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tes gegeben. Es erscheine ihm ganz besonders wert­voll, daß er sich durch die dauernde persönliche Füh­lungnahme mit dem Recht suchenden Publikum, wie es im Lande Baden von jeher Uebung war, und seit den letzten Jahren auch durch die regen dienst­lichen und persönlichen Beziehungen zu allen maß­gebenden Vertretern der Partei tiefen Einblick in das Denken, Wollen und Fühlen der breitesten Dolkskreise habe verschaffen können. Mil der Ein­führung des neuen Strafrechts und mit der vor­aussichtlichen Lockerung der strengen oerfahrens­rechtlichen Bindungen ständen alle, die strafrecht­lich arbeiten, vor Aufgaben von besonderem Aus­maß.

Hygiene im Betrieb.

V. A. Der Nationalsozialismus hat der Arbeit einen neuen Sinn gegeben. Das Ziel ist daß sie nicht mehr als Fron empfunden wird, sondern jedem Volksgenossen wirklich Freude bereiten soll. Vorbedingung ist, daß die äußeren Arbeits­bedingungen entsprechend gestaltet werden. Manche Fabrikbetriebe und Werkstätten sind noch grau und häßlich, viele entbehren sogar der not­wendigsten hygienischen Einrichtungen. Zu diesen gehören vor allem Wasch - und Baderäume, in denen sich die Gefolgschaft gründlich reinigen kann. So ist der Aufklärungsfeldzug, den das R e i ch s a m tSchönheit der Arbeit" un­ter dem MottoSaubere Menschen im s a u b er e n Betrieb" veranstaltet, lebhaft zu be­grüßen. Es gilt, die schon zum Allgemeingut ge­wordene Erkenntnis von der Wichtigkeit hygieni­scher Körperpflege auch im letzten Betrieb durch Einbau zweckmäßiger sanitärer Anlagen zu ver­wirklichen. Grundsätzlich verdient das Waschen i n fließendem Wasser (Waschrinnen, Wasch- brunnen oder Dusche) den Vorzug vor dem in stehendem (Waschbecken). Zur schnellen und aus­reichenden Erwärmung des Wassers eignet sich neben anderen Energiequellen das Gas, für dessen Anwendung die Industrie fein regelbare und leicht zu bedienende Geräte entwickelt hat. Sie werden dazu beitragen, daß jeder schaffende Deutsche am Feierabend sauber und frisch seine Arbeitsstätte ver­läßt.

Kleine volitiscbe Aackrickten

Der Führer und Reichskanzler hat dem hessischen Maler Geheimrat Prof. Dr. Karl Bantzer in Marburg (Lahn) aus Anlaß seines 80. Geburtstages am 6. August 1937 mit Urkunde vom gleichen Tage die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.

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Eine Wiener Zeitung weiß zu melden, daß sich Reichsaußenminister Freiherr von Neurath demnächst nach Vorarlberg begeben wird. Wie wir dazu erfahren, handelt es sich um einen kurzen rein privaten Ausflug des Reichs­außenministers, der seinen Erholungsurlaub in Württemberg verlebt, in das benachbarte oorarl- bergische Geoirge.

Reichsleiter Dr. Ley erlitt am Donnerstag auf der Fahrt vom Münchener Flughafen zur Stadt einen A u t o u n f a l l, bei dem er sich einen Bruch des rechten Armes zuzog. Dr. Ley und ein bei dem Unfall mitverletzter Radfahrer fanden in einem Münchener Privatkrankenhaus Aufnahme.

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Der deutsche Botschafter Dr. Dieckhoff wurde vor Antritt einer kurzen Reise nach Deutschland vom Präsidenten Roosevelt in Audienz emp­fangen.

Abenteuer am Meru-Berg.

Ostafritanische Reiseskizzen.

Von Hauptmann a. O. Cordt von Brandts.

Einen seltenen Siegeszug haben die Diesel- Wagen der MAN. (Maschinenfabriken-Augsburg- Nürnberg) hier in Ostafrika angetreten. Eine ihrer Hauptoertretungen sitzt in Aruscha, der Provinz- tadt des gleichnamigen Bezirkes. Aruscha ist ein reundliches Städtchen, das 1400 Meter über dem Meere am Fuße des 4550 Meter hohen Meru- Berges gelegen ijt. Die große Straße von Kairo nach Kapstadt führt über Aruscha und eben hier, an der Normaluhr inmitten der Stadt, liegt, fast auf den Kilometer genau, der Mittelpunkt dieser Straße. Man ist hier gleich weit von Kairo und Kapstadt entfernt.

Die Straßen von Aruscha erhalten ihr charakte­ristisches Gepräge durch die schlanken Kriegergestal­ten der Massai, die stets in Waffen, stolz dahin- schreiten. Die Massai sind seit Urväter Zeiten freie Hirten und Krieger, die für ihre Nachbarn die reine Gottesgeißel bedeuteten, denn sie bilden sich ein, alles Vieh hätte der liebe Herrgott nur für sie er­schaffen, und andere Völker hätten sich widerrecht­lich das Vieh angeeignet. Dieses zurückzuholen, sei ihr gutes Recht, ja ihre Pflicht Die Massai-Frauen tragen unendlich viele Kupfer-, Silber- und Eisen- ringe und Spiralen um Hals-, Hand- und Fuß­gelenke.

Von Tanga bis Aruscha fährt die Nordbahn, und eine solche Fahrt, die über 24 Stunden dauert, hat ihren eigenen Reiz. Ein Speisewagen bietet die hier übliche, übrigens sehr gute Verpflegung, und für die Nacht bereitet einem der Schaffner ein tadel­loses Bett, das er mit Moskitonetzen bespannt, nach­dem er den Raum sorgfältig geflittet hat.

Mir bot sich Gelegenheit, von Aruscha nach Tanga mit einem der obererwähnten MAN.-Wagen zu fahren. Wir machten uns früh auf den Weg, denn es ist weit bis Tanga, 450 Kilometer. Das Wetter war an dem Tage unsicher, und wir hatten alles durchzumachen, was dem Reisenden auf afrikanischer Landstraße zustoßen kann. Wir saßen in der Toope (roter Lehm) fest und schlingerten hin und her. Wir sanken in einen Korongo (sumpfiges Tal) bis an die Achsen ein, wir kamen in ein Gewitter mit Wol­kenbruch, gerieten ins Schleudern und warfen eine Negerhütte um, glücklicherweise ohne jemanden zu verletzen. Aber wir waren abends um 9 Uhr am Ziel: in Tanga.

Unterwegs erzählte mir ein bajuwarischer Auto- monteur, der auf einer Sisal-Pflanzung den dort arbeitenden Lastwagen überholen wollte, die herr­liche Geschichte von seinem Ausflug aus den Gipfel des Mer u.

Vier Wochen", berichtete er,war ich schon im Lande. Sie wissen, daß Aruscha recht malerisch am Fuße des mächtigen Meru-Berges liegt. Wenn es klar ist, sieht man den Berg gegen den blauen Him­mel, oft ist fein Gipfel mit Schnee bedeckt. Meistens aber umwölken Nebelmassen den Berg bis über die Zone der Kaffeepflanzungen hinab. Die ihn rings umgeben. Dann ahnt der Fremde in Aruscha nichts von" einem Berge, und er ist um so erstaunter, wenn die Nebel zerreißen und plötzlich der Berg in seiner ganzen Größe daliegt.

,Du mußt da hinauf!', dieser Gedanke beherrschte mich vom ersten Tage ab. Als Sohn der Berge konnte ich nicht ständig einen Gipfel vor mir sehen, ohne ihn zu erklimmen. Ich sagte aber niemandem etwas, denn die alten Afrikaner wissen immer alles

besser und verleiden einem solchen Spaß durch ihr saudummes Gerede. Es traf sich gut, daß ich drei freie Tage zu Neujahr hatte, Denn zu Weihnachten war so viel Arbeit, daß ich nicht ausspannen konnte. Ich rüstete also in aller Heimlichkeit eine Safari aus. Fünf Eingeborene waren bald gefunden, von denen einer genau Bescheid wußte wenigstens wissen wollte. Fünf Lasten teilte ich ein, bestehend aus einem Zelt, das ich mir geliehen hatte, aus Art, Buschmessern, Säge und Stricken, denn ich wollte in den Krater hinab, der ja erst vor 30 Jahren erloschen sein soll. Dann hatten wir Lebensrnittel dabei, eine Photographenausrüstung und eine zünf­tige Last Bier, weil ich an meinen Urlaubstagen nicht leben wollte wie ein Hund.

Die ersten fünf Stunden ging es durch Kaffee- Schamben. Sie kennen die langroeiligen Büsche unter den hohen Schattenbäumen. Häuser vermied ich, weil ich guten Rat nicht hören wollte. Dann tarnen wir in den Regenwald, wie sie ihn hier nen­nen. Urwald ist es mit mächtigen Bäumen, Lianen ranken herunter und das Unterholz ist so dicht, daß wir auch nicht zehn Schritt ohne Buschmesser voran aetommen wären. Zum Glück hatten aber die Ele­fanten breite Wege, die beguem bergan führten, durch den Wald getrampelt. Auf diesen Wegen hätte man bequem mit einem Motorrad fahren können, so fest und breit waren sie. Zum Glück trafen wir keinen Elefanten, denn ich hätte nicht gewußt, wo­hin. Dafür sahen wir ihre mächtigen Spuren und die tiefen Löcher, die sie an feuchten Stellen getreten hatten. Im Urwald war es soweit herrlich, zu dunkel nur, unheimlich, fast zum Fürchten.

Gegen Abend war der Urwald zu Ende, und wir erreichten ausgedehnte Flächen mit zweimanns­hohem Elefantengras. Hier schlugen meine Leute eine Blöße frei unter einigen großen Felsblöcken, zwischen denen eine Quelle hervorkam. Wir kochten und ließen es uns gut schmecken. Ich trank einige Fläschchen Bier und genoß den herrlichen Anblick des Sonnenunterganges über der Sanja-Steppe. Ungewiegt schlief ich bis in den hellen Morgen, und meine Boys schnarchten rings um mein Zelt am Feuer, denn ich hatte einen halben Ochsen mitge­schleppt, und sie waren satt davon.

Noch schöner als der Sonnenuntergang gewesen war, zeigte sich der Sonnenaufgang über der weiten Massau-Steppe. Es war ein herrlicher Morgen ohne Wolken, ohne Nebel mit azurblauem Himmel und einer Fernsicht, Die geradezu begeisternd schön war. Der schneeweiße Gipfel des benachbarten Kibo leuch­tete herüber, und die fernen Seen blinkten im Sonnenglanze.

Nach einem Athletenfrühstück marschierten wir frohgemut ab. Die Elefantenpfade schienen steil und gradlinig dem Gipfel zuzuführen. Dor mir ging ein Mann mit dem Buschmesser, der etwaige Hindernisse beseitigen sollte. Meine Träger sangen und lachten. Da passierte das Unfaßbare. Ich weiß heute noch nicht, wie mir geschah. Jedenfalls war der Mann vor mir verschwunden, als wenn die Erde ihn verschlungen hätte. Die Leute hinter mir warfen ihre Lasten krachend in die Dickung und verschwanden schnell und spurlos. Ich selber stand einsam und verlassen mitten auf dem breiten Wechsel, und da kam das Unheil in Gestalt eines riesigen Nashorns auf mich zu mit der unfehl­baren Wucht einer Lokomotive.

Die restlichen vier Verwundeten des PanzerschiffesDeutschland", Stabsma­trose Boettiger, Obermatrose Eilert, Oberheizer Balle und Matrose Roth, treffen am 7. August in Wilhelmshaven ein. Damit kehren die letzten der noch in Gibraltar verbliebenen Angehörigen des PanzerschiffesDeutschland" in die Heimat zurück.

Im Zusammenhang mit den Kundgebungen am 17. und 18. Juli in Wels anläßlich des Wieder­sehensfestes der Frontsoldaten wurde von, den Sicherheitsbehörden von Oberösterreich die Tätigkeit der deutsch-völkischen Turnvereine 3 a f) n" in Wels, Gallneukirchen, Ischl und Ebensee eingestellt bzw. deren Auflösung verfügt. Be­züglich der anderen deutsch-völkischen Turnvereine gehen die Erhebungen weiter.

Die Einfuhr englischer Zeitungen in Italien ist wieder gestattet. Bekanntlich waren seit dem 8. Mai die englischen Zeitungen mit Aus­nahme vonDaily Mail",Evening News" und Observer" in Italien verboten.

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Die englische Regierung hat der französischen mit­geteilt, daß auch Indien, Australien und Neuseeland dem französisch-britischen Abkommen vom 29. Juli 1937 über die Abschaffung der Kapitu- lationsvorrechte in Marokko und Sansibar zugestimmt haben. Ein Anhang führt die Namen der 38 marokkanischen Eingeborenen auf, die bisher britische Schutzbefohlene waren und dies bis zu ihrem Tode bleiben. Verhandlungen zur Abschaffung von Kapitulationsbestimmungen auf wirtschaftlichem Gebiet, die noch auf den Handels­vertrag von 1856 zurückgehen, werden angekündigt. Der neue Handelsvertrag soll auf dem Grundsatz der Gegenseitigkeit aufgebaut werden.

Kunst unö Wissenschaft

' Die 5. Internationale Film- und kunstfchau in Venedig.

Die 5.Internationale Film- und Kunstschau auf dem Lido in Venedig wird am 10. August in An­wesenheit des italienischen Ministers für Volksbil­dung Alfieri und der Vertreter der 16 an der Schau beteiligten Nationen in dem neu errichteten Vorführungspalast eröffnet werden. Am Abend wird der F i l m w e t t b e w e r b mit der gleich­zeitigen Vorführung eines noch zu bestimmenden Films im Dorführungspalast und im Garten des Hotels Excelsior seinen Anfang nehmen.

250 neue Volksbüchereien.

In Jena begann eine vom Reichserziehungs­ministerium einberufene Tagung für das Dolksbüchereiwesen, an der neben den Sachbearbeitern der Landesunterrichtsverwaltung Vertreter staatlicher Behörden und Parteigliederun­gen teilnahmen Regierungsrat Dähnhardt vom Reichserziehungsministerium gab einen Bericht über den gegenwärtigen Stand des Volksbüchereiwesens und über die Maßnahmen, die den planmäßi­gen Ausbau der Büchereien zum Ziele haben. Er teilte mit, daß nun in allen Teilen des Reiches Volksbüchereistellen ihre Arbeit ausgenommen haben und daß im Rahmen der diesjährigen

B u ch w o ch e mit der Eröffnung von 250 neuen Volksbüchereien zu rechnen fei. Dann wurden die Richtlinien für die Volksbüchereiarbeit in Stadt und Land erörtert und die neuen Grundsätze für die volksbibliothekarische Fachausbildung dargelegt.

Aus aller Welt.

Oie höchste Autostraße Oeutschtands ein Gemeinschastewerk der SA.

München, 6. Aug. (DNB.) Sonntag eröffnet Stabschef Lutze den ersten Teil der Straße auf den Wallberg, die von der SA. als h ö ch st e Auto st raße Deutschlands gebaut wurde. Sie führt in neun- bis zehnprozentiger Steigung auf diesem schönsten und lohnendsten Berg des Te- qernseer Gebietes mit ferner umfassenden Aussicht auf den See. In zwei mächtigen Kehren geht es bis zum Scharlinger Moos, das in 1100 Meter Höhe liegt. Bis hierher ist die Wallberg- straße bereits fertiggestellt. Das Teklstück, das am Sonntag dem Verkehr übergeben wird, ist etwa vier Kilometer lang und stellt die Hälfte der ganzen Straße bis zum Schutzhaus auf dem Wallberg (1500 Meter Höhe) dar. Im allgemeinen 5,5 Meter breit, ist die Straße an den Ausweichstellen auf zehn Meter erweitert. Seit Herbst 1935 wird mit einem durchschnittlichen Einsatz von 400 Mann an der Wallbergstraße geschafft. Im Sommer des nächsten Jahres soll die ganze Straße fertiggestellt sein.

U-Boot-Flottille Weddigen in Finnland.

Die deutsche U-Boot-Flottille Weddigen, bestehend aus elf U-Booten und dem U-Boot-Begleitschiff Saar", traf in Helsinki ein. Der deutsche Ma- rineattacf)^ Kapitän zur See von Sonin, und der finnische Begleitoffizier waren der Flottille ent­gegengefahren. Der Flottenchef, Kapitän zur See Loycke, stattete dem deutschen Gesandten von Blü­cher Den ersten Besuch ab. Zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie empfingen die deutschen U- Boote am Kai. Samstag mittag sind 100 Mann der Besatzung Gäste bei Den in Helsinki Durchge­führten Weltmeisterschaftskämpfen im Schießen. Das Offizierskorps Der Flottille wird einer Einladung Des finischen Kriegsministers folgen. Abends find Offiziere und Mannschaften dann im finnischen Offizierskasino Gäste des Offizierskorps der finni­schen Flotte.

Drei Kinder

beim Spiel mit einer allen Granate zerrissen.

In einem Fischerdorf in der Gemeinde Wiimsi unweit von Reval (Estland) ereignete sich ein Erplosionsunglück, das drei Menschenleben forderte. Fischerknaben fanden in einem leeren Brunnen eine alte Granate. Während sie diese naher besahen explodierte die Granate. Hierbei wurden zwei Knaben sofort getötet, wäh­rend zwei weitere schwerverletzte Knaben ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Einer der verwundeten Knaben erlag bald darauf feinen Der- letzungen. Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine Hyperit enthaltende Granate; denn mehrere von den zur Hilfe herbeigeeilten Personen mußten mit Hyperitvergiftungserscheinungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Anscheinend han­

delt es sich um eine Granate, die während der Revoluttonszeit von russischen Truppen, die seiner­zeit in der gleichen Gegend verschiedene Kirchen ge­sprengt hatten, in den Brunnen gelegt worden war.

Wiener Sänger In Danzig zu Gast.

Im Anschluß an das große Sängerfest in Bres­lau waren die Mitglieder Des Ersten Wiener Män­nergesangvereins zu einem Besuch in Danzig ein- getroffen. Im Festsaal Des altstädtischen Rathauses fand ein Empfang statt. Nachmittags fand dann un­ter großer Anteilnahme der Zoppoter Bevölkerung ein Konzert Der Wiener Sänger im Kurgarten statt. Am Abend wurde ein zweites Konzert auf Der neugeschaffenen Jäschkentaler Festspielstätte in Danzig gegeben, wo sich TausenDe eingefunden hatten.

Ein sowjetrussisches Passagierflugzeug abgestürzt.

Ein sowjetrussisches Passagierflugzeug der Linie Prag Moskau stürzte im Bezirk Bistritz in Siebenbürgen ab. Das Flugzeug brannte vollkom­men nieder. An Bord des Flugzeuges befanden sich zwei tschechoslowakische Passagiere und die aus vier Mann bestehende Besatzung. Sämtliche In­sassen wurden tot aufgefunden.

Heber zweihundert Todesopfer der Unwetterkatastrophe in Korea.

Die Unwetterkatastrophe in Nordkorea, die beson­ders die Provinz Heian verwüstete, nimmt immer größere Ausmaße an. Es sind bereits 200 Tote zu beklagen, 55 Personen wurden als verletzt gemeldet. Doch ist die Zahl der Todesopfer noch bei weitem höher, da aus verschiedenen Gebieten noch zahlreiche Menschen als vermißt gemeldet werden. Der Sach­schaden ist noch nicht abzuschätzen.

Gesamte Bautätigkeit in Prag durch Streik lahmgelegt.

Irn Prager Baugewerbe ist vor einigen Tagen ein Streik ausgebrochen, der sich jetzt auf alle Bau­stellen der tschechoslowakischen Hauptstadt ausge­dehnt hat. Die Schlichtungsoerhandlungen zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern wurden vertagt, da eine Einigung bisher nicht erzielt wer­den konnte.

75 Iahre Vahnhofsbuchhandlungen in Deutschland.

Ein Vierteljahrhundert nach der Eröffnung der ersten deutschen Eisenbahn scheint eine Fahrt mit dem Zuge keine aufregende Sache mehr gewesen zu sein. Man sing an, sich die Zeit unterwegs mit Lesen zu vertreiben. Das kann man daraus schlie­ßen, daß 1862 vor 75 Jahren ein findiger Nürnberger Buchhändler, Heinrich Schräg, den Antrag stellte, auf Dem Nürnberger Bahn- h o f einen festen Verkaufsstand für Bücher und Schriften errichten zu dürfen. Dieser Antrag war der erste seiner Art in Deutschland und führte zur Einrichtung der Nürnberger Bahnhofsbuchhandlung, die noch heute im Besitz der Familie Schräg ist.

Starkes Anwachsen des Fremdenverkehrs.

Im Juni 1 9 3 7 hatte der Fremdenverkehr wie­derum einen größeren Umfang als zur gleichen Vorjahreszeit, obgleich er damals durch die Pfingst- feiertage besonders angeregt wurde und Pfingsten diesmal in Den Mai gefallen ist. In 804 wichtigen Fremdenverkehrsorten des Reiches wurden 2,42 Millionen Fremdenmeldungen und 10,73 Millionen Fremdenübernachtungen gezählt, d. h. 13 und 14 o. H. mehr als im Juni 1936. Der Fremdenver-

Mir blieb keine Zeit zur Ueberlegung. Rechts von mir stand ein dichter, dorniger Busch. Ich warf mich hinein und fing an hochzuklimmen. Deutlich fühlte ich Den heißen Atem Des vorüberstürmenden Untieres mein Genick streifen. Ick) kletterte in Todesangst immer höher, unD je mehr ich kletterte, desto tiefer sank ich zu Boden, denn Der Dünne Busch konnte mich nicht tragen. Da kam Das Nas­horn wieder zurück und Donnerte zwei Schritt hinter mir vorbei. Jetzt sah ich auch meine Neger wieder. Sie rafften ihre Lasten auf und rannten so schnell bergab, daß ich kaum folgen konnte. So liefen wir bis an die Urwaldgrenze. Hier holte uns das wütende Urvieh wieder ein, das heißt, nunmehr war es eine ganze Herde Nashörner, die hinter uns herkamen. Sofort faßen die Neger auf

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den nächsten Bäumen, und ich tat desgleichen. Wie ich auf den dicken, astlosen Baum hinaufkam, weiß ich nicht mehr, aber ich war oben, als die Dick­häuter Dorbeiftürmten. Nach kurzer Zeit kamen die Biester zurück und schienen uns zu suchen. Es hatte den Anschein, als ob sie uns regelrecht belagern wollten. Ich wünschte den infamen Berg mitsamt seinen Nashörnern in Grund und Boden. Oft habe ich an der Westfront Angst gehabt, aber nie hatte ich solche Angst wie an diesem Morgen auf dem Baum am Meru-Berge.

Wir saßen bis in den Nachmittag auf den Bäumen, da zogen die Dickhäuter ab. Meine Mohren kamen und winkten mir. Im Geschwind­schritt eilten wir zu Tal. Doch nun kam uns eine Herde Elefanten entgegen. Wo sollten wir hin? Wir drückten uns in das dichte Unterholz und verharrten still mit Herzklopfen, bis die mächtigen Tiere, die in freier Wildbahn einen überwältigen­den Eindruck machen, oorbeigetrottet waren. Die kleinen Elefanten, nicht größer als ein großes Schwein, trotteten zwischen den Vorderbeinen Der Mütter. Kaum waren die vorbei, als meine Mohren schon wieder winkten.Schnell, Herr, schnell", und wir eilten in langen Sprüngen zu Tal. Zum Glück war es dunkel, als wir ankamen, und ich konnte, schmutzig und zerschunden, mein Zimmer unbemerkt aufsuchen. Seitdem verlangt es mich nicht mehr, den Gipfel des Meru zu ersteigen, geschweige denn in seinen Krater hineinzusehen.

(Alle Rechte beim Traditions-Verlag Kolk 8- Co., Berlin SW 68.)

kehr aus dem Ausland ist stärker gestiegen, und zwar bei den Meldungen um rund ein Drit­tel (34 v. H.) auf 248 733 und bei den Uebernach- tunaen um 22 v. H. auf 667 679 In den Groß- stäoten war die Zahl der Fremdenübernachtun­gen (1,91 Millionen) um 29 v. H., in den Mit­tel- und Kleinstädten (rund eine Million) um 10 v.H., in den Bädern und Kurorten (6,08 Millionen) um 6 v. H. und in den Seebä­dern (1,75 Millionen) um 15 v. H. größer als im Juni 1936.

(Ein IHufeum für asiatische Kunst in Bamberg.

In der an Baudenkmälern und kulturellen <5imm. lungen so reichen Stadt Bamberg wurde ein Mu­seum für asiatische Kunst eröffnet, eine Leihgabe Des Botschafters i. R. Dr. Voretzsch. Zur Unter­bringung Der Sammlung hat die Krongutsverwal- tung drei prunkvolle Säle Der Neuen Residenz zur Verfügung gestellt. Der eine Saal enthält vor al­lem Skulpturen, darunter eine Buddha-Figur aus einer Blütezeit Der chinesischen Kunst: Der T'ang- Dynastie (618906). In dem nächsten Saal vermit­teln Tonwaren und Porzellane einen vortrefflichen Einblick in das Gebiet künsllerischen Schaffens, auf Dem die Chinesen und Japaner Meister waren. Das Museum wird vervollständigt durch eine Anzahl interessanter Schnitzereien aus Halbedelsteinen, durch prachtvolle Klingen, die japanische Schwertfeger her­stellten, durch Bronzen und durch verschiedenerlei Kleinkunstgegenstände.

Wetterbericht

de» Reichsmetterdienstes. Ausqabeort Frankfurt.

Noch immer steht die Witterungslage Deutschlands unter Dem Einfluß hohen Luftdruckes, wobei von Westen kommende Ausstrahlungen Temperaturen bis zu 30 Grad im Schatten Hervorrufen werden. Don Westen her vordringende Luftströmungen wer­den Gewitterneigung bringen, die dem Schönwetter­charakter aber keinen Abbruch tut.

Aussichten für Sonntag: Vielfach heiter, von Westen Gewitterstörungen mit leichter Abküh­lung, doch keine Aenderung des Schönwetters.

Aussichten für Montag: Im ganzen freundliches Wetter.

Lufttemperaturen am 6. August: mittags 28,7 Grad Celsius, abends 20,4 Grad: am 7. August: morgens 16,9 Grad. Maximum 29,5 Grad, Minimum heute nacht 11,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. August: abends 25,6 Grad; am 7. August: morgens 19,8 Grad. Sonnenscheindauer 12,8 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Haupfichriftleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R Lange. K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs­preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzeloerkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der

Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.