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Nr. 5 Zweites Blatt

Donnerstag, r.Zanuar 1957

Giehener Anzeiger (Seneral-Anzetger für Oberheffen-

Achtung! Falschgeld!

Kampf gegen die Falschmünzer.Jeder Volksgenosse muß mithelfen.

LPD. In letzter Zeit ist viel falsches Hartgeld im Zahlungsverkehr aufgetaucht. Gewissenlose Verbre­cher untergraben das Vertrauen, das die Allgemein­heit unserem Gelds entgegenbringt, immer wieder durch neue Fälschungen. Der Falschmünzer ist ein gemeingefährlicher Verbrecher, der insbesondere die ärmeren Volksgenossen, kleine Geschäftsleute usw. schädigt.

Jeder anständige Volksgenosse ist deshalb ver­pflichtet, die Polizei im Kampf gegen die Falschmünzer zu unterstützen und ihr alle Wahrnehmungen mögen sie auch noch so unbedeutend erscheinen mitzuteilen. Es kommt dadurch niemand in den Verdacht, ein Denunziant zu sein, sondern er leistet der Volksgemeinschaft unter Umständen einen wert­vollen Dienst.

Selbstverständlich ist es, daß der Polizei nicht mit der Wiedergabe haltloser Vermutungen oder Ge­rüchte gedient ist. Auf Wunsch werden die Mittei­lungen vertraulich behandelt. Niemand ent­stehen Unannehmlichkeiten, falls sich ein Verdacht als unbegründet erweisen sollte.

Leider gibt es viele Volksgenossen, die das Falsch­geld, das sie vereinnahmt haben, heimlich wieder ausgeben, ohne darüber nachzudenken, daß sie da­mit einen vielleicht ganz armen Volksgenossen be­trügen und sich selbst der Gefahr einer gerichtlichen Bestrafung aussetzen. Sie sollten lieber den kleinen Verlust, den sie durch die Einziehung des Falsch­stückes erleiden, auf sich nehmen und ihre Wahr­nehmungen der Polizei melden. Unter Umständen können ihre Angaben zur Ermittlung der Falsch­münzer führen und ihnen eine namhafte Belohnung einbringen.

Unbedingt erforderlich ist es, daß die Perso- nalien aller Personen, die Falschsiücke in Zah­lung geben, fesigeslelll werden und die Polizei umgehend benachrichtigt wird. Unbekannte Per­sonen sollen grundsätzlich bis zum Eintreffen eines Polizeibeamten festgehalten werden, auch dann, wenn sie glaubhafte Angaben über den

Erwerb des Falschstückes machen sollten.

leichter, als die echten Stücke. Gefährlicher sind Falschstücke, die aus Messing oder Kupfer geprägt sind. Bei einiger Aufmerksamkeit sind aber auch sie schnell zu erkennen. Im Klang weichen sie von den echten Stücken ab; sie klingen bedeutend Heller. Die Randriffelung ist entweder enger und feiner oder aber gröber als bei echten Stücken. Oft gibt man diesen Stücken ein älteres Aussehen, indem sie mit Ruß eingerieben werden. In diesen Fällen findet sich Ruß in der Randriffelung und in den Vertiefungen der beiden Prägeseiten.

3. Fünfmark st ücke. Auch hiervon sind zahl­reiche Fälschungen im Umlauf. In erster Linie sind dies Fälschungen der neugeprägten Stücke mit der Potsdamer Garnisonkirche und dem Kopfbildnis

Am Muttertag des Jahres 1934 gründete der Führer die Mütterschulung für die deutschen Frauen. Von der Großstadt angefangen bis ins kleinste Dorf wird nach einheitlichen Richtlinien durch staatlich geprüfte Kräfte in vierzehntägigen Lehrgängen eine planmäßige Schulung in allen fraulichen Aufgaben getragen. In der Stadt und auf dem Lande wird von der Frauenschaft für die Mütterschulung ge­worben und für die Vorbereitung der Kurse gesorgt. An jedem Lehrgang beteiligen sich ungefähr 20 bis 30 Mädchen und Frauen. Welche Freude ist es, wenn die Wanderlehrerin am Bahnhof begrüßt wird, wieviel Anregung, Austausch und gemein­sames Erleben bringt solch ein Lehrgang den Teil­nehmerinnen.

Welchen Zweck verfolgt nun der Reichsmütter­dienst?

Durch die wülterschulung soll in den Frauen und wädchen die Verantwortung der kommen­den Generation gegenüber geweckt werden, sie

Hindenburgs. Diese sind als Fälschungen leicht zu erkennen, da die Beschriftung auf dem Rande (Schmalseite) der Münzen entweder ganz fehlt, oder nur angedeutet ist. Die Falschstücke greifen sich fettig an, und besitzen ein glanzloses und weißliches Aussehen. Beim Aufwerfen klingen sie dumpf. Sehr gefährlich ist eine in der letzten Zeit aufgetauchte falsche Prägung von Fünfmarkstücken mit der Pots­damer Garnisonkirche. Diese Falschstücke weisen in der Regel die Jahreszahl 1934 und das Münz­zeichen A auf. Da sie aus einer Silberlegierung bestehen, lassen sich Abweichungen im Klang und Glanz nicht feststellen. Die Stücke haben jedoch ein Merkmal, an dem sie sofort als Fälschung erkannt werden können: Die rechte Schwinge des Adlers auf der Vorderseite der Münze (vom Beschauer aus gesehen) zeigt einen wulstartigen Metallrückstand, der über den ganzen Flügel Halbrechts nach unten verläuft. Münzen mit diesem Merkmal sind unbe­dingt falsch. Verausgeber solcher Stücke müssen un­bedingt der Polizei übergeben werden.

soll aber auch der Frau das stolze Bewußtsein geben, daß in ihre Hände die Pflege und die

Erziehung des Kindes gelegt ist.

In diesen ersten Jahren, da das Kind noch ganz der Mutter gehört, wird der Grund gelegt zu den bleibenden Charaktereigenschaften.

Die verschiedenen Lehrgänge umfassen die haupt­sächlichsten fraulichen Aufgaben. Da wird zunächst geschult in Haushaltsführung und Kochen. Im theoretischen Teil dieses Lehrgangs werden die Frauen in die Zusammenhänge zwischen Volks­wirtschaft und Hauswirtschaft eingeführt. Wichtige Fragen über die Mitarbeit der Frau im Rahmen des neuen Vierjahresplanes werden bespro­chen. Im praktischen Teil betätigen sich die Frauen selbst mithelfend an der Vor- und Zubereitung ab­wechslungsreicher Speisezettel für den Tisch der Fa­milie. Der Säuglingspflegekurs macht den Frauen die Bedeutung der Bevölkerungspolitik, ihre Erfah-

I rungen und Gesetze klar.

Praktisch wird alles gezeigt und gelehrt, was mit der Pflege der Mutter vor und nach der Geburt, was mit dem Neugeborenen, feiner Pflege, Kleidung und Ernährung zusammen- hängt.

Im Lehrgang über Erziehungsfragen des Kleinkindes wird gebastelt und geklebt. Eine Menge Anregung für die Beschäftigung und das Spiel des Kindes, die kindlichen Fragen und ihre Beantwortung, das Eindämmen schlechter Eigen­schaften, das Wecken der guten Triebe und An­lagen, alle Wege der Erziehung werden gezeigt und diesbezügliche Fragen aufgegriffen und beant­wortet.

Der Lehrplan für die S ch u l u n g i n Gesund­heitslehre und häuslicher Kranken­pflege umfaßt allgemein wichtige Fragen über eine vernünftige Lebensweise, Ernährung, Kleidung, Wohnung, Körperpflege und Frauenhygiene. Die Pflege des Erkrankten bis zum Eintreffen des Arztes, die erste Hilfe bei Unfällen und kleinen Schäden im Haushalt wie Verbrennungen, Wunden, Insektenstiche, das alles bildet ein wissenwertes Ge­biet im hausfraulichen Leben.

Ein weiterer Lehrgang behandelt das Nähen und Ausbessern von Wäsche und Klei­dung. Jede Frau weiß, wie wichtig es für jeden Haushalt ist, die Werte zu erhalten, die Kleidung und Wäsche der Familie darstellt. Hier kann die junge Frau, die werdende Mutter sich belehren lassen über das Verändern der Kleider, die Her­stellung von Kinderwäsche und die Neuschaffung aus altem. Hier wird sowohl der Umgang mit der Nähmaschine gezeigt, wie die Geheimnisse eines Schnittmusters oder die Schwierigkeit, einen Aermel richtig einzusetzen.

Der Lehrplan des letzten Kurses: Allgemeine Haushaltspflege bringt wichtige Beratung für die künftige Hausfrau. Hier wird die Heimge­staltung und Wohnkultur besprochen, hier wird über die Aussteuer unter Berücksichtigung des Ehestands- darlehns beraten, die große Wäsche, der Hausputz und die Erhaltung der Möbel, das sind die Fragen, die in diesem Lehrgang Beantwortung finden. Da­bei finden auch Aufgaben, die das tägliche Leben an die Frau stellt, wie die Buchführung im Haus-

Oie Beisetzung des Erzherzogs Friedrich.

Ob die Angaben auf Wahrheit beruhen, werden die sofort einsetzenden kriminalpolizeilichen Ermitt­lungen ergeben. Der Volksgenosse, der eine reine Weste hat, wird die Notwendigkeit dieser Maß­nahmen einsehen und sich ihnen gern unterwerfen. Wer aber den Entrüsteten spielt und sich widersetzt, erscheint besonders verdächtig; für ihn interessiert sich die Polizei ganz besonders. Vielfach wird auch die Gewohnheit beobachtet, daß Geschäftsleute einem Käufer ein falsches Geldstück einfach zurückgeben, weil er den Harmlosen spielt und so tut, als habe er das Falschstück selbst unwissentlich vereinnahmt. Dieses Verfahren ist unter allen Umständen falsch und begünstigt die Tätigkeit der Falschmünzer im höchsten Maße.

Niemand macht sich einer Freiheitsberaubung schuldig, wenn er einen Verdächtigen festhälk.

Folgende wichtigeren Fälschungen sind zur Zeit im Umlauf:

1. 50-Pfennig- und Einmark st ücke. Sie bestehen aus Weichmetall und besitzen meistens ein bläuliches und mattes Aussehen. Beim Aufwer­fen auf Marmor oder massive Holzplatten klingen sie dumpf. Auf Marmor oder Papier läßt sich mit ihnen schreiben, und sie werden von Magneten nicht angezogen.

2. Zweimark st ücke. Hiervon gibt es mehrere Fälschungen aus Weichmetall von bläulichem und glanzlosem Aussehen. Der helle Silberklang beim Aufwerfen fehlt ihnen. Auch mit ihnen kann man schreiben. Sie greifen sich fettig an und besitzen eine schlechte Randriffelung. In der Regel sind sie

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In Ungarisch-Altenburg wurden die sterblichen Ueberreste des früheren Oberkommandierenden der österreichisch - ungari­schen Armee im Weltkrieg, des Feldmarschalls Erz­herzogs Friedrich, feierlich beigesetzt. Reichs­verweser von H o r t h y, der frühere König A l - fons von Spanien so­wie zahlreiche Sonder- obordnungen ausländi­scher Staatsoberhäupter und Regierungen nahmen an der Trauerfeier teil. Rechts: General der In­fanterie v. R u n d st e d t, der Vertreter des Füh­rers, und der österrei­chische Minister Oberst Glaise - Horstenau im Trauergefolge.

(Scherl-Bilderdienst-M.)

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hätte fraglos der Franzangefangen".

seines Glanzes und seiner Macht, und der Pfau,

der Äbonnementskarte herausgeben.

Sohnes vor, was ja verboten ist: dem Schaffner

erzählte zweiten, Zeit zu

Das Geburtstagsfest des Gro^moauls.

Das Geburtstagsfest des Großmoguls ist eines

Bubengeschichte.

Von Georg von der Vring.

Ein Vater von drei strammen Söhnen

aus. Es wurde Johannes langweilig. Als er sah, daß in der Nähe Fußball gespielt wurde, stand er von seiner Bank auf und ging hinüber.

Derweil umschritten die beiden Kampfhähne den langen Häuserblock. Immer noch stoßend und rem­pelnd kehrten sie nach einiger Zeit zu den Anlagen vor der Haltestelle zurück. Herbert merkte jetzt, daß Johannes nicht mehr auf der Bank saß. Das machte ihn stutzig. Er sagte sich, etwas voreilig: Bestimmt ist er inzwischen eingestiegen, der gemeine Kerl, und fährt nun mit meiner Büchertasche heim. Wieso ge­mein? Nun, in der Büchertasche befand sich die Abonnement-Karte für die Straßenbahn.

Herbert würde also zu Fuß laufen müssen; Geld hatte er nicht bei sich. Er scheint seinen Gegner Franz inzwischen so weit eingeschüchtert zu haben, daß diesem nicht mehr besonders viel an einer Keilerei gelegen war, denn als Herbert jetzt drohte, ihn auf das' Pflaster zu legen, wenn er ihm nicht 20 Pfennige für die Straßenbahn gäbe, rückte Franz tatsächlich mit dem geforderten Gelde heraus leihweife, wie er mir später sagte.

Die Prügelei unterblieb somit für diesmal. Die beiden standen noch einen Augenblick zusammen an der Haltestelle. Gesprochen wurde nicht. Herbert klingelte mit dem Geld seines Gegners. Dann kam die Straßenbahn, und er stieg ein.

Franz steht da und schaut dem gelben Wachen nach. Schon ärgert er sich, daß er die 20 Pstnn>ae herausgegeben hat. Er spuckt Feuer und wendet sich fort In diesem Augenblick kommt Johannes mit den beiden Büchertaschen vom Fußballplatz heruber- geschlendert. Erstens bekommt er von Franz einen Stoß vor den Bauch und weiß nicht einmal wes-

entgeht es. rr , , , £ .

Wir sind eben beim Mittagessen, Herbert hat mir gebeichtet, daß er sich zwanzig Pfennige habe leihen müssen und auch weswegen, er sagt die Wahrheit, komisch aber wäre nun, daß Johannes und die Büchertasche inzwischen nicht in dessen Hause einge­troffen wären. Ich bin im Begriff, Stellung zu neh­men, da klingelt es. Franz erscheint. Er wolle Her­bert die Büchertasche bringen. Alles klärt sich aus. Franz wird zum Mittaaessen eingeladen und be­kommt seinen Teller Suppe und Pfannkuchen. Er strahlt, als ich ihm die entliehenen zwanzig Pfennige in die Hand drücke: er zieht befriedigt ab, denn Herbert oder ich wir haben ihm somit Genug­

tuung gegeben. (Wir haben ebensowenig wie der Franz bedacht, daß die Sache ja nicht stimmte.)

Franz merkt es auf der Rückfahrt. Da er die zwanzig Pfennige dem Schaffner geben muß, so ist seine Lage wie zuvor: die zwanzig Pfennige ist er los. Zum Glück komme ich noch am gleichen Tage darauf. Um zu verhüten, daß es am nächsten Mor­gen mit Sticheleien und Kampf seinen Fortgang nimmt und um dem Lehrer nicht einen neuen Grund zur Klage zu geben und überhaupt aus Gründen der Billigkeit händige ich Herbert noch

einmal zwanzig Pfennige ein, mit der Weisung, sie Franz zu übergeben. Alsdann geht mir dies durch den Kopf: Hoffentlich kommt er morgen nicht angereist, um sich zu bedanken, denn dann wird es noch einmal vierzig Pfennige kosten.

Erich H a e n e l, der Direktor des Grünen Gewöl­bes, schildert die Entstehung dieserfürstlichen Pup­penstube", die zur Zeit Augusts des Starken ge­schaffen ist. Sieben Jahre lang haben siebzehn flei­ßige und geübte Goldschmiede, an der Spitze Jo­hann Melchion Dinglingei selbst mit seinen Brü­dern Georg Friedrich und Georg Christoph, daran gearbeitet. Der königliche Auftraggeber hat 58 485 Taler für das Werk bezahlt, wovon rund 30 000 Taler den Preis für den Werkstoff, insbesondere für die Tausende von Edelsteinen ausmachen, die

ich, der Vater, rechtes Glück gehabt hätte, als der Schaffner ihn den Franz, nicht mit der falschen Abonnements-Karte erwischte: wäre der Schaffner aufmerksam gewesen, so müßte ich die Strafe be­zahlen oder gar ein paar Tage Gefängnis absitzen.

Herbert hat gemeint, ihn wegen dieser Ansicht recht stark verdreschen zu müssen. Hoffentlich geht es diesmal ohne Geld oder Strafzettel ab!

über diese Wunderbühne und ihre Schauspieler ver­streut sind. Der Held und Mittelpunkt des Festes, das hier von den Vertretern des Reiches Hindoftan gefeiert wird, hat die Beendigung des Werkes, das

Am folgenden Tage, beim Mittagessen, teilt mir einen Quadratmeter Umfang lieber neun Stufen Herbert mit, daß es zu seinem Leidwesen fuhrt die Anlage hinauf zu dem Thron wo, von wieder zu einer Rauferei gekommen wäre. Diesmal Zwölf schwarzen Drachen und zwei chinesischen hätte fraglos der Franz 'anqefangen". Als Her- Götzenbildern umrahmt, die Sardonyx-Platte den bert ihm das Geld übergab, hatte er geäußert, daß ! Erhabenen tragt. Sonne und Lowe, die Symbole . . . Z < < ... . Z l t AIH AA I Q fflMIAr tl nX AV* STT? A 4a T 1tHA A V ST? «All

mir neulich folgendes:

Diesmal handelte es sich um meinen um Herbert. Ueber Herbert höre ich von ~ Zeit von seinem Lehrer, daß er recht rauflustig ist: in der Pause pflege er meistens auf einem seiner Mitschüler zu liegen. Der Lehrer mußte ihn meh^ mals deswegen verwarnen. Nun, Sie werden sich denken, daß es mir immerhin lieber ist, er liegt oben, als daß er unten läge und Senge bezöge.

Vorige Woche war wieder einmal fo eine Raufe­rei im Anzuge, diesmal auf dem Heimwege von der Schule, Hervorgerufen wurde sie (wie Herbert behauptet) von seinem Gegenpart. Jener^ Knabe Franz, ein Klassenkamerad, hättegestichelt", lieber was .gestichelt" worden ist, konnte ich weder von Herbert noch von Franz in Erfahrung bringen: ich nehme an, daß es um ein Mädchen ging, denn die Knaben sind bereits zwölf Jahre alt.

Es wurde alsogestichelt", und Zwar auf dem Wege zwischen der Schule und der Haltestelle der Straßenbahn, an der mein Sohn elnstelgen muß. Der Gegner Franz wohnt in der Nahe der Schule und geht zu Fuß heim. Die Entfernung von der Schule bis zur Haltestelle betragt zweihundert Me­ter und da Herbert nach Schulschluß Hunger hat, so wäre eigentlich zu erwarten gewesen, daß die Auseinandersetzung beigelegt oder wenigstens ver­schoben worden wäre. Ein dritter Knabe, der hinter den beiden Kampfhähnen hergmg, ist von Anfang an vom Gegenteil überzeugt gewesen Er heißt Jo­hannes. Johannes besucht dieselbe Klasse und hat, da er in unserem Viertel wohnt, die gleiche Stra­ßenbahn zu benutzen wie Herbert.

Johannes sagt also aus, daß er schon geahnt hätte, daß es nicht ohne eine Prügelei abgehen würde. Er hatte richtig vermutet, denn auf dem halben Wege zwischen Schule und Haltestelle über- ssab mein Sohn Herbert ihm seine Büchertasche mit ber Bitte er möchte sie ihm einen Augenblick hal­ten. Das'war ein sicheres Anzeichen.

Johannes setzte sich >n der Nahe der Haltestelle auf eine 2Intagen=$anL Er sah, daß die beiden Streitenden nebeneinander weitergmgen und sich mit den Schultern stießen. Dies war noch Varsineü An der Haltestelle bogen sie in eine Neb-nstraß- ein, und Johannes Iah sie dann nicht mehr. Ob es in der Nebenstraße zu Tätlichkeiten gekommen sitz konnte er mir nicht jagen. Er lmtte die Verpflich­tung übernommen, mit der Biichertofche ouf Her­bert zu warten. Bieter blieb dann ziemlich lange

feinen Namen in die europäische Kunstgeschichte ge­tragen hat, selbst nicht erlebt. Aureng Zeb, der ruhmreiche Herrscher des reichsten Landes der Welt, ist im Jahre 1707, achtundachtzig Jahre alt, nach einer an kriegerischen und friedlichen Erfolgen ge­segneten Regierung von fast fünfzig Jahren, zu Ahmednagar gestorben. Ein großer Freund der Europäer, liebte und pflegte er Pracht und Luxus, so einfach er, als fanatischer Moslem, auch in seinen persönlichen Bedürfnissen war. Von den Festen an seinem Hofe schwärmten aufsehenerregende Reiseberichte. Kein Wunder, daß der ehrgeizige, von Herrscherträumen orientalischer Phantastik be­rauschte Kopf des polnisch-sächsischen Monarchen das Bild eines solchen Fürsten nicht vergessen konnte. Die Fläche des silbernen Hofes hat etwa

v/lUD vvv ________ ____ der hervorragendsten Werke des an Kostbarkeiten

halb: zweitens muß er Herberts Büchertasche samt sh überreichen Grünen Gewölbes in Dresden. Eine der Äbonnementskarte herausgeben. Vorstellung von dieser Herrlichkeit und insbeson-

Die beiden vertragen sich dann wieder und bestei- bere auch von der Pracht seiner Farben vermittelt aen die nächste Straßenbahn. Franz, Herberts zum erstenmal das Januarheft von Velhagen Tasche im Arm, zeigt ganz kühl die Karte meines & Klasings M o n a t s h e f t e n^ Professor Dr. _ LU<K .... _ __:u. Sa«, fFrirh finpnH hpr Thrpftnr des (Brunen Gemol-

in den Nischen die Bilder des vierarmigen Götzen Blavani sind zu schauen.

Zeitschriften.

Für die Januarfolge von Westermanns Mo- n a t s h e f t e n würdigte das Schaffen zweier süd­deutscher Künstler: des Malers Paul Padua, von dem bäuerliche Bildnisse aus deutschem und frem­dem Volkstum nebst einem landschaftlichen Aus­schnitt in farbigen Wiedergaben gezeigt werden, und des Plastikers Christian Metzger, der mit schö­nen Tiergestaltungen für sich einnimmt. Farbia sind auch die Bilder, die mit neuen Lübecker Bilder­bogen, wie sie Kinder im Unterricht und Erwach­sene ausführen, bekannt machen. Ein Aufsatz von einem Hamburger Volksschullehrer gibt in Text und Aufnahmen lebendigen Bericht von der Schulfreizeit, die Jungen aus dem Hamburger Gängeviertel auf der Nordseeinsel Neuwerk in belehrender Erholung verbracht haben. Die FrageKönnen Tiere denken, fühlen und sprechen"? wird von einem Sachkenner wie Friedrich von Lucanus aus eigenen Beobach­tungen beantwortet. Aus der Erfahrung eines Arz­tes stammen aufschlußreiche Darlegungen überVer­erbung und Erziehung". Wie die Insel Madagas­kar in französischen Besitz kam, ergibt sich aus einem Bericht über das höchst abenteuerliche Leben des polnischen Grafen von Benjowsky, des ungekrönten Königs von Madagaskar". Erzählungen, Novellen und andere dichterische Beiträge von Paul Ernst, Josef Martin Bauer, Bruno Nelissen Haken usw. bereichern den Inhalt des Heftes.