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Tage im Krankenhaus gestorben. Dem Angeklagten Sch. war zur Last gelegt, als Beifahrer den An­hänger nicht abgebremst zu haben.

In der gestrigen Hauptoerhandlung stellte sich die Schuld des Angeklagten H. einwandfrei heraus, während dem Angeklagten Sch. eine strafbare Hand­lung nicht nachgewiesen werden konnte. Der Ange­klagte Sch. mußte daher freigesprochen wer­den. Der Angeklagte H. wurde an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten zu einer Geldstrafe von 150 Mark, hilfs­weise zwei Monate Gefängnis, verurteilt. Mit Rück­sicht darauf, daß der Angeklagte H. durch seine Handlungsweise den Tod seines Vaters herbeige­

führt hat und dadurch schon schwer gestraft ist, sah dg,s Gericht von einer Freiheitsstrafe ab.

Sodann verhandelte die Große Strafkammer unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen den Juden Siegfried Rosenfeld aus Bad-Nauheim wegen Rassenschande. Die Hauptoerhandlung ergab, daß der Angeklagte mit einem deutschblütigen Mädchen vor und nach dem Erlaß des Blutschutz­gesetzes unzüchtige Handlungen vorgenommen hatte. Das Gericht verurteilte ihn zu der gesetzlichen Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus. Die Strafe gilt durch die Untersuchungshaft als ver­büßt. Da der Angeklagte verurteilt wurde, hat er auch die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Die Kleiderschau des Deutschen Flauenwerks.

Die Kleiderfthau, die am Montag im Cafe Leib vor geführt wurde, bot etwas ganz eigenartig Schönes. Zwanzig deutsche Modell- und Schulwerk­stätten sind an der Herstellung der Kleider beteiligt gewesen.

Die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e er­öffnete die Veranstaltung, die nachmittags und abends sehr gut besucht war. Frau W r e d e hob hervor, daß unsere Weltanschauung auch in der Art unserer äußeren Erscheinung zum Ausdruck kommen und daß die Würde der deutschen Frau auch in der Gestaltung ihrer Kleidung gewahrt wer­den muß. Sie erwähnte, daß die Deutsche Frauen­kultur auf diesem Gebiet wertvolle Pionierarbeit geleistet hat, und daß auch bei uns im Kreis schon in der Richtung der art- und zweckmäßigen Kleid- und Heimgestaltung gearbeitet wurde.

Nachdem Fräulein Kellner als Vertreterin der Deutschen Frauenkultur und Fräulein Schulze als Begleiterin und Ordnerin der Lehrschau in kurzen Ansprachen den Zweck und das Ziel dieser Veranstaltung dargelegt hatten, begann die Vor­führung der einzelnen Kleidergruppen. Ausgehend von der Urform nordischer Frauenkleidung wurden die einfachsten Hauskleider in handgedruckten blauen Stoffen mit praktischen, auswechselbaren Schürzen zum Aufknöpfen gezeigt. Hier fand die Land- und Siedlerfrau die einfache und doch kleidsame, ge­schmackvolle Kleidung für die Haus- und Garten­arbeit. In Form und Schnitt leicht nachzuarbeiten

sind alle die hübschen Leibchenkleiüer, die Mieder­röcke mit hellen Blusen und abwechslungsreichen Westen. Die nächste Gruppe zeigte die wertbeständige Berufskleidung, die in schlichter Form bei tadel­losem Sitz die gutgekleidete, in Büro und Lehrsaal tätige Frau darstellte. Auch hier sah man die neuen handgewebten Werkstoffe verwendet, die der Klei­dung etwas Eigenartiges und Gediegenes verleihen. Es folgten sportliche Kleider in praktischer weiter Form, im Gegensatz zu dem Humpelrock, der, fälsch­lich als Sportrock bezeichnet, die freie Bewegung hemmt und einengt. Elegante Jackenkleider und flotte Mäntel wurden ebenfalls mit großem Beifall aufgenommen, während die am Schluß gezeigten Nachmittags- und Abendkleider freudige Bewunde­rung erregten. Die Musik, die Frau Fischer am Klavier recht stimmungsvoll gestaltete, ging bei diesen festlichen Kleidern in fröhliche Tanzweisen über und begleitete die jugendlichen Gestalten, die mit Freude und Verständnis die schönen Kleider zeigten, bei ihrem langsamen Wandeln über die erhöhte Bahn.

Möge die Kleiderlehrschau, die in vorbildlicher Weise in ihren Darbietungen den deutschen Leistungsstil herausstellt, die der Ausartung dienen will, überall, wohin sie kommt, soviel freudige und dankbare Anerkennung finden wie hier, und damit beweisen, daß diese Art der Kleiderschau eine will­kommene Anregung für unsere Frauen bedeutet.

Die Arbeit her DAF.im Kreis Wetterau.

Der Bericht vom März.

Die Kreiswaltung Wetterau der DAF. gibt folgenden Bericht über ihre Tätigkeit im Monat März.

Im Kreis Wetterau wurden im Berichtsmonat 42 039 Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront betreut; hiervon gehören zum früheren Kreis Gießen 24 146 Mitglieder.

Die Verwaltungsstelle 19 (Gießen) meldet folgende genehmigte und ausbezahlte U n - terstützungen:

Genehmigte Anzahl

Unterstützungs- Wertsumme

E.-W. .

41

907,05

Kr.-U.

112

1812,05

Dt. durch Gauwaltung

ausbezahlt

222

2052,01

Inv.-U.

3

38,55

Nots.-U.

2

25,

Heir.-Beih.

1

30,

St.-U.

3

275,

384

5139,66

AOD.

3

156,

A n g e st e l l t e : Inv.-U.

1

30,40

Ausbezahlte

Unterstützungs-

Anzahl

Wertsumme

E.-W.

50

463,70

Kr.-U.

91

932,45

Dt. durch Gauwaltung

ausbezahlt

222

2052,01

Inv.-U.

,4- 228

3167,05

Notf.-U.

2

25,

Heir.-Beih.

1

30,

St.-U.

3

275,

597

6945,21

AOD.

3

156,

+ 1 Zuzug 31,20 RM. und 1 Abgang 5,0 RM.

Erhöhung der Unterstützung auf 7, RM. be­rücksichtigt.

Angestellte:

Inv.-U. 15 +184,50

4- Erhöhung von Unterst, auf 7, RM. berück­sichtigt

Die Kreiswaltung hielt 22 gut besuchte Mit­gliederappelle ab und führte 9 Vertrauens­ratschulungen durch. 6 Gruppenbesprechungen haben den Amtswaltern die Ausrichtung für die kommende Arbeit gegeben. Es wurden 87 Ortswaltungen be­sucht und 263 Betriebe besichtigt.

Bei der Rechtsberatungsstelle sprachen 494 Besucher vor. Außerdem wurden 45 arbeits­rechtliche Streitfälle behandelt, 18 Güteverhandlun­gen mit den Parteien geführt und 27 Vergleiche ge­schlossen (Wert 567,46 Mark).

Vor dem Arbeitsgericht wurden 17 Klage­erhebungen vorgenommen, 27 Termine wahrgenom­men, 11 Vergleiche geschlossen, und 3 Klagen zurück­genommen.

Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" führte 9 Veranstaltungen mit 4242 Besuchern und 31 Sportkurse mit 2836 Teilnehmern durch. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß in die­sem Jahre die Anmeldungen für alle Urlaubsfahr­ten sehr zahlreich eingehen. Volksgenossen, die noch mitKdF." ihren Urlaub verleben wollen, müssen sich also schnellstens melden. Eine frühzeitige Urlaubs­festlegung wird ja in allen Betrieben angestrebt.

Die Abteilung Berufserziehung und Be­triebsführung beendete teilweise die Berufs­erziehungsmaßnahmen (fachliche Lehrgänge) der verschiedenen Betriebsgemeinschaften. Nach kurzer Ferienpause setzen die übrigen Lehrgemeinschaften und Aufbaukameradschaften wieder mit der Arbeit ein. Neue Lehrgänge verschiedener Art beginnen im April und Mai. Anmeldungen müssen schnell-

Skandal

um Dr.Vandergmen

Roman von Hans Hirthammer.

Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S.

10. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Gifch hat dann nichts mehr von Mariele gehört, lange Zeit hindurch. Bis vor zwei Jahren. Da kommt sie einmal von der Arbeit nach Haufe, es ist ihr grad recht weh und einsam zumute. Und da saß Mariele Hauck in ihrem Zimmer, fabelhaft ange­zogen, hatte die schlanken Beine übereinanderge­schlagen, rauchte eine Zigarette und las in einem Buch, das sie vom Schrank genommen hatte.

Servus, Line!" lachte sie.Gell, da schaust! Sag mal, was liest du für Blödsinn? Du bist doch kein Backfisch mehr. Ja, ich bin in Berlin, warum nicht, ganz nett hier. Na, komm, mach dich ein biß­chen hübsch, wir wollen irgendwo Wiedersehen feiern. Aber beeil' dich, Kurt wartet unten schon zwei ge­schlagene Stunden mit seinem Wagen. Ein bißchen doof, aber sonst ein reizender dengel! Wetten, daß er dir gefallen wird? Also los, Kleines, wirst später noch Zeit genug haben, mich anzustaunen."

Mariele!"

Nee, Kind, Mariele is nich mehr. Der Fratz nennt sich jetzt Mary."

Zuerst hat Gisch das Gefühl einer furchtbaren Ernüchterung und Enttäuschung gehabt. Was ist aus ihrer Mariele geworden? Ein freches, gefühl­loses, leichtsinniges Geschöpf.

Es dauert aber kaum ein paar Tage, da macht sie die tröstliche Entdeckung, daß all dies nicht Marieles Wesen angehört, daß es nur Spiel und Maske ist, so wie ein aufrechter und fröhlicher Mensch wohl zuweilen Gefallen findet, im Narren­kleid einherzugehen und sich solchermaßen an der Einfalt der anderen zu ergötzen.

Das ist Mary Hauck. Für Herrn Knack eine durchaus unbehagliche und zugleich beunruhigende Angelegenheit! Um ganz ehrlich zu sein: er fühlt in ihr eine Gefahr für sein unbescholtenes Herz. Denn er ist nicht gänzlich unzugänglich für weib­

liche Reize, ohne freilich das Zeug zu einem rich­tigen Sapperlotskerl in sich zu haben. Es geht ihm wie dem Fuchs in der Fabel. Die Trauben möchte er ganz gerne haben, aber sie hängen ihm zu hoch.

Diese Mary", sagte er dann,ich weiß nicht, was die Männer an ihr finden. Mir jedenfalls geht sie auf die Nerven mit ihrem Getue, wirklich! Ich könnte sie mir nicht als meine Frau vorftellen!"

8.

Mary Hauck wohnt in der Reinickendorfer Straße, unweit des Kinderkrankenhauses, wo sie bei einem älteren Ehepaar ein hübsches, sonniges Zimmer im zweiten Stockwerk gemietet hat. Es sind ein biß­chen komische Leute. Herr Dr. Behnicke übt den Beruf eines Gymnasiallehrers aus, und man er­zählt sich, daß er die ganze Odyssee im Urtext aus­wendig kann. Frau Dr. Behnicke ist eine etwas schrullenhafte, rheumageplagte Dame, mit der sich aber zur Not auskvmmen läßt. Der Haushalt wird vervollständigt durch Fräulein Irma Behnicke, ma­ger, sommersprossig, und einen bejahrten Kater, der auf deU ungewöhnlichen Namen Achilles hört. Aber schließlich ist der Name durchaus angebracht für einen Kater, der sich im Dunstkreis humanistischer Bildung bewegt.

Mary fügt sich mit guter Laune in den merk­würdigen Kreis, läßt die gelegentlichen Moralpre­digten der Frau Professor ernsthaft über sich er­gehen, duldet großzügig die unbeholfenen Huldigun­gen des Herrn Dr. Behnicke und befriedigt lächelnd Fräulein Irmas Durst nach Liebesromanen. Nur mit Achilles, der ihrer Ueberzeugung nach einen ausgesprochen schuftigen Charakter in sich birgt, steht sie auf unversöhnlichem Kriegsfuß, besonders seit dem Tage, da Achilles eine ganze Schachtel voll Pralinen von ihrem Nachttischchen herunter­geholt und ratzekahl aufgefressen hat. Das Biest bekam nicht einmal Magenbeschwerden.

*

Als Emil an diesem Morgen seinen Wagen vor dem Hause zum Stehen bringt, ist es halb neun Uhr. Er verspürt ein gelindes Herzklopfen, während er die Treppe emporsteigt, es läßt sich nicht leug­nen, denn so ganz allein ist er eigentlich noch nie­mals hier gewesen. Und es ist ein beträchtlicher Unterschied, ob man mit oder ohne Braut eine

ftens erfolgen. Der Unterricht in Kurzschrift und Maschinenschreiben erfolgt ab 1. April 1937 durch die Deutsche Arbeitsfront und die Deutsche Steno­graphenschaft gemeinsam unter der Bezeichnung Häuser der Kurzschrift", wodurch höchste Leistung im nationalsozialistischen Geiste ermöglicht wird.

Die Kreisbetriebsgemeinschaften werden die praktische Auswertung der Ergebnisse des Reichsberufswettkampfes 19 3 7 dahingehend vornehmen, daß sie die jungen Kame­raden bei der Zurückreichung der Arbeiten ganz besonders auf die festgestellten Lücken in ihrer'Be­rufsausbildung Hinweisen und sie gegebenenfalls in die Lehrgemeinschaften und Aufbaukameradschaf­ten der fachlichen Lehrgänge in der Arbeitsschule einweisen. Darüber hinaus werden bei festgestellter schlechter Lehrlingsausbildung auch die Betriebe be­

sucht. Es werden dann Möglichkeiten gefunden wer­den, diese Mängel auszumerzen.

Das Deutsche Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront, Kreiswaltung Wetterau, weist noch einmal auf das G e s e l l e n w a n d e r n hin. Alle jungen Handwerker sollen wandern, um Deutschland kennen zu lernen, ihre Kenntnisse zu erweitern und anderen ihre besonderen Kenntnisse zu vermitteln. Meldungen müssen bei der AbteilungDas Deutsche Handwerk", Kreiswaltung Wetterau, erfolgen.

Die Kreisjugendwaltung meldet, daß 25 Kreissieger des Reichsberufswettkampfes 1937 von der Gauwaltung zum Gauentscheid zugelassen wurden. Diese jungen Kameraden und Kameradin­nen haben inzwischen die Aufforderung zur Teil­nahme an diesem Gauwettkampf in Darmstadt er­halten.

Lugendherbergswerk dient bemVaterland

Jugend unterwegs.

Alles Vertrauen für die Jugendherbergen! Gießener Mädel in Wiesbaden.

((Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.)

Schon in den Tagen der Osterferien war unsere Jugend aus allen deutschen Gauen wieder unter­wegs, auf Wanderungen oder auf Radausflügen, um abermals einen Teil unserer schönen deutschen Heimat kennenzulernen. Von erlebnisreichen Tagen in Wald und Feld kehren sie nun bald wieder zu­rück, haben wieder ein Stück Heimat gesehen und vertieften damit, wenn auch vielleicht unbewußt, die Liebe zu ihrem großen deutschen Vaterland. Sie fuhren in die heimischen Berge, wanderten in den Flußtälern, zogen durch die Wälder, besuchten Bur­gen und Ruinen und vieles wird ihnen an das Herz gewachsen sein. Hunderttausende von Jungen und Mädchen waren und sind immer,wieder unter­wegs und die Eltern brauchen sich keine Sorgen um sie zu machen, etwa der Art:Wo werden sie schla­fen?" Zwischen den Tagen reicher Erlebnisse kehrten sie in den'Jugendherbergen ein!

Jugendherberge! Fast ein Zauberwort! Sicherlich aber ein Begriff und was wichtiger ist eine Tatsache! Ohne die deutschen Jugendherbergen wäre es nicht möglich, daß Hunderttausende von Buben und Mädeln unterwegs sein könnten, so wie sie es heute immer wieder sind. Ohne die Jugendherbergen wäre es nicht möglich, daß die deutsche Jugend ihr Vaterland s o fenjien lernt, wie kaum eine Gene­ration jemals vorher. Aus der Liebe zur Heimat aber erwächst die Liebe zum Vaterland! Deshalb ist das Jugendherbergswerk eine Sache, die nicht nur einige Idealisten angeht, die das Werk fördern, son­dern eine Sache des ganzen Volkes.

Unsere opferbereite Volksgemeinschaft wird des­halb nicht zögern, an den Tagen des Jugendher- bergswerkes 17. und 18. April ebenso zu opfern, wie es für die Winterhilfe immer wieder geschehen ist. Der Deutsche Jugendherbergsoerband baut mit den Spendenbeträgen neue Herbergen.

3m Landesverband Rhein-Main des Deut­schen 3ugendherbergswerkes sollen in den kom­menden Jahren mehrere neue Jugendherbergen entstehen. Vorgesehen sind die Schaffung einer neuen Herberge im Taunus (am Sandplacken), in Vad Soden, in 23ab Ems oder in Rassau und in 2Vorms. Auch für den Vogelsberg ist die Schaffung einer weiteren Jugendherberge beabsichtigt, wo sie allerdings entstehen wird, ist noch nicht festgelegt.

Der Landesverband Rhein-Main läßt es sich sehr angelegen sein, der großen Sache in vielerlei Form zu dienen. In welchem Ausmaß das Werk im Ge­biet des Landesverbandes Rhein-Main in den ver­gangenen drei Jahren gefördert worden ist, zeigte die Leitung des Landesverbandes am gestrigen Dienstag den Vertretern der maßgeblichen Zeitun­gen des Rhein-Main - Gebiets. Die Teilnehmer lern­ten vier Jugendherbergen kennen, die das gesamte Herbergswerk charakterisieren und erkennen ließen, in welcher Richtung die Bestrebungen laufen. Selbst­verständlich ist man sich darüber klar, daß die 70 Herbergen des Verbandes nicht alle so sein können, wie die neu eingerichteten ober neu ausgebauten Herbergen von Schloßborn, von Mainz, Wiesbaden und Rüdesheim. Aber gerade diese vier Herbergen zeigten, wie verantwortungsbewußt für die deutsche Jugend auch an dieser Stelle gearbeitet wird. Jene vier genannten Herbergen zeigten sich in ihrer Art grundverschieden, aber alle vier gleich zweckmäßig

und großartig! Es lohnt, einen Blick in diese Ju­gendherbergen zu werfen.

Lchloßborn.

Idyllisch in einem weltabgewandten Tale des Taunus (unweit Königstein) gelegen, etwas abseits vom Dorfe bietet sich die Jugendherberge von Schloßborn in neuem Gewände dar. Vor elf Jah­ren wurde sie erbaut, kürzlich wurde sie gründlich

Man kann sparen, wenn man will!

Jawohl, in jedem Haushalt kann gespart werden; z. B. beim Wäschewaschen!Schwarz/Weiß", bas neue selbsttätige Waschmittel, hilft jeder Hausfrau sparen.Schwarz/Weiß" wäscht selbsttätig, spart Mühe, Zeit und auch Geld, denn für seine große Wirkung istSchwarz/Weiß" sehr preiswert. Doppel­paket 55 Pf., Normalpaket 28 Pf. 2434 a

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überholt und modern hergerichtet. In diesen Tagen konnte die Jugendherberge ihren 100 000. Gast begrüßen und ihn mit einem Geschenk ehren. Der Glückliche, ein Pimpfenführer, wußte gar nicht recht, wie ihm geschah, als er sich plötzlich so ohne be­sonderes Verdienst geehrt fühlte. Er erhielt 20 RM. in Form von Wandergutscheinen. 66 Betten ent­hält die Herberge, vorbildliche Kücheneinrichtungen, wunderschöne helle Tagesräume, tadellose hygienische Einrichtungen ...

INainz-Gonsenheim.

Abseits des Getriebes der Großstadt liegt die Herberge Mainz-Gonsenheim. Die Jugend hat zwar einen längeren Anmarsch, aber sie wird da­für reich entschädigt. Eure aroße Mühle war um- gebaut und neu eingerichtet worden und sie ver­mag h^ute für jede Nacht 200 Buben und Mädchen Unterkunft zu gewähren, ohne daß Gedränge herr­schen würde. Uralte Bäume umrauschen die Dächer der stattlichen Gebäude und unweit des Hauses plätschert der Mühlbach zu Tal. Wieder, ganz an­ders geartet ist die Jugendherbege zu

Wiesbaden.

Sie liegt ebenfalls außerhalb der Stadt, am Ab­hang eines Waldtales, aber doch so hoch, daß von vielen Fenstern aus ein großartiger Ausblick auf die Stadt und das Rheintal möglich ist. Die Ju­gendherberge war noch vor einem Jahre ein Sa­natorium. Heute, nach gründlicher Um- und Aus­gestaltung, ist eine Herberge entstanden, die nicht weniger denn 400 Gästen Unterkunft für Tage und Wochen gestattet. Auf einem Gang durch das hohe und ungemein geräumige Haus (ganz im Stile eines Sanatoriums gebaut) läßt sich erkennen, daß schlechterdings an alles gedacht worden ist, was man je in einer Jugendherberge erwarten darf. Gegenwärtig füllen 200 Mädchen aus dem BDM.- Obergau das Haus mit quicklebendigem Betrieb. Die Sportwartinnen des Obergaues 13 sind zu einem Schulungskursus zusammengerufen worden und verbringen dort acht Tage bei Spiel, Sport, Gesang und ernster Arbeit. Etwa 2 0 Mädel aus Stadt und Kreis Gießen, aus dem

junge Dame besucht, besonders wenn es sich um Mary Hauck handelt.

Als er nach kurzem Zögern gerade klingeln will, kommt Fräulein Irma heraus, im Begriff das Haus zu verlassen.

Huch nein!" ruft sie erschreckt. Sie ist im Um­gang mit jungen Männern, soweit es sich nicht um solche b^s klassischen Altertums hanbelt, nicht aus­gebildet worden. Sie mustert den Herrn mit neu­gierigen, ein wenig ängstlichen Blicken.

Entschuldigen Sie, ich wollte gerne Fräulein Hauck sprechen. Könnten Sie mir wohl sagen, ob sie noch zu Hause ist?"

Irma zieht überrascht die Nase hoch, Fräulein Hauck steigt noch um einige Grad in ihrer Be­wunderung.

Ich will gleich mal nachsehen!" sagt sie aufge­regt und klopft an der Tür, die dem Flureingang gegenüberliegt.

Mary ist eben erst aufgestanden, denn sie braucht vor zehn nicht im Geschäft zu fein.

Da es keiner ihrer Bekannten wagen würde, sie zu besuchen, weiß sie mit Irmas hastig geflüsterter Mitteilung nichts Rechtes anzufangen. Sie wirft rasch einen Morgenrock über und späht durch die Türspalte.

Emil Knack! Nanu? Und ihr erster Gedanke ist Gisch. Es ist etwas mit Gisch passiert.

Herr Knack, Sie? Bitte, kommen Sie herein. Was ist los?"

Irma legt entgeistert die Hand an die sommer­sprossige Wange, nachdem sich Fräulein Marys Tür hinter dem Besucher geschlossen hat. Das Fräulein hatte ja fast nichts an unter dem Morgenrock und ausgesehen hat es im Zimmer! Nein, so was, denkt Irma. Wenn bloß die Mama nichts merkt! In heller Aufregung steigt sie die Treppe hinab und empfindet es plötzlich als eine große Bitternis, daß der nette junge Mann sie kaum angesehen hat.

Verzeihen Sie, Fräulein Hauck, daß ich so früh! Ich sehe schon. Gisch ist also nicht bei Ihnen?"

Gisch? Mein Gott, wieso? Was ist denn? Reden Sie! Einen Augenblick, ich will Ihnen erst mal einen Stuhl frei machen."

Mit flinken Händen rafft sie einen Unterrock, ein paar Strümpfe und ein Haarnetz auf, wirft alles aufs Bett und rückt den Stuhl zum Fenstertisch.

Sie hätten sich vorher anmelben sollen!" lacht sie. Es sieht verheerend aus, nicht?"

Ooch, nicht so schlimm!" gibt Emil zurück, und es ist keineswegs bloß eine höfliche Redensart. Er gesteht sich gerne ein, daß seine Besorgnisse unbe­gründet waren. Im Gegenteil, geradezu hübsch ist das, was hatte er eigentlich gegen die Mary, ein strammes Mädel, und wie man sieht, überaus natürlich.

Dann klärt er Mary über den Grund seines Besuches auf.Ich kann mir gar nicht vorstellen, wo sie sein könnte. Oder glauben Sie vielleicht, daß daß irgendein Mann im Spiele ist?"

Reden Sie keinen Stuß!" entrüstet sich Mary. Soweit sollten Sie Gisch kennen." Damit nimmt sie ihre Wanderung durch das Zimmer wieder auf. Sie macht sich wirklich ganz böse Sorgen um Gisch, denn bas Mäbel ist ja ein Teil von ihr, der beste Kamerad, der liebste Mensch, den sie auf die­ser Erde hat.

Sagt nicht, daß es zwischen Frauen keine Kame­radschaft gibt! Vielleicht ist sie seltener als zwischen Mannsleuten, vielleicht zeigt sie sich auch nicht so sichtbar nach außenhin, aber sie ist darum nicht minder tief, nicht minder zum letzten Opfer bereit.

Gewiß, die Mary ist aus solidem Holz geschnitzt, sie steht fest und sicher da, nichts kann sie umwerfen, und wer es darauf ab seh en wollte, auf ihre Gefühle ZU spekulieren, der könnte einen bösen Reinfall er­geben.

Aber Gisch bas ist ihr wie das eigene Fleisch und Blut. Eine leibliche Schwester könnte ihr nicht teurer sein. Gisch ist Wissen um die Heimat, (Erinnerung an Sonne und Kinderzeit, Glauben an den guten Sinn dieses Lebens.

Sie haben aber doch gestern Fräulein Amelung abgeholt, wie mir der Pförtner von Schröder & Co. erzählte!" Er kann den Blick nicht von ihr wegbekommen. Emil ist selber, so verwegen er sich auch gebärdet, noch ein ziemlich dummer Junge. Zwar hat er schon gewisse Erfahrungen gesammelt, er ist kein heuriger Hase mehr, jedoch das letzte Geheimnis eines Frauenherzens ist ihm noch nicht offenbar geworden. Vielleicht ahnt er es, im Kuß, in der Berührung, im verlegenen Anblick, und die­ser Anblick läßt sein Herz in schnellerem Takte schlagen.

(Fortsetzung folgtI)