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MüWsMGW!

Roman von Bernhard Lonzer.

Urheberrechtsschutz:

Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68.

9 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Ein geheimes Pochen saß ganz tief in Annelore. Schon ist jeder Tag...!" O ja, es mußte schön sein, Stefan nahe fein zu dürfen So ganz ohne Wunsch. Nur mit dem Wissen: du darfst ihm helfen, du bist doch zu etwas nütze. Nein, nichts durste zu schwer sein. Man war ja älter und reifer geroor« den in diesen Jahren.

Suse hatte sie mit keinem Wort in ihren ®e- danken gestört. Sie wußte, was in der Freundin vorging. Und jetzt kamen ihr beinahe Bedenken. Sie hatte es gut gemeint, aber war es wirklich richtig, hier ein bißchen Vorsehung spielen zu wol- len? Brachte man Annelores Herz nicht erneut in Gefahr? Konnte man das wirklich verantworten?

Groß und klar richteten Annelores Augen sich jetzt auf die Freundin.

Es ist lieb von dir, daß du dabei an mich ge­dacht hast, Suse. Und wenn du mit deinem Vetter sprechen willst, ich würde die Stellung gern an­nehmen."

Suse atmete auf.

Das freut mich, Annelore. Nur die jetzige Assistentin wohnt mit im Schloß, du würdest auch dort wohnen müssen ich weiß nicht, ob dir das recht sein würde, ob es überhaupt möglich sein würde, deiner Mutter wegen."

Annelore überlegte kurz.

Nun, vorläufig ist ja mein Bruder noch zu Hause. Und wenn ich nach auswärts gehen müßte, dann müßte es ja auch gehen. Schließlich bin ich dort doch immer in der Nähe meiner Mutter."

Schön. Da kann ich dir auch verraten, daß ich schon Vorsorge getroffen habe, damit du dich dort auch wohlfuhlen kannst. Ich habe heute vormittag mit Stefans Großvater gesprochen. Du wirst neben­bei so ein bißchen das Haustöchterchen sein. Und du erwirbst dir zweifellos ein Verdienst, wenn du ihm das Leben ein bißchen behaglich machst und überhaupt ein wenig Sonne in den alten grauen

Aus her engeren Heimat

von

sie warm.

nämlich in

Annelores

Kasten bringst. Daran fehlt es dort erster Linie."

Ein schwaches Lächeln zog über Gesicht.

Ein prächtiger alter Herr", sagte Ich habe ihn immer sehr verehrt."

3a, das ist er. Und ich bin überzeugt, daß ihr euch ausgezeichnet verstehen werdet. Er erinnert sich deiner übrigens noch sehr gut."

So... Aber findest du nicht, daß du dich eigent­lich schon ziemlich stark ms Zeug gelegt hast?"

"Nun ja, für alle Fälle. Mit Stefan kann man über diesen Punkt doch nicht reden. Er ist ja beinahe ein Sonderling geworden. Seit damals..."

lieber Annelores Gesicht zog abermals ein schatten.

waren sie am 5. Mai 1937 bei ihren Onkel einge- ftiegen und hatten diesen ebenfalls verhauen. Zwei Angeklagte hatten bei dieser Gelegenheit den An­gegriffenen schwer bedroht.

Die Berufungsoerhandlung vor der Kleinen Strafkammer, die in Vilbel stattfand, ergab im- wesentlichen dasselbe Ergebnis wie in erster In­stanz. Das Gericht verurteilte W. und G. R. zu einer Gefängnis st rafe von je 9 M o - n a t e n; den Vater F. R. zu einer Geldstrafe von 100 Mark evtl. 20 Tage Gefängnis und den K. W. zu einer Gefängnisstrafe 6 Monaten.

Nun ja, ich möchte schon. Aber wenn dein Vet­ter noch gar keine Ahnung hat sieht das denn nicht ein bißchen aufdringlich aus ...?"

Aber wieso denn? Er wird es ganz in der Ord­nung finden. Er ist ja selber für rasches Handeln. Da brauchst du dir keine Gedanken zu machen."

Da stimmte Annelore zu.

Schön ist jeder Tag...!"

Die Melodie lag ihr noch in den Ohren, als sie dann wieder davonfuhren.

Suses Gatte war unterrichtet, es bedurfte also keiner besonderen Erklärungen. Das Abendessen ver­lief in sehr angeregter Stimmung. Suse beobachtete Annelore wiederholt im stillen. Sie war zufrieden» Die leise Erregung, in der sich Annelore befand, machte sie noch anziehender.

Kurz nach acht brachen die Freundinnen wieder auf. Rasch glitt der elegante Wagen im Schein der Straßenlaternen durch die Stadt. Bald lagen die letzten Häuser hinter ihnen. Leichter, nebliger Dunst wogte über der Landstraße. Ein paar Feldscheunen standen im Dunkel.

Nach wenigen Minuten bog der Wagen in die alte Pappelallee ein, die in schnurgerader Richtung nach dem Schlosse führte.

Immer deutlicher hob sich der wuchtige, trotzige Bau aus dem ungewissen Licht heraus, schwer und düster wirkend. Beängstigend schwer und düster, fand Annelore, die mit einem Male eine heftige Beklemmung spürte. Mitten in einem wogenden Wolkenmeer schwamm gerade über dem Schlosse der bleiche Mond, dessen fahles Licht beinahe etwas Schicksalhaftes hatte.

Etwas Schicksalhaftes, dem man nicht ausweichen konnte, dem man ausgeliefert war, im Guten oder im Bösen. Ja, so war es wohl... Oder sollte man in letzter Minute sagen: Anhalten, Suse! Um­kehren! Ich kann nicht! Ich will nicht! ...?

Aber Annelore brachte kein Wort über die Lip­pen. Mit dem eigentümlichen und untrüglichen Empfinden, das manchen Menschen eigen ist, fühlte sie, daß dies graue, düstere Schloß ihr Schicksal lein würde, daß die nächste Stunde über ihr Schick­sal entscheiden würde irgendwie...

wuchtig wie eine aufgereckte, ungeheure Faust tauchte jetzt der trotzige Turm vor ihnen auf. Im zweiten Turmgeschoß war Licht, wie Suse mit raschem Blick feststellte. Annelore gewahrte es nurl

Unser täglich Brot.

Äon profeflor Dr. Surfer, Direktor des physiologischen Instituts der Universität Gießen.

undeutlich, da glitt der Wagen schon durch das mächtige Eingangsportal.

Im gleichen Augenblick, als man ausgestieaen war und Annelore wieder festen Boden unter sich spürte, fiel die schwere Beklemmung von ihr ab. Noch war es ihr zwar, als ob sie eben etwas ganz Schweres und ganz Unbegreifliches erlebt hätte, und diese Vorstellung erschien ihr mit einem Male merk- würdig, beinahe lächerlich sogar. Aber sie hatte auch das Gefühl, als ob aus dem fremden Boden unter ihren Füßen eine geheimnisvolle Kraft auf sie überströmte. Eine Kraft, die sich nicht mit Worten beschreiben ließ, die sie aber in jedem Nerv, jedem Muskel, jedem Blutstropfen zu fpsiren meinte. Und das war zweifellos ebenso merkwürdig.

Sie kam nicht dazu, weiter darüber nachzu­denken.

So,nun los zum Sturm auf die Höhle des Löwen!" ließ Suse sich vernehmenDas heißt, zu­nächst werden wir mal bei dem alten Herrn ein- fallen. Stefan scheint nämlich ausgerechnet heute! bereits in seinem Arbeitszimmer zu fein. Das schadet aber nichts."

Warum sie immerStefan" und nicht ,mein Dttter" sagt! dachte Annelore, während sie dem Eingang zuschritten. Ich werde auch immerSte­fan" denken müssen, nichtHerr v. Achenbach". Nur so für mich. Ob das wohl gut ist?

Sie fliegen den geroölbeärtigen Aufgang hinauf. Annelore sah sich mit interessierten Blicken um

Sonderbar!" sagte sie.Das kommt mir alles fo merkwürdig bekannt vor. Als ob ich schon vor Hunderten von Jahren hier gelebt hätte."

Schon möglich", lächelte Suse.Vielleicht hast du m einem früheren Leben schon mal hier gehaust. Dann wärst du also gerade die Richtige für das graue, verstaubte Nest hier. Es liegt nämlich un­glaublich viel Staub herum. Ueberall. Das ganze Schloß ist davon voll. Kein Schmutz etwa, wohl­verstanden! Ist foaar alles blitzsauber. Innen und außen. Auch die Menschen hier. Ich meine den etaub der Jahrhunderte, den Staub der Bergan- genheit^ Aber du wirst ihn schon wegblasen, Anne- lore Mußt nur die Lungen richtig voll Kraft und Luft nehmen. Nicht nachlassen, Annelore! Das mochte ich dir in diesem Augenblick noch sagen."

Annelore schwieg. Ader ein eigentümliches Licht stand in ihren Augen.

Fortsetzung folgt.

Erwachsene begnügen sich dabei mit drei Mahl­zeiten, Kinder und alte Leute brauchen mehr, aber weniger umfangreiche.

Diese so ausgedachte und bann beschaffte Nahrung muß nun entsprechend ^ub ereilet werden. Da­zu ist eine nicht zu kleine, Helle und gut ausgeftattete Küche erforderlich, dieVier-Quadratmeter-Küche einzelner moderner Architekten" ist ein Unbing; bie Minberwertigkeil bes Essens wirb vielfach auf Wohnungsnot zurückgesiihrt, eine Not, ber der neue Staat ja möglichst zu steuern sucht.

In ber Küche muß eine Hausfrau malten, bie ihre Tätigkeit als eine Kunst empfindet, die Kultur eines Volkes äußert sich nicht zuletzt in feinen, chen und deren Erzeugnissen. Jedes junge Mädchen sollte hier eine gründliche Schule durchmachen und eher kochen als sonstige Frauenkünste lernen, was volkswirtschaftlich auch insofern begründet ist, als 80 o. H. des Geldumlaufs durch die Hausfrau gehen und der größte Teil dieses Geldes für die Küche Verwendung findet. Ein weltweifer Mann wie ber Philosoph Kant, der auf gute Kost bedacht war und in der Kochkunst viele Kenntnisse hatte, bie er burch Unterhaltung mit Damen zu vermehren suchte, meinte, ein junges Mäbchen würbe sich bei ihrem künftigen Mann mehr Achtung unb Liebe erwerben,

Am gestrigen Montag gegen 13 Uhr ereignete sich im Vogelsberg auf ber Lanbstraße von Stum - pertenrob nach Ulrichstein ein schweres Autounglück, bem leiber ein Menschenleben zum Opfer siel. Dort befanb sich ber Kommanbeur bes Bübinger Bataillons, Oberstleutnant Theurich, in Begleitung seines Abjutanten, Oberleutnant Pastor, auf einer Dienstfahrt nach Ulrichstein. Auf ber schmalen unb zum Teil auch nicht in bester Verfassung besinblichen Lanbstraße verlor ber Fah­rer bie Herrschaft über bas Fahrzeug, bas gegen einen Baum rannte unb sich bann mehrmals über­schlug. Dabei würbe Oberstleutnant Theurich so schwer verletzt, baß ber Tob auf ber Stelle ein- trat, währenb Oberleutnant Pastor mit schwe­ren inneren Verletzungen bem Kranken­haus in Schotten zugeführt werben mußte. Sein Befinben war heute morgen ben Umständen ent» sprechenb gut.

Landkreis Gießen

Leihgestern, 7. Sept. Ihre silberne Hochzeit können am morgigen Mittwoch, 8. Sep­tember, ber Lanbwirt Otto Dem unb Ehefrau Emma, geb. Hartmann, Rathausslraße 49 banier, unb ber Eisenbahn-Rangiermeister Wilhelm A r - n o l b V. unb seine Ehefrau Marie, geb. Wallbott, Rathausstraße 77 bahier wohnhaft, begehen.

^ Staufenberg, 6. Sept. Heute sammelte bie hiesige Schule brei Eimer Brombeeren, die ber NSV. zur Verwertung übergeben würben.

vv§. Großen-Buseck, 6. Sept. Die hiesige Freiwillige unb bie Pflichtfeuerwehr würben biefer Tage einer großen Prüfung unterzogen. Zu früher Stunbe metbete Dberbranbmeifter Harbach bem Kreisfeuerwehrsührer Bouffier (Gießen) bie an­getretenen Wehren. Beibe Wehren zeigten zunächst in Gruppen unb bann unter bem Kommanbo von Dberbranbmeifter Größer bas Fußexerzieren im Zuge. Dabei ließ bie Wehr erkennen, welch biszi» pünierter Geist in ihren Reihen herrscht unb mit welch zähem Willen die Führung der Wehren an ber Arbeit war. Dann zeigte bie Freiwillige Feuer­wehr ein Geräte-Exerzieren, bas ebenfalls zur vollsten Zufriebenheit verlief. Im Anschluß an biese Vorführungen fanb ein Vorbeimarsch nach ben Klängen bes Spielmanns- unb bes Musikzuges statt. Im weiteren Verlauf ber großen Prüfung schritt man zu einem großangelegt'en Branbangriff auf bas Gebäube ber Zigarrenfabrik Rinn & Cloos. Es würbe dabei angenommen, baß eine Wasser­leitung nicht vorhanden sei. Man entnahm deshalb bas Wasser ber etwa 200 Meter entfernten Wieseck. Auch biese Hebung, bei ber etwa 300 Meter Schlauch ausgelegt werben mußten, würbe in allen Einzelheiten mustergültig ausgeführt. Gleichzeitig zeigte sich, baß bie von der Gemeinde angeschaffte Motorspritze allen 2Infuruerungen c.ltspricht. Zum

Er trägt wohl immer noch daran?" wagte sie einen leisen Vorstoß.

Nein, Gott sei Dank nicht!" erklärte Suse be­stimmt.Ich habe ihm bei der ^Geburtstagsfeier auf ben Zahn gefühlt unb bin überzeugt, baß feine 2Int» mort burchaus ehrlich war. Er benkt nur noch mit Verachtung an biese biese Frau."

Annelores lange, bunkle Wimpern sanken herab.

Das ist ja sehr erfreulich für ihn.. "

Das ist es. Leider aber steht unser Geschlecht seitdem nicht gerade in Gunst bei ihm. Er muß erst einmal die Erfahrung machen, daß wir nicht alle über einen Kamm zu scheren sind. Und ich hoffe, oatz diese Zeit einmal kommen wird. Das nur nebenbei, damit du dich nicht über seine Eigen-

wunderst und nichts Persönliches darin er­blickst.

Sie nahm einen Schluck aus ihrer Tasse.

Da werden wir die Sache also gleich heute abend in Ordnung bringen. Den entsprechenden Ur» Iafd)eUr ^be Xd) D°n ^iner Mutter ja in der

TÖie denn?" sah Annelore mit weiten Augen wieder auf.Ich soll...?"

30®°!)! bu sollst. Wir essen bei mir zu Abenb unb dann fahren wir hinaus. Stefan ist doch nur abends zu sprechen. Und man soll so etwas gleich in Ordnung bringen. Warum denn erst das lange 9n boch als Mittelsperson nun

überflüssig. Das Weitere ist eure Sache. Sprecht euch darüber aus ja ober nein Dann weißt du wenigstens gleich Bescheid. Und Stefan auch Ab­gemacht also, nicht wahr?"

CD Ettingshausen, 6. Sept. Dieser Tage un­ternahmen die Schüler der hiesigen O d e r k l a s s e eine zweitägige Omnibus fahrt in die Rhön. Die Kinder hatten schon seit längerer Zeit, wie all­jährlich, in ihrer Reisekasse einen schönen Betrag zusammengespart, außerdem hatte bie Gemeinbe in anerkennenswerter Weise einen bemerkenswerten Zuschuß bewilligt. Die Fahrt führte die Klasse über Fulba in bie Rhön. Zunächst würbe bie Milseburg bestiegen. Das war für bie Kinber ein herrliches Erlebnis. Auf ber Wasserkuppe, bie an biesem Tage leiber keinerlei Flugbetrieb aufzuweisen hatte, wür­ben bie in ber Hermann-Göring-Halle besinblichen Segelflugzeuge eingehenb besichtigt unb auch ber nahegelegenen Pelztierfarm ein Besuch abgeftattet Dann gings nach Gersfelb, wo in ber schönen Ju» genbherberge, in ber Hochbetrieb war, Quartier bezogen würbe. Der zweite Tag war ber Besichti­gung bes Kreuzberges geroibmet, ber von Hasselbach aus über bie Kniebreche bestiegen würbe. In Ober­weißenbrunn stand dann ber Omnibus zur Heim­fahrt bereit, ber bie Ausflügler u. a. auch nach Salzschlirf brachte, wo bie überaus prachtvollen Blumenanlagen gebührenb bewunbert würben. Es war eine herrliche Fahrt unb zugleich ein unvergeß­liches Erlebnis für alle, bie milgefahren rohren

<xd Langsborf, 6. Sept. Die große Trocken­heit bieses Sommers hat sich sehr nachteilig für bie von ber Gemeinde unternommene Fischzucht ausgewirkt, die in dem vor dem westlichen Flügel unseres Waldes gelegenen Gemeinde-See be­trieben wird. Da dieses stehende Gewässer nur eine geringe Tiefe Hal, war bie Verbunstung bes Wal­sers in biesem heißen Jahr sehr groß. Es bestand die Gefahr, baß sämtliche Fische eingingen. Darum hat man ben See abgelassen und ausgefischt. Die Fische wurden zur weiteren Pflege in einen Teich beim Albacher Hof gebracht. Die Gemeinde Halle im Frühjahr 1936 600 Stück Setzkarpfen (Spiegel­karpfen) in das Wasser gelassen. Jetzt wurden 554 Stück ausgefischl mit einem Gesamtgewicht von 1426 Pfund. Die Zucht halte sich also in fünfviertel Jahren sehr gut entwickelt. Es war nicht nur die Zahl der eingegangenen Fische sehr klein 46 Stück auch die lebenden zeigten gute Zunahme, indem Fische bis zu 4 Pfund gefunden wurden. Der See enthielt außerdem eine beachtliche Zahl von Schleien.

<55 Weickartshain, 6. Sept. Am Mittwoch, 8. September, feiern Molkereibesitzer Karl Seim und Frau Pauline, geb. Schombert, bas Fest ber silbernen Hochzeit. Am 9. September wirb ber älteste Einwohner unseres Dorfes, Hermann Theiß, 81 Jahre alt.

Und endlich muß auf das Individuum, dem

die Mahlzeit zugedacht ist, Rücksicht g e n o m - j wenn "es ihm nach'vollbrachter Arbeit eine wohl- men werden, über den Geschmack aber ist bekannt», schmeckende Schüssel ohne Musik als eine schlecht- lich nicht zu streiten. Das Essen aber muß schmecken. | schmeckende mit Musik vorletzte. (Schluß folgt.)

macht. Hier kann man Aeußerungen lesen wie: Der Mensch ist doch kein Nußknacker" oberDie Rohkostkuren enben im Krankenhaus". Soviel ist sicher, baß Rohkost viel Gutes für sich hat, baß aber Uebertreibungen zu unterbleiben haben, greifen boch fanatische Aerzte auf biesem Gebiet, ba sie mit Rohkost allein nicht mehr ausfommen, zu Helio-, Psycho- unb anbern Therapien.

Don ganz besonderer Bebeutuna beim Entwurf bes Maylzeitplans aber ist, auf Abwechslung bebacht zu sein, bas Schema F ist hier bejonbers verderblich. Phantasie und guter Wille, Anleitung durch gute Kochbücher müssen immer was Neues auf ben Tisch zu bringen suchen. Die lebende Sub­stanz ist eben ein Different!aljyslem, das auf Aende- rungen viel besser reagiert als auf konstante Ein­wirkungen. Die Hofs d'oeuvre der französischen unb bie zahlreichen Supven, Mehl- unb süßen Speisen ber Wiener Küche haben hier viel für sich.

Nundiunkprogramm

Mittwoch, 8. September.

6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8: Zeitangabe. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäberkonzert. 10: Schulsunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 12.30: Mittagskonzert. 13: Nach­richten, auch aus bem Senbebezirk. 13.15: Mittags­konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Neues zur Unter­haltung. 15: Volk unb Wirtschaft. 16: Unterhaltungs­konzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Unser sin- genbes, klingenbes Frankfurt. 20 bis 20.10 aus Nürnberg: Reichssendung: Nachrichten. 20.10 bis 22 aus Nürnberg: Reichssenbung: Reichsparlei- tag Nürnberg 1 93 7 vom KbF.-Fesl- begmn von ber Eröffnung ber Ausstellung: Nürnberg, bie beutsche Stabt" vom Vorbeimarsch ber HJ.-Bannfahnen vor bem Führer vom Appell bes Reichsarbeitsbiensles mit Melbung unb An­sprache bes Reichsarbeilsführers Hier! unb ber Rebe bes Führers. 22 bis 22.20 aus Nürn­berg: Reichssenbung: Nachrichten. 22.20: Kamerab, wo bist bu? 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik.

bracht unb in 29 Fällen wurde verwarnt. In ber Berichtswoche wurde eine verhältnismäßig große Anzahl von Fußgängern zur Anzeige gebracht, und zwar 11. 71mal erteilte die Polizei an Fußgänger Verwarnungen.

** Freie Lehrer st eilen. Erledigt sind: eine Lehrerslelle für einen evangelischen Lehrer an ber Volksschule in Arnshain, Kreis Alsfelb; Dienst- wohnuna ist vorhanben; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an ber Volksschule in Berns­burg, Kreis Alsfelb; Dienstwohnung ist vorhan­den; eine Lehrerslelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Ober-Gleen, Kreis Als­feld; Dienstwohnung ist vorhanden. Bewerber müssen das 27. Lebensjahr vollendet lind die son­stigen nach dem Deutschen Beamtengesetz erforder­lichen Voraussetzungen erfüllt haben.

** Rückständige Krankenkassen-Bei- träge bezahlen! Die Allgemeine Ortskranken­kasse für Stadt- unb ßanbfreis Gießen forbert zur Bezahlung ber rütfftänbigen Beiträge vom August bis zum 10. September auf.

©icßener Wochenmarktpreise

* Gießen, 7. Sept. Auf bem heutigen Wochen- marft kosteten: Deutsche seine Molkereiouller, Yi kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Malte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier, beutsche, Klasse A 12^, Wirsing, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 6 bis 9 Mark, Weißkraut, kg 8 Pf., 50 kg 5 bis 6 Mark, Rotkraut, kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 8 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 18 bis 25, gelb 18 bis 25, Tomaten 12 bis 18, Zwiebeln 8 bis 10, Pilze, 45 bis 50, Kartoffeln, neue, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,50 Mark, Frühäpfel, % kg 10 bis 25 Pf., Fall­äpfel 5 bis 6, Brombeeren 30 bis 33, Preiselbeeren 35, Birnen 5 bis 20, Zwelschen 10 bis 15 P^, Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Ps., Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 9 bis 10, Salalgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1% bis 3, Endivien 9, Oberkohlrckbi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Ra­dieschen 8 bis 10 Ps.

Kleine Strafkammer Gießen.

Vier Leute aus Köppern F. R. und seine beiden Söhne, sowie K. W. waren vorn Amts­gericht Friedberg wegen Beleidigung, Körperver­letzung und Bedrohung zu Gefängnis st rasen von 1 Jahr bis 2 Monaten verurteilt worden. Sie halten am 3. Mai 1937 einen anderen überfallen und verhauen und ihm beim Weglaufen noch schwer beleidigende Aeußerungen zugerufen. Außerdem

3. Fortsetzung*.

Zu 3: Die Nahrung soll nicht nur qualitativ richtig zusammengesetzt und quantitativ ausreichend, sie soll auch appetitreizend sein, wozu die schon erwähnten Duft- und Schmeckstoffe dienen. Auch das Kochsalz gehört bis zu einem gewissen Grad hierher, doch darf es nicht etwa die Minder­wertigkeit verdorbener Nahrungsmittel verdecken. Endlich ist die Art der Darreichung der Nahrung, die Umwelt, in der die Nahrung bargeboten wird und die Stimmung derer, für die sie bestimmt ist, nicht ohne Einfluß.

Zu 4: Die Nahrung soll preiswert sein: hier sorgt der neue Staa< dasür, daß sie es ist. Auf ein Volkskochbuch, das von Professor Dr. H. Kraut, Cläre Kraut und Ilse Große-Brauckmann heraus­gegeben wurde und das auch mit einem Vorwort des Präsidenten des Reichsgesundheitsamtes Prof. Reiter versehen ist, sei besonders hingewiesen. Auf die Verwertung der Küchenabfälle muß in diesem Zusammenhang auch Bedacht genommen werden.

Wie nun die so beschaffene Nahrung zu einer Mahlzeit zusammenstellt, zubereitet und bargeboten werben soll, um sich physiologisch günstig auswirken zu können, bas fei im folgenben bargetan.

Bei ber Zusammenstellung hat man sich baran zu erinnern, daß ber Kern ber Mahlzeit ein biologisch hochwertiges Eiweiß sein muß, wie es in ber Milch unb im Fleisch enthalten ist. Es ist aber gut, wenn ein solches Nahrungsmittel in Stoffen Vorläufer hat, bie zur Sekretion bes Magensaftes anregen, wie in Fleischbrühe ober Suppen, bie auch noch bas Lösungsmittel Wasser liefern, in bem sich die nun folgenden chemischen Reaktionen bei der Verdauuno abspielen können. Um ben Kern ber Mahlzeit haben sich bann noch Nahrungsmittel zu gruppieren, die besonders Kohlehydrate und Fette, bieSatelliten" ber Eiweißkörper, unb ferner Salze unb Würzslofse enthalten.

Was baspreiswert" betrifft, so hat man sich daran zu erinnern, baß alle menschliche Nahrung auf Pflanzen zurückgehl unb die Ernährung über den Tierkörper ein Umweg unb bamit teurer ist. Dem ist aber schon insofern Rechnung getragen, als ja nur ein Drittel ber Kost aus tierischen, zwei Drittel aus pflanzlichen Nahrungsmitteln bestehen soll. Da nun von tierischen Nahrungsmitteln die Mllch immer noch das billigste unb zweckmäßigste ist, so wird man an reichliche Verwenbung ber Milch unb ber Milcherzeugnisse, wie Trockenmilch, Kernmilch, Quart unb Käse, benfen müssen. Fleisch ist zwar teurer, aber als eiweißreiche Nahrung auch sehr wirkungsvoll, spricht man boch gerabe bem Eiweiß eine spezifisch bynamische, ben Stoffwechsel besonbers sleigernbe Wirkung zu. An ben bie Energie spenbenben Teil ber Mahlzeit, ber aber nicht aus einem Uebermaß von Kartoffeln bestehen fyirf, soll sich bann eine Nachspeise anschließen, bie angenehme Gmpfinbungen auslöst unb so bie weitere Verbauung förbert, in gegenwärtiger Zeit beson­ders Obst. Bei Darreichung von Fleischbrühe ober Suppen ist weiteres Getränk, abgesehen von heißen Tagen unb körperlicher Arbeit, nicht erforberlich. Wem unb anbere geistige Getränke sollen als Ge- nußmittel nur bei besonderen Gelegenheiten in Be­tracht gezogen werden unb babei eher für bie Abenb- als bie Mittagsmahlzeil, ber finanzielle Auf- roanb bafür ist unverhältnismäßig groß.

Bei ber Erwägung, ob bas Essen kalt ober warm, roh ober gekocht bargeboten werben soll, spielt bie Jahreszeit eine Rolle, wie trefflich munbet an heißen Tagen eine kalte Fleischbrühe unb wie sehr wärmt uns an kalten Tagen eine heiße. Die Frageroh oder gekocht" ist in den letzten Jahren mit bem fanatischen Einsetzen man­cher für bie N o h k o st viel erörtert worben, aber diese Frage ist ja an sich nicht neu, sonbern nur durch bas Auffinben ber Vitamine, bie zum Teil nicht hitzebestänbig find, neu beleuchtet worben. Un­physiologisch unb unökonomisch ist es jebenfalls, bie ganze Ernährung mit Rohkost bestreiten zu wollen, ba biese mit vielen Ballaststoffen versehen ist, eine längere Essensbauer beansprucht, unter Umftänben infiziert unb zubem bei geringem Sättigungswert teuer ist, uns auch vom Auslanb noch abhängiger

* Teil I in Nr. 188 vom 14. August; Teil II in Nr. 191 vom 18. August; Teil III in Nr. 194 vom 21. August.

Schweres Autounglück IM Vogelsberg. Abschluß hielt Kreisfeuerwehrführer Bouffier am Gerälehaus Kritik unb sprach ben Mannschaften seine vollste Anerkennung aus. Er ermahnte bie Feuerwehrmänner, auch weiterhin in gleichem Geiste zum Dienst an ber Allgemeinheit bereit zu sein.