kes aufgeschlagen worden fei Niemand werde bestreiten, daß die nationalsozialistische Regierung schon viel für die kinderreichen Familien getan habe. „Ich kann Ihnen aber aus bester Kenntnis der Dinge versichern", so erklärte Dr. Goebbels, „daß die Regierung der Ueberzeugung ist, noch lange nicht genug getan zu haben. Schon in absehbarer Zeit wird der Führer seine längst gehegte Absicht verwirklichen, den Kinderreichtum in großzügigster Weise in den Neuaufbau unseres Staates einzuschließen und sich nicht etwa mit den gegebenen Erleichterungen zufrieden zu geben, sondern darüber hinaus auch die materielle Möglichkeit zu schaffen, daß Jahr für Jahr Hunderttausende von Kindern mehr in die Nation hineinströmen!" Es sei klar, daß ein solches Problem, das auf weite Sicht eingestellt sein müsse, und das auch ein Problem der Nahrungsfreiheit, der Unabhängigkeit vom Ausland und der Rohstoffsicherheit sei, nicht von heute auf morgen gelöst werden könne.
Darüber müssen wir uns im klaren fein, die Bevölkerungszunahme in Deutschland, die wir seit 1933 zu verzeichnen haben, ist zwar erfreulich, aber sie genügt nicht, sie muß weiter gesteigert werden und zwar muh sie alle kreise unseres Volkes umfassen. (Beifall.) Es geht nicht an, daß die sozial armen Schichten, die Arbeiter, die Dauern und die Handwerker für reichen Kindersegen sorgen, die sozial gehobenen Schichten aber, die Intellektuellen, die hohen Beamten, die Unternehmer und Bankiers sich an dieser Pflicht vorbeizudrücken versuchen mit der Ausrede, sie könnten sich das nicht leisten. (Stürmischer Beifall.) Die Armen können es sich leisten, und sie geben hier, wie auf allen anderen Gebieten den Reichen ein Beispiel und deshalb ist es notwendig, daß die Staats- f ü h r u n g hier nach dem Rechten sieht und unermüdlich das deutsche Volk zu neuen Ansichten und neuen Ueberzeu- gungen zu erziehen versucht. Es ist auch nicht damit getan, daß die reichen Familien ein oder zwei Kinder in die Welt sehen, die sie dann als Muttersöhnchen oder Vatertöchterchen verhätscheln. (Beifall.) Damit ist dem Staate und dem Volke nicht gedient, im Gegenteil, solche Menschen sind dann später für die Volksgemeinschaft ziemlich unbrauchbar und deshalb könnt ihr als kinderreiche Väter und Mütter mit Recht vor die Oeffentlichkeit hintreten und vom Volke verlangen, daß es euer Beispiel nicht nur bewundert, sondern auch nachahmt.
Man spricht so viel von der führenden Schicht eines Volkes und daß die Intellektuellen zu dieser führenden Schicht berufen seien. Ein Volk lebt aber nicht von seiner Intelligenz, sondern ein Volk lebt von seinem Erbgut. (Beifall.) An Intelligenz hat es uns in Deutschland noch niemals gefehlt und wenn es auf Intelligenz angekommen wäre, dann hätten wir jeden Krieg und jede politische Auseinandersetzung gewinnen müssen. Intelligenzen haben wir auch von 1918 bis 1933 gehabt, um nicht zu sagen zu viel gehabt. Was uns fehlte, das waren die Männer von Kraft, von Willen, von Entschlußfreudigkeit und diese Männer sind meistens aus dem Volke emporgestiegen (Beifall) und kamen nicht aus den Kreisen von Besitz und Bildung.
Ich glaube, meine deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen, zu einer solchen Sprache persönlich ein Recht zu besitzen, (Beifall) denn ich rede hier nicht als blasser Theoretiker, der von anderen verlangt, was er selbst nicht zu tun bereit ist. (Beifall.) Ich kenne aber nicht nur die Sorgen, die eine kinderreiche Familie für Vater und Mutter mit sich bringt, sondern ich kenne auch den Segen der Familie, und ich kenne auch d a s G l ü ck, das in den Kindern beruht, (Beifall) und zwar nicht in einem Kinde oder in zwei Kindern, sondern in vielen Kindern. Ich spreche hier ein höchst persönliches Bekenntnis aus, wenn ich sage, daß die Kinder unser höchstes Glück und unser reichster Segen auf Erden sind. (Beifall.) Sie geben unseretn persönlichen Leben Freude und Sonnenschein und sie verbürgen darüber hinaus die Unsterblichkeit unseres ganzen Volkes. (Beifall.)
Es wird mir vielleicht der eine oder andere enlgegenhallen: Darum viele Kinder, wir haben ja sowieso schon Schwierigkeiten, unser Volk jetzt zu ernähren. Eine sehr billige Ausrede. Denn wenn wir uns auf dem Stande auch nur halten, auf dem wir heute stehen, so werden die anderen Völker wachsen und wenn sie zahlenmäßig größer sind als wir, werden sie nicht zögern, uns auch den Raum abzunehmen, der heute gerade ausreicht. Ausschlaggebend für das Leben eines Volkes sind seine Menschen, die Menschen sind die Träger des Blutes und des Rassenerbes und an Menschen und deshalb an Kindern muß ein Volk für alle Ewigkeit unerschöpflich sein. Da liegt die Quelle unserer nationalen Kraft und mit diesem Arme allein reicht das Volk in die Zukunft hinein.
Ich weiß sehr wohl, wie viele persönliche Sorgen ihr Tag für Tag und Monat um Monat und Jahr um Jahr eurer Familie und eurer Kinder wegen auf euch nehmen müßt. Ich weiß auch, auf wie viele Annehmlichkeit des Lebens ihr verzichten müßt, um euren Kindern Brot, Nahrung und Kleidung und Wohnung geben zu können. Ich weiß, wieviel Sorge es für den Vater und die Mutter macht, nun ein Kind, wenn es aus der Schule entlassen wird, in einem anständigen Beruf unterzubringen. Ich weiß, daß diese Sorgen niemals zu Ende sind, daß sie erst da aufhören, wo das Leben des Vaters oder der Mutter aufgehört hat. Euer Leben ist ein Dienst an der Familie, und weil es ein Dienst an der Familie ist, darum ist es auch ein Dien st am deutschen Volks- t u m. Wir haben nun die stolze Gewißheit, in einem Staate zu leben, in dem man eure Opfer anerkennt, in dem ihr nicht mehr als lächerliche Figuren betrachtet werdet, sondern in dem der Staat sich genau so leidenschaftlich zu euch bekennt, wie ihr durch euer Tun und Handeln euch zum Staate bekennt. (Beifall.)
Als Beschützer der deutschen Volksfamilie", so "schloß Dr. Goebbels, „ist unser Führer auch der Beschützer jeder einzelnen Familie und Schutzpatron all der vielen Millionen Kinder, vor allem der kinderreichen Familien. Zum Führer unseres Volkes bekennen wir uns erneut mit dem Ruf: Der Führer Adolf Hitler und unser deutsches Volk — Sieg-Heil. Die Menge dankte mit langanhaltendem Beifall dem Minister für seine Worte.
Oie Volksgasmaske steht zur Ausgabe bereit.
Reichslustfahrtminister Generaloberst Göring über die Aufgaben des Reichslustschutzbundes
Berlin, 5. Juni. (DNB.) Auf einem Generalappell der Amtsträger der Landesgruppe Berlin im RLB. hielt der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generaloberst Hermann Göring in der überfüllten Dietrich-Eckart- Freilichtbühne des Reichssportfeldes eine bedeutsame Rede über die Entwicklung der gesamten Luftschutzarbeit in Deutschland. In der Loge sah man Staatssekretär Milch, den Inspekteur der Flakartillerie und des Luftschutzes, Generalleutnant Rüdel, den Kommandierenden General im Luftkreis III, General der Flieger Kesselring, den Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Generalmajor S t u m p f f, den Vertreter des Chefs des zivilen Lustschutzwesens, Ministerialrat Groß- kreuz und zahlreiche Persönlichkeiten aus Staat und Bewegung. Der Präsident des RLB., Generalleutnant v. Rocque, hieß den Gründer des Reichsluftschutzbundes im Namen der 12 Millionen Mitglieder des Reichsluftschutzbundes, die durch den Aether mit der Kundgebung verbunden seien, willkommen.
Ministerpräsident Göring
gab zunächst seiner Freude über das gewaltige Anwachsen des Reichsluftschutzbundes und die unermüdliche Arbeit Ausdruck. Die Erkenntnis der Wichtigkeit des Luftschutzes habe den Bund gerade in diesem letzten Jahre so stark anwachsen lassen. „Wenn man bedenkt", so fuhr Generaloberst Göring fort, „daß heute allein 65 000 Dienststellen, 400 000 Amtsträger, 12 000 000 Mitglieder, 2400 Luftschutzlehrer, 5 000 000 ausgebildete Kräfte und 3400 Schulen das innere Gefüge des Bundes darstellen, dann vermag jeder zu ermessen, welch eine Arbeit in diesen Zahlen zum Ausdruck kommt und wie tatkräftig die Führung unter dem General v. Rocques gewesen sein muß, um das zu erreichen.
Unter Hinweis auf die drei Durchführungsverordnungen zum Luftschutzgesetz erklärte Generaloberst: „Erst durch diese Verordnungen wird sich das Luftschutzgesetz praktisch auswir- k e n können. Wir erkennen, daß nun auch grundsätzlich eine Luftschutzdienstpflicht vorhanden ist. (Lebhafter Beifall.) Darüber müssen wir uns klar sein: Wenn ein Luftüberfall kommt, ist es zu spät, dann erst Maßnahmen zu treffen. Nur wenn der Luftschutz in dem Augenblick aufgerufen wie ein Mann steht, sofort, und wenn der Luftschutz in der Vorbereitungszeit all das durchgeführt und dafür gesorgt hat, daß die Maßnahmen getroffen werden, dann wird uns in Zusammenarbeit mit unserer unerschrockenen Luftwaffe kein Staat der Welt in die Knie zwingen können. Darauf allein ' niiwHiii 111
Generalfeldmarschall von Blomberg in Neapel.
Rom, 5. Juni. (DNB.) Generalfeldmarschall v. Blomberg traf Samstagnachmittag in Neapel ein, wo er von den Spitzen der Behörden begrüßt wurde. Die deutsche Kolonie und die Abordnungen der Faschistischen Partei bereiteten dem Reichskriegsminister einen begeisterten Empfang. Im Hotel angekommen, mußte Generalfeldmarschall von Blomberg dem ständigen Drängen der Menge, da der Jubel kein Ende nahm, nachgeben und sich wiederholt auf dem Balkon zeigen. Der Reichskriegsminister begab sich später in das Kronprinz e n p n l a i s. Im Palast unterhielt sich Viktor Emanuel III. mit dem Reichskriegsminister, mit dem zusammen er dann in Begleitung des Kronprinzenpaares und weiterer Mitglieder des königlichen Hauses auf das Drängen der Menge hin auf dem Balkon erschien, um für die Huldigungen zu danken. Immer neue Beifallskundgebungen zwangen den Herrscher mit seinen Angehörigen und dem Generalfeldmarschall, sich noch viermal der begeisterten Menge zu zeigen. Der Reichskriegsminister begab sich sodann in sein Hotel zurück, während der König und Kaiser im Auto nach Rom zurückkehrte. Am späten Abend gab das Kronprinzenpaar einen Empfang. Die römische Presse hebt in reich bebilderten Berichten über den glanzvollen Verlauf der wohlgelungenen Reiter- spiele die Anwesenheit des Generalfeldmarfchalls besonders hervor, der von der Königstribüne aus zusammen mit Viktor Emanuel III. und dem Kronprinzenpaar das herrliche Schauspiel verfolgte.
Ehrentag der Rettungsmedaille.
Der Reichsbund der Inhaber der Rettungsmedaille hatte alle Volksgenossen, die im Besitz dieser seltenen Auszeichnung sind, zu einem „Ehrentag der Rettungsmedaille" nach der Reichshauptstadt gerufen. Am Denkmal König Friedrich Wilhelms III. im Berliner Lustgarten hatten sich etwa 1200 Lebensretter versammelt. Auch der älteste Lebensretter, ein 86jähriger, und das jüngste Mitglied des Reichsbundes, die achtjährige Eva Seemann aus Kiel, waren erschienen. Nachdem der Bundesführer, Engelbrecht, einen Kronz am Denkmal des Stifters der Rettungsmedaille, niedergelegt hatte, begrüßte er die Ehrengäste. Staatssekretär Pfundtner, Ehrenmitglied des Reichsbundes und selbst Inhaber der Rettungsmedaille, schritt die Front der Lebensretter ab und hielt dann die Festansprache.
Besuch des polnischenGtaaispräsidenten in Bukarest.
Warschau, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der polnische Staatspräsident, den u. a. Außenminister Beck, der Chef der Protokolls Graf Romer und der Chef des Militärkabinetts des Staatspräsidenten General Schally begleiten werden, trifft am 7. Juni in Bukarest ein, wo er u. a. auf dem Bahnhof von König Carol und der rumänischen Regierung begrüßt wird. Die polnische Telegraphenagentur berichtet, daß mit dem Gegenbesuch des rumänischen Königs in Warschau noch in den letzten Junitagen zu rechnen sei. König Carol werde von dem rumänischen Außenminister A n t o n e s c u begleitet sein.
Meine politische Nachrichten.
Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine wird am 8. Juni in Kiel am Stapellauf des zweiten 10000-Tonnen-Kreuzers teilnehmen und anschließend die Besichtigung von Standorten im Bereich der Marinestation der Nordsee vornehmen.
kommt es an, daß jeder zur Erkenntnis kommen muß: Die Zeiten, in denen man Deutschland irgendwie unter Druck setzen konnte, sind vorbei. (Erneuter stürmischer Beifall.) Und wer das immer noch nicht begriffen hat, daß man Deutschland nicht mehr ungestraft beleidigen kann, der mag nur an das jüngste Ereignis, bei dem wir blitzschnell handelten, denken und wissen, daß er sich in einem Irrtum befindet. (Tosende Zustimmung.) Wo deutsches Blut geflossen ist, kann es nicht mit Tinte gutgemacht werden.
Dann ging der Reichsluftfahrtminisier auf die Mitarbeit der Frauen gerade im Luftschutz ein. Die wenigen Männer, die im Ernstfall zu Hause bleiben, würden in den Fabriken usw. notwendig gebraucht. In den Häusern dagegen, in denen keine Männer mehr sich befänden, müßten die deutschen Frauen beweisen, rb sie würdig jener großen Ahnenfrauen seien, die vor Tausenden und Hunderten von Jahren die Welt in Erstaunen setzten. Wenn also einmal Deutschland angegriffen werden sollte, dann dürfte es keine schwachen, entnervten Frauen geben, sondern nur tapfere Menschen, die sich ihrer vollen Verantwortung bewußt seien. Die deutschen Frauen würden es umso leichter haben, die Verven zu behalten, je früher und umfangreicher sie über all die Gefahren und die V o t w e n d i g k e i- t e n, die einlreten könnten, aufgeklärt seien und wüßten, was sie dagegen zu tun hätten. „Daß wir ihnen dann", erklärte Göring, „in dieser schwersten Stunde die Möglichkeit geben, mit kaltem Blut alle Maßnahmen in ruhiger Sicherheit zu treffen, die notwendig sind zum Schuhe der ihnen Anvertrauten."
Die organisatorischen Arbeiten des Bundes, fuhr Göring fort, könnten nun wohl als abgeschlossen bezeichnet werden. Nun komme es darauf an, mit der ganzen Kraft auf die eigentlichen Selbst- s ch u'tz a u f g a b e n hinzusteuern. Ich erwähne die Mitwirkung bei der Personalerfassung. Ich erinnere weiter an die Ausbildung, an die Hebungen im Luftschutz und schließlich an die Bauberatung und die Entrümpeln ngsaktionen. Hier möchte ich auch als Beauftragter des Vierjahresplanes etwas sagen: Es gibt in Deutschland heute nichts, was man nicht gebrauchen kann. Und wenn Sie wüßten, aus welch komischen Dingen manches gemacht wird, würden Sie in Zukunft bei den Entrümpelungs
aktionen sich noch mehr dafür sorgen, daß die Böden nicht nur entrümpelt, sondern daß die Dinge vor allem auch dahin geliefert werden, w o - hin sie ae hären. Wir können uns heute nicht mehr den Luxus leisten, irgend etwas, weil es überflüssig 'erscheint, auf den Kehrichthaufen zu werfen oder zu verbrennen. Alles wird gebraucht."
Mit nochmaligem Dank und Anerkennung für die großen Leistungen jedes Angehörigen des Reichsluftschutzbundes erklärte der Redner, die Luftschutzarbeit sei allen anderen Arbeiten, die beim Neuaufbau des Reiches getan werde, ebenbürtig. Er werde dafür sorgen, daß bei der Berücksichtigung von Aufnahmegesuchen in die Partei die langjährige aufopfernde Tätigkeit im Luftschutz vollste Anerkennung sinde.
Generaloberst Göring fuhr dann fort: Wir wissen, daß schlimmer noch als der Hagel der Granaten und das Detonieren der Bomben die schleichende Wirkung giftiger Gase im Luftkrieg ist. Es ist selbstverständlich, daß man die Bevölkerung durch bombensichere Unter stände zu schützen versucht, aber man kann nicht alle damit erfassen. Es ist notwendig, daß gegen jedes Gift, das sich selbst durch dichte Türen hindurchschleichen kann, ein richtiger Schutz gefunden wird.
Es war eine mühsame Arbeit, eine richtige Volksmaske herauszubringen, die unter allen Umständen gegen alle bisher bekannten Gase Sicherheit gibt und andererseits im Preise so liegt, daß sie jeder Volksgenosse erstehen kann. Diese Volksgasmaske ist jetzt d a und in Millionen Exemplaren vorhanden. Mit dieser Gasmaske ist das Veste erreicht worden, was man auf diesem Gebiet gegenwärtig erreichen kann. Die Ausgabe wird in engster Zusammenarbeit mit dem Reichsluftschuhbund, aber auch mit der VSV. erfolgen, damit sie jedem Volksgenossen zugänglich ist. Es ist selbstverständlich, daß hierbei auch auf das engste mit dem Werk- l u f t f ch u h und allen Werksangehörigen zusammengearbeitet wird. Es wird in Zukunft eine der Hauptpflichten der Amtsträger des Reichsluftfchuhbundes und feiner Mitglieder fein, dafür zu sorgen, daß diese Volksgasmaske im Volke verbreitet und, was noch wichtiger ist, in Ordnung gehalten wird. So technisch vollendet das Instrument ist, so kommt es doch darauf an, daß es entsprechend in Ordnung gehalten wird."
Die amerikanischen Schlachtschiffe „New Port", „Arkansas" und „Wyoming" liefen am Freitag mit 1200 Seekadetten an Bord aus Annapolis (Maryland) aus, um die europäischen Gewässer zu besuchen. Sie werden am 21. Juni Kiel anlnufen.
Die in zahlreichen Prozessen aufgedeckten schweren Sittlichkeitsverbrechen an Jugendlichen und hilflosen Krüppeln im Herz-Jesu-Heim in Fulda haben den Landrat des Kreises Fulda veranlaßt, die Verwendung öffentlicher
Mittel, die für Jugend- und Wohlfahrtspflege bestimmt sind, für Zöglinge des Herz-Jesu-Heims und des Herz-Jesu-Krankenhauses zu untersagen.
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Der dänische Außenminister Munch stattete dem Reichsminister des Aeußeren, Freiherrn von Neurath, einen einstündigen Besuch ab. Anschließend folgte Außenminister Munch der Einladung des Reichsaußenministers zu einem Frühstück. Am Sonntagvormittag begab sich der dänische Minister nach Kopenhagen zurück.
Theater und Film in China.
Von unserem E.M.-Äerichierstaiter.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Schanghai, im Mai 1937.
„Haben Sie Lust, heute abend mit mir den beliebtesten, wenn nicht berühmtesten chinesischen Charakterdarsteller zu sehen?" fragte mich ein junger Student.
Ob ich Lust hatte, denn die Gelegenheit, unter sachkundiger Führung die vielbeschriebene Alt-Pekinger Schule zu sehen, ist für Schanghai entschieden eine Abwechselung.
Ich war trotz meiner Begeisterung mit viel Skepsis gewappnet und auf allerlei Unbegreifliches gefaßt. Hatte ich doch aus zahlreichen europäischen Büchern bisher kaum die richtige Vorstellung gewonnen. Ganz nach Stil und Tendenz traf man dort auf wohlwollende, überhebliche, begeisterte oder gar intellektuell-ironisierende Darstellungen des chinesischen Theaters.
Vor einer für europäische Verhältnisse gänzlich unbegreiflichen Fülle, bei der mittleres und selbst kleinstes Bürgertum überwog, sahen wir im Kristallpalast „woo Han killing bis wife“. Der Titel versprach ein Sensationsstück, aber nur deshalb, weil der englische Name den wahren Inhalt nur grob wiedergab.
Es handelte sich um folgendes: Woo Han, der Sohn eines ehemaligen Premierministers, lebt in glücklichster Ehe mit Wong-Pueh-Ding, der Tochter des regierenden Kaisers Ping-ti. In einem siegreichen Feldzug hat er den Sohn des gestürzten Kaisers Wong Meng gefangen genommen und auch einen alten Freund,' der ihn zur Parteinahme für den Unterlegenen gewinnen wollte, im Zweikampf geschlagen. Nach der Siegesfeier trifft er feine alte Mutter, deren Urteil und Willen er, wie jeder Chinese, sich beugt. Sie erzählt ihm, daß Ping-ti nur durch gemeinsamen Mord auf den Thron gelangt und er selbst wie seine Vorfahren nur zur Treue zum alten Kaiser verpflichtet seien. Da er bereits Blut der Anhänger des früheren Herrschers vergossen habe, müsse er einen Beweis seiner Zugehörigkeit zu ihm liefern und der bestehe darin, daß er seine Frau töte. Woo Han ist erschüttert, beschließt aber nach schweren inneren Kämpfen, gehorsam gegen den alten Kaiser und gegen die Mutter zu fein. Den gefangenen Sohn läßt er frei, als er aber der geliebten Frau gegenübersteht, versagt er. Wong-Pueh-Ping kennt ihren Vater, und nach langen vergeblichen Ueberzeugungsversuchen ihrem Gatten gegenüber, tötet sie sich selbst, um den Geliebten zu rechtfertigen. Die Mutter Woo Hans begeht angesichts des Todes der Schwiegertochter Selbstmord, weil sie diese wie eine Tochter geliebt hat und sie trotzdem der Treue opfern mußte. Woo Hans letzte Logik ist der Krieg gegen den Schwiegervater.
Dieses Drama aus der Han-Dynastie kennzeichnet, ohne daß man darüber Worte zu verlieren braucht, altes China besser als so manches Buch.
Während des Stückes, man bekommt deren vieren bis fünf am Abend zu sehen, unterhielten sich viele Zuschauer laut. Mein Begleiter erklärte mir, daß diese ohne Ausnahme die vom Mandarinchinefisch vollkommen verschiedene Sprache nicht verstünden. Ich war überrascht und erfuhr erst später, daß die Sprache auf dem alten Theater in China etwas „Nebensächliches" sei. Der Hauptdarsteller Chow erzählte mir in seiner Garderobe, daß das altchinesische Theater ursprünglich eine Freilichtbühne war, in der naturgemäß die Worte verloren gingen und die Gesten die Handlung verständlich machen mußten. Darum auch ihre betonte Pflege, die man in Europa häufig mißverstehe, und die doch verstanden werden könnte, wenn man die Pflege des altgriechischen Theaters noch betriebe. Der Erfolg des Darstellers hänge also davon ab, inwieweit und wie tief er den Zuschauer durch ein solches Spiel erfasse und mitnehme.
„Sie haben ja gesehn", wandte mein Begleiter ein, „wie groß der Beifall bei manchen Szenen des Herrn Chow war, und können deshalb seine Volkstümlichkeit verstehen!"
Der Star Schanghais, der eine Gage von 3000 Dollar monatlich bezieht, wehrte lächelnd und de- sckeiden ab. Er begleitete uns bis zum Bühnen- Ausgang und hielt mich dort noch einmal fest:
„Ich gehe in jeden Film, in dem ich Iannings sehen kann. Schon seit Jahren notiere ich mir alles, was ich von ihm lernen kann!"
Das begriff ich nun sofort, denn auch Emil Jan- nings ist der Schauspieler starker Mimik und Gesten. Ihn können darum die Chinesen auch ohne Worte verstehen.
Als wir wieder draußen waren, sahen wir die nächste Vorstellung schon ausverkauft. Nachdenklich ging ich nach Hause und nahm mir vor, beim nächsten Programmwechsel wieder einer der ersten Besucher zu sein, denn jetzt flog mir vieles zu, und ich brauchte meine Einstellung zum Lande, hier wenigstens nicht hinter Mißverstehen zu verschanzen. Nebensächlich war mir auch auf einmal die herrliche Bühnenausstattung, die prachtvollen Brokate und Seiden der Darsteller, die von vielen Europäern so bestaunt werden, nebensächlich auch die während des Spiels auf der Bühne her- umstehenden und -laufenden Arbeiter und Gehilfen, die die Touristen für komischer halten als ein geist-
Polizei rufen,
wenn der Einbrecher uns angeschofsen hat, das ist reichlich spät.
Besser ist es, für Elnbruchssicherheit zu sorgen! Auch gegen die Bakterien, die unsere Zähne anknabdern
und zerstören wollen, können wir uns rechtzeitig schützen.
Chlorodont — am besten abends und morgens — das fegt die Übeltäter fort. Chlorodont, die Qualitäts-
Zahnpaste, erhält die Zähne gesund und schön.


