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Nr. ?8§ Erstes Blaff

187. Jahrgang

Montag, 6. Dezember lM

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Der Tag der nationalen Solidarität

übertraf mit mehr als 7,6 Millionen Mark das Ergebnis des Vorjahres um 35,2 v H.

VerNn. 5. Dez. (D37B.) Das Reichsmlniste- rium für Volksaufklärung und Propaganda gibt bekannt:

Das vorläufige Ergebnis der diesjährigen Samm­lung am Tage der Nationalen Solidarität im ganzen Reiche beträgt

7 655 476,49 Reichsmark.

3m Vergleich dazu betrug das Ergebnis des Jahres 1 936 5 662,279,19 RD. Gegen­über dem Ergebnis des Jahres 1936 bedeutet das des Tages der Rationalen Solidarität 1937 also eine Steigerung um 1 993 197,30 RR1. um 3 5,2 v. h. Das Ergebnis dieses Jahres wird sich noch weiter erhöhen, da einige Teilergebnisse zur Stunde nicht endgültig vorliegen. Das Ergebnis des Jahres 1 935 betrug 4084813,49 RM., das des Jahres 1934 4 021 000 RM.

Der Tag der nationalen Solidarität hat in diesem Fahre ein Ergebnis gebracht, das abermals um 35,2 v. 5). höher liegt als im Vorjahre und damit einen Ertrag erreicht, wie er noch niemals erzielt worden ist. So ist der 4. Dezember 1937 zu einer Dolksabstimmuna geworden, wie sie die Welt in so eindrucksvollem Ausmaß noch nicht erlebt hat. Da­bei war niemand gezwungen worden, bei ungün­stigster Witterung, bei Regen und Kälte auf die Straße zu gehen, um auch sein Scherslein für das Winterhilfswerk den Sammlern in die Büchse zu werfen. Und wer nicht die innere Verpflichtung in sich spürte, in diesen Adventstagen an die Volksge­nossen zu denken, die der Hilfe der Volksgemein­schaft bedürfen, wer nicht den inneren Drang fühlte, sich durch fein Opfer im Gedanken gegenseitigen Füreinandereintretens zu betätigen, konnte seine Taschen verschlossen halten, niemand zwang ihn zu spenden. Aber Millionen und aber Millionen zogen bei feuchtem Dezemberwetter hinaus auf die Stra­fen und Plätze, nur um spenden zu können und da­durch ihrem Willen zum Sozialismus der Tat Ausdruck zu geben.

So erlebten wir, daß der Appell zur Solidarität mit den Aermsten der Volksgenossen nicht nur in all den Kreisen stärksten Wid.chall gefunden hatte, die aufgefordert worden waren, mit der Sammel­büchse in der Hand sich an diesem Nachmittag aktiv in den Dienst des Winterhilfswerks zu stellen, son­dern daß der Appell auch bei allen gehört worden war, die ttotz regelmäßiger Spenden bei Eintopf­sammlungen, Plakettenoerkauf u. a. begriffen hat­ten, daß an diesem besonderen Tage auch ihre be­sondere Mitarbeit notwendig sei. So sah sich das Heer der Sammler, das sich überall aus dem Führerkorps der Partei und ihrer Gliederungen, den Spitzen der Behörden, aller Verwaltungszweige in Reich, Staat und Gemeinde, aus allen Mitglie­dern der Reichskulturkammer (vor allem Presse, Bühne, Film, Musik und Schrifttum) zusammen- ietzte, einem noch viel größeren Heer derSpen- d e r aus allen Schichten unseres Volkes gegenüber, bas bereit war, seine Solidarität zu bekunden. Jeder Sammler konnte dabei beobachten, wie gerade kleinste Beträge des alten Mütterchens, des Jnoa- iiden, der einholenden Arbeiterfrau und des Jung- »olkpimpfs feine Büchsen füllten. Diel Kupfergeld, > und 10-Pf.-Stücke, aus denen sich der Inhalt der meisten Sammelbüchsen vorwiegend zusammensetzte, I beweisen, wie der Appell zur freiwilligen Mitarbeit cn den großen Aufgaben des Nationalsozialismus in den breiten Massen des deutschen Volkes ver­standen worden ist.

Man mag sich daran erinnern, daß das wohl­habende Deutschland der Vorkriegszett mit seiner blühenden Wirtschaft Monate dazu brauchte, um jur die Zeppelinspende 6 Millionen Mark aufzu- iringen, um die Bedeutung des 4. Dezember 1937 xonz zu begreifen. Wenn heute in ein paar Nach- mittagsstunden dieses Sammelergebnis der Vor­kriegszeit um mehr als 1,5 Millionen übertroffen werden konnte, ohne daß an der Freiwilligkeit die­ser Spende der geringste Zweifel bestehen kann, fcenn niemand wußte, wer gab und was er gab, f» ist das der schönste Beweis dafür, in welchem Tusrnaß der Geist des Nationalsozialismus das Rutsche Volk ergriffen hat, und welches Vertrauen las deutsche Volk seinem Führer entgegenbringt. Kenn diese beispiellose Beteiligung ist ja auch gleich- (»itig eine Vertrauenskundgebung für l ie nationalsozialistische Führung l e 5 Reiches, wie sie in so eindrucksvoller Weise noch kein Staat der Welt hat durchführen können. Inb dieser Tag der nationalen Solidarität ist 't eiter ein Bekenntnis zu einem wahrhaften Christentum d er Tat, das sich unbekümmert 1 im dogmatische Haarspaltereien praktisch in den e Tienft der Nächstenliebe stellt und auch bann nicht ir seinem Opfersinn versagt, wenn die ärgste Not b-r Millionen Volksgenossen, bie Jahr für Jahr eine Arbeit auf kümmerliche Unterstützung ange- rriefen waren, burch bie großzügigen Maßnahmen bi 5 nationalsozialistischen Reiches behoben worben ist.

Wir alle jinb uns darüber klar, daß es langer, zislbewußter Arbeit bedarf, um die furchtbaren Fol- ' gen jahrelanger Erwerbslosigkeit von der weit mehr Ls einem Viertel des deutschen Volkes oft viele Johre hindurch betroffen worden war, ganz zu Theben. Und Die Mittel, die dem Winterhilfswerk u fließen, sollen ja jetzt nicht mehr ausschließlich b;tr Hilfe für in Not geratene Volksgenossen dienen,

sondern auch vorbeugende Fürsorge zur Kräftigung und Gesunderhaltung unseres Dolks- körpers leisten. Das HilfswerkMutter und Kind", der Kampf gegen die Volksseuchen stellen der Natio­nalsozialistischen Volkswohlfahrt Aufgaben, die außerordentliche Mittel erfordern und die für die Zukunft unseres Volkes bedeutungsvoll genug find, um bie Mitarbeit eines jeben von uns zu ver­langen. Der Tag der nationalen Solidarität hat gezeigt, daß das deutsche Volk auch diese Aufgabe der Zukunftssicherung des Reiches aus eigener Kraft vollauf begriffen hat und daß es entschlossen ist, sich wie ein Mann hinter den Führer zu stel­len, wo und wann immer er an sein Vertrauen appelliert und er seiner Mithilfe bedarf im Kampf für ein freies, gesundes und starkes Deutschland.

Dr. Fr. W. L.

Auch der Führer spendete.

Berlin, 5. Dez. (DRB.) Rach Abschluß der großen Sammelaktion am Tage der Rationalen Solidarität empfing der Führer am Sams­tagabend in der Reichskanzlei eine größere Zahl von Künstlern und Künstlerinnen von Bühne und Film. Der Führer sprach ihnen den Dank für ihren Einsatz bei diesem gro­ßen Derk der Selbsthilfe des deutschen Volkes aus und gab jedem einzelnen einen größeren Betrag für seine Sammelbüchse.

Line einzigartige soziale Volksabstimmung.

Dr. Goebbels dantt den Sammlern.

Reichsrninister Dr. Goebbels veröffentlicht folgende Erklärung:

Der diesjährige Tag der Rationalen Solidarität hat feinem Ramen Ehre gemacht. In einer ein­zigartigen sozialen Volksabstimmung hat sich die deutsche Ration wiederum zum Füh­rer und zu feinem Derk bekannt. Ihr moralisches und finanzielles Ergebnis stellt alle daran geknüpften Erwartungen weit in den Schal- len. Die gesammelten Summen werden mit dazu beifragen, ungezählten Armen unseres Volkes, vor allem Kindern, Blüftern und Alten, eine beson­dere Weihnachtsfreude zu bereiten.

Es ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis, allen, die an diesem stolzen Ergebnis mitgewirkt haben, den bekannten und unbekannten Samm­lern, den Organisatoren und Propa­gand i sie n und den Millionen gebefreudigen Spendern herzlich zu danken. Sie haben einen Rachmittag im Dienste eines nationalen Sozialis­mus gestanden, der sich nicht in hohlen und leeren Programmen, sondern in Taten der Opfer­bereitschaft und Rächstenliebe dokumen­

tiert. Sie haben dabei mitgeholfen, die Einigkeit und Gemeinschaft unseres Volkes zu stärken und zu erhärten.

Besonderer Dank aber gebührt bei dieser Ge­legenheit den ungezählten namenlosen Sammlern und Helfern des WHW. und der R S V., die nicht nur einen Rachmittag, son­dern ein ganzes Jahr im schweren und ent­sagungsvollen Dienst unseres deutschen Sozialismus stehen. Ans Sammlern vom Tage der Rationalen Solidarität war es ein Bedürfnis, uns an diesem Rachmittage einmal sichtbar und demonstrativ an ihre Seife zu stellen, um damit vor aller Welt unsere innere Verbundenheit mit ihnen und un­tere Bewunderung für i h r Werk zum Ausdruck zu bringen.

Dir alle aber sind stolz und glücklich, einem Volke anzugehören, das am Tage der Rationalen Solidarität wieder einmal, wie so oft, Gelegenheit hafte und nahm, seine besten und ergreifendsten Tugenden sich selbst und der Dell zu zeigen: Ge­meinschaftssinn, Disziplin, Opferbereifschaft, Aus­dauer und Humor, eine offene Hand und ein großes, gütiges Herz, heil unserem Führer!

> Der Reichsrninister für Volksaufklärung und Propaganda:

(gez.) Dr. Goebbels.

Die Ergebnisse aus den einzelnen Gauen

Die Ergebnisse in den einzelnen Gauen Deutschlands, und 1936 zeigen folgenden Stand:

Gau

Baden

Bayerische Ostmark Berlin Düsseldorf Essen Franken Halle-Merseburg Hamburg Hessen-Nassau Koblenz-Trier Köln-Aachen Kurhessen Kurmark Magdeburg-Anhalt Mainfranken Mecklenburg-Lübeck München-Oberbayern Osthannover Ostpreußen Pommern Saarpfalz Sachsen Schlesien Schleswig-Holstein Schwaben Südhannover-Braunschweig

Thüringen Weser-Ems i.............

Westfalen-Nord . . *.........

Westfalen-Süd Württemberg

verglichen mit denen der Jahre 1934, 1935

1934

1935

1936

1937

148 000

140 929,95

204 295,16

339 616,49

110 000

104 918,16

139 023,56

213 510,31

300000

324 324,66

545 258,25

633 285,16

104 000

119 633,33

179 375 50

205 377,27

46 000

50 195,04

71 811,80

109 601,26

50 000

88 172,19

149 743,75

218 496,63

89 000

73 387,51

94 398,15

118 285,54

54 000

103 401,77

190 565,19

400 729,*

220 000

188 376,29

230 109,92

317 942,58

50 000

46 299,44

70 104,69

117 389,63

102 000

116 506,06

139 782,18

150 332,67

77 000

66 951,42

92 379,19

108 381,18

180 000

164 307,66

181816,19

222 524,18

165 000

168 659,75

195 952,36

218 395,34

48 000

45 856,12

58 358,30

106 744,49

90 000

121 401,68

167 915,64

194 468,16

123 000

159 330,09

264 317,36

357 002,51

136 000

198 231,07

298 433,83

308 500,09

134 000

89 378,86

109 066,35

129 208,

144 000

116 740,82

129 984,94

202 217,84

61000

90 365,40

99 021,63

179 024,52

284 000

293 486,97

388 724,60

547 984,28

232 000

191 836,02

248 512,52

311 614,90

221 000

203 469,76

305 056,42

353 297,44

85 000

73 161,78

121 301,02

226 055,89

107 000

110 603,64

136 473,81

158 938,78

159 000

122 975,91

139 404,70

289 058,89

76 000

106 610,30

136 960,35

193 056,90

127 000

113 464,79

135 422,30

197 395,14

99 000

102 723,32

117 064,87

138 441,69

200 000

189 713,73

321 644,66

388 599,73

4 021 000

4 084 813,49

5 662 279,19

7 655 476,49

* Hamburg ist durch das Groß-Hamburg-Gesetz um drei Kreise größer geworden.

317942 M. im Gau Heffen-Aaffau.

Ein glänzendes Ergebrr's am Tag der nationalen Solidarität.

F r a n k f u r t a. M., 5. Dez. (NSG.) Die Samm­lung am Tag der nationalen Solidarität brachte in diesem Jahr im Gau Hessen-Nassau die stolze Summe von 317 942 Mark. Voriges Jahr brachte die Sammlung 230 109 Mark. Im Kreis W e t t e r a u ergab die Sammlung 27 329 gegen 18 530 Mark im Jahre 1936, im Kreis Alsfeld- Lauterbach 8031,20 (6503,61), im Kreis Bie- denkopf-Dillenburg 7547,70 (6754,66), im

Kreis Büdingen-Schotten 6692,82 (5529,06), im Kreis Wetzlar 6428,34 (4470,16).

Der Gau Hessen-Nassau kann auf dieses über­wältigende Ergebnis stolz sein. Er kann stolz fein, daß dieser persönliche Einsatz der führenden Män­ner aus Partei und Staat einen solchen Widerhall in der Bevölkerung gefunden hat. Der Gau kann aber auch stolz darauf sein, daß die gesamte Be­völkerung an diesem Tag einen so einzigartigen

Beweis ihrer Opferbereitschaft gegeben hat. Dieses Ergebnis konnte nur Zustandekommen, indem jeder Volksgenosse, an welchem Arbeitsplatz er auch stehen mag, fein Scherflein gab. Da­mit wurde der Tag der nationalen Solidarität der hervorragendste Ausdruck der Uebereinftimmung des deutschen Volkes mit seiner Führung. Das Volk verstand, um was es ging, als seine führenden Männer an die Stelle der unbekannten und kleinen Sammler traten und selbst die Sammelbüchse in die Hand nahmen.

Trotz des schlechten Wetters in der Gau- Hauptstadt setzte schon in den frühen Nach­mittagsstunden ein lebhafter Betrieb ein. Musik­kapellen und Spielmannszüge spielten auf den freien Plätzen und an den Brennpunkten des Ver­kehrs. An der Spitze der Sammler stand Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, um den sich an der Hauptwache, wo die Hörner des NSKK. gellend erklangen, die Menschen scharten, um dem höchsten politischen Führer im Gau ihre Spende zu geben. Wie hier der Gauleiter und der stellver­tretende Gauleiter mit den Amtsleitern sammelten, standen die Männer des öffentlichen Lebens an allen Plätzen der Stadt. Am Roßmarkt die Führer in der SA.-Gruppe Hessen, am Kaiserplatz die Führer des NSKK., die HJ.-Führer am Liebfrauen­berg, die Führer der ff in der Eschenheimer Straße und Oberbürgermeister und Stadtverwaltung in > der Schillerstraße. Ueberall klangen die Sammelbüchsen der Männer der Staatsbetriebe, Behörden, der Presse und vieler Betriebsführer. Keiner saß an diesem Tage zu Hause, alle waren sie auf dem Damm, um auch im Kampf des WHW. ihren Mann zu stehen. Kein Wunder, daß einem solchen Einsatz auch der Erfolg nicht versagt blieb.

3n der Reichshauplffadt.

Berlin, 4. Dez. (DNB.) Einzigartig war wie­der für die Reichshauptstadt derTag der natio­nalen Solidarität". Um 16 Uhr sollte die große Sammeltätigkeit beginnen, aber schon lange vorher hatten 7000 Männer und Frauen in der Reichs- Hauptstadt mit den Büchsen des Winterhilfswerkes ihre Sammelposten bezogen. Hier, in der Millionen- stadt Berlin, waren der größte Teil der Mitglieder der Reichsregierung und viele Reichsleiter, die nam­haftesten Männer und Frauen von Bühne, Film und Kleinkunst, die bekanntesten Federn der Presse auf den Straßen, umgeben von einer unüberseh­baren nach Zehntausenden, nach Hunderttausenden zählenden Menschenmenge. Ungeachtet des kalten Dauerregens hielten die Berliner die Brennpunkte des Sammelns besetzt, ließen sie dem bekannten Berliner Witz die Zügel schießen, bewiesen sie in drangvoll fürchterlicher Enge ihren schlagfertigen Humor und gestalteten im Verein mit den zahl­reichen Musikkorps der Wehrmacht und der Polizei sowie den Musikzügen der SA., ff und des NSKK. die Straßen zum Schauplatz eines Festes schönster Volksverbundenheit.

Bei Dr. Goebbels vor demAdlon".

Die ersten, die vordem Hotel A d l o n in der Nähe des Brandenburger Tores Reichsminister Dr. Goebbels ihre Spende gaben, waren seine Kin­der Helga, Hilde und Hellmut. Dann öffnete sich die von ^-Männern gebildete Gasse, die den Men­schen nach beharrlichem Warten den Weg zum Doktor" freigab, dem die kleine Helga Goebbels bald helfen mußte. Ein ganzes Volk aus allen Schichten kommt hier vorbei: Jung und Alt, Väter, Mütter mit ihrem Kind auf dem Arm, BDM., Soldaten, Männer der Gliederungen, Deutsche aus allen Erdteilen. Spende um Spende fällt in die große rote Büchse. Kaum eine Viertelstunde ist ver­gangen, da muß schon die zweite genommen wer­den. Grüße aus dem ganzen Reich, ja aus aller Welt werden dem Minister ausgerichtet: aus Rio und Windhuk und Kapstadt, aus den Vereinigten Staaten und dem Femen Osten, und nicht gering ist auch die Zahl der Ausländer, die sich in die Front der Gebenden einreihen. Auch Frau A 11 o l i c o , die Gattin des italienischen Botschafters, überreicht dem Minister eine größere Spende für das Deutschs Winterhilfswerk. Mancher Ausländsdeutsche kann ein Autogramm und den Händedruck des Ministers in die ferne Heimat mitnehmen. Nicht einen Augen­blick reißt die Kette der Spender ab. AlteStamm­kunden" bringen Schecks mit mehrstelligen Zahlen, und mancher Geldschein verschwindet im Trichter der Büchse. Zwei Stunden waren noch nicht ver­gangen, da mußte sich der Minister schon die achte Büchse geben lassen.

GöringsSammelbüchsen".

Unter den. Linden, vor dem Eingang zur Pas­sage stand ein Musikzug des RegimentsHermann Göring". Der Ministerpräsident, der direkt vom Richtfest des Flughafens Tempelhof zum Sammel­platz kam, wurde mit tosendem Jubel begrüßt. Vor ihm aufgebaut waren zwei große Holztruhen und eine ganze Batterie von großen Marmeladeeimern, aus denen man recht aufnahmefähigeSammel­büchsen" hergestellt hatte, durch deren riesige Trich­ter es nun fast zwei Stunden unablässig klapperte und klimperte. Aber die Vorsorge war auch nur ZU berechtigt: Büchse um Büchse füllte sich. Alle kamen sie: der Mann vom Arbeitstisch, die Frau aus ihrem Haushalt, die Jugend, das Alter.