Schund am Pranger.
Die Ausstellung „Entartete Kunst" in München.
Zwei Tage nach der Eröffnung der ersten großen Leistungsschau der bildenden Künste im Haus der Deutschen Kunst wurde der Öffentlichkeit in München eine andere Ausstellung übergeben, die sich zu der ersten verhält, wie das Zerrbild zum Urbild. Magazine und Keller haben sich geöffnet, um ihren Unrat auszuspeien — „Gemälde" und „Plastiken" dienen in der Zeit des Verfalls als „moderne Kunst" ausgegeben, mit den Steuergeldern des deutschen Volkes für öffentliche Galerien erworben und dort vom unverbildeten Betrachter mit Verständnislosigkeit und Widerwillen wahrgenommen wurden, während gleichzeitig die Cligue der jüdischen Presse und des schamlosen Kunsthandels ihre Schützlinge zu Berühmtheiten manaqerte. Ein Gang durch diese Schreckenskammer der Kunststotterei und der zynischen Frechheit läßt die grundsätzliche Wandlung von Gesinnung und Leistung ermessen, die sich im Bereich der bildenden Kunst unter der nationalsozialistischen Kulturführung vollzogen hat. Erst durch den Vergleich zwischen den Gesvenstern der Vergangenheit und der vorbildlichen Schau im Haus der Deutschen Kunst wird der Betrachter die weittragende Bedeutung der Großen Deutschen Kunstausstellung ganz begreifen.
Die ausgewählten Zeugnisse der Verfallszeit sind keineswegs vereinzelte 2lusnabmeerscheinungen, die etwa mit propagandistischem Scharfsinn zusammen- gesucht wären. Nein, man sieht die W e r k e der „B e r ü h m teste n" jener Epoche und liest Namen, für die noch heute von gewisser Seite Versuche zur Ehrenrettung unternommen werden. Da ist z. B. Emil Nolde u. a. vertreten mit seinen „biblischen Bildern", auf denen heilige Figuren der christlichen Religion durch Fratzen und Grimassen profaniert werden. Mehr als ein halbes Dutzend Gemälde werden von dem älteren Lovis Corinth gezeigt. Liest man die Kaufsummen, die für einzelne feiner späteren Werke aufgewendet würben, — Zahlen, die bis zu 20 000 RM. klettern — dann hat man bereits ein Schulbeisviel für die damals übliche Verquickung von Handel und Kunst- kritik. Von Franz Marc ist u. a. der vielurn- strittene „Turm der blauen Pferde" da, der einst die „Zierde" einer berühmten staatlichen' Gemäldegalerie war. Die Feininger, Kokoschka, Kandinsky und Klee werden neben oiebm anderen, wie Hofer, Dix, dem Frankfurter B e ck -
Der Geschäftsführer konnte ferner über die sehr
Oer japanische Kurs in China
rat Dr. von S t a u ß , Vizepräsident des Deutschen Reichstags, Staatsrat Dr. Thyssen, MdR., zusammen. Der ehrenamtliche Geschäftsführer, Oberregierungsrat Dr. Ziegler, erstattete den Geschäftsbericht, aus dem hervorgeht, daß der Eingang an Gesuchen unvermindert anhält. Es wurden dem Ehrenausschuß zur Beschlußfassung insgesamt 2972 Gesuche vorgelegt, von denen 2134 mit einmaligen und laufenden Zahlungen im Gesamtbeträge von 488175,91 Mark bedacht wurden. 838 Gesuche mußten abgelchnt werden, da die Voraussetzungen für die Gewährung einer Unterstützung nicht gegeben waren. Unter den bewilligten Gesuchen befinden sich 665, die mit erneuten Zahlungen im Gesamtbeträge von 99 594,09 Mark bedacht wurden. Damit sind seit Bestehen der Stiftung insge- amt 4,5 Millionen Mark an die Hinterbliebenen von tödlich verunglückten deutschen Ar- beitsopfern verteilt worden.
sind und für die die Anlage der neuen Spargelder sogar ein Problem ist. Eine starke privatwirtschaft- liche Verantwortung und Entschlußfähigkeit (Initiative) bleibt für die Großbanken erwünscht, wenn die staatliche Wirtschaftsführung entschlossen ist, die allgemeinen Interessen wirksam zu wahren. Ganz anderer Art war die Kursbewegung in einigen Papieren, die lange als Non-valeurs (Un-Werte) angesprochen wurden, die auch alle von der Ausweitung der Konjunktur Nutzen gehabt haben, aber in denen sich insbesondere die Kleinspekuation überschlagen hat. Es handelt sich dabei um sechs Gesellschaften mit insgesamt 36 Millionen Kapital, von denen eine einzige Gesellschaft allein 20 Millionen Kapital hat. Sturm im Wasserglas!
Auf den Internationalen Rohstoffmärkten hat sich der Preiseinbruch für Baumwolle weiter fortgesetzt. Der Ernteertrag für 1937 wird weiter günstig eingeschätzt, denn die Schätzungen bewegen sich um 15,6 Millionen Ball, was gegenüber
mann, Kirchner, Pech st ein, Schmidt- Rottluf niedriger gehängt. Die häufig besprochene Frage, wohin Paula Becker-Modersohn gehöre, ist freimütig beantwortet worden, indem eines ihrer Bildnisse an den Pranger gestellt wurde, während Otto Modersohn und andere Worps- weder Künstler drüben im schönen Haus der Deutschen Kunst Aufnahme gefunden haben.
War die Würdigung der malerischen und plastischen Zerfallsprodukte zur Zeit ihrer Blüte einer kleinen Gilde berufsmäßiger Erklärer vorbehalten — was sie in die Machwerke der Talentlosigkeit und der Frechheit an „seelischen" Abgründen hinein- geheimnisten, wird durch einige ausgestellte Kostproben in notwendige Erinnerung gebracht — so erscheinen die Werke setzt dank der deutlichen Sprache und der sinnvollen Anordnung wohl zum erstenmal in einer Ausstellung mit den richtigen Randbemerkungen. Da sind Gruppen unter gemeinsamer Überschrift zusammenqefügt, in denen z B die deutsche Frau durch gräßliche Entstellung ihres Körpers verhöhnt oder der deutsche Bauer mit den Zeichen tierischer Dumpfheit und jüdischer Rasse geschändet wird. Wie Kretins und Dirnen bezeichnenderweist ein ungewöhnlich beliebtes Darstellunqs- motiv jener „Künstler" waren, so kehren auch die Ti)pen von Negern und Südseeinsulanern mit modischer Hartnäckigkeck immer wieder als Sinnbilder eines künstlichen Kultus der Primitivität, den der Führer in feiner Münchner Rede treffend als prähistorische Rückständiqkeit dieser sich modern dünken- den internationalen Menschheitsapostel kennzeichnete Wir wollen ganz schweigen von den abstrakten Spielereien mit stereometrischen Gebilden, mit ineinandergeschobenen Flächen und wilden Farbkleckse- reien, unter denen finnigermeife von Leuten wie Femmger Namen deutscher Städte oder Dörfer angebracht wurden.
Aber wie haben diese selben Leute gezetert als der Nationalsozialismus den selbstverständlichen Primat der Politik auch im Bezirk der Kunst nroHamierte! Da ist es gut, wieder einmal die Kriegs bild er von Otto Dix zu sehen. Auf dem einen schleichen ein paar „Kriegskrüvpel" mit hölzernen Stelzfüßen und idiotischen Grimassen ihre Straße, die ihnen von einem Schild mit der Aufschrift „Schuhmacher" und einem großen goldenen Schuh mit fchwarz-weiß-roten Streifen gewiesen wird. Neben dieser frechen Verhöhnung nationalen Opfertums hängt das andere Bild „Krieg". Hier soll die apokalyptische Dämonie des Krieges durch eine grauenhafte Anhäufung von zerrissenen Leibern, aus denen Gedärme quellen, von gespaltenen Schädeln und umherspritzendem Ge-
Segensreiche Auswirkungen der Stiftung für Opfer der Arbeit.
Insgesamt 4,5 Millionen an Hinterbliebene verteilt. - Ferienaufenthalt für bedürftige Kinder von Arbeitsopfern.
Hirn und unaussprechbaren Perversitäten dargestellt werden, so daß man schon nach wenigen Augenblicken der Betrachtung von physischem Ekel verjagt wird. Das war die vielgepriesene „Freiheit der Kunst" — die Freiheit zur politischen Zersetzung, zum Pazifismus. Mit schamloser Offenheit zusammengefaßt erscheint diese „Kunstgesinnung" in einem bezeichnenden Kernspruch von Wielcm'd- Herzfelde (Malik-Verlag): „Wir ziehen es vor, unsauber zu existieren, als sauber zugrunde zü gehen Unfähig, aber anständig zu sein, überlassen wir verbohrten Individualisten und alten Jungfern."
Johannes Jacobi.
Kunst und Wissenschaft. 250 Jahre Deutsche Akademie der Naturforscher.
Arn 7. August 1687 wurde eine private Gelehrtengesellschaft, die seit 1652 zu Schweinfurt unter Dem Namen einer „Academia Naturae Curio- sorum" als die älteste deutsche exakt wissenschaftliche Forschungsgemeinschaft arbeitete, durch Kaiser Leopold I. staatlich anerkannt und zur Kaiserlichen Akademie erhoben. Ungewöhnliche Auszeichnungen waren damit verbunden: die Akademie erhielt Wappen und Siegel, die Präsidenten wurden in den erblichen Reichsadel erhoben und erhielten die Würde eines Grafen und Pfalzgrafen mit ihren zahlreichen Vorrechten und den Titel kaiserliche Räte, Leibärzte und Erzärzte, und im ganzen Reich genossen die Mitglieder Portofreiheit. Die Akademie war ursprünglich, wie in der Leipziger „Jllustrir- ten Zeitung" erzählt wird, auf Grund der Anregungen gegründet worden, die eine kleine Schrift bes 1625 verstorbenen englischen Lordkanzlers Francis Bacon, die zwei Jahre nach seinem Tobe aus seinem Nachlaß herausgegeben würbe, dem Stadt- vhysikus Joh. Lorenz Bausch in der damals freien Reichsstadt S ch w einfurt vermittelt. Bacon in Form eines utopischen Staatsromans den ^chwschen Hochstand eines Staates geschildert, der ich der wissenschaftlichen Erforschung ber Naturzusammenhänge mit Umsicht unb Energie angenom- men batte. In biefem Staat gibt es bereits Flug»
"ab Unterseeboote, Film, Radio, Grammophon und Mikrophon: die Aecker werden künstlich ge- 1 h"? mV- e Nahrungsmittel synthetisch hergestellt, > iin»r ö-es Erdinnern wird technisch genutzt. : „ »ich ist man in Versuchsanstalten tätig, . "e“c ^kenntnisst zum Besten der Menschheit zu i 9 en. Diese prophetische Schau eines künftigen
fters Kung in London ist eine grundsätzliche Vereinbarung für die Auflegung einer Anleihe an China in Höhe von 200 Millionen Pfund Sterling erzielt worden. Die Anleihe, die d u r ch d i e chine- sischen Zolleinnahmen gesichert ist, wird wahrscheinlich für die Konvertierung der inneren chinesischen Anleihe verwandt werden; sie wird jedoch nicht während der gegenwärtigen Unruhen im Fernen Osten aufgelegt werden. Finanzminister K u n g trat am Donnerstagabend die Rückreise nach China an.
Verwirrung in Schanghai.
Sch a ngh ai, 5. Aug. (DRV. Ostasiendienst des DNB.) Die Gerüchte über angebliche militärische Absichten der Japaner haben unter ber Bevölkerung Schanghais große Verwirrung angerichtet. Tau- senbe verängstigte Chinesen s l ü ch t e t e n mit ihrem Hab unb Gut aus dem Stadtteil Tschapei und aus Öen nordöstlichen Teilen der Internationalen Niederlassung ins Innere der Konzession. Man schätzt, daß 16 000 Chinesen ihre Wohnstätten geräumt haben. Reges Treiben herrscht auch a u f ben Bahnhöfen Schanghais, auf benen schon mehrere tausend Chinesen a u s Nanking eintra-
• glücklichen Menschheitszustandes übte eine außergewöhnlich tiefe Wirkung: Voraussetzung für ihre Verwirklichung war die Schaffung einer großen Forschungsgesellschaft, deren Aufgaben, Ziel und Zweck Bacon zum ersten Male umnß. Was ber Englänber ber 3bee/ nach skizzierte, wollte Bausch verwirklichen, unb so rief er im Herbst 1651 bie Aerzte seiner Stabt zur Begründung einer Akademie auf, die die neuen Ziele verfolgen sollte. Sie stellte sich bie Aufgabe, burch die Beteili- gung gller ihrer Mitglieder eine große Zahl von Forschungen auf einmal in Angriff zu nehmen unb bie Einzelthemen berart zu halten, daß sie ein größeres Gebiet nach allen Seiten hin aufschlossen und so zur Vertiefung der Erkenntnisse beitrugen. Zugleich schuf die Akademie eine periodische Schriftenreihe, die erste deutsche wissenschaftliche Zeitschrift, in der alle Forschungen zur Kenntnis der Fachwelt gebracht wurden. Trotz aller Stürme hat nch bie Akademie auf dem ihr ursprünglich gewiesenen Wege gehalten. Sie hat im Laust der Zeit 4000 Mitglieder zu den Ihren gezählt. Heute ist sie in Halle unter der Leitung Geheimrat Pro- fessor Abderhaldens tätig, unb die führenden Naturforscher in der ganzen Welt gehören ihr an. 3hre Geschichte ist nicht zu trennen von der Geschichte des deutschen Volkes und der der deutschen naturwissenschaftlichen Forschung. Schon im 17. Jahrhundert, als Deutschland noch keine Weltael» tung besaß, hat sie durch ihre lebhaften wechselseitigen Beziehungen zu den Gelehrten des Auslandes dazu beigetragen, daß Deutschland wenigstens mit ber deutschen Wissenschaft zur Weltgeltung kam.
Karl Banher 80 Iahre alt.
2Im Ö. August vollendet der Mater. Geheimrat Professor Dr. h. c. Karl Bantzer (ein 80 Le- Mrtft 2?6-r Jubilar welcher aus Ziegenhain ge- burt-ll 'st. seine Jugend aber in Marburg verlebte ”ar zachst Maler in Berlin. Paris und dann in Dr-sden. roo er mm Professor der Kunstakademie ernannt wurde. Vom Jahre 1916 an hatte er die etmr Kunstakademie inne, um im 3af)re 1923 nach Marburg lurückzukehren und sich von nun an einer freien Künstlertätigkeit iu wid- mem In den langen Jahrzehnten seiner Künstler- hl.rnnrr11^^0}! ®an6er eine Unzahl von
Werken geschaffen, welche seinen die Grenzen des Vaterlandes hinaus bekannt machten. In besonderem Maße wid- Pnnhf*Ver Künstler der Darstellung der hessischen rung ° Un& femer farbenbunten Trachtenbevölke-
Honen Mark Betriebseinnahmen erzielt, die es möglich gemacht haben, den Betriebsüberschuß für das erste Halbjahr 1937 auf 320 Millionen Mark steigern zu können. Was das bedeutet geht daraus hervor, daß für das ganze Jahr 1936 ein Betriebsüberschuß von 470 Millionen Mark erzielt wurde, in dem also auch schon die Einnahmen stecken, die sich aus dem Abschluß der Ernte sowie den Güterverkehr im Herbst und Winter ergibt. Diese stehen für 1937 also noch bevor, so daß die Reichsbahn nunmehr wieder in der Lage sein wird, alle die Ausgaben und Verpflichtungen decken zu können, zu denen sie früher nicht im Stande war. Wäre die Reichsbahn heute noch mit Tributen belastet, wie das bis 1932 der Fall war, so würde kaum eine Deckung der unbedingt notwendigen Betriebsausgaben zu erzielen fein. Aber bie außerordentlich günstige Entwicklung der Einnahmen der Reichsbahn ist das Ergebnis der allgemeinen Steigerung der wirtschaftlichen Entwicklung feit der Machtergreifung.
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2In der Börse hat es zwei kleine „Stürme im Wasserglas" gegeben. Das Interesse des reellen Publikums hat sich den Aktien der Groß- banken zugewandt, die ihre alten Aktienbestände gut veräußern konnten, deren einstmals eingefrorene Guthaben zum großen Teil wieder aufgetaut
testamentarisch mit erheblichen Summen bedacht worden ist. Neben diesen Zuwendungen wurden auch die nach wie vor ständig eingehenden Einzelspenden • erwähnt, unter denen die monatlichen Ueberweisungen der Beamten, Arbeiter und Angestellten einzelner Direktionsbezirke der R e i chs- b a h n unb R e i ch s p c> st besondere Hervorhebung verdienen. Alle diese Spenden beweisen, ebenso wie die zahlreichen Dankschreiben, daß die Arbeit der Stiftung sich segensreich im Reichsgebiet auswirkt und hohe Schätzung in allen Kreisen der Volksgenossen findet.
Insgesamt wurden 1936 von der Stiftung 48 Kinder von Arbeitsopfern im Gau Schlesien auf Kosten der Stiftung zu einem Ferienaufenthalt von vier Wochen verschickt. Ebenso wurden von der Abteilung „Stiftung für Opfer ber Arbeit auf See" 85 Kinder zu einem vier- bzw. achtwöchigen Kuraufenthalt an Die Ostsee verschickt. Cs handelt sich um bedürftige Seemannskinder, deren Väter auf See geblieben sind. Für 1937 ist die Kinderoerschickung bedeutend erweitert worden, so daß voraussichtlich insgesamt 230 Kinder von der „Stiftung für Opfer der Arbeit" und 157 Kinder , f., • -7 - - 7 i-v- I pon der „Stiftung für Opfer der Arbeit auf See"
erfreuliche Tatsache berichten, daß die Stiftung'in Heimen ber NSV. untergebracht werben können.
Berlin, 5. Aug. (DNB.) Zu seiner 11. Arbeitssitzung trat im Reichsministerium für Volksaufklärung unb Propaganda der Ehrenausschuß der „Stiftung für Opfer der Arbeit", bestehend aus den Herren Staatsrat Schuhmann, MdR., Staats-
1936 zwei Millionen Ball mehr ist, gegen 1935 sogar 5 Millionen Ball. Auch auf den Getreide- märften dauern die Schwankungen an, wobei auch hier die Aussicht auf Rekordernten in Nordamerika eine Rolle spielt. Dazu kommt, daß die Zuschußländer, vor allem in Europa selbst eine flute Ernte erzielt haben, also nicht darauf angewiesen sind, auf die Ernte und Vorräte in den großen Weizenstaaten so wie früher zurückgreifen zu müssen. Die Preise für Weizen und Mais sind deshalb auch international weiter gesunken. Auf den Metallmärkten ist eine gewisse Beruhigung eingetreten, vor allem auf dem Kupfermarkt, was aber wohl eher jahreszeitmäßig bedingt ist als durch die Wellenschläge der Konjunktur. Sowohl die Unruhen im Fernen Osten als auch die immer noch nicht ab- geebbte Streikwelle in ben Vereinigten Staaten behindern vielfach die Maßnahmen, die sonst in der Regel stärkere Nachfrage und stärkeren Absatz auslösen.
V.Reichstagung der Ausländsdeutschen
Berlin, 5. Aug. (DNB.) Vom 28. August bis 5. September findet in Stuttgart die von der Aus- landsorganifation der NSDAP. veranstaltete V. Reichstagung der Ausländsdeutschen unter der Schirmherrschaft von Gauleiter Bohle statt. Der Stellvertreter des Führers und der Reichsminister des Auswärtigen werden durch ihre Anwesenheit der Wichtigkeit dieses Ereignisses Rechnung tragen. Zwischen die Gemein- schaftsoeranstaltungen fallen die Arbeitstagungen, in denen die Landesgruppen- und Land^eskreisleiter, Ortsgruppen- und Stützpunktleiter als die brau- ßen an ber Front stehenden Hoheitsträger ber Aus- lanbsorganrfation von ihren Erfahrungen zu berichten haben und neue Richtlinien für ihre Arbeit Zur weiteren Durchdringung des Auslandsdeutsch, tums in nationalsozialistischer Zielsetzung empfangen. Ausstellungen des Kulturamtes, Schulungs- amtes und des Presseamtes der Leitung der Aus- landorganisation sollen eindrucksvolles Anschau- ungsmaterial vermitteln. Außerdem bekommen die auslandsdeutschen Besucher eine Exportmusterschau ber württembergischen Jnbustrie zu sehen. Aus- landsdeutsches Kulturschaffen wird durch die Urauf- führung des Argentinien-Films „Fern vom Land der Ahnen" zur Geltung kommen, ein Werk des Landeskreisleiters Pg. Schmidt. Der Film wird durch fein lebensgetreues Spiegelbild, das er vom Auslandsdeutschtum, seinem Wesen und Wirken zeichnet, zur engeren Verbundenheit zwischen Deutschen draußen und drinnen im Reich beitragen. Die Heerschau auslandsdeutschen Kämp- fertums klingt aus in einem historischen Trachten f e st mit Schlußappell und Fackelzug sämtlicher NS.-Formationen.
dustrie im Juni und Juli überhaupt läßt sich feststellen, daß die Bauindustrie verhältnismäßig die Spitze hält.
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Die Firma AdamOpel in Rüsselsheim kann in diesen Tagen auf eine Arbeitsleistung von 75 Jahren zurücksehen, 1862 gründete der Schlosser Adam Opel eine kleine Werkstätte, aus der sich bis heute eine der größten Kraftfahrzeugwerkstätten der Erde entwickelt hat. An der Steigerung der Erzeugung von Kraftfahrzeugen aller Art sowie an ber Ausweitung ber Absatzmärkte ist bie Firma Abam Opel hervorragenb beteiligt. In biefem Zusammenhang ist darauf zu verweisen, daß es der deutschen Kraftfahrzeugindustrie gelungen ist, im ersten Halbjahr 1937 die Ausfuhr von Per- fonenwagen fast zu verdoppeln, nämlich von 16 609 Stück im ersten Halbjahr 1936 auf 30 616 Stück im ersten Halbjahr 1937. Welche Werte in ber Erzeugung stecken, geht baraus hervor, baß der Gesamtabsatzwert im Monat Juli allein 113 Millionen Reichsmark betrug, wobei mit einer weiteren Besserung des Absatzes zu rechnen ist. Besonders sind es die Kraftomnibusse, die das Ausland in Deutschland kauft, aber auch Personenkraftwagen und Lastkraftwagen werden glatt an das Ausland abgesetzt. Diese Entwicklung hat sich erst seit der Machtergreifung vollzogen, denn in den ersten Nachkriegsjahren war es die ausländische Kraftwageckindustrie, die den deutschen Markt beherrschte. Die deutsche Industrie konnte sich trotz technisch guter Leistung nicht durchsetzen, was sich noch verschärfte, als die Ueberfremöung der deutschen Kraftwagenindustrie nach der Inflation begann.
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Der Ausbau der Verkehrsmittel unb Wege hat sich nach ber Machtergreifung nicht auf bie Reichs- fkraßen bes Führers beschränkt, and) ber Ausbau ber Wasserstraßen ist in Angrift genommen worden, nicht nur durch den Ausbau des Mittelland-Kanals, sondern auch durch Schiffbarmachung bisher vernachlässigter Flußläufe. So ist geplant, die Elbe so auszubauen, daß sie zu einer leistungsfähigen Großschiffahrtsstraße werben kann, so daß die großen deutschen Ströme nicht nur durch ben Mittelland-Kanal miteinander verbunden werben, sondern auch Anschluß an Nordsee und Ostsee erhalten. Die Wasserstraßen, zu Großschiffahrts- wegen ausgebaut, werden dann auch die Zubringer für bie Industrie, sowohl für die Rohstoffe als auch für die Betriebsstoffe. Auf dem E l b e s ch i f f - fahrtstag, der gegen Ende August in Lübeck veranstaltet wird, werden die Fragen der deutschen Binnenwasserstraßen ausgiebig Erörterung finden, vor allem in dem Sinne, was sofort zu tun ist, um ben Ausbau unb die Nutzbarmachung zu be- sckleunigen. Die günstige Entwicklung ber Wirt- schaftslage wie sie sich im Stand ber Beschäftigung in allen Wirtschaftsgruppen ausbrückt, wird auch bestätigt durch die Einnahmen ber Reichsbahn. Sie hat im Mai unb Juni rund 717 Mil-
Tokio, 6. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des japanischen Außenamtes sagte, trotz der augenblicklichen Ruhe in Nordchina sei bie Lage immer noch kritisch, baher sei keine Aende- rung der in Durchführung befindlichen militärischen Maßnahmen zu erwarten. Besonders betonte er, daß die Beziehungen Nankings zum Kommunismus nachweisbar seien. Die Rede Hirotas im Reichstag habe keinesfalls einen Hinweis enthalten, daß Japan den Anschluß Chinas an die Antikomintern als Voraussetzung für die friedliche Lösung des japanisch-chinesischen Konflikts zu fordern beabsichtige. Die japanisch-sowjetrussi- chen Beziehungen würden durch die nordchinesi- chen Schwierigkeiten nicht berührt, auch nicht )urch den UeberfaH auf das sowjetrussische Konsulat in Tientfin, da bie japanischen Truppen bamit nicht im Zusammenhang ständen. Die Aufnahme neuer Verhandlungen mit Nanking, die möglich seien, könnten das Nordchinaproblem nicht berühren, das als ausschließlich lokal zu betrachten und ohne Schwierigkeiten zu lösen sei.
Eine englische An'eihe für China.
London, 6. Aug. (DNB. Funkspruch.) Wäh- rend des Aufenthalts bes chinesischen Finanzmini
fen, weil sie glauben, baß bie Hauptstadt von fa- panischen Luftangriffen bedroht ist. Die Schanghaier Chinesen reisen ihrerseits aber iy Richtung Nanking ab, so daß die Zugfolge auf der Strecke Schanghai —Nanking vermehrt werden mußte. Auch aus den Städten am Pangtsekiang und an der Ostküste hat eine lebhafte Abwanderung aufs Land eingesetzt. Der Schiffsverkehr von Schanghai nach Ning-Po ist besonders stark von Flüchtlingen in Anspruch genommen.
Oer Kampf
um die chinesischen Bahnlinien.
P e i p i n g, 6. Aug. (Dftafienöienft bes DNB. Funkspr.) Die Bahnlinie Peiping — Tientfin • ist anscheinend aus dem Kampfbereich gerückt, ber Verkehr ist roieber ausgenommen. An ben übrigen Bahnlinien entwickeln sich langsam bie Kämpfe zwischen ben chinesischen unb japanischen Truppen. An ber Hankau-Bahn konnten die chinesischen Abteilungen bei Lianghsiang 30 Kilometer südlich von Peiping anscheinend einen Raumgewinn erzielen. Entlang derTientsin-Punkou-Bahn sind ebenfalls Kämpfe im Gange. Hier wurden japanische Bombenflieger eingesetzt, doch werden größere Kämpfe durch den heftigen Regen verhindert. Die Kämpfe an der ©ui» yuan-Bahn sind von geringerer Heftigkeit als an den anderen Bahnlinien.
Oie Manöver in Venetier-
Mailand, 6. Aug. (DNB. Funkspruch.) Am Donnerstaa wurden bei den Manöoern in Venetien Hebungen durchgeführt, bie bem Taktiker Probleme bes Nachschubs in besonderen Situationen zeigten. In Anwesenheit bes Herzogs von Aosta unb ber Marschälle be Bono unb Pecori-Giraldi wurde bie Schlagkraft von Minenwerfern erprobt, und zwar von Soldaten, bie erst 30 Tage unter ben Waffen ft eben unb nur durch die vormilitärische Erziehung in ben faschistischen Verbänden geschult worden sind. In der Umgebung von Vittorio Deneto, wo die beiden „feindlichen^ Divisionen zusammengezogen worden waren, wurde eine Nachtübung durchgeführt, bei der Magnesium- lichter zur Anwendung kamen und bie Truppen sich burch Einnebelung zu decken suchten.


