Einweihung des Waldschwimmbades der Siadi Lich
3) Lich, 5. Juli. Die gestrige Einweihung des neuen Schwimmbades unserer Stadt übte eine große Anziehungskraft aus. Unter Vorantritt des Bannmusikzuges 116 der Hitlerjugend und begleitet von den Klängen der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Lich, bewegte sich zwischen 14 und 15 Uhr ein großer Festzug durch die Stadt zum Waldschwimmbad im Albacher Teich.
Bürgermeister Geil schilderte hier in kurzen Zügen die Geschichte der Entstellung des neuen Bades und dankte dem anwesenden Erbprinzen Dr. Hermann Otto zu Solms-Hohensolms-Lich für die Bereitwilligkeit, den großen Teich als Badeplatz zur Verfügung zu stellen. Ferner dankte er allen Behörden, die den Bau unterstützen halfen. Besondere Worte des Dankes widmete er dem Beauftragten des Turn- und Sportamtes, Kulturinspektor Sauer (Gießen), dem Bauinspektor K i m p e l (Gießen) und den ausführenden Handwerkern und Geschäftsleuten der Stadt Lich. Bürgermeister Geil begrüßte sodann im Namen der Stadt Lich alle Gäste, besonders den Vertreter des Kreisleiters der NSDAP., Pg. Holländer (Gießen), ferner Negierungsrat Weber vom Kreisamt Gießen, den Vertreter der Wehrmacht, Leutnant Volkmann vom Inf.-Regt. 116 Gießen, den Vertreter der NSG. „Kraft durch Freude" Müller-Gießen, die BDM.-Untergauführerin Käthe Pfeffer, den Vertreter des Kreisschulamts Gießen, Kreisschulrat Nebeling, Regierungsbaurat Kuhlmann- Gießen, die Formationen der NSDAP., die Sportvereine ujw. Der Redner schilderte dann die Schönheiten des neuen Bades und wies ferner darauf hin, daß in den nächsten Jahren noch einige Verbesserungen vorgenommen würden, so u. a. die Errichtung eines Sprungturmes und einer Walser- rutschbähn. Auch solle für erwachsene Nichtschwimmer noch ein größeres Becken eingebaut werden, Ferner werde noch die Erbauung eines Erfrischungsraumes in Aussicht gestellt. Das Bad sei für alle Volksgenossen errichtet worden, es solle allen Volksgenossen, insbesondere aber der Heranwachsenden Jugend dienen. Deshalb habe die Leitung der Volksschule Lich nach Rücksprache mit der Stadtverwaltung den Schwimmunterricht in den Lehrplan ausgenommen. Alle Schüler sollten schwimmen lernen. Die Stadt habe mit der Errichtung des Bades bewiesen, daß sie bereit sei, r^itzu- arbeiten am Aufbau unseres Vaterlandes.
Der Stellvertreter des Kreisleiters, Pg. Holländer (Gießen), sprach seine Freude über diese Tat der Stadtverwaltung aus, der Jugend und allen übrigen Volkgenossen dies schöne Bad geschaffen zu haben. Man sehe allenthalben, so auch hier, daß ein neuer Geist in unser Volk gekommen sei. Die Stadt Lich dürfe auf ihr herrliches Bad stolz sein. Der Redner überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger, ferner des am Kommen verhinderten Kreis- leiters, und sprach auch für den Oberbürgermeister unserer Nachbarstadt Gießen die Glückwünsche aus. In dieser herrlichen Zeit, in der unser heutiges Geschlecht lebe, dürften wir zu unserer Freude ein neues Deutschland, ein Deutschland der Ordnung sehen. Deshalb müßten wir bestrebt sein, dem Mann nachzustreben und nachzuleben, der dies neue Deutschland geschaffen habe: unserem Führer Adolf Hitler. Mir müßten von neuem Lebensgefühl erfaßt werden und alle Träger der neuen
Idee werden. Wie wir im Wasser Wahrheit, Klarheit und Gesundheit fänden, so sollten wir es halten im ganzen Leben.
Ortsgruppenletter Kuhn dankte in erster Lime dem Schöpfer des neuen Bades, Bürgermeister Geil. Er sprach dann über die Bedeutung des Schwimmens und stellte die Forderung auf, daß jetzt jedem Kinde Gelegenheit gegeben sein müsse. Schwimmen zu lernen. Damit trage das Bad dazu
bei, daß ein starkes, gesundes Geschlecht heranwachsen könne. Mitzuhelfen, daß das Bad schön erhalten bleibe, seien alle berufen, namentlich unsere Jugend. Mit dem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf Führer und Volk klang die Ansprache aus.
Als Beauftragter des Sport- und Turnamtes übermittelte Gauschwimmobmann Sauer (Gießen) die Glückwünsche des staatlichen Sport- und Turnamtes und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich allenthalben die Erkenntnis durchgerungen habe über die Notwendigkeit des Sportes. Unser Ziel müßte sein: Jeder Deutsche ein Schwimmer — und jeder Schwimmer ein Lebensretter!
Nach dem Eröffnungsschwimmen durch 6 mal 8 Schwimmer traten zunächst die auswärtigen und die einheimischen Schwimmer zur 4X50- Meter-Kraulstaffel für Männer an. Es schlossen sich weiter an die 4X50-Meter-Bruststaffel für Frauen und der mit großem Interesse aufgenommene Wettkampf der 4X50-Meter-Bruststaffel für Formationen und Vereine um den Wanderpreis der Stadt Lich, einen silbernen Becher mit eingeschriebener Widmung. Zu diesem Kampf traten sieben Gruppen an: der örtliche SS.-Trupp, die SA., das Jungvolk, die Hitler-Jugend, das NSKK., der Turnverein 1860 und der Verein für Rasenspiele. Sieger wurde der örtliche SS.-Trupp, dem Bürgermeister Geil den silbernen Pokal aushändigen konnte. Der Bürgermeister forderte alle Beteiligten auf, mit Tatkraft weiterzuarbeiten.
Großes Interesse fanden auch die Vorführungen des Sportamtes „Kraft durch Freude". Den Festgästen war Gelegenheit geboten, eine Schwimm-
stunde mitzuerleben. Von den vielen Vorführungen seien noch erwähnt das Kunstspringen, die 3X50- Meter-Lagenstaffel für Männer und das Massenspringen. Die Zuschauer begeisterten sich auch sehr für die beiden Wasserballspiele. Die Jugend erfreute sich am Baden, schnappte vom Wasser aus ihre Würstchen und plätscherte bis gegen Abend im warmen Wasser. Erwähnung verdienen noch die Gesangsvorträge der Sängervereinigung „Cäcilie", die unter Leitung von Chormeister Jlge einige Chöre sang. ,
Bei eintretender Dunkelheit fand auf dem Teich
Gießener Schwimmer und Schwimmerinnen traten im neuen Licher Waldschwimmbad zum Anschwimmen an und führten anschließend verschiedene Schwimmwettkämpfe durch, die von den nach vielen Hunderten zählenden Zuschauern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurden. Unser Bild zeigt das Anschwimmen. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)
ein Lampionschwimmen statt. Den Ausklang des Festes bildete ein großes Feuerwerk, wie es seit Jahren in unserer Stadt nicht geboten wurde. Bis in den Morgen hinein verlebten dann die Festteilnehmer bei Tanz und Frohsinn einige recht frohe Stunden.
Eröffnung des „Horst-Wessel-Lagers" bei Grünberg.
+ Grünberg, 4. Juli. Am Sonntag fand die feierliche Eröffnung des hiesigen Zeltlagers der Hitler-Jugend statt. Erschienen waren hierzu Bannführer Freudenberg (Wiesbaden), der Beauftragte der Gebietsführung für die Zeltlager, Pg. Frank (Gießen) von der Kreisamtsleitung der NSV., dazu von hier die Vertreter und Amtswalter der Partei, SA., NSKK., Hitler-Jugend, Jungvolk, BDM. und Jungmädel.
Trommel- und Fanfarenklänge eröffneten die Feier. Nach einem Lied des Jungvolks sprach Beigeordneter Pg. A l b a ch , der im Auftrag von Partei und Stadt Begrüßungsworte an die Erschienenen richtete und seiner Freude Ausdruck gab, daß es möglich gewesen sei, auch in diesem Jahre das Lager wieder zu eröffnen.
Bannführer Fre.udenberg hielt dann die Eröffnungsansprache. Nach Dankesworten an die Gemeinde und die NSV. für ihre Mithilfe bei dem Lager und seiner Errichtung umriß er in kurzen Worten Zweck und Aufgabe der Lager, der Jugend praktische Kameradschaft zu lernen und eine deutsche Jugend in echt nationalsozialistischem Geiste zu erziehen. Dies solle neben dem Lager auch durch die
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Margareta
Margareta, weibl. Vorname griech. Herkunft mit der Vedeu- ung „Die Perle", davon abgeleitet Margarete, Margret, Grete, Greta, Gretchen, Margot, Margherita.
Margarine, Speisefett aus tierischen und pflanzlichen Fetten u. Ölen, dessen Zusammensetzung gesetzlich geregelt ist. Verwendet werden u. a. Soyaöl. Sesamöl u. Kopraöl. Margarine ist ein durchaus vollwertiges Nahrungsmittel, das nur im Vitamingehalt hinter der Butter zu- rücksteht.
Margerite s. Chrysantheme.
Maria, weibl. Vorname hebr. Herkunft mit der Bedeutung „Die Bittere", Herbe, abgeleitet Mary, Mizi, Mize, Ria, Mia. Marianne, weiblicher Vorname hebr. Herkunft, zusammengesetzt aus Maria und Anna.
Marienkäfer, sehr nützliches Insekt, das, wie auch bereits seine Larven, die Blattläuse vernichtet. Zufällig gefangene M. auf lausbefallene Pflanzen setzen. Kinder anhalten, diese kleinen Garten„polizisten" zu schonen Von M. ausgeschiedener gelb-roter Saft kann Entzündung (Au- gen!) Hervorrufen.
Marinieren, franz, deutsche Bezeichnung Beizen, das Einlegen von Fleisch oder Fisch in gewürzten Essig.
Marionetten, Gliederpuppen, die an mehreren Fäden hängen und vom Puppenspieler kunstvoll geführt werden. Marionettenspiele find eine alte Kunstform, die die
Marmelade
Puppen zu einem seltsam lebendigen Dasein erwecken. Eine Marionettenvorführung hinterläßt bei Kindern einen tiefen Eindruck, aber auch jeder Erwachsene wird sich an der Marionettenkunst begeistern, die nicht allein auf kindliche Zuschauer abgestellt ist. Marionettentheater werden neuerdings stark gefördert.
Mark, weiche, fetthaltige Masse in den Röhrenknochen der Schlachttiere, wird entweder in der Brühe mitgekocht oder vor dem Kochen herausgenommen und vor dem Anrichten kurz aufgequellt. Brühe mit Mark. Aus ausgelassenem Rindermarkmacht man mit geriebenen 6emmeln, Salz, Pfeffer, Ei, geriebenem Muskat und gehackter Petersilie einen Teig, formt daraus kleine Klößchen (Markklößchen), kocht sie in der Brühe gar und richtet sie mit der Brühe an.
Markise, franz., Sonnendach aus Leinenstoff, das Fenster oder Veranden schützt. Markisen können durch linksseitiges Bestreichen mit Wasserglas wasserdicht gemacht werden.
Markusbrot, andere Bezeichnung für Marzipan.
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Die Erd-, Pflaster- und Chaussierungsarbeiten sowie die Arbeiten für den Bau eines Regen- und Schmutzwasserkanals zum Ausbau des Wartweges sollen auf Grund der Reichsoer,dingungsordnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden.
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Samstag, dem 10. 3uli 1937, vormittags 10 Uhr, beim Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg 9, abzugeben, wo die Oeffnung der Angebote erfolgt. Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen.
Gießen, den 5. Juli 1937.
Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a ü e r t.
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Vom 15. Juli 1937 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für Monat 2Nai 1937 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben.
Gießen, den 3. Juli 1937.
Direktion der Städtischen Betriebe.
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Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und lieber» landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Stromgelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasaelder noch innerhalb 10 Tagen ohne kosten an die Kasse der Städtischen Betriebe Gießen, Gartenstraße 3, oder auf Postscheckkonto Nr. 27707 Frankfurt am Main gezahlt werden. Bei Ueberschreiten der Zahlungstermine müssen die Beitreibungskosten
in diesem Jahre zum ersten Male durchgeführtett Fahrten erreicht werden. Das von der Hitler-Jugend angestrebte Ziel gehe dahin: erst Lager, dann Fahrt, und zwar zunächst durch den Gau und schließlich durch das weite Vaterland. In Ordnung und Disziplin soll durch ausgewählte Führer dieses Ziel erreicht werden. Er übergab dann das Lager in die Hände von Lagerleiter Metzger, der gelobte, das Ihm anvertraute Amt gewissenhaft zu erfüllen.
Mit einem Begleitspruch fand dann die Flaggen- hissung statt. Mit dem Lied der Jugend und dem Sieg-Heil auf den Führer fand die Feier ihren Abschluß.
Es folgte ein Rundgang durch das Lager, das mit feinen zwanzig großen Zelten malerisch in den Wald an einen Abhang sich anlehnt. Am oberen Ende hat es eine Küche mit einer davor liegenden überdachten Halle, die als Essens- und Aufenthaltsraum dient. Ein durch die ganze Länge des Lagers sich hinziehender Weg ist neu errichtet worden, die untere Hälfte als Knüppeldamm, während der obere Teil durch Ausstückung mit Steinen und einem Grusbelag erstellt wurde. Außerdem wurde an der oberen Seite des Lagers ein Abzugsgraben für Regenwasser angelegt. Dadurch ist es möglich, auch, bei regnerischem Wetter trockenen Fußes sich im Lager zu bewegen. Die erste Belegmannschaft stammt aus der Umgebung von Wetzlar. In je achttägigen Lagerzeiten soll das Lager bis zum 28. August dauern.
Landkreis Gießen.
* Lollar, 5. Juli. Der Arbeiter Rob. Zecher von hier hatte dieser Tage das Glück, mit einem Losbrief der Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung einen Gewinn von 100 Reichsmark zu erlangen.
gfs. Rödgen, 5. Juli Die Frauenfchaft wanderte in froher Gemeinschaft nach dem benachbarten Trohe, um den Mustergarten anzusehen, der von der Bäuerlichen Werkschule in Gießen dort angelegt wurde. Die Frauen betrachteten alles mit großem Interesse und nahmen manches Wissenswerte mit nach Hause.
A Bollnbach , S. Juli. Ein hiesiger Einwohner zweier alleinliegender Gehöfte stellte dieser Tage große Unruhe unter seinen Hühnern fest. Als er der Ursache nachging, mußte er feststellen, daß Meister Reineke ihnen einen Besuch ab» gestattet hatte. Bis jetzt hat der Dieb schon sechs Hühner und sieben Kücken geholt.
* Lang-Gons, 6. Juli. Am morgigen 7. Juli, feiern Konrad Anton Müller und seine Ehefrau Katharina, geb. Müller, in Lang-Göns bei guter Gesundheit das Fest der goldenen Hochzeit. Konrad Anton Müller war früher Metzgermeister und Landwirt. Die Metzgerei hat er vor Jahren infolge vorgerückten Alters an seinen Sohn Wilhelm Otto Müller abgegeben.
Kreis Scholten.
# Groß-Eichen, 6. Juli. Das Fest der silbernen Hochzeit feiern morgen, 7. Juli, die Eheleute Zimmermann Hermann Tröller und Frau Katharine, geborene Schott.
Kreis Lauterbach.
Lpd. Lauterbach, 5. Juli. In dem benachbarten Kreisort W a l l e n r o d ist eine Diphtherieepidemie ausgebrochen, wie sie hier seit langem nicht zu verzeichnen war. Ueber 20 Kinder sind erkrankt, so daß die Schule geschlossen werden mußte. Bei einem fünfjährigen Mädchen verlief die Krankheit tödlich.
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