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noch so stark, daß man, wenn die Philippinen tat­sächlich 1939 freigegeben werden sollten, ihnen keine Vorzugszölle gewähren wird, wie Kuba sie erhielt und daß die Inseln wenigstens eine Zeit lang wirtschaftlich recht leiden würden. Zur Zeit führen sie 58 v. H. ihrer Gesamtausfuhr in Form von Zucker nach USA. aus. Wenigstens 15 v. $). der Bevölkerung sind auf diese Ausfuhr an­bewiesen. Dieser Zucker wird jetzt zollfrei einge- sührt und zum amerikanischen Inlandspreis ge­kauft, der über dem Weltmarktpreis liegt. Das würde 1939 aufhören. Weitere 26 v. $). der Ge­samtausfuhr bestehen aus Kopra oder Kokos- n u ß ö l. Gegen diese Einfuhr wenden sich die ame­rikanischen Farmer ebenfalls. Der drittgrößte Aus­fuhrartikel der Philippinnen ist Gold, das hier jederzeit zu günstigem Golddollarpreis abgejetzt

werden kann. An vierter Stelle steht Hanf, in dessen Einfuhr die Philippinen fast ein Monopol besitzen. .....

Quezon kämpft darum politische Souveränität für sein Land zu erhalten, ohne ihm alle wirtschaftlichen Vorteile der bisherigen Zugehörigkeit zum ameri­kanischen Wirtschaftskörper zu berauben. Er hat dem Land eine Verfassung gegeben, die erheblich straf­fere Zentralgewalt zuläßt, als das hier in Washing­ton möglich ist. Er hat sich eine Wehr-Organisation aufbauen lassen, die unter allgemeiner Dienstpflicht zu einem Dolksheer ausgebaut werden soll. Er hofft, die Kosten aus den reichen Goldvorräten des Landes bestreiten zu können, und er plant, durch Verträge mit asiatischen und europäischen Ländern allmählich einen gesunden Außenhandel aufzubauen.

Englischer Königsbesuch in Schottland.

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König GeorgVI. stattete mit seiner Familie zum erstenmal nach der Krönung Schottland einen Besuch ab. Es ist jetzt seit 370 Jahren das erste Mal, daß eine Schottin Königin von England wurde. Unser Bild zeigt die königliche Familie mit schottischen Würdenträgern in Edinburgh. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Oie Bolschewisten rüstenzum Gistgaskrieg in Spanien.

Berlin, 6. Juli. (DNB.) DerZeitungsdienst Graf Reischach" meldet aus Bilbao: Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so ist schon in allernächster Zeit im spanischen Kriegsgebiet mit der Anwendung von Kampfgasen seitens der Bolsche­wist e n zu rechnen, für die umfassende Vorberei­tungen in aller Stille und in denkbar größtem Um­fange unter Anleitung sowjetrussischer Offiziere getroffen worden sind. Vor etwa drei Monaten ist in einer Reihe von spanischen Labo­ratorien und Giftgasfabriken die Herstellung großer Mengen von Kampfgasen in Angriff genommen worden, so im einstmaligen Collegio de Jesuitas von Quodancho, wo der Generalstabsplan für den vorgesehenen Giftgaskrieg bei der Eroberung der Stadt der nationalspanischen Regierung in die Hände fiel. Die zur Herstellung der Giftgase not­wendigen und in Spanien selbst nicht vorhandenen Säuren sind in ständigen Transporten von den sowjetrussischen S ch w a r z m e e r h ä f e n nach Spanien gebracht worden. Daß man sich bis ins letzte für den Giftgaskrieg auf rotspanischer Seite vorbereitet hat, geht auch schon daraus her­vor, daß auf bolschewistischer. Seite zweifellos in Erwartung von Gegenmaßnahmen von na­tionalspanischer Seite fieberhafte Vorsorge getrof­fen worden ist, die eigenen Truppen mit Gas­masken auszurüsten. Es ist bekannt, daß allein durch eine Firma in Marseille ein Transport von 50000 Gasmasken aus der Tschechoslowa­ke i an die rotspanische Front geleitet worden ist. Auf nationalspanischer Seite liegen die ersten un­widerlegbaren Beweise für die plötzliche Anwen­dung von Kampfgasen in größerer Menge i n G e - stalt der Opfer, die sie auf nationalspanischer Seite erforderten, vor. Es darf angesichts dieser Tatsachen wohl die Frage erhoben werden, ob man in verschiedenen Hauptstädten Europas noch immer die Stirn hat, im Namen derHumani- t ä t" für das spanische Bolschewistengesindel einzu­treten, und ob es angebracht ist, die nach neuer wohlwollender Unterstützung" nachsuchenden Ver­treter dieser notorischen Verbrecherbande alsoffi­zielle" Vertreter einer legalenRegierung" in Empfang zu nehmen.

Die Kriegslage.

Neue Kämpfe an der Front von Madrid.

Bilbao, 6. Juli. (DNB.) Bei gutem Wetter sind die militärischen Operationen der Nationalen an der Nordfront erfolgreich fortgeschritten. Unterstützt von Fliegern, die besonders die marxisti­schen Frontabschnitte nördlich von Balmaseda "und an der Küste bombardierten, haben sich die natio­nalen Truppen soweit in westlicher Richtung vorge­arbeitet, daß sie abgesehen von einigen Punkten die der Gegner noch verzweifelt zu halten versucht nunmehr die ganze Provinz Bis- caya dem nationalen Spanien zurückerobert ha­ben. Dienstag vormittag hat eine nationale Trup- venabteilung der Ort Carranza nordöstlich von Amales erreicht. Durch einen Umfassunqsangriff haben die nationalen Truppen etwa 2000 Milizsol­daten abgeschnitten. Die von Trucios nordwärts an der Küste entlangführende Landstraße wird durch die Einnahme des Bergmassivs südlicb von Castro Urdiales von der nationalen Artillerie beherrscht. Den marxistischen Truppen in Castro Urdiales und in den umliegenden Ortschaften ist jetzt der Rückzug gleichfalls abgeschnitten.

Im nationalen Heeresbericht vom Dienstag heißt es: An der Front von Madrid hat der Geg­ner Truppen zusammengezogen und bei Villanueva de la Canada und bei Villanueva de la Pardilla heftig angegriffen. Er wurde unter schweren Ver­lusten für ihn zurückgeschlagen. Einer von russischen Tanks angeführten feindlichen Abteilung gelang es, in Richtung auf Brunete an einem unbesetzten Ab­

schnitt in unsere Frontlinie einzudringen. Die na­tionalen Reservetruppen umzingelten den Gegner. Die Kämpfe gehen erfolgreich weiter. An der G r a - nada-Front brach der Feind in unsere Stellun­gen ein und versuchte, Alcala de Real abzuschnei­den. Den nationalen Truppenabteilungen dieses Ab­schnittes gelag es, den Gegner in die Flucht zu schlagen, in die Ortschaft einzudringen und zusam­men mit den dort befindlichen nationalen Truppen­abteilungen den Feind zu verfolgen. Mehrer Lust­kämpfe an der Front von Madrid verliefen trotz der zahlenmäßigen Ueberlegenheit des Gegners er­folgreich für uns. 16 Apparate des Gegners wur­den abgefchoffen.

Um die 40-GtundenwocheinFrankreich.

Paris,?. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der P o st- beamtenoerband fordert die Einführung der strengen 40-Stundenwoche im Be­reich des Postministeriums und weist auf die starke Unzufriedenheit hin, die unter den Postbeamten herrsche, weil die 40-Stundenwoche ihnen noch nicht voll und ganz bewilligt worden sei. In mehreren großen Pariser Kaffeehäusern des von Fremden stark besuchten Elysee-Viertels kam es zu Streikzwischenfällen. Das Personal von drei Kaffeehäusern unterbrach abends die Arbeit, um die strenge Durchführung der 40- Stundenwoche in fünf Arbeitstagen zu ver­langen. Nach einstündiger Pause wollten die An­gestellten dann ihren Dienst fortsetzen, aber die Kaffeehausbesitzer, die für die Bedienung der Kund­schaft in der Zwischenzeit, so gut es ging, gesorgt hatten, wiesen ihnen die Tür. Äuch in meh­reren französischen Cafös der Weltausstellung wurde gestreikt. Die Bauarbeitergewerk'schäft faßt für den 11. August den General st reik sämtlicher französischer Bauarbeiter ins Auge, falls die Arbeitgeber bis dahin nicht die vor allem mit der neuerlichen Fra n,kenab Wertung zusam­menhängenden sozialen Forderungen erfüllt haben.

Kommunistischer Wahlsieg der Eingeborenen in Algier.

P art s, 7. Juli. (DNB. Funkspruch.) Am Sonn­tag sind die 12 Eingeborenenvertreter des Stadt­rats von Algier gewählt worden, der außer­dem noch aus 36 von den französischen Wählern bestimmten Vertretern besteht. Von den eingebore­nen Wahlberechtigten war eine Liste der republi­kanischen Konzentration, eine radikalsoziale Liste und unter dem NamenVolksvereinigung" eine kommuni st ische Liste aufgestellt worden. Die letztere ist mit einer Mehrheit von rund 10 0 0 Stimmen gewählt worden. Das Echo de Paris" weist warnend auf die Folgen dieser revolutionären Wahl hin und schreibt, die Kommunisten in Algier bezeichneten sich selbst als Separatisten. Sei es nicht der schönste Traum dieser revolutionären Eingeborenen, die Franzosen wieder zu vertreiben und ins Mittelmeer zu werfen?

Jüdischer Knegsschieber und Spekulant in Wien vor Gericht.

Wien, 6. Juli. (DNB.) Hinter die seit dem Weltkrieg weit über Oesterreichs Grenzen hinaus berüchtigten Finanzskandale des Juden Sig­mund B o s e l wird erst jetzt der Schlußpunkt gesetzt. Basel hat im Weltkrieg durch Heereslieferun- g e n den Grundstein seines späteren Vermögens gelegt und stürzte sich nach dem Zusammenbruch in gigantische Spekulationen. Zusammen mit der Postsparkasse beteiligte er sich schließlich an der großen Kontermine gegen den französischen Frank, die im Jahre 1924 von Frankreich zusammen mit

Der Mm dient der Verständigung unter den Volkern.

Eröffnung des Internationalen IUmkongreffes auf dem französischen OzeandampferNormandie".

Paris, 6. Juli. (DNB.) Am Dienstag fand an Bord des französischen OzeandampfersNormandie" in Le Havre die feierliche Eröffnung des Inter­nationalen Filmkongresses und des In­ternationalen Kongresjes der Film­presse statt. Den Vorsitz der Tagung, zu der Ver­treter von 18 Ländern erschienen waren, führten Staatsminister a. D. Professor Dr. Lehn ich und ein Vertreter des französischen Unterrichtsministe­riums. Zunächst begrüßte der Generalkommissar für den Filmkongreß, der ehemalige Abgeordnete Henri C l e r c q , die Anwesenden. Anschließend sprach Professor Lehnich. Er beglückwünschte die Ver­anstalter zu dem guten Einfall, die Eröffnungsta­gung an Bord eines Schiffes anzuberaumen. Durch das Symbol des länderverbindenden Schiffes habe man treffend die völkerverbindende Macht des Films zum Ausdruck gebracht. Die zurückliegenden zwei Jahre feien dem Aufbau internatio­naler Filmarbeit gewidmet gewesen. Die be­reitwillige Mitarbeit aller Länder, die spontan der Internationalen Filmkammer beigetreten seien, sei der Ausdruck eines Bedürfnisses nach internationa­ler Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Films gewesen. Durch die jetzt abgeschlossene Organisation sei die sachliche Basis geschaffen. Es sei ein beson­deres Charakteristikum dieser Zusammenarbeit, daß bisher alle Beschlüsse e i n st i m m i g gefaßt worden seien.

Das Urheberrecht habe im Mittelpunkt der Arbeit gestanden. Darüber hinaus dehne die Film­rechtskommission ihr Arbeitsgebiet auf alle Gebiete des Filmwesens aus. Die' alle Länder gleichmä­ßig berührenden Schwierigkeiten des interna­tionalen Filmaustausches würden in der Wirtschaftskommission eingehend untersucht.

Wegen der ungeheuren Wacht, die dem Film innewohne, solle selbstverständlich auch in den internationalen Beziehungen der Film nur als Verständigungsmittel unter den Völkern verwendet werden. Darum werde mit der ganzen Autorität der Internationalen Filmkammer gegen jenen Geist Stellung genom­men, der mit Hilfe des tendenziösen Films Unfrieden, haß und Zwietracht zwi­schen den Völkern stiften wolle. Der Film habe eine wichtige Wission im Zusammenleben der

Völker zu erfüllen, und die Internationale Filmkammer werde ihm den Weg dazu be­reiten.

Professor Lehnich sprach die Hoffnung aui, daß auch eine Reihe von Ländern, die heute noch nicht Mitglied seien, sich zur praktischen Mitarbch entschließen werden. Zum Schluß verlas Professor Lehnich die Begrüßungstelegramme, die er aus Anlaß der Eröffnung des Internationalen Filrnkon- gresfes an den Präsidenten der französischen Re­publik, den französischen Ministerpräsidenten uni den Altmeister der Kinematographie, LumiLre, gerichtet hatte. Die Ausführungen Prof. Lehr nichts, in deutscher und französischer Sprache wurden mit großem Beifall ausgenommen.

Anschließend sprach der Präsident des Filmpresse. Verbundes, Chataigner, einige Begrüßungz. worte an die Teilnehmer des FilmpresfekonHrejses, zu dem eine deutsche Abordnung unter Führung des Vorsitzenden der deutschen Sektion des Inter nationalen Verbandes der Filmpresse, Direktor Köhn, eingetroffen war. Chataigner wies auf die Pflicht der beiden Kongresse hin, die nationalen Eigenheiten jeder Filmindustrie zu wahren. Nur auf diese Weise könne es möglich sein, auch dem Am- lande einen Einblick und Verständnis für die charakteristischen Eigenschaften der einzelnen Nationen zu gewähren. Der Redner schloß seine Ansprache, indem er sich mit großer Schärfe gegen die Tendenzsilme wandte, die nur dazu dienen könnten, die Atmosphäre unter den Völkern zu vergiften.

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Gelegentlich der Sitzung der Jnternatio. nalen Filmkammer in Paris, die unter dem Vorsitz ihres Präsidenten Staatsminister a. D. Prof Dr. Lehnich tagte, wurde u. a. beschlossen, den nächsten internationalen Filmkongreß 1939 in Rom stattfinden zu lassen. Die Internationale Filmkarn- mer wird auch in diesem Jahr der Filmkunstaus- stellung in Venedig Aufmerksamkeit und Förderung widmen. Sehr wichtig erscheint der einstimmig oe- faßte Beschluß des Exekutivkomitees der Jnternatio. nalen Filmkammer, die sich gegen die foae- nannten Hetzfilme wendet. Alle Mitglieder' Organisationen oer Internationalen Filmkammrr sind erneut aufgefordert worden, gegen die Vorfüh. rung derartiger Filme in ihren Ländern bei den zuständigen Stellen Einspruch zu erheben.

dem amerikanischen Bankier Morgan abgeschlagen wurde. Die Postsparkasse erlitt dabei Verluste von 200 Millionen Schilling. Es ergab sich damals bei der Schlußabrechnung der Geschäfte zwischen Bosel und der Postsparkasse eine Restschuld im Betrage von 28 Millionen Schilling. Bosel erklärte nach Liquidierung seines Bankhauses, nichts zu besitzen. Auf Grund der falschen Eide Bösels und seiner Helfershelfer fiel das Schiedsgerichtsurteil zu Gun­sten des Juden aus. Die Postsparkasse aber stellte im geheimen Erhebungen an. Dabei ergab sich, daß Bosel, durch Strohmänner getarnt, der Besitzer einer großen Wiener Teppichfirma, eines bedeu­tenden Textilunternehmens, eines landwirtschaftlichen Gutes und eines Arsenbergwerks bei Rotgülden in Salzburg ist, ferner besaß er 220 Kilogramm Gold in Barren und zahlreiche wertvolle Ge­mälde. Ueberdies besteht der Verdacht, daß Basel bedeutende Vermögenswerte in die Schweiz verschleppt hat. Die Erhebungen ergaben, daß der Bettler Bösel in den Jahren 1931 bis 1933 rund eine Million Schilling jährlich privat ausge­geben hatte, von denen er 300 000 Schilling zum Unterhalt zweier Freundinnen benötigte, denen er Landhäuser im Werte von einer Million Schilling gekauft hatte. Für diese Ausgaben haben die Er­trägnisse der bis jetzt entdeckten Vermögenswerte kaum ausgereicht. Die Anklage des nun begonnenen Prozesses bezieht sich nur auf den Meineid. Ein weiteres Strafverfahren wegen betrügerischen Bankrotts wird in einem eigenen Prozeß zu Ende geführt werden.

Weitere Gittlichkeitsprozeffe gegen Ordensbrüder.

Koblenz, 6. Juli. (DNB.) Franziskanerbruder Johann Petri, genannt Bruder V i r g i l i u s, hatte sich vor der III. Großen Strafkammer des Land­gerichts Koblenz zu verantworten, weil er sich an schwachsinnigen Zöglingen des Klosters vergangen hatte. Er brachte in der Verhandlung den traurigen Mut auf zu behaupten, er selbst sei von einem der kranken schwächlichen kleinen Jungen vergewal­tigt worden! Dabei ergab die Beweisaufnahme ein­wandfrei, daß Petri als Bäcker des Klosters die Naschsucht der schwachsinnigen Zöglinge ausnutzte, um sie sich gefügig zu machen. Ein Pflegling hatte, als er etwas für das Kloster besorgen mußte, die Gelegenheit benutzt, um heimlich eine Postkarte an seine Mutter zu schreiben, in der er sie bat, ihn aus diesem Haus wegzunehmen. Die Mutter des Pfleg­lings machte dem Vorsteher des Klosters Vor­halte. Dieser aber erklärte,die Sache würde schon geregelt werden", und ließ alles beim al- t e n. Das Urteil lautete auf drei Jahre Zucht­haus und drei Jahre Ehrverlust. Ein Jahr drei Monate der Untersuchungshaft werden ungerechnet. Beim Strafmaß hatte das Gericht berücksichtigt, daß der Angeklagte in jungen Jahren ins Kloster kam und in seiner Unerfahrenheit dem dort herr­schenden üblen Geist erlag.

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In einem zweiten Verfahren hatte sich das Ge­richt mit dem 27jährigen früheren barmherzigen Bruder Malchus zu beschäftigen. Dieser war 1929 bei den barmherzigen Brüdern in Montabaur eingetreten, hatte aber schon 1931 das Kloster wie­der verlassen, ohne die Gelübde abgelegt zu haben. Während seines Aufenthaltes in Montabaur ver­ging er sich zweimal an den seiner Pflege anver­trauten Kranken. Er war in vollem Umfange ge­ständig. Der Staatsanwalt befürwortete aus diesem Grunde und weil er die Straftaten im jugendlichen Eifer begangen, sowie schließlich von sich aus dem Kloster den Rücken gekehrt hatte, mildernde Umstände, zumal der Beschuldigte seit seinem Austritt aus dem Kloster ein einwandfreies Leben geführt hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten unter Zubilli­gung mildernder Umstände zu zehn Monaten Ge­fängnis, wobei ihm die Untersuchungshaft angerech­net wurde.

Die Strafkammer des Landgerichts Pad er. born verurteilte den Franziskanerbruder Aloi. f u s wegen Unzucht, begangen an Kindern unter 14 Jahren zu Gefängnis von zwei Jahren. Bruder Aloisus war 'als Almosensammler für die Ordens- Niederlassung in Paderborn tätig. Zu seinen Sani- melgängen nahm er sich meist ortskundige Jungen mit, an denen er sich verging. Der Angeklagte leug­nete hartnäckig, doch ging aus den klaren glaub­würdigen Aussagen hervor, daß er sich der Strai- barfeit seines Tuns bewußt war. Das bewies auch schon sein Ausspruch, den er einem Jungen gegen­über machte:Wenn du das mit einem anberen machst, wäre es eine Sünde. Mit mir ist es keine Sünde!" Die Knaben gingen schließlich dem Kloster- bruber so weit aus dem Wege, daß es ihm nicht mehr gelang, einen von ihnen als Begleiter für seine Sammeltätigkeit zu finden.

Oer Mordprozeß Roloff.

Prenzlau, 6. Juli. (DNB.) Bei der Erörte- rung der Untaten des mehrfachen Mörders Ro- l o f f kam es im Verlauf der Verhandlungen zu dramatischen Zwischenfällen. Grauenhaft sind die Einzelheiten, die in der Erörterung des Mordfalle; Kochan zur Sprache kommen. Bei der Art der Begehung der Mordtat Luedke lag es nahe, daß Roloff noch andere Mordtaten in gleicher Weist begangen hatte. Er gab dann auch auf eindring­lichen Vorhalt zu, den Wirtschafter Kochan getötet zu haben. Dann wurde der Frauenmord aus bem Jahre 1931 in Remlin erörtert. Auch hier gab Roloff bie Tat zu. Er will biese bisher unbekannt geblie­bene Frau erschlagen haben, weil sie ihm nicht zu Willen war.

Bei ber weiteren Vernehmung erklärte der Zeuge Kriminalkommissar Meyer (Berlin), der Ange­klagte habe gestanden, auch den Ehemann Ko­walski ermordet zu haben, als dieser sich bei ihn nach dem Verbleib seiner Frau erkundigte. Der An­geklagte schweigt auf die Aufforderung des Vor­sitzenden, ein Geständnis auch für diesen Mord fall abzulegen, und starrt vor sich hin. Es ist feine Ant­wort aus ihm herauszuholen.

Eine neue Note fam durch die Vernehmung der früheren Verlobten des Angeflagten in den Pro­zeß. Roloff selbst ist zum erstenmal während der Verhandlung sichtlich beeindruckt und macht nach ihrer Befragung längere Ausführungen. Die 27jah rige Hertha N. aus Franffurt (Oder) hat den An- gesagten am Bahnhof in Franffurt (Oder) ,311111 erstenmal getroffen, an derselben Stelle, an der ber Mörber jüngst seine Opfer erwartete. Wie die Zeugin befunbet, sei ihr beim näheren Kennen­lernen bas launenhafte Wesen des Angeklagten unh feine Großsprecherei unangenehm ausgefallen, unh sie hatte schließlich den Eindruck, daß es sich um einen Heiratsschwindler handeln könne. Nach etwa 14 Tagen habe sie die Verlobung wieder gelöst. Ro- loff warf später einen Drohbrief durch das Fenster der N.schen Wohnung: in dem Brief kün­digte er in überspannter Weise an, daß er Rache nehmen werde. Die Zeugin bestritt energisch die Angaben des Angeklagten, der erklärt hatte, er habe viele Ausgaben bei Ausgängen mit Hertha N. ge­habt und sei dadurch auch zu seinen Untaten ae» trieben worden. Roloff muß einräumen, daß seine Darstellung übertrieben war. Die Verhandlung wurde darauf vertagt.

Deutscher Historikertag.

Im Rahmen der Vorttäge des Deutschen Histo- rifertages sprach Erich Freiherr von Gutten­berg (Erlangen) überGrundfragen der Besied­lung Ostfrankens". Professor Otto Höfler (Kiel) behandelte dasgermanische Kontinuitätsproblem" bas heißt, bie Frage zu verstehen, ob unb in wel­chem Umfange bas germanische Mittelalter bie oll- römische Kultur fortgesetzt hat. Der Rebner führte ben Nachweis, baß unser germanisches Erbe sich in ben Kultformen bes Mittelalters erhalten hot Auch in den Adels- und Bürgergilden offenbart sich ein Brauchtum, bas unmittelbar aus der altgernw

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