75 v. H. ab. Etwas höher lagen Ilse Genuß mit 139,75 (139). Von Montanwerten gingen Daimler auf 140,50 (141,50), Adlerwerke Aleyer auf 116,25 (116,50) zurück, von Maschinen­aktien Rheinmetall auf 150,75 (151,50), Eßlinger unv. 122,50. Am Chemiemarkt ermäßigten sich JG.- Farben auf 164 (164,65), Rütgerswerke auf 149,65 (150). Der Elektromarkt war stark vernachlässigt und zunächst ohne Notierungen. Im einzelnen sttzten Westdeutsche Kaufhof mit 59 (59,50), Bemberg mit 147,50 (148,50), Holzmann mit 155,75 (155,50) und Feldmühle Papier mit unv. 145 ein.

Am Rentenmarkt war das Geschäft etwas lebhafter. Reichsaltbesitz erreichten wieder 128,75 (128,55), Reichsbahn-VA. gewannen 0,13 v. H. auf

128,25. Kommunal-Umschuldun-g hatten bei unv. 94,90 größeren Umsatz, gingen aber später auf 94,80 zurück. Am Pfandbriefmarkt wurde kleine Nachfrage zu unveränderten Kursen befriedigt. Liquidations­pfandbriefe schwankten bis 0,25 v. H. Industrie- Obligationen lagen uneinheitlich, 5 v. H. Verein. Stahl 101,50 (101,75), 1947er und 1951er do. je unv. 100,50, 4,50 v. H. Krupp unv. 99, 6 v. H. IG.-Far­ben 132,13 (132). Stadtanleihen notierten unver­ändert. Für Länder- und Provinzanleihen zeigte sich etwas Rückfrage.

Im Verlaufe blieb das Gefchäft klein. Teilweise bröckelten die Kurse noch etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ab, die Mehrzahl blieb auf dem Anfangsstand be­hauptet. Die später notierten Werte kamen meist bis 1 v. H. niedriger zum Kurs, Elektroaktten waren vorwiegend gut behauptet, schwächer aber Siemens mit 213,75 (216). Nach unten stärker verändert waren ferner Metallgesellschaft mit 152 (154,25), Goldschmidt mit 143,75 (145) und Kali Westeregeln nach Pause mit 116,50 (118,25). Von Großbank­aktien erhöhten sich Commerzbank auf 120 (119,50), die übrigen lagen unverändert. Weiter erhöht waren auch Effektenbank mit 86,75 (86,50) und von Jn- dustriewerten Knhlgrund Ei enbahn mit 28,50 (26,50) rep.

Im Freiverkehr wurden u. a. genannt: Bür­bach Kali 72 bis 72,50, Els. Bad. Wolle 83,50, Schuh Berneis 76,25, Ufa 74, Rastatter Waggon 62 und

Großalmerode Thon 114 bis 116 sowie Geiling Sekt 74. Tagesgeld unv. 2,50 v. H.

Abendbörse still.

Der Abendbörse mangelte es an Aufträgen, so daß die Umsatztätigkeit denkbar kleinsten Umfang hatte. Indessen übten die erneut schwachen Aus­landsbörsen keinen Einfluß auf die Kursentwick­lung aus, lediglich die Unternehmungslust war sehr gering. Bei größtenteils nominellen Notierungen war die Haltung behauptet. Etwas schwächer lagen Bemberg mit 146,50 (147,50), Demag mit 149,75 (150,50), Conti Gummi mit 187,75 (188,25), Holz­mann mit 155,25 (155,75), Gesfürel mit 153,50 (154) und Nordd. Lloyd mit 85,50 (85,90). Von Montan­werten lagen Buderus mit 124,75, Mannesmann mit 122,90 je 0,13 v. H.

Irankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M 7. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1302 Rinder (347 Ochsen, 171 Bullen, 512 Kühe, 272 Färsen), 577 Kälber, 150 Hämmel, 107 Schafe, 225 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kal­binnen) 35 bis 44, Kälber 36 bis 65, Hämmel 30 bis 50, Schafe 20 bis 45, Schweine 51 bis 55 Mk. Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zu­geteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 6. Okt. Es notierten (Ge­treide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 204, W 16 207, W 19 211, W 20 213, Roggen R 12 189, R 15 192, R18 196, R19 198 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste, Futterhafer. Wei­zenmehl Type 812 W 13 29,00, W 16 29,10, W 19 29,10, W 20 29,45, Roqgenmehl Type 1150 R12 22.45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 18 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Wei­zenkleie W 13 10,75, W 16 10.90, W 19 11,10, W 20 11.20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlen- station. Soyaschrot, Palmkuchen, Erdnuß­kuchen, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeuger­station, Trockenschnitzel, Heu, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,00 bis 3,30.

Schweinemarkt in Schotten.

* Schotten, 6. Okt. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 195 Ferkel und Läufer­schweine zum Verkauf aufgetrieben. Es verblieb geringer Ueberstand. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 12 bis 14 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 15 bis 18 Mark, 10 bis 13 Wochen alte 19 bis 22 Mark, Läufer 30 bis 32 Mark.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 o H.

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß- kurs

Schluß!. Abend­börse

Schluß- kurs

Schluß!

Mittag- börse

Datum

5.10.

6.10-

5.10.

6.10

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927

4% Deutsche Reichsanl. von 1934 *y2% Deutsche Reichsschatzanwet-

101,5

98,75

101,5

98,8

101,4

98,8

4Yi% Deutsche Reichsschahanwet- sungen von 1935, II. Folge ...

47i% Deutsche Reichsichatzanwei- sungen von 1936, III. Folge ..

57i% Doung Anleihe von 1930 ..

47i% Hesiische Bolksstaal von 1929 47i% Deutsche Reichspostschatz von

1934 1......................

99,4

99

100,25

99,3

99

100,25

100,4

99,4

99

100,25

100,5

47i% Deutsche ReichSbahnschah

Von 1936 I..................

99,65

198.55

99,65

99,65

__

128.75

128,5

128,8

Öberhessen Provinz-Anlethe

Ohiälnf =fRerhten ... ......

mit

4yz% Hess. LandeSbk. Darmstadt

Goldpse. R. 12..............

99,5

im .75

99,5

101.5

6y2% Hess. LandeS-Hyp.-Bank

Ltgu. Goldpse...............

_

<y2% Preuh^ Landespsdbr.-Anst.

99,5

98,75

47i% Preuß. Gold-Komin. R. 20 47i% Darmstädter Komm.-Lan-

98,13

135

99,75

98,5

101,9

101,65

111,1

98,25

135

Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe

| I

4y2% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 »y2% Franks. HYP. Gold-Komm.

Obi. 2 3..................

6y2% Franks. Hyp. Liquidation

99,75

98,5

101,75

INI.75

6y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse.....................

101,75

Steuergütschein-BerrechnungSkurs

111,1

S.G. sür Verkehrswesen .... 6ft

Hamburg-Südain. Dainpsschiss. 0

Hamburg-Amerika Paket......0

Norddeutscher Lloyd..........0

Deutsche Reichsbahn Dorz.-Att. 7

129

86

86,75

128,13

128,25

85,5

85,5

128,25

129,25

46,25

85,9

86,25

128,13

128,75

85,5

85,5

128,25

Retchrbank................. 12

Berliner Handelsgesellschaft . 6%

Commerz- und Prioat-Bank... 5

Deutsche Diskonto............6

Tjrpähn-r Rank___........... 4

205

119,5

125

114.5

203,25

120

125

114,5

Devlfe

204,9

135,5

119,5

125

114,5 nmarfl

204,25

Berlin

5. Oktober

6. Oktober

Amtliche».

Gelt

touerune 'Brei

Amtliche Notierung (fiele | Bnei

Buenos Aires.............

0,747

41,97

0,153

47,00

55,03

47,00

12,325

5,455

8,222

137,62

13,09

0,751 42,05 0,155 47,10

55,15 47,10 2,355 5,465 R 01R

0,747 41,96

0,153 47,00 55,03 47,00

12,325 5,455 8,202

137,62

13,09

0,751 42,04 0,155

47,10 55,15 47,10

12,355 5,465 8,218

137,90 13,11

Brüssel...................

Rio de Janeiro............

Solen....................

Kopenhagen...............

Danzig..................

London....... ....

HelsingsorS................

Parts....................

Holland..................

137 9(1

Italien...................

13,11

Frankfurt a. M

Berlin

Schluß­kurs

Schlußk. Wend börse

Schluß- kurS

Schlußk. Mittag­börse

Daium

5.10.

6.10-

5.10.

6.10.

AccumulatoreN'Fabrtk......

14

225

225

223

225,5

Aschaffenburg Zellstoff......

.. 6

144,25

143

144,75

143,25

Bemberg.................

.. 0

148,5

146,5

148,25

147

Bekula...................

.. 8

168

168,25

168

167,75

Buderus Eisen.............

.. 5

125,5

170,25

124,75

124,5

124,5

Gement Heidelberg.........

.. 7

170,25

dement Karlstadt ..........

.. 6

Conti Gummi.............

12

188,5

187,75

189,5

187,5

Daimler Motoren..........

ey,

141,5

140,5

141,5

140

Dessauer Gas.............

.. 4

122,75

121,25

Deutsche Erdöl............

.. 5

152

150,75

152

151

Deutsche Gold- und Silber ..

.. 9

262

262,5

Deutsche Linoleum.........

10

164

164,75

164

165

Elektrische Lieferungen......

.. 6

132,9

132,25

132,9

132

Elektrische Licht und Kraft...

.. 7

155

155

155,25

155

I. G. Farben-Industrie.....

.. 7

164,65

164

164,75

164,13

Felten & Guilleaume.......

.. 6

135,5

135,5

135,5

135

Gesfürel..................

.. 7

153,75

153,5

154

153,25

Th. Goldschmidt...........

.. 6

145

144

145,15

143,75

Gritzner Maschinen.........

. 0

51,75

51,75

52,83

52,65

Harvener.................

»'/, sy2

177,4

177,5

172

177,75

Hoesch Eisen...............

128

126,75

127,5

127

Philipp Holzmann.........

.. 8

155,5

155,25

155,75

155,13

Ilse Bergbau..............

.. 6

166,5

167,75

Ilse Genüsse..............

.. 6

139

140 25

139

140,65

Kali Aschersleben..........

.. 4

118,25

118,5

118

Klöcknerwerke .............

47i

132,25

131

131,75

130,75

Kokswerke und Chemische Fabrik 7

159,5

159

Lahmeyer................

.. 6

126,5

127

127,5

127,5

Mainkraft.................

.. 4

96

95,5

»

Mannesmann.............

47i

123,5

122,9

123,75

123

Mansfelder Bergbau.......

.. 7

153,5

154,5

153,5

Metallgesellschaft...........

.. 8

154,25

152

153,75

151,5

Orenstein & Koppel........

.. 0

113,25

113

Rheinische Braunkohle......

. 12

230

230

230

230

Rheinische Elektro..........

.. 6

126,5

126,5

Nheinstahlwerke............

.. 6

152,75

152,75

152,75

152,9

Rheinisch-Westfälische Elektro

.. 6

132

132

132

132

Rütgerswerke .............

.. 7

150

149,65

149,5

149,13

Salzdetfurth Kali..........

.. 6

165

165

164

Schuckert S Co.............

.. 7

170,25

169 5

178,75

169,5

Schultheis Patzenhoser......

.. 4

96,75

95,5

Siemens & Halske.........

.. 9

216

213,75

216,25

214

Süddeutsche Zucker.........

. 10

203

203

202,25

202

Bereinigte Stahlwerke......

471

117,5

117,5

117,4

117,13

Westdeutsche Kaufhof.......

.. o

59,5

59

59,4

59

Westeregeln Alkali..........

.. 4

116,5

118

116,25

Zellstoff Waldhof ..........

Olavi Minen..............

.. 6 . 0,6

156

32

156

32,13

155,5

32,13

155,25

Frankfurt a M.

5. Oktober

6. Oktober

Amtliche Nvlieruua

Amtliche Noneiung

Gelt

Bries

Ge't

B".

Japan....................

0,718

0,720

0,718

0,720

Jugoslawien ..............

Oslo. ...................

5,694

61,95

5,706

62,07

5,694

61,95

5,706

62,07

Wien.....................

48,95

49,05

48,95

49.05

Lissabon..................

11,195

11,215

11,195

11.215

Stockholm ................

63,55

63,67

63,55

63,67

Schweiz..................

57,27

57,39

57,27

57,39

Spanien..................

16,98

17,02

16,98

17,02

Prag.....................

8,701

8,719

8.701

Budapest.................

Neuvork..................

2,490

2,494

2,490

2,494

Roman von Bernhard Lonzer.

Urheberrechtsschutz:

Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68.

35 Fortsetzung (Nachdruck verboten.)

Gott sei Dank! Das war ja die reine Schwitz­kur. Aber ein Gutes hat die Geschichte wenigstens: ich bin um mindestens zehn Hüftzentimeter Ichlan- ker geworden."

Was dir wirklich nicht schaden kann. Mr übri­gens auch nicht", stöhnte der Bassist, der ebenfalls zumeisernen Inventar" des Theaters gehörte. Aber eine anständige Tasse Kaffee oder einen Schoppen Wein hätten wir eigentlich verdient. Wie denkst du darüber?"

Einstimmig angenommen! Erst aber mal eine Neuigkeit: Gloria Rettner ist wieder da"

Gloria Rettner? Hier bei uns?"

Nein, aber ganz in der Nähe. Ich traf Wolfers­dorfs gestern abend im Theaterrestaurant. Du be­sinnst dich doch noch auf ihn? Der Freund des Rennreiters, der damals der sogenannte Glückliche war. Wie er mir erzählte, hat sie durch einen Autounfull das Augenlicht verloren und sich nun hier operieren lassen. Von wem, wirst du natürlich nicht erraten."

Natürlich nicht."

Von dem kleinen Achenbach, weißt du? Wir nannten chn so, weil er uns immer ein bißchen dauerte. Er war ja schon damals eine vielver­sprechende Persönlichkeit, aber eben noch ein bißchen jung und in Liebesdingen gänzlich unerfahren."

Ich erinnere mich sehr gut. Er wurde viel be­neidet und im stillen auch viel bedauert."

Mehr bedauert gls beneidet. Die beiden paßten ja auch durchaus nicht zueinander. Achenbach war viel zu schweres und gehaltvolles Blut für Glorias Temperament. Aber nach Wolfersdorffs Erzählun­gen scheint sie ihr Herz für ihn wieder entdeckt zu haben, obwohl sie verheiratet ist. Sie soll übrigens noch schöner geworden sein."

Gloria? Sprecht ihr von Gloria Rettner?" mischte sich die Soubrette ein, die im Vorbeigehen Glorias Namen gehört hatte.

Jawohl. Das interessiert dich, wie? Ihr beiden Sterne habt ja damals immer ein bißchen auf Kriegsfuß gestanden. War natürlich zu verstehen."

Ach, das ist lange vergessen. Aber was ist denn mit ihr?"

Na, kommt nur erst mal, sonst kehren sie uns hier aus. Ich erzähle unterwegs/

Fast um dieselbe Zeit stand Gloria am Telephon. Bruckner hatte angerufen. Nur widerwillig war sie dem Ruf gefolgt. Ihr erster Gedanke war gewesen, ihm sagen zu lassen, sie sei krank. Aber dann mußte man damit rechnen, daß er kommen würde. Und das nein, nur das nicht! Nur das jetzt nicht!

Ich mache mir Sorge, Gloria", sagte Bruckner. Du hast mir seit einer Woche nicht geschrieben. Warst du krank?"

Nein. Nicht eigentlich krank. Aber was soll man immer schreiben, man erlebt ja hier nichts."

Aber Gloria, muß man denn immer erst etwas erleben, um schreiben zu können?"

Na ja ich bin eben nicht in Stimmung. Es liegt so ein Druck auf mir. Das sind vielleicht die Nachwirkungen. Du mußt mir Zeit lassen."

Ich will ja auch Geduld haben, Gloria, wenn es mir auch schwer fällt. Es wird gewiß so fein, wie du sagst. Deine Stimme klingt ja ganz müde. Und doch bin ich glücklich, sie wieder mal zu hören."

Ja doch, aber es ist immer so unangenehm, sich an den Apparat rufen lassen zu müssen."

Aber Gloria...!" klang es vorwurfsvoll zurück. Wenn ich nur wüßte, was mit dir ist! Aber wenn du erst wieder zu Hause bist, wird es schon anders werden, nicht wahr? Ich kann es kaum noch er­warten. Wann kommst du denn nun? Ist es wirk­lich notwendig, daß du noch bleibst?"

Ja, es ist notwendig. Acht Tage noch. Höchstens vierzehn. Oder"

Oder? Was denn?"

Ach, ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll. Manchmal denke ich, wir werden uns vielleicht über­haupt nicht wiedersehen."

Ja, aber, Kind um Gottes willen wie kommst du denn bloß auf solche Gedanken? Was ist denn nur los? Sag' doch nur!"

,Zch weiß nicht. Mir ist nur so. Ja, Rolf, sag': wenn es so wäre, wenn wir uns nicht wiedersehen würden, würdest du mir ein gutes Andenken be­wahren?"

Sekundenlang war es still im Apparat. Dann kam Bruckners Stimme gepreßt und im Ton höch­ster Sorge wieder.

Gloria um Gottes willen das ist ja furcht­bar. Nein, jetzt muß ich sehen, was mit dir ist. Das kann ich jetzt nicht mehr verantworten. Ich komme, Gloria. Ich fahre mit dem nächsten Zuge. Und ich nehme dich mit nach Hause. Wenn du noch

der Aufsicht bedarfst, kann Doktor Hollbrinck dich weiter behandeln. Gefahr ist ja nicht mehr."

Glorias Stimme hatte sich mit einem Male ver­ändert.

Nein, Rolf, laß das", wehrte sie ab.Du machst dir wirklich unnötige Sorge. Ich bin dumm, schreck­lich dumm. Ich ängstigte dich nur. Es ist wirklich nichts. Es ist nur die Einsamkeit, die einen auf dumme Gedanken bringt. Man kommt sich hier ja vor, als ob man lebendig begraben wäre. Aber die paar Tage halte ich es schon noch aus. Und du auch, nicht wahr? Mach dir also keine Gedanken, es ist wirklich nicht notwendig."

Es dauerte eine Weile, bis Bruckner llch wieder beruhigt hatte und Gloria aufatmend den Hörer wieder anhängen konnte.

Nach der Aussprache mit Stefan war es ihr klar geworben, daß es keine Hoffnung mehr für sie gab, und daß es am besten war, unverzüglich aozu- reisen. Aber nach Hause fahren, $u Bruckner? Jetzt, in dieser Stimmung? Sich von ihm umsorgen und mit Zärtlichkeiten überschütten lassen? Undenkbar! Ganz und gar unmöglich! Das mußte zur Explosion, zur Katastrophe führen. Nein, man mußte erst wieder ruhiger werden, mußte sich erst darüber klar werden, ob man diese Ehe jetzt noch würde er­tragen können. Vielleicht würde es nicht anders werden, denn man war bei Bruckner gut aufge­hoben. Man wurde von ihm geliebt und verwöhnt wie von keinem anderen Menschen. Aber man mußte erst wieder ruhiger werden und mit klarem Verstände denken können. Man hatte ja auch nüch­tern gerechnet, als man ihn geheiratet hatte, und die Rechnung hatte sich bisher ja nicht als falsch erwiesen. Bisher...!

Nein, Bruckner in dieser Stimmung gegenüber- autreten, mar ein Ding der Unmöglichkeit. Einen Augenblick hatte Gloria daran gedacht, vorläufig zu einer Freundin au fahren und sich dort ablenken und wieder in Ordnung bringen zu lassen. Aber das mochte sie mit Rücksicht auf Bruckner nicht tun, sie hätte ihm ja keinen vernünftigen Grund dafür nennen können. Es blieb ihr keine andere Wahl, als hier noch auszuharren. Und vielleicht war es gut, daß man noch blieb. Vielleicht brachte einen die Entwicklung hier am leichtesten wieder zur Vernunft. Wenn es auch eine sehr, sehr schmerz­hafte Kur werden würde.

Am Nachmittag traf sie mit Wolfersdorfs zu- jammen. Sie wollte an ihm vorübergehen, aber er blieb stehen und sprach sie an.

Einen Augenblick, Frau Konsul!"

Zögernd blieb sie ebenfalls stehen, ohne ihm aber nahe zu kommen. Ihr Gesicht ermutigte nicht

gerade zu einer Unterhaltung. Sie lag immer ge­wissermaßen auf der Lauer vor ihm, und ihre aügenblickliche Stimmung war erst recht nicht ge­eignet, freundschaftliche Gefühle für ihn aufkommen ZU lassen.

Aber Wolfersdorfs ließ sich durch ihre abweisende Miene nicht stören.

Ich habe nämlich Grüße auszurichten, Frau Konsul", sagte er mit seinem aufreizend vertraulich- spöttischen Lächeln.

Glorias Stimme klang eisig.

Grüße? Mir? Ich wüßte nicht, von wem."

Don guten alten Bekannten. Ich traf Brendler, den Tenorbuffo, gestern abend zufällig. Er ist noch immer beim Stadttheater und hat sich riesig ge­freut, von Ihnen zu hören."

Und Ihnen war es natürlich eine Wonne, von mir erzählen zu können, nicht wahr?"

Ja, sollte ich das denn nicht? Es war doch selbst­verständlich. Und es hat Brendler, wie gesagt, riesig interessiert. Er würde sich freuen, wenn er Sie mal wiedersehen könnte. Er hat übrigens Gerda Holm geheiratet. Dann sind noch ein paar alte Bekannte da, Reutter, der Bassist, Dina Engler und so weiter. Es könnte ein fröhliches Wiedersehen werden. Hätten Sie nicht Lust? Wenn Sie Begleitung für wün­schenswert halten, würde ich mich gern zur Ver­fügung stellen."

Gloria warf den Kopf zurück.

Danke. Ich bin jetzt nicht in der Stimmung, alte Erinnerungen und Bekanntschaften aufzufrischen."

Damit ließ sie ihn stehen. Nein, sie mochte von der Vergangenheit nichts hören und sehen. Man hatte andere, wichtigere Dinge im Kopf.

Irgendwo ging hinter ihr eine Tür. Sie hörte Stefans Stimme, hörte Annelore etwas erwidern. Eine Sekunde stockte ihr Schritt. Mit zusammen- aepreßten Lippen ging sie dann weiter in ihr Zimmer.

Der starke Frost der letzten Tage hatte nachge­lassen. Rein und klar war die Winterluft. Wie eine amethystfarbige gläserne Glocke stand der Himmel Über der abendlichen Weite, über und über besät von funkelnden Goldlichtern der Sterne.

Ein Wagen glitt die Landstraße dahin. Stefan hatte im Aerzteverein einen Vortrag gehalten. Gleich nach der Aussprache war er wieder aufgebrochen. Man hatte ihn noch zu einem gemütlichen Schoppen zurückhalten wollen, aber er hatte abgelehnt. Jede Stunde war jetzt kostbar, jede Abendstunde, die er in Annelores Gesellschaft verbringen durfte.

Fortsetzung folgt