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smd es gerade die Fürsten, die aus ihrem Ver. fügungsrecht über das Weideland am wirksamsten die Eroberung der Mongolei durch die chinesischen Siedler unterstützen. Aus der Ueberlassung der Steppe an die Chinesen zieht heute der Inner- mongolische Fürst den größten Teil seiner Ein­nahmen.

Dieser Wandel ist auch äußerlich schon erkennbar. Der Fürst der Dachan-Bail-Mongolen, den wir aufsuchten, wohnt wie die meisten anderen in chinesischem Stil, nicht mehr in den Yurten seiner Vorväter. Chinesischer Luxus, chine­sische Kunst, ja, zum Teil auch chinesische Nahrung sind ihm heute lieber als mongolischer Tee oder salzlos gekochtes Hammelfleisch. Manche von ihnen ziehen es daher vor, in größeren Städten wie Kwaisui oder sogar Peiping längere Zeit zu wohnen und in Packardwagen herumzufahren. Leicht kann dieser Wandel auch in einer sehr gründlichen Veränderung in der Beziehung der einfachen Hirtenmongolen zu seinem Fürsten Um­schlägen. So sehr auch gerade in der Mongolei die Tradition wirksam ist, auf die Dauer können aus dieser veränderten Rolle der Fürsten politische Fol­gen kaum ausbleiben.

Noch weniger optimistisch kann man in bezug auf die andere politische und kulturelle Macht in der Inneren Mongolei, den Lamaismus und die lamaistische Priesterschaft, sein. Ueber die Stellung des Lamaismus in den verschiedenen Religions­systemen und Glaubensbekenntnissen der Welt läßt sich streiten. Nicht aber über seine Rolle in dem physischen und nationalen Niedergangsprozeß der Mongolen. Es besteht ein ungeschriebenes Gesetz, daß ein bis zwei Söhne jeder Familie, wenn Söhne überhaupt vorhanden sind, Lama-Priester werden müssen und somit selbst keine Familie gründen dürfen. So sind 50 bis 60 v. H. aller männlichen Mongolen Lama-Priester. Damit ist schon allein die Stagnation im Bevölkerungszu­wachs der Mongolen erklärt. (Die Innere Mvn- aolei hat höchstens 600 000 Einwohner.) Darüber hinaus ist ein großer Prozentsatz der männlichen Bevölkerung der so extensiv betriebenen Weide­wirtschaft der Mongolen entzogen, was eine starke Verminderung der Produktivität der Wirtschaft be­deutet. Und diese wenig ertragreiche Wirtschaft ist nun gezwungen, das Heer der Lamas zu ernähren. Der Reichtum aber der Klöster und Tempel, das sorgenlose Dasein der Priester gibt eine ungefähre Vorstellung von dem bedeutenden Anteil, den die Religion an dem Ertrage der mongolischen Wirt­schaft bekommt, auf Kosten der Lebenshaltung der übrigen Bewohner. Versuche christlicher Bekennt­nisse, in der Inneren Mongolei Fuß zu fassen und die Vorherrschaft des Lamaismus zu brechen, sind gescheitert. Ebenso dürften die japanischen Absichten, durch shintoistische und japanisch-budohistische Be­einflussung den Lamaismus zu reformieren, wenig Aussicht auf Erfolg haben.

So sind es nicht nur außenpolitische Kräfte, die an dem Untergang des Mongolenoolkes arbeiten. Von innen heraus unterstützen eigene zersetzende Einflüsse diesen Auflösungsprozeß. Doch Die Mon­golen haben in früherer Geschichte zu viel Stvß- und Spannkraft gezeigt, haben viel zu bedeutende Führer hervorgebracht, als daß man das Schicksal der Mongolen heute schon als besiegelt ansehen dürste.

Weshalb rüstet England?

,Zn keine automatischen Verpflichtungen verwickelt."

London, 6. Jan. (DNB.) Die Frage, ob Eng­land bei der Rekrutierung für seine Armee sich auf das F r e i w i l l i g e n s y st e m verlassen kann oder ob es stattdessen eines Tages zur allgemeinen Wehrpflicht übergehen muß, beschäftigt die eng­lische Öffentlichkeit. Es ist bekannt, daß der Kriegs­minister Duff Cooper für die Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht wirbt. Der Minister für die Verteidigung, Sir Thomas I n s k i p, erklärte jedoch in einer Rede in Glasgow, daß Englandsehr eng mit dem Freiwilligen - System verheiratet" sei. Er hoffe, Großbritannien werde der Welt zeigen, daß dieses System so funktionieren könne, wie es den Bedürfnissen der britischen Armee entspreche. Es sei sehr zu hoffen, daß die jungen Männer der Na­tion ihre Pflicht erkennen und der Heimatarmee bei­treten. Er werde oft gefragt, wofür denndiese Lüftungen benötigt würden. Sie würden nicht für einen Angriff gebraucht werden. Großbritannien rüste aber auf, weil es d i e R o l l e einesFrie - denswahrers zu spielen habe. Großbritannien sei in keine automatischen militäri­schen Verpflichtungen verwickelt. Die britischen Verpflichtungen seien lediglich eingegan­gen worden, damit Englands Lebensinter­essen geschützt werden. Niemand brauche zu be­fürchten, daß Großbritannien dort Abenteuer suchen werde, wo seine lebenswichtigen Interessen nicht be­rührt werden. Darüber hinaus könne man sicher sein, daß die britische Armee zu keinem Unterneh­men verwandt werden würde, daß nicht mit den Grundsätzen des Völkerbundes übereinstimme.

Kleine politische Nachrichten.

Die Zahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich hat am Jahresende 1936 d i e achte Million überschritten. Im Dezember ist eine Zunahme von 230 050 Teilnehmern (2,9 o.H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl am 1. Januar befanden sich 572 498 gebührenfreie Anlagen.

Zur Erinnerung an die historischen Januar- wählen 1 933 in Lippe-Detmold findet in der Zeit vom 16. bis 19. Januar dort ein Er­innerungstreffen statt. Dabei werden Reichs­minister Dr. Frick, Reichsleiter Rosenberg und Reichsminister R u st sprechen.

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Generaloberst Göring hat die Schirmherrschaft über die vom 25 März bis zum 3 April in den Ausstellungshallen am Berliner Funkturm stattfin­dende Reichsausstellung der Deutschen Textil- und B e k l e i d u n g s w i r t s ch a f t übernommen.

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Ihre Königliche und Kaiserliche Majestät die Königin von Italien, Die über einen Monat in Kassel weilte und ihre erkrankte Tochter, die Prinzessin Mafalda von Hessen, pflegte, ist am Mittwoch wieder nach Rom abgereift, nachdem in dem Befinden der Pnn- zessin eine erfreuliche Besserung eingetreten ist.

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Danzig und Polen sind übereingefommen, bei der Beurteilung der Ausnutzung des Danziger Hafens von dem Umschlagwert des durchgehen­den Güterverkehrs auszugehen, und auf die Auf­rechterhaltung der Struktur des Hafens Rücksicht zu nehmen. Die Zusammenarbeit Der Häfen von Gdin­gen und Danzig wird sichergestellt. Polen wird Ein-

Die deutsche Schäferei im Rohstoffkampf.

V A Der Ausbau der deutschen Schäferei und x .^ourch mögliche Besserung der Versorgung der putschen Textilindustrie mit den wichtigen heimi- Kpen Wollen ist ein sehr beachtlicher Punkt im Rahmen der heimischen Rohstoffrage, denn Deutsch­land hat auf Dem Gebiete Der inländischen Woll- erzeugung noch nicht Den hervorragenden Platz roieüer erhalten, Den anDere Staaten einnehmen. Obgleich Die gesamte Deutsche Textil- mDuftrie nach Der Betriebszählung vom Juni 1933 über 67 000 Betriebe mit über 856 000 Ar­beitern umfaßt, sind darin für die Woll­industrie nur rund 4500 Betriebe mit 165 000 beschäftigten Personen enthalten. Wie wesentlich und wirtschaftlich bedeutsam Der Ersatz Des Deut­schen EinfuhrdeDarfs in Wolle Durch inlänDische Erzeugung ist, ergibt sich Daraus, Daß in Den letzten oeiDen Jahren über 300 Millionen R M. aufgeroenDet werden mußten, um Die Zufuhr zu Decken. Trotz einer während der Tätigkeit Des Dritten Reiches gesteigerten größeren Schafhaltung ist es im Jahre 1935 nur gelungen, zirka 12 v. H. Des gesamten Bedarfes an Wolle aus heimi- schen Bestänben zu Decken. Wenngleich Die Möglichkeiten Der Schafhaltung im Rahmen Der deutschen Landwirtschaft nicht unbegrenzt sind, da andere ebenso wichtige Erzeugungsnotwenbigkeiten nebenherlaufen, so geht doch das Ziel der zustän­digen Stellen dahin, zunächst etwa ein Drit­tel des normalen Bedarfs an Wolle von rund 170 000 Tonnen (zu je 1000 kg) selbst zu erzeugen. Dazu wäre das Vorhandensein von etwa 11 bis 12 Millionen Schafen notwendig. Zur Zeit haben wir aber erst wieder einen Bestand von etwa 5 Millionen erreicht und streben als nächstes Ziel dis Ende Des kommenden Jahres einen Bestand von 6 Millionen Schafen an. Das Schaf ist ja nicht dadurch allein wichtig, daß es die Wolle liefert, Die mit durchschnittlich je Schaf und Jahr bei etwa 41/? kg Wolle anzuneh­men ist, sondern es liefert uns auch noch Milch, Käse und Fleisch.

Im Jahre 1873 hatten wir noch 25 Millionen Schafe und 1892 besaßen wir immer noch 14 Mil­lionen, also diejenige Zahl, die jetzt als notwendig bezeichnet wird, um Die Derzeitige Bevölkerung zu ein Drittel Des gesamten Bedarfs mit heimischer Wolle zu versorgen. Die Steigerung der deutschen Schafzucht hat aber allmählich einen Mangel an fachkundigen Schäfern hervortreten lassen. Um die vielfachen Arten von Schafen richtig zu betreuen, ist eine eingehende Kenntnis der Le­bensbedürfnisse Der Schafe und Der Sicherungs­methoden gegen Krankheiten erforderlich. Zur Heranbildung eines geeigneten kenntnisreichen und brauchbaren Schäfernachwuchses ist die Gründung einer Reichsschäferschule geplant. Alljähr­lich sollen 80 tüchtige Schäfer in ihr ausgebildet werden.

Die deutsche Schäferei ist in Den letzten Jahren besonders in Sachsen gut vorangekommen, wo sich

wertvolle umfangreiche Stammschäfereien und Zuchtunternehmungen befinden. Um Der Deutschen Wolle, Da sie nur einen Bruchteil Des heimischen WollbeDarfs ausmacht, überall Absatz zu verschaffen, ist Durch Die VerorDnung vom 2. 8. 1934 im er­weiterten Maße ein Beimischungszwang von Deutscher Wolle, insbesonDere für Be­hördentuche, ungeordnet und durch eine weitere Verordnung vom Dezember 1935 auf alle öffent­lichen Aufträge an Wollstoffen ausgedehnt. Das Spinnstoffgesetz vom 5.12.1935 hat also für die Hebung des Absatzes der deutschen Wolle besondere Bedeutung. Das Ziel, etwa 30 v. H. des Wall- bedarfs aus heimischer Erzeugung decken zu können, hofft man bis 1939 erreicht zu haben. Als Einfuhr- ersatz für Die Dann oerbleibenben Teile Des deutschen Wollbedarfs wird man in Zukunft die Pflan­zenfaser und Die Zellwolle in verstärktem Maße heranziehen. Daneben wirb man auch Die Wiedergewinnung verarbeitungsfähiger Spinnfaser aus Altstoffen in gesteigertem Maße beachten. Diese Altfaser rourbe früher als Kunstwolle be­zeichnet, obgleich sie eine natürliche Wvll- saser aus gewachsener tierischer Wolle barstellt, die bie wertvolle natürliche Eigenschaft ber tieri­schen Spinnfaser hat, nämlich: starke Wiberstanbs- fähigkeit gegen Wasser bzw. starke Abscheibung von Wasser unb bamit erhöhte Wärmehaltung, außer­dem eine sehr große Rißfestigkeit und große Dauer- Hastigkeit. Man schätzt die vorrätigen Bestände an Altstoffabgängen, die wieder verwertet werden kön­nen, und die eine nationale Rohstoffreserve dar­stellen, auf etwa 240 Millionen kg, von denen die Hälfte höchstwahrscheinlich gesammelt und verwer­tet werden kann. Im Rahmen der erweiterten Roh­stoffschlacht wird man auch diesem Teil der Textil- stoffteserven erhöhte Bedeutung zuweisen. Durch geeignete Einrichtungen ist dafür gesorgt, daß ein allgemeiner Nutzen auch für die Erzeugung durch Richtpreise festgelegt ist. Es sind Maßnahmen ge­troffen, um das deutsche Wollgefälle und die Schaf- rassen zu vereinheitlichen und mit der Steigerung und Verbesserung der heimischen Erzeugung auch bas beutsche Wollangebot über Wollsammelstellen zusammenzufassen. So finb 3 große Wollverwer­tungsstellen in Berlin, Ulm unb Königsberg ein­gerichtet, bie allein bie heimische Erzeugung in ben Verkehr bringen bürfen. Es wirb angestrebt, ben Erzeugerfestpreis bis 1939 im Interesse' ber Hebung der Schafzucht stabil zu erhalten. Auch für die weiterverarbeitenden Stellen wurden geeignete Maß­nahmen getroffen, um die aus Preisunterschieden zwischen ausländischer Wolle und heimischem Er­zeugnis entstehenden Differenzen in wirtschaftlich geeigneter Weise auszugleichen. Die Darlegungen zeigen, daß auch auf diesem Teilgebiete der deut­schen Wirtschaft alles geschieht, um Freiheit und Unabhängigkeit von ausländischen Rohstoffen nach Möglichkeit systemvoll nach unb nach herbeizu­führen.

von Brennholz zu bezahlen. Jeber anständige Bergsteiger muß dabei mithelfen, daß es solchen Nutznießern unmöglich wirb, bie gemeinnützigen Einrichtungen bes D. u. De. A. - 23. zu mißbrauchen. In bewirtschafteten Alpenoereinshütten ist aber Vorsorge getroffen, baß bie Bergsteiger ohne jebe Zurücksetzung in ber Aufnahme unb Behanblung ihre eigenen Vorräte ohne Zuschläge verzehren bürfen. Im Falle ber Zubereitung ist nur eine mäßige Gebühr für bie Feuerung zu erstatten, gleich ob bies in einem befonberen Selbstversorger- raum ober unter Mitbenützung ber vorhanbenen Kochgelegenheit geschieht. Die Hüttenpächter müssen zwar ben reichsbeutschen Besuchern gegenüber ein Opfer bringen, bas als Lohn für bie bem Alpen- verein burch bie Mitgliebfchaft gehaltene Treue zu werten ist. Die reichsbeutschen Besucher werben aber in vielen Fällen aus ber Not eine Tugenb machen unb ber Alpenverein wirb sein befonberes Augenmerk barauf richten, baß auch ber Mittellose, in biesem Falle beoifenarme Bergsteiger, auf allen Alpenvereinshütten jenes Heim finbet, bas er im eigenen Hause erwarten barf.

Wieviel Hugenotten gibt es7

23or einiger Zeit waren 250 Jahre vergangen, seit Der Große Kurfürst französischen Protestanten, bie um ihres Glaubens willen Frankreich verlassen mußten, in seinem Lanbe eine neue Heimat bot. Insgesamt soll es sich bamals um etwa 25 000 Flüchtlinge gehanbelt haben, bie nach Brandenburg- Preußen kamen. Um die gleiche Zeit hatte Berlin etwa 22 000 Einwohner, darunter nicht weniger als 4300 Hugenotten, jeder fünfte Berliner war also französischer Abstammung. Daraus er­klärt sich ein beträchtlicher Einfluß, ber von ben Hugenotten auf bas gesamte geistige unb wirt­schaftliche Leben im bamaligen Branbenburg-Preu- ßen ausgegangen ist. Es wäre wichtig festzu­stellen, ob Die Zahl Der Hugenotten mit Der allge­meinen Bevölkerungszunahme Deutschlanbs Schritt gehalten hat oDer ob im Laufe ber Jahre ein Rück­gang eingetreten ist. Don ben seiner Zeit gegründe­ten 200 Hugenottenkolonien bestehen heute nicht mehr viele als selbstänbige Gemeinden. Wer sich zu ihnen rechnet, sende seine Anschrift an ben Biblio­thekar bes beutschen Hugenvttenvereins Richard 5 o u q u e t, Berlin-Friedenau, Rubensstraße 45. Erwünscht sind Angaben darüber, wo die Vor­fahren in Deutschland ihre erste Niederlassung hatten.

fuhrgenehmigungen künftig unter ber Klauselüber bie Seehäfen bes polnischen Zollgebietes" erteilen, ohne daß vorher ber Einfuhrhafen angegeben wer­ben muß. Polnische Unternehmungen in Danzig werben in gleicher Weise wie bie Danziger Unter­nehmungen behanbelt werben unb volle Freiheit bei Der Ausübung ihrer geschäftlichen Tätigkeit ge­nießen.

In Kwanggtschauwan, einem Hafen süb- westlich von Kanton, rourbe ein britischerZoll- beamtet namens Paget burch Schmuggler e r - m o r b e t.

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Die amerikanische Staatsschuld betrug am 30. September 1936 34 407 864 000 Dollar. Sie hat bamit ihren bisherigen Höchststanb im Juni 1936 noch um 37 Millionen Dollar überschritten.

Aus aller Wett.

Kapitän z. 5. von Egiby f.

Im Alter von 66 Jahren starb Kapitän zur See a. D. von E g i b y auf Hof Langfelb bei Kappeln a. b. Schlei. Moritz von Egiby rourbe am 27. Juli 1877 in Pirna in Sachsen geboren. Er entstammt einer alten Dffiziersfamilie. Im Weltkrieg über­nahm Kapitän zur See von Egiby bas Kommando bes SchlachtkreuzersS e y d l i tz", besten Einsatz währenb ber Skagerrakschlacht von entscheidenber Bebeutunq war. Im letzten Kriegssahr rourbe er zum Kommanbanten ber Marineschule Mürwik ernannt. 1919 nahm Kapitän von Egiby seinen Ab­schied.

Gefängnis wegen Tierquälerei.

Ein mehrfach vorbestrafter Mann aus Trier ist vom Amtsgericht Trier wegen Tierquälerei zu drei Monaten Gefängnis oerurteilt worden. Er hatte auf der Straße feinen Hund der­art mit einem Stock mißhandelt, daß das arme Tier nachher kaum noch laufen konnte. Seine Erklärung, er habe den Hund abrichten wollen, wurde nicht ernst genommen.

Zwei französische Arbeiter durch Starkstrom getötet.

In Pissy Poville bei Rouen kamen bei der Auf­stellung von Masten für eine Hochspannungsleitung vier Arbeiter mit der Starkstromleitung in Berüh­rung. Während zwei Arbeiter sofort tot waren, konnten die beiden anderen nach längeren Wieder­belebungsversuchen gerettet werden.

Schiffszusammenstoß bei Gijon.

Aus Gijon am Golf von Vizcaya wird gemeldet, daß ein englischer Dampfer mit dem spanischen SchiffJost Maria" auf der Höhe von Riba zu- sammenge stoßen sei. Der Spanier sei in we­nigen Minuten gesunken, wobei bie 20köpfige Besatzung ben Tob in ben Wellen gefunben habe. Auch kleine Verletzungen müssen rechtzeitig behanbelt werben.

Ein ßanbroirt von Dberliebersbacb (Bergstraße) zog sich an ber Hand eine geringfügige Verletzung zu, die er weiter nicht beachtete, bis bie Hand am schwoll. Er rourbe in bie Klinik nach Heibelberg gebracht, roo ihm bie Hand abgenommen rourbe. Da Starrkrampf hinzutrat, ist ber bebauerns- werte Mann, Vater von sieben Kinbern, gewor­ben.

3n Japan blühen bie Pflaumenbäume.

Japan steht unter bem Einfluß von starken warmen Luftströmungen aus bem süblichen Pazifik, bie ein für biese Jahreszeit ganz ungewöhnliches sommerliches Wetter brachten. Die Tem­peratur ist um 15 Grab höher als normal unb bie Thermometer stiegen bis auf 20 Grab. In den Vororten von Tokio blühen bie Pflaumenbäume. Alle Einwohner Der Hauptstabt haben bie Fenster weit aufgeriffen unb die Heizung abgestellt. Nach

ben Vororten hat eine wahre Völkerwanberung eingesetzt. Jeber will bie blühenben Bäume sehen. Die Meteorologen erwarten allerbings einen Wetter­umschwung unb eine Kältewelle.

Kanonenkugeln aus dem Siebenjährigen Kriege.

Zwischen Schönborn unb dem Stadtwald Ziegen­hain (Bez. Kassel) fanden Arbeiter bei Drainage« arbeiten zwei Kanonenkugeln. Die Kugeln stammen aus dem Siebenjährigen Krieg, in dem auch hier gekämpft wurde.

Heißwasserquelle auf der Rheininsel Grafenwerth erschlossen.

Die Gemeinde Honnef hat vor mehreren Monaten größere Bohrungen auf der Rheininsel Grafenwerth begonnen, die nunmehr zum Erfolg geführt haben. Es wurde eine alkalische Duelle freigelegt, die eine Wärme von etwa 25 Grad Celsius aufweist. Die jetzt erbohrte Duelle liegt in einer Tiefe von 330 Meter. Die Alkalität des Säuerlings ist außer­gewöhnlich hoch. Man nimmt nach den bisher ge­machten Erfahrungen über die Zusammensetzung des Bodens an, daß man in einer größeren Tiefe hinsichtlich Alkalgehalt und Wärme noch ergiebi­gere Duellgebiete erschließen wird und hat sich da­her entschlossen, die Bohrungen weiter fortzusetzen. Schon jetzt besteht die Hoffnung, daß der Bohr- erfolg auf der Insel Grafenwerth die Grundlage abgeben wird, auf der sich der Rheinort Honnef als Heil- und Kurort in der Zukunft günstig ent­wickeln wird.

Millionenbetrug mit gefälschten Goldbarren.

In Lyon ist die /Kriminalpolizei einem Mil­lionenbetrug mit gefälschten Goldbarren auf die Spur gekommen. Bereits seit geraumer Zeit hatte sie einiae Goldbarrenhändler von Lyon im Verdacht, gefälschte Goldbarren in Umlauf zu setzen. Auf Grund der bisherigen Ermittlungen wurde jetzt ein Goldbarrenhändler verhaftet. Der Ver­haftete gab zu, daß er mehrere Barren, die aus einer schwach vergoldeten Metall-Legierung be­standen, als Goldbarren an Privatleute verkauft hat. Da der Wert eines einzigen Goldbarrens fast 300 000 Franken beträgt, find bie Käufer biefer ge­fälschten Barren um Millionen betrogen worben. Man rechnet bamit, baß noch weitere Verhaftungen in biefer Sache vorgenommen werben müssen.

Alpenvereinshütten unb Selbstversorger.

Nur noch wenige Wochen trennen bas Heer der Schiläufer von ber Erfüllung lang ersehnter Hoff­nungen unb bie Aufhebung ber Ausreisesperre nach Oesterreich wirb die Einkehr in die der Schituristik günstigen und daher schon früher stark besuchten Hochtäler zur Folge haben. Eine verstärkte Bele­gung ber Schutzhütten bes Deutschen unb Oesterei- chischen Alpenvereins ist sicher zu erwarten, aber bie Devisenknappheit wirb viele Mitglie- ber zwingen, einen schweren Rucksack zu packen, bie Vorräte mitzubringen unb von bem Recht ber Selbstversorgung Gebrauch zu machen. Aus den unbewirtschafteten, mit Alpenoereinsschlüsseln zu­gänglichen Hütten finden die Besucher minde­stens einen heizbaren, mit Koch- unb Uebernach- tungsgelegenheit eingerichteten Winterraum, auch Holzoörräte haben bie hüttenbesitzenben Sektionen bereitstellen müssen. Die Aufwendungen ber Sek­tionen bafür, ihre Schutzhütten für ben Winterbe­trieb herzurichten, finb nicht gering, ba boch ein großes Schutzhaus mit allen Einrichtungen gewis­sermaßen zu treuen Hänben ben Winterbesüchem ohne Aufsicht überlassen wird. Schon die Verbrin­gung des nötigen Brennholzes auf die Hütte kostet viel Geld. Leider gibt es unter ben Schibergsteigern immer noch Elemente, bie nicht nur bas oorhan- bene Inventar ohne Schonung behanbeln, ver­schmutzt unb unaufgeräumt zurückwerfen, sonbern die es nicht einmal für notroenbig finben, bie meist geringen Gebühren für Nächtigung und Verbrauch

Wie tief sind die deutschen Seen.

Das beutsche Reich zählt mehr als 5 0 S e e n , bie je über 15 qkm groß finb unb bie über alle Gebiete verstreut finb. Mit ihren meist beroalbeten Ufern, mit ihren Schilfdestänben, in denen bie Wasservögel nisten, mit ihren Fischen aller Art, finb sie ein wert­voller Bestaubtest unb eine Zierbe ber beutschen Lanbschaft. Der Tiefe nach finb biese Seen ganz verschieben. Nach bem neuen Statistischen Jahrbuch für bas Deutsche Reich ist ber größte und ber tiefste See ber Bobensee. Er weist eine Gesamtfläche von 538,5 qkm auf. Davon kommen auf ben beut­schen Anteil 305 qkm. Seine mittlere Tiefe beträgt 90 Meter. Seine tiefste Stelle liegt bei 252 Meter. Dann kommen ber Walchensee in Bayern besten tiefste Stelle bei 192 liegt, der Königsee in Bay­ern mit 188 größter Tiefe, der Starnberger See mit 123, ber Dratzigsee (Pomm.) mit 83, Der Ammersee (Bay.) mit 82,5, Das Pulver- Maar (Eifel) mit 74, Der Chiemsee mit 73, Der Schaalsee (Schlesw.-Holst.) mit 71,5, ber T e - gernfee mit 71, ber Kochelsee mit 65, ber Gr. Stechlinsee (Branbenburg) mit 64, der Große Plöner See (Schlesw.-Holstein) mit 60, ber Schweriner See (Mecklenburg) mit 54, ber Werbellinsee (Branbenburg) mit 50 Meter usw. Von bekannteren Seen seien noch erwähnt ber Titisee in Baben, ber eine größte Tiefe von 40 Meter hat, ber Scharmützelsee (Branbenburg) mit 28, ber Wannsee bei Berlin mit 9, der Müggelsee bei Berlin mit 8 und bas Stein- Huber Meer (Hannover) mit 3 Meter. Das finb bie Höchsttiefen, währenb bie mittleren Tiefen we­sentlich geringer finb. Die brei Haffe weisen keine sehr bedeutenden Tiefen auf. Beim Kurischen Haff beträgt Die Höchsttiefe 10 Meter, beim Pommerschen Haff 9 und beim Frischen Haff 5 Meter.

Kunst und Wissenschaft.

Großer Staatspreis für Maler und Bildhauer 1936.

Der Wettbewerb um den Großen Staats- preis der Akademie der Künste für Ma­ler und Bildhauer ist jetzt entschieden worden. Der Große Staatspreis für Maler wurde Josef Pie­per (Düsseldorf) und der für Bildhauer Fritz Krämer (Berlin) verliehen. Die Wettbewerbs­arbeiten sind in der Akademie der Künste in Ber­lin zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt.

Erste Aufführung der Bayerischen Staatsoper unter Clemens Krauß.

Der neue Bayerische Staatsoperndirektor, Gene­ralmusikdirektor Clemens Krauß, der am 1.Ja­nuar die künstlerische Leitung der Bayerischen Staatsoper übernommen hat, trat in dieser Eigen­schaft in einer Festvorstellung derW a l f ü r e" zum ersten Male an das traditionsreiche Dirigenten­pult der Bayerischen Staatsoper. Das Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt. In der Ehrenloge saß der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß mit Staatsminister Wagner. Be­geistert war der Beifall des Hauses, das am Schluß Den Dirigenten unb bie barftellenben Künstler immer roieber vor ben Vorhang rief. Staatsminister Wag - ner begrüßte beim anschließenden Empfang im Re­gina-Palasthotel feine Gäste auf das herzlichste, vor allem die Künstlerschaft unb befonbers ben neuen Opernbirektor Clemens Krauß. Der Minister sprach bie Hoffnung aus, daß sich bald und noch häufiger Gelegenheit zu einem solchen geselligen Beisammen­sein ber Künstler mit ben anberen Volkskreisen er­gebe.

200-3abrfeier der Universität Göttingen.

NSG. Die Universität Göttingen wird vom 25. bis 30. Juni 1937 ihre 200-Jahrfeier be­gehen. Sie will damit ihre Forschungs- und Er­ziehungsarbeit von der nationalsozialistischen Ge­meinschaft aus neu begründen. Im Zusammenhang mit dieser Feier, die eine Feier der Arbeit werden soll, liegt ber Göttinger Universität daran, die ehe­maligen Göttinger Studenten mit sich zu verbin­den. Sie bittet alle früheren Studenten ber Georgia Augusta, bie über bie Unioerfitätsfeier unterrichtet sein wollen, ihre Anschrift möglichst umgehend an das Rekorat ber Universität (Aula, Wilhelms- platz 1) mitzuteilen. Es wirb zugleich um kurze Angaben über bie Stubienfächer unb ben Zeitpunkt bes Stubiums gebeten.